Adipositas

Regelmäßigkeit wirkt Wunder

Laut aktuellem Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sind in Deutschland 59 Prozent der Männer und 37 Prozent der Frauen übergewichtig. Überernährung und Bewegungsarmut führen auf Dauer zwangsläufig zu Übergewicht. Und das kann schlimme Folgen für die Betroffenen haben.

Diabetes Typ 2 tritt in rund 90 Prozent aller Fälle im Rahmen eines starken Übergewichts (Adipositas) auf. AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein: „Im Vergleich zu einer normalgewichtigen Person mit einem Body-Mass-Index – BMI – von 21 ist das Diabetesrisiko einer stark übergewichtigen Person mit einem Body-Mass-Index von 35 um das 40-fache höher. Dieses Risiko wirkt sich auch schon in jungen Jahren aus. Deshalb muss mit Sorge registriert werden, dass in Deutschland heute schon rund 1,1 Millionen Kinder und Jugendliche im Alter von drei bis 17 Jahren übergewichtig sind und weitere 800.000 an Adipositas leiden. Es kommt daher nicht unerwartet, dass der so genannte Altersdiabetes zunehmend auch schon bei Kindern und Jugendlichen auftritt.“

Diabetes schädigt Gefäße und Nerven und gehört deshalb unter anderem zu den wichtigsten Ursachen von Herzinfarkten und Schlaganfällen. Rund 40 Prozent aller Neuerblindungen lassen sich auf Diabetes zurückführen, rund 30.000 Diabetiker erleiden eine Amputation an Fuß oder Bein und jeder fünfte Fall von chronischem Nierenversagen ist auf Diabetes Typ 2 zurückzuführen.

Was man vorbeugend gegen Übergewicht tun kann, weiß Susanne Dede, Ernährungsberaterin bei der AOK Baden-Württemberg: „Regelmäßig bewegen wäre ein Anfang. Dazu zählt schon der Ausbau der Alltagsbewegungen wie Treppensteigen oder mal eine Station eher aus der U-Bahn aussteigen, um eine längere Strecke nach Hause zu laufen. Beim Essen wirkt Regelmäßigkeit Wunder. Eine Mahlzeit essen und dann 3 bis 4 Stunden Pause machen. Zwischendurch viel Wasser oder ungesüßten Kräuter- und Früchtetee trinken. Öfter an Gemüse denken und es natürlich auch essen. Bewusst mit Fett umgehen, also fettbewusst einkaufen und beim Kochen mit Rapsöl oder Olivenöl sparsam umgehen. Auch wenn der Fleischkonsum seit Jahren stabil ist, kann eine Kontrolle des eigenen Konsums nicht schaden. Hier sind viele versteckte Fette drin.“

AOK-Versicherte, die von ihrem Arzt die Diagnose „Übergewicht“ erhalten, sind bei der Gesundheitskasse gut aufgehoben, sie können sich direkt an ihr Kundencenter wenden, das den Kontakt zur AOK-Ernährungsberatung herstellt. „Wir sind mit persönlicher Ernährungsberatung, Gruppenprogrammen oder computergestützten Gewichtreduktionsprogrammen für unsere Kunden da. Gemeinsam mit den Bewegungsfachkräften können die Kunden individuell beraten werden“, sagt Susanne Dede.