Arzneimittelrabattverträge

Arzneimittel-Rabattverträge stärken Wettbewerb

Datum: 09.06.2017

Machen Monopole Märkte krank? Definitiv ja. Verschärfen Rabattverträge Monopolisierungstendenzen im Arzneimittelmarkt? Definitiv nein. Im Gegenteil. Untersuchungen zeigen, dass die Marktkonzentration seit der 2007 erfolgten Einführung von Rabattverträgen abgenommen hat. Betrug der Marktanteil der zehn umsatzstärksten Generika-Hersteller 2006 noch bei 53 Prozent, lag er 2016 mit 49 Prozent bereits vier Prozentpunkte niedriger.

„Den Rabattverträgen die Schuld zu geben für eine angebliche Monopolisierung, heißt die Wirklichkeit komplett auf den Kopf zu stellen“, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. „Wir beobachten, dass immer wieder kleinere Arzneimittelhersteller an uns herantreten und uns neue Wirkstoffe zur Ausschreibung vorschlagen, für die es bislang noch keine Rabattverträge gibt.“ Auch ausländische Produzenten, die bislang noch nicht auf dem deutschen Markt Fuß gefasst haben, könnten sich gerade durch Neuausschreibungen positionieren.

Der von der EU-Kommission im Rahmen der Fusionskontrolle genutzte Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) bestätigt diesen Befund. Im rabattvertragsgeregelten Bereich lag die Marktkonzentration 2015 bei 639 Punkten, nur ein Jahr später bei 610 Punkten. Für Ökonomen gilt bereits ein Index unter 1.000 als niedrig. Der HHI reicht von 0 (minimale Marktkonzentration) bis 10.000 (maximale Marktkonzentration).