Cannabis-Versorgung

Cannabis: Es gibt Alternativen zu weniger gut lieferbaren Blütenprodukten

Datum: 04.09.2017

Der Arzneimittelmarkt scheint der neuen Rechtslage noch nicht ganz gewachsen: Seitdem am 10. März 2017 das "Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften in kraft getreten ist, stieg die Nachfrage nach Cannabisblüten und -extrakten stark an. Verfügten vor diesem Datum nur rund eintausend Patienten bundesweit über eine Ausnahmegenehmigung für den Erwerb von Cannabis zu medizinischen Zwecken, so hat allein die AOK Baden-Württemberg in den vergangenen sechs Monaten bereits rund fünfhundert Genehmigungen erteilt.

Der Bezug von Cannabisblüten erfolgt derzeit ausschließlich über Importe aus den Niederlanden und Kanada. Daher ist es nachvollziehbar, dass die in kurzer Zeit sehr stark gestiegene Nachfrage zu Engpässen in der Versorgung führt. Auch in Baden-Württemberg gibt es bereits einige Fälle, bei denen die ursprünglich verordneten und genehmigten Blüten nicht lieferbar sind. In solchen Fällen ermöglicht die AOK Baden-Württemberg es betroffenen Patienten, mit einem vereinfachten Genehmigungsverfahren kurzfristig auf eine alternative Blütensorte oder ein Cannabis-Arzneimittel (z. B. Dronabinol-Tropfen) auszuweichen.

Anträge auf Kostenübernahme von Cannabis-Präparaten prüft die AOK Baden-Württemberg sehr sorgfältig. Ihre bisherige Genehmigungsquote liegt aber dennoch bei rund 80 Prozent.