Entwicklung von Kindern und Jugendlichen

Gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen

In einem Pressegespräch in Berlin berichtet der AOK Bundesverband über Kindermarketing der Lebensmittelindustrie und präsentiert eine aktuelle Studie der Universität Hamburg. Laut dieser Studie kommen Kinder täglich zwischen acht und 22 Mal mit Online-Werbeaktivitäten von Lebensmittelherstellern in Kontakt. In den meisten Fällen handelt es sich um Produkte mit zu hohem Zucker-, Salz- oder Fettgehalt, die das Risiko einer kindlichen Adipositas stark erhöhen.

In Deutschland konsumieren die Menschen im Durchschnitt über alle Altersgruppen ca. 31,9 Kilogramm Weißzucker pro Jahr (Statista, 2014/2015). Der Tagesverbrauch eines Erwachsenen liegt bei ca. 90 Gramm Zucker pro Person. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt für Erwachsene und Kinder, die Zufuhr zugesetzter Zucker auf 10 Prozent der täglichen Gesamtenergiezufuhr zu beschränken. Erwachsene sollen max. 50 Gramm und Kinder max. 25 Gramm Zucker täglich konsumieren.

Weitere gesundheitliche Vorteile entstehen durch einen Zuckerverzehr von weniger als 5 Prozent der gesamten Tagesenergiezufuhrmenge. Eine Einschränkung beim Zucker, der von Natur aus in Obst, Gemüse und Milch enthalten ist, ist dagegen nicht erforderlich.

Ein hoher Zuckerkonsum steht im Zusammenhang mit Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Erwachsenen. Übergewicht geht wiederum häufig mit einem höheren Risiko einher, an Diabetes Typ II, koronaren Herzerkrankungen, Schlaganfall, Bluthochdruck oder einer Fettstoffwechselstörung zu erkranken. Ein hoher Konsum von Zuckern wird ebenfalls mit Karies bei Kindern assoziiert.

Rund 18 Prozent (ca. 19 Prozent der Jungen, ca. 17 Prozent der Mädchen) der Elf- bis 17-Jährigen sind übergewichtig oder adipös. Zwei Drittel der Männer (67 Prozent) und die Hälfte der Frauen (53 Prozent) sind übergewichtig. Ein Viertel der Erwachsenen (23 Prozent der Männer, 24 Prozent der Frauen) ist adipös.

Die AOK Baden-Württemberg setzt sich für eine gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ein. Das gelingt mit den Präventionsprogrammen „JolinchenKids“ in Kindertagesstätten und „ScienceKids: Gesundheit entdecken“ in der Schule. ScienceKids ist ein Lernangebot zur aktiven Gesundheitsbildung für die Klassen 1 – 10 (aufgeteilt in Primar und Sekundarstufe), das an die Bildungspläne in Baden-Württemberg angepasst ist. Kinder und Jugendliche lernen durch handlungsorientierte Methoden und altersgerechte Lernformen wichtige Funktionsweisen ihres Körpers kennen. Durch eigenes Ausprobieren und persönliche Erfahrungen ermöglicht ScienceKids den jungen Schülerinnen und Schülern eine konstruktive, altersgemäße Auseinandersetzung mit den Themen Ernährung und Bewegung.

Ernährungsinformation und -aufklärung von Beginn an ist auch Bestandteil des Präventionsprogramms „JolinchenKids – Fit und gesund in der Kita“: In dem ganzheitlichen Programm lernen Kinder zwischen drei und sechs Jahren spielerisch, sich ausgewogen zu ernähren, sich mehrmals täglich zu bewegen und ihr seelisches Wohlbefinden zu stärken. Das Ziel ist es, Gesundheitsbildung in die Kita zu bringen. Darüber hinaus spielt die Einbeziehung der Eltern in das Programm eine ebenso wichtige Rolle wie die Förderung der Gesundheit der ErzieherInnen.