FSME-Impfung

Wirksamer Schutz vor FSME-Erkrankung

Wer in Baden-Württemberg Joggen, Spazieren und Radfahren geht oder mit Kindern auf Wiesen spielt, kann Bekanntschaft mit Zecken machen. Aufgrund des warmen Wetters im Frühling sind die Parasiten wieder aktiv. Dr. med. Ariane Chaudhuri, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg, spricht über den Nutzen einer FSME-Impfung.

Welche Gefahren gehen von einem Zeckenstich aus?
Dr. med. Ariane Chaudhuri: "Zu den Krankheiten, die durch Zeckenstiche übertragen werden können, gehören die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Borreliose. Baden-Württemberg gehört in Deutschland zu den FSME-Risikogebieten. Der Gemeine Holzbock - die bekannteste Art der Schildzecken - kommt vorrangig im Frühjahr bis zum Herbst vor, wobei er die meiste Aktivität um den April herum und im Oktober zeigt."

Wie ist es um die Impfbereitschaft der Baden-Württemberger bestellt?
Dr. med. Ariane Chaudhuri: "Die deutschlandweiten Auswertungen des Robert-Koch-Instituts zeigen, dass die Zecken-Impfquoten gegen FSME in den letzten Jahren stagnieren oder sogar leicht abnehmen. Bis zu den Jahren 2009, 2010 konnte dagegen ein Anstieg beobachtet werden. Die ermittelte FSME-Impfquote bei den AOK-Versicherten lag nach unseren Berechnungen in Baden-Württemberg in den Jahren 2008-2014 bei ca. 21 Prozent."

Wer sollte sich impfen lassen?
Dr. med. Ariane Chaudhuri: "Da die Impfung den wirksamsten Schutz vor einer FSME-Erkrankung darstellt, sollte vor allem in Risikogebieten wie z. B. Baden-Württemberg jeder Einzelne die Risiken und Nutzen einer FSME-Impfung sorgfältig abwägen. Sinnvoll ist die Impfung besonders für Personen, die sich in einem Risikogebiet viel im Freien bewegen. Für jeden, der sich in der Natur bewegt, sind allgemeine Schutzmaßnahmen vor Zeckenstichen sinnvoll. Schon entsprechende Kleidung, also zum Beispiel lange Hosen, bietet einen gewissen Schutz. Außerdem sollte man nach dem Aufenthalt im Freien den Körper gründlich nach Zecken absuchen und gegebenenfalls entfernen. Das ist auch für Geimpfte wichtig. Denn vor Borreliose schützt die FSME-Impfung nicht."

Kann es durch die FSME-Impfung zu Nebenwirkungen kommen?
Dr. med. Ariane Chaudhuri: "Wie bei jeder Behandlung kann es auch bei der FSME-Impfung zu Nebenwirkungen kommen. Diese klingen in der Regel innerhalb von einigen Tagen wieder ab und werden vor allem nach der ersten Impfung beobachtet. Laut Robert-Koch-Institut wurden keine schwerwiegenden oder lebensbedrohlichen Nebenwirkungen bei FSME-Impfung in verschiedenen Zulassungsstudien beobachtet."