Gastbeitrag: Annelina Waller

Fit Food Trends die glücklich machen?

Wenn es da doch nur ein Lebensmittel gäbe, das uns gesund, glücklich und schlank hält, dann wäre das der Jackpot oder? Vielleicht wäre es aber auch ziemlich langweilig.
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Gastbeitrag von Annelina Waller
Autorin und Food-Bloggerin Annelina Waller beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Themen Emotionen und Essen – sie ist der Meinung: Essen macht glücklich. Über 70.000 Follower versorgt Annelina täglich mit neuen Rezepten und Ideen zu Raw Food, Vegan- und Veggie-Ernährung sowie ihrem großen Hobby: den Buddha Bowls. http://foodwithoutregrets.com/
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Genial und auch einfach geht es aber trotzdem, mit den aktuellen Fit Food Trends, die geschickt in die Mood Food Theorie und zuckerarme Ernährung passen. Dem negativen Beigeschmack von Trend möchte ich an dieser Stelle auch gleich mal entgegen wirken. Die Fit Food Trends sind eigentlich alt bekannt und lang bewährte Lebensmittel aus aller Welt, die wieder mehr und mehr ihre Blüte in der Gesundheits- und Fitnessküche finden. Einige dieser Lebensmittel sind tatschlich neu, einige neu in Deutschland und einige wie neu auferstanden.

Damit sind die  Fit Food Trends eine Art Allrounder, die durch die kalifornische Küche an Berühmtheit gewonnen haben. Die kalifornische Küche – Californication -  dort wo das Meiste groß und alles fusioniert wird, dort traf auch ich sie, die Fit Foods. Schauen wir uns nun die Leistungssteigerer – um von dem Trendwort zum altbewährten Wort „Power Food“ zurück zu kehren - genauer an und stellen wir die Heimischen den Importierten gegenüber.

Heimische Rich/Fit FoodsImportierte Rich/Fit  Foods
Pseudogetreide
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Buchweizen, Hirse
Pseudogetreide
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Canihua, Amaranth, Quinoa
Hülsenfrüchte
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Rote Linsen, Lupinen, Erbsen
Hülsenfrüchte
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Edamame, Mungobohnen, Kichererbsen
Gemüse
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Rote Beete, Brokkoli, grünes Blattgemüse
Gemüse
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Algen, Ingwer, Sprossen
Obst
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Heidelbeeren, Himbeeren, schwarze Johannisbeeren
Obst
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Banane, Papaya, Grapefruit
Fettebesser „Nüsse und Samen“
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Leinsamen, Walnüsse, Kürbiskerne
Fette besser „Nüsse und Samen“
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Chia, Hanf, Kokos

Sehen wir diese Lebensmittel nun so aufgelistet, sind wir hier auf der ziemlich sicheren Seite, unseren Körper nicht mit übermäßigem Zucker zu konfrontieren.

Repräsentative Forsa-Umfrage der AOK Baden-Württemberg

Ebenso wie eine erhöhte Fettaufnahme kann die erhöhte Zuckeraufnahme zu Übergewicht und Krankheitsrisiken führen. Das passt so ganz und gar nicht ins Fit Food und Mood Food Konzept. Wie eine repräsentative Forsa-Umfrage der AOK Baden-Württemberg zum Zuckerkonsum zeigt, ist die Hälfte der Baden-Württemberger der Meinung, „dass die Lebensmittelindustrie nicht ausreichend über den Zuckergehalt in ihren Produkten informiert“.  „56 Prozent der Befragten kritisieren die Angaben auf Verpackungen als unzureichend“.

Zuckerarme bis zuckerfreie Alternativen bieten uns pflanzenbasierte Nahrungsmittel, sprich Nahrungsmittel, die wir so in der Natur vorfinden, und die nicht verändert werden. Dazu gehören unsere oben dargestellten Rich Foods. Jedoch auch hier müssen wir immer wieder einen Blick auf die Zutaten werfen. Dass sich Zucker in Lebensmitteln wie Pizza, Müsli, Fruchtjoghurt, Brotbelägen versteckt, wissen die Meisten, bei verzehrfertigen Hülsenfrüchten wie Kichererbsen horchen jedoch viele auf.

Bei fertigen Produkten aus dem Glas oder der Dose lohnt es sich auf die Zutatenliste zu schauen. Die meisten verzehrfertigen Hülsenfrüchte sind mit Zucker versetzt. So kommt man schnell über den von der WHO empfohlenen Wert des Zuckerverzehrs. Am einfachsten machen wir es uns, wenn wir die Hülsenfrüchte selbst zubereiten oder die im Glas in Bioläden kaufen. Teilweise finden wir auch zuckerfreie Varianten in Discountern und Supermärkten.

Chefhormon, wenn es um Glücksmomente geht

Was hat es nun mit dem Mood Food auf sich und warum passt es so gut ins Fit Food Konzept? Mood Foods  sind nach Meinung mancher Ernährungsfachleute bestimmte Nahrungsmittel, die wie das Wort schon verrät, unsere Stimmung erhellen können. Dazu ist der Neurotransmitter Serotonin, auch als Glückshormon bekannt, nötig. Er ist im Grunde unser Chefhormon, wenn es um Glücksmomente geht. Serotonin kann jedoch nicht einfach durch Nahrungsmittel aufgenommen, sondern muss im Körper produziert werden. Dazu wird eine Aminosäure benötigt, L-Tryptophan.

L-Tryphtophan ist sozusagen der Vorreiter und der Schlüsselbaustein des Serotonins. Ziel ist, möglichst viele L-Tryptophanreiche Lebensmittel aufzunehmen. Da L-Tryptophan eine Aminosäure ist, machen wir das mit eiweißreichen Lebensmitteln. Jedoch gibt es unter den eiweißreichen Lebensmitteln auch viele, die Eiweiße enthalten, die mit dem L-Tryptophan konkurrieren. Das L-Trypthophan hat es so schwieriger ins Gehirn zu gelangen und das Serotonin anzuregen. L-Tryptophan befindet sich vorwiegend in Hülsenfrüchten wie Sojabohnen, Linsen und weiteren Hülsenfrüchten, Amaranth, Quinoa, Hafer, Datteln, Nüsse. Konkurrierende Eiweiße sind besonders in tierischen Lebensmitteln wie beispielsweise Fleisch enthalten.

Ein weiterer Stimmungsdrücker kann raffinierter Zucker sowie künstliche Süßstoffe sein. Zucker lässt den Insulinspiegel rasch ansteigen, dadurch fällt der Serotoninspiegel und damit geht auch unsere Stimmung in den Keller. Alternative Zuckerarten, die eine deutlich geringere Wirkung auf unseren Insulinspiegel haben, sind beispielsweise Kokosblütenzucker, Datteln, Reissirup, Melasse. Ich greife gerne auch auf frisches Obst wie Äpfel, Birnen und Bananen beim Backen oder auch so zurück.

Meine Rich Foods sind also gleichzeitig auch meine Fit Foods. Diese in Schüsseln kombiniert, sind meine Schüsseln voller Glück. Kombinieren wir diese miteinander, entstehen „Schüsseln“ voller Glück 

Glückskombination:

  • Komplexe Kohlenhydrate in Kombination mit pflanzlichen Eiweißen, Fetten, Ballaststoffen

Besondere Glücksbomben:

  • Nüsse, speziell Cashews
  • Hülsenfrüchte und Bohnen, speziell Soja
  • Samen, speziell Amaranth, Quinoa, Hafer, Hirse, Sesam
  • Obst, speziell Bananen, Ananas, getrocknete Datteln
  • Sonstiges: Chili, Kakao

Und so geht’s – ein Beispiel für den perfekten Tag

Schlagen wir drei Fliegen mit einer Klappe, indem wir uns zuckerarm, mit reichlich Pflanzen und Mood Foods ernähren:

  • Zum Frühstück starten wir mit einer Glücksschüssel bestehend aus Obst, vielen Samen und Saaten wie Sesam, Mandeln, Cashews und einem Soja-oder Kokosnussjoghurt ohne Zucker! Ausreichend Süße steckt bereits im Obst. So wird der Serotoninspiegel in einem sehr hohen Bereich gehalten.
  • Weiter geht’s Mittags mit einer großen Salat Bowl, Hülsenfrüchten wie Kichererbsen, leichten Kohlenhydraten wie Kartoffeln und einem zuckerfreien Cashew- oder Avocadodressing.
  • Über das Mittagstief kommen wir mit einer Banane mit Nussmus oder Datteln mit Kakaonibs oder dunkler Schokolade
  • und Abends gönnen wir uns einen Linsen-Kürbiseintopf mit Süßkartoffeln und Auberginen. 

Durch die zuckerarme Ernährung schaffen wir es auch einfacher das Mittagstief zu bewältigen, die Fit Foods halten uns aktiv und die Mood Foods machen uns glücklich. Alles in allem können wir das in einer Schüssel voll Glück vereinen und schlagen drei Fliegen mit einer Klappe.

Meine Erfolgsformel zum Glück:

Essen wir mehr Pflanzen, bleiben wir langfristig glücklich und tun auch unseren Nachfahren noch etwas Gutes.

Herzlichst,
Annelina Waller