Gastbeitrag: Zuckerfallen

Wie Sie Zuckerfallen erkennen und Ihren Zuckerkonsum reduzieren

Mit 56 Prozent kritisiert über die Hälfte der Befragten einer von der AOK Baden-Württemberg in Auftrag gegebenen repräsentativen Forsa-Umfrage, dass die Nahrungsmittelindustrie nur unzureichend über den Zuckergehalt in ihren Produkten informiert. Damit sich der Verbraucher aber einfacher über den Zuckerkonsum informieren könne, stehe die Lebensmittelindustrie in der Verantwortung, den Zuckergehalt klar erkennbar auf ihren Produkten auszuweisen, fordert die Fachbereichsleiterin Gesundheitsförderung bei der AOK Baden-Württemberg, Jutta Ommer-Ohl.

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Gastbeitrag von Hannah Frey
Unsere Gastautorin ist Gesundheitswissenschaftlerin aus Leidenschaft und das Gesicht des Projekts: Gesund leben. Sie bloggt über Clean Eating, Fitness und Entspannung.
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Diese Forderung kann ich nur unterstreichen. Zwar schauen bereits 83 Prozent der Baden-Württemberger zumindest gelegentlich vor dem Kauf nach, wie viel Zucker industriell hergestellte Nahrungsmittel enthalten. Vielen ist jedoch nicht bewusst, dass Zucker auch als Glukose, Saccharose, Maltose oder Magermilchpulver deklariert wird. Häufig ist dem Verbraucher auch gar nicht bewusst, welchen Nahrungsmitteln Zucker zugesetzt wurde – wer rechnet schon damit, dass beispielsweise Wurst häufig Zucker (Dextrose) enthält? Diese zugesetzten Zucker sollten gemieden werden – der Blick auf die Zutatenliste ist deshalb wichtig. Denn der erste Schritt, den eigenen Zuckerkonsum im Alltag zu reduzieren, ist zu analysieren, wie viel man überhaupt verzehrt und wann man in die Zuckerfalle tappt.

Der Blick auf die Nährwerttabelle ist wichtig

Beim Blick auf die Verpackung eines Nahrungsmittels muss grundsätzlich zwischen der Zutatenliste („Zutaten“) und der Nährwerttabelle („Durchschnittliche Nährwerte“) unterschieden werden. In der Zutatenliste werden alle enthaltenen Zutaten eines Nahrungsmittels in absteigender Reihenfolge aufgelistet. Je weiter eine Zutat in der Zutatenliste vorne steht, desto mehr ist davon im jeweiligen Nahrungsmittel enthalten. Häufig werden verschiedene Zuckertypen wie Maltose oder Fruktose in einem Nahrungsmittel kombiniert. Der Grund ist ganz einfach: Alle im Nahrungsmittel enthaltenen Zutaten müssen in absteigender Reihenfolge in der Zutatenliste aufgeführt werden.

Je weiter vorne eine Zutat in der Zutatenliste steht, desto mehr ist davon enthalten. Enthält ein Nahrungsmittel also mehr Zucker als andere Zutaten, muss er an erster Stelle der Zutatenliste stehen. Werden jedoch verschiedene Süßungsmittel verwendet, rutschen diese in der Zutatenliste weiter nach hinten – was vielen Verbrauchern nicht auffällt. Der Blick auf die Nährwerttabelle ist deshalb im Hinblick auf zugesetzten Zucker wichtiger. Denn anhand dieser können Sie feststellen, ob einem Produkt zusätzlich Zucker zugesetzt wurde. In der Nährwerttabelle wird angegeben, wie viel Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker, Eiweiß und Salz pro 100 g bzw. 100 ml ein Nahrungsmittel enthält. Wenn Sie in der Zutatenliste keinen Zucker ausfindig machen konnten, in der Nährwerttabelle aber dennoch Zucker angegeben ist, bedeutet dies, dass Zucker natürlicherweise in diesem Nahrungsmittel vorkommt (beispielsweise der Milchzucker in Joghurt oder die Stärke in Getreide).

Der beste Weg, den eigenen Zuckerkonsum weiter zu reduzieren ist aber, sich so natürlich wie möglich zu ernähren. Durch den Griff zum Kochlöffel und dem grundsätzlichen Entschluss, mit frischen und möglichst unverarbeiteten Lebensmitteln zu kochen, kann der Zuckerkonsum um ein Vielfaches reduziert werden. Dies gilt auch für’s Backen: Bei Kuchen, Keksen und Co. kann beispielsweise die im Rezept angegebene Zuckermenge deutlich reduziert werden. Auch Alternativen wie Trockenfrüchte, Bananen oder Honig können als alternative Süßungsmittel eingesetzt werden – aber auch gesünderes Gebäck und Süßigkeiten sollten als eben solche betrachtet und nur in Maßen genossen werden.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß und Erfolg auf dem Weg in ein zuckerreduziertes Leben!

Herzlichst,
Hannah Frey