Herzinsuffizienz

Bewegung hilft auch nach dem Infarkt

Datum: 29.09.2017

„Typische Anzeichen einer Herzschwäche sind Kurzatmigkeit, Luftnot und Husten, insbesondere bei körperlicher Anstrengung“, erklärt Privatdozentin Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg. „ Als weitere Symptome nennt die Ärztin Erschöpfung und Abgeschlagenheit, schnellen oder unregelmäßigen Herzschlag, rasche Gewichtszunahme aufgrund von Wassereinlagerungen, häufiges nächtliches Wasserlassen, Konzentrationsprobleme, blasse Haut sowie kalte Hände und Füße.

Eine Herzschwäche liegt vor, wenn das Herz nicht mehr genügend Blut durch den Körper pumpt. In der Folge werden etwa Organe oder Muskeln nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Fast immer handelt es sich bei der Herzschwäche um eine Erscheinung, die im Alter auftritt. Betroffen ist jeder dritte Versicherte ab dem 85. Lebensjahr. Häufig  gehen der Herzinsuffizienz andere Erkrankungen voraus, etwa hoher Blutdruck, Diabetes, Arterienverkalkung oder Herzrhythmusstörungen. In vier von fünf Fällen wird die Herzschwäche durch eine koronare Herzerkrankung verursacht, also durch verengte Herzkranzgefäße oder einen Infarkt.

Vorbeugen durch Bewegung und Rauchstopp
Wie allen Herz-Kreislauf-Erkrankungen lässt sich auch der Herzinsuffizienz vorbeugen. „Dabei ist regelmäßige Bewegung abgesehen vom Verzicht auf Nikotin die wichtigste Maßnahme“, sagt Knapstein. Es gelte zudem, starkes Übergewicht zu vermeiden und die Aufnahme von Kochsalz zu reduzieren. „Außerdem sollte bei schwerer Herzinsuffizienz die tägliche Trinkmenge auf 1,5 bis 2 Liter reduziert werden“, rät die Ärztin.

Ob es um die Diagnose geht oder ums Krankheitsmanagement, für eine optimale individuelle Versorgung der Betroffenen ist nach Knapsteins Ansicht die enge Zusammenarbeit von Hausarzt und Kardiologe unabdingbar: „Zu ihrem Behandlungsprogramm gehört es, die Ursache zu behandeln, den Patienten leitliniengerecht mit Medikamenten zu versorgen und ihn hinsichtlich seiner Lebensführung zu beraten.“ Diese Koordination erfolgt bei der AOK Baden-Württemberg im Rahmen des Facharztprogramms Kardiologie, das neben vorausschauenden Kontrollen auch eine regelmäßige ambulante Herzultraschallkontrolle vorsieht.

Immer in Bewegung bleiben
Nachdrücklich weist die AOK-Ärztin darauf hin, dass sich auch bereits an einer Herzschwäche leidende Menschen weiter regelmäßig bewegen sollten: „Herzinsuffizienzpatienten werden zu moderater körperlicher Aktivität ermuntert, bei Bedarf im Rahmen eines kardialen Trainingsprogramms.“ Das körperliche Training werde auch über eine Rehabilitationsmaßnahme hinaus fortgesetzt und mit ambulanten Nachsorgemaßnahmen unterstützt. Knapstein ergänzt: „Trainingsprogramme erfolgen in der Regel bevorzugt in Sportgruppen für herzkranke Patienten, etwa in Koronarsportgruppen oder in anderen medizinisch orien-tierten Sportgruppen unter Anleitung von Trainern. Bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz erfolgt das Training unter ärztlicher Aufsicht.“

 

Weitere Informationen zum Facharztprogramm der AOK Baden-Württemberg: bw.aok.de/inhalt/aok-facharztprogramm/