Höchstpreisregelung

Medikamente auf Rezept: Preisbindung kippen

Datum: 30.08.2017

Apotheken gehören zu den wichtigen Grundpfeilern der gesundheitlichen Grundversorgung. Dieser Aufgabe kommen sie in der Wahrnehmung der Versicherten überzeugend nach. Eine aktuelle Untersuchung von Apothekenverbünden, die Focus Money mit dem Beratungshaus ServiceValue durchgeführt hat, zeigt: 94 Prozent der befragten Kunden fühlen sich dort gut aufgehoben. Das mag auch mit der zuverlässigen Verfügbarkeit rezeptpflichtiger Medikamente zusammenhängen. Laut einer forsa-Befragung im Auftrag der AOK Baden-Württemberg, können sie, selbst wenn die Apotheke sie nicht vorrätig hat und deshalb bestellen muss, in 99 Prozent der Fälle am gleichen oder folgenden Tag abgeholt werden.

Auch wenn das Gesamturteil der Apothekenverbünde sehr positiv ausfällt, vor allem mit Blick auf den Wettbewerb um die besten Angebote besitzt der Apothekenmarkt in Deutschland Nachholbedarf. Das „Preis-Leistungs-Verhältnis“ wurde von allen Kategorien bei der Focus Money-Erhebung am kritischsten bewertet. Für die Apotheken, aber auch den Gesetzgeber besteht Handlungsbedarf. Insbesondere im Bereich verschreibungspflichtiger Medikamente gilt es, im Interesse der Versicherten verkrustete Strukturen aufzubrechen. Regionale Verträge zwischen Apotheken und Krankenkassen in Verbindung mit einer Höchstpreisregelung statt der bestehenden starren Preisbindung wären das richtige Mittel, den Wettbewerb positiv zu beflügeln. So ließe sich für die Solidargemeinschaft der Versicherten die Wirtschaftlichkeit weiter verbessern – und das bei gleicher Qualität. Dies würde den ansässigen Apotheken übrigens auch zusätzliche Spielräume schaffen, sich weiterhin im Wettbewerb gegen Versandhändler zu behaupten.

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