Tinnitus - Wenn´s im Ohr klingelt und pfeift

Plötzlich ist er da, der fiepende Quälgeist im Ohr und nistet sich dauerhaft dort ein. Tinnitus ist ein Phänomen, unter dem viele Menschen leiden.

»Ein Blick auf die vergangenen fünf Jahre zeigt nur wenig Veränderungen. Mal sind es ein paar Versicherte mehr, mal ein paar weniger, die wegen Ohrgeräusche behandelt werden«

Klaus Jeitner, KundenCenterleiter in Villingen-Schwenningen

Datum: 19.10.2021 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Schwarzwald-Baar-Heuberg

In der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg zählt die AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg im letzten Jahr 6.421 Versicherte, die wegen Tinnitus in medizinischer Behandlung waren. „Der Anteil der Versicherten mit Tinnitus ist relativ konstant“, erklärt Klaus Jeitner, Leiter des AOK KundenCenters in Villingen-Schwenningen. „Ein Blick auf die vergangenen fünf Jahre zeigt nur wenig Veränderungen. Mal sind es ein paar Versicherte mehr, mal ein paar weniger, die wegen dieser Ohrgeräusche behandelt werden“.

 

Frauen liegen in der Statistik knapp vor den Männern. Die meisten Betroffenen sind zwischen 50 und siebzig Jahr alt – allerdings ist ein Tinnitus nicht unbedingt eine Frage des Alters. Auch deutliche jüngere Menschen kennen die nervenden Ohrgeräusche. „Die Geräusche werden oft als Pfeifen, Zischen, Rauschen oder Brummen beschrieben“, weiß der AOK-Mediziner Hans-Peter Zipp. Die gute Nachricht: „Nur selten ist ein Tinnitus Anzeichen einer ernsten Erkrankung“. Stress, Angst, Belastungsreaktion oder auch Medikamente werden oft als Ursache angenommen, doch ist die genaue Entstehung noch nicht abschließend geklärt. „Bekannt ist aber, dass die Ohrengeräusche durch eine fehlerhafte Informationsverarbeitung im Hörsystem zustande kommen“, so Zipp. Die Medizin unterscheidet auch zwischen einem objektiven Tinnitus, der durch wenn auch leise, aber messbare Schallquellen verursacht wird. Deutlich häufiger ist aber der subjektive Tinnitus. „Dieser ist auf eine Täuschung des Hörorgans zurückzuführen, das Geräusch ist nicht messbar“. Dafür kennen die Mediziner eine ganze Reihe möglicher Ursachen: Schwerhörigkeit, Lärm, Knalltraumata, Hörsturz, Ohrschmalz oder auch ein Fremdkörper im Ohr oder eine Belüftungsstörung der Ohrtrompete können die Gründe sein. Aber auch Erkrankungen des Herzkreislauf- bzw. zentralen Nervensystems, Funktionsstörungen von Zähnen und Kiefer oder der Halswirbelsäule und emotionale Belastung können Auslöser für subjektiven Tinnitus sein.

 

Tinnitus kann unter anderem Konzentrationsstörungen, negative Gedanken, die Wahrnehmung des Verlustes von Kontrolle, Hilflosigkeit und Zukunftsangst bewirken. Der Leidensdruck ist unterschiedlich – den einen stört es kaum, ein anderer erfährt eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität. „Wenn die Ursache bekannt und behandelbar ist, kann der Tinnitus verschwinden. Für einige Menschen bleibt er allerdings ein lebenslanger Begleiter“, erklärt der AOK-Mediziner.

 

Zipp empfiehlt sich vor lauten Geräuschen und Freizeitlärm zu schützen und gegebenenfalls Ohrstöpsel zu tragen. Eine Arzneimitteltherapie steht nicht zur Verfügung, dennoch sind Betroffene einem Tinnitus nicht schutzlos ausgeliefert: „Sie können Strategien entwickeln, um mit den Ohrgeräuschen besser zurechtzukommen. Dazu zählen Stille meiden, möglichst gelassen bleiben und Stress abbauen“.

 

Tipp:

 

Bei der Selbsthilfegruppe „Tinnitus und Morbus Menière“ in Bad Dürrheim erfährt man gegenseitige Hilfe zur Selbsthilfe.

 

Treffen: jeden 2. Dienstag im Monat, 19.00 Uhr, Vitalklinik Schloss-Klinik Sonnenbühl, Hammerbühlstraße 4, 78073 Bad Dürrheim

 

Kontakt: Werner Schaumann, Telefon: 07721 54223, E-Mail: wernerkarlschaumann@t-online.de

 

 

 

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Angelika Sönnichsen

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