Ortenau: AOK rät, Angebote zur Brustkrebsvorsorge zu nutzen

Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen. Schätzungen zufolge erkranken in Deutschland jedes Jahr knapp 70.000 Frauen daran – und rund 750 Männer. Auch wenn die genauen Ursachen dafür nach wie vor nicht bekannt sind, Vorsorgemöglichkeiten gibt es. Die AOK Südlicher Oberrhein erinnert im Brustkrebsmonat Oktober daran, diese Früherkennungsangebote zu nutzen.

Datum: 20.10.2021 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Ortenau

„Im vergangenen Jahr wurden in der Ortenau 139 AOK-versicherte Frauen und 4 Männer wegen einer Brustkrebserkrankung stationär oder ambulant versorgt“, berichtet Norbert Limberger, Leiter des AOK-Kundencenternetzwerks in der südlichen Ortenau. Ein Jahr zuvor zählte die AOK in der Ortenau 200 betroffene Versicherte. Eine Erklärung für diese Rückgang könnte sein, dass in der Pandemie aus Furcht vor einer Ansteckung auf Arztbesuche verzichtet wurde – auch Krebsvorsorgeuntersuchungen wurden teilweise nicht in Anspruch genommen (so gab es 2020 beim Mammografie-Screening bundesweit einen Rückgang von 8,1 Prozent). „Das lässt den Schluss zu, dass im Jahr 2020 möglicherweise weniger Erstdiagnosen gestellt wurden und die Behandlungszahlen damit niedriger ausgefallen sind“, vermutet Limberger. Am gesamten südlichen Oberrhein wies die Statistik 2020 339 Patientinnen aus, in Baden-Württemberg 4.404 AOK-Versicherte“. Die Erkrankung tritt mit zunehmendem Alter immer häufiger auf.

 

Wie bei den meisten anderen Krebsarten können auch bei Brustkrebs die Ursachen nicht identifiziert werden. Bekannt sind allerdings einige Risikofaktoren, die zur Entstehung beitragen können. „Dazu zählen unter anderem das Lebensalter der Frau, die hormonelle Situation, Übergewicht, genetische Veranlagung, Bewegungsmangel, Alkoholkonsum und das Rauchen“, klärt AOK-Ärztin Gudula Kirtschig. „Einfluss auf das Risiko hat auch, ob und in welchem Alter Frauen Kinder bekommen, die Zahl der Kinder und ob und wie lange sie die Kinder stillen“.

 

Ein höheres Risiko tragen auch Frauen in Wechseljahren mit Übergewicht. Das Fettgewebe bildet Hormone, die zu einem Anstieg des Östrogenspiegels beitragen. Auch eine Hormonersatztherapie könne bei längerer Anwendung nach den Wechseljahren das Krebsrisiko erhöhen.

 

Zur Vorbeugung kann ein gesunder Lebensstil beitragen sowie das Vermeiden von Risiken, die eine Frau selbst beeinflussen kann. „Je früher Brustkrebs entdeckt wird, desto besser kann er behandelt werden und umso größer ist die Chance auf Heilung“, so die Medizinerin. Sie rät Frauen, einmal im Monat Brüste sowie Lymphknoten in den Achselhöhlen, am Brust- und am Schlüsselbein selbst abzutasten und auf Veränderungen zu achten. In Deutschland gibt es ein gesetzliches Programm zur Krebsfrüherkennung, zu dem auch Angebote zur Früherkennung von Brustkrebs gehören. Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren erhalten alle zwei Jahre eine Einladung zur Mammografie-Untersuchung – einer Röntgenuntersuchung der Brust. „Die Teilnahme an der Krebsfrüherkennung ist selbstverständlich freiwillig“. Die Ärztin empfiehlt, sich vom Arzt oder der Ärztin sich über die Vorteile und Risiken der Untersuchungen beraten zu lassen.

 

Die Behandlungsmöglichkeiten bei Brustkrebs sind vielfältig und reichen von Operation bis zur Chemotherapie und Bestrahlung – je nach Größe und Ausbreitung des Tumors, seinen feingeweblichen und genetischen Eigenschaften sowie der individuellen Situation der Patientin. „Es ist sinnvoll, sich über die Vor- und Nachteile der jeweils individuellen Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. Dabei sind die Aspekte Wirksamkeit, mögliche Belastungen durch die Behandlung sowie kurz- und langfristige Folgen von besonderer Bedeutung“. Auf Wunsch der Patientin begleiten Sozialpädagoginnen der AOK Südlicher Oberrhein mit der Zusatzqualifikation als Psychoonkologinnen Versicherte mit Brustkrebs. Die AOK weist außerdem darauf hin, dass bei Unsicherheit eine zweite ärztliche Meinung sinnvoll sein kann.

 

www.krebshilfe.de

 

Frank Kölble

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