Mediaportal AOK Baden-Württemberg http://example.com Mediaportal AOK Baden-Württemberg-RSS-Beschreibung de-de Mediaportal AOK Baden-Württemberg Sat, 28 Nov 2020 13:44:52 +0100 Sat, 28 Nov 2020 13:44:52 +0100 Mediaportal AOK Baden-Württemberg news-4059 Wed, 25 Nov 2020 20:46:19 +0100 Arzneimittelhersteller bremsen Antibiotika-Ausschreibung der AOK aus https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/arzneimittelhersteller-bremsen-antibiotika-ausschreibung-der-aok-aus.html Johannes Bauernfeind ist von Reaktionen aus der Pharmaindustrie enttäuscht „Wenn es nur nach den öffentlichen Bekenntnissen geht, sind sich derzeit alle Akteure des Arzneimittelmarkts einig, dass internationale Abhängigkeiten der Lieferketten reduziert werden sollten, um künftige Lieferengpässe – besonders bei lebenswichtigen Arzneimitteln wie Antibiotika – auszuschließen“, konstatiert Johannes Bauernfeind, „doch wenn es konkret wird, sieht das leider ganz anders aus.“ Der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg und Federführer der AOK-Gemeinschaft für die bundesweiten Generikaverträge zeigt sich enttäuscht von Reaktionen pharmazeutischer Unternehmen, die derzeit mit rechtlichen Schritten gegen eine von der AOK Mitte September veröffentlichte Sonderausschreibung für Antibiotikawirkstoffe vorgehen. Die Ausschreibung berücksichtigt auch besonderes Engagement für Liefersicherheit und Umweltschutz. Zwar gebe es auch eine ganze Reihe von Bietern, die grundsätzlich als künftige Vertragspartner der Sondertranche in Frage kämen, erklärt Bauernfeind, „doch wir dürfen erst dann Zuschläge erteilen, wenn die Nachprüfungsanträge vom Tisch sind, mit denen momentan Unternehmen gegen unsere Ausschreibungskriterien vorgehen. Das Aberwitzige daran: Es sind genau jene Kriterien, für die sich insbesondere die Arzneimittellobby seit Jahren stark macht!“

 

Die AOK-Gemeinschaft hatte im September unter der Bezeichnung „Z1“ fünf Antibiotikawirkstoffe gesondert ausgeschrieben. Mit sogenannten Nachprüfanträgen sind inzwischen vier pharmazeutische Unternehmen gegen das Ausschreibungsdesign der Sondertranche vorgegangen, was bis zum Entscheid durch die Vergabekammer Bonn der AOK die Möglichkeit nimmt, Zuschläge zu vergeben. „Im Design der Ausschreibung haben wir die Zuschlagskriterien so erweitert, dass robustere Lieferketten und Umweltschutzaspekte zum Tragen kommen, und nicht einfach nur der günstigste Anbieter das Rennen macht. Zudem schreiben wir im Mehrpartnermodell aus.“ Die AOK habe damit alle Vorschläge aufgegriffen, die Vertreter der Politik und diverser Interessenverbände der Pharmahersteller regelmäßig propagierten, um die Abhängigkeit von fernöstlichen Herstellungsorten zu reduzieren, wo sich insbesondere die Wirkstoffproduktion konzentriere.

 

Die aktuelle Situation nennt AOK-Chef Bauernfeind zumindest befremdlich: „Wir als Krankenkasse müssen uns jetzt gerichtlich gegen die Pharmaindustrie für deren Forderungen verkämpfen. Wir setzen uns also für die Durchsetzung von Kriterien ein, die die Industrie uns jahrelang abverlangt hat. Nur mit dem Unterschied, dass die Industrie jetzt von uns fordert, diese Kriterien wieder zurückzunehmen.“ Für die AOK sei das ein klares Zeichen dafür, worum es den Herstellern wirklich gehe: Um die Beibehaltung des Status quo. „Die Hersteller ziehen es schon seit den 1970er- und 1980er-Jahren vor, in Fernost zu produzieren, und sie tun es wegen für sie weniger strenger Umweltschutzauflagen, möglicher Kosteneinsparungen und weniger restriktiver Auflagen des Arbeitsschutzes bis heute.“

 

In ihrer Sonderausschreibung bevorzugt die AOK unter anderem Unternehmen, die an ihren jeweiligen Standorten verantwortungsvoll mit Fabrikationsabwässern umgehen. „Damit möchten wir Einfluss nehmen auf die Produktionsbedingungen von Antibiotika“, sagt Johannes Bauernfeind. Umweltschutzverbände und Vertreter hatten in der Vergangenheit wiederholt auf die Verunreinigung von Gewässern an den fernöstlichen Standorten einiger Antibiotikahersteller hingewiesen. Bauernfeind warnt: „Wenn der nachlässige Umgang mit Produktionsrückständen dazu führt, dass sich multiresistente Keime durch Industrieabwässer ausbreiten können, steht die Wirksamkeit von Antibiotika auf dem Spiel. Wer das riskiert, beschwört Gefahren herauf, deren Auswirkungen extrem sein können!“

 

Falls sich robustere Lieferketten und umweltfreundliche Produktionsbedingungen vertragsrechtlich nicht durchsetzen ließen, so Baden-Württembergs AOK-Chef abschließend, sei die Politik gefordert, Maßnahmen für mehr Verlässlichkeit in der Arzneimittelproduktion in die Wege zu leiten. Vorerst werde sich die AOK gegebenenfalls auch noch in zweiter Instanz für ihr nachhaltigeres Ausschreibungsdesign einsetzen. Bauernfeind: „Wir haben ein durchdachtes Konzept vorgelegt, an dem sich andere Kassen, die Vertreter der Politik sowie verantwortungsbewusste pharmazeutische Unternehmen orientieren können. Ich bin mir sicher, dass es sich mittelfristig behaupten wird.“

 

 

Der AOK-Bundesverband diskutiert am 26.11.2020 das Thema „Versorgungssicherheit mit Arzneimitteln – eine gesamteuropäische Herausforderung“ in einer Online-Veranstaltung im Rahmen der europäischen Ratspräsidentschaft:

 

AOK im Dialog


 

 

 

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news-4022 Wed, 11 Nov 2020 09:40:33 +0100 AOK-RückenKonzept reduziert Schmerzen und Kosten https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-rueckenkonzept-reduziert-schmerzen-und-kosten.html Das Programm der AOK Baden-Württemberg führt zu sieben Arbeitsunfähigkeitstagen weniger pro Jahr Das AOK-RückenKonzept ist nachweislich effektiv bei Rückenschmerzen und schmerzbedingten Funktionseinschränkungen, senkt die Krankheitskosten und führt im Durchschnitt zu sieben Arbeitsunfähigkeitstagen weniger pro Jahr. Bei den Teilnehmern des Trainings verbessern sich alle Schmerz- und Funktionsparameter. Zu diesem Ergebnis kommt eine Evaluation der Präventionsmaßnahme, die neben anderen Ergebnissen im Qualitätsbericht Prävention 2020 der AOK Baden-Württemberg aufgeführt wird. „Das AOK-RückenKonzept ist deshalb ein gutes Beispiel für gelungene Prävention. Analysen des AOK-RückenKonzepts zeigen, dass das spezifische Training der wirbelsäulenstabilisierenden Muskulatur und der mit 36 Trainingseinheiten hohe Trainingsumfang über ein halbes Jahr die Erfolgsfaktoren sind“, sagt Jutta Ommer-Hohl, Fachbereichsleiterin Gesundheitsförderung bei der AOK Baden-Württemberg.

 

Rückenschmerz ist eine Volkskrankheit - allein in Baden-Württemberg leiden über 700.000 AOK-Versicherte unter chronischen, unspezifischen Rückenschmerzen. „Neben der ärztlichen Behandlung und Physiotherapie können auch Präventionsmaßnahmen wie beispielsweise das AOK-RückenKonzept gegen Rückenschmerzen helfen“, sagt Jutta Ommer-Hohl. Eine Evaluation zeigt nun erstmals, in welchem Maße das wissenschaftlich fundierte Trainingsprogramm Schmerzen, Krankheitskosten und bei Arbeitnehmern Krankheitstage reduziert: Die Rückenschmerzen der Teilnehmer verringern sich im Durchschnitt um 38 Prozent und der Anteil derjenigen mit mittleren bis starken Funktionseinschränkungen halbiert sich. Das Programm erweist sich außerdem als kostensparend bei Menschen mit chronischen Rückenschmerzen mit einer hohen schmerzbedingten Funktionseinschränkung und sorgt so für Einsparungen von 4.543 Euro innerhalb von zwei Jahren. Für Arbeitnehmende führt eine Teilnahme am AOK-RückenKonzept zudem durchschnittlich zu sieben Arbeitsunfähigkeitstagen weniger pro Jahr.

 

Das Trainingsprogramm beginnt mit einem Eingangstest. Anhand einer ausführlichen Anamnese und standardisierter Übungen erstellen AOK-Sportfachkräfte ein computerermitteltes Kraft- und Beweglichkeitsprofil der Wirbelsäule. Auf dieser Basis folgt ein passgenauer Trainingsplan für jeden Teilnehmenden. „Neben einem gerätegestützten Programm zeigen wir unseren Versicherten Übungen zur Mobilisation und Kräftigung, die sie zu Hause machen können. Darüber hinaus erlernen sie ergonomische Verhaltensweisen sowie Arbeits- und Hebetechniken, die ein Fortschreiten der Rückenprobleme eindämmen oder verhindern sollen“, sagt AOK-Sportwissenschaftler Michael Clement. Ein Abschlusstest dokumentiert, was das Training bewirkt hat. Jährlich nehmen landesweit etwa 30.000 Versicherte der AOK in einem der 46 Rückenstudios am Programm teil. Das Training erfolgt in modernen Rückenstudios mit computergestützten Geräten. Es umfasst 36 Einheiten à 60 Minuten. Trainiert wird über einen Zeitraum von 24 Wochen.

 

Hinweis an die Redaktionen:

In die Kosten-Effektivitäts-Analyse flossen Daten von 1.829 Personen ein, die sich an 39 Standorten zwischen 1. Oktober 2007 und 31. März 2008 ins Programm einschrieben. Die Kontrollgruppe bestand aus 495 Personen. Die erste Datenerhebung erfolgte während des ersten halben Jahres nach Trainingsbeginn. Weitere folgten nach sechs, zwölf und 18 Monaten. Das Evaluationsergebnis zum AOK-RückenKonzept sowie weitere Evaluationen verschiedener Präventionsmaßnahmen werden im Qualitätsbericht Prävention der AOK Baden-Württemberg aufgeführt.

 

Der Präventionsbericht kann unter "Anhänge" runtergeladen werden.

 

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news-3997 Mon, 09 Nov 2020 09:08:37 +0100 Gesundheitsatlas Asthma: Baden-Württemberger haben seltener chronisch-entzündliche Atemwegserkrankungen https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/gesundheitsatlas-asthma-baden-wuerttemberger-haben-seltener-chronisch-entzuendliche-atemwegserkrankun.html Großstädter und ältere Frauen besonders oft betroffen Die baden-württembergische Bevölkerung leidet seltener an Asthma bronchiale als die Einwohner der meisten anderen Bundesländer. Nur die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sind noch seltener betroffen. Laut dem aktuellen Gesundheitsatlas Asthma des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) liegt die Asthmahäufigkeit im bundesweiten Durchschnitt bei 4,2 Prozent, in Baden-Württemberg bei lediglich 3,7 Prozent. Zu den Risikofaktoren, die Asthma verursachen können, zählen allergische Erkrankungen, eine genetische Veranlagung, Luftverschmutzung sowie eingeatmete lungenschädigende Stoffe wie Tabakrauch.

 

In ganz Baden-Württemberg waren 2018 410.000 Menschen an Asthma erkrankt. Tendenziell sind Großstädter dabei häufiger betroffen als die Menschen im ländlichen Raum. Möglicherweise lässt sich dies durch die Luftqualität erklären. Zugleich sind aber auch Alter und Geschlecht wichtige Einflussfaktoren. So sind bei Kindern und Jugendlichen bis 14 Jahre zunächst Jungen deutlich häufiger von Asthma betroffen als Mädchen. Mit zunehmendem Alter tritt die Krankheit dagegen häufiger bei Frauen als bei Männern auf. Am häufigsten sind im Südwesten sogar Frauen in der Altersgruppe 70 bis 79 Jahre betroffen (6,3 Prozent). Gründe für die Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind vermutlich anatomischer Natur. Bei Jungen sind die Bronchien häufig enger als bei Mädchen. Im Erwachsenenalter sind die Bronchiendurchmesser dann bei Männern größer als bei Frauen. Weitere Gründe für die Alters- und Geschlechtsunterschiede könnten aber auch hormonelle Einflüsse sein.

 

Im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten ab 500.000 Einwohnern hat Baden-Württembergs Landeshauptstadt Stuttgart den niedrigsten Anteil an Asthmapatienten (3,7 Prozent) und liegt damit hinter vergleichbar großen Städten wie Düsseldorf (4,4 Prozent) oder Leipzig (4,5 Prozent). Auch bei den sieben untersuchten (kreisfreien) Großstädten unter 500.000 Einwohnern befinden sich alle Städte im Südwesten – bis auf Pforzheim – unter dem bundesweiten Schnitt von 4,2 Prozent. Pforzheim liegt mit 4,4 Prozent leicht darüber. In absteigender Reihenfolge folgen Heilbronn (3,8 Prozent), Mannheim (3,7), Ulm (3,6), Karlsruhe (3,5), Freiburg (3,3) und Heidelberg (2,9).

 

Selbst nach einer Diagnose von Asthma bronchiale haben die Patientinnen und Patienten gute Möglichkeiten, den Krankheitsverlauf durch die Teilnahme an einem Disease-Management-Programm (DMP) positiv zu beeinflussen. Entscheidend ist – neben der Motivation für einen gesunden Lebensstil – eine strukturierte Therapie. Das Behandlungsprogramm Curaplan Asthma bronchiale, das auch die AOK Baden-Württemberg anbietet, gewährleistet eine intensive Behandlung, regelmäßige Kontrolluntersuchungen und eine differenzierte individualisierte Therapieplanung. Hinsichtlich Corona weisen erste Studienergebnisse darauf hin, dass bei einem gut kontrollierten Asthma nicht von einem erhöhten Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf ausgegangen werden kann.

 

Viele Präventionsmaßnahmen dienen sowohl als Primärprävention der Vorbeugung als auch in der Sekundärprävention dazu, ein bereits bestehendes Asthma positiv zu beeinflussen. „Der Fokus sollte auf dem Rauchverzicht liegen, aber auch falsche Ernährung und infolgedessen Übergewicht kann ein Asthma befördern“, sagt Jutta Ommer-Hohl, Fachbereichsleiterin Gesundheitsförderung bei der AOK Baden-Württemberg. Außerdem sollten Asthmapatienten nicht auf sportliche Aktivitäten verzichten betont Ommer-Hohl, denn dies stärke Fitness und Belastbarkeit.

 

Hinweise an die Redaktionen: Für den Gesundheitsatlas wurde ein neuartiges Hochrechnungsverfahren verwendet, das für diesen Zweck vom Wissenschaftlichen Institut der AOK in Zusammenarbeit mit der Universität Trier entwickelt worden ist. Es erlaubt auf Basis der Abrechnungsdaten der AOK-Versicherten zuverlässige Aussagen zu Krankheitshäufigkeiten in der Gesamtbevölkerung bis auf die lokale Ebene. Unterschiede zwischen den AOK-Versicherten und der Gesamtbevölkerung in Bezug auf Alter, Geschlecht und Krankheitshäufigkeit werden dabei durch ein innovatives statistisches Verfahren herausgerechnet. Erklärtes Ziel dieser Analysen ist es, den Akteuren vor Ort fundierte Informationen über das Krankheitsgeschehen in ihrer Region bereitzustellen. In die Analyse einbezogen wurden Patienten mit einer ärztlich dokumentierten Asthma-Diagnose oder einer Teilnahme am DMP Asthma, die zudem ein Asthma-spezifisches Medikament erhielten. Der Gesundheitsatlas für Baden-Württemberg bietet neben einem Vergleich der tatsächlichen Krankheitshäufigkeit auch eine Modellrechnung, die einen „fairen“ Vergleich zwischen den Regionen ermöglicht: Hierbei werden die Unterschiede herausgerechnet, die durch die unterschiedliche Alters- und Geschlechtsstruktur der Bevölkerung in den einzelnen Kommunen des Landes entstehen. Insgesamt bleiben die regionalen Unterschiede bei der Krankheitshäufigkeit im fairen Vergleich bestehen, die Ergebnisse unterscheiden sich kaum.

 

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news-3974 Fri, 30 Oct 2020 13:05:01 +0100 AOK Baden-Württemberg berät ab 2. November nach telefonischer Terminvereinbarung https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-baden-wuerttemberg-beraet-ab-2-november-nach-telefonischer-terminvereinbarung.html „Wir sind verstärkt online und telefonisch für unsere Kunden da“ Nach den von der Bundesregierung sowie den Ländern beschlossenen Einschränkungen aufgrund der hohen Corona-Infektionszahlen passt auch die AOK Baden-Württemberg ihre Kundenberatung den neuen Herausforderungen an. Für die Versicherten der Südwestkasse sind Beratungsgespräche in den Kundencentern aller 14 Bezirksdirektionen vom 2. November bis voraussichtlich 30. November nur nach telefonischer Terminvereinbarung möglich. „Unsere wichtigste Aufgabe als größte gesetzliche Krankenversicherung in Baden-Württemberg ist es, die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Versicherten und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen sowie unseren Teil zur Eindämmung des Virus beizutragen. Darum haben wir uns zu diesem Schritt entschlossen“, sagt Johannes Bauernfeind, Vorsitzender des Vorstands der AOK Baden-Württemberg. „Wir sind zusätzlich verstärkt telefonisch und auf den Online-Kanälen für unsere Kundinnen und Kunden da und stehen ihnen auch in diesen außergewöhnlichen Zeiten bei allen Gesundheitsfragen zur Seite.“

Die Kundenberaterinnen und -berater der AOK Baden-Württemberg bieten ihren Versicherten und Firmenkunden nach einer telefonischen Terminvereinbarung weiterhin Beratung in allen Bezirksdirektionen vor Ort. Zusätzlich beraten die Expertinnen und Experten am Telefon, über das Online-KundenCenter „Meine AOK“, per App und weitere Online-Kanäle. Das Kurs- und Seminarangebot in den AOK-Gesundheitszentren wird bis Ende November zum Schutz der Kunden und Mitarbeitenden der AOK Baden-Württemberg ebenfalls ausgesetzt. Das AOK-Rückenkonzept wird für aktuell stattfindende Maßnahmen unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsvorschriften fortgesetzt, da hier die medizinische Notwendigkeit durch die ärztliche Empfehlung gegeben ist.

Die Kontaktdaten und Kanäle, mit denen die Versicherten weiterhin mit der AOK Baden-Württemberg in Verbindung bleiben können, sind auf der Website www.aok.de/bw/corona-erreichbarkeit hinterlegt.

 

 

 

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news-3956 Wed, 14 Oct 2020 11:00:48 +0200 Forsa: Fast jede fünfte Frau hat Angst vor dem Altern https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/forsa-fast-jede-fuenfte-frau-hat-angst-vor-dem-altern.html Die AOK Baden-Württemberg schafft Angebote und Denkanstöße für Frauen ab dem mittleren Alter Fast jede fünfte Frau (18 Prozent) in Baden-Württemberg blickt pessimistisch aufs eigene Altern. Am häufigsten (67 Prozent) bereitet ihnen Sorge, im Alter möglicherweise pflegebedürftig zu werden. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungs-Instituts forsa unter 1.007 Baden-Württembergern zwischen 18 und 70 Jahren, die im Auftrag der AOK Baden-Württemberg im Oktober 2020 durchgeführt wurde. „Altern und auch das Alter sind gestaltbar“, sagt Ramona Auer, Verantwortliche für Rehabilitations- und Pflegeforschung bei der AOK Baden-Württemberg. Das möchte die Gesundheitskasse mit der Kampagne „Ich bin jetzt!“ zeigen. „Wir möchten insbesondere Frauen einladen, ‚Alter‘ und ‚Altern‘ differenziert und im Rahmen einer Lebenslaufperspektive zu betrachten.“

 

Frauen, so Auer weiter, kriegten heutzutage von der Gesellschaft noch immer viel früher als Männer den Stempel ‚alt‘ aufgedrückt. Die meisten der von forsa Befragten bezeichnen Frauen ab 50 Jahren (26 Prozent) oder 60 Jahren (31 Prozent) als „alt“, wohingegen Männer für den Großteil der Befragten erst ab 60 (38 Prozent) bzw. 70 Jahren (30 Prozent) als „alt“ gelten. „Wir möchten Frauen zeigen, dass jede Lebensphase es Wert ist, im Moment gelebt zu werden und frau auch aus Krisen gestärkt hervorgehen kann“, so Auer.

 

Laut forsa-Befragung sorgen sich die Frauen beim Gedanken ans Altern vor allem um Pflegebedürftigkeit (67 Prozent), gefolgt vom Verlust von Familienmitgliedern oder Freunden (64 Prozent) und gesundheitlichen Problemen im Alter (58 Prozent). „Die AOK Baden-Württemberg hat sich mit ihrer Kampagne ‚Ich bin jetzt!‘ zum Ziel gesetzt, den Frauen im Südwesten Impulse für einen veränderten Umgang mit dem eigenen Altern zu geben und möchte ihnen Mut für einen optimistischen Blick in die Zukunft machen. Denn unser Altern können wir selbst beeinflussen, indem wir uns gesund ernähren, uns regelmäßig bewegen und unsere sozialen Kontakte pflegen – auch bis ins hohe Alter hinein“, sagt Auer.

 

Laut Statistischem Landesamt Baden-Württemberg steigt der Bevölkerungsanteil der 65-Jährigen und Älteren hierzulande bis zum Jahr 2060 auf 30 Prozent an. Zudem zeigen Zahlen der AOK Baden-Württemberg, dass sowohl Anzahl als auch Anteil der Pflegebedürftigen seit 2015 um fünf Prozent angestiegen sind. „Die Pflege älterer Menschen ist schon heute eines der wichtigsten Themen unserer Gesellschaft. Dazu kommt, dass die Menschen in Baden-Württemberg in den nächsten Jahren im Durchschnitt immer älter werden. Wir müssen uns also Gedanken machen, wie wir die Menschen in Baden-Württemberg bestmöglich beim Älterwerden unterstützen können“, so Auer.

 

Auf www.aok.de/bw/ich-bin-jetzt geben Frauen unterschiedlichen Alters seit dieser Woche Einblicke in ihre Lebensgeschichten und somit Denkanstöße, dem Alter positiv zu begegnen. Als Mutmacherinnen sprechen sie unter anderem über das Tanzen als Lebenselixier, Einsamkeit und Sex im Alter sowie vermeintliche Tabuthemen wie aufkommende Krankheiten, Pflegebedürftigkeit und Selbstzweifel.

 

Die Ergebnisse der Forsa-Befragung stehen zum Download bereit unter "Anhänge".

 

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news-3947 Tue, 13 Oct 2020 10:14:25 +0200 Durchhalten wird belohnt https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/durchhalten-wird-belohnt.html Die Hyposensibilisierung hilft bei einer Allergie nach drei Jahren Behandlung Bei nahezu jedem fünften Versicherten der AOK Baden-Württemberg (rund 17 Prozent) diagnostizierte der Arzt im vergangenen Jahr eine Allergie. Am häufigsten: Heuschnupfen sowie Milben- und Insektengiftallergien. Die größten Aussichten, die Beschwerden zu lindern, bietet die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung). Die aber hält nicht einmal jeder Zweite konsequent durch, wie aktuelle Zahlen der AOK Baden-Württemberg zeigen.  Dabei gilt: „Eine Besserung der Beschwerden ist bereits im ersten Jahr der Therapie möglich. Dennoch ist es wichtig, dass die Patienten die Therapie bis zum Schluss durchhalten. Nur dann kann die Therapie optimal wirken“, so Dr. Katja Noack, Apothekerin der AOK Baden-Württemberg.

 

Im Laufe des Lebens erkranken mehr als 30 Prozent der Erwachsenen und 20 Prozent der Kinder in Deutschland an mindestens einer allergischen Erkrankung. Dabei reagiert das körpereigene Abwehrsystem auf eigentlich unschädliche Substanzen wie Blütenpollen oder Tierhaare. „Allergische Erkrankungen sind mit hohen Einbußen an Lebensqualität verbunden. Zunächst sollte immer das auslösende Allergen ermittelt und versucht werden, dieses zu meiden. Patienten mit Heuschnupfen können leichtere Symptome auch oft mit Nasensprays oder Augentropfen behandeln. Reicht das nicht aus, kann eine allergenspezifische Hyposensibilisierung erwogen werden, um das Ausmaß der Allergie zu verringern und eine klinische Verschlechterung zu verhindern“, so Noack. Die Wirksamkeit sei für die meisten Allergene gut untersucht und werde von der AOK Baden-Württemberg bezahlt, sofern eine Verordnung des behandelnden Arztes vorliege. Bei einer Hyposensibilisierung wird das Allergen rund drei Jahre lang regelmäßig niedrigdosiert dem Körper zugeführt – durch eine Injektion, in Tablettenform oder als Tropfen.

 

Aus Sicht der AOK-Expertin kommt es bei der spezifischen Immuntherapie vor allem auch darauf an, dass die Betroffenen von Anfang an aufgeklärt sind über bestehende Therapiemöglichkeiten, eventuelle Nebenwirkungen und die jeweiligen Auswirkungen auf den Alltag. Beispielsweise muss sichergestellt sein, dass man über drei Jahre hinweg regelmäßig zum betreuenden Arzt gehen kann. Gerade Patienten in der beruflichen Orientierungsphase stellt das vor besondere Herausforderungen.

 

Doch wer sich bis zum Ende an den Behandlungsplan des Arztes hält, hat gute Erfolgschancen und die Aussicht auf Heilung oder zumindest eine Erleichterung der Symptome. „In der Regel lindert eine Hyposensibilisierung die Symptome, reduziert den Medikamentenverbrauch, vermindert das Risiko für andere Folgeerkrankungen und steigert damit die Lebensqualität der Betroffenen“, sagt Noack.

 

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news-3913 Wed, 07 Oct 2020 13:35:17 +0200 Klimabündnis: AOK Baden-Württemberg verpflichtet sich 1,5-Grad-Ziel https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/klimabuendnis-aok-baden-wuerttemberg-verpflichtet-sich-15-grad-ziel.html Bauernfeind: „Weniger Hitzetode bei Erreichen der Klimaziele“ Als deutschlandweit erste gesetzliche Krankenkasse schließt sich die AOK Baden-Württemberg verbindlich dem Ziel der Vereinten Nationen an, die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad zu begrenzen. „Mit den Temperaturen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der übernächste unsichtbare Feind nicht mehr Corona oder Influenza heißt, sondern Hitze“, so Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, anlässlich des heutigen (07.10.2020) Beitritts seines Unternehmens zum Klimabündnis des Landes Baden-Württemberg. Als größte Krankenkasse im Land sehe man sich in der Verantwortung, die mit dem Klimawandel verbundene gesundheitliche Herausforderung aktiv anzunehmen.

 

Um ihren Beitrag zum Erreichen des 1,5-Grad-Ziels zu leisten, plant die AOK Baden-Württemberg, ihre Treibhausgasemissionen mit Hilfe von wissenschaftlich basierten Klimazielen bis 2030 um fast 40 Prozent im Vergleich zu 2019 zu senken. „Parallel arbeiten wir intensiv daran, die Baden-Württembergerinnen und Baden-Württemberger für den Umgang mit steigenden Temperaturen fit zu machen“, so Bauernfeind weiter. Wer etwa in einem der Ernährungskurse der AOK Baden-Württemberg ausgewogene Essgewohnheiten erlerne und beibehalte, stärke damit auch die Hitze-Resilienz des eigenen Körpers. Dass es höchste Zeit sei zu handeln, verdeutliche ein Blick in die Statistik. Denn: „Was oft zu wenig im Bewusstsein ist: Auch in Baden-Württemberg gibt es schon jetzt Jahr für Jahr Todesfälle, die auf sommerliche Hitze zurückführen sind“, so Bauernfeind abschließend. Ziel müsse es sein, diese Zahl mit Blick auf die Zukunft zu reduzieren oder mindestens einen weiteren Anstieg zu verhindern.

 


Hinweis an die Redaktionen:

Die AOK Baden-Württemberg verfolgt bereits seit 2013 ein dokumentiertes und nach ISO 14001-zertifiziertes Umweltmanagementsystem. Das Umweltprogramm greenAOK wird kontinuierlich weiterentwickelt, um Umweltbelastungen zu reduzieren und die unternehmenseigene Umweltleistung weiter zu verbessern. In ihrer Umweltstrategie 2030 hat sich die AOK Baden-Württemberg zudem das Ziel gesetzt, bis spätestens 2030 klimaneutral zu wirtschaften. Dazu stellt sie sicher, dass bei allen Unternehmensentscheidungen und Beschaffungen neben wirtschaftlichen auch soziale und umweltrelevante Faktoren berücksichtigt werden.

 

 

 

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news-3909 Mon, 05 Oct 2020 10:32:00 +0200 Für erfolgreiche OPs und Patientensicherheit: Qualitätsvertrag für Hüftendoprothetik mit RKU geschlossen https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/fuer-erfolgreiche-ops-und-patientensicherheit-qualitaetsvertrag-fuer-hueftendoprothetik-mit-rku-geschlo.html Nahtlose Betreuung vom Orthopäden bis zur Reha Die AOK Baden-Württemberg schließt mit den Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm (RKU) ihren ersten Qualitätsvertrag. Versicherte der größten Kasse im Südwesten profitieren dann dort von besonders hohen Standards bei Hüftimplantationen. Ab dem 01.04.2021 sollen die ersten Patientinnen und Patienten nach dem neuen Konzept behandelt werden, das die AOK Baden-Württemberg gemeinsam mit führenden Operateuren aus der ganzen Republik entwickelt hat. „Auch wenn die Corona-Pandemie derzeit die volle Aufmerksamkeit besitzt, dürfen die Bemühungen um eine weitere Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung der Menschen im Land nicht ruhen“, so Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg.

 

Ziel des Vertrages sei es, so Bauernfeind weiter, die Qualität der Eingriffe zu steigern und mit den besten Kliniken Standards für die hochwertige Regelversorgung von morgen zu setzen. „Wer eine neue Hüfte braucht, wird dann idealerweise in Verbindung mit unserem Facharztvertrag Orthopädie und unserem spezialisierten Rehabilitationskonzept AOK proReha von Anfang bis Ende nahtlos betreut – und das mit höchster Qualität.“ Dies suche in Baden-Württemberg und darüber hinaus seines Gleichen.

 

„Für den Erfolg einer Hüft-OP spielen die Erfahrung der Operateure und die standardisierten Abläufe in den behandelnden Kliniken eine entscheidende Rolle“, so Prof. Dr. med. Heiko Reichel, Ärztlicher Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik Ulm am RKU. Dies bestätigten auch Zahlen des WIdO (Wissenschaftliches Institut der AOK): Demnach haben Patienten, die in Kliniken mit weniger als 45 Hüftimplantationen im Jahr behandelt werden, ein um über 30 Prozent erhöhtes Risiko für Komplikationen als jene, die in Kliniken mit mehr als 200 Fällen operiert werden. „Insofern ist der geschlossene Vertrag ein wichtiger Schritt hin zu höherer Behandlungsqualität und mehr Sicherheit für alle Patienten und weg von der leider immer noch weit verbreiteten Gelegenheitschirurgie bei Hüftoperationen“, so Reichel.

 

Ebenso entscheidend wie die Operation selbst sei für ihren Erfolg auch, was rundherum geschehe, so Bauernfeind. „Ganz wichtig ist es uns, dass die Patientinnen und Patienten auch vor und nach der Operation gut versorgt werden.“ Fast 60 Prozent der Hüftendoprothetik-Patienten seien über 70 Jahre alt. „Um deren Sicherheit zu erhöhen, schreibt unser Qualitätsvertrag deshalb unter anderem gezielte Maßnahmen zur Reduzierung von Risiken im Zusammenhang mit Operationen und dem Einsatz von Narkosemitteln verpflichtend vor – eine sogenannte Delir-Prävention.“

 

 

 

 

Weiterführende Informationen für die Redaktionen:

Folgende Voraussetzungen sind von den Interessenten vor Abschluss eines Qualitätsvertrages gem. § 110a SGB V im Leistungsbereich der endoprothetischen Gelenkversorgung, Teilbereich Hüft-Endoprothetik zu erfüllen:

 

 

  • Sitz des Krankenhauses in Baden-Württemberg
  • Zertifizierung als Endoprothetik-Zentrum der Maximalversorgung (EPZmax)
  • Mindestfallzahl von 200 Fällen im Bereich der elektiven Hüft-Endoprothesen-Erstimplantation sowie 25 Fällen bei Wechseloperationen von Hüft-Endoprothesen pro Jahr.
  • Intensivmedizinische Versorgung am Standort des EPZmax
  • Mindestanforderung beim Indikator „Implantation einer Hüftgelenks-Endoprothese bei Coxarthrose (EHTEP)“ im Rahmen der Qualitätssicherung mit Routinedaten (QSR)
  • Stationäre, gesetzliche Qualitätssicherung: Keine qualitativen Auffälligkeiten im Rahmen des strukturierten Dialogs bei den Qualitätsindikatoren der Hüft-Endoprothesenversorgung
  • Vorhaltung von Schulungskonzepten/Weiterbildungen
  • Präoperative Patientenschulung
  • Delirreduzierende Ausstattung
  • Spezifische Anforderungen an die Implantatauswahl

 

 

 

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news-3907 Fri, 02 Oct 2020 07:37:15 +0200 Mehr Zeit für Familie und Freunde https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/mehr-zeit-fuer-familie-und-freunde.html Forsa-Befragung zum Alltag in Baden-Württemberg während der Pandemie Das Corona-Virus stellt die meisten Menschen in Baden-Württemberg bisher und weiterhin vor große Herausforderungen. Aber neben den erwartbaren negativen Auswirkungen wie der Angst vor Ansteckung, Kontaktbeschränkungen oder die Schließung von Kultureinrichtungen und Fitnessstudios arrangieren sich die Bürgerinnen und Bürger mit manchen Pandemiefolgen und gehen zum Großteil verantwortungsvoll mit der besonderen Situation um. Das zeigt eine Online-Umfrage des Instituts „forsa“ unter 505 Internetnutzern ab dem Alter von 18 Jahren in Baden-Württemberg, die im Auftrag der AOK Baden-Württemberg im August 2020 durchgeführt wurde.

 

Insgesamt geben 62 Prozent der Befragten an, dass sie manche Auswirkungen der Corona-Situation positiv nutzen können. 42 Prozent mussten weniger Termine wahrnehmen. 32 Prozent hatten mehr Zeit für ihre Familie und 26 Prozent mehr Zeit für ihre Hobbies. Über weniger eigenen Konsum freuten sich in Baden-Württemberg 30 Prozent der Internetnutzer ab 18 Jahre. Andererseits lagen die Schließung von Schulen, Universitäten und der Kinderbetreuung bei Befragten mit Kindern unter 18 Jahren im Haushalt an zweiter und dritter Stelle bei der Frage nach den Corona-bedingten Einschränkungen, die am meisten zu schaffen machten.

 

In Baden-Württemberg mussten sich Internetnutzer mit Kindern unter 18 Jahre zwar während des Corona-bedingten Lockdowns überdurchschnittlich stark einschränken, können der Corona-Zeit aber auch überdurchschnittlich häufig etwas Positives abgewinnen: Ihnen stand in den letzten Wochen vor allem mehr Zeit zur Verfügung. „Auch wenn die Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen eine große Herausforderung für die ganze Gesellschaft ist, zeigen die Umfrageergebnisse, dass es viele Menschen begrüßen, wenn sie mehr Zeit für die Familie und weniger Stress im Alltag haben. Aus diesen Erkenntnissen kann man für die Zukunft etwas lernen,“ so Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg.

 

Gleichzeitig – auch das zeigt die AOK-Umfrage – hatten viele Menschen im Südwesten mit negativen Erfahrungen zu kämpfen. In Baden-Württemberg hatte die Mehrheit der Internetnutzer ab 18 Jahre (55 Prozent) in den letzten Wochen zumindest hin und wieder Angst, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren: 12 Prozent begleitete diese Angst fast ständig und weitere 43 Prozent überkam dieses Angstgefühl (situationsbedingt) in Abständen. Während der Zeit des Lockdowns musste sich die deutliche Mehrheit der Internetnutzer ab 18 Jahre in Baden-Württemberg (62 Prozent) im Alltag stark oder sogar sehr stark einschränken. 76 Prozent der Befragten litten darunter, während der Corona-Pandemie nur wenige Angehörige und Freunde treffen zu können. Mit deutlichem Abstand folgen die Schließungen von Restaurants, Gaststätten und Bars (43 Prozent), von Kultureinrichtungen wie zum Beispiel Museen, Theater, Kinos und Clubs (36 Prozent) sowie von Sportanlagen, Fitnessstudios und Sportvereinen (33 Prozent).

 

Noch immer haben in Baden-Württemberg nahezu alle Internetnutzer ab 18 Jahre (93 Prozent) das Gefühl, dass ihr Alltag durch die Corona-Situation eingeschränkt ist: Allerdings hat aktuell „nur noch“ knapp jeder dritte Internetnutzer ab 18 Jahre in Baden-Württemberg (31 Prozent) den Eindruck, dass er sich stark einschränken muss. Die deutliche Mehrheit (62 Prozent) muss ihren Alltag zurzeit nicht so stark einschränken und 7 Prozent haben sogar das Gefühl, dass ihr Alltag wieder wie vor der Corona-Pandemie ist.

 

Auch wenn das Gesundheitssystem in Baden-Württemberg dank früher Maßnahmen und klugen Entscheidungen gut auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie vorbereitet war, hatte ihre Dauer Auswirkungen auf das Verhalten der Patientinnen und Patienten. In Baden-Württemberg haben 16 Prozent der Internetnutzer ab 18 Jahre seit März dieses Jahres aufgrund der Corona-Pandemie von sich aus einen eigentlich geplanten Arztbesuch verschoben oder abgesagt. Fast ebenso viele (19 Prozent) haben aufgrund der Corona-Pandemie bei einer leichten Verletzung oder Krankheit auf einen spontanen Arztbesuch verzichtet. Gut jeder Zehnte (12 Prozent) hat einen Termin beim Arzt vereinbaren wollen, aber aufgrund der Corona-Pandemie keinen Termin bekommen. 4 Prozent der Befragten haben von sich aus eine geplante Operation bzw. einen geplanten Krankenhausaufenthalt verschoben. Hierbei appelliert Vorstandschef Johannes Bauernfeind, nicht die Fehler des Frühjahres zu wiederholen und trotz aktuell steigender Corona-Fallzahlen bei akuten Erkrankungen oder starken Schmerzen zum Arzt zu gehen oder bei schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen die Notaufnahme aufzusuchen. „Zwar sind Kitas, Schulen und andere Einrichtungen fast wieder im Regelbetrieb, weshalb auch die Gefahr einer Ansteckung wieder steigt. Aber die Menschen können sich auf den hohen Standard beim Infektionsschutz verlassen - Krankenhäuser sowie Arztpraxen sind sehr gut auf den Schutz ihrer Patientinnen und Patienten eingestellt.“

 

Den meisten Menschen im Südwesten ist offensichtlich bewusst, dass Mund-Nasenschutz und Abstandsregeln noch längere Zeit wichtig sein werden: In Baden-Württemberg wollen 90 Prozent der Internetnutzer ab 18 Jahre in den kommenden Wochen und Monaten an die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften halten und 88 Prozent wollen im öffentlichen Raum auf mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen gehen, sofern dies möglich ist. Fast ebenso viele (84 Prozent) haben sich vorgenommen, größere Veranstaltungen zu meiden. Im Vergleich dazu sind die Baden-Württemberger beim Händewaschen etwas nachlässiger, aber auch hier bekundet die deutliche Mehrheit (72 Prozent), sich auch in den nächsten Wochen und Monaten häufiger als vor Corona die Hände waschen zu wollen.

 

Obwohl die Kontaktbeschränkungen während der Corona-Pandemie als besonders belastend empfunden wurden, möchte rund jeder zweite Internetnutzer in Baden-Württemberg (53 Prozent) seine Kontakte weiterhin einschränken. 16 Prozent der Befragten in Baden-Württemberg haben vor, in den kommenden Wochen und Monaten überwiegend von zu Hause zu arbeiten. Auch Johannes Bauernfeind rechnet in den kommenden Wochen und Monaten mit einer weiteren Zunahme der Infektionszahlen. „Wir haben trotz steigender Infektionszahlen heute ein viel besseres Wissen über das Virus und seine Folgen und wie wir dagegen arbeiten können. Eine großflächige Ausbreitung können wir bisher verhindern. Risiken stecken heute insbesondere im falschen Verhalten bei Familienfeiern oder größeren Veranstaltungen. Unerlässlich ist deshalb, dort wie überall sonst auch Abstand zu halten und die Hygieneregeln zu beachten“, so Bauernfeind.

 

Die Ergebnisse der Forsa-Befragung stehen unter "Anhänge" zum Download bereit.

 

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news-3847 Wed, 30 Sep 2020 10:05:16 +0200 Verwaltungsrat warnt vor Destabilisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/verwaltungsrat-warnt-vor-destabilisierung-der-gesetzlichen-krankenversicherung.html Verlässliche Finanzplanung nicht mehr möglich Die Vertreterinnen und Vertreter von Arbeitgebern und Versicherten bei der AOK Baden-Württemberg kritisieren das Maßnahmenpaket der Bundesregierung zur sogenannten „Sozialgarantie 2021“ scharf. Es sei nicht hinzunehmen, dass die Beitragszahlerinnen und -zahler Wahlgeschenke finanzieren müssten, so der Verwaltungsrat der größten Krankenkasse im Südwesten anlässlich seiner gestrigen (29.09.2020) turnusmäßigen Sitzung. Dazu Peer-Michael Dick, Alternierender Vorsitzender des Gremiums: „Die in jüngster Zeit wiederholten politischen Eingriffe in die Finanzautonomie der gesetzlichen Krankenkassen lassen allmählich ein Klima der Unsicherheit entstehen, in dem verantwortungsvolle und weitsichtige Finanzplanung und Investitionen in Versorgung nicht mehr möglich sind.“

 

Das von der Bundesregierung jetzt geschnürte Maßnahmenpaket erfülle zwar kurzfristig seine Funktion als Beitragsbremse, so Dick, verlagere jedoch das Problem der nun vermeintlich geschlossenen Finanzierungslücke zeitlich nur nach hinten. Wenn die Sozialgarantie in diesem Jahr nicht ordnungspolitisch sauber über einen ausreichenden Steuerzuschuss finanziert werde, sei vorprogrammiert, dass die Krankenkassenbeiträge ab Mitte 2021 geradezu explodierten.

 

Dazu auch Monika Lersmacher, Alternierende Verwaltungsratsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg: „Den Bürgerinnen und Bürgern mit Blick auf die nahende Bundestagswahl die politisch gemachte finanzielle Not der gesetzlichen Krankenversicherung mit der Corona-Pandemie zu verschleiern, ist inakzeptabel. Die Bundesregierung nimmt hier billigend in Kauf, die Gesundheit des gesamten Systems in unverantwortlicher Weise aufs Spiel zu setzen.“ Die im Maßnahmenpaket vorgesehene Aushöhlung der Kassenrücklagen drohe in Verbindung mit dem geplanten verschärften Verbot zur Anhebung des Zusatzbeitrags selbst solide Krankenkassen zu destabilisieren, so Lersmacher weiter. Weniger solide Kassen könnten einem Dominoeffekt gleich das gesamte System der gesetzlichen Krankenversicherung in eine bedrohliche Schieflage bringen, da in diesem Fall die Beitragszahlerinnen und -zahler aller Kassen dafür finanziell geradestehen müsste.

 

Dick abschließend: „Die Entscheidungen über Finanzen, Rücklagen und Beitragssätze gehören in die Hände der Beitragszahlerinnen und Beitragszahler. Die Selbstverwaltung beweist seit Jahren, dass sie selbstständig für große Qualität und Stabilität im System sorgt. Und das wird sie auch in Zukunft tun, wenn man sie lässt.“ Statt immer neue Löcher durch immer neue Einnahmequellen im Nachhinein stopfen zu müssen, solle die Politik lieber schon im Vorfeld ihrem Drang widerstehen, das System mit immer neuen Gesetzen und damit verbundenen zusätzlichen Ausgaben zu belasten. „Den fokussierten Blick auf Qualität und Stabilität, den wir als Verwaltungsrat in unserer Arbeit pflegen, würde ich mir häufiger auch vom Gesetzgeber wünschen.“

 

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news-3832 Wed, 23 Sep 2020 15:39:17 +0200 Kritik an Berliner Maßnahmen zur Stabilisierung der Zusatzbeiträge https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/kritik-an-berliner-massnahmen-zur-stabilisierung-der-zusatzbeitraege.html Bauernfeind: Mehr als eine Milliarde Euro droht aus der Gesundheitsversorgung Baden-Württembergs abzufließen „Mich ärgert insbesondere, dass mit dem heutigen Tag derjenige als der Dumme dasteht, der sich zu Qualität und Stabilität, zu gutem und erfolgreichem Wirtschaften bekennt“, so Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, zum heute (23.09.2020) vom Bundeskabinett beschlossenen Maßnahmenpaket zur sogenannten Sozialgarantie 2021. Der Wettbewerbsgedanke der gesetzlichen Krankenversicherung werde damit ad absurdum geführt.

 

Ziel des Maßnahmenpakets ist es, ein 16,6 Milliarden schweres Loch in der gesetzlichen Krankenversicherung zu stopfen und die Sozialversicherungsbeiträge vorerst nicht über 40 Prozent steigen zu lassen. Im Prinzip ein guter Gedanke, so Bauernfeind. Nur: „Wenn die Bundesregierung eine Sozialgarantie verspricht, soll sie sie doch bitte ordnungspolitisch sauber durch einen Bundeszuschuss finanzieren.“ Stattdessen, so Bauernfeind, verbrenne man somit nun großzügig die Rücklagen derer, die über Jahre hinweg ein effektives Gesundheitssystem unterstützt hätten: solide wirtschaftende Krankenkassen und ihre Beitragszahler, die stets vorausschauend Rücklagen gebildet hätten. „Nach den Plänen der Bundesregierung sollen unsere Mitglieder und Arbeitgeber allein über 600 Millionen Euro abliefern“, so Bauernfeind weiter. „Das Ganze mit der Corona-Pandemie zu begründen, wie es die Bundesregierung tut, ist schlichtweg falsch. Mehr als zwei Drittel der bestehenden Finanzlücke geht auf das Konto der Vor-Corona-Gesetzgebung. Abgesehen davon tragen Krankenkassen im Rahmen ihrer Finanzautonomie seit Jahren dazu bei, dass es stabile Beitragssätze gibt und werden dies auch in Zukunft tun.“ Gepaart mit der geplanten so genannten Regionalkomponente im Krankenkassen-Finanzausgleich drohe nun allein 2021 mehr als eine Milliarde Euro aus dem baden-württembergischen Gesundheitswesen abzufließen.

 

Statt sich an den Ersparnissen der Beitragszahler zu bedienen, hätte er sich von der Bundesregierung gewünscht, seit Langem im System bestehende Potenziale zu heben, so Bauernfeind. Als Beispiel nennt er den Arzneimittelsektor: „Allein mit kostensenkenden Einschnitten bei patentgeschützten Medikamenten, zum Beispiel durch die wirksame Umsetzung bereits vorhandener Gesetze und mehr Freiheiten im  Versorgungswettbewerb ließen sich relevante finanzielle Entlastungen für die Beitragszahler erzielen. Und das im Gegensatz zum jetzt verabschiedeten Maßnahmenpaket nicht als einmaliges Strohfeuer, sondern als dauerhafte Einsparung, die gut in die gesundheitliche Versorgung der Menschen investiert werden könnte.“ Stattdessen brüskiere man mit dem geplanten Mittelabfluss alle diejenigen in Baden-Württemberg, die Hand in Hand daran arbeiten, das Gesundheitswesen im Interesse der Menschen immer weiter zu modernisieren und zu verbessern. Diese nun abzukassieren, dürfe nicht Inhalt einer verantwortungsvollen Politik sein. Vielmehr sollte die Gestaltung stabiler Beitragssätze wie bisher in der funktionierenden Autonomie der Krankenkassen verbleiben.

 

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news-3826 Thu, 17 Sep 2020 16:00:00 +0200 Spatenstich zum AOK-Wald mit Minister Untersteller https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/spatenstich-zum-aok-wald-mit-minister-untersteller.html Klimaschutz ist auch Gesundheitsschutz Am heutigen Freitag (18.09.2020) setzten Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller und Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, im Rahmen der diesjährigen Nachhaltigkeitstage des Landes den Spatenstich für den rund 10.000 Quadratmeter großen AOK-Wald. Dazu Minister Untersteller: „Klimaschutz und Gesundheit hängen eng zusammen. Wälder binden CO2 und produzieren Sauerstoff – und sie erfüllen eine wichtige Funktion als Ort der Ruhe und Erholung. Die Idee, dass die AOK als Gesundheitskasse einen kleinen Wald pflanzen will, unterstütze ich deshalb gern. Die AOK setzt damit und mit ihrer ganzen Klima-Challenge ein Zeichen für Nachhaltigkeit.“ Und ergänzend AOK-Vorstandschef Bauernfeind: „Wir sehen bereits heute, dass der Klimawandel negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Baden-Württemberginnen und Baden-Württemberger hat.“ Auswertungen der größten Krankenkasse in Baden-Württemberg zeigten, dass sich 2019 mehr als doppelt so viele ihrer Versicherten mit Sonnenstich oder hitzebedingtem Kreislaufkollaps in ärztliche Behandlung begeben mussten als noch fünf Jahre zuvor.

 

„Als größte Krankenkasse im Land nehmen wir die Verantwortung sehr ernst, die Menschen für die sich verändernden klimatischen Bedingungen beispielsweise durch spezielle Präventionsangebote fit zu machen und über die Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Gesundheit zu sensibilisieren“, so Bauernfeind weiter. Und auch als Unternehmen und großer Arbeitgeber in Baden-Württemberg wolle man seinen Beitrag leisten. „Unser Ziel ist es, die AOK Baden-Württemberg bis 2030 klimaneutral zu machen." Der AOK-Wald sei – neben vielen anderen Projekten und Ansätzen – ein Baustein des Umweltprogramms greenAOK, das die AOK BW seit 2013 ambitioniert vorantreibt.

 

Möglich wurde der heute eingeweihte AOK-Wald durch das Engagement der Baden-Württembergerinnen und Baden-Württemberger, die im Rahmen der AOK Klima-Challenge durch kleine Alltagsaufgaben ihren CO2-Fußabdruck in den vergangenen Monaten gemeinsam um mehr als 177 Tonnen reduziert hatten. Insgesamt 5.000 Bäume legen den Grundstein für den AOK-Wald, die gemeinsam mit dem landeseigenen Forstbetrieb ForstBW gepflanzt werden.

 

 

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news-3821 Wed, 16 Sep 2020 09:17:59 +0200 Übergreifende Vereinbarung für geriatrische Schwerpunkte und Zentren in Baden-Württemberg https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/uebergreifende-vereinbarung-fuer-geriatrische-schwerpunkte-und-zentren-in-baden-wuerttemberg.html Sicherung einer modernen, qualitätsorientierten und sektoren-übergreifenden geriatrischen Versorgung Den geriatrischen Schwerpunkten und Zentren in Baden-Württemberg droht die Finanzierungsgrundlage wegzubrechen. Grund sind bundesweite Vorgaben durch den Gemeinsamen Bundesausschuss, die aktuell das in Baden-Württemberg vorhandene Geriatriekonzept des Landes nicht berücksichtigen. Deshalb ist eine übergreifende Vereinbarung von allen an der geriatrischen Versorgung Beteiligten aufgesetzt worden. Ziel sei es, die sektorenübergreifenden Leistungen in der geriatrischen Versorgung zu fördern. „Wir wollen die geriatrische Versorgung in Baden-Württemberg, die im bundesweiten Vergleich bereits auf einem besonders hohen Niveau ist, erhalten. Gleichzeitig nutzen wir den Zeitpunkt, um bei der Qualität und Wirksamkeit der Versorgung weitere Verbesserungen zu erlangen“, sagt Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, stellvertretend für die gesetzlichen Krankenkassen im Land.

 

Laut einer vom Ministerium für Soziales und Integration und der AOK Baden-Württemberg in Auftrag gegebenen Studie leben im Land rund 800.000 potenziell geriatrische Patienten, bis 2035 wird ihre Zahl auf über 1,14 Millionen steigen. Deren Versorgung gilt es, nachhaltig sektorenübergreifend unter Berücksichtigung von präventiven, kurativen, rehabilitativen, pflegerischen und palliativen Leistungen und beratenden Angeboten zu gestalten. Fortbildungen sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich sollen erhalten und weiter verbessert werden. Beispielsweise sollen in den geriatrischen Zentren Schulungskonzepte ausgearbeitet werden. Die zu schulenden Beteiligten wie beispielsweise ambulant oder stationär tätiges Pflegepersonal, Therapeuten oder auch niedergelassene Ärzte können somit auf strukturierte Informationen nach dem aktuellsten wissenschaftlichen Stand zurückgreifen. Dazu erklärt Prof. Dr. Jürgen Bauer, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Geriatrie Baden-Württemberg: „Mit Hilfe dieses umfassenden, regelmäßig aktualisierten Schulungskonzeptes wird es uns gelingen, die Qualität der medizinischen Versorgung geriatrischer Patienten in Baden-Württemberg weiterzuentwickeln und spürbar zu verbessern. Wir erwarten, dass wir mit unserer Arbeit auch für andere Regionen Deutschlands beispielhaft sein werden.“ Durch die umfassend abgestimmte Vorgehensweise solle den älteren Menschen ein langes und möglichst selbstständiges Leben ermöglicht werden. Krankenhäuser, die als Geriatrische Schwerpunkte oder Geriatrische Zentren ausgewiesen sind, sollen weiterhin Förderungen für die vorgenannten Leistungen von den Krankenkassen erhalten. Hinsichtlich Qualität, Wirtschaftlichkeit und Wirksamkeit wird die geriatrische Versorgung einer unabhängigen und fundierten Evaluation unterzogen.

 

Hinweis für die Redaktionen:

Das Geriatriekonzept 2014 baut auf dem in Baden-Württemberg 1989 erstmals aufgelegten und 2001 überarbeiteten Geriatriekonzept des Landes auf. Das Konzept beschreibt die Grundlagen und Handlungsfelder der geriatrischen Versorgung.

 

Projektbeteiligte sind neben der AOK Baden-Württemberg, der BKK Landesverband Süd, Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft, die IKK classic, die KNAPPSCHAFT, die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg, die Landesarbeitsgemeinschaft Geriatrie Baden-Württemberg, der Medizinische Dienst der Krankenversicherung Baden-Württemberg, die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau sowie der Verband der Ersatzkassen Landesvertretung Baden-Württemberg. Die AOK Baden-Württemberg hat die operative Steuerung dieses anspruchsvollen Vorhabens übernommen.

 

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news-3814 Mon, 14 Sep 2020 09:59:30 +0200 Arzneimittelproduktion: AOK will Abhängigkeit von nur wenigen internationalen Produktionsstandorten verringern und schreibt fünf Antibiotika-Wirkstoffe gesondert aus https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/arzneimittelproduktion-aok-will-abhaengigkeit-von-nur-wenigen-internationalen-produktionsstandorten.html Bauernfeind: „Wir setzen Standards für Versorgungssicherheit und Umweltschutz“ „Die Wirkstoffherstellung für Arzneimittel konzentriert sich weltweit auf wenige Produktionsstätten“, erläutert Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg und Federführer der AOK-Gemeinschaft für die bundesweiten Generikaverträge. „Problematische Produktionsbedingungen innerhalb der sich ergebenden langen Versorgungsketten können hierzulande Lieferengpässe verursachen. Wir möchten darauf hinwirken, dass pharmazeutische Unternehmen so arbeiten, dass sich in Europa etablierte Arbeits- und Umweltschutzstandards gegen weniger strenge Vorgaben behaupten können.“ Insbesondere die Herstellung antibiotischer Wirkstoffe müsse unter strengeren Auflagen für den Umweltschutz stattfinden. Wenn sich multiresistente Keime über Industrieabwässer ausbreiten könnten, sei die Wirksamkeit von Antibiotika gefährdet. „Die AOK setzt nun mit einer gesonderten Ausschreibung für antibiotische Wirkstoffe neue Standards für Versorgungssicherheit und Umweltschutz.“ Ab 14. September 2020 werden mit „AOK Z1“ fünf Antibiotika-Wirkstoffe ausgeschrieben.

 

Bauernfeind: „Wir vergeben in ‚AOK Z1‘ nicht einfach an den günstigsten Anbieter. Wir lassen erweiterte Zuschlagskriterien einfließen wie etwa Länge der Lieferkette, Umweltaspekte und die Einhaltung örtlicher Vorgaben des Arbeitsschutzes!“ Schon in den kürzlich veröffentlichten Ausschreibungsunterlagen der Rabattvertragstranche XXIV hatte sich die AOK-Gemeinschaft ein Sonderkündigungsrecht gesichert, falls Vertragspartner oder Drittunternehmen gegen am Produktionsstandort geltende Umwelt- und Arbeitsschutzauflagen verstoßen. Für die fünf antibiotischen Wirkstoffe, die die AOK-Gemeinschaft gesondert im Drei-Partner-Modell ausschreibt, erweitert sie ihre Zuschlagskriterien um Merkmale, die in ihrer Summe einen Vergabebonus von bis zu 16 Prozent ausmachen können. Das kann gerade kleineren Unternehmen entgegenkommen, weil nicht automatisch der günstigste Bieter den Zuschlag erhält, sondern derjenige, der flexibel agieren kann. Am besten gelingt das Unternehmen, die ohnehin bereits in Standort- und Umweltkriterien investiert haben. Bieter schöpfen diesen Bonus vor allem dann voll aus, wenn die Produktion der Wirkstoffe, deren Weiterverarbeitung und die Verpackung der fertigen Arzneimittel nach den in der EU geltenden oder über Freihandelsabkommen abgesicherte Mindeststandards ausgerichtet ist.*) Ebenfalls positiv gewichtet wird die Einhaltung von am Produktionsstandort geltenden Vorgaben zu Grenzwerten für Arzneimittelrückstände im Produktionsabwasser. Als Knock-out-Kriterium gelten Bündelpackungen, die wegen ihres unnötig hohen Kunststoffverbrauchs als umweltbelastend eingestuft werden.

 

Durch die Weiterentwicklung ihrer Ausschreibungskriterien passe die AOK-Gemeinschaft das wirksamste Steuerungsinstrument des generischen Arzneimittelmarkts aktuellen Gegebenheiten an, führt Johannes Bauernfeind weiter aus. Die vergangenen Monate der Corona-Pandemie hätten gezeigt, dass das deutsche Rabattvertragssystem die Arzneimittelversorgung resistenter gegen Lieferengpässe mache als das auf nicht geregelten Märkten möglich sei. „Die AOK unterstützt das auch im Kontext der deutschen EU-Ratspräsidentschaft derzeit rege diskutierte Ziel, die Versorgungssicherheit bei wichtigen Arzneimitteln zu stärken. Wir haben schon immer darauf hingewiesen, dass sich dieses Ziel nur in einem europäischen Rahmen sinnvoll gestalten lässt und ergreifen alle Gestaltungsmöglichkeiten, die sich uns dabei bieten.“

 

*) EU-Mitgliedstaaten, Unterzeichnerstaaten des General Procurement Agreement (GPA) der Welthandelsorganisation (WHO), Staaten, mit denen die EU Freihandelsabkommen abgeschlossen hat

 

 Informationen für die Fachpresse zur Sondertranche „AOK Z1“

  

  • Vertragslaufzeit: 01.06.2021 bis 31.05.2023
  • Ausgeschriebene Wirkstoffe: Cefaclor, Cefuroxim, Ciprofloxacin, Clarithromycin, Roxithromycin
  • Umsatzvolumen: 63 Millionen Euro pro Jahr
  • Zuschnitt der Ausschreibung: 5 Fachlose im Drei-Partner-Modell
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news-3813 Fri, 11 Sep 2020 10:55:51 +0200 Wissenschaftliche Studie: Fettsteuer gegen Übergewicht? https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/wissenschaftliche-studie-fettsteuer-gegen-uebergewicht.html Internationales Forscherteam legt Ergebnisse vor Eine Steuer auf besonders fetthaltige Lebensmittel könnte sich positiv auf die Ernährungsweise der Menschen auswirken. Zu diesem Schluss kommt eine heute (11.09.2020) in der Cochrane Database of Systematic Reviews veröffentlichte Studie eines internationalen Forscherteams unter Beteiligung der AOK Baden-Württemberg, der Universität Bremen und des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie. Demnach habe eine Fettsteuer in Dänemark den Absatz von Sahne um fast 6 Prozent reduziert, Hackfleisch sei um 4 Prozent weniger nachgefragt gewesen. „Insgesamt konnten wir beobachten, dass die Dänen 42 Gramm weniger Fett pro Woche und Kopf zu sich genommen haben als vor der Einführung der Fettsteuer“, so Dr. Manuela Bombana, Wissenschaftlerin bei der AOK Baden-Württemberg und Mit-Autorin der Studie.

 

Angesichts einer wachsenden Zahl übergewichtiger Menschen in Deutschland sei eine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten dringend notwendig. „Hierzulande bringt über die Hälfte der Erwachsenen zu viel Gewicht auf die Waage – Tendenz steigend“, so Bombana. Wenn man zugleich wisse, dass Übergewicht einer der Risikofaktoren für Volkskrankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Beschwerden sei, könne man ermessen, wie groß der Handlungsdruck sei. Weitere empirische Forschung sei jedenfalls notwendig. „Unsere aktuelle Studie kann nur erste Anhaltspunkte über die tatsächliche Wirksamkeit einer Fettsteuer geben“, so Bombana weiter. Parallel gelte es, andere bereits bestehende Möglichkeiten wie Gesundheitskurse, Bewegungsangebote oder Ernährungsberatung voll auszuschöpfen, um dem Trend zum Übergewicht entgegenzuwirken.

 

Der Leiter der Studie Dr. Stefan K. Lhachimi, Universität Bremen, betont, dass es sich bei der dänischen Fettsteuer um eine verlorene Chance handelt: „Es ist tragisch, dass die dänische Regierung bzw. andere verantwortliche Institutionen es versäumt haben, diese Maßnahme sinnvoll auf die Gesundheitswirkungen hin zu evaluieren.“ Denn eine Steuer auf gesättigte Fettsäuren wie in Dänemark könne ein guter Ansatz sein, um sogenannte Junk-Foods teurer und damit unattraktiver zu machen. „Jeder hat ein Bauchgefühl dafür, was Junk-Food ist,“ so Lhachimi weiter, „jedoch ist es schwer, hier eine lebensmittelrechtlich eindeutige Definition zu finden.“ Eine Steuer auf ungesättigte Fettsäuren würde automatische viele Produkte aus der Gruppe der Junk-Foods treffen.

 

 

 

Hinweis für die Redaktionen:

Die Studie wurde finanziert von dem UK Medical Research Council, Scottish Government Chief Scientist Office, und dem Cochrane Review Support Programme 2019. Die Studie ist kostenfrei zugänglich unter www.cochranelibrary.com.

 

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news-3788 Fri, 21 Aug 2020 08:58:08 +0200 Pflegestützpunkte im Land sind ein Erfolgsmodell https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/pflegestuetzpunkte-im-land-sind-ein-erfolgsmodell.html Vor 10 Jahren wurden bei den Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs Pflegestützpunkte eingerichtet Ein Schlaganfall, ein Verkehrsunfall oder altersbedingte Einschränkungen – häufig sind es diese, oft unvorhersehbare Ereignisse, durch die Menschen, jüngere ebenso wie ältere, pflegebedürftig werden. Was dann? Wie kann die Versorgung organisiert werden? Wer kümmert sich? Woher bekommt man finanzielle Unterstützung?

 

Damit Pflegebedürftige und ihre Angehörigen Unterstützung bei diesen oder ähnlichen Fragen bekommen und unnötige Wege zu unterschiedlichen Ansprechpartnern erspart bleiben, wurden bei den Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs vor 10 Jahren Pflegestützpunkte eingerichtet. Mittlerweile sind in allen 44 Stadt- und Landkreisen Pflegeexperten mit der Beratung von Pflegebedürftigen betraut. Die Zahl der Mitarbeiter in den Pflegestützpunkten ist von knapp 90 im Jahr 2018 innerhalb von zwei Jahren auf 145 Vollzeitkräfte angewachsen. In den Pflegestützpunkten erhalten Menschen aller Altersgruppen wohnortnah, neutral und kostenlos Rat zu allen Fragen rund um die Pflege. Die Bandbreite reicht von einer einfachen Auskunft bis hin zu ausführlicher Beratung und Begleitung bei komplexen Problemlagen.

 

Die Pflegestützpunkte in Baden-Württemberg werden gemeinsam von den Kranken- und Pflegekassen und den Land- und Stadtkreisen getragen. Mit dem Rahmenvertrag zur Arbeit und Finanzierung der Pflegestützpunkte, der vor zwei Jahren zwischen den kommunalen Landesverbänden und den Landesverbänden der Kranken- und Pflegekassen geschlossen wurde, wurde die Basis für einen weiteren Ausbau dieser Beratungsstruktur in Baden-Württemberg gelegt. Mit dieser bundesweit einzigartigen flächendeckenden Ausbaustruktur neutraler Beratungsstellen wurde ein wichtiger Schritt im Sinne der betroffenen Menschen getan.

 

Hintergrundinformation:

Grundsätzliche Informationen und einen Einblick über die Tätigkeiten im Jahr 2019 erhalten Sie über den aktuellen Bericht der Geschäftsstelle Pflegestützpunkte. Der Rahmenvertrag zur Arbeit und zur Finanzierung der Pflegestützpunkte nach § 7c Abs. 6 SGB XI in Baden-Württemberg ist Teil des Berichtes. (Anhang).

 

Pressekontakt:

AOK Baden-Württemberg

Tel.: 0711-2593-229

E-Mail: presse@bw.aok.de

 

Verband der Ersatzkassen (vdek)

Landesvertretung Baden-Württemberg

für die B 52-Verbändekooperation

Tel.: 0711-23954-19

E-Mail: frank.winkler@vdek.com

 

Pressestelle des Landkreistags

Teil.: 0711- 22462-28

E-Mail: presse@landkreistag-bw.de

 

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news-3752 Wed, 22 Jul 2020 09:35:26 +0200 Corona: Gesetzliche Krankenkassen, Ärzte und Zahnärzte fordern gerechte Lastenverteilung https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/corona-gesetzliche-krankenkassen-aerzte-und-zahnaerzte-fordern-gerechte-lastenverteilung.html Private Krankenversicherer müssen ihren Anteil beitragen Die gesetzlichen Krankenkassen (GKV), die Vertragsärzte und Vertragszahnärzte in Baden-Württemberg fordern eine stärkere Beteiligung der privaten Krankenversicherung (PKV) an den Lasten der Corona-Pandemie. Insbesondere kritisieren sie, dass den weitaus größten Teil der Gesundheitskosten bislang allein die gesetzlich Versicherten und ihre Arbeitgeber stemmen müssten.

 

„Alle Akteure im Gesundheitswesen strengen sich in allerhöchstem Maße an, Versorgung jetzt zu leisten und die bestehende gute Struktur für die Zukunft zu sichern“, so Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. „Besonderer Dank gilt den Ärztinnen und Ärzten, den Zahnärztinnen und Zahnärzten sowie den Pflegerinnen und Pflegern, die auch unter diesen besonderen Bedingungen einen tollen Job machen.“ Umso bedauerlicher sei es, so Bauernfeind weiter, dass die privaten Krankenversicherer ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bisher nur teilweise gerecht würden. Als Beispiel führt er die ausgeweiteten Corona-Tests bei asymptomatischen Patienten an, deren Finanzierung selbst für Privatversicherte allein aus dem GKV-Gesundheitsfonds käme.

 

Dr. Norbert Metke, Vorsitzender des Vorstands der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW), ergänzt: „Die gesetzlichen Krankenkassen haben mit uns gemeinsam schnell und unkompliziert wirksame Maßnahmen ergriffen, um die ambulante Versorgung im Land auch während der Corona-Hochphase und für die Zeit danach sicherzustellen. Nicht zu tolerieren ist, dass bei sinkenden Ausgaben der PKV und gleichbleibenden, von der wirtschaftlichen Situation unabhängigen Einnahmen die PKV sich an den Corona-Folgekosten nur rudimentär beteiligt.“

 

Biggi Bender, Leiterin der Landesvertretung des Verbandes der Ersatzkassen (vdek), äußert sich für die B 52-Verbändekooperation Baden-Württemberg: „Die Corona-Pandemie ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, an welcher sich alle Akteure im Gesundheitswesen finanziell beteiligen müssen. Deshalb habe ich kein Verständnis dafür, dass sich die PKV an der Schutzausrüstung, etwa Mund-Nasen-Schutz, FFP-Masken, Schutzbrillen oder Schutzkittel, unzulänglich beteiligt hat.“ Zu der B 52-Verbändekooperation gehören der BKK-Landesverband Süd, die IKK classic, die KNAPPSCHAFT und der vdek.

 

Dr. Ute Maier, Vorsitzende der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg: „Die ablehnende Haltung der PKV, sich finanziell an einem Schutzschirm für die Zahnärztinnen und Zahnärzte oder an der Ausstattung der Schwerpunktpraxen für Covid-19-Erkrankte mit Schutzausrüstung zu beteiligen, ist mehr als enttäuschend. Wir erwarten hier mehr Engagement.“

 

 

 

Pressekontakt:

AOK Baden-Württemberg

Tel.: 0711-2593-229

E-Mail: presse@bw.aok.de

 

Verband der Ersatzkassen (vdek)

Landesvertretung Baden-Württemberg

für die B 52-Verbändekooperation

Tel.: 0711-23954-19

E-Mail: frank.winkler@vdek.com

 

Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg

Tel.: 0711-7875-3419

E-Mail: kai.sonntag@bvbawue.de

 

Kassenzahnärztliche Vereinigung Baden-Württemberg

Tel.: 0711-7877-218

E-Mail: florian.wahl@kzvbw.de

 

 

 

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news-3750 Mon, 20 Jul 2020 10:59:33 +0200 AOK-Verwaltungsrat: Erstmals über 4,52 Millionen Versicherte https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-verwaltungsrat-erstmals-ueber-452-millionen-versicherte.html Drohender Finanzausgleich der Kassen geht zu Lasten der gesundheitlichen Versorgung im Land Der Verwaltungsrat der AOK Baden-Württemberg verabschiedete in seiner turnusmäßigen Sitzung die Jahresrechnung 2019, die mit einem leichten Plus von 15 Millionen Euro abgeschlossen wurde. Erfreut zeigte sich das oberste Gremium der Südwestkasse auch angesichts der Tatsache, dass sich die positive Versichertenentwicklung im Jahr 2020 mit einem neuen Höchststand fortsetze. So sei die Versichertenzahl seit Januar mit jetzt mehr als 4,52 Millionen auf Rekordhöhe. Mit Sorge betrachtete der Verwaltungsrat hingegen, dass der Fortgang der Pandemie offen und deren Auswirkungen noch nicht verlässlich zu beziffern seien. Dies, die bereits vor Ausbruch der Pandemie beschlossenen Gesetze und geplanten Änderungen im Finanzausgleich der Kassen seien in Kombination sehr belastend für die Finanzen.

 

Direkte Auswirkungen könne ein Entwurf des Bundesamtes für soziale Sicherung (BAS) zur Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben im Finanzausgleich der Krankenkassen haben. Eine Umsetzung hätte zur Folge, dass dem hervorragend aufgestellten Gesundheitssystem in Baden-Württemberg künftig im Vergleich zu heute jährlich ein hoher dreistelliger Millionenbetrag fehlen würde. „Im Sinne unserer Versicherten ist das völlig unverständlich und entschieden abzulehnen. Die sehr hohe Qualität der Versorgung darf nicht beschnitten werden“, sagte Monika Lersmacher, alternierende Vorsitzende des Verwaltungsrates am Rande der Sitzung. Die Mittel der Krankenkassen aus Regionen mit effizienter und qualitativ sehr guter Versorgung in weniger effiziente umzuleiten, bedeute für die Versicherten Nachteile insbesondere im ländlichen Raum.

 

Das Gesundheitssystem im Land sei bestens aufgestellt und die Versorgung sehr gut strukturiert. „Es ist eine aberwitzige Verschwendung von Beitragsgeldern der versicherten Mitglieder und ihrer Arbeitgeber im Land, wenn jetzt Mittel in dreistelliger Millionenhöhe hier nicht mehr zur Verfügung stehen“, so Lersmacher weiter.

 

Für Peer-Michael Dick, alternierender Vorsitzender des Verwaltungsrates, hat dieses Vorhaben im Zusammenwirken mit den Folgen der Pandemie Auswirkungen auf die Lohnnebenkosten: „Corona und die jüngere Gesetzgebung sehen wir mit großer Sorge. Sie gefährden die gewollte Deckelung der Sozialabgaben bei 40 Prozent.“

 

Dass die AOK Baden-Württemberg trotz dieser Unwägbarkeiten einen Zuwachs an Versicherten und ein Plus in der Jahresrechnung habe, „bestätigt unseren an Stabilität und Qualität orientierten Kurs“, so Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. „Die Südwest-Kasse steht auch künftig verlässlich für hohe Versorgungsqualität und werde sich dem Wettbewerb um gute Versorgung auch unter erschwerten Bedingungen weiterhin stellen.“

 

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news-3749 Mon, 20 Jul 2020 10:41:05 +0200 Arzneimittelrabattverträge: AOK sanktioniert Umweltsünden und stärkt Liefersicherheit https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/arzneimittelrabattvertraege-aok-sanktioniert-umweltsuenden-und-staerkt-liefersicherheit.html Rabatt-Ausschreibung für 119 Wirkstoffe gestartet „Die Corona-Pandemie zeigt überdeutlich, wie sehr die Arzneimittelversorgung in Europa von den weltweiten, krisenanfälligen Produktions- und Lieferketten der global aufgestellten Pharmaindustrie abhängig ist“, so Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg und Chefverhandler für die bundesweiten Arzneimittelrabattverträge der Gesundheitskasse. Die AOK begrüße daher das Ziel der deutschen EU-Ratspräsidentschaft, die Liefersicherheit wichtiger Medikamente in der EU zu stärken. Um das zu erreichen, brauche es Anreize, an denen die Arzneimittelhersteller nicht vorbei könnten, so Bauernfeind anlässlich der heute (20.07.2020) gestarteten Ausschreibung zur 24. Tranche der bundesweiten AOK-Arzneimittelrabattverträge. Sie umfasst 120 Fachlose mit insgesamt 119 Wirkstoffen.

 

„Ab sofort werden wir die Arzneimittelhersteller mit unseren Rabattverträgen verpflichten, als Absicherung gegen Produktions- oder Lieferausfälle dauerhaft Arzneimittelreserven für drei Monate anzulegen. Erst im letzten Vertragsquartal darf dieser Lagerbestand aufgebraucht werden.“ Zudem werde die AOK ihren Beitrag leisten, die auf Kosten der Menschen und der Umwelt entstehenden Angebotsvorteile in der Lieferkette durch klare Haftungsregelungen abzubauen. Wolle ein Unternehmen einen Rabattvertrag mit der AOK schließen, müsse es zukünftig sicherstellen, dass weder seine eigene Produktion noch die seiner Zulieferer die Gesundheit der Beschäftigten oder die Umwelt gefährdeten. „Kurz gesagt: Wer nicht liefert oder die vor Ort geltenden Arbeitsschutz- oder Umweltstandards nicht einhält, riskiert, den laufenden Vertrag unmittelbar zu verlieren und seine Chancen mit Blick auf künftige Ausschreibungen aufs Spiel zu setzen“, so Bauernfeind.

 

„Arzneimittelrabattverträge sind ein starkes und in dieser Form derzeit einzigartiges Steuerungsinstrument.“ Mit den veränderten Vorrats-, Produktions- und Umweltauflagen im Rahmen der aktuellen AOK-Ausschreibung, so Bauernfeind, entwickle man die Verträge gezielt weiter in Richtung Versorgungssicherheit. Eine Ausschreibung zu fünf antibiotischen Wirkstoffen sei für diesen sehr spezifischen Markt bereits in Vorbereitung, so Bauernfeind weiter. In dieser Ausschreibung sollen die Versorgungssicherheit sowie die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards zusätzlich gestärkt werden. „Wir setzen zudem auf eine EU-weite Initiative während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft, mit der die Pharmaunternehmen in die Pflicht genommen werden. Es muss dort im Interesse der Versicherten darum gehen, die marktnahe Produktion durch entsprechende gesetzliche Rahmenbedingungen umweltgerecht zu fördern.“

 


Die Ausschreibung AOK XXIV im Überblick:

 

  • 119 Wirkstoffe in 120 Fachlosen;
  • 22 Wirkstoffe werden im Drei-Partner-Modell vergeben;
  • Vertragslaufzeit: 1. Juni 2021 bis 31. Mai 2023;
  • AOK-Umsatzvolumen: rund 2,0 Milliarden Euro pro Jahr (Apothekenverkaufspreis);
  • Ende der Angebotsfrist: 22. September 2020

 

 

 

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news-3743 Tue, 14 Jul 2020 08:08:27 +0200 Neue Leistung im Facharztvertrag Kardiologie https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/neue-leistung-im-facharztvertrag-kardiologie.html Kardio-MRT jetzt als hochwertige ambulante Diagnoseleistung Die ambulante kardiologische Behandlung in Baden-Württemberg wird im Facharztvertrag Kardiologie der AOK Baden-Württemberg um eine qualitativ hochwertige Diagnoseleistung ergänzt: Die Vertragspartner, zu denen auf Arztseite MEDI Baden-Württemberg, der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK) und der Bundesverband niedergelassener fachärztlich tätiger Internisten (BNFI) zählen, nehmen seit 1. Juli 2020 die Magnetresonanttomografie (MRT) des Herzens in den Facharztvertrag auf. Niedergelassene Kardiologen, die die vereinbarten Qualifikationsanforderungen erfüllen, können diese jetzt erstmals in einer fachübergreifenden Kooperation mit Radiologen als ambulante Leistung durchführen und abrechnen.

 

Eine MRT wird veranlasst, wenn nach nichtinvasiven apparativen Untersuchungen wie einer Blutdruckmessung, dem Ruhe-, Belastungs- oder Langzeit-EKG und anderer bildgebender Diagnostik wie dem Herzultraschall krankhafte Veränderungen des Herzens noch genauer zu beurteilen sind.

 

PD Dr. Ralph Bosch, 1. Regionalvorsitzender des BNK Baden-Württemberg und MEDI-Sprecher betont: „Im Facharztvertrag Kardiologie werden Innovationen schnell und evidenzbasiert in die ambulante Versorgung gebracht. Die Einführung der ambulanten Kardio-MRT bedeutet einen weiteren innovativen Schritt. Das in der stationären Versorgung etablierte Verfahren eignet sich dann, wenn nach der obligatorischen Echokardiografie weitergehende Abklärungen notwendig werden. Die Untersuchung dauert rund 45 Minuten und wird bei Bedarf von einem entsprechend qualilfizierten Kardiologen direkt bei einem Radiologen vor Ort duchgeführt.“

 

Die Voraussetzungen für die Durchführung entsprechen den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. Die Leistung wird der erforderlichen Qualifikation und dem Aufwand entsprechend adäquat vergütet.

 

Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, sagt dazu: „Bislang mussten Patienten immer eine Klinik aufsuchen, wenn die Indikationsstellung eine Kardio-MRT erforderlich machte, weil ambulant entsprechende Abrechnungsmodalitäten fehlten. Zum Nutzen der Versicherten kann dies jetzt beim Facharzt geschehen, der den Patienten gut kennt und dem alle Befunde vorliegen.“

 

Seit dem Versorgungsstart 2010 sind verschiedene Verfahren und Behandlungsmethoden in den Facharztvertrag Kardiologie integriert worden, die sonst der ambulanten Versorgung nicht oder nur teilweise zugänglich sind. So wurde bereits 2012 bundesweit erstmalig die ambulante Implantation eines Ereignisrekorders vertraglich vereinbart. Damit kann etwa bei einem unklaren Schlaganfall Vorhofflimmern diagnostiziert werden – die häufigste Ursache des Schlaganfalls. Seit 2013 werden außerdem die Materialkosten für die Druckdrahtmessung bei einer diagnostischen Herzkatheteruntersuchung übernommen. Das erlaubt den Nachweis, ob die Minderdurchblutung des Herzmuskels tatsächlich so gravierend ist, dass ein Stent eingesetzt werden muss. Seit 2016 können auch Ereignisrekorder der neuesten Generation verwendet werden, die für den Patienten noch komfortabler sind. 2017 wurde außerdem die ambulante Implantation von Defibrillatoren in den Leistungskatalog aufgenommen. Damit können schnelle Rhythmusstörungen der Herzkammer oder Kammerflimmern, die in über 80 Prozent der Fälle die Ursache für einen plötzlichen Herztod sind, durch eine Elektrostimulation- oder Schockabgabe beendet werden.

 

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news-3718 Tue, 30 Jun 2020 11:24:02 +0200 Zehn Jahre AOK-Facharztverträge in Baden-Württemberg https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/zehn-jahre-aok-facharztvertraege-in-baden-wuerttemberg.html Wissenschaft bestätigt: Patienten umfassend besser versorgt Am 1. Juli 2010 begann in Baden-Württemberg die Versorgung im ersten AOK-Facharztvertrag für den Bereich Kardiologie. Mittlerweile nehmen über 2.800 Fachärzte und Psychotherapeuten aus 12 Fachgebieten an insgesamt sieben Verträgen teil. Seit 2013 bietet die AOK Baden-Württemberg ihr FacharztProgramm gemeinsam mit der Bosch BKK an. Zusammen mit dem Vertrag zur hausarztzentrierten Versorgung (HZV) verkörpern die Selektivverträge eine einmalige strukturierte Vollversorgung außerhalb des KV-Systems. Zeitgemäße Arbeitsbedingungen ohne Budgetierung ärztlicher Honorare und mehr Beratungszeit ermöglichen den Ärzten eine umfassend und nachweislich bessere Versorgung der Versicherten. Wissenschaftliche Evaluationen wiesen etwa nach, dass Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz oder koronarer Herzkrankheit sogar länger leben als in der Regelversorgung. Aktuell haben sich freiwillig über 750 Tausend Versicherte im Facharzt- und 1,7 Millionen Versicherte im HausarztProgramm eingeschrieben. Für die Vertragspartner waren die Verträge nie als Versuchslabor konzipiert. Der Gesetzesrahmen wurde vielmehr dazu genutzt, die ambulante Versorgung freiwillig und auf wettbewerblicher Basis umfassend neu zu gestalten, was angesichts der Zunahme multimorbider und chronisch kranker Patienten immer wichtiger wird.

 

Zusammen mit dem Hausärzteverband und MEDI Baden-Württemberg schloss die AOK Baden-Württemberg deshalb bereits 2008 den bundesweit ersten HZV-Vertrag auf Vollversorgungsbasis. Ein fundamentaler Unterschied der Selektivverträge liegt in der strukturierten und verbindlichen Zusammenarbeit zwischen Haus- und Fachärzten. Der Hausarzt fungiert als Koordinator mit direktem Draht zum behandelnden Facharzt, sodass dort insbesondere diejenigen Patienten zeitnah versorgt werden, die nach seiner Einschätzung fachärztliche Kompetenz benötigen. Inhaltlich liegt der Fokus auf der Identifizierung von Schwerpunktdiagnosen und darauf abgestimmter evidenzbasierter Versorgungspfade basierend auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen.

 

Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg kommentiert: „Durch die noch auf der Zielgeraden erreichten Änderungen im Faire Kassenwettbewerbs-Gesetz können wir auch künftig für die Menschen eine nachhaltige qualitätsgesicherte Versorgung gestalten, die auf den Empfehlungen des Sachverständigenrats Gesundheit zu zukunftsfähigen Strukturen aufbaut. Getragen von mittlerweile über 8.000 eng kooperierenden Ärzten und Psychotherapeuten ist das Haus- und Facharztprogramm eine echte Erfolgsgeschichte im deutschen Gesundheitswesen, die wir gemeinsam fortsetzen werden.” Im Herbst folgt bereits der nächste Vertrag für das Fachgebiet Pneumologie.

 

Budgetierung ärztlicher Honorare, fehlendes Vertrauen in die Reformfähigkeit des kollektivvertraglichen Systems und mehr individuelle Gestaltungsmöglichkeiten waren und sind wichtige Motive für die Teilnahme an den Facharztverträgen. Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI Baden-Württemberg und MEDI GENO Deutschland betont: „Seit über zwölf Jahren verbessern passgenaue Strukturen vor Ort die Arbeitsbedingungen der Praxisteams und die ambulante Patientenversorgung gleichermaßen. Wir setzen deshalb in Baden-Württemberg in punkto Selektivverträge weiter auf das bewährte Vollversorgungssystem. Und mit dem SpiFA als starken Kooperationspartner wollen wir den Facharztverträgen zukünftig auch bundesweit mehr Schlagkraft verleihen.“ Eine wichtige Rolle spielt auch die Tätigkeit der derzeit rund 500 Entlastungsassistentinnen in der Facharztpraxis (EFA®). Sie wird seit 2014 gefördert und ermöglicht eine intensivere und verbesserte Betreuung der Patienten und entlastet so die Fachärzte bei wichtigen Routinearbeiten.

 

Dr. Gertrud Prinzing, Vorständin bei der Bosch BKK ergänzt: „Die Verträge verschaffen den teilnehmenden Ärztinnen und Ärzten Zeit für eine intensive Versorgung und eine ausführliche Information und Beratung ihrer Patienten. So können vor allem chronische Krankheitsbilder besser beleuchtet werden: Gibt es beispielsweise Einflussfaktoren aus dem sozialen Umfeld, wie etwa Stress oder Belastungen, so kann der Patient ganzheitlich und individuell behandelt werden.” Dabei können im Sinne einer interdisziplinären Zusammenarbeit etwa auch Mitarbeiter des Sozialen Dienstes der AOK oder der Patientenbegleitung der Bosch BKK zum Einsatz kommen, die den Betroffenen vertrauensvoll mit Rat und Tat zur Seite stehen.

 

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news-3713 Thu, 18 Jun 2020 13:25:40 +0200 Darmkrebsfrüherkennung https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/darmkrebsfrueherkennung.html Versicherte nutzen Test dreimal häufiger bei erleichtertem Zugang Gesetzlich krankenversicherte Männer und Frauen haben ab dem Alter von 50 Jahren Anspruch auf einen kostenlosen immunologischen Stuhltest zur Darmkrebsfrüherkennung. Bislang nutzen nur Wenige dieses Angebot. Jetzt zeigt eine Studie, die Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) gemeinsam mit der AOK Baden-Württemberg, dem Hausärzteverband und MEDI Baden-Württemberg durchgeführt haben: Die Versicherten nehmen das Angebot dreimal so oft an, wenn sie den Test per Post erhalten und zurückschicken können.

 

Darmkrebs zählt weltweit zu den häufigsten Krebserkrankungen. Allein in Deutschland erkranken jährlich knapp 60.000 Männer und Frauen an Krebs des Dickdarms oder des Enddarms – rund 25.000 Erkrankte versterben an ihrem Krebsleiden. Dabei ließen sich viele dieser Darmkrebserkrankungen verhindern oder zumindest frühzeitig erkennen und behandeln, wenn mehr Menschen die Früherkennungsangebote nutzen würden. Ein wichtiger Bestandteil des Früherkennungsangebots ist der immunologische Test, mit dem Stuhlproben auf nicht sichtbare Blutspuren untersucht werden. Diese können auf Darmpolypen, also Vorstufen von Darmkrebs, oder auf eine bereits bestehende Darmkrebserkrankung hinweisen. Gesetzlich Krankenversicherte haben im Alter von 50 bis 54 Jahren jährlichen Anspruch auf den Test, und ab einem Alter von 55 jedes zweite Jahr. Ist das Ergebnis eines Stuhltests auffällig, wird der Befund durch eine Darmspiegelung abgeklärt. Alternativ können Männer ab 50 und Frauen ab 55 Jahren auch eine Vorsorge-Darmspiegelung ohne vorherigen Stuhltest durchführen.

 

„Bislang haben in Deutschland pro Jahr allerdings nur rund zehn Prozent der Teilnahmeberechtigten den Stuhltest genutzt“, sagt Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). „Das sind viel zu wenige und Deutschland hinkt hier im Vergleich zu anderen europäischen Ländern deutlich hinterher.“ Ein großer Unterschied zu den Ländern mit höherer Teilnehmerquote am Stuhltest: In Deutschland ist die Durchführung umständlich. „Man muss den Test in der Arztpraxis besorgen, zu Hause durchführen, wieder in der Praxis abgeben und schließlich bei einem erneuten Arzttermin das Ergebnis abfragen“, so Brenner. „Das sind zu viele Hürden, um eine breite Nutzung des Angebots zu erreichen.“

 

Mit der Studie wurde deshalb untersucht, ob sich durch ein niedrigschwelliges Bereitstellen des Tests die Nutzungsrate erhöhen lässt. Dazu wurden 17.532 Versicherte im Alter von 50 bis 54 Jahren nach dem Zufallsprinzip in drei Gruppen eingeteilt.

 

Eingeladen wurden ausschließlich Personen, die in den Jahren zuvor keine Darmspiegelung beansprucht hatten, nicht an Krebs erkrankt waren und am AOK-HausarztProgramm teilnahmen. Alle drei Gruppen erhielten ein Einladungsschreiben zur Darmkrebsfrüherkennung. Die Teilnehmer in den beiden Interventionsgruppen erhielten mit dem Einladungsschreiben entweder mehrere leicht durchführbare Bestelloptionen (per Internet, E-Mail, Fax oder Post) für den Test bzw. unmittelbar den Test ohne vorherige Bestellung, den sie dann kostenfrei per Post zurücksenden konnten. Personen der Kontrollgruppe erhielten lediglich das Einladungsschreiben.

 

Das deutliche Ergebnis: In der Gruppe, die nur das Einladungsschreiben erhalten hatte, lag die Teilnahmerate wie bisher bei zehn Prozent. In der Gruppe, die mit dem Einladungsschreiben auch gleich den Test erhielt, lag die Teilnahmerate innerhalb eines Jahres bei fast 30 Prozent. Bei den Studienteilnehmern, die mit dem Schreiben mehrere Bestelloptionen erhalten hatten, war der Effekt annähernd gleich groß. Ein Erinnerungsschreiben steigerte die Teilnahmerate zusätzlich: Bei Frauen in den Interventionsgruppen (beigefügter Test oder Bestelloption) erhöhte sich die Teilnahme dadurch auf fast 40 Prozent. Bei Männern lag die Teilnehmerrate in allen drei Gruppen fast 10 Prozentpunkte niedriger.

 

Zwei Drittel der Studienteilnehmer, die einen auffälligen Testbefund hatten, ließen diesen anschließend durch eine Koloskopie abklären. Bei über 40 Prozent dieser Teilnehmer spürten Ärzte frühe Darmkrebsvorstufen auf, bei über 20 Prozent entdeckten sie sogar fortgeschrittene Veränderungen – die im Zuge der Darmspiegelung gleich entfernt werden konnten. „Das unterstreicht den hohen Stellenwert, den der immunologische Stuhltest für die Früherkennung von Darmkrebs hat“, sagt Brenner und betont: „Natürlich ist es unerlässlich, einen positiven Test dann auch auf jeden Fall mit einer Darmspiegelung abzuklären.“

 

Für Brenner ist diese Erkenntnis ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung. „Wir haben gezeigt, dass mit dem erleichterten Zugang die Nutzung der Darmkrebsfrüherkennung in der Altersgruppe von 50-54 Jahren erheblich verbessert werden kann“, sagt der DKFZ-Forscher.

 

Der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Johannes Bauernfeind, ergänzt: „Effektive Früherkennung ist bei Darmkrebs unverzichtbar, deshalb versenden wir in unserem Haus- und FacharztProgramm gemeinsam mit den Arztpartnern schon seit knapp zehn Jahren ein Einladungsschreiben zur Vorsorgekoloskopie. Die Studienergebnisse legen nahe, dass wir dieses Angebot zukünftig um einen erleichterten Zugang zu den Stuhltests erweitern.“

 

Laura Fiona Gruner, Michael Hoffmeister, Leopold Ludwig, Stefan Meny, Hermann Brenner: Effekte verschiedener Einladungsmodelle auf die Inanspruchnahme immunologischer Tests auf Blut im Stuhl: Ergebnisse einer randomisierten kontrollierten Studie. Deutsches Ärzteblatt, Heft 25/2020; 19. Juni 2020 (Foto: "AOK-Mediendienst")

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news-3689 Tue, 02 Jun 2020 08:39:54 +0200 Anspruchsvolle Aufgaben in herausfordernder Zeit https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/anspruchsvolle-aufgaben-in-herausfordernder-zeit.html Alexander Stütz startet als neuer Vize-Chef der AOK Baden-Württemberg „Die Corona-Pandemie stellt die Gesellschaft vor anspruchsvolle Aufgaben“, sagt der neue Stellvertretende Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Alexander Stütz, „doch gerade im Gesundheitswesen erweist sich diese Krise auch als ein Beschleuniger der Digitalisierung,“ ist der 49-jährige Diplom-Kaufmann überzeugt. Vorstandschef Johannes Bauernfeind schätzt seinen neuen Vorstandskollegen aufgrund seiner langjährigen einschlägigen Kenntnisse als Top-Manager, der mit seinen operationalen und strategischen Fähigkeiten neue und zukunftsweisende Impulse für die Südwest-AOK und das Gesundheitswesen im Land insbesondere in der Digitalisierung setzen wird. „Ich freue mich, dass wir mit Alexander Stütz auch einen Experten zur elektronischen Patientenakte an Bord holen. Die AOK Baden-Württemberg verfolgt bei der Digitalisierung ehrgeizige Ziele. Ich glaube, wir haben jetzt die Chance Sektorengrenzen aufzulösen und die Vernetzung im Gesundheitssystem voranzutreiben.“ Alexander Stütz ist ehemaliger Bereichsvorstand der Barmer und startet sein Engagement für die AOK Baden-Württemberg seit Juni 2020.

 

Zu den Schwerpunkten des neuen Vizechefs der Südwest-AOK werden unter anderem die IT-Steuerung, Personal und Personal-Entwicklung, Kundenmanagement sowie Marketing und Vertrieb gehören. „Ich freue mich auf die richtige Mischung aus Kundenorientierung und gesundheitspolitischer Profilierung, für die die AOK Baden-Württemberg bekannt ist. Gern werde ich meine Erfahrungen in die strategische Ausrichtung des südwestdeutschen Marktführers der gesetzlichen Krankenversicherung einbringen“, so Stütz.

 

„Wir hätten dem neuen stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Alexander Stütz einen Einstieg zu einer einfacheren Zeit gegönnt“, sagt Vorstandsvorsitzender Johannes Bauernfeind, „doch die Ausnahmesituation der Corona-Krise bietet auch die Chance, Neues aufzubauen und in vielen Bereichen unser bisheriges Tun zu hinterfragen.“ Das sieht auch Bauernfeinds neuer Co-Vorstand so: „2020 ist das schwierigste Jahr, das die gesetzliche Krankenversicherung bisher jemals zu managen hatte. Wir werden damit umzugehen wissen, müssen aber flexibel und stets im Interesse unserer Versicherten agieren.“ Alexander Stütz ist bereits Ende April 2020 einstimmig vom Verwaltungsrat gewählt worden.

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news-3685 Thu, 28 May 2020 11:41:46 +0200 Selektivverträge der AOK Baden-Württemberg wachsen weiter https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/selektivvertraege-der-aok-baden-wuerttemberg-wachsen-weiter.html 2019 fast zehn Prozent Wachstum bei teilnehmenden Versicherten Im Haus- und FacharztProgramm der AOK Baden-Württemberg steigen die Teilnehmerzahlen und Arzthonorare auch 2019 auf hohem Niveau weiter an. Das Gesamthonorar der Ärztinnen und Ärzte in den Verträgen liegt mit 636 Millionen Euro gut sieben Prozent über dem Vorjahreswert. Davon entfallen 492 Millionen Euro (plus 6 Prozent) auf den HZV-Vertrag mit knapp 1,7 Millionen Versicherten (plus 4 Prozent). Im gemeinsamen FacharztProgramm von AOK und Bosch BKK liegt das Honorar bei 144 Millionen Euro (plus 12,5 Prozent). Die Zahl der teilnehmenden Versicherten stieg auf 718 Tausend (plus 9,6 Prozent). Inzwischen nehmen inklusive angestellter Ärzte 5.150 Haus- und Kinderärzte sowie rund 2.800 Fachärzte und Psychotherapeuten an der Versorgung teil. Die Vertragspartner sind mit der Entwicklung sehr zufrieden und entwickeln die Selektivvertragslandschaft auch 2020 kontinuierlich weiter. Am 1. April startete für das Fachgebiet Nephrologie ein neuer Facharztvertrag, dem im Herbst ein weiterer für die Pneumologie folgen wird.

 

Der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Johannes Bauernfeind, stellt fest: „Durch die im vergangenen Jahr noch auf der Zielgeraden erreichten Änderungen im Faire-Kassenwettbewerbs-Gesetz besteht nun Planungssicherheit für bestehende und neue Verträge, sodass wir auch in den nächsten Jahren den Wachstumskurs gemeinsam mit den Ärztepartnern fortsetzen werden. Dabei sehen wir die Coronakrise auch als Herausforderung und Antrieb für die weitere Digitalisierung und wollen speziell die 2019 erfolgreich gestartete elektronische Arztvernetzung systematisch ausbauen. In digitalen Unterstützungsprozessen liegen gerade in den Selektivverträgen aufgrund der regionalen Gestaltungsfreiheiten große Chancen und Potentiale zur Verbesserung der Versorgung.“

 

Von der intensiven und koordinierteren Versorgung in den Selektivverträgen profitieren vor allem chronisch kranke Menschen. Seit Beginn im Jahr 2008 zeigen die Vertragspartner, dass die HZV im Zusammenspiel mit den eng vernetzten Facharztverträgen eine nachweislich bessere Versorgung erzielt. Für die HZV ist belegt, dass sich die „Qualitätsschere“ sogar von Jahr zu Jahr noch weiter zugunsten der HZV öffnet. Und im Herbst 2019 Jahres zeigte eine wissenschaftliche Evaluation des Facharztvertrags Kardiologie für Herzpatienten bereits für einen Zeitraum von zwei Jahren signifikante Vorteile bei gewonnenen Lebensjahren.

 

Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI Baden-Württemberg und MEDI GENO Deutschland kommentiert. „In den letzten Jahren kamen jeweils rund 60 bis 70 Tausend neue Versicherte im FacharztProgramm hinzu. Im Mai 2020 ist die Marke von 750 Tausend überschritten worden. Das bestätigt uns auf unserem Erfolgsweg und motiviert uns alle auch in diesen schwierigen Zeiten, in denen das Patientenaufkommen in vielen Praxen coronabedingt deutlich niedriger liegt.“ Im April wurden deshalb für die Haus- und Facharztverträge bereits umfangreiche Sofortmaßnahmen beschlossen, insbesondere die Öffnung zahlreicher ärztlicher Leistung für Fernbehandlung per Video oder Telefon. Zusätzlich haben sich die Vertragspartner über die Inhalte zu einem Corona-Rettungsschirm äquivalent zur Regelversorgung verständigt.

 

„Trotz landesweit rückläufiger Hausarztzahlen bleibt die Zahl der an der HZV teilnehmenden Ärzte auch 2019 stabil auf hohem Niveau“, betont Dr. Berthold Dietsche, Vorsitzender des Hausärzteverbands Baden-Württemberg. „Eine gut etablierte HZV-Praxis in Baden-Württemberg ist durch die einfache, auf wenigen Pauschalen beruhende Abrechnung in der Coronakrise vergleichsweise gut gerüstet. Und sie ist schon jetzt und in Zukunft erst recht ein entscheidender Vorteil bei der Regelung der Praxisnachfolge”, so Dietsche.

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news-3676 Wed, 20 May 2020 10:00:00 +0200 AOK Baden-Württemberg öffnet schrittweise ihre Standorte im Land https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-baden-wuerttemberg-oeffnet-schrittweise-ihre-standorte-im-land.html AOK-KundenCenter bieten wieder persönliche Beratung vor Ort Die AOK Baden-Württemberg bietet seit heute (20.05.2020) wieder persönliche Gespräche für ihre Versicherten in AOK-KundenCentern an. Die Beratungstermine werden im Vorfeld mit den Kundinnen und Kunden telefonisch vereinbart und in den einzelnen AOK-KundenCentern aller 14 Bezirksdirektionen durchgeführt.

„Seit wir wegen des Corona-Virus im März unsere Standorte vorsorglich zum Schutz unserer Versicherten und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Publikumsverkehr geschlossen haben, waren wir verstärkt telefonisch und auf den Online-Kanälen für unsere Kunden da“, sagt Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. „Am Telefon, über das Online-KundenCenter ‚Meine AOK‘, per App und andere Online-Kanäle waren wir für Versicherte und Firmenkunden immer da und haben auch in dieser außergewöhnlichen Situation sehr gut beraten. Jetzt freuen wir uns darauf, wieder sukzessive den Publikumsverkehr in unseren Standorten zu ermöglichen und für unsere Kunden vor Ort persönlich da sein zu können.“

Die persönlichen Beratungsgespräche in den Standorten können telefonisch mit den Kundenberaterinnen und -beratern der AOK Baden-Württemberg vereinbart werden. Versicherte finden unter aok.de/bw Informationen zu den geöffneten AOK-KundenCentern und die Kontaktdaten zur Terminvereinbarung. Zum Schutz der Kunden und der Mitarbeitenden der AOK Baden-Württemberg in Zeiten des Corona-Virus wird auf die Abstandsregel von mindestens 1,5 Metern geachtet, zum Beispiel mit Hinweisen durch Bodenmarkierungen. Zusätzlichen Infektionsschutz im Beratungsgespräch bieten transparente Plexiglasscheiben. Die Versicherten werden in Anlehnung an die Verordnung der Landesregierung gebeten, ihren Mund-Nasen-Schutz zum Termin mitzubringen.

Das Ziel, aktiv die Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen und somit die Gesundheit der Versicherten und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen, hat bei der AOK Baden-Württemberg nach wie vor höchste Priorität und ist Taktgeber für die stufenweise Öffnung der Standorte der Südwestkasse. In einem ersten Schritt werden persönliche Beratungstermine nach telefonischer Terminvereinbarung in ausgewählten Standorten aller 14 Bezirksdirektionen angeboten. Die Öffnung weiterer AOK-KundenCenter sowie der Betrieb der AOK-Gesundheitszentren und AOK-RückenStudios werden schrittweise folgen. So reagiert die AOK Baden-Württemberg auch weiterhin flexibel auf regionale Gegebenheiten und sich verändernde Rahmenbedingungen.

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news-3674 Mon, 18 May 2020 09:46:32 +0200 Corona-Pandemie: Entlastung für Pflegegeldempfänger https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/corona-pandemie-entlastung-fuer-pflegegeldempfaenger.html Pflicht zu Beratungsgesprächen entfällt – Onlinekurse bieten Unterstützung Um das Risiko einer Corona-Infektion zu reduzieren, sind die für die Empfängerinnen und Empfänger von Pflegegeld verpflichtenden regelmäßigen Beratungsgespräche aktuell ausgesetzt. Diese Regelung gilt zunächst bis zum 30.09.2020. Allein bei der AOK Baden-Württemberg profitieren rund 150.000 Versicherte.

 

„In der aktuellen Situation steht das Vermeiden einer Ansteckung mit dem Corona-Virus an erster Stelle. Deshalb gilt es, insbesondere pflegebedürftige und hochaltrige Menschen zu schützen, da sie häufig durch multiple Vorerkrankungen besonders gefährdet sind“, so Britta March, die bei der AOK Baden-Württemberg den Bereich Pflege und Beratung in der Pflege verantwortet. Die gesetzlich vorgeschriebenen Beratungsbesuche vorübergehend auszusetzen, sei deshalb eine richtige und unverzichtbare Maßnahme. Dennoch werde die AOK Baden-Württemberg auch in der aktuellen Situation niemanden, der einen konkreten Beratungsbedarf habe, allein lassen, so March weiter. „Sollten beispielsweise die häusliche Pflege nicht mehr sichergestellt werden können oder andere Fragen rund um das Thema Pflege drängen, stehen unsere Pflegeberaterinnen und Pflegeberater jederzeit telefonisch zur Verfügung.“ Zusätzlich biete die AOK Baden-Württemberg kostenfreie Online-Kurse für pflegende Angehörige rund um die häusliche Pflege, auch zu speziellen pflegerischen Themen wie Alzheimer und Demenz, Wohnformen im Alter oder die rechtliche Vorsorge, an: online-pflegekurse.bw.aok.de.

 

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news-3655 Wed, 06 May 2020 12:58:41 +0200 „Das Wartezimmer wandert ins Wohnzimmer“ https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/das-wartezimmer-wandert-ins-wohnzimmer.html Beirat Digitalisierung der AOK Baden-Württemberg spricht über Zukunftsszenarien der Versorgung Die AOK Baden-Württemberg nimmt die Zeit nach der Coronakrise in den Blick. Im Beirat Digitalisierung thematisierten aktuell Fachleute aus der Gesundheits- und Digitalwirtschaft unter der Moderation von Professor Dr. Matthias P. Schönermark strategische Fragen zur digitalen Transformation für das Gesundheitswesen und die Wirtschaft. Unter den Experten herrschte Einigkeit, dass die Corona-Krise viele Chancen für eine beschleunigte Digitalisierung böte, um Sektorengrenzen aufzulösen und die Vernetzung im Gesundheitssystem voranzutreiben. „Wir haben neue Wege und Möglichkeiten durchdacht, die zuvor eher skeptisch gesehen wurden. Wir wollen diese Krise aktiv als Antrieb für die Digitalisierung im Gesundheitswesen nutzen und hinterfragen vor diesem Hintergrund in vielen Bereichen unser bisheriges Tun“, fasst Johannes Bauernfeind, Vorstandvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, die Erkenntnisse der Experten zusammen.

 

Vertreter der ambulanten und stationären Versorgung im Gremium hoben hervor, dass die AOK Baden-Württemberg mit ihren Vertragspartnern der Haus- und Facharztverträge – MEDI und Hausärzteverband in Baden-Württemberg – strukturelle Grundlagen gelegt und schnell und zielführend den in der Corona-Krise dringend benötigten digitalen Austausch untereinander und mit den Patienten vorangetrieben habe. Zu den umfangreichen Sofortmaßnahmen der selektivvertraglichen ambulanten Versorgung während der Coronakrise werden beispielsweise seit 01.03.2020 Leistungen vergütet, die als Fernbehandlung per Video oder Telefon erbracht werden können. Die elektronische Vernetzung der Haus- und Fachärzte, die an den Selektivverträgen der AOK Baden-Württemberg teilnehmen, ist bereits seit Sommer 2019 etabliert. Innovationen wie die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und der elektronische Arztbrief verbessern jetzt in besonderem Maße die Versorgung der teilnehmenden Versicherten und entlasten die Ärzte organisatorisch.

 

In der Coronakrise sei „das Wartezimmer ins Wohnzimmer gewandert. Angehörige bekommen digitalen Zugang zu ihren stationär liegenden Familienmitgliedern“, sagt Beiratsmitglied Professor Dr. Jörg Martin, Medizinischer Geschäftsführer der Regionale Kliniken Holding. „Ich glaube, dass kurzfristig gefundene Lösungen durch die Digitalisierung wegen ihres hohen Nutzens nicht wieder zurückgenommen werden können“, so Martin weiter. Außerdem zeigten Ergebnisse aus der Marktforschung, dass 70 Prozent der Patienten eher eine Videokonferenz mit dem Arzt vorziehen, als zwei Monate auf einen Arzttermin zu warten. Insgesamt werde das Gesundheitssystem derzeit auf den Prüfstand gestellt und die Digitalisierung erhalte einen starken Schub. Hemmnisse und Bedenken spielen angesichts der wichtigen Einsatzmöglichkeiten keine Rolle mehr.

 

Harry Gatterer, Geschäftsführer des Frankfurter Zukunftsinstituts, sieht die Digitalisierung bereits weit fortgeschritten: „Sie ist jetzt Gegenwart und keine Zukunftsmusik mehr. Wie schnell Unternehmen damit umzugehen lernen, bestimmt ihre weitere Zukunft. Das ist weniger eine Frage der Technik, als der Fähigkeit zur Selbstorganisation. Jeder Player auch im Gesundheitswesen muss seine Rolle intensiv überdenken und sich neu aufstellen.“ Dabei dürfe die Technik aber nur Mittel zum Zweck sein. Der wichtigste Grundsatz dabei laute, alle Menschen im Blick zu haben. Jene, die weniger digitalen Zugang haben, dürften nicht als „Entwicklungsverlierer“ abgehängt werden, betont Johannes Bauernfeind.



Informationen für Redaktionen


Zusammensetzung des Beirats Digitalisierung:

•    Prof. Dr. Ing.-Prof. e. h. Wilhelm Bauer, geschäftsführender Leiter Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

•    Dr. med. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender MEDI

•    Harry Gatterer, Geschäftsführer Zukunftsinstitut

•    Prof. Dr. Christoph Igel, Kommando Cyber- und Informationsraum (KdoCIR) der Bundeswehr

•    Dr. rer. pol. Ilona Köster-Steinebach, Geschäftsführerin Aktionsbündnis Patientensicherheit

•    Prof. Dr. Jörg Martin, Medizinischer Geschäftsführer Regionale Kliniken Holding RKH

•    Dr. Alexander Schachinger, Geschäftsführer EPatient RSD

•    Frank Stratmann, digitaler Berater und Blogger

•    Roland Hamm, Versichertenvertreter

•    Götz Anselm Maier, Arbeitgebervertreter

 

 

 

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news-3654 Wed, 06 May 2020 09:39:05 +0200 Neue Software für Covid-19-Patienten im Hausarztvertrag der AOK Baden-Württemberg https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/neue-software-fuer-covid-19-patienten-im-hausarztvertrag-der-aok-baden-wuerttemberg.html CovidCare unterstützt Praxen bei der strukturierten Versorgung von Risikopatienten Seit 30. April steht HZV-Praxen mit CovidCare eine Software zur Verfügung, die die Versorgung von Covid-19-Patienten verbessert und Hausärzte entlastet. Im Fokus sind Patienten, die zu einer vom RKI definierten Risikogruppe gehören. Entwickelt wurde CovidCare von der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung des Universitätsklinikums Heidelberg. CovidCare dockt an das hausarztpraxisbasierte Case Management für chronisch kranke Patienten (PraCMan) an. Dessen Herzstück, die CareCockpit-Software, ermöglicht ein strukturiertes Monitoring, welches telefonisch durchgeführt werden kann, und eine einfache und einheitliche Dokumentation vorhält. CovidCare ermögliche so eine gezieltere und sichere Patientenbetreuung und trage dazu bei, Verschlechterungen des Gesundheitszustands frühzeitig zu erkennen, so die Vertragspartner.

 

„Die softwaregestützte Verlaufskontrolle mit Terminübersicht und Visualisierung auf einer Zeitachse sind sehr sinnvoll und benutzerfreundlich“, so Dr. Thomas Heyer, Vertreter des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg. Es ermögliche eine bessere Wahrnehmung und Einschätzung des Krankheitsverlaufes und ein frühestmögliches Erkennen einer Verschlechterung. „Ich kann den Einsatz von CovidCare allen Kolleginnen und Kollegen nur empfehlen – auch denjenigen, die bislang noch keine Erfahrungen mit der PraCMan-Software gemacht haben“, so Heyer weiter.

 

CovidCare besteht aus den drei Elementen Patientenanlage, Assessment und Telefonmonitoring. Die strukturierte Versorgung erfolgt unter Einbeziehung einer qualifizierten Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAH). Profitieren können von dem neuem Versorgungsmodul Versicherte im AOK HausarztProgramm, auch Patienten in Pflegeheimen können teilnehmen. Die Praxen können pro Krankheitsfall 40 Euro zusätzlich abrechnen. Teilnahmevoraussetzung ist die Durchführung einer 30-bis 60-minütigen Online-Schulung für die VERAH. Für die Hausärzte wird ebenfalls eine 15-bis 30-minütige Online-Schulung angeboten. „Wir haben uns gemeinsam mit den ärztlichen Vertragspartnern für CovidCare entschieden, weil es die Versorgung von Patienten mit Coronainfektionen strukturierter und sicherer macht und gleichzeitig den Hausarzt entlastet. Mit PraCMan verfügen wir bereits seit 2014 über ein etabliertes Versorgungsprogramm, über das derzeit rund 20.000 Versicherte in über 700 Hausarztpraxen versorgt werden“, sagt Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg.

 

Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI Baden-Württemberg und MEDI GENO Deutschland, betont: ”Die Hausärzte sind essentiell für die Versorgung von Coronapatienten. Da es in vielen Praxen immer noch an ausreichender Schutzausrüstung mangelt, hilft CovidCare die ambulante Versorgung zu sichern und bietet gleichzeitig bestmöglichen Infektionsschutz für Ärzte und Praxispersonal.“

 

Das CovidCare-Modul soll kontinuierlich weiterentwickelt und für wissenschaftliche Fragestellungen zur besseren Bewältigung der Coronapandemie genutzt werden. Teilnehmende Praxen können dazu für Patienten, die ihr Einverständnis schriftlich erklärt haben, pseudonymisierte klinische Daten verschlüsselt über einen sicheren unidirektionalen Weg an die Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung der Universität Heidelberg weiterleiten.

 

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news-3634 Tue, 28 Apr 2020 18:19:08 +0200 Vorstand der Südwest-AOK jetzt komplett https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/vorstand-der-suedwest-aok-jetzt-komplett.html Verwaltungsrat der AOK Baden-Württemberg wählt Alexander Stütz zum neuen Vorstandsvize „Der Verwaltungsrat hat heute nach einem intensiven Auswahlverfahren Alexander Stütz einstimmig zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der AOK Baden-Württemberg gewählt. Damit ist der 2-köpfige Vorstand komplett“, so der alternierende Vorsitzende des Verwaltungsrats der AOK Baden-Württemberg, Peer-Michael Dick, am Dienstag (28.04.2020) unmittelbar nach der Sondersitzung des höchsten Gremiums der mit über 4,5 Millionen Versicherten größten Kranken- und Pflegekasse im Land.

Laut Dick bekomme das Unternehmen mit Alexander Stütz eine hervorragend geeignete Persönlichkeit, die aufgrund ihres einschlägigen Knowhows in der gesetzlichen Krankenversicherung auch „neue und zukunftsweisende Impulse für die Südwest-AOK und das Gesundheitswesen im Land setzen wird.“

Alexander Stütz ist seit 2010 als Bereichsvorstand bei der zweitgrößten gesetzlichen Krankenversicherung, der Barmer, tätig, so Dick weiter. Davor hat der 49-jährige Diplom-Kaufmann über viele Jahre in weiteren herausgehobenen Führungspositionen bei der Krankenkasse gearbeitet.

Damit bringe Stütz die operationalen und strategischen Fähigkeiten mit, „die in dieser Position bei einer der fünf größten gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland und im hart umkämpften Krankenversicherungsmarkt gefordert sind.“ Alexander Stütz werde seine Arbeit möglichst bereits Anfang Juni 2020 bei der AOK Baden-Württemberg aufnehmen.

Nach Dicks Worten habe der Verwaltungsrat mit seiner Personalentscheidung die besten Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die AOK Baden-Württemberg mit dem komplettierten Vorstandsduo an der Spitze nun ihren Vorreiter- und Gestaltungsanspruch in besonderem Maße erfüllt: „Die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung im Land wird künftig noch erkennbarer die Handschrift der AOK Baden-Württemberg zum Wohle ihrer Versicherten und Beitragszahler tragen.“

 

 

 

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news-3563 Tue, 14 Apr 2020 09:37:38 +0200 Corona-Krise: Umfangreiche Sofortmaßnahmen in AOK-Haus- und Facharztverträgen https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/corona-krise-umfangreiche-sofortmassnahmen-in-aok-haus-und-facharztvertraegen.html Ärztliche Leistungen als Fernbehandlung mittels Video und Telefon Die AOK Baden-Württemberg hat gemeinsam mit ihren Vertragspartnern der Haus- und Facharztverträge – MEDI und Hausärzteverband in Baden-Württemberg – umfangreiche Sofortmaßnahmen beschlossen, um die selektivvertragliche ambulante Versorgung während der Coronakrise zu sichern. Dabei werden in den Verträgen der Hausarztzentrierten Versorgung und in den angeschlossenen Facharztverträgen seit dem 01.03.2020 Leistungen vergütet, die als Fernbehandlung per Video oder Telefon erbracht werden können. Das Maßnahmenpaket passe die Patientenversorgung bestmöglich an die Ausnahmesituation an und garantiere die Existenzsicherung der Praxen betonten die Vertragspartner. Die Vereinbarungen gelten bis 30.06.2020.

 

Besonders geeignet für die Telefon- oder Videosprechstunde sind ärztliche Gespräche etwa zur Krankheitsanamnese und zum Therapieverlauf oder die Beratung des Patienten – soweit unmittelbare körperliche Untersuchungen und Therapiemaßnahmen nicht erforderlich sind. „Unser Anspruch muss sein, dass wir die Versorgung aufrechterhalten und gleichzeitig Ärzte, Praxispersonal und Patienten bestmöglich vor Infektionen schützen. Daher setzen wir konsequent auf die Fernbehandlung an Stelle vermeidbarer Praxisbesuche; genau diesen Ansatz haben wir gemeinsam mit unseren Vertragspartnern schnell und pragmatisch vereinbart“, sagt Johannes Bauernfeind, Vorstandvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Die Vereinbarungen gelten bis 30.06.2020.

 

Die Einschreibung von Versicherten in das Haus- und Facharztprogramm ist derzeit ebenfalls ohne persönliches Erscheinen in der Praxis möglich. Das erforderliche ärztliche Aufklärungsgespräch erfolgt per Telefon und die notwendige Unterschrift des Versicherten auf dem Postweg.

 

Analog zu den aktuellen Sonderbestimmungen in der Regelversorgung gelten für die Haus- und Facharztverträge der AOK Baden-Württemberg, dass Patientinnen und Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für maximal 14 Tage auch nach telefonischer Konsultation ausgestellt werden kann. Außerdem kann der nötige Bedarf an Schutzausrüstung von den Praxen als Sprechstundenbedarf abgerechnet werden.

 

„Wir haben hier gemeinsam für schnelle und flexible Regelungen gesorgt, die den Vertragsteilnehmerinnen und -teilnehmern in diesen schwierigen Zeiten ein großes Stück Sicherheit geben“, freut sich Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI Baden-Württemberg und MEDI GENO Deutschland. Und Dr. Berthold Dietsche, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg, betont: „Die Abschlagszahlungen für die Hausarztpraxen, die auf Basis der Anzahl der HZV-Versicherten erfolgt, werden in vertraglich zugesicherter Höhe vorgenommen. Darüber hinaus hat uns insbesondere auch die AOK Baden-Württemberg zugesichert, dass für die HZV Härtefallregelungen, äquivalent zur gesetzlich getroffenen Existenzsicherung, verhandelt werden.“

 

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news-3566 Thu, 09 Apr 2020 10:48:12 +0200 Neue wissenschaftliche Studie weist auf Wirksamkeit einer Zuckersteuer hin https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/neue-wissenschaftliche-studie-weist-auf-wirksamkeit-einer-zuckersteuer-hin.html Die AOK Baden-Württemberg warnt vor übermäßigem Zuckerkonsum Die Besteuerung von Lebensmitteln mit zugesetztem Zucker kann eine Konsumreduktion bewirken. Eine heute (09.04.2020) veröffentlichte Studie in der Cochrane Database of Systematic Reviews, an der die AOK Baden-Württemberg, die Universität Bremen, das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie und ein internationales Forscherteam gearbeitet haben, liefert mit Daten aus Ungarn erste Hinweise, dass eine Steuer auf extra gesüßte Lebensmittel den durchschnittlichen Konsum dieser Güter um 4 Prozent reduziert. „Auch Norwegen kann beim Thema Zuckersteuer als Pionier betrachtet werden, da hier Zucker und Lebensmittel mit zugesetztem Zucker wie beispielsweise Schokolade besteuert werden“, sagt Dr. Manuela Pfinder, Wissenschaftlerin der AOK Baden-Württemberg, die in dem Review die Federführung hatte.

 

Eine erhöhte Zuckeraufnahme kann ebenso wie ein hoher Fettkonsum, vor allem in Kombination mit Bewegungsmangel, zu Übergewicht führen. Dies ist ein Risikofaktor für ernst zu nehmende Erkrankungen wie Diabetes, Herzinfarkt oder Schlaganfall. In Deutschland konsumieren die Menschen laut Statista im Durchschnitt rund 35 Kilogramm Zucker pro Jahr. Der Tagesverbrauch eines Erwachsenen liegt bei ca. 95 Gramm Zucker pro Person. Dieser Konsum wird in den Ostertagen voraussichtlich noch weiter ansteigen. Allein 2018 kauften die Deutschen laut einer Studie des Marktforschers Nielsen etwa 30 Millionen Kilogramm Ostereier und Schokohasen und ließen sich das rund 394 Millionen Euro kosten. Und auch während der Corona-Krise greifen die Menschen in Deutschland vermehrt zu Süßigkeiten, da sie die meiste Zeit des Tages zu Hause verbringen. Laut Internationalem Süßwarenhandelsverband verzeichneten die Verkäufe von Süßwaren in den vergangenen Wochen ein zweistelliges Plus.

 

Wie hoch der Konsum zuckerhaltiger Lebensmittel schon in normalen Zeiten ist, zeigt eine Forsa-Befragung der Südwestkasse aus dem Jahr 2017: 89 Prozent der Befragten isst demnach mindestens einmal wöchentlich Süßigkeiten, Süßspeisen oder süßes Gebäck; fast die Hälfte (46 Prozent) sogar vier- bis sechsmal pro Woche oder täglich. Die Zahlen machen deutlich, dass ein freiwilliger Verzicht auf stark zuckerhaltige Lebensmittel schwerfällt.

 

Das heute publizierte Cochrane Review zur Wirksamkeit einer Zuckersteuer und einer Steuer auf Lebensmittel mit zugesetztem Zucker legt die dringliche Notwendigkeit fundierter Untersuchungen in diesem Bereich dar. Zudem zeigt sie, dass eine Steuer in Ungarn auf Lebensmittel mit zugesetztem Zucker den durchschnittlichen Konsum dieser Güter um 4 Prozent reduziert hat. Ähnliche Steuern, die bereits auf Bermuda, Dominica, St. Vincent und den Grenadinen sowie in Indien, Norwegen und der Navajo Nation Reservation eingeführt wurden, sollten untersucht werden, um das Vertrauen in die vorliegenden Ergebnisse zu erhöhen.

 

Dr. Manuela Pfinder: „Unsere vorläufigen Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass die Besteuerung von Lebensmitteln mit zugesetztem Zucker eine Konsumreduktion zu bewirken vermag. Es ist höchste Zeit, das weltweit zunehmende gesamtgesellschaftliche Gesundheitsproblem von Übergewicht und Adipositas anzugehen. Dazu besteht definitiv eine dringliche Notwendigkeit politischer Maßnahmen, um den Zuckerkonsum nachhaltig zu reduzieren.“ Die Besteuerung von Zucker und Lebensmitteln mit zugesetztem Zucker sei eine von vielen möglichen Optionen, um das Ernährungsverhalten der Bevölkerung zu verbessern und Übergewicht präventiv zu begegnen. „Präventive Handlungen umfassen sowohl politische Maßnahmen als auch Interventionen, die dringlich notwendig sind, um die epidemische Zunahme von Übergewicht und Adipositas sowie deren gesundheitsschädlichen Wirkungen wie von der WHO ausgeführt, unter Kontrolle zu bekommen“, so Pfinder.

 

Hinweis für die Redaktionen:

Die Studie wurde finanziert von dem UK Medical Research Council, Scottish Government Chief Scientist Office, und dem Cochrane Review Support Programme 2019. Die Studie ist kostenfrei zugänglich unter www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD012333.pub2/full/de.

 

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news-3470 Mon, 23 Mar 2020 08:55:49 +0100 Corona-Virus: Virtueller Krisenstab der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) eingerichtet https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/corona-virus-virtueller-krisenstab-der-gesetzlichen-krankenkassen-gkv-eingerichtet.html Enge Abstimmung der GKV-Spitzen in Baden-Württemberg im Umgang mit dem Corona-Virus zur Sicherstellung der Versorgung / Appell an Versicherte Angesichts der Coronavirus-Pandemie haben die gesetzlichen Krankenkassen in Baden-Württemberg einen gemeinsamen virtuellen Krisenstab eingerichtet, um jederzeit schnell handlungsfähig zu sein und mit situationsgerechten Maßnahmen reagieren zu können. Das beschlossen die Spitzen von AOK Baden-Württemberg und der anderen Krankenkassen (Ersatzkassen, Betriebskrankenkassen und IKK classic) in einer Telefonkonferenz. Ziel ist die Sicherstellung der einheitlichen und gemeinsamen Handlungsfähigkeit in der ambulanten, stationären und pflegerischen Versorgung.

 

Die gute Versorgung der Betroffenen, insbesondere älterer und vorerkrankter Patienten, und die Arbeitsfähigkeit der Vertragspartner stehen jetzt im Mittelpunkt des gemeinsamen Handelns. In der aktuellen sehr dynamischen und kritischen Situation kann niemand die genauen Auswirkungen prognostizieren. Deshalb sind sich die Spitzen der gesetzlichen Krankenkassen und ihrer Verbände einig, dass zusätzlich anfallende Honorare, entstandene Kosten und entgangene Erlöse in der Krankenhaus-, ärztlichen sowie pflegerischen Versorgung solidarisch ausgeglichen und die notwendige Liquidität bereitgestellt werden muss. Die GKV-Spitzen werden sich nun situativ, aber in jedem Fall wöchentlich, in einem virtuellen Krisenstab zusammenfinden und sich über die aktuellen Entwicklungen hinsichtlich der „Corona-Krise“ austauschen und über daraus resultierender Handlungsnotwendigkeiten entscheiden. Analog befinden sich die Fachebenen der gesetzlichen Krankenkassen in Baden-Württemberg im kontinuierlichen Austausch. Schnelle unbürokratische Lösungen sind nun das Gebot der Stunde.

 

Zudem appelliert der baden-württembergische GKV-Krisenstab an die Bevölkerung: Die Situation ist ernst. Die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die gesetzlichen Krankenkassen leisten ihren Beitrag dazu, wo immer es nötig und möglich ist. Jeder einzelne Versicherte kann zugleich einen wichtigen Beitrag zur Verringerung des allgemeinen Infektionsrisikos und Verlangsamung der Ausbreitung leisten. Dabei gilt es, einfache Regeln einzuhalten, die Menschenleben retten können: Möglichst zwei Meter Abstand halten, kein Handschlag und keine Berührungen, gründlich und regelmäßig Hände waschen und am besten soziale Kontakte vermeiden, vor allem zu Älteren und Vorerkrankten, weil diese besonders gefährdet sind.

 

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news-3471 Fri, 20 Mar 2020 15:43:50 +0100 Corona-Pandemie: Patientensicherheit steht in Arzneimittelversorgung an erster Stelle https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/corona-pandemie-patientensicherheit-steht-in-arzneimittelversorgung-an-erster-stelle.html Bauernfeind wertschätzt Apotheken: „AOK Baden-Württemberg vertraut in die Leistungsfähigkeit der Experten“ Die Corona-Pandemie stellt die deutsche Öffentlichkeit in diesen Tagen vor ungewohnte Herausforderungen. Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, unterstreicht die besondere Bedeutung der Apotheken in der jetzigen Situation: „Jede Apotheke wird bei vorausschauender Bevorratung auch und gerade jetzt ein verlässlicher Partner für die Bevölkerung sein. Wir vertrauen der Leistungsfähigkeit der Experten aus den Apotheken, denen wir für ihr Engagement danken. In Baden-Württemberg wollen wir Vereinfachungen umsetzen. In Kombination mit der normalen Bevorratung können die Apotheken dadurch flexibler auf die neuen Gegebenheiten reagieren.“ Mindestens einen Wochenbedarf im Voraus, so der AOK-Chef weiter, halte jede Apotheke vor, und zwei- bis dreimal täglich werden sie zudem neu beliefert.

 

Sollte es in Ausnahmesituationen vorkommen, dass der Wochenbedarf eines bestimmten Präparats in sehr kurzer Zeit abgegeben ist, bedeute das für betroffene Patienten dennoch kein Versorgungsproblem, unterstreicht Bauernfeind. Um einem Patienten auch im unerwarteten Fall des Falles einen zweiten Weg in die Apotheke zu ersparen, dürfe der Apotheker ihm ein alternatives Präparat abgeben, so der AOK-Chef mit Bezug auf die Corona-Pandemie. „Wenn der Wochenvorrat verbraucht ist, ohne dass Nachschub eintrifft, sind insbesondere für Rabattvertragsarzneimittel klare Austauschregeln definiert.“

 

Aktuell leisten die Rabattverträge einen wichtigen Beitrag, um die Versorgung der Apotheken und somit der Versicherten auch weiterhin zu gewährleisten. Denn in Apotheken sind primär rabattierte Arzneimittel vorrätig. „Kein Patient soll aber öfter als nötig in die Apotheke müssen.“ Bauernfeind weiter: „Zweitkontakte zu vermeiden, ist wichtig, um die Infektionsgeschwindigkeit der Pandemie zu drosseln.“ Mit dem LAV Baden-Württemberg habe sich die Südwest-AOK deshalb auf ein Maßnahmenbündel geeinigt, das diesem Umstand Rechnung trage. „Mit diesem Paket setzen wir nicht etwa Rabattverträge außer Kraft. Wir vereinfachen aber die Anwendung bereits bestehender Regelungen.“

 

AOK-Chef Bauernfeind abschließend: „Ich bin mir sicher, dass die Apotheker trotz der Belastungsprobe durch die Corona-Krise für unsere Versicherten und für die gesamte Bevölkerung ein Partner bleiben werden, auf den Verlass ist.“

 

 

Für Fachredaktionen: Die Vereinbarungen zwischen AOK und LAV Baden-Württemberg im Detail

 

  • Ist der Vorrat an einem bestimmten Arzneimittel erschöpft – gleich ob rabattiert oder nicht und unabhängig von seiner Preisgruppe – so ist die Apotheke frei in der Auswahl einer Alternative. Bestehen mehrere verfügbare Alternativen, gibt sie die günstigste und bevorzugt eine rabattierte ab.
  • Kann die verordnete Packungsgröße aufgrund einer Nichtverfügbarkeit nur durch die Abgabe mehrerer kleiner Packungen erreicht werden, so gibt die Apotheke diese ab, der Patient zahlt nur die Zuzahlung der verordneten Packung.
  • Es gelten die üblichen Dokumentationsregelungen. Die Kennzeichnung der Nichtverfügbarkeit erfolgt wie vertraglich vorgesehen mit dem Sonderkennzeichen 02567024 mit dem Faktor 5 oder 6. Das gleiche gilt für nichtverfügbare Importarzneimittel. Hier wird das Sonderkennzeichen 02567024 mit dem Faktor 3 oder 4 aufgedruckt.
  • Um Ressourcen in der Apotheke auf die Versorgung der Patienten zu fokussieren, werden Retax-Fristen wie auch die Einspruchsfristen um 6 Monate verlängert.

 

Ferner bietet die AOK Baden-Württemberg dem LAV an, zeitlich befristet die den Apotheken entstehenden Aufwände für die Erbringung von Botendiensten zu übernehmen. Hierfür wird pro beliefertem Patienten eine Vergütung von 2 Euro gewährt.

 

 

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news-3453 Fri, 13 Mar 2020 17:10:46 +0100 AOK Baden-Württemberg konzentriert Kundenkontakte auf Telefon und Internet https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-baden-wuerttemberg-konzentriert-kundenkontakte-auf-telefon-und-internet.html Gesundheit geht vor: Südwestkasse schließt vorsorglich alle KundenCenter Nachdem das Robert-Koch-Institut (RKI) neue Regionen zum COVID-19-Risikogebiet erklärt hat und sich die Risikolage weiter verschärft hat, reagiert nun auch die AOK Baden-Württemberg. Die größte Krankenkasse im Südwesten schließt ab sofort alle KundenCenter für den Publikumsverkehr und betreut die Versicherten verstärkt telefonisch. Hier hat die Krankenkasse ihre Kapazitäten aufgrund der außergewöhnlichen Situation aufgestockt. Die KundenCenter bleiben für den Publikumsverkehr vorerst bis zum 31.03.2020 geschlossen. Ziel sei es, so die AOK Baden-Württemberg, aktiv dabei zu unterstützen, die Verbreitung des Virus einzudämmen. Die Kontaktdaten, mit denen die Versicherten weiterhin mit Ihrer AOK Baden-Württemberg in Verbindung bleiben können, sind auf der Website www.aok.de/bw/ hinterlegt.

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news-3452 Fri, 13 Mar 2020 08:41:12 +0100 GESUNDNAH-FESTE werden wegen Corona-Pandemie verschoben https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/gesundnah-feste-werden-wegen-corona-pandemie-verschoben.html Gesundheit der Bevölkerung hat für die AOK Baden-Württemberg oberste Priorität Die AOK Baden-Württemberg verschiebt aufgrund der Corona-Pandemie die landesweite Gesundheitsförderungskampagne „Entdecke das WIR in DIR“. Damit setzt die größte Krankenkasse im Land den Erlass des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg (MSI), wonach Veranstaltungen im Südwesten mit mehr als 1.000 Menschen abgesagt werden müssen, um. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn empfiehlt Veranstaltungen mit über 1.000 Personen abzusagen.

 

„Die Gesundheit der Menschen ist das Wichtigste, weshalb wir uns zu diesem Schritt entschlossen haben“, sagt Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Die AOK Baden-Württemberg plante im Verbund mit Kommunen und Vereinen die Kampagne „Entdecke das WIR in DIR“ mit GESUNDNAH-Festen in landesweit 14 Städten sowie weiterführenden Angeboten. Die Kampagne wird voraussichtlich zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.

 

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news-3437 Tue, 03 Mar 2020 09:04:49 +0100 Studien belegen: Einsamkeit macht krank https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/studien-belegen-einsamkeit-macht-krank.html AOK Baden-Württemberg fördert mit einer landesweiten Kampagne die Gesundheitskompetenz der Menschen In den vergangenen fünf Jahren fühlten sich 44 Prozent der 18- bis 69-jährigen Baden-Württemberger zumindest manchmal einsam. Unter den Alleinlebenden sind es sogar 61 Prozent. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag der AOK Baden-Württemberg. Wer hingegen in einer Partnerschaft lebt oder regelmäßig etwas mit anderen unternimmt, fühlt sich laut Umfrage weniger einsam. „Einsamkeit ist eine prägende Realität unserer Gesellschaft“, sagt Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Bislang finden laut Bauernfeind Einsamkeit und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit zu wenig Beachtung. „Als erste Krankenkasse in Deutschland überhaupt setzt die AOK Baden-Württemberg der Einsamkeit ein strukturiertes Programm entgegen: "Entdecke das WIR in DIR." Die landesweite Kampagne stärkt die gesundheitsförderlichen Strukturen in den Kommunen, indem an 14 Aktionstagen in den AOK-Bezirksdirektionen die Menschen in ihren alltäglichen Lebenszusammenhängen erreicht werden.

 

Als erste Krankenkasse in Deutschland überhaupt setzt die AOK Baden-Württemberg im Verbund mit Kommunen und Vereinen der Einsamkeit ein strukturiertes Programm entgegen: Die landesweite Gesundheitsförderungskampagne „Entdecke das WIR in DIR“. Ab Mitte April 2020 können sich Gleichgesinnte finden, um gemeinsam aktiv zu sein und sich gegenseitig nachhaltig zu einem gesunden Lebensstil zu motivieren. Den Anfang machen 14 Gesundnah-Feste im ganzen Land, bei denen sich Singles, Familien, Paare und Freunde über konkrete Vor-Ort-Angebote aus Sport, Bewegung, Ernährung und Entspannung informieren können. Zu rund 400 Gesundnah Erlebnissen können sich die Menschen in Baden-Württemberg anschließend digital anmelden. Die Angebote sind kostenlos und richten sich an alle Menschen unabhängig von ihrer Versicherungszugehörigkeit. „Gemeinsam mit anderen ist es zum Beispiel einfacher, regelmäßige Bewegung in den Alltag zu integrieren, eine gesunde Ernährungsweise durchzuhalten oder neue Gewohnheiten zu etablieren,“ so Bauernfeind. Die AOK Baden-Württemberg gehe mit der Kampagne neue Wege in der kommunalen Gesundheitsförderung und Prävention, indem sie zivilgesellschaftliche Akteure und Kommunen vor Ort involviere, um gemeinsam im starken Netzwerk auf gesunde Verhältnisse hinzuwirken.

 

Bislang finden Einsamkeit und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit zu wenig Beachtung. „Im Interesse eines möglichst langen und gesunden Lebens gilt es, den aktuellen Trend zur Vereinsamung und ihrer negativen gesundheitlichen Folgen zu durchbrechen“, sagt Johannes Bauernfeind. Laut forsa-Umfrage schützt Gemeinsamkeit vor Einsamkeit: Befragte, die mit einem Partner zusammen leben und Befragte, die mindestens einmal pro Woche etwas mit anderen zusammen unternehmen, fühlten sich demnach nicht so oft einsam wie Singles und Befragte, die seltener etwas mit anderen zusammen unternehmen. „Individuelle Eigenschaften aber auch äußere Faktoren, wie eine enge emotionale Bezugsperson oder auch ein unterstützendes soziales Umfeld außerhalb der Familie, sind wichtige protektive Faktoren, um psychischen Erkrankungen vorzubeugen“, so Bauernfeind.

 

Aktuell leben laut Bevölkerungsstrukturdaten der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Baden-Württemberg mehr als 2 Millionen Menschen ganz allein – das ist fast jeder Fünfte. Von den rund 300.000 Haushalten, die seit 2009 in Baden-Württemberg neu gegründet wurden, sind laut GfK mehr als 200.000 Single-Haushalte. „Einsamkeit erhöht nachweislich das Risiko für chronischen Stress, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen, Demenz und einen frühen Tod“, sagt Johannes Bauernfeind. Laut eines Schreibens der Bundesregierung (Drucksache 19/10456) sei Einsamkeit in Bezug auf die Gesamtmortalität so schädlich wie Rauchen oder Adipositas. „Experten haben herausgefunden, dass insbesondere soziale Isolation das Auftreten und den Verlauf chronischer Krankheiten ungünstig beeinflusst und mit erhöhter Sterblichkeit assoziiert ist“, so Bauernfeind.

 

Laut forsa-Umfrage überwiegt in Baden-Württemberg der Wunsch, Neues zusammen mit anderen auszuprobieren: 68 Prozent der befragten 18- bis 69-Jährigen würden z. B. eine neue Sportart oder ein neues Hobby eher zusammen mit anderen ausprobieren. 40 Prozent der Befragten wären grundsätzlich daran interessiert, gemeinsam mit anderen zu wandern. Einer Lauf- oder Walkinggruppe würden sich 32 Prozent anschließen wollen. Gut jeder Dritte (35 Prozent) hat generell Interesse, sich einer Kochgruppe anzuschließen, die auf gesundheitsbewusste Ernährung achtet. Eine Yogagruppe würde bei knapp jedem Dritten (30 Prozent) auf Interesse stoßen. „Das Projekt ‚Entdecke das WIR in DIR‘ will die Menschen in Baden-Württemberg im Sinne der kommunalen Gesundheitsförderung für gesundheitsförderliches Verhalten sensibilisieren und Impulse zur entsprechenden Verhaltensänderung geben“, sagt Bauernfeind. Ziel sei es, Impulse für die Verankerung von Gesundheitsförderung und Prävention in Kommunen zu geben.

 

Hinweis an die Redaktionen:

Im Auftrag der AOK Baden-Württemberg hat das Meinungsforschungsinstitut forsa vom 7. bis 25. Januar 2020 insgesamt 2005 Online-Interviews durchgeführt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für Internetnutzer im Alter von 18 bis 69 Jahren in Baden-Württemberg.


Termine der GESUNDNAH-Feste:

 

  • Samstag, 18.04.: Crailsheim
  • Sonntag, 19.04.: Rastatt
  • Sonntag, 26.04.: Wiesloch
  • Sonntag, 26.04.: Eislingen
  • Samstag, 02.05.: Überlingen
  • Sonntag, 10.05.: Heidenheim
  • Sonntag, 10.05.: Albstadt
  • Samstag, 16.05.: Konstanz
  • Sonntag, 17.05.: Sindelfingen
  • Freitag, 22.05.: Emmendingen
  • Donnerstag-Samstag, 21.-23.05.: Ludwigsburg
  • Sonntag, 24.05.: Villingen-Schwenningen
  • Freitag, 29.05.: Biberach
  • Samstag, 30.05.: Freudenstadt

 

URLs zu GESUNDNAH-Festen und GESUNDNAH Erlebnissen:

aok.de/bw/gesundnah-fest (ab dem 18. März 2020 online)

aok.de/bw/gesundnah-erlebnis (ab dem 18. März 2020 online)

 

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news-3436 Mon, 02 Mar 2020 09:50:22 +0100 Pflegekräfte schützen https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/pflegekraefte-schuetzen.html Bundesweit einzigartige Kooperation will Arbeitsbelastung reduzieren Deutschlandweit wird in der Pflege der Mangel an Fachkräften beklagt. In Baden-Württemberg hat sich deshalb ein bislang bundesweit einzigartiges Bündnis gegründet. Landesregierung, Diakonie, Berufsgenossenschaft und AOK in Baden-Württemberg wollen die Gesundheit der Mitarbeitenden stärken. Ihre Leistungsfähigkeit soll zum Wohle der ihnen anvertrauten Menschen und deren Angehörigen erhalten werden. Heute (2. März) haben die Partner auf einer Landespressekonferenz ihr Modellprojekt GeNUSs vorgestellt.

 

„Gesundes und sicheres Arbeiten wird immer wichtiger, besonders im Lichte des Fachkräftemangels. Wir möchten kleine und mittelständische Unternehmen in der Sozialwirtschaft dabei unterstützen, die Gesundheit ihrer Beschäftigten stärker in den Blick zu nehmen. So können die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten nachhaltig verbessert und attraktive Arbeitsplätze geschaffen werden“, so Katrin Schütz, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg, im Rahmen der heutigen Landespressekonferenz in Stuttgart.

 

Deshalb fördert das Wirtschaftsministerium das Projekt „GeNUSs – Gesundheits-Netzwerk für Unternehmen der Sozialwirtschaft“. Die Initiative des Kompetenznetzes Gesundheit, bestehend aus der AOK Baden-Württemberg, der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) und der Diakonie Baden-Württemberg, richtet sich an kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) der Sozialwirtschaft im Land. Ihr Ziel ist es, die teilnehmenden Pflegedienste und -einrichtungen mit zentralen Beratungsstellen dabei zu unterstützen, ein passgenaues betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) einzuführen und umzusetzen. Zudem ermöglicht das Projekt, dass sich die beteiligten KMU auch untereinander vernetzen und zum betrieblichen Gesundheitsmanagement austauschen können.

 

„Pflegerinnen und Pfleger sind viel länger oder häufiger krank als der Durchschnitt der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland“, so Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Jüngste Auswertungen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigten, dass ihr Krankenstand fast 40 Prozent über dem Durchschnitt läge. „Solange wir es nicht alle gemeinsam hinkriegen, die aus diesen Zahlen herauszulesende übergroße Belastung der Pflegekräfte in unserem Land zu verringern, werden wir die aktuellen und kommenden Probleme in der Betreuung unserer Pflegebedürftigen nicht lösen können“, so Bauernfeind weiter. „Die Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements, das individuell auf den einzelnen Betrieb und seine Beschäftigen ausgerichtet ist, ist deshalb ein ganz wichtiger Baustein für die Zukunftssicherheit der Pflege.“

 

Schon heute fehlten den Unternehmen der Sozialwirtschaft in Baden-Württemberg rund 30.000 Fachkräfte, so André Peters, Vorstandsmitglied des Diakonischen Werks der Evangelischen Landeskirche in Baden. „Durch unsere vielen tausend sozialwirtschaftlichen Dienstleistungen in Baden-Württemberg wissen wir aus direkter Erfahrung, wo den Betrieben der Schuh drückt“, so Peters weiter. Großer Fachkräftemangel, Mehrbelastungen für die Beschäftigten und als Konsequenz hohe Krankenstände seien weit verbreitet. Angesichts der steigenden Zahl der Pflegebedürftigen, die Schätzungen zufolge 2030 an die 500.000er-Marke heranreichen dürfte, werde sich dieser Missstand eher noch verschärfen. „Mit Geld allein sind die vielen notwendigen Fachkräfte nicht für den Pflegeberuf zu begeistern“, so Peters weiter. „Schon seit einigen Jahren qualifiziert die Diakonie deshalb Mitarbeitende in der Sozialwirtschaft zum Thema gesundes Arbeiten. Im starken Schulterschluss der GeNUSs-Partner können wir nochmals einen ganz neuen Impuls in die Breite geben.“

 

„BGM ist ein unterstützender Prozess, der dazu beiträgt, die Gesundheit der Beschäftigten und das Gesundheitsbewusstsein im Betrieb zu erhalten und zu fördern“, so Erhard Weiß, Präventionsleiter der BGW in Karlsruhe. Mit den Kooperationspartnern AOK und Diakonie Baden-Württemberg verfolge die BGW ein gemeinsames Ziel: durch nachhaltige Maßnahmen gesundes Arbeiten in gesunden Organisationen zu fördern. „Wir bringen hierbei mit unserer jahrzehntelangen Erfahrung in diesem Bereich die Themen Arbeits- und Gesundheitsschutz in besonderer Weise mit ein und ermöglichen, gesetzlich verpflichtende Inhalte des Arbeitsschutzmanagements gleich zu integrieren“, so Weiß weiter. So könne die BGW unter anderem auch ihrem gesetzlichen Auftrag nachkommen und die Verbandsstrukturen nutzen, um ihre Themen flächendeckend zu platzieren.

 

Die Gesamtfinanzierung des Projekts beläuft sich auf rund 540.000 Euro, die zur Hälfte von den Projektträgern und zur anderen Hälfte vom Wirtschaftsministerium aus dem Europäischen Sozialfonds bestritten wird. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter www.gesund-aber-sicher.de/genuss. Unternehmen können sich noch bis zu 31. März 2020 bewerben.

 

 

 

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news-3433 Fri, 28 Feb 2020 14:47:35 +0100 Coronavirus in Baden-Württemberg: AOK-Hotline informiert Versicherte https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/coronavirus-in-baden-wuerttemberg-aok-hotline-informiert-versicherte.html AOK rät zu besonderem Augenmerk auf Hygiene Nach ersten bestätigten Corona-Infektionen in Baden-Württemberg sind in weiteren Bundesländern Corona-Fälle nachgewiesen worden. Experten warnen vor einer Panik und betonen, dass das Gesundheitssystem in Deutschland für den Epidemie-Fall gut gerüstet ist. Gleichzeitig gehen die Virologen davon aus, dass sich das neuartige Virus in Deutschland weiter ausbreiten wird. „Wichtig ist, die Verbreitung des Corona-Virus‘ einzudämmen und die Ansteckungsketten zu unterbrechen“, so Dr. Leslie Trautrims-Michelitsch, Leiterin Behandlungsmanagement der AOK Baden-Württemberg. „Schon regelmäßiges, intensives Händewaschen und -desinfizieren können das Risiko einer Ansteckung deutlich minimieren.“ Darüber hinaus rät sie, nicht mit den Händen das Gesicht zu berühren sowie in die Armbeuge zu husten und zu niesen. Versicherte der AOK Baden-Württemberg können sich bei Fragen zum Coronavirus auch am AOK-MedTelefon unter 0800 1050501 kostenfrei informieren.

In Baden-Württemberg sind derzeit mehrere Menschen mit dem Corona-Virus infiziert. Die meisten von ihnen haben sich auf einer Italienreise oder beim Kontakt mit Reiseheimkehrern aus Italien angesteckt. Allen Patienten geht es derzeit den Umständen entsprechend gut. „Experten gehen davon aus, dass eine Corona-Infektion für 80 Prozent der Betroffenen glimpflich verläuft“, sagt Trautrims-Michelitsch. Betroffene würden nicht mehr spüren als erkältungstypische Symptome. Jedoch könne das Virus in Einzelfällen einen schwereren Verlauf nehmen und zu starken Lungenentzündungen führen. Wer Symptome wie trockenen Husten, Halsschmerzen, Muskelschmerzen und Fieber bei sich feststelle, solle sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben, davor aber den Arzt telefonisch kontaktieren damit weitere Ansteckungen in der Arztpraxis vermieden werden können. Die Inkubationszeit beträgt nach bisherigen Erkenntnissen längstens 14 Tage.

Die Behandlung Erkrankter erfolgt symptomatisch. Dabei können die Patienten mit fiebersenkenden Mitteln und, wo nötig, mit Antibiotika unterstützt werden. In schwereren Fällen wird künstlich beatmet oder das Blut mit Sauerstoff angereichert. Für die meisten jungen Menschen oder Menschen im mittleren Alter ist das Virus nicht lebensgefährlich, wenn sie grundsätzlich gesund sind. Gefährlich ist das Virus laut Experten für ältere Menschen und  Personen mit Vorerkrankungen. An einem Impfstoff wird derzeit unter anderem in Baden-Württemberg mit Hochdruck geforscht. Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung wird in Deutschland vom Robert-Koch Institut aktuell (28.02.2020) als gering bis mäßig eingeschätzt.

 

 

 

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news-3427 Thu, 13 Feb 2020 15:50:40 +0100 Vertragspartner im Südwesten begrüßen Last-minute-Änderungen im Faire-Kassenwettbewerb-Gesetz (FKG) https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/vertragspartner-im-suedwesten-begruessen-last-minute-aenderungen-im-faire-kassenwettbewerb-gesetz-fkg.html AOK-Haus-und Facharztverträge in Baden-Württemberg sind mit wichtigen Änderungen im FKG gesichert Aus Sicht der Vertragspartner der AOK-Haus-und Facharztverträge in Baden-Württemberg sind mit wichtigen Änderungen im FKG, die der Bundestag in der heutigen abschließenden Lesung gegenüber dem Kabinettsentwurf beschlossen hat, die Weichen an entscheidenden Stellen noch richtig gestellt worden. Laut Einschätzung der Vertragspartner sind diese grundlegend für eine erfolgreiche Fortsetzung der 2008 gestarteten Selektiverträge. Am AOK-Hausarztprogramm nehmen mittlerweile rund 1,7 Millionen Versicherte teil, am gemeinsamen Facharztprogramm mit der Bosch BKK rund 730.000.

 

Bis zuletzt hatten die Vertragspartner nichts unversucht gelassen, um die Fortsetzung der Selektivverträge zu gewährleisten. Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI Baden-Württemberg und MEDI GENO Deutschland, kommentiert den Gesetzesbeschluss: „Das FKG war ein Damoklesschwert für alle Selektivverträge. Speziell durch das Verbot, in den Facharztverträgen auf konkrete Behandlungsdiagnosen Bezug zu nehmen, um daran Leistung und Vergütung bedarfsgerecht auszurichten. Wir haben immer betont, dass es nur so möglich ist, der zunehmenden Zahl von Patienten mit hoher Morbidität und chronischen Erkrankungen eine über die Regelversorgung hinausgehende Versorgung anzubieten. Wir hoffen, dass dieses Thema durch die ersatzlose Streichung jetzt endgültig vom Tisch ist.“

 

Der Kabinettsentwurf sah außerdem vor, Diagnosen, die vom Hausarzt vergeben wurden, niedriger zu bewerten. Diese Regelung wurde ebenfalls ersatzlos gestrichen. Dr. Berthold Dietsche, Chef des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg begrüßt diesen Sinneswandel mit Nachdruck: „Diese Regelung hätte eine Entwertung der hausärztlichen Versorgung dargestellt und gerade die Krankenkassen bestraft, die auf eine bessere Versorgungssteuerung durch die HZV setzen. Durch die Änderung wird nicht zuletzt auch verhindert, dass Versicherte bewusst zum Facharzt geschickt werden und damit die dringend erforderliche Koordinierungsfunktion des Hausarztes ausgehebelt wird.“

 

2020, im Jahr des zehnjährigen Bestehens der Facharztverträge, wollen die Vertragspartner ihren Erfolgsweg gemeinsam und entschlossen fortsetzen. Dazu sagt Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg: „Durch die beiden Streichungen in letzter Minute besteht jetzt Planungssicherheit für bestehende und neue Verträge. Am 1. April startet im Fachbereich Nephrologie der nächste Facharztvertrag, Pneumologie und HNO sollen bis Jahresende folgen. Ärgerlich bleibt allerdings, dass mit der nun beschlossenen Regionalkomponente im Finanzausgleich der Krankenkassen die wirtschaftlich positiven Effekte aus Baden-Württemberg abgezogen und in Subventionen ungesteuerter Überversorgung und Ineffizienzen anderer Bundesländer umgeleitet werden.“

 

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news-3424 Tue, 11 Feb 2020 09:12:09 +0100 Kassen zahlen den Kliniken 2020 über 9 Milliarden Euro https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/kassen-zahlen-den-kliniken-2020-ueber-9-milliarden-euro.html Bauernfeind: „Im Interesse der Patienten gut angelegtes Geld“ Seit dem 01.02.2020 erhalten die Kliniken im Land für die Behandlung von Patientinnen und Patienten 3,77 Prozent mehr als letztes Jahr – wieder ein Plus deutlich oberhalb der Inflationsrate. Darauf einigten sich die gesetzlichen Krankenkassen mit der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG) in ihren Verhandlungen zum Landesbasisfallwert. Zudem erstatten die Krankenkassen ab diesem Jahr jeder Klinik 100 Prozent der Personalkosten für Pflegerinnen und Pfleger in der direkten Patientenversorgung. Bislang galten dafür kalkulierte Durchschnittswerte. „Wer in Baden-Württemberg ins Krankenhaus kommt, ist bestens versorgt“, so Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Dies sei das gemeinsame Verdienst der Krankenkassen und der Kliniken. „Auch in diesem Jahr nehmen die Krankenkassen im Land wieder viel Geld in die Hand, damit die Krankenhäuser finanziell gut ausgestattet sind.“ Insgesamt flössen an die Kliniken mehr als 9 Milliarden Euro, von denen die AOK Baden-Württemberg mit rund 45 Prozent den Löwenanteil stemme.

 

„Wir haben aufgrund der jahrelangen Erfahrung einer guten Zusammenarbeit vor Ort volles Vertrauen in unsere Krankenhaus-Partner, dass sie die finanziellen Mittel wie in den Vorjahren richtig einsetzen, um die Menschen im Land in der gewohnt hohen Qualität zu behandeln“, so Bauernfeind weiter. Dazu seien neben einer zeitgemäßen medizinischen Ausstattung und exzellenten Ärztinnen und Ärzten eben auch ausreichend gute und motivierte Pflegerinnen und Pfleger entscheidend. Die Garantie der 100-Prozent-Finanzierung der Pflegegehälter verschaffe den Kliniken die notwendigen finanziellen Spielräume, geeignetes Personal zu halten und zu gewinnen. Dies sei auch eine Anerkennung der exzellenten Arbeit und des großen Einsatzes, die die Pflegerinnen und Pfleger Tag für Tag am Bett leisteten. „Natürlich sind das zusätzliche Kosten, die uns und unseren Versicherten entstehen“, so Bauernfeind. „Doch die halten wir im Interesse der Patientinnen und Patienten für sehr gut angelegt.“ Nicht passieren dürfe allerdings, dass es auf der Suche nach dringend benötigtem Pflegepersonal zu einem Überbietungs- und Abwerbewettbewerb unter den Kliniken und einer damit verbundenen hausgemachten Lohnkostenexplosion komme. „Denn“, so Bauernfeind weiter, „der würde dann allein auf dem Rücken der Beitragszahler ausgetragen, ohne dass sie bei steigenden Kosten eine Gegenleistung beispielsweise in Form höherer Versorgungsqualität durch insgesamt mehr Pflegepersonal bekämen.“ Anzeichen dafür gäbe es bislang zum Glück nicht.

 


Zusatzinformation für die Redaktionen:

Die Krankenkassen im Land und die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft legen jährlich in gemeinsamen Verhandlungen den Landesbasisfallwert (LBFW) fest. Der zahlbare Landesbasisfallwert wird zum 01.02.2020 um 3,77 Prozent von 3.539,12 Euro auf 3.672,40 Euro erhöht. Auf ihm beruhen die Fallpauschalen, die mit Zu- und Abschlägen die Grundlage für die Abrechnung der somatischen Krankhäuser bilden. Die Krankenkassen zahlen damit durchschnittlich deutlich mehr Geld pro stationärer Behandlung an die somatischen Krankenhäuser als 2019. Ab dem Jahr 2020 werden die tarifvertraglich bedingten Bruttopersonalkosten für Pflege- und Pflegehilfspersonal am Bett aus der DRG-Vergütung ausgegliedert und im sog. Pflegebudget krankenhausindividuell bezahlt.

 

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news-3418 Thu, 06 Feb 2020 14:47:58 +0100 AOK Baden-Württemberg offen für europäische Maßnahmen gegen global verursachte Lieferengpässe https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-baden-wuerttemberg-offen-fuer-europaeische-massnahmen-gegen-global-verursachte-lieferengpaesse.html Mechanik der Rabattverträge wirkt Engpässen entgegen „Das Problem der Lieferengpässe bei Arzneimitteln löst man nicht, indem man pauschal die Arzneimittelrabattverträge kritisiert“, stellt der Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg, Johannes Bauernfeind, am heutigen Donnerstag (06.02.2020) in Stuttgart klar. Lösungsansätze müssten zwingend die globalen Abhängigkeiten in der Arzneimittelversorgung berücksichtigen. Bislang kann allein die Mechanik der Rabattverträge zur Verhinderung von Lieferengpässen beitragen. Sie machten die Versorgung planungssicherer, stellten Transparenz her und verfügten über wirksame Sanktionierungsinstrumente. „Die Politik sollte jetzt genau prüfen, welches Instrumentarium eine sichere Versorgung der Patienten mit Arzneimitteln befördert und welches nicht“, so Bauernfeind weiter. Sinnvoll sei bei den globalen Lieferschwierigkeiten eine gemeinsame europäische Strategie, die mehr Markttransparenz und eine Mindestbevorratungspflicht für wichtige Arzneimittel im Blick habe. Die AOK Baden-Württemberg als bundesweite Verhandlungsführerin aller AOKs ist gerne bereit, diejenigen Ansätze zu bewerten, die die Versorgung faktisch verbessern.

 

Der AOK-Vorstandschef appelliert an eine Versachlichung in der Diskussion, denn Lieferengpässe seien nicht mit Versorgungsengpässen gleichzusetzen. Wirkliche Versorgungsprobleme beträfen vor allem Arzneimittel für Krankenhäuser oder patentgeschützte Arzneimittel, für die es keine adäquate Alternative gebe. Anders bei den sogenannten Generika (Arzneimittel, bei denen der Patentschutz ausgelaufen ist). Dort gebe es in Deutschland keine Versorgungsprobleme, sondern, weltweit gesehen, sehr unterschiedliche Ausprägungen von Lieferengpässen: „Versorgungskritische Engpässe treten immer dort auf, wo es, anders als im deutschen Generikamarkt, keine vertraglichen Lieferverpflichtungen gibt.“ Solche Lieferengpässe seien beispielweise in den USA etwa doppelt so häufig wie in Deutschland. Auch in europäischen Staaten ohne vertraglichen Lieferrahmen seien die Auswirkungen weltweiter Arzneimittelengpässe gravierender zu spüren als hierzulande. So listet die Schweiz aktuell 568 nicht lieferbare Produkte bei 287 betroffenen Wirkstoffen, in Rumänien fehlten aktuell sogar 695 Präparate. Deutschland verzeichnet derzeit 257 nicht lieferbare Arzneimittel, wovon vor allem Kliniken betroffen seien, weil es sich dort häufig um spezialisierte Arzneimittel mit komplexem Produktionsprozess handle.

 

Gründe für Lieferprobleme liegen laut Bauernfeind vor allem in der Rohstoffknappheit oder in Produktionsausfällen und eben nicht an den Arzneimittel-Rabattverträgen der Krankenkassen. Selbstverständlich sei die AOK Baden-Württemberg offen, alle zusätzlichen Verbesserungen, die über das funktionierende Instrumentarium der Rabattverträge hinausgehen, auf ihre Wirksamkeit hin zu prüfen. Der bereits erfolgte Vorschlag eines Mehrpartnermodells sei jedoch nach eigener Bewertung nicht zielführend: „Er wirkt nicht, da auch mehrere vertraglich gebunden Hersteller letztlich auf denselben Wirkstoffproduzenten zurückgreifen, und er ist sogar kontraproduktiv, da die Planungssicherheit für die Unternehmen bei diesem Modell zurückgeht“, so der AOK-Vorstandschef.

 

Kurzfristig müssten sich abzeichnende Engpässe sofort und verpflichtend an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gemeldet werden. Davon profitieren auch die Patienten, weil sie viel früher als heute alternative Therapieempfehlungen erhalten können“, so Bauernfeind weiter. Die AOK Baden-Württemberg unterstütze deshalb ausdrücklich das aktuelle gesetzliche Vorhaben von Bundesgesundheitsminister Spahn zur Stärkung der BfArM-Kompetenzen. Darüberhinausgehende künftige Lösungsansätze müssten zwingend die globalen Abhängigkeiten in der Arzneimittelversorgung berücksichtigen.

 

 

 

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news-3411 Fri, 31 Jan 2020 10:06:08 +0100 Bessere Versorgung chronisch Nierenkranker in Baden-Württemberg https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/bessere-versorgung-chronisch-nierenkranker-in-baden-wuerttemberg.html Neuer AOK-Facharztvertrag befördert intensive Beratung und Begleitung der Patienten Das AOK-FacharztProgramm in Baden-Württemberg wird nach den abgeschlossenen Vertragsverhandlungen ab dem 1. April 2020 um das Fachgebiet Nephrologie erweitert. Ein wesentlicher Vorteil gegenüber der Regelversorgung ist die umfassende Beratung und Unterstützung der Patienten durch den Facharzt, um in frühen Stadien ein Fortschreiten der chronischen Nierenerkrankung zu verhindern oder zumindest zu verlangsamen und in allen Phasen des Krankheitsprozesses Komplikationen zu vermindern. Der Arzt nehme sich hierfür mehr Zeit für Beratung und Begleitung der Betroffenen, die dadurch intensiver und besser als in der Regelversorgung versorgt seien, betont Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Zudem profitierten bei fortgeschrittener Erkrankung die Patienten von einer wissenschaftlich fundierten unabhängigen Aufklärung zu den verschiedenen Möglichkeiten einer Nierenersatzbehandlung. Grundsätzlich biete der Facharztvertrag einen schnellen Zugang zu moderner, qualitätsgesicherter Diagnostik und Therapie. Vertragspartner auf Ärzteseite ist MEDI Baden-Württemberg in Kooperation mit dem Verbund nephrologischer Praxen (VNP) in Baden-Württemberg. Teilnehmen können die rund 250 Fachärzte für Innere Medizin mit Schwerpunkt Nephrologie, sofern sie die vertraglichen Qualitätskriterien erfüllen und die erforderlichen Vertragsschulungen absolviert haben. Versorgungsbeginn ist der 1. April 2020.

 

Betroffene spüren eine chronische Erkrankung der Nieren oft erst, wenn es durch Folgeerkrankungen zu Beschwerden kommt oder die Nieren bereits versagen. Zu den häufigsten Ursachen für eine chronische Niereninsuffizienz bei Erwachsenen gehören Diabetes und Bluthochdruck. Ein erhöhtes Risiko besteht zudem unter anderem für Raucher, bei dauerhafter Einnahme bestimmter Medikamente (insbesondere mancher Schmerzmittel), und bei genetischer Veranlagung. Derzeit müssen sich knapp 5.600 Versicherte der AOK Baden-Württemberg mit fortgeschrittener chronischer Nierenerkrankung einem lebenserhaltenden Blutreinigungsverfahren (Dialyse) unterziehen, das von den Patienten oft als belastend empfunden wird. Der neue Facharztvertrag setzt daher einen Schwerpunkt auf die Prävention und Verzögerung des Fortschreitens der Krankheit, damit die Dialyse verhindert oder ihr Beginn zumindest verzögert werden kann. Dazu zählt, die Gesundheitskompetenz der Patienten zu fördern, also das Wissen darüber, wie die Nieren funktionieren, welche Faktoren das Risiko für eine chronische Nierenerkrankung und deren Fortschreiten erhöhen und wie der Lebensstil verändert werden kann, um die Nieren vor einem weiteren Funktionsverlust bestmöglich zu schützen. Im Vordergrund stehen dabei insbesondere Rauchstopp, regelmäßige Bewegung, Abbau von Übergewicht und eine sichere Arzneimitteltherapie.

 

Dabei setzen die Vertragspartner weiter auf die erfolgreiche Strategie einer engen Verknüpfung von haus- und fachärztlicher Versorgung. Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI Baden-Württemberg und MEDI GENO Deutschland, betont: „Gerade durch die strukturierte Verknüpfung mit dem Hausarztvertrag gibt es beste Voraussetzungen dafür, dass Nephrologen bei Patienten mit erhöhtem Risiko zukünftig früher hinzugezogen werden und dass einige Patienten erst zu einem späteren Zeitpunkt eine Nierenersatztherapie benötigen. Mit dem neuen Vertrag setzen wir außerdem gemeinsam mit dem VNP und der AOK Baden-Württemberg ein klares Signal, dass wir unsere alternative Regelversorgung auf Basis von Vollversorgungsverträgen weiter ausbauen wollen.“

 

Um die Patienten vor allem über die einzelnen Dialyseverfahren ausführlich, unabhängig und mit Blick auf die individuelle Lebenssituation des Patienten zu beraten, kann der Nephrologe im Vertrag mehr Zeit aufwenden. Das bildet die Grundlage für die gemeinsame Entscheidungsfindung bei der Auswahl der optimalen Dialysemethode. Dialyse-Patientinnen und Patienten werden nach einer Nierentransplantation ebenfalls ausführlich und angepasst an die individuelle Gesundheitssituation beraten und motiviert, weil dies dazu beitragen kann, die Komplikationsraten zu senken. Wichtig sind zum Beispiel bestimmte individuelle Diät- und Trinkvorgaben oder das Wissen über die Notwendigkeit von Bewegung und Sport.

 

Zur Vertragsphilosophie erklärt Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg: „Der Leitgedanke des Vertrages ist es, eine umfassende evidenzbasierte und biopsychosoziale Versorgung von Patientinnen und Patienten in allen Phasen der Krankheit sicherzustellen. Die mit den Vertragspartnern vereinbarte Vergütung fördert gezielt die intensive Begleitung und Beratung der Betroffenen. Denn nur informierte Patientinnen und Patienten können gemeinsam mit ihrem Arzt die bestmögliche Therapieentscheidung treffen.“

 

Dr. med. Dieter Baumann, erster Vorsitzender des VNP kommentiert: „Wir sind mit diesem Vertrag sehr zufrieden. Der hohe Beratungs- und Betreuungsaufwand wird damit für Patienten in allen Krankheitsphasen sehr gut abgebildet. Damit können wir die bereits gute Versorgung noch weiter verbessern – nicht zuletzt auch durch die Förderung von Heimdialyseverfahren. In Verbindung mit dem bundesweit vorbildlichen Dialysesachkostenvertrag der AOK Baden-Württemberg bin ich überzeugt, dass der Großteil der Nephrologen im Lande den neuen Vertrag sehr begrüßen und daran teilnehmen wird.“

 

Der Facharztvertrag Nephrologie ergänzt mit Wirkung zum 1. April 2020 den bereits seit 2002 existierenden eigenen Dialysesachkostenvertrag der AOK Baden-Württemberg, der vorwiegend nicht-ärztliche Leistungen umfasst. Mit dem Facharztvertrag wird das Versorgungsspektrum für nierenkranke Patienten und Nierentransplantierte erweitert. Der weiterhin geltende Dialyse-Sachkostenvertrag hebt sich in mehrfacher Hinsicht vom Versorgungsniveau des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) ab und steht damit von Beginn an für eine deutlich höhere Versorgungsqualität. So werden unter anderem für multimorbide Patienten höhere Dialysesachkostenpauschalen übernommen, um dem vermehrten Pflegeaufwand im Dialysezentrum gerecht zu werden.

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news-3403 Tue, 21 Jan 2020 09:06:03 +0100 Krankenstand im Südwesten auf konstantem Niveau https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/krankenstand-im-suedwesten-auf-konstantem-niveau.html Die bei der AOK Baden-Württemberg versicherten Berufstätigen fehlten in 2019 durchschnittlich 18,7 Tage Der Krankenstand im Südwesten ist nach aktuellen Zahlen der AOK Baden-Württemberg im Vergleich zu den beiden zurückliegenden Jahren auf einem gleichbleibenden Niveau. Die AOK Baden-Württemberg verzeichnete 2019 im Schnitt pro Mitglied 18,7 Fehltage. Das sind 0,1 Tage mehr als 2018 und 0,4 Tage mehr als 2017. Der Krankenstand ist mit 5,1 Prozent im Vergleich zu 2018 unverändert. Während es bei den Atemwegserkrankungen einen Rückgang (minus 1,4 Prozent) der Fehltage gibt, lässt sich bei den Muskel- und Skeletterkrankungen (plus 0,4 Prozent) sowie bei den psychischen Erkrankungen (plus 0,5 Prozent) ein leichter Anstieg beobachten.

 

Wie die aktuellen Zahlen zeigen, sind bei Mitgliedern der AOK Baden-Württemberg insgesamt 3,49 Millionen Fälle von Arbeitsunfähigkeit und 37,25 Millionen Fehltage registriert worden. Die Erwerbspersonen in Baden-Württemberg waren 2019 durchschnittlich (1,8-mal) genauso oft krankgeschrieben als im Vorjahr. Für die krankheitsbedingten Fehltage sind nach wie vor besonders Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes (22,4 Prozent), Krankheiten des Atmungssystems (12,9 Prozent), psychische Störungen (11,8 Prozent) sowie Verletzungen (10,4 Prozent) verantwortlich.

 

Während die Zahlen für Verletzungen nahezu unverändert geblieben sind, belegt die aktuelle Auswertung bei den Atemwegserkrankungen einen Rückgang. Die Zahl der krankheitsbedingten Fehltage, die auf psychische Störungen zurückzuführen sind, ist in den letzten Jahren kontinuierlich leicht angestiegen.

 

„Die kontinuierliche Steigerung an psychischen Erkrankungen bei Arbeitnehmern ist auch darauf zurück zu führen, dass sich die Arbeitswelt in den vergangenen Jahren massiv verändert hat. Beschleunigung, Informationsflut, Zunahme der Kopfarbeit, Arbeitsverdichtung – all das spielt ebenso wie beispielsweise die ständige Erreichbarkeit im Privaten eine Rolle“, erklärt Jutta Ommer-Hohl, Fachbereichsleiterin Gesundheitsförderung bei der AOK Baden-Württemberg. Hinzu komme die wachsende Bereitschaft Betroffener, ihre Probleme offen beim Arzt anzusprechen. „Auch die Ärzte selbst zeigen eine höhere Sensibilisierung für psychische Erkrankungen“, sagt Ommer-Hohl. „Bei Beschäftigten, die früher mit rein körperlichen Diagnosen krankgeschrieben waren, wird heute öfter eine psychische Erkrankung diagnostiziert.“

 

„Die gesundheitliche Vorsorge am Arbeitsplatz gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die Arbeitnehmer werden immer älter. Und durch den sich abzeichnenden Fachkräftemangel ist es für Unternehmen immer wichtiger, die Mitarbeiter möglichst lange gesund zu erhalten“, sagt die Gesundheitsexpertin. Die AOK Baden-Württemberg bietet den Firmen, die sich hier engagieren wollen, spezielle Instrumente der Krankenstands-Analyse. Mit deren Hilfe kann die AOK mögliche Krankheits- und Belastungsschwerpunkte ermitteln. Sie gibt damit den Unternehmen nach der Auswertung eine Grundlage, entsprechende Maßnahmen für gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen zu entwickeln.

 

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news-3400 Thu, 16 Jan 2020 11:15:31 +0100 Arbeitsbedingungen in der Pflege: Radikales Umdenken gefordert https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/arbeitsbedingungen-in-der-pflege-radikales-umdenken-gefordert.html Bauernfeind: „Geld ist nicht alles“ Laut aktuellem Care Klima-Index des Deutschen Pflegerats bewerten 56 Prozent der befragten Pflegekräfte ihre Arbeitsbedingungen als schlecht – und das, obwohl bereits jeder vierte (24 Prozent) nach eigenen Angaben übertarifliche Zusatzleistungen erhält. „Dies zeigt erneut: Geld ist eine wichtige Anerkennung der in der Pflege geleisteten Arbeit, aber es ist eben nicht alles“, so Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, der hier ein radikales Umdenken fordert. „Wenn wir wollen, dass die Menschen auch morgen noch gute Pflege erfahren, muss es gelingen, das Alltagserleben in den Pflegeeinrichtungen insgesamt für alle spürbar zu verbessern. Das Pflegeheim muss ein neues Zuhause werden, in dem Wohlbefinden garantiert ist.“ Dieser Anspruch werde in der aktuellen Diskussion bislang viel zu wenig beachtet. „Wie riesig der Bedarf ist, zeigt die große Nachfrage unseres gerade gestarteten Konzepts ‚Prävention in der Pflege‘ (PiP),“ so Bauernfeind weiter. Schon jetzt nähmen über 65 Pflegeeinrichtungen im ganzen Land an dem neuartigen Programm teil, das die AOK Baden-Württemberg mit der Wissenschaft entwickelt hat.

 

Ziel von PiP ist es, in Pflegeeinrichtungen eine echte Gesundheitskultur zu verankern, die im Ergebnis das Wohlbefinden von Bewohnern und Personal dauerhaft verbessert. Dazu bildet die AOK Baden-Württemberg Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Pflegeheimen zu Gesundheitsmanagerinnen und -managern weiter, die in ihrem jeweiligen Arbeitsumfeld passende Organisationsstrukturen und Angebote schaffen. Die AOK Baden-Württemberg unterstützt damit einen Organisationsentwicklungsprozess, der den Teams in den Pflegeeinrichtungen dauerhaft ermöglichen wird, konkrete Prävention systematisch und nachhaltig sowohl für die Kolleginnen und Kollegen als auch für die Bewohnerinnen und Bewohner zu etablieren. Dabei werden die Gesundheitsmanager zunächst über zwei Jahre von Experten der AOK Baden-Württemberg dauerhaft begleitet. „Die genaue Analyse und Planung, die Einbeziehung der Pflegebedürftigen und der Pflegekräfte in die konkrete Entwicklung von Maßnahmen und die systematische Integration in die Prozesse der Pflegeeinrichtung bereiten den Boden für die Pflege der Zukunft“, so Bauernfeind.

 


Information für die Redaktionen:

Mit 27,7 krankheitsbedingten Fehltagen im Jahr 2018 sind Pflegekräfte deutlich stärker belastet als andere Berufsgruppen (Durchschnitt: 19,9 AU-Tage), so der aktuelle Fehlzeitenreport des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Allein sechs dieser Fehltage lagen psychische Erkrankungen zugrunde.

 

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news-3399 Wed, 15 Jan 2020 12:17:01 +0100 Neuer Vorstandschef Bauernfeind lobt Spahns Gesetzentwurf zur Notfallversorgung https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/neuer-vorstandschef-bauernfeind-lobt-spahns-gesetzentwurf-zur-notfallversorgung.html Überfüllung von Krankenhaus-Notaufnahmen beenden  

Der neue Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg, Johannes Bauernfeind, lobt Bundesgesundheitsminister, Jens Spahn, für seinen Referentenentwurf des Gesetzes zur Reform der Notfallversorgung: „Dass er den dringenden Handlungsbedarf nicht nur erkennt, sondern nicht lange fackelt und gleich mit den richtigen Vorschlägen kommt, sehe ich sehr positiv. Das kommt den Patientinnen und Patienten zugute, wenn die Verantwortlichkeiten neu geregelt werden und die unnötige Überbeanspruchung von Notfallambulanzen der Krankenhäuser und von Rettungsdiensten beendet wird.“

 

Unter anderem sieht der Referentenentwurf sogenannte Integrierte Notfallzentren (INZ) sowie ein Gemeinsames Notfallleitsystem (GNL) vor. Laut Bauernfeind würden damit Kliniken, niedergelassene Ärzte und der Rettungsdienst so miteinander verzahnt, dass ein Netzwerk entsteht. Die notwendigen Informationen kämen dann nicht mehr über Umwege an die richtige Stelle, sondern direkt.

 

Dass die Patientinnen und Patienten vom vorliegenden Gesetzentwurf profitierten sei nach Bauernfeinds Worten das A und O. So ziele die neue Struktur darauf ab, dass die Patienten bei der Entscheidung „Krankenwagen oder Krankenhaus?“ einen kompetenten Ansprechpartner haben und nicht mehr allein gelassen werden. Heute gehen die Patienten verständlicherweise auf Nummer Sicher und wählen meistens die Kliniknotaufnahme.

 

Mit der Vernetzung hat das ein Ende, denn künftig sollen die dafür ausgebildeten Expertinnen und Experten gleich von Beginn an über die notwendige Versorgung entscheiden. Bauernfeind: „Ein solches verlässliches Lotsensystem durch eine Zusammenlegung des Notrufs käme besonders verunsicherten oder unschlüssigen Patienten zugute. Mehr Orientierung im Notfall, verringerte Wartezeiten und last but not least Entlastung des Personals im Rettungsdienst und in den stationären Notfallambulanzen sind weitere wesentliche Folgen."

 

 

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news-3377 Tue, 07 Jan 2020 14:37:45 +0100 Neuer Vorstandsvorsitzender legt erste Eckpunkte seiner Agenda vor https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/neuer-vorstandsvorsitzender-legt-erste-eckpunkte-seiner-agenda-vor.html Bauernfeind: „Künstliche Intelligenz wird Gesundheitswesen auf ganz neue Stufe bringen“ Am heutigen Dienstag (07.01.2020) stellte Johannes Bauernfeind, seit Jahresbeginn Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, die ersten Eckpunkte seiner Agenda vor. „Neben der Gestaltung der Gesundheits- und Pflegeversorgung im ländlichen Raum ist die alternde Gesellschaft in einer sich rasant digitalisierenden Welt die Meta-Herausforderung an das Gesundheitswesen im kommenden Jahrzehnt“, so der neue Chef der größten Krankenkasse im Südwesten. „Unser Anspruch als AOK Baden-Württemberg ist es, diesen Wandel maßgeblich und aktiv zu gestalten.“ Dabei stehe bei allen Überlegungen die qualitativ beste Gesundheitsversorgung der Versicherten im Fokus.

 

„Niemals zuvor standen der Menschheit so viele Informationen zur Verfügung wie heute. Und niemals zuvor konnten sie so rasch miteinander ausgetauscht werden wie heute“, so Bauernfeind. „Wir werden diese Chance sukzessive und zum Wohl unserer Versicherten nutzen – sowohl um unseren Service als auch und vor allem die Gesundheitsversorgung der Menschen im Land weiter zu verbessern.“ Bereits seit dem vergangenen Jahr seien die 7.500 Ärztinnen und Ärzte im Haus- und Facharztprogramm der AOK Baden-Württemberg und ihrer Ärztepartner digital untereinander vernetzt und könnten, wann immer notwendig, bestimmte Patientendaten sicher und in Echtzeit austauschen, wovon die 1,7 Millionen Versicherten im Haus- und Facharztprogramm nachhaltig profitierten. Hier werde man weiter mit Hochdruck vorangehen. Und auch das Feld der Künstlichen Intelligenz (KI) werde man bestellen. „Die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz werden das Gesundheitswesen qualitativ auf eine ganz neue Stufe bringen“, so Bauernfeind. „Erste Tests in unserem Haus zur weiteren Verbesserung von Service und gesundheitlicher Versorgung laufen bereits. Und in den kommenden Monaten und Jahren werden wir Projekt um Projekt an den Start bringen, die uns auch bei der KI zum Gestalter und Vorreiter im Land machen werden.“

 

Bauernfeind unterstrich, dass Digitalisierung dabei kein Selbstzweck sei. „Unser übergeordnetes Ziel ist es immer, dass die Menschen möglichst lange möglichst gesund und in hoher individueller Lebensqualität leben können“, so Bauernfeind. „Der weiteren Verzahnung von ärztlicher Behandlung, Prävention, Rehabilitation und Pflege wird deshalb weiterhin eines unserer Hauptaugenmerke gelten.“ Zudem werde man die Begleitung älterer Menschen und ihrer Angehörigen in Pflegefragen weiter intensivieren. „Beispielsweise wird die AOK Baden-Württemberg allein in diesem und im kommenden Jahr zu den bestehenden rund 600 Kolleginnen und Kollegen den Pflegebereich mit mehr als 60 zusätzlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausbauen, die in ganz Baden-Württemberg bei den Ratsuchenden und ihren Familien im Sinne unseres GESUNDNAH-Versprechens vor Ort sein werden.“

 

Im Zusammenhang der alternden Gesellschaft wird sich die AOK Baden-Württemberg auch stärker einem weiteren Thema widmen: dem Umgang mit den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels. „Insbesondere älteren Menschen werden die absehbar zunehmenden Hitzeperioden bei uns in Baden-Württemberg zu schaffen machen.“ Hier werde die AOK Baden-Württemberg beispielsweise durch Beratung und Gesundheitsvorsorge ihren Teil dazu beitragen, für die gesundheitlichen Risiken und mögliche Lösungen zu sensibilisieren. Im Rahmen des Umweltprogramms greenAOK würden zudem zahlreiche strategische Umweltprojekte angegangen.

 

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news-3367 Thu, 19 Dec 2019 12:59:38 +0100 Entlassmanagement zu Ende gedacht https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/entlassmanagement-zu-ende-gedacht.html Hermann: „Wer ein Krankenhaus verlässt, möchte nicht nur eine Telefonnummer in der Hand haben!“ „Gut gemeint, aber nicht zu Ende gedacht“ – so kommentiert Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, die geltenden Regelungen zum sogenannten Entlassmanagement, die seit Oktober 2017 verbindlich gelten. Der Gesetzgeber hatte seinerzeit Krankenhäuser und auch Reha-Kliniken, dazu verpflichtet, nach der Entlassung bei Bedarf für eine lückenlose Weiterbehandlung und Weiterversorgung ihrer Patienten zu sorgen. Die Krankenkassen sollen dabei unterstützen. „Mehr als allenfalls eine Telefonhotline ist dabei bei den meisten Kassen aber nicht herausgekommen. Wer ein Krankenhaus verlässt, möchte als Unterstützung aber nicht nur eine Telefonnummer in der Hand halten“, resümiert Hermann, „deshalb gehen wir anders vor. Zurecht erwarten die Menschen tatkräftige Unterstützung von uns.“ Die AOK Baden-Württemberg hat deshalb ein neues Entlassmanagement für ihre Versicherten eingerichtet, das den Betroffenen umfassend helfend zur Seite steht.

 

„Wir wissen aus einer repräsentativen Umfrage, dass sich 87 Prozent der Menschen Unterstützung durch ihre Krankenkasse wünschen, wenn sie bei Klinikentlassung Folgebehandlungen brauchen“, erläutert Hermann. Weiterhin wisse die AOK, dass jeder Vierte der Teilnehmenden in den letzten zehn Jahren selbst einmal in stationärer Behandlung im Krankenhaus war und danach weiterführende Behandlungen erhielt, wie ambulante Versorgung, stationäre und ambulante Reha oder Pflege.“

 

Die AOK Baden-Württemberg wolle patientenorientiertes Entlassmanagement überall dort anbieten, wo es gebraucht wird, so Hermann weiter: „Auch hier richten wir uns an den jeweils konkreten Notwendigkeiten aus, weil es als ein Stück regionaler Versorgungssteuerung zeigt, dass Gestaltung vor Ort die bessere Option ist. Wir haben deshalb in jeder unserer 14 Bezirksdirektionen in Baden-Württemberg einen besonders qualifizierten Ansprechpartner für Entlassmanagement eingerichtet.“ Diese Ansprechpartner beraten nicht nur, sie stellen zudem zuverlässig Kontakte zu Vertragsärzten, Reha-Einrichtungen, ambulanten Pflegeberatern oder stationären Pflegediensten her. Zudem helfen sie bei der unbürokratischen Prüfung von Anträgen und informieren über Versorgungsmöglichkeiten vor Ort.

 

In der ersten Jahreshälfte 2019 hat das Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag der AOK Baden-Württemberg in einer bisher unveröffentlichten Umfrage 505 Probanden interviewt. Es ging darin um deren Erwartungshaltung zu einem nahtlosen Übergang zwischen Krankenhausaufenthalt und eventuell erforderlichen Anschlussbehandlungen.

 

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news-3364 Wed, 18 Dec 2019 16:19:46 +0100 Schiedsamt bremst Bundesversicherungsamt aus https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/schiedsamt-bremst-bundesversicherungsamt-aus.html Regionale Vertragshoheit für ärztliche Vergütungsverträge gestärkt Am Dienstag (17.12.2019) hat das Landesschiedsamt für die vertragsärztliche Versorgung Baden-Württembergs die von der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) und den Krankenkassenverbänden und Ersatzkassen im Lande geschlossene Vergütungsvereinbarung für 2020 bestätigt. Das BVA hatte gegen das Votum der Aufsicht durch das Sozial- und Integrationsministerium Baden-Württemberg versucht, die regionale Übereinkunft zu torpedieren. „Und ist zurecht gescheitert, weil es nicht bereit ist, sich auf die sogenannte Rechtsaufsicht zu beschränken und inakzeptabel meint, als Bundesbehörde bis ins Detail die Patientenversorgung in Baden-Württemberg ausgestalten zu können“, so Norbert Metke, Vorstandvorsitzender der KVBW, unmittelbar nach der Schiedsverhandlung.

 

Streitpunkte waren vor allem, laut Metke, die sogenannten förderungswürdigen ärztliche Leistungen, wie beispielsweise Drogensubstitution oder Pflegeheimbesuche und die Versorgung Krebserkrankter, die in den Augen des BVA nicht ausreichend begründet seien. „Das bürokratische BVA-Spiel am grünen Tisch ist nun hoffentlich zu Ende und damit auch deren übergriffige Einmischungsversuche in die regionale Versorgungsgestaltung. Das können wir einfach besser, weil wir danach schauen, wo Patientinnen und Patienten besondere Bedarfe haben und nicht blind an Paragraphen kleben“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg nach dem Schiedsverfahren.

 

KVBW und AOK Baden-Württemberg sehen in der Entscheidung des Landesschiedsamts auch ein deutliches Zeichen der Stärkung der regionalen Versorgung aber auch der Aufsichtspraxis durch das zuständige Landesministerium.

 

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news-3363 Wed, 18 Dec 2019 13:54:22 +0100 Evaluation zum AOK-Hausarztvertrag in BW: Vorteile zur Regelversorgung von Jahr zu Jahr größer https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/evaluation-zum-aok-hausarztvertrag-in-baden-wuerttemberg-vorteile-zur-regelversorgung-von-jahr-zu-ja.html Vertragspartner sehen Fortsetzung der Haus- und Facharztverträge gefährdet und fordern Änderungen am Faire-Kassenwettbewerb-Gesetz (FKG) Analysen von Routinedaten belegen, dass die Versorgungsvorteile für die aktuell 1,7 Millionen HZV-Versicherten stetig größer werden. Wissenschaftler der Universitäten Heidelberg und Frankfurt/Main weisen nach, dass sich die „Qualitätsschere“ kontinuierlich zugunsten der HZV weiter öffnet. So bleiben etwa Diabetikern während sieben Beobachtungsjahren (2011-2017) rund 4.850 schwerwiegende Komplikationen wie Herzinfarkte, Erblindungen oder Schlaganfälle erspart – mit signifikant besserer Entwicklung von Jahr zu Jahr. Bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK) traten allein 2017 in der HZV-Gruppe 2.674 Krankenhausaufenthalte weniger auf als bei Vergleichspatienten in der Regelversorgung, und damit 40 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Wissenschaftler führen die Vorteile auf die intensivere und besser koordinierte Versorgung durch den Hausarzt zurück. Bei 96 Prozent der HZV-Versicherten finden die Hausarztkontakte bei „ihrem“ Hausarzt statt, bei Nicht‐HZV‐Versicherten nur in 84 Prozent der Fälle. Laut den Vertragspartnern zeige die Evaluation erneut, dass der politische Wille zur Umsetzung der HZV erfolgreich gelingt, wenn Ärzte und Krankenkasse gemeinsam passgenaue Versorgungsstrukturen vor Ort entwickeln und umsetzen. Die Fortsetzung dieser bundesweiten Erfolgsgeschichte und vieler Selektivverträge sei jedoch durch das FKG akut gefährdet.

 

Dazu kommentiert Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg: „Seit Jahren ist bewiesen, dass vor allem chronisch erkrankte Patientinnen und Patienten, die im Besonderen auf eine koordinierte und sektorenübergreifende Behandlung angewiesen sind, in der Alternativen Regelversorgung deutlich besser versorgt werden. Und zwar bei niedrigeren Gesamtausgaben. Das alles steht jetzt mit dem FKG auf der Kippe. Minister Spahn will mit seinem Gesetz vermeintliche Wettbewerbsverzerrungen beseitigen, um angeblich den Kassenwettbewerb zu befördern.“ De facto würde aber das genaue Gegenteil geschehen. Der Kabinettsentwurf des FKG beschneide die Krankenkassen in ihren Möglichkeiten, patientengerechte Verträge zu vereinbaren. Es bestehe daher in der parlamentarischen Beratung des FKG dringender Änderungsbedarf. Hermann: „Das betrifft insbesondere das Verbot, in unseren Versorgungsverträgen auf konkrete Behandlungsdiagnosen Bezug zu nehmen, um daran Leistung und Vergütung auszurichten. Dieses Verbot ist anachronistisch und muss weg. Bleibt es dabei, können wir mit unseren Verträgen weder Versorgung weiterhin bedarfsgerecht steuern noch aufwandsgerecht vergüten.“

 

Prof. Dr. Ferdinand Gerlach, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Goethe-UniversitätFrankfurt/Main, führt zu den Ergebnissen der Evaluation aus: „Es zeigen sich über sieben Jahre statistisch signifikante Unterschiede hinsichtlich des Auftretens typischer Diabetes-Komplikationen. Hochgerechnet konnten in der HZV-Gruppe mit 119.000 Versicherten rund 4.850 schwerwiegende Komplikationen wie Dialysepflicht, Erblindung, Amputation, Herzinfarkt und Schlaganfall vermieden werden. Die Zahlen nehmen in der Tendenz im Zeitverlauf überproportional zu. Bei älteren Patienten über 65 Jahren wurden 2017 bei den 395.000 HZV-Versicherten in rund 7.000 Fällen weniger potenziell inadäquate Medikation verordnet, und es gab 393 vermiedene Einweisungen mit Hüftfrakturen, das sind fast doppelt so viele wie im Vorjahr.“

Für HZV-Versicherte, die gleichzeitig auch am AOK-FacharztProgamm teilnehmen, zeigte sich zudem vor kurzem in einer vom GBA-Innovationsfonds geförderten Evaluation, dass Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz und KHK bereits nach einem Zeitraum von zwei Jahren eine signifikant höhere Überlebensrate aufweisen. Die eindeutigen Vorteile der HZV und die optimierte ambulante Versorgung durch die mit der HZV eng verknüpften Facharztverträge ergäben sich laut Gerlach aus dem konkreten Zusammenspiel vertraglicher Steuerungsinstrumente – unter anderem zur Optimierung der Arzneimitteltherapie. So müssen die Hausärzte etwa regelmäßig an strukturierten Qualitätszirkeln zur rationalen Pharmakotherapie teilnehmen.

 

Die Ergebnisse zeigen, dass die angestrebte Lotsenfunktion des Hausarztes in der HZV-Gruppe gelingt. Die häufigeren Kontakte (rund 2,2 Kontakte mehr pro Jahr) sprechen für eine erhöhte Betreuungsintensität durch den Hausarzt. Die deutlich bessere Koordination der Versorgung belegt die deutlich geringere Anzahl unkoordinierter Facharztkontakte ohne Überweisung. Sie liegt pro Jahr um rund 1,34 Millionen niedriger als in der Regelversorgung. Prof. Dr. Joachim Szecsenyi, komm. ärztlicher Direktor der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung des Universitätsklinikums Heidelberg: „Wir können nicht nur bei der Versorgungsintensität und -koordination deutliche Unterschiede zu Gunsten der HZV‐Versicherten beobachten, sondern auch in der Versorgungskontinuität. Die Hausarztbindung liegt in der HZV-Gruppe bei 96 Prozent im Vergleich zu 84 Prozent in der Regelversorgung. Aus vielen Studien ist bekannt, dass eine stabile Hausarztbindung einhergeht mit höherer Patientenzufriedenheit, weniger Krankenhauseinweisungen, geringerer Mortalität und auch einer effizienteren Nutzung wirtschaftlicher Ressourcen.“ Durch die letztjährige HZV-Evaluation sei darüber hinaus für den AOK-Hausarztvertrag in Baden-Württemberg explizit belegt, dass die Vorteile gegenüber der Regelversorgung auch in puncto Versorgungsgerechtigkeit gegeben sind: Es gibt keinerlei Versorgungsunterschiede hinsichtlich Wohnort, Geschlecht und sozioökonomischem Status innerhalb der HZV-Gruppe. Das bedeutet nicht zuletzt: Die HZV wirkt auch auf dem Land.

 

Diese für die HZV belegte bessere Versorgungssteuerung und -koordination könne aber nicht in die Regelversorgung übertragen werden wie Dr. Berthold Dietsche, Chef des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg betont: „Geradezu grotesk ist der kürzlich verbreitete Vorschlag, die HZV über einen Hausarzttarif sozusagen als HZV-Light-Version in die Regelversorgung einführen zu wollen mit der Begründung, es sei unethisch, den Patienten die HZV vorzuenthalten. Die HZV ist ja vor über elf Jahren gerade bewusst als wettbewerbliche Antwort auf die festgefahrenen Strukturen des KV-Systems entstanden. Die Politik sollte stattdessen eher alle Kassen mit Nachdruck an deren HZV-Umsetzungspflicht erinnern, damit bundesweit noch deutlich mehr Patienten davon profitieren können.“

 

Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI Baden-Württemberg und MEDI GENO Deutschland, ergänzt: „Das, was die unabhängigen Wissenschaftler in mehreren Evaluationen immer wieder eindrucksvoll bestätigen, ist tagtäglich in tausenden Praxen gelebte Realität. Gerade unsere Patienten mit hoher Morbidität und chronischen Erkrankungen erhalten eine über die Regelversorgung hinausgehende Versorgung, was ja eines der Hauptziele des Gesetzgebers ist. Das ist nur mit Selektivverträgen auf Vollversorgungsbasis möglich. Unsere Erfahrungen zeigen aber, dass viele bundesweit agierenden Kassen lieber auf die bequemere Regelversorgung und einfach umzusetzende Add-on-Selektivverträge setzen. Und in deren Reihen sitzen jetzt wieder die gleichen Berater des Gesundheitsministers wie beim TSVG, um auf diese Weise unsere erfolgreichen Haus- und Fach-arztverträge in Baden-Württemberg zu eliminieren.“

 

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news-3362 Tue, 17 Dec 2019 11:41:35 +0100 Erstmals über 4,5 Millionen Versicherte: Verwaltungsrat der AOK Baden-Württemberg bestätigt Wachstum https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/erstmals-ueber-45-millionen-versicherte-verwaltungsrat-der-aok-baden-wuerttemberg-bestaetigt-wachstum.html Beitragssatz der Südwestkasse auch 2020 stabil bei 15,5 Prozent „Die AOK Baden-Württemberg wächst auch in diesem Jahr weiter und versichert zum Stichtag 1. Dezember 2019 mit über 4,502 Millionen Versicherten mehr Menschen im Südwesten als jemals zuvor“, sagt Monika Lersmacher, alternierende Vorsitzende des Verwaltungsrats der AOK Baden-Württemberg auf Versichertenseite, am Mittwoch (17.12.2019). Damit vertrauen in Baden-Württemberg inzwischen nochmals (netto) 74 Tausend Versicherte (plus 1,67 Prozent) mehr als im Januar 2019 dem Unternehmen. Für Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, ist solides Wirtschaften, das auf Stabilität und Qualität ausgerichtet ist, der Grund für den andauernden erfolgreichen Wachstumskurs. Dadurch könne auch der Zusatzbeitrag von 0,9 Prozent und der Beitragssatz von 15,5 Prozent beibehalten werden. „Die AOK Baden-Württemberg investiert auch in Zukunft jeden erwirtschafteten Euro in die Versorgung weiter und verbessert Strukturen für ihre Versicherten“, so der Vorstandschef.

 

„Nachdem der Beitragssatz drei Jahre stabil gehalten und zum laufenden Jahr abgesenkt wurde, können wir dieses Niveau 2020 für unserer Beitragszahler halten, obwohl die Gesetzesflut der Großen Koalition eine massive zusätzliche Belastung für die AOK Baden-Württemberg bedeutet“, so Lersmacher. „Damit bleibt die AOK Baden-Württemberg ein verlässlicher Partner für Arbeitgeber und Versicherte gleichermaßen.“ Der Beitragssatz für Versicherte setzt sich aus dem allgemeinen Beitragssatz in Höhe von 14,6 Prozent und dem kassenindividuellen Zusatzbeitragssatz zusammen, der bei der AOK Baden-Württemberg für 2020 stabil bei 0,9 Prozent bleibt und damit deutlich unter dem vom Bundesministerium für Gesundheit bekanntgegebenen rechnerischen Zusatzbeitragssatz von 1,1 Prozent liegt.

 

Laut Hermann steht die AOK Baden-Württemberg trotz zusätzlicher Belastungen durch neue Gesetze wie das Terminservice- und Versorgungsgesetz oder das Pflegepersonalstärkungsgesetz auf stabilem Fundament. Äußerst kritisch sieht der Chef der größten Kasse in Baden-Württemberg die Vorstöße der Bundespolitik zur weiteren Einschränkung regionaler Gestaltungsspielräume durch das sogenannte Faire-Kassenwettbewerb-Gesetz. Zentralismus und bundesweite Einheitsvorgaben seien eine Gefahr für das solide Wirtschaften von erfolgreich regional aufgestellten Kassen. „Denn bestmögliche Versorgung wird vor Ort konzipiert und mit lokalen Partnern umgesetzt“, bekräftigt Hermann. „Insbesondere bei der Alternativen Regelversorgung mit Haus- und Facharztverträgen. Hier werden die Menschen, wie mehrfach wissenschaftlich bewiesen, besser versorgt und das bei niedrigerer Belastung für alle.“

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news-3359 Tue, 17 Dec 2019 10:42:23 +0100 Rückenschmerzen im Südwesten sind weit verbreitet https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/rueckenschmerzen-im-suedwesten-sind-weit-verbreitet.html Mehr als jeder sechste Baden-Württemberger leidet unter chronischen Rückenschmerzen Mehr als jeder sechste AOK-Versicherte in Baden-Württemberg ist wegen chronischer, unspezifischer Rückenschmerzen in ärztlicher Behandlung. Laut aktuellem Heilmittelbericht des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) war mehr als ein Viertel (25,7 Prozent) von diesen 705.055 Rückenschmerzpatienten deswegen in den letzten fünf Jahren dauerhaft beim Arzt, Frauen häufiger als Männer. „Die Zahlen zeigen, dass der Rückenschmerz zu Recht als Volkskrankheit bezeichnet wird. Neben der Behandlung durch Arzt und Physiotherapie können Präventionsmaßnahmen gegen Bewegungsmangel und einseitige Belastungen, aber auch gegen Übergewicht helfen“, so Jutta Ommer-Hohl, Fachbereichsleiterin Gesundheitsförderung bei der AOK Baden-Württemberg.

 

Chronische, unspezifische Rückenschmerzen betreffen vor allem Frauen: 2017 waren knapp 415.000 der 705.055 AOK-Patienten im Südwesten weiblich. Insgesamt leiden somit rund 20 Prozent aller bei der AOK Baden-Württemberg versicherten Frauen und 15 Prozent der Männer unter chronischen, unspezifischen Rückenschmerzen. Die Rate steigt mit zunehmendem Lebensalter kontinuierlich an und ist in den letzten Jahren vor dem Renteneintritt bei beiden Geschlechtern am höchsten. Die Behandlung zieht sich teilweise über mehrere Jahre hinweg: Von den Rückenschmerzpatienten des Jahres 2017 waren 65,1 Prozent auch 2016 in Behandlung und 25,7 Prozent dauerhaft seit 2013.

 

Während Schmerzmittel beiden Geschlechtern relativ gleich verordnet werden (Frauen 76,9 Prozent, Männer 75,5 Prozent), zeigen sich bei der Inanspruchnahme von physiotherapeutischen Angeboten klare Geschlechterunterschiede: Bei den Frauen nutzt rund ein Drittel der Patientinnen (34,8 Prozent) eine Physiotherapie, bei den Männern nur ein Viertel (25,3 Prozent). Außerdem bekommen Frauen die meisten Verordnungen zwischen 50 und 54 Jahren (37,9 Prozent). Bei den Männern ist der höchste Wert erst bei den 75- bis 79-Jährigen erreicht (27,9 Prozent). „Auch wenn Frauen und Männer Physiotherapie sehr unterschiedlich nutzen, sind chronische, unspezifische Rückenschmerzen bei beiden Geschlechtern der häufigste Grund für Krankengymnastik und Co.“, so Ommer-Hohl.

 

Mit dem AOK-RückenKonzept hilft die AOK Baden-Württemberg ihren Versicherten, Rückenprobleme in den Griff zu bekommen. Das AOK-RückenKonzept ist ein wissenschaftlich evaluiertes Rückenprogramm zur Verbesserung des Funktionszustandes der Wirbelsäule. „Neben einem gerätegestützten Trainingsprogramm in einem Rückenstudio erlernen Teilnehmer darin auch Übungen zur Mobilisation und Kräftigung, die sie zuhause machen können. Darüber hinaus lernen sie ergonomische Verhaltensweisen kennen, die ein Fortschreiten der Rückenprobleme eindämmen oder verhindern sollen“, sagt Ommer-Hohl. 2018 haben landesweit 33.064 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einem der 46 AOK-Rückenstudios auf ärztliche Empfehlung hin etwas für ihre Gesundheit getan. „Mit diesem bundesweit einzigartigen Präventionsangebot bieten wir unseren Versicherten einen deutlichen Mehrwert für ihre Gesundheit und zeigen gleichzeitig, dass sich mit qualitativ hochwertigem Engagement in der Prävention Ausgaben positiv beeinflussen lassen“, so Ommer-Hohl.

 

Mit dem orthopädischen FacharztProgramm in Baden-Württemberg, das es seit 2014 gibt, setzen die AOK Baden-Württemberg, Bosch BKK, MEDI Baden-Württemberg und die Berufsverbände BVOU und BNCEs bei Patienten mit gesundheitlichen Beschwerden und Erkrankungen, die den Bewegungsapparat betreffen, auf eine ganzheitliche Versorgung, die dem aktuellen medizinischen Wissensstand entspricht. Bei Patienten mit unspezifischem Rückenschmerz bedeutet dies, dass sie umfassend über die Funktionsweise des Bewegungsapparats, mögliche Ursachen für Schmerzen und vorhandene Risikofaktoren für chronische Rückenschmerzen aufgeklärt sowie zu einer rückengesunden Änderung ihres Lebensstils motiviert werden. Dabei erhalten die Patienten auch Informationen zu Nachsorge, Schulungen wie zum Beispiel AOKsports und Rückenschule sowie zu Gesundheitsangeboten der AOK zu den Themen Sport, Ernährung und Entspannung. Untersuchungen zeigen, dass solche frühzeitigen Informations- und Beratungsangebote dazu beitragen können, eine Chronifizierung mit erheblich verminderter Lebensqualität zu vermeiden.

 

Der Fokus des Vertrags liegt auf patientenorientierten Beratungs- und Behandlungsstrategien, die die Struktur und Qualität in der Versorgung fördern. Auswertungen im Rahmen der Evaluation der Hausarztzentrierten Versorgung durch das Institut für Allgemeinmedizin der Universität Frankfurt am Main und das Universitätsklinikum Heidelberg für das Jahr 2016 zeigen, dass Patientinnen und Patienten mit unspezifischem Rückenschmerz, die am Facharztprogramm teilnehmen, fast ausnahmslos von ihren Hausärzten gezielt zum Orthopäden überwiesen wurden. Bei einem Drittel der Patientinnen und Patienten fanden Beratungsgespräche durch den Orthopäden statt. Darüber hinaus erhielten die Teilnehmer des Facharztvertrags seltener in den ersten sechs Wochen nach der Diagnose eine gemäß Leitlinie überflüssige Bildgebung, mussten seltener krankgeschrieben werden (-8,5 % zur Vergleichsgruppe) und benötigten seltener aufgrund ihrer orthopädischen Erkrankung eine Krankenhausbehandlung als Patienten in der Regelversorgung (-3,25 %; 1.000 vermiedene Fälle allein in 2016).

 

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news-3357 Mon, 16 Dec 2019 13:57:32 +0100 Wissenschaftsprojekt untersucht den „kleinen Unterschied“ https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/wissenschaftsprojekt-untersucht-den-kleinen-unterschied.html Forschungskooperation zur geschlechterspezifischen Versorgung Frauen haben andere Erkrankungen, Symptome und Krankheitsverläufe als Männer. Der vermeintlich „kleine Unterschied“ hat medizinisch betrachtet oft gravierende Folgen. „Trotz dieses Wissens sind die Unterschiede zwischen Frauen und Männern mit Blick auf eine bedarfsgerechte Versorgung nicht ausreichend erforscht, geschweige denn werden sie in der Praxis konsequent berücksichtigt. Mit dem Projekt ‚Frauengesundheit und Präventionsmedizin‘ wollen wir mit unseren Partnern die geschlechterspezifische Versorgungsforschung vorantreiben“, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Die Partner der AOK Baden-Württemberg sind das Forschungsinstitut für Frauengesundheit des Universitätsklinikums Tübingen in Kooperation mit der Universitätsfrauenklinik Heidelberg und das Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung des Universitätsklinikums Tübingen.

 

„Ziel ist es, die wissenschaftlichen Erkenntnisse im Bereich Präventionsmedizin mit Fokus Frauengesundheit in verschiedenen Lebensphasen zu verbessern und in die Patientenversorgung zu integrieren“, erläutert Prof. Diethelm Wallwiener, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Frauenklinik Tübingen. Die Forschungskooperation ist zunächst auf fünf Jahre angelegt und wird die Themen Frauengesundheit und Präventionsmedizin im Hinblick auf verschiedene Erkrankungen und Lebensphasen wissenschaftlich betrachten. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen bestehende Über-, Unter- und Fehlversorgung identifizieren. „Wir brauchen Erkenntnisse, welche medizinischen und organisatorischen Faktoren der Versorgung sich prognostisch günstig, welche sich ungünstig auf die betrachteten Erkrankungen auswirken. Ausgehend davon gilt es, sinnvolle Konzepte zu entwickeln, um Prävention, Behandlung und Rehabilitation für Frauen und Männer bedarfsgerecht zu gestalten“, führt Prof. Stefanie Joos, Ärztliche Direktorin des Instituts für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung des Universitätsklinikums Tübingen aus.

 

Das Krankheitsspektrum verschiebt sich seit Jahrzehnten von lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten und potenziell tödlichen Erkrankungen, wie Herzinfarkt und Schlaganfall, hin zu chronischen, degenerativen Erkrankungen sowie psychischen Störungen. Damit gewinnt eine ganzheitliche Versorgung an Bedeutung, die verstärkt auch die nicht-medikamentöse Beratung, Therapie und Prävention einbezieht. Um detaillierte Erkenntnisse zur Versorgung von Patientinnen und Patienten zu erhalten und daraus konkrete versorgungsverbessernde Maßnahmen ableiten zu können, analysieren die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anonymisierte Abrechnungsdaten von Versicherten der AOK Baden-Württemberg. „Auch wenn Routinedaten nicht mit Ergebnissen aus empirischer Forschung gleichgesetzt werden können, tragen sorgfältig aufbereitete Auswertungen wesentlich dazu bei, langfristige Verläufe und Zusammenhänge sichtbar zu machen“, erklärt Privatdozentin Dr. Stephanie Wallwiener, Leiterin des Projektteams an der Universitätsfrauenklinik Heidelberg und stellvertretende Leiterin der Sektion Geburtshilfe und Pränataldiagnostik an der Universitätsfrauenklinik Heidelberg. Ziel ist es, die Ergebnisse in die Ausbildung von Medizinstudierenden, die Fort- und Weiterbildung von Haus- und Fachärzten, aber auch in geschlechterspezifisch gestaltete Programme zu Gesundheitsförderung und Patienteninformationen einfließen zu lassen.

 

In einem ersten Projektabschnitt steht das Thema „chronische Nierenkrankheit“ im Fokus. Damit wird ein langsam fortschreitender Verlust der Nierenfunktion bezeichnet, der im Endstadium eine Nierenersatztherapie (z.B. Dialysebehandlung) erforderlich macht. Die Erkrankungsursachen sind vielfältig und reichen von Bluthochdruck über Diabetes mellitus bin hin zu spezifischen Nierenerkrankungen. Wichtig ist, die Erkrankung früh zu erkennen und ihrem Fortschreiten entgegenzuwirken. Gelingen kann dies insbesondere durch eine konsequente Therapie eines bestehenden Bluthochdrucks oder Diabetes, häufig verknüpft mit einer Veränderung des Lebensstils. Untersucht wird in diesem Zusammenhang, ob bestimmte Erkrankungen in der Schwangerschaft besonders häufig zu einer Einschränkung der Nierenfunktion in späteren Lebensjahren führen, aber auch, ob und gegebenenfalls wie sich der Bedarf von Frauen und Männern hinsichtlich Diagnostik, Beratung und Therapie unterscheidet. Die AOK Baden-Württemberg erhofft sich aus dieser Untersuchung Erkenntnisse darüber, wie Patientinnen und Patienten mit Nierenschwäche zukünftig noch besser behandelt werden können. Davon profitieren am Ende alle gleichermaßen – Frauen und Männer.

 

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news-3355 Thu, 12 Dec 2019 16:42:47 +0100 Verwaltungsrat besetzt Position des Vorstandsvizes der AOK Baden-Württemberg neu https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/verwaltungsrat-besetzt-position-des-vorstandsvizes-der-aok-baden-wuerttemberg-neu.html „Die Stellvertreterposition im Vorstand der AOK Baden-Württemberg wird neu besetzt“, so die alternierenden Vorsitzenden des Verwaltungsrats der AOK Baden-Württemberg, Monika Lersmacher und Peer-Michael Dick, am Donnerstag (12.12.2019) in Stuttgart. Die Wiederbesetzung der Position wurde notwendig, weil der bisherige Vorstandsvize, Siegmar Nesch, einen neuen beruflichen Weg einschlagen wolle und sein Vertrag in beiderseitigem Einvernehmen zum Jahresende beendet werde.

 

„Ich blicke auf eine sehr erfolgreiche Zeit bei der AOK Baden-Württemberg zurück. Nach acht Jahren Vorstandsverantwortung ist es nun an der Zeit, ein neues berufliches Kapitel aufzuschlagen“, so Nesch, dessen Verantwortungsbereiche Vertrieb und Kundenmanagement, Finanzen, IT und Infrastruktur, Personalmanagement, Gesundheitsförderung und Risikostrukturausgleich umfassten. Die AOK Baden-Württemberg hat ihren Marktanteil in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut und ist hervorragend positioniert. „Wir bedauern die Entscheidung von Herrn Nesch, wünschen ihm alles Gute und viel Erfolg“, so die Vorsitzenden des Verwaltungsrats.

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news-3354 Tue, 10 Dec 2019 09:59:21 +0100 Elektronische Arztvernetzung: 90% der PVS-Anbieter sind dabei https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/elektronische-arztvernetzung-90-der-pvs-anbieter-sind-dabei-vertragspartner-erwarten-fuer-2020-ve.html Vertragspartner erwarten für 2020 Verfünffachung der Teilnehmerzahl Die Vertragspartner der AOK-Haus- und Facharztverträge in Baden-Württemberg zeigen sich zufrieden mit der Entwicklung der Elektronischen Arztvernetzung (EAV). Fünf Monate nach dem offiziellen Startschuss nehmen bereits rund 400 Haus- und Fachärzte an der EAV teil, obwohl bis dato erst 20 Prozent der Vertragssoftwareanbieter die Umsetzung der EAV anbieten. Durch den bevorstehenden Einstieg der beiden Marktführer im Bereich Praxisverwaltungssoftware (PVS) und weiterer Hersteller wird die Softwareverfügbarkeit schon ab dem 2. Quartal 2020 bei rund 90 Prozent liegen. Bis Jahresende soll daher die Anzahl der teilnehmenden Praxen auf mindestens 2.000 ansteigen. Neben den bereits existierenden Anwendungen elektronischer Arztbrief (eArztbrief) und elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) kommt im Frühjahr 2020 mit der elektronischen Medikationsinformation (HAUSKOMET) die nächste Anwendung zum Einsatz. Darüber hinaus ist in Arbeit, die EAV durch einen eEinweisungsbrief und einen eEntlassbrief auch mit dem Krankenhaussektor zu verknüpfen. Zudem sollen über die EAV Telekonsile zwischen Hausärzten und Dermatologen etabliert werden, die eine schnellere Diagnosestellung und Therapie ermöglichen.

 

„Die Alternative Regelversorgung ist eine Erfolgsstory mit bundesweiter Vorbildfunktion in der ambulanten Versorgung: Es geht um bessere Qualität und bessere Strukturen“, so der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann. „Mit der EAV haben wir innerhalb kürzester Zeit auf freiwilliger Basis eine einmalige digitale Arztvernetzung aufgesetzt. Möglich war das, weil wir gemeinsam mit den ärztlichen Partnern die regionalen Gestaltungsmöglichkeiten in den Selektivverträgen seit über elf Jahren konsequent nutzen“.

 

Die eAU wird in den teilnehmenden Praxen sehr schnell Routine und wurde in den ersten fünf Monaten schon über 32.000 mal verschickt. Die Resonanz von Praxen und Patienten auf den schnellen und einfachen Versand ist überaus positiv. Mittlerweile liegen auch die ersten Erfahrungen zum eArztbrief vor. Teilnehmer loben die Vereinheitlichung und Vereinfachung der transportierten Inhalte durch den strukturierten Versand, denn wichtige Inhalte wie Medikations- oder Labordaten werden durch das PVS automatisch befüllt. Als dritte Anwendung ermöglicht HAUSKOMET den komfortablen elektronischen Austausch von Medikationsinformationen zwischen den behandelnden Ärzten.

 

Die zentrale Ablage sorgt für Transparenz und verbessert den Verordnungsprozess, indem etwa Doppelverordnungen ausgeschlossen werden. Bei Bedarf können die Informationen genutzt werden, um den bundeseinheitlichen Medikationsplan (BMP) schnell und einfach zu aktualisieren und dem Patienten auszuhändigen. Als weitere Besonderheit soll das Tool zukünftig um eine Prüfung der Arzneimitteltherapiesicherheit im Hinblick auf ausgewählte relevante Arzneimittelrisiken erweitert werden. „Für uns Ärzte und unsere Patienten ist die EAV ein riesiger Fortschritt in punkto einfacherer und sicherer Versorgung. Und wir erhalten dafür eine angemessene Vergütung, die auf realistischen Annahmen zur Nutzung im Praxisalltag basiert“, so Dr. Berthold Dietsche, Vorsitzender des Hausärzteverbands Baden-Württemberg.

 

Gerade an der Schnittstelle von Krankenhaus und ambulantem Sektor gibt es Versorgungsbrüche durch Informationsdefizite und Medienverluste. Aufbauend auf den etablierten Haus- und Facharztverträgen wollen die Vertragspartner auch in diesem Bereich durch eine strukturierte Verzahnung Abhilfe schaffen und neue Maßstäbe setzen. Als wesentliche Elemente sind ein elektronischer Einweisungs- und ein Entlassbrief vorgesehen. In der Digitalisierung von Unterstützungsprozessen liegen gerade in den Selektivverträgen aufgrund der regionalen Gestaltungsfreiheiten große Chancen und Potentiale zur Verbesserung der Versorgung. Ab Herbst 2020 wird über die EAV die telemedizinische Anwendung TeleDerm flächendeckend ausgerollt. Dabei handelt es sich um die Fortführung eines ursprünglich vom Innovationsfonds im Rahmen des AOK-Hausarztvertrags in Baden-Württemberg geförderten Projektes zur Durchführung dermatologischer Telekonsile. Bei unklaren Hautveränderungen fordert der Hausarzt über eine sichere Datenleitung die fachärztliche Expertise von einem Dermatologen an. Binnen maximal zwei Tagen erhält er die Diagnose vom Facharzt. Solche innovativen Angebote stärkten die Hausarzt-Patient-Beziehung und tragen zukünftig wesentlich dazu bei, dass bei räumlicher Ausdünnung von Versorgungsstrukturen die Patienten weiterhin adäquat betreut werden könnten, so die Vertragspartner.

 

Höchste Priorität hat die sichere und datenschutzkonforme Ausgestaltung der Digitalisierung. Die Vertragspartner setzen auf die vielfach bewährte Übertragungstechnik mittels HZV-Online-Key. Die Daten werden über einen zentralen Server in den Hochsicherheits-Rechenzentren der Managementgesellschaften von HÄVG und MEDIVERBUND versendet. Mit Blick auf das gerade verabschiedete Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) kommentiert Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI Baden-Württemberg und MEDI GENO Deutschland: „Wir wollen und müssen den digitalen Wandel selbst gestalten und zwar ohne faule Kompromisse bei Datenschutz und Sicherheit. Dabei wird der Austausch behandlungsrelevanter Informationen optional von den Ärzten selbst und nicht durch den Patienten koordiniert. Minister Spahn verfolgt mit seiner Gesetzgebung leider das Gegenteil. Eine zentrale Speicherung von Patientendaten und eine Zwangsdigitalisierung der Praxen sind der falsche Weg.“

 

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news-3351 Thu, 05 Dec 2019 09:33:54 +0100 Arzneimittelrabattverträge https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/arzneimittelrabattvertraege-4.html Fakten gegen Desinformationen Arzneimittelrabattverträge leisten einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit der Patientinnen und Patienten und sind nicht die Ursache für Lieferengpässe, wie von Seiten einiger Pharmaverbände und der Apothekerschaft immer wieder behauptet wird. In einem gemeinsamen Pressegespräch benennen die AOK Baden-Württemberg, der AOK-Bundesverband und das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) Fakten zu Lieferengpässen und Rabattverträgen.

 

„Der wahre Grund für die Desinformationskampagnen von Pharmalobby und Apotheken liegt im Erfolg unserer Rabattverträge. Sowohl wirtschaftlich als auch für die Versorgung der Patienten“, sagt der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch. „Leider gehen Teile der Politik der Pharma-Inszenierung auf den Leim. So konzentrieren sich Lösungsansätze meistens auf Rabattverträge und gehen an den wahren Ursachen von Lieferengpässen komplett vorbei. Schlimmer noch, sie packen die wirklich drängenden Lieferengpässe im Krankenhaus nicht mal an, denn hier gibt es keine Rabattverträge.“ Lieferengpässen wirkungsvoll begegnen Zu den Ursachen für Lieferengpässe gehören zum Beispiel technische Probleme im Produktionsablauf und Rohstoffengpässe, aber auch intransparente Lieferketten. „Um die Versorgung zu sichern, brauchen wir vor allem Transparenz und verpflichtende Meldungen über Lieferengpässe. Und zwar auf allen Ebenen, vom Hersteller über den Großhandel bis zur Apotheke. Diese Forderung stellt die AOK schon seit Jahren. Es ist gut, dass das Bundesgesundheitsministerium diese Lösung anpackt“, so Litsch. „Außerdem ist es richtig, dass die Aufsichtsbehörden die Vorratshaltung von Arzneimitteln auf allen Distributionsstufen regelmäßig prüfen sollen und hierzu mehr Kompetenzen erhalten.“

 

Pharmafirmen wollen Profite maximieren

 

Völlig fehl gehen aus Sicht der AOK jedoch Pläne, verpflichtende Mehrfachvergaben bei den Rabattverträgen einzuführen. „Nicht Liefersicherheit, sondern Profitstreben ist der Anlass für Pharmafirmen, wenn sie exklusive Rabattverträge abschaffen wollen“ hält Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg und Chef-Verhandler der AOK-Rabattverträge, fest. „Was soll sich verbessern, wenn drei Unternehmen den Zuschlag erhalten, deren Produkte alle aus derselben Fabrik kommen?“ Denn Lohnherstellung (Herstellung im Auftrag eines anderen Unternehmens) ist bei europäischen Generikaanbietern die Regel, wie Auswertungen der Ausschreibungsunterlagen durch die AOK Baden-Württemberg zeigen. Unter 193 in Europa tätigen Herstellern finden sich nur 11 meist kleinere, die tatsächlich für sich selbst produzieren. Von den Arzneimitteln zu 230 generischen Wirkstoffen werden 93 Prozent in der EU ausschließlich über Lohnhersteller produziert. Die meisten pharmazeutischen Unternehmer in Deutschland haben also noch nie ein Arzneimittel selbst hergestellt. Die Analysen zeigen auch, dass der überwiegende Teil der Generikaproduktion in Deutschland stattfindet. 59 Hersteller und Lohnhersteller, die Vertragspartner der AOK sind, haben ihren Sitz in Deutschland. Das sei mehr als in jedem anderen Land, so Hermann. „Deshalb sind Forderungen nach einer verstärkten Arzneimittelproduktion ‚Made in Europe‘ nur Nebelkerzen und darüber hinaus kaum mit dem Europarecht vereinbar, weil es Länder diskriminiert, mit denen Freihandelsabkommen bestehen.“ Ohnehin sei der Einfluss der deutschen Rabattverträge auf die unternehmerischen Entscheidungen global agierender Pharmahersteller gering. „Deutschland hat einen Anteil von vier Prozent am globalen patentfreien Markt. Davon lassen sich profitorientierte Konzerne wohl kaum beeinflussen. Die lassen ihre Arzneimittelwirkstoffe so wie alle anderen Branchen produzieren. Und zwar so, dass die Gewinnmarge möglichst groß ist. Das funktioniert genauso wie bei Autos oder Kameras.“

 

Exklusive Rabattverträge – Gut für Patienten und Hersteller

 

Wer exklusive Rabattverträge abschaffen möchte, würde darüber hinaus auf klare Vorteile für Patienten und Pharmahersteller verzichten, wie Analyseergebnisse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) belegen. 2018 haben 82,7 Prozent der Patienten, die ihren rabattierten Wirkstoff von einem exklusiven Rabattpartner über einen längeren Zeitraum einnehmen, ihr Medikament dauerhaft von demselben Hersteller erhalten. Bei den Wirkstoffen/Wirkstoffkombinationen, bei denen sich mehrere Rabattpartner die Versorgung teilen, erhielten nur 69,1 Prozent der Arzneimittelpatienten das Arzneimittel immer vom selben Hersteller. „Rabattverträge mit Exklusivpartnern tragen dazu bei, unnötige Medikamentenwechsel zu vermeiden. Das fördert die Therapietreue der Patienten und den Erfolg der Therapie“, sagt Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO. Darüber hinaus können Pharmafirmen mit Exklusivverträgen ihre Absatzmengen und damit ihre wirtschaftlichen Grundlagen besser planen. Denn bei Mehrfachvergaben verteilt sich der Markt nicht einfach gleichmäßig auf die zwei oder drei Vertragspartner. Nach den Analysen des WIdO entfallen bei den Wirkstoffen/Wirkstoffkombinationen, die von drei Rabattpartnern beliefert werden, im Schnitt 60,2 Prozent der Verordnungen auf den verordnungsstärksten Partner, 27,6 Prozent auf den zweiten und 12,2 Prozent auf den verordnungsschwächsten Partner. Bei einzelnen Wirkstoffen übernimmt der verordnungsstärkste Rabattpartner sogar 93,0 Prozent der Verordnungen, während für andere Rabattpartner nur 0,2 Prozent der Versorgung übrigbleiben. Helmut Schröder: „Die Ausschreibung im Mehrpartnermodus erschwert die Kalkulation der Anbieter deutlich. Diese Unsicherheit müssen sie einpreisen, was zu höheren Preisen für die gesetzliche Krankenversicherung führt. Letztlich können Mehrfachvergaben sogar Lieferengpässen Vorschub leisten, wenn in den Apotheken einzelne der möglichen Rabattpartner bevorzugt werden und diese die Verordnungsmengen nicht eingeplant haben.“ Hohe Versorgungssicherheit bei patentfreien Arzneimitteln Mit ihren Desinformationskampagnen haben es Pharmafirmen und Apotheker geschafft, der Politik einen Handlungsdruck vorzugaukeln, der sich nüchtern betrachtet leicht widerlegen lässt. Aktuelle WIdO-Analysen belegen, wie gut die Versorgungssicherheit für die Arzneimittelpatienten ist. Anfang September 2019 waren 99,3 Prozent der Arzneimittel, die zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet wurden, lieferbar. Nur 461 Arzneimittel waren laut offiziellen Meldungen, die auf freiwilligen Meldungen der Pharmaindustrie basieren, vorübergehend nicht verfügbar. Unter den 9.000 Arzneimitteln, für die es einen AOK-Rabattvertrag gibt, lag der Anteil der lieferbaren Präparate demnach sogar bei 99,7 Prozent. Schröder unterstützt die Forderung, dass Hersteller Lieferschwierigkeiten verpflichtend melden müssen, wenn keine ausreichende Versorgungssicherheit im Folgemonat gewährleistet werden kann. „Es ist nicht einzusehen, dass wir heute den Weg unserer Paketsendungen online mitverfolgen können, dies aber bei der ungleich wichtigeren Arzneimittelversorgung in Deutschland nicht gelingen soll.“ Martin Litsch betont in diesem Zusammenhang: „Selbst dieser marginale Anteil von Lieferengpässen bedeutet noch keinen Versorgungsengpass. Denn in der ambulanten Versorgung stehen normalerweise immer genügend Arzneimittel anderer Hersteller zur Verfügung.“ Und Christopher Hermann ergänzt: „Auch höhere Preise würden die Versorgungssicherheit nicht verbessern. Andernfalls müsste die Arzneimittelversorgung in den USA am besten sein, denn dort sind Medikamente weltweit am teuersten. Erstaunlicherweise haben die USA doppelt so viele Lieferengpässe wie Deutschland.“ Vor dem Hintergrund dieser Fakten fordert die AOK die Politik auf, den Kampagnen von Pharmaverbänden und Apothekern nicht einfach hinterherzulaufen und erfolgreiche Wettbewerbsinstrumente zu streichen. Der Handlungsspielraum der Krankenkassen sei schon an anderen Stellen deutlich beschnitten worden. In Zukunft müsse es wieder mehr Wettbewerb um die beste Versorgung geben dürfen, so die Vertreter der AOK.

 

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news-3307 Tue, 26 Nov 2019 15:23:41 +0100 Gesundheitsversorgung: Baden-Württemberg droht Kahlschlag aus Berlin https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/gesundheitsversorgung-baden-wuerttemberg-droht-kahlschlag-aus-berlin.html Hermann wirbt für mehr regionale Gestaltungsspielräume  

Manne Lucha, Sozialminister des Landes Baden-Württemberg, und Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, äußerten sich anlässlich der gestrigen Veranstaltung „AOK Baden-Württemberg im Dialog“ (25.11.2019) in Stuttgart kritisch zu Zentralisierungstendenzen in den aktuellen Gesetzesvorhaben des Bundesgesundheitsministers. Lucha: „Baden-Württemberg hat die Chancen und das große Potenzial einer klugen sektorenübergreifenden Vernetzung frühzeitig erkannt und nimmt damit eine bundesweite Spitzenposition bei der Gestaltung einer modernen und zukunftsweisenden medizinischen Versorgung ein. Das Land verfügt durchweg über gute und effiziente Versorgungsstrukturen – ambulant vor stationär, eine vorausschauende Krankenhausplanung und wegweisende Strukturen in der Gesundheitsprävention. Durch eine bundesweite Vereinheitlichung würden den Ländern innovative Steuerungsmöglichkeiten im Bereich Kranken- und vor allem auch Pflegeversicherung entzogen.“ Dazu auch Hermann: „Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb erfolgreiche regionale Versorgungsstrukturen zugunsten von Zentralismus und bundesweitem Einheitsbrei zerschlagen werden sollen.“ Damit schade man vor allem chronisch erkrankten Patientinnen und Patienten, die besonders auf koordinierte und sektorenübergreifende Behandlung angewiesen seien.

 

Als Beispiel führte Hermann das Haus- und Facharztprogramm der AOK Baden-Württemberg und ihrer Partner Hausärzteverband und MEDI Baden-Württemberg an. Mit seiner Hilfe habe man die Diabetiker im Programm in nur sechs Jahren vor rund 4.000 schweren Komplikationen wie Amputationen oder Schlaganfällen bewahren können, so Hermann. „Wenn das sogenannte Faire-Kassenwettbewerb-Gesetz so kommt, wie es vom Bundeskabinett beschlossen wurde, würde diese für die Menschen große Errungenschaft vor dem Aus stehen.“ Statt regionale und wissenschaftlich erwiesenermaßen wirksame Alternativen zur Regelversorgung auf diese Art und Weise in Frage zu stellen, solle der Bundesgesundheitsminister mehr Mut zeigen – und zwar im Interesse der Versicherten. „Unsere Partner und die AOK Baden-Württemberg sind so nah dran an den Besonderheiten und Bedürfnissen vor Ort, dass wir nicht weniger, sondern mehr regionalen Spielräume brauchen, die Gesundheitsversorgung im Südwesten noch besser aufzustellen.“ Aus jahrelanger Erfahrung wisse er, dass es viel Arbeit mache, mit allen wichtigen Akteuren gemeinsam die bestmögliche Versorgung für die Menschen im Land nach vorne zu bringen, so Hermann weiter. „Wir stehen bereit, diese Mühen auch in Zukunft und auch gern in noch ausgeprägterer Form auf uns zu nehmen, weil es gelingt, bessere Ergebnisse im Interesse von Patientinnen und Patienten zu erreichen. Man muss uns aber gemeinsam machen lassen!“

 

 

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news-3169 Mon, 04 Nov 2019 10:34:29 +0100 Gesundheitsatlas Diabetes: Baden-Württemberger seltener „zuckerkrank“ https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/gesundheitsatlas-diabetes-baden-wuerttemberger-seltener-zuckerkrank.html Soziales Umfeld beeinflusst Erkrankungsrisiko Wer in Baden-Württemberg lebt, hat bessere Chancen, von dem meist erst im Alter auftretenden Diabetes mellitus Typ 2 verschont zu bleiben. Laut dem aktuellen Gesundheitsatlas Diabetes des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) schneidet unter den Flächenländern nur Schleswig-Holstein besser ab. In Baden-Württemberg leben 7,9 Prozent der Menschen mit der Diagnose Diabetes 2, bundesweit aber 8,6 Prozent. „Das Ergebnis bestärkt uns in unserem Weg, präventive Maßnahmen mit starken Partnern vor Ort passgenau auf die regionalen Bedürfnisse auszurichten“, so Dr. Christopher Hermann. „Es zeigt sich wieder einmal, dass sich Gesundheitsversorgung regional abspielt und dort besonders gut gelingt, wo sie auch vor Ort selbst organisiert wird.“

Doch auch in Baden-Württemberg gibt es Licht und Schatten. So kommt die Studie zum Schluss, dass es Zusammenhänge zwischen Diabetes-2-Erkrankungen und den sozioökonomischen Merkmalen einer Region oder der lokalen Häufigkeit von Übergewicht gibt. Auch können die Forscher ein gewisses Stadt-Land-Gefälle nachweisen. „Der Gesundheitsatlas lässt den Schluss zu, dass das soziale Umfeld entscheidenden Einfluss auf den Lebensstil und die damit einhergehenden Ess- und Bewegungsgewohnheiten hat und so auch das Diabetes-2-Risiko mit bestimmt“, so Hermann. „Je besser es uns also gelingt, beispielsweise durch Präventionsmaßnahmen Vorbilder für Kinder, Nachbarn oder Arbeitskollegen zu schaffen, desto eher werden wir als Gesellschaft den Diabetes 2 besiegen können.“

Selbst nach einer Diagnose von Typ-2-Diabetes haben die Patientinnen und Patienten gute Möglichkeiten, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. „Entscheidend ist – neben der Motivation für einen gesunden Lebensstil – eine strukturierte Therapie, bei der die Patientinnen und Patienten und alle beteiligten Ärzte Hand in Hand arbeiten.“ Beleg dafür sei das Haus- und Facharztprogramm, das die AOK Baden-Württemberg seit 2009 mit ihren Partnern MEDI und Hausärzteverband Baden-Württemberg kontinuierlich entwickelt. „Unabhängige Wissenschaftler fanden heraus, dass Diabetiker, die an unserem Haus- und Facharztprogramm teilnehmen, im Zeitraum von sechs Jahren vor rund 4.000 schweren Komplikationen wie Amputationen oder Schlaganfällen bewahrt werden konnten.“

 

Hinweise an die Redaktionen:

Für den Gesundheitsatlas wurde erstmals ein neues Hochrechnungsverfahren verwendet, das vom WIdO in Zusammenarbeit mit der Universität Trier entwickelt wurde. Es erlaubt, auf Basis der Abrechnungsdaten der AOK-Versicherten zuverlässige Aussagen zu Krankheitshäufigkeiten in der Gesamtbevölkerung bis auf die lokale Ebene zu treffen. Unterschiede zwischen den AOK-Versicherten und der Gesamtbevölkerung in Bezug auf Alter, Geschlecht und Krankheitshäufigkeit werden dabei durch ein innovatives statistisches Verfahren herausgerechnet.

 

 

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news-3161 Thu, 24 Oct 2019 15:12:31 +0200 Ärztliche Zweitmeinung im Land hilft Versicherten bei Entscheidungsfindung https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aerztliche-zweitmeinung-im-land-hilft-versicherten-bei-entscheidungsfindung.html Hohe Nachfrage vor allem bei Orthopädie und Onkologie Die AOK Baden-Württemberg war vor zehn Jahren die erste gesetzliche Krankenkasse überhaupt, die eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung bei lebensverändernden Krankheiten angeboten hat. Insgesamt rund 11.000 Anfragen gingen bisher an die hochrangigen medizinischen Spezialisten in Baden-Württemberg. Für Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der größten Krankenkasse im Südwesten, ist Regionalität in der Gesundheitsversorgung auch hier das Gebot der Stunde: „Die enge Zusammenarbeit mit den medizinischen Experten im Land ermöglicht es uns, innovative Lösungen zu finden, die oftmals weit über die gesetzliche Leistung hinaus gehen und die erst den Bedürfnissen der Einzelnen gerade bei schwierigen gesundheitlichen Fragestellungen gerecht werden.“

 

Am häufigsten war 2018, wie auch in den Vorjahren, die Zweitmeinung in den Fachgebieten Orthopädie und Onkologie gefragt – in insgesamt über zwei Dritteln der Fälle. In der Orthopädie fielen mehr als die Hälfte der Zweitmeinungen abweichend von der Erstmeinung aus. In der Onkologie konnten die Zweitmeinungsexpertinnen und -experten hingegen knapp 80 Prozent der empfohlenen Therapien bestätigen.

 

„Die AOK Baden-Württemberg koordiniert den Dialog zwischen den Versicherten, den behandelnden Ärzten und den Zweitmeinungsexperten und klärt in einem Erstgespräch mit den Versicherten offene Fragen zur Diagnose oder der empfohlenen Behandlungsmethode. Bei Bedarf vermitteln wir dann einen Termin bei einem der medizinischen Zweitmeinungsexperten im Land. Unser Ziel ist es, unsere Versicherten im souveränen und sachkundigen Umgang mit ihrer Erkrankung zu unterstützen“, so Dr. med. Leslie Trautrims-Michelitsch, Leiterin des Bereichs Behandlungsmanagement der AOK Baden-Württemberg.

 

Die Beweggründe für den Wunsch nach einer Zweitmeinung sind laut den Experten sehr individuell. Sie betreffen etwa Ängste, wenn eine lebensbedrohende Erkrankung diagnostiziert wird. „In diesem Fall stehen wir bereit. Unsere Versicherten können sich jederzeit an ein AOK-KundenCenter in ihrer Nähe oder das AOK-MedTelefon wenden. Von da an begleiten wir sie von der Diagnose bis zur Entscheidung der für sie am besten geeigneten Therapie und versichern ihnen damit einen hilfreichen Kompass an die Hand zu geben,“ unterstreicht Trautrims-Michelitsch.

 

Dazu AOK-Chef Hermann: „Dieses individuelle Angebot konnte nur durch unsere nachhaltige regionale Gestaltungskompetenz in den letzten zehn Jahren erfolgreich etabliert werden. Wer vor Ort ist, versteht die Menschen und ihre Bedürfnisse und kann täglich Qualität, Struktur und Vernetzung in ihrem Interesse verbessern.“

 

Hinweise an die Redaktionen:

 

Informationen zur Strukturierten Ärztlichen Zweitmeinung:

 

Seit dem 01.07.2009 bietet die AOK-Baden-Württemberg als erste gesetzliche Krankenkasse die Einholung einer Strukturierten Ärztlichen Zweitmeinung an. Das umfangreiche Angebot umfasst heute acht Fachgebiete und wird kontinuierlich erweitert. 

 

Die wichtigsten Fakten:

 

• Die Möglichkeit, bei lebensverändernden Diagnosen die ärztliche Zweitmeinung ausgewiesener regionaler Spezialisten einzuholen

• Ein umfangreicheres Angebot im Vergleich zur gesetzlichen Zweitmeinung (diese kann aktuell nach § 27b SGB V für Mandeloperationen (Tonsillektomien, Tonsillotomien) und Gebärmutterentfernungen (Hysterektomien) beansprucht werden)

• Kontakt und weitere Informationen zur Ärztlichen Zweitmeinung rund um die Uhr über das AOK-MedTelefon unter der kostenfreien Rufnummer: 0800 1050501, über die AOK-KundenCenter oder unter aok.de/bw/zweitmeinung

 

Die Ärztliche Zweitmeinung bietet folgende Unterstützung:

 

• Koordination des Zweitmeinungsverfahrens durch ein Ärzteteam der AOK Baden-Württemberg 

• Im Bedarfsfall Terminvermittlung bei einem Spezialisten innerhalb von acht Tagen

• Qualifizierte Beurteilung des Erstbefundes sowie persönliche Beratung durch einen Spezialisten, die eine Erläuterung des Erstbefundes sowie der Behandlungsmöglichkeiten beinhaltet

 

In folgenden Fachgebieten wird die Ärztliche Zweitmeinung angeboten:

 

• Orthopädie einschließlich Kinderorthopädie

• Neurochirurgie

• Allgemein- und Viszeralchirurgie

• Onkologie

• Urologie

• Kardiologie

• Herzchirurgie

• Gynäkologie und Geburtshilfe

 

Die wichtigsten Fakten der Statistik 2018 zur Strukturierten Ärztlichen Zweitmeinung:

 

• Zwei Drittel der Anfragen umfassen orthopädische und onkologische Fragestellungen.

• Die häufigsten Anfragen sind der Orthopädie zuzuordnen (54%). Hier waren 52 Prozent der Zweitmeinungen abweichend von der Erstmeinung.

• Krankheiten der Wirbelsäule machen mit 16 Prozent den zweithäufigsten Anteil der aufgetretenen Krankheitsbilder bei den Anfragen für eine Zweitmeinung aus.

• In der Wirbelsäulenchirurgie wurde in 57 Prozent der Fälle anstelle eines operativen Eingriffs zu einer konservativen Behandlung geraten.

• 23 Prozent der Nachfragen bezogen sich 2018 auf die Onkologie. 79 Prozent der empfohlenen Therapien wurden hier bestätigt.

 

Weitere Fakten zur Statistik 2018 zur Strukturierten Ärztlichen Zweitmeinung stehen unter "Anhänge" zum Download bereit.

 

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news-3154 Thu, 24 Oct 2019 14:37:41 +0200 Befragung bestätigt Handlungsbedarf: Versicherte wünschen sich mehr Transparenz und bessere Informationen https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/befragung-bestaetigt-handlungsbedarf-versicherte-wuenschen-sich-mehr-transparenz-und-bessere-informat.html AOK fordert weitere Stärkung der Patientenrechte Das Patientenrechtegesetz, das seit 2013 Ansprüche der Patientinnen und Patienten regelt, war ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung – wenn auch mit Schwächen, wie eine aktuelle Um-frage zeigt. So weist eine von der AOK Baden-Württemberg beauftragte Befragung durch YouGov nach, dass sich Versicherte oft nicht richtig informiert fühlen und auch bei der Beweislastverteilung, Verfahrensdauer sowie obligatorischer Haftpflichtversicherung noch Nachbesserungsbedarf besteht. „Nachdem die weitere Stärkung der Patientenrechte im Koalitionsvertrag von Union und SPD auf Bundesebene vor zwei Jahren vereinbart wurde, ist es nun Zeit, dieses wichtige Vorhaben anzugehen “, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender bei der AOK Baden-Württemberg. „Wir bringen unsere langjährige Erfahrung gerne in einen Gesetzgebungsprozess ein, um die nachhaltige Stärkung der Patientenrechte zu erreichen.“

In der Umfrage von YouGov gaben 31 Prozent der Befragten in AOK Baden-Württemberg an, ihren behandelnden Arzt schon um Einsicht in die Behandlungsunterlagen gebeten zu haben. Dabei wurde in 13 Prozent der Anfragen dieser Einblick verweigert. Die Mehrheit der Befragten ist der Meinung, dass die Nichtgewährung dieses Einsichtsrechtes rechtliche Konsequenzen haben sollte. Zwei Drittel sprachen sich dafür aus, dass Ärzte bereits beim Verdacht auf einen Behandlungsfehler ihre Patienten informieren müssen und befürworten eine obligatorische Haftpflichtversicherung für Ärzte für den Fall von Behandlungsfehlern. Die Gründe dafür, dass Patienten Ansprüche wegen eines möglichen Behandlungsfehlers nicht weiterverfolgen, sind laut YouGov-Umfrage vielfältig: So gaben die Befragten mögliche Kosten eines Gerichtsverfahrens (71 Prozent), mangelnde Kenntnis ihrer Rechte (63 Prozent), die Verfahrensdauer (47 Prozent) und die psychische Belastung als wesentliche Gründe an.

Um die Schwächen im bestehenden Patientenrechtegesetz zu beseitigen, hat die AOK-Gemeinschaft ein Positionspapier entwickelt, das zu einer nachhaltigen Stärkung der Patientenrechte bei Behand-lungs- und Pflegefehlern sowie bei Schäden durch Medizinprodukte und Arzneimittel führen soll. Nach Ansicht der AOK-Experten muss die Politik hier endlich – wie im Koalitionsvertrag vereinbart – die Patientenrechte auf die politische Agenda setzen und mit entsprechenden Regelungen nacharbeiten.

Einen wichtigen Ansatz sieht die AOK Baden-Württemberg darin, die Beweisführung bei Behandlungs- und Aufklärungsfehlern im Sinne der Versicherten zu erleichtern, indem das Beweismaß abgesenkt wird: Für die Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen sollte zukünftig eine überwiegende Wahrscheinlichkeit (mehr als 50 Prozent) für den Nachweis des Ursachenzusammenhangs zwischen Fehler und Schaden genügen. Bisher ist hierfür eine weit überwiegende Wahrscheinlichkeit erforderlich. Auch Sanktionen bei der Verweigerung von Einsicht in die Patientenakte und der Nichterfüllung von Mitteilungspflichten bei drittverursachten Gesundheitsschäden sollten festgelegt werden. Informationspflichten über vermutete Behandlungs- oder Pflegefehler auch ohne aktive Nachfrage von Patienten, Beweiserleichterungen bei Arzneimittelschädigungen oder höhere Qualitätsanforderungen für medizinische Sachverständigengutachten sind für die AOK Baden-Württemberg weitere wichtige Ansätze, die es zu prüfen gilt, um die Rechte von Patienten zu stärken. „Eine Nachbesserung der Patientenrechte ist insbesondere mit Blick auf eine obligatorische Haftpflichtversicherung für Medizin-produktehersteller dringend erforderlich“, ergänzt AOK-Chef Hermann. „Hier hat es die Große Koalition bisher sträflich versäumt, den eingeräumten nationalen Gestaltungsspielraum auch zugunsten der Menschen zu nutzen. Das Medizinprodukteanpassungsgesetz-EU bietet die Chance, hier schnell nachzusteuern.“

Hinweis an die Redaktionen:

Die Online-Umfrage von YouGov im Auftrag des AOK Bundesver-band wurde im August 2019 durchgeführt. Dabei wurden 2031 Personen im Bundesgebiet (265 aus Baden-Württemberg) befragt. Die Umfrage ist repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

 

AOK-Positionspapier fordert Stärkung der Patientenrechte (Dokument s.u. in „Anhänge")

Einsicht in die Patientenakte 

Patientenrechte  beim Arztbesuch

Behandlungsfehler – so hilft die AOK Baden-Württemberg

 

 

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news-3162 Wed, 23 Oct 2019 10:44:12 +0200 Geriatrie: Qualität in der Versorgungskette nahtlos herstellen https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/geriatrie-qualitaet-in-der-versorgungskette-nahtlos-herstellen.html Sonderverträge mit ausgewählten Kliniken und Rehaeinrichtungen angestrebt Laut einer aktuellen Analyse des Ministeriums für Soziales und Integration (MSI) und der AOK Baden-Württemberg leben im Land rund 800.000 potentiell geriatrische Patienten, bis 2035 wird ihre Zahl auf über 1,14 Millionen steigen. Die AOK Baden-Württemberg strebt an, die gesundheitliche Versorgung dieser älteren Menschen weiter zu verbessern. Dazu stellt sie in Aussicht, spezielle Verträge mit Krankenhäusern, Rehaeinrichtungen und anderen an der geriatrischen Versorgung Beteiligten zu schließen, die sich durch eine besonders hohe Kompetenz auszeichnen. „Die geriatrische Versorgung in Baden-Württemberg ist im bundesweiten Vergleich auf einem besonders hohen Niveau“, so Dr. Christopher Hermann beim Landesgeriatrietag am heutigen Mittwoch (23.10.2019) in Mannheim. Angesichts der demografischen Entwicklung dürfe man sich darauf aber nicht ausruhen. „Im Interesse der älteren Patientinnen und Patienten brauchen wir ein strukturiertes Behandlungsmanagement mit klaren und anspruchsvollen Qualitätskriterien.“ Dazu müsse man die Scheuklappen endlich ablegen und an den Sektorengrenzen die notwendigen Übergänge schaffen. Die größte Kasse im Südwesten sei bereit, die gesetzlichen Möglichkeiten auch in dieser Hinsicht voll auszuschöpfen.

 

„Um die Qualität weiter zu steigern, sollten das Wissen und die Kompetenzen stärker an ausgewählten Standorten gebündelt werden“, so Hermann. Unter anderem sollten ausgewählte Kliniken die übrigen Leistungserbringer im Land dann regelmäßig schulen und beraten. „Im Ergebnis entsteht eine nahtlose, qualitativ hochwertige Versorgung vom Haus- oder Facharzt über die Kliniken bis hinein in den Rehabereich.“ Im erfolgreichen Programm AOK-proReha Geriatrie habe man hervorragende Erfahrungen gemacht, die Versorgung durch besondere Verträge mit den Einrichtungen auf einem sehr hohen Niveau zu etablieren. Diese sollen bis Ende 2020 auf alle geriatrischen Rehaeinrichtungen im Land ausgeweitet werden.

 


Hinweise für die Redaktionen:

Das Geriatriekonzept 2014 baut auf dem in Baden-Württemberg 1989 erstmals aufgelegten und 2001 überarbeiteten Geriatriekonzept des Landes auf. Das neu entwickelte Konzept beschreibt die Grundlagen und Handlungsfelder der geriatrischen Versorgung. Zentrales Ziel ist es, älteren Menschen ein langes und möglichst selbständiges Leben zu ermöglichen. Es sieht unter anderem vor, dass Krankenhäuser, die als Geriatrische Schwerpunkte oder Geriatrische Zentren ausgewiesen sind, finanzielle Zuschläge von den Krankenkassen erhalten.

 

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news-3159 Tue, 22 Oct 2019 11:47:47 +0200 Rehabilitation statt Pflegeheim https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/rehabilitation-statt-pflegeheim.html Modellprojekt schließt Versorgungslücke Pro Jahr sollen zukünftig bis zu 5.000 Menschen vor Pflegebedürftigkeit oder einer Verschlechterung des Gesundheitszustands bewahrt werden, indem sie nach einem Klinikaufenthalt während der Kurzzeitpflege fit für den Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik gemacht werden. Dies ist das Ziel eines neuen Modellprojekts für Rehabilitative Kurzzeitpflege (REKUP) in den Regionen Heidelberg, Karlsruhe, Ulm und Donaueschingen der AOK Baden-Württemberg und ihrer Partner der Universitäten Duisburg-Essen, Heidelberg, Ulm, dem Essener Forschungsinstitut für Medizinmanagement und der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg.  „Mit dieser neuen sektorenübergreifenden Versorgungsform wird eine für die Betroffenen fatale Lücke geschlossen. Bislang landet rund ein Drittel der pflegebedürftigen Versicherten nach einem Krankenhausaufenthalt direkt in der Langzeitpflege, weil sie nicht fit genug für eine Reha sind“, so Andreas Schmöller, Fachbereichsleiter Rehabilitation und Pflege bei der AOK Baden-Württemberg. Gerade einmal jeder Zwanzigste dagegen trete eine Rehabilitationsmaßnahme an. „Für die Betroffenen, die durch fehlende Reha nicht mehr nach Hause zurückkehren, ist das verschenkte Lebensqualität“, so Schmöller.

 

Für die Durchführung und Finanzierung der Leistungen von rehabilitativer Kurzzeitpflege und der damit verbundenen Kombination von Rehabilitation und Pflege, gibt es jedoch bisher keine leistungsrechtliche Grundlage durch die jeweiligen Sozialversicherungsträger. Hier wäre eine entsprechende Änderung im Sozialgesetzbuch nötig. Dafür soll das Modellprojekt REKUP und dessen Evaluation in den nächsten drei Jahren die Grundlage schaffen. Aktuell werden Pflegeleistungen hauptsächlich in Pflegeeinrichtungen erbracht und rehabilitative Leistungen kommen nur bei rehabilitationsfähigen Patientinnen und Patienten in Rehabilitationseinrichtungen in Frage. „Für die Zielgruppe bedarf es einer Zusammenführung beider Leistungsbereiche und genau das erreicht die AOK Baden-Württemberg und ihre Partner mit REKUP“, erklärt Prof. Jürgen Wasem, Inhaber des Lehrstuhls für Medizinmanagement an der Universität Duisburg-Essen. Die AOK Baden-Württemberg beweist damit wieder den Wert der Versorgungsgestaltung vor Ort in Zusammenarbeit mit den regionalen Akteuren: Regionale Gestaltungsbereitschaft und -kompetenz sind zwingend, um Qualität, Struktur und Vernetzung im Interesse der Versicherten zu verbessern“, betont Schmöller.

 

Kurzzeitpflege wird meistens für eine Übergangszeit im Anschluss an eine stationäre Krankenhausbehandlung oder in Krisensituationen in Anspruch genommen, in denen vorübergehend häusliche oder teilstationäre Pflege nicht möglich oder nicht ausreichend ist. „Da in den Kurzzeitpflegeeinrichtungen die Infrastruktur und das Fachpersonal für rehabilitative Therapien fehlen, bietet sich die Durchführung einer rehabilitativen Kurzzeitpflege in Rehabilitationseinrichtungen, die bereits über multiprofessionelle Teams mit pflegerischen und therapeutischen Kompetenzen verfügen, an“, erklärt Prof. Gert Krischak vom Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm.

 

Die Gruppe der Über-80-Jährigen unter den Älteren wächst am stärksten. Laut statistischem Bundesamt sind es in Deutschland bis 2060 rund 9 Millionen – mehr als jeder Zehnte in Deutschland. Mit ihnen steigt demnach die Zahl der Pflegebedürftigen: im Jahr 2018 waren es bundesweit 3.414.378 Pflegebedürftige und in Baden-Württemberg 398.612 Menschen. „Umso wichtiger ist es, dass diese Menschen durch den Ausbau einer qualitativ hochwertigen Versorgung sowie durch Prävention und Rehabilitation in jeder Lebensphase möglichst gesund und körperlich leistungsfähig durchs Leben gehen, um dann auch noch im hohen Alter so selbstständig wie möglich sein zu können“, betont Prof. Jürgen Bauer, Inhaber des Lehrstuhls für Geriatrie an der Universität Heidelberg und Ärztlicher Direktor am Agaplesion Bethanien Krankenhaus Heidelberg. In den Modellregionen Heidelberg, Karlsruhe, Ulm und Donaueschingen kommen jährlich bis zu 5000 Versicherte der AOK für REKUP in Frage.

 

Aber auch jüngere Menschen kann Pflegebedürftigkeit jederzeit Treffen: knapp 65 Prozent aller traumatologischen Patienten sind nach schweren Unfällen noch jünger als 60. „Essentiell für die weitere Lebensgestaltung ist, dass hier so früh wie möglich Rehabilitationsmaßnahmen stattfinden“, so Andreas Schwarz, Erster Direktor der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg.

 

 

Hintergrundinformationen für die Redaktionen zum Projekt REKUP und zum Thema rehabilitative Kurzzeitpflege stehen am Ende der Seite im Download-Bereich. Außerdem finden Sie dort ein Audio-Feature über das Projekt REKUP.

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news-3148 Wed, 09 Oct 2019 13:45:53 +0200 Faire-Kassenwettbewerb-Gesetz gefährdet gesundheitliche Versorgung in Baden-Württemberg https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/faire-kassenwettbewerb-gesetz-gefaehrdet-gesundheitliche-versorgung-in-baden-wuerttemberg.html Hoher Mittelabfluss aus Baden-Württemberg droht Die AOK Baden-Württemberg als größte Krankenkasse im Südwesten wendet sich entschieden gegen den Entwurf des sogenannten Faire-Kassenwettbewerb-Gesetzes (GKV-FKG), welches heute (09.10.2019) das Bundeskabinett beschloss. „Mit der sogenannten Regionalkomponente im Risikostrukturausgleich gefährdet der Bundesgesundheitsminister massiv die bundesweite Spitzenposition der gesundheitlichen Versorgung in Baden-Württemberg“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, heute in Stuttgart. Die Regionalkomponente droht der deutschlandweit beispielhaften Gesundheitsversorgung im Land den Boden zu entziehen. „Die Leidtragenden wären schnell die Patientinnen und Patienten in Baden-Württemberg.“

 

Anders als ihr Name suggeriert, würde die Regionalkomponente insbesondere Geld aus ländlichen Regionen auch aus Baden-Württemberg in Ballungsräume transferieren, obwohl es dort bereits heute eine Überversorgung und überdurchschnittlich hohe Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung gibt. Dazu AOK-Chef Hermann: „Diese sogenannte Regionalkomponente ist eine Sackgasse – sie ist ein Förderprogramm für ineffiziente Versorgungsstrukturen und müsste eher das Etikett ‚Metropolenzuschlag‘ tragen.“

 

Die Versorgungsstrukturen, die wie in Baden-Württemberg konsequent an Effizienz und Patientenorientierung ausgerichtet seien, würden dagegen für ihre vorbildliche Struktur abgestraft. In der Folge würde die viel zu oft verkrustete Überversorgung in großen Städten zementiert und stattdessen Investitionsneigungen in benachteiligten Regionen zur Sicherstellung einer adäquaten Versorgung nachhaltig zurückgehen. Ein solcher Rückzug aus der Fläche lässt sich heute bei den bundesweit uniform tätigen Krankenkassen seit längerem beobachten.

 

„Wenn der Bundesgesundheitsminister seinen Beitrag zur Angleichung der Lebensverhältnisse darin sieht, die gesundheitliche Versorgungsqualität deutschlandweit zu nivellieren, leistet dieser Gesetzentwurf fraglos seinen Teil dazu“, so Hermann weiter. „Kommt das Gesetz, steht zu befürchten, dass die Versicherten und die Unternehmen in Baden-Württemberg ineffiziente Versorgungsstrukturen in anderen Teilen der Republik mit rund 500 Millionen Euro jährlich subventionieren müssen. Das ist Geld, das für die Gesundheitsversorgung hierzulande dann fehlt.“

 

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news-3141 Wed, 02 Oct 2019 13:30:00 +0200 Hermann: „Pharmalobby lullt Union ein“ https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/hermann-pharmalobby-lullt-union-ein.html AOK Baden-Württemberg erteilt Absage an Unions-Vorschläge für neugeregelte Rabattvertragsausschreibungen „Die Politik darf sich nicht von der Pharmaindustrie auf eine falsche Fährte locken lassen“, bewertet Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg und AOK-weiter Verhandlungsführer, einen dieser Tage bekannt gewordenen Entwurf eines Positionspapiers der Bundestagsfraktion der Unionsparteien. Deren Aussagen zu veränderten Ausschreibungsmodalitäten für Arzneimittelrabattverträge weist Hermann entschieden zurück. Die Pharmalobby lulle die Politik immer wieder mit dem Märchen ein, dass deutsche Rabattverträge Arzneimittelengpässe auslösten. „Auf diesen Unfug fällt das Entwurfspapier der Unionsparteien leider in weiten Strecken rein.“

Der deutsche Arzneimittelmarkt hat am globalen patentfreien Arzneimittelmarkt einen Anteil von gerade vier Prozent. Von diesen vier Prozent wird wiederum nur ein Teil durch Arzneimittelrabattverträge gesteuert. Hermann weiter: „Selbst eine große Krankenkasse wie die AOK Baden-Württemberg beeinflusst letztlich weniger als ein Zwanzigstel dieser vier Prozent. Und dieser Bereich soll jetzt verantwortlich sein, für Engpässe, die im Weltmaßstab auftreten, nur damit die Hersteller sich weiterhin aus der Pflicht stehlen können?“

Gänzlich inakzeptabel ist für den AOK-Chef der Vorschlag, innerhalb einzelner Gebietslose alle Träger der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) einheitlich und gemeinsam ausschreiben zu lassen. „So bildet man Kassenkartelle auf der einen Seite und Pharmamonopole auf der anderen. Eine wettbewerbsfeindlichere Konstellation ist schwerlich vorstellbar. Hier wird nicht Versorgungssicherheit  gestärkt, im Gegenteil, sie gerät vollends unter die Räder“, warnt Hermann. Jährlich sparen die Rabattverträge der Solidargemeinschaft Ausgaben in Höhe von vier Milliarden Euro, die an anderer Stelle für die gesundheitliche Versorgung der Menschen investiert werden können. „Diese Gelder dürfen zukünftig nicht wieder breit an Pharmahersteller rübergereicht werden, weil dirigistischer Zentralismus den Wettbewerb plattmacht“, so Hermann weiter. 

Eine Abfuhr erteilt der AOK-Chef nicht zuletzt auch der Forderung, Rabattverträge dürften – wenn überhaupt – nur noch im Mehrpartnermodell ausgeschrieben werden: „Mit exklusiven Ausschreibungen haben wir vor zehn Jahren einen fairen Wettbewerb auf einem Markt erzwungen, auf dem zuvor nur Oligopole der Großkonzerne die Preise diktiert haben. Wer das einzige funktionierende Steuerungsinstrument des generischen Arzneimittelmarkts seiner Wirkmechanismen beraubt, handelt gegen das Interesse der GKV-Versicherten.“

Einige gut gemeinte Anknüpfungspunkte an Positionen der AOK Baden-Württemberg kann Vorstandschef Hermann in dem Entwurfspapier der AG Gesundheit von CDU und CSU immerhin entdecken: Die AOK setze sich bereits seit Jahren dafür ein, dass Engpässe verbindlich dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gemeldet werden müssen.

Ebenso verfolge die AOK Baden-Württemberg seit langem die Idee, eine Arzneimittelreserve aufzubauen, wofür für pharmazeutische Unternehmen eine Vorratshaltung verbindlich gemacht werden müsse, wie es sie für Apotheken und Großhandel längst gibt.

 

Video-Statement Dr. Christopher Hermann

 

Hinweis für Redaktionen

Ein Positionspapier AOK Baden-Württemberg zu den Unions-Vorschlägen finden Sie in der Anlage dieser Pressemitteilung.

 

 

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news-3139 Wed, 02 Oct 2019 11:57:51 +0200 Deutlich weniger Todesfälle für Herzpatienten https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/deutlich-weniger-todesfaelle-fuer-herzpatienten.html Evaluation zum AOK-Facharztvertrag Kardiologie in Baden-Württemberg Eine vom GBA-Innovationsfonds geförderte Evaluation des Facharztvertrages Kardiologie der AOK Baden-Württemberg zeigt in ihren aktuellen Ergebnissen bereits für einen Zeitraum von zwei Jahren signifikant höhere Überlebensraten für Versicherte mit chronischer Herzinsuffizienz (HI) und koronarer Herzkrankheit (KHK). Die Hochrechnung weist 267 vermiedene Todesfälle bei den selektivvertraglich Versicherten mit HI und 343 bei Versicherten mit KHK aus. Außerdem treten deutlich weniger Krankenhauseinweisungen auf und leitlinienempfohlene Medikamente wie Cholesterin- und Blutdrucksenker werden häufiger verordnet. Diese Vorteile im Haus- und FacharztProgramm gehen zudem mit niedrigeren Gesamtkosten einher. Die Wissenschaftler führen die Unterschiede auf die verbindliche Versorgungssteuerung, eine intensivere Patientenbetreuung und höhere Qualitätsanforderungen für die beteiligten Ärzte zurück. Die Vertragspartner sehen sich auf ihrem vor über 10 Jahren gestarteten Weg einer qualitätsorientierten ambulanten Vollversorgung mit maßgeschneiderten regionalen Strukturen einmal mehr bestätigt. Akute Gefahr für dessen Fortsetzung sehen sie dagegen im sogenannten FKG. Denn der Referentenentwurf des Gesetzes sieht ein Verbot vor, vertragliche Leistungen und deren Vergütung an bestimmte Diagnosen zu binden – die wesentliche Voraussetzung, um auf konkrete Patientenbeschwerden zugeschnittene Versorgungskonzepte erfolgreich anzubieten. „Damit stehen die Alternative Regelversorgung und andere Selektivverträge am Abgrund“, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg.

 

„Der Überlebensvorteil zugunsten der Patienten im Haus- und FacharztProgramm kommt nicht unerwartet, beeindruckend ist die Effektstärke im Vergleich zur Regelversorgung“, so Prof. Dr. Ferdinand Gerlach, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität Frankfurt/Main. „In den bisherigen Evaluationen zum AOK-Hausarztvertrag konnten wir schon feststellen, dass sich die Qualitätsschere von Jahr zu Jahr zugunsten der HZV öffnet und nach fünf Jahren sahen wir einen Trend zu einer Verringerung der Sterblichkeit für alle Teilnehmer.“ Die Vorteile ergäben sich wahrscheinlich aus dem Zusammenspiel vertraglicher Steuerungsinstrumente – unter anderem zur Optimierung der Arzneimitteltherapie, in Bezug auf die Steuerung von Arztkontakten und der Vermeidung unnötiger Krankenhauseinweisungen sowie höherer Qualitätsanforderungen an die beteiligten Haus- und Fachärzte. „Herzpatienten mit einem höheren Sterberisiko profitieren von den Überlebensvorteilen erwartungsgemäß deutlich stärker und bereits nach wesentlich kürzerer Zeit“, so Gerlach.

 

Das Haus- und FacharztProgramm setzt systematisch an bekannten Versorgungsdefiziten wie etwa der isolierten Versorgung eines schwer herzinsuffizienten Patienten durch den Hausarzt oder in einer kardiologischen Praxis mit nicht ausreichender technischer Ausstattung an. Teilnehmende Kardiologen müssen deshalb als Qualitätsnachweis unter anderem pro Quartal 150 Ultraschalluntersuchungen, davon mindestens 100 Echokardiographien, nachweisen. Vertraglich sind indikationsspezifische Versorgungsziele festgelegt und daraus abgeleitete Diagnose- und Therapiepfade anhand der aktuellen Leitlinienempfehlungen. Neben einer obligatorischen kardiologischen Abklärung der Diagnose werden auch die Kontrollintervalle beim Kardiologen festgelegt. Patienten mit Herzinsuffizienz können so, je nach Schwere der Erkrankung, deutlich häufiger gesehen werden. „In der Regelversorgung haben Ärzte mit vielen schweren Fällen dagegen oft ein betriebswirtschaftliches Problem“, so Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI Baden-Württemberg und MEDI GENO Deutschland. „Die Folge sind oft unnötige und teure Krankenhauseinweisungen, die durch eine bessere ambulante Versorgung und Vergütung vermeidbar gewesen wären. Im Kardiologievertrag ist die Vergütung dagegen morbiditätsorientiert angepasst, das heißt für schwere Fälle gibt es eine entsprechend bessere Honorierung. Im Gegensatz zum Kollektivvertrag wird auch jeder Behandlungsfall bezahlt und nicht bei Überschreitung eines Budgets einfach gestrichen“, führt Baumgärtner aus.

 

Ein wichtiges Vertragsziel ist es, den Patienten potenziell vermeidbare und belastende Krankenhausaufnahmen zu ersparen. Die Diagnose Herzinsuffizienz ist bundesweit der häufigste Grund für einen stationären Krankenhausaufenthalt, Tendenz steigend. Die Evaluation zeigt, dass schon innerhalb von nur zwei Jahren bei HI-Patienten 1068 und bei KHK-Patienten 1128 Klinikeinweisungen vermieden wurden. Die Vertragsstrukturen unterstützen explizit die notwendige Lotsen- und Koordinierungsfunktion des Hausarztes, um speziell chronisch Kranke und multimorbide Menschen nicht stationär, sondern primär ambulant vor Ort zu behandeln. Dr. Berthold Dietsche, Chef des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg, betont: „Meine Patienten wissen, dass sie eine Überweisung zum Facharzt brauchen, damit sich die Kommunikation zwischen Haus- und Facharzt und dadurch die medizinische Versorgung verbessern.“ Laut Evaluation liegt die Überweisungsquote im Facharztvertrag Kardiologie bei nahezu 100 Prozent, in der Kontrollgruppe der Regelversorgung bei lediglich zwei Dritteln. Der Hausarzt ist in der HZV außerdem zu vollständigen Begleitbriefen verpflichtet, der Kardiologe zu einem zeitnahen ausführlichen Facharztbrief. „Wichtig ist auch das softwaregestützte Medikamenten­Management als zentrale Schnittstelle zwischen Haus- und Facharzt, das zur Harmonisierung der Verordnungen führt”, so Dietsche weiter. Alle Hausärzte nehmen zudem vier Mal pro Jahr an Qualitätszirkeln zur leitliniengerechten Arzneimitteltherapie teil, was wahrscheinlich ebenfalls maßgeblich zu der in der Studie festgestellten besseren medikamentösen Versorgung beiträgt.

 

Für Dr. Christopher Hermann beweisen die Ergebnisse, dass die Weichen von den Partnern bereits vor Jahren richtig gestellt wurden. Das nun Erreichte sei aber durch das sogenannte FKG massiv bedroht. „Die aktuelle Evaluation zur Alternativen Regelversorgung in Baden-Württemberg zeigt eindrucksvoll, dass eine bessere ambulante Versorgungssteuerung, basierend auf passgenauen regionalen Strukturen, nachhaltig zu eindeutigen Qualitätsvorteilen bei geringeren Kosten führt. Geradezu grotesk mutet daher an, dass stationäre Leistungen seit vielen Jahren zur Optimierung der Versorgungssteuerung nahezu ausschließlich nach Behandlungsdiagnosen vergütet werden, während in der ambulanten Versorgung dieser Zusammenhang zukünftig verboten werden soll.“ Würde die Regelung so Gesetz, wird der mit viel Mühen zum Laufen gebrachte sinnvolle Wettbewerb um eine bessere ambulante Versorgung der Menschen abgewürgt. Derzeit nehmen mehr als 5.000 Haus- und Kinderärzte und 2.500 Fachärzte (davon 219 Kardiologen) und Psychotherapeuten an den Verträgen der AOK Baden-Württemberg teil. Sie verantworten gemeinsam die Versorgung von mehr als 1,65 Millionen HZV-Versicherten und mehr als 700.000 Versicherten im gemeinsamen FacharztProgramm von AOK Baden-Württemberg und Bosch BKK.

 

Hinweise an die Redaktionen:

Beteiligt an dem Versorgungsforschungsprojekt, dessen Schlussbericht zum 30. September vorgelegt wurde, waren Wissenschaftler der Universitäten Frankfurt/Main, Jena und Heidelberg sowie das Göttinger aQua-Institut. Zur Berechnung der Mortalität und weiterer versorgungsrelevanter Indikatoren werteten die Frankfurter Wissenschaftler routinemäßig erhobene Patientendaten für die Jahre 2015 und 2016 aus. Verglichen wurden Versicherte, die sowohl im Rahmen des AOK-Vertrags zur Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) und dem darauf aufbauenden Facharztvertrag für Kardiologie behandelt wurden, mit Versicherten aus Praxen, die nicht an den Selektivverträgen teilnahmen. In der HI-Analyse waren 13.404 Versicherte in der Selektivvertrags- und 8.776 in der Kontrollgruppe der Regelversorgung. In der KHK-Auswertung betrug das Verhältnis 19.537 zu 16.696 Versicherten. Bei den Hochrechnungen schließen sich die Kohorten nicht aus.

 

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news-3126 Tue, 24 Sep 2019 10:08:05 +0200 Arzneimittelausgaben sind 2018 auf 41,2 Milliarden Euro gewachsen https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/arzneimittelausgaben-sind-2018-auf-412-milliarden-euro-gewachsen.html Kostensteigerungen gehen vor allem auf patentgeschützte Medikamente zurück Die jährlich wachsenden Arzneimittelausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) haben neue Rekorde erreicht. Zu diesem Schluss kommt der heute erscheinende Arzneiverordnungsreport des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WidO). Betrugen die Ausgaben der GKV im Jahr 2017 bundesweit noch rund 40 Milliarden Euro, wuchsen sie im Folgejahr um eine weitere Milliarde auf 41,2 Milliarden Euro. „Die Hauptursache dafür sind teure patentgeschützte Arzneimittel“, sagt der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann: „Seit 2011 hat sich der Umsatz mit den teuren Präparaten bei der AOK Baden-Württemberg verdoppelt, und ‚teuer‘ nennen wir ein Arzneimittel erst, wenn die einzelne Packung mehr als 500 Euro kostet!“

Allein von 2017 auf 2018 stieg bei der AOK Baden-Württemberg der Umsatz der hochpreisigen Arzneimittel um 5,3 Prozent. Was das heißt, erläutert AOK-Chef Hermann, indem er den Kostenaufwand der hochpreisigen Arzneimittel in Relation zum übrigen Arzneimittelmarkt setzt: „Weniger als ein Prozent aller verordneten Arzneimittel machen über 38 Prozent der gesamten Arzneimittelausgaben aus. Das ist ein Unding! Auf dem Markt der generischen Arzneimittel können wir über unsere Rabattverträge steuernd eingreifen und erzielen seit Jahren Einsparungen, die die Solidargemeinschaft der Versicherten entscheidend entlasten. Wie lange die Gemeinschaft aber noch in der Lage sein wird, die Mondpreise des patentgeschützten Marktes zu tragen, weiß niemand.“

Besonders problematisch: Anders als in den meisten europäischen Staaten wird in Deutschland nicht bereits beim Marktzugang über die Erstattungsfähigkeit und den Preis entschieden. In den ersten zwölf Monaten nach Markteintritt eines neu zugelassenen Arzneimittels können die Hersteller dafür jeden Preis verlangen, der ihnen zusagt. „Die gesetzlichen Krankenkassen müssen diesen Preis vollständig erstatten, egal wie hoch er ist und welchen tatsächlichen Nutzen das Medikament stiftet“, verdeutlicht Hermann. Erst nachdem das erste Jahr auf dem Markt vorüber ist, wird für das neue Arzneimittel der dann verbindliche GKV-Erstattungspreis - abhängig vom Zusatznutzen gegenüber der bisherigen Therapie - festgelegt. Hermann: „Bis dahin dürfen uns die Pharmahersteller melken, so viel sie wollen. Damit die Therapie mit Arzneimitteln auch in Zukunft bezahlbar bleibt, muss das Verfahren der Nutzenbewertung und Preisfindung weiterentwickelt werden.“

 

Arzneiverordnungsreport 2019

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news-3124 Mon, 23 Sep 2019 11:40:00 +0200 AOK-Bezirksdirektion Ostwürttemberg https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-bezirksdirektion-ostwuerttemberg.html Bühler und Svoboda wechseln im Unternehmen Die bisherige Geschäftsführung der AOK-Bezirksdirektion Ostwürttemberg übernimmt ab Oktober 2019 neue Aufgaben- und Verantwortungsbereiche:

Josef Bühler, seit 2012 erfolgreicher Geschäftsführer der AOK-Bezirksdirektion Ostwürttemberg, wechselt zum 01.10.2019 zur Hauptverwaltung der AOK Baden-Württemberg nach Stuttgart. Er übernimmt die unternehmensweite Querschnittsaufgabe des Koordinators und Leiters für Sicherung und Weiterentwicklung der landesweiten ambulanten ärztlichen und zahnärztlichen Versorgung. Bühler: „Solche Gelegenheiten kommen nicht oft. Damit kann ich zukünftig in der Schaltstelle der AOK Baden-Württemberg sowohl die landesweite Fortentwicklung der Strukturen der ambulanten Arzt-Versorgung als auch die Strategien für Planung und Umsetzung entscheidend mit vorantreiben. Davon kann auch unsere Region Ostwürttemberg profitieren. Gerade vor dem Hintergrund der hochsensiblen Problematik Landarztmangel hat die Aufgabe einen einmaligen Reiz.“

Einer neuen Aufgabe in weitaus größeren Strukturen als bisher stellt sich auch Michael Svoboda, bisher stellvertretender Geschäftsführer der AOK-Bezirksdirektion Ostwürttemberg. Er wechselt in eine der größten Bezirksdirektionen der AOK Baden-Württemberg nach Esslingen und übernimmt ab 01.10.2019 die Leitung des zentralen Geschäftsbereichs Versorgungsmanagement in der AOK-Bezirksdirektion Neckar-Fils. Für Svoboda ist der Sprung von der kleinsten zu einer doppelt so großen Bezirksdirektion innerhalb des Unternehmens der wesentliche Faktor: „In den Landkreisen Esslingen und Göppingen spielen das Haus- und Facharztprogramm der AOK Baden-Württemberg mit den unternehmensweit höchsten Teilnahmerzahlen auf Arzt- wie Versichertenseite eine ganz besondere Rolle. Hier anzusetzen, den Vorsprung zu halten und weiter auszubauen, ist eine ganz besondere Herausforderung, der ich mich nur zu gerne stelle“.

Der Vorstand der AOK Baden-Württemberg begrüßt die Entwicklung ausdrücklich: „Ich freue mich sehr, wenn an Schlüsselfunktionen des Unternehmens jahrelang bewährte Führungskräfte noch komplexere, neue Verantwortung für den weiteren Erfolg der AOK Baden-Württemberg übernehmen. Wir hätten uns zwar einen entspannteren Zeitpunkt gewünscht, aber die Kollegen nehmen die Gelegenheit beim Schopf. Damit gehen wir jetzt um“, so der Vorstandschef der Südwest-AOK, Dr. Christopher Hermann.

Zur Wiederbesetzung der Geschäftsführung der AOK-Bezirksdirektion Ostwürttemberg sei deshalb klar, dass die Übergangszeit so kurz wie möglich gehalten werde und bereits zum 1. November 2019 erfolgen soll. Bis dahin sei der versierte ehemalige Geschäftsführer der AOK-Bezirksdirektion Rhein-Neckar-Odenwald, Stefan Strobel, beauftragt worden, die AOK-Geschäfte in Ostwürttemberg zu leiten. Strobel hatte seine Geschäftsführerposition in Mannheim erst Anfang des Jahres altershalber abgegeben.

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news-3121 Fri, 20 Sep 2019 11:40:12 +0200 Bundesratsdebatte über Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) am Freitag https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/bundesratsdebatte-ueber-digitale-versorgung-gesetz-dvg-am-freitag.html AOK-Südwest-Chef Hermann: „Versuch, die Quadratur des Kreises zu schaffen“ Am heutigen Freitag (20.09.) berät der Bundesrat über den Gesetzesentwurf zum Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG). Dieser sieht unter anderem eine Kompetenzverschiebung vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) zum Innovationsausschuss vor. Dazu Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg: „Wieder einmal versucht das Bundesgesundheitsministerium, funktionierende Mechanismen der Selbstverwaltung durch Gesetzesänderungen zu unterlaufen.“ Am Beispiel des Innovationsfonds werde erneut deutlich, dass die Große Koalition den Realitätsbezug verloren habe, wenn es um die Übertragung von ,Laborbedingungen‘ auf das ‚Echtleben‘ gehe. „Das ist nicht weniger als ein erneuter Versuch, die Quadratur des Kreises zu schaffen“, so Hermann.

 

Der Innovationsausschuss soll gemäß Kabinettsfassung des DVG innerhalb von drei Monaten nach Vorlage der projektbezogenen Ergebnisberichte Empfehlungen aussprechen, ob die neue Versorgungsform oder einzelne Ansätze daraus in die Regelversorgung zu überführen sind. Wird die Zuständigkeit beim G-BA gesehen, müssen innerhalb von zwölf Monaten Vorgaben zur Aufnahme in die Regelversorgung beschlossen werden.

 

Durch die geplante Regelung würden neue Parallelwege eröffnet, die eine Vorabentscheidung unter größtem Zeitdruck durch ein Gremium vorsehen, in dem neben der Selbstverwaltung auch die Administration von Bundesgesundheitsministerium (BMG) und Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sitzen. „Der G-BA wäre nur noch Erfüllungsgehilfe und könnte lediglich noch über das Wie zur Aufnahme in die Regelversorgung entscheiden“, kritisiert Hermann.

 

Als wesentlichen Schwachpunkt des Gesetzentwurfs sieht die AOK Baden-Württemberg auch, dass die Fortführung erfolgreich durchgeführter Innovationsfondsvorhaben innerhalb der Selektivverträge im Gesetzesentwurf keine Rolle spiele. Hier böte sich für viele Ansätze das größte Potential, da Selektivverträge regionale Steuerungs- und Gestaltungsspielräume ermöglichten, die in der Regelversorgung nicht vorgesehen seien, so Hermann weiter. „Gerade unter Laborbedingungen evaluierte Vorhaben, die ein hohes freiwilliges Engagement aller Beteiligten zur Grundlage haben, brauchen in der breiteren Implementierung Willen und Wollen überzeugter Partner zur klaren Steuerung – ansonsten sind Evaluationsergebnisse überhaupt nicht übertragbar.“

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news-3119 Thu, 19 Sep 2019 08:38:04 +0200 Gefahren abwenden durch Vorsorgeuntersuchungen https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/gefahren-abwenden-durch-vorsorgeuntersuchungen.html Mit zunehmendem Alter der Kinder werden die regelmäßigen Gesundheits-Checks vernachlässigt Anlässlich des Weltkindertages am 20. September hat die AOK Baden-Württemberg die Zahlen der Vorsorgeuntersuchungen ihrer Versicherten im Kindes- und Jugendalter analysiert. Auffallend ist der Trend, dass Eltern mit steigendem Alter ihrer Kinder immer seltener diese Gesundheits-Checks in Anspruch nehmen. Während noch 100 Prozent der 2017 bei der AOK Baden-Württemberg versicherten Babys zur U4 gebracht wurden, gingen nur noch 80 Prozent der Kinder im Alter von vier Jahren mit ihren Eltern zur U8. Die Gesundheitsuntersuchungen für Kinder und Jugendliche (aktuell U1 bis U9 sowie J1) sind ein wichtiger Baustein zur gesunden kindlichen Entwicklung. In den ersten Lebensjahren machen Kinder gewaltige Entwicklungsschritte. Deshalb ist es wichtig, dass bei den „U“-Untersuchungen der allgemeine Gesundheitszustand und die altersgemäße Entwicklung eines Kindes regelmäßig ärztlich überprüft werden.

 

Vorsorgeuntersuchungen begleiten Kinder in ihrer Entwicklung, die gerade in den ersten Lebensjahren rasant verläuft. Deshalb wurde gerade für diese Lebensphase ein dichtes Netz an Vorsorgeuntersuchungen geknüpft. Die Zahlen der AOK Baden-Württemberg zeigen allerdings, dass die Bereitschaft der Eltern, mit ihren Kindern zu den regelmäßigen Gesundheits-Checks zu gehen, mit steigendem Alter des Nachwuchses abnimmt. 2017 sind alle bei der AOK Baden-Württemberg versicherten Babys mit ihren Eltern (100 Prozent) zur U4 (3.-4. Lebensmonat) gegangen und immerhin noch 98 Prozent zur U5 (6.-7. Lebensmonat). Demgegenüber nahmen die U9 (mit etwa fünf Jahren), die letzte von insgesamt zehn Vorsorgeuntersuchungen, nur noch 88 Prozent der Kinder in Anspruch. Die restlichen 12 Prozent der Mädchen und Jungen im Vorschulalter verpassten somit auch die umfangsreichste Voruntersuchung bis zu diesem Alter. Die Untersuchung für Versicherte im Teenageralter (J1) zwischen 13 und 14 Jahren wird von weniger als der Hälfte wahrgenommen (43 Prozent).

 

Wie wichtig die Inanspruchnahme der Gesundheits-Checks ist, erklärt Dr. Hans-Peter Zipp, Arzt bei der AOK Baden-Württemberg: „Kinder und Jugendliche haben aktuell gesetzlichen Anspruch auf die U1 bis U9 bis zum 6. Lebensjahr sowie die J1. Diese Untersuchungen dienen der Früherkennung von Krankheiten, die ihre körperliche oder geistige Entwicklung in nicht geringfügigem Maße gefährden. Die Maßnahmen sollten mögliche Gefahren für die Gesundheit der Kinder dadurch abwenden, dass aufgefundene Verdachtsfälle eingehend diagnostiziert und erforderlichenfalls rechtzeitig behandelt werden können.“

 

Neben den gesetzlich festgelegten Untersuchungen bietet die AOK-Baden-Württemberg ihren Versicherten bei einer Teilnahme am AOK-HausarztProgramm zusätzlich die Kinder- und Jugendvorsorgeuntersuchungen U10 (von 7 bis 8 Jahren), U11 (von 9 bis 10 Jahren) sowie J2 (von 16 bis 17 Jahren) an.

 

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news-3111 Tue, 17 Sep 2019 11:30:03 +0200 Gesundheitliche Risiken durch digitales Arbeiten https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/gesundheitliche-risiken-durch-digitales-arbeiten.html Die AOK Baden-Württemberg unterstützt ihre Versicherten in der modernen Arbeitswelt Immer erreichbar, hochflexibel und ständig mobil – infolge der Digitalisierung droht die bisherige, bei den meisten Erwerbstätigen vorherrschende Trennung von Arbeit und Privatleben verlorenzugehen. Und das hat laut Fehlzeiten-Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) Folgen für die Gesundheit. Die aktuelle Untersuchung beleuchtet, den Einfluss der Digitalisierung auf die Arbeitswelt und die Auswirkungen flexiblen Arbeitens – eine der Folgen der Digitalisierung – auf die Gesundheit der Beschäftigten. Laut Befragung ist die digitale Ausstattung heute auch in Baden-Württemberg in der Arbeitswelt sehr weit verbreitet. Der Einsatz von Computern (50 Prozent), E-Mails (56 Prozent) oder Internet (50 Prozent) erlaubt das Arbeiten im Homeoffice. Diese digitalen Werkzeuge ermöglichen in zahlreichen Berufen eine zunehmende Flexibilisierung: Arbeitszeit und Arbeitsort, in der bzw. an dem die Arbeitsleistung erbracht wird, lösen sich von starren Vorgaben.

 

Die Chancen, aber auch die Herausforderungen, der digitalen Arbeitswelt und der immer besseren Möglichkeiten, auch von zu Hause oder unterwegs arbeiten zu können, sind groß. So waren laut Fehlzeiten-Report 2019 Beschäftigte, die häufig im Homeoffice arbeiten, in den letzten zwölf Monaten häufiger in ihrem seelischen Wohlbefinden beeinträchtigt: 67 Prozent der Tele-Arbeitenden berichten über Erschöpfung aber nur 45 Prozent der Inhouse-Arbeitenden; unter Nervosität und Reizbarkeit litten 53 Prozent gegenüber 43 Prozent, unter Niedergeschlagenheit 38 Prozent gegenüber 28 Prozent. Höher ist bei den Tele-Arbeitenden auch der Anteil derjenigen, die über Konzentrationsprobleme (45 Prozent gegenüber 31 Prozent) oder Lustlosigkeit (59 Prozent gegenüber 42 Prozent) berichten. Unterschiede ergeben sich schließlich auch bei Kopfschmerzen. So berichten 42 Prozent der Tele-Arbeitenden über Kopfschmerzen gegenüber 35 Prozent bei den Inhouse-Arbeitenden.

 

„Der diesjährige Fehlzeiten-Report macht überdies deutlich, dass psychische Belastungen wie Arbeitsverdichtung und -intensivierung, Zeitdruck oder Multitasking kontinuierlich zunehmen. Hinzu kommen Entgrenzungsprobleme und Phänomene der interessierten Selbstgefährdung, Technostress, verursacht durch intensive mobile Nutzung von Kommunikationsmedien, Informationsüberflutung und ständige Unterbrechungen“, sagt Andreas Kaiserauer, Referatsleiter Gesundheitsförderung in Lebenswelten bei der AOK Baden-Württemberg.

 

Trotz dieser höheren psychischen Belastungen haben Beschäftigte im Homeoffice geringere Fehlzeiten (6,4 Tage) als Beschäftigte, die ausschließlich im Betrieb arbeiten (9 Tage). Die beiden Beschäftigtengruppen berichten in etwa gleich häufig, entgegen dem ärztlichen Rat in den letzten 12 Monaten zur Arbeit gegangen zu sein (Tele-Arbeitende: 19 Prozent; Inhouse-Arbeitende: 20 Prozent). „Es ist davon auszugehen, dass sich Beschäftigte im Homeoffice ihre Arbeitszeit so einteilen, dass sie ihre Ressourcen passgerecht einsetzen: Unter Umständen arbeiten sie deshalb im Krankheitsfalle weniger und holen die verlorene Arbeitszeit dann nach. Dies ist bei Beschäftigten mit festen Arbeits- und Anwesenheitszeiten im Betrieb natürlich nicht möglich“, sagt Andreas Kaiserauer.

 

Die Ergebnisse des Fehlzeiten-Reports zeichnen insgesamt das Bild von einer zunehmenden Entgrenzung von Arbeit und Privatleben, die durch die neuen Informations- und Kommunikationsmedien ermöglicht wird. „Maßvolle Arbeitsmengen, individuelle Einflussmöglichkeiten bei der Ausgestaltung der konkreten Arbeitsbedingungen und ein gesundheitsbewusster Umgang mit digitalen Tools sind grundlegende Voraussetzungen für eine gesundheitsförderliche Gestaltung der digitalen Arbeitswelt“, sagt der AOK-Experte. Arbeitsstrukturen, die durch die Digitalisierung im Wandel seien, sollten von Anfang an so gestaltet werden, dass sie die Gesundheit der Beschäftigten fördern und nicht schädigen. „Beschäftigte müssen befähigt und ermächtigt werden, sich verantwortungsbewusst und gesundheitsgerecht in den digitalen Welten zu bewegen“, so Andreas Kaiserauer weiter.

 

Die AOK Baden-Württemberg unterstützt Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Zeitalter der Digitalisierung mit am konkreten Bedarf abgestimmten Präventionsprogrammen im Zuge der betrieblichen Gesundheitsförderung. Beispielsweise sind hier die Themen gesundheitsgerechte Führung, Achtsamkeit und Stressbewältigung oder auch Pausengestaltung zu nennen.

 

Hinweis für die Redaktionen:

Für die Studie hat das WIdO im Frühjahr diesen Jahres 503 Beschäftigte in Baden-Württemberg zwischen 16 und 65 Jahren befragt.

 

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news-3105 Tue, 10 Sep 2019 15:47:20 +0200 Gassen-Vorschlag greift zu kurz https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/gassen-vorschlag-greift-zu-kurz.html Bessere Versorgungsstrukturen statt neue Kassentarife Die Vertragspartner der Selektivverträge in Baden-Württemberg halten von dem Vorschlag des Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen, nichts. Seine Vorstellung, einen günstigeren Kassentarif für Versicherte einzuführen, die sich an einen koordinierenden Arzt binden, greife zu kurz. Zusammen mit der koordinierenden Arztfunktion müssten laut Vertragspartner zwingend besser vernetzte Versorgungsstrukturen einhergehen. Sie zusammen führten zu mehr Qualität und zu sinnvoller Häufigkeit von Arztkontakten. In Baden-Württemberg ist dies bereits seit 11 Jahren Realität, von der die 1,65 Millionen freiwilligen Teilnehmer an der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) der AOK Baden-Württemberg und ihrer ärztlichen Partner und die rund 700.000 Teilnehmer am Facharzt-programm profitierten.

 

Die Vertragspartner betonen, dass in mittlerweile vier Evaluationen überzeugend belegt sei, dass die angestrebte Lotsenfunktion des Hausarztes in der HZV Realität sei und zu einer umfassend besseren Versorgung mit Überlebensvorteilen speziell für chronisch Kranke führe. Von wissenschaftlicher Seite sei wiederholt bestätigt worden, dass es allein für das Jahr 2016 rund 1,2 Millionen unkoordinierte Facharztkontakte weniger gab. Aktuelle Zahlen aus dem AOK-Facharztvertrag Kardiologie zeigen zudem, dass die Überweisungsquote in diesem Facharztvertrag bei nahezu 100 Prozent liegt, in der Kontrollgruppe der Regelversorgung bei lediglich zwei Dritteln. „In der freiwilligen Alternativen Regelversorgung in Baden-Württemberg kommen Versorgungssteuerung und Versorgungsqualität idealerweise zusammen. Das ist der zielführende Weg zu besserer Patienten- und Ärztezufriedenheit“, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg.

 

„Die HZV in Baden-Württemberg und bundesweit ist und bleibt ein Ergebnis fehlender Lösungsstrategien der tradierten ärztlichen Selbstverwaltung für die damaligen und aktuellen Probleme der hausärztlichen Versorgung, das wir gemeinsam gegen viele Widerstände erreicht haben“, so Dr. Berthold Dietsche, Chef des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg. Zusätzlich entfalten weitere Steuerungsinstrumente ihre Wirkung: Etwa eine einfache Abrechnung mit deutlich höheren Fallwerten durch eine leistungsgerechte Honorierung in festen Eurobeträgen ohne Budgetierung und mit verbindlichen Fortbildungsstrukturen. Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI Baden-Württemberg und MEDI GENO Deutschland, ergänzt: „Wir gestalten unsere regionale Versorgung seit Jahren deutlich besser und koordinierter, weil wir sie selbst in die Hand genommen haben. Deswegen liegen unsere Vorschläge für eine Förderung der Facharztverträge per gesetzlicher Vorgaben beim Bundesministerium für Gesundheit, um die Patientenströme besser zu lenken. Um die gemeinsame Patientenversorgung auf Basis besserer Koordination, Kommunikation und Kooperation weiter voranzubringen sind wir als Erste landesweit mit der elektronischen Vernetzung der Praxen gestartet.“

 

Derzeit nehmen 5.000 Haus- und Kinderärzte und 2.500 Fachärzte und Psychotherapeuten an der Alternativen Regelversorgung von AOK Baden-Württemberg, MEDI und Hausärzteverband Baden-Württemberg teil.

 

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news-3065 Fri, 02 Aug 2019 12:11:16 +0200 Wachsende Unterstützung für ehrenamtliche Sterbebegleiterinnen und -begleiter https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/wachsende-unterstuetzung-fuer-ehrenamtliche-sterbebegleiterinnen-und-begleiter.html Gesetzliche Krankenkassen fördern ambulante Hospizdienste im Land mit mehr als 11,5 Millionen Euro für das Jahr 2019 Die gesetzlichen Krankenkassen in Baden-Württemberg stellen den ambulanten Hospizdiensten für dieses Jahr über 11,5 Millionen Euro bereit. Das ist rund eine Million Euro mehr als im vergangenen Jahr. Über 7.000 erwachsene Patientinnen und Patienten und über 300 Kinder im Land haben im vergangenen Jahr das Angebot der Sterbebegleitung zu Hause aufgegriffen – insgesamt über 5 Prozent mehr als im Vorjahr.

 

„Eine gute regionale Versorgungsqualität für unsere Versicherten zu gewährleisten, fängt für uns bei der Geburt an und darf am Lebensende nicht aufhören. Vielen Menschen ist es ganz wichtig, zu Hause sterben zu dürfen und sie wollen dabei natürlich bestens versorgt und begleitet sein“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. „Uns ist es ein Anliegen, die Arbeit der ambulanten Hospizdienste und ihrer ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu unterstützen und deren breite Aufstellung im Land zu sichern.“

 

Frank Winkler von der B 52-Verbändekooperation Baden-Württemberg: „Ziel der Förderung durch die gesetzlichen Krankenkassen ist es, die ehrenamtliche Tätigkeit zu unterstützen. Unser Beitrag trägt dem Wunsch vieler schwerstkranker Menschen Rechnung, die letzte Zeit des Lebens daheim zu verbringen. Damit würdigen wir die verantwortungsvolle und gesellschaftlich sehr wichtige Aufgabe. Insbesondere die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer zeigen ein vorbildliches Engagement. Die Krankenkassen danken insbesondere den vielen ehrenamtlichen Sterbebegleitern.“

 

Mit 147 ambulanten Hospizgruppen, die eine Förderung beantragt hätten, sei die ambulante Palliativversorgung im Land gut aufgestellt, so Frank Winkler. „Darauf kann und darf man sich aber nicht ausruhen. Deswegen ist es uns sehr wichtig, diese positive Entwicklung weiter zu stärken und den wertvollen ambulanten Baustein in der Hospiz- und Palliativversorgung kontinuierlich weiter zu entwickeln.“

 

Hermann: „Eine verlässliche und qualifizierte Begleitung der sterbenden Menschen und ihres Umfeldes in den eigenen vier Wänden oder an den Orten, an denen sie ihre letzte Lebensphase verbringen, zu ermöglichen, bedeutet, ein letztes Stück Lebensqualität zu bieten. Wir leisten gern unseren Beitrag dazu.“

 

 

 

Pressekontakt:

 

AOK Baden-Württemberg

Pressestellepresse@bw.aok.de

Telefon             0711 2593 - 229

Telefax             0711 2593 - 100

www.aok-bw-presse.de

 

 

 

BKK Landesverband Süd

Carlos Philipp

Telefon:            07154 1316 - 340

 

 

 

IKK classic

Pressestelle Baden-Württemberg, Ludwigsburg

Bettina Uhrmann

Telefon:            07141 9404 - 231

 

 

 

KNAPPSCHAFT

Regionaldirektion München

Gisbert Frühauf

Telefon:            089 38175 - 405

 

 

 

Verband der Ersatzkassen (vdek)

Landesvertretung Baden-Württemberg, Stuttgart

Frank Winkler

frank.winkler@vdek.com

Telefon:            0711 23954 – 19

www.vdek.com/LVen/BAW.html

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news-3059 Thu, 25 Jul 2019 11:12:03 +0200 AOK-Facharztvertrag Kardiologie in Baden-Württemberg: Evaluation belegt bessere Versorgungssteuerung https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-facharztvertrag-kardiologie-in-baden-wuerttemberg-evaluation-belegt-bessere-versorgungssteuerung.html Sehr gute Ergebnisse bestätigen hohe Versorgungsqualität Erste Ergebnisse einer wissenschaftlichen Evaluation des AOK-Facharztvertrags Kardiologie zeigen eine deutlich verbesserte Versorgungssteuerung für die teilnehmenden Versicherten. Bei Herzinsuffizienz (HI) und koronarer Herzkrankheit (KHK) erfolgt die Inanspruchnahme der Fachärzte deutlich gezielter: Die Überweisungsquote im Facharztvertrag liegt bei nahezu 100 Prozent, in der Kontrollgruppe der Regelversorgung bei lediglich zwei Drittel. Die Studie belegt ferner, dass es bei der Vermeidung unnötiger Krankenhausaufenthalte und Liegezeiten für die untersuchten Indikationen signifikante Unterschiede zugunsten des Facharztvertrages gibt. Ende September wird der Abschlussbericht dem Förderer – dem Gemeinsamen Bundesausschuss – vorgelegt, der unter anderem Ergebnisse zur kardiovaskulären Mortalität enthält. Die sehr guten Ergebnisse würden die hohe Versorgungsqualität vor Ort, die sich für kardiologische Patientinnen und Patienten ergeben, bestätigen und dürfe durch den vorliegenden Referentenentwurf des sogenannten „Faire-Kassenwahl-Gesetzes“ (FKG) nicht aufs Spiel gesetzt werden, so die Vertragspartner. Dieser Referentenentwurf gefährde das Erreichte massiv und würde die gesamte Alternative Regelversorgung in Frage stellen.

 

Die Evaluation des Kardiologievertrags untersucht Effekte im direkten Vergleich zur Regelversorgung, die sich für kardiologische Patienten ergeben, die sowohl an der HZV als auch am Facharztprogramm teilnehmen. Die Goethe-Universität Frankfurt/Main analysierte für die Jahre 2015 und 2016 Daten von 13.404 Versicherten mit Herzinsuffizienz in der Interventions- und 8.776 ebenfalls an Herzinsuffizienz erkrankten Patienten in der Kontrollgruppe: Die Behandlungsquote mit Überweisung lag beim Facharzt im Selektivvertrag bei 99,1 gegenüber 66,6 Prozent in der Regelversorgung. Ähnlich positive Ergebnisse sind bei den Patienten mit KHK zu verzeichnen. Hier erfolgte die gezielte Überweisung in 98,5 Prozent versus 64,8 Prozent der Fälle. Die relative Risikoreduktion (also um welchen Faktor sich ein Risiko bei zwei Gruppen unterscheidet) von Hospitalisierungen wegen akut dekompensierter Herzinsuffizienz liegt bei rund 24 Prozent. Bei KHK-Patienten liegt die relative Risikoreduktion kardiovaskulär bedingter Hospitalisierungen bei 13 Prozent. Prof. Dr. Ferdinand Gerlach, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität Frankfurt/Main, weist auf die Bedeutung für die Überlegenheit der selektivvertraglichen Versorgung hin: „Das Beeindruckende der jetzt vorliegenden Ergebnisse zur strukturierten, hausärztlich und fachkardiologisch eng abgestimmten Versorgung im Rahmen des Facharztvertrags Kardiologie ist die Effektstärke im Vergleich zur Regelversorgung. Es zeigt sich, dass auch im deutschen Gesundheitswesen, das ansonsten stark fragmentiert ist, substantielle Fortschritte in punkto integrierter Versorgungssteuerung und -qualität sowie Effizienz möglich sind.”

 

Mit Mitteln des Innovationsfonds haben die Universitäten Frankfurt/Main, Jena und Heidelberg sowie das aQua-Institut in Göttingen den Kardiologievertrag evaluiert. In den ersten Auswertungen sehen die Vertragspartner eine Bestätigung der vier umfassenden Evaluationen zur Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) im Rahmen des AOK-Hausarztvertrags in Baden-Württemberg aus den Jahren 2012 bis 2018 sowie den positiven Erfahrungen von mittlerweile 7.500 versorgenden Ärzten und Psychotherapeuten. Nun sehen sie insbesondere darin eine Gefahr, dass im Referentenentwurf des FKG ein Verbot für Behandlungsdiagnosen als Voraussetzung für definierte Leistungsvergütungen enthalten ist. Die derzeitige Formulierung würde gerade auf bestimmte Patientengruppen zugeschnittene Versorgungsleistungen – wie sie im Facharztprogramm explizit angelegt sind – unmöglich ma-chen. Dazu kommentiert Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI Baden-Württemberg und MEDI GENO Deutschland: „Das FKG gibt vor, den Versorgungswettbewerb zu befördern und konterkariert sein eigenes Ziel mit diesem fatalen Vorschlag, der jetzt wieder kommt, nachdem er bereits im TSVG in letzter Minute abgewendet wurde. Der Referentenentwurf muss zwingend geän-dert werden, um die erfolgreiche Fortsetzung der Verträge zu gewährleisten. Denn dadurch sind passgenaue regionale Versorgungsstrukturen geschaffen worden. Gerade die Erkenntnisse der unabhängigen Wissenschaftler bestätigen dies eindrucksvoll. Sie sollten daher im Haus von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ernsthaft zur Kenntnis genommen werden, damit der mühsam aufkeimende Versorgungswettbewerb nicht wieder verdorrt.“

 

Hintergrundinformation

2010 startete in Baden-Württemberg der bundesweit erste Selektivvertrag zur fachspezialistischen Versorgung im Bereich der Kardiologie. Vertragspartner des Facharztvertrags Kardiologie nach § 73c SGB V sind die AOK Baden-Württemberg, die Bosch BKK, MEDI Baden-Württemberg, die MEDI-VERBUND AG, der Bundesverband niedergelassener Kardiologen (BNK), die BNK Service GmbH, sowie der Berufsverband niedergelassener fachärztlich tätiger Internisten (BNFI). Den Vollversorgungsvertrag kennzeichnet ein verbindlich koordiniertes Zusammenspiel von Hausarzt und Facharzt. Die inhaltliche Basis bilden strukturierte Therapiepfade für relevante Indikationsbereiche und eine daran geknüpfte Vergütung, die eine intensivere ambulante Versorgung ermöglichen. Ein spezielles Ziel des vertraglich verknüpften Haus- und Facharztprogrammes ist es, den Patienten potenziell vermeidbare und belastende Krankenhausaufnahmen zu ersparen. Derzeit nehmen 40 Prozent der 1,63 Millionen HZV-Teilnehmer auch am AOK-Facharztprogramm teil.

 

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news-3060 Thu, 25 Jul 2019 09:55:10 +0200 Geriatrische Versorgungsstrukturanalyse Baden-Württemberg: AOK-Chef fordert „klaren Blick für die Besonderheiten der Regionen“ https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/geriatrische-versorgungsstrukturanalyse-baden-wuerttemberg-aok-chef-fordert-klaren-blick-fuer-die-b.html 2035 wird es in Baden-Württemberg über 1,14 Millionen Geriatrie-Patienten geben „Die Zahl geriatrischer Patienten wird in Baden-Württemberg bis 2035 auf über 1,14 Millionen steigen. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Regionen“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, zu Ergebnissen einer aktuellen Analyse der geriatrischen Versorgungsstrukturen in Baden-Württemberg. Die Untersuchung sage für Stuttgart einen Anstieg im Vergleich zu 2012 von rund 27 Prozent vorher, für den ländlich geprägten Kreis Schwäbisch Hall dagegen von über 60 Prozent und für den Kreis Tübingen sogar von 68 Prozent.

 

„Als große Versorgerkasse leiten wir aus solchen Zahlen den Auftrag ab, dass wir die alternde Gesellschaft nur mit einem klaren Blick für die regionalen Besonderheiten nachhaltig versorgen können“, sagt der AOK-Chef. „Bundesweite Gleichmacherei, wie sie die Zentralisierungsbestrebungen des Bundesgesundheitsministers mit sich bringen würden, versagt vor den Notwendigkeiten in den Regionen.“

 

Baden-Württembergs Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha unterstreicht die Notwendigkeit einer bedarfsgerechten und regional angepassten Versorgung: „Die Versorgungsstrukturanalyse gibt uns Hinweise darauf, dass die geriatrischen Patientinnen und Patienten noch zu häufig in einer für sie nicht geeigneten Rehabilitationseinrichtung behandelt werden. Wichtig ist daher, dass die Steuerung im Entlassmanagement der Kliniken und auch bei den Hausärztinnen und Hausärzten noch besser wird. Hierzu braucht es auch mehr ambulante, mobile und wohnortnahe Reha-Angebote sowie Kurzzeitpflegeplätze mit rehabilitativem Ansatz“, betont Lucha.

 


Hinweis an die Redaktionen:

Die Untersuchung der geriatrischen Versorgungsstrukturen ließen die AOK Baden-Württemberg und das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg von der PMV Forschungsgruppe Köln und dem Universitätsklinikum Freiburg durchführen.

 

 

 

 

 

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news-3056 Thu, 18 Jul 2019 10:21:37 +0200 „Schildbürgerstreich“: Verwaltungsrat kritisiert sogenanntes MDK-Reformgesetz scharf https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/schildbuergerstreich-verwaltungsrat-kritisiert-sogenanntes-mdk-reformgesetz-scharf.html Berliner Machthunger frisst Versorgungsqualität vor Ort „Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) droht das nächste Opfer des derzeitigen Machthungers im Bundesgesundheitsministerium zu werden“, so Monika Lersmacher, amtierende Vorsitzende des Verwaltungsrats der AOK Baden-Württemberg, zum gestern (17.07.2019) vom Bundeskabinett verabschiedeten Entwurf eines so genannten MDK-Reformgesetzes. Dazu auch Peer-Michael Dick, alternierender Vorsitzender des Verwaltungsrats der AOK Baden-Württemberg: „Die Tendenz in der aktuellen Gesetzgebung des Bundesgesundheitsministeriums geht dahin, die Kassen und Beitragszahler – Versicherte ebenso wie Arbeitgeber – zu reinen Zahlmeistern zu degradieren, die zunehmend weniger eigenverantwortliche Gestaltungsmöglichkeiten ihrer gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung besitzen.“ Beide äußerten sich heute (18.07.2019) am Rande der turnusmäßigen Sitzung des Verwaltungsrates der größten Kranken- und Pflegekasse im Land.

 

Der Kabinettsentwurf zum sogenannten MDK-Reformgesetz sieht unter anderem vor, die 15 in Deutschland regional tätigen MDKs in Körperschaften des öffentlichen Rechts umzuwandeln und die Richtlinienkompetenz ihres bundesweiten Spitzengremiums direkt an das Bundesgesundheitsministerium zu koppeln. „Seit fast 30 Jahren leistet der MDK Baden-Württemberg in seiner aktuellen Struktur hervorragende Arbeit im Interesse der Versicherten und der Solidargemeinschaft der Beitragszahler“, so Lersmacher. „Es gibt keine rationalen oder objektiven Gründe, diese Erfolgsgeschichte mit neuen Gesetzen aus Berlin zu beenden.“

 

Ein weiteres Vorhaben des Kabinettsentwurfs ist es, Vertretern der Selbstverwaltung und erfahrenen Fachleuten der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung aus den Kranken- und Pflegekassen keinen Platz mehr in den Selbstverwaltungsgremien der Medizinischen Dienste und ihres Spitzenverbands einzuräumen. „Es grenzt an einen Schildbürgerstreich, dem Medizinischen Dienst als dem Beratungs- und Begutachtungsdienst der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung das Wissen versierter Selbstverwalter und Experten zu entziehen“, so Lersmacher. „Der Gedanke, dass dadurch die gesundheitliche und pflegerische Versorgung der 73 Millionen gesetzlich Versicherten in ihrer individuellen Lebenswirklichkeit verbessert wird, ist absurd.“

 


Hinweise an die Redaktionen:

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) ist der sozialmedizinische Beratungs- und Begutachtungsdienst der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Er stellt sicher, dass die Leistungen der Kranken- und der Pflegeversicherung nach objektiven medizinischen uns pflegerischen Kriterien allen Versicherten zu gleichen Bedingungen zugutekommen.

 

Der Verwaltungsrat ist das wichtigste Organ der Selbstverwaltung der AOK Baden-Württemberg. Er besteht aus insgesamt 30 ehrenamtlichen Versicherten- und Arbeitgebervertretern.

 

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news-3047 Mon, 08 Jul 2019 11:52:13 +0200 Umwelttipps von 2.500 Kindern https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/umwelttipps-von-2500-kindern.html Die jüngsten Versicherten der AOK Baden-Württemberg leben Umwelt- und Naturschutz vor Die AOK Baden-Württemberg hat zahlreiche Umwelttipps auf ihren Aufruf zur Jolinchen-Umwelt-Challenge im AOK-Kindermagazin jojo erhalten. Mehr als 2.500 Kinder aus Baden-Württemberg sind der Aufforderung gefolgt. Sie haben jeweils ihre drei Top-Tipps geschickt, wie sie im Alltag Plastikmüll vermeiden oder reduzieren.

 

Viele einfach nachzumachende aber auch aufwändigere Tipps sind in den letzten Wochen bei der Redaktion des AOK-Kindermagazins jojo eingegangen. Vom Einkaufen im Unverpacktladen über den Kauf von Getränken in Glasflaschen bis hin zum eigenen Anbau von Gemüse oder der Herstellung von Waschmittel. „Es ist beeindruckend zu sehen, mit welcher Leidenschaft sich unsere jüngsten Versicherten um ihre Gesundheit und den Planeten kümmern, auf dem sie leben. Umwelt- und Naturschutz ist für sie gelebter Alltag. Ganz selbstverständlich – wie bei einer Challenge – versuchen sie jeden Tag aufs Neue ihren persönlichen Highscore zu übertreffen und nachhaltig zu leben“, freut sich Claus Bannert, Fachbereichsleiter Infrastrukturmanagement der AOK Baden-Württemberg.

 

Stellvertretend für alle jojo-Leserinnen und -Leser, die bei der Jolinchen-Umwelt-Challenge teilgenommen haben, übergab Leon Schweikart am heutigen Montag gemeinsam mit dem Maskottchen Jolinchen die knapp 8.000 Plastikvermeidungs-Tipps an den baden-württembergischen Umweltminister Franz Untersteller. Zusammen mit dem Minister sichtete der jojo-Leser die Tipps und erstellte eine Top-Ten-Liste, die im nächsten AOK-Kindermagazin veröffentlicht wird. Einen seiner eigenen Tipps stellte Leon Schweikart vor Ort vor: „Plastiktüten im Mülleimer gibt es bei uns zu Hause nicht. Ich falte aus alten Zeitungen selbst Müllbeutel. Das geht ganz einfach“, so Leon und animierte den Minister zum Nachmachen. „Ich freue mich sehr, wie viele Gedanken sich Kinder um ihre Umwelt und ihr eigenes Verhalten in Bezug auf Nachhaltigkeit machen. Und mich begeistert, wie konsequent sie das gemeinsam mit Ihren Familien im Alltag umsetzen. Das finde ich einfach super“, sagt Umweltminister Franz Untersteller.

 

Unter allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Jolinchen-Umwelt-Challenge verlost die AOK Baden-Württemberg attraktive Preise - Hauptpreis ist ein Erlebniswochenende im Freizeitpark Tripsdrill. Die Gewinnerinnen und Gewinner werden in der nächsten jojo-Ausgabe bekannt gegeben. Insgesamt wird das AOK-Kindermagazin an 200.000 Kinder im Südwesten verschickt.

 

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news-3042 Wed, 03 Jul 2019 09:13:40 +0200 DVG: Beirat Digitalisierung sieht Licht und Schatten https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/dvg-beirat-digitalisierung-sieht-licht-und-schatten.html Hermann warnt vor Mondpreisen digitaler Gesundheitsanwendungen „Gut, dass nun ein Vorschlag für ein ‚Digitale-Versorgung-Gesetz‘ (DVG) auf dem Tisch liegt. Angesichts der aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen, die digitale Innovation mehr bremsen als befördern, war es überfällig, dass die Bundesregierung Bewegung in dieses Gebiet bringt“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, gestern (02.07.2019) am Rande der Sitzung des Beirats Digitalisierung der AOK Baden-Württemberg. Der vorliegende Referentenentwurf skizziere, so Siegmar Nesch, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, echte neue Handlungsspielräume, in denen regional maßgeschneiderte digitale Innovationen im Interesse der Versicherten noch rascher vorangetrieben werden könnten. Weniger glücklich sei man über die Vorschläge des Bundesgesundheitsministeriums zur Preisbildung digitaler Gesundheitsanwendungen. Dazu Hermann: „Das vorgesehene System der Preisbildung bei digitalen Gesundheitsanwendungen öffnet Tür und Tor für überhöhte Preise. Bei Arzneimitteln hat sich gezeigt, dass es schnell zu Mondpreisen führt, wenn Hersteller zunächst ihre Preise nach Gutdünken selbst festlegen können. Warum wird aus Fehlern nicht gelernt?“

 

„Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern muss den Bedürfnissen der Menschen vor Ort entsprechen“, so Prof. Dr.-Ing. Prof. e. h. Wilhelm Bauer, geschäftsführender Leiter des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und Vorsitzender des Beirats Digitalisierung der AOK Baden-Württemberg. „Als regional verwurzelte Kasse mit vertrauensvollen lokalen Netzwerken und starkem regionalen Gestaltungswillen und -können besitzt die AOK Baden-Württemberg die besten Voraussetzungen, die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung im Interesse der Versicherten und Leistungserbringer zu gestalten.“ Erste IT-Vernetzungsprodukte mit Partnern vor Ort seien vor Kurzem bereits ans Netz gegangen.

 

„Eine erfolgreiche Digitalisierung, die die Menschen mitnimmt, braucht zwingend regionale Präsenz und Ansprechpartner für unsere Kundinnen und Kunden vor Ort“, so Hermann. „Diese starke regionale Verankerung steht durch die Ausgestaltung des Referentenentwurfs zum sogenannten ‚Faire-Kassenwahl-Gesetz‘ derzeit auf der Kippe.“

 

Die Kundencenter der AOK Baden-Württemberg, so Nesch, seien für viele Menschen erste Anlaufstelle für alle Fragen rund um Gesundheits- und Pflegeversorgung. Diese Erwartungshaltung der Versicherten wolle man auch in der digitalen Welt erfüllen. Online-Angebote wie Meine AOK, die GESUNDNAH-Community und perspektivisch auch die elektronische Patientenakte im Digitalen Gesundheitsnetzwerk der AOK schafften den Versicherten Zugang zu Services der AOK sowie zu ihren eigenen Gesundheitsdaten und gäben ihnen die Möglichkeit, sich dazu weitergehend zu informieren und Fragen zu diskutieren. Das DVG schaffe in diesem Sinn neue Chancen, den Versicherten passende individuelle Versorgungsangebote zu machen.

 


Hinweise für die Redaktionen:

Mitglieder des Beirats Digitalisierung der AOK Baden-Württemberg sind: Prof. Dr. Ing.-Prof. e. h. Wilhelm Bauer, geschäftsführender Leiter Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, Dr. med. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender MEDI, Harry Gatterer, Geschäftsführer Zukunftsinstitut, Prof. Dr. Christoph Igel, Leiter Educational Technology Lab am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, Dr. rer. pol. Ilona Köster-Steinebach, Geschäftsführerin Aktionsbündnis Patientensicherheit, Prof. Dr. Jörg Martin, Medizinischer Geschäftsführer Regionale Kliniken Holding RKH, Dr. Alexander Schachinger, Geschäftsführer EPatient RSD, Frank Stratmann, Vorstand Bundesverband Internetmedizin und digitaler Berater und Blogger, Roland Hamm, Versichertenvertreter, Götz Anselm Maier, Arbeitgebervertreter.

 

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news-3038 Mon, 01 Jul 2019 14:58:12 +0200 Faxstandard ade! https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/faxstandard-ade.html Ab 1. Juli startet im Haus- und Facharztprogramm der AOK landesweit die elektronische Vernetzung der Arztpraxen Ab heute beginnt für rund 7.500 versorgende Ärzte in Baden-Württemberg im Rahmen des Haus- und Facharztprogramms der AOK ein neues Zeitalter: Nach umfassenden Vorarbeiten wird das innovative Projekt endlich den überholten Faxstandard ablösen, um die Praxen auch technisch auf den Stand der Zeit zu bringen. Die Alternative Regelversorgung bietet dafür beste Voraussetzungen, weil sie auf einer seit über zehn Jahren erfolgreich etablierten regionalen Versorgungsstruktur aufsetzt. Zum Start stehen zwei Fachanwendungen bereit – der elektronische Arztbrief (eArztbrief) und die elektronische AU-Bescheinigung (eAU). Die Module orientieren sich an etablierten Standards und Praxisroutinen und sind in das Praxisverwaltungssystem integrierbar. Alle Praxen erhalten neben einem einmaligen Einrichtungsbetrag in Höhe von 2.500 Euro eine attraktive Vergütung in Form von Zuschlägen auf die Pauschalen P1 und P2 bzw. die Fachärzte auf jeden Behandlungsfall. Die Teilnahme ist freiwillig. Rund 25 Prozent der AIS-Industrie bietet die notwendige Software-Erweiterung ab sofort an. Die Vertragspartner gehen fest davon aus, dass die anderen schnell nachziehen werden. Bereits im Vorfeld haben über 1.000 Praxen ihr Teilnahmeinteresse bekundet. Weitere Anwendungen, wie der elektronische Medikationsplan, stehen bis Jahresende zur Umsetzung bereit.

 

Der eArztbrief ist komfortabel, schnell, datenschutzrechtlich sicher und vor allem zuverlässig. Er erlaubt es den Ärzten erstmals, definierte Informationen bei Überweisung und Rücküberweisung strukturiert und durch digitale Verarbeitung in Echtzeit Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung zu stellen. Dabei werden im Gesundheitswesen gängige Standards genutzt, sodass Krankenhäuser, Notfallpraxen, Apotheken oder Pflegedienste eingebunden werden können. „Mit dem eArztbrief haben wir jetzt das, was wir Ärzte seit Jahren wollten. Endlich entfällt das aufwändige Ausdrucken, Einscannen und nicht-digitale Versenden von Befundberichten und alle Teilnehmer erhalten für das Einrichten und Vorhalten der elektronischen Infrastruktur eine angemessene Vergütung“, so Dr. Berthold Dietsche, Vorsitzender des Hausärzteverbands Baden-Württemberg.

 

Höchste Priorität hat die sichere und datenschutzkonforme Ausgestaltung der Digitalisierung. Die Vertragspartner setzen auf die bewährte Übertragungstechnik mittels HZV-Online-Key. Die Daten werden via dezentrale Server in den Hochsicherheits-Rechenzentren der Managementgesellschaften von HÄVG und MEDIVERBUND versendet. Insbesondere durch den Einsatz von Transport- und Inhaltsdatenverschlüsselung sowie zertifikatbasierter Authentifizierung ist gewährleistet, dass ein Zugriff auf Daten nur durch berechtigte Personen erfolgen kann. So ist sichergestellt, dass die relevanten ärztlichen Behandlungsdaten „in ärztlicher Hand bleiben“ und nicht in einer Fülle vermeintlicher Gesundheitsdaten untergehen.

 

Dazu erklärt Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI Baden-Württemberg und MEDI GENO Deutschland: „Natürlich brauchen wir die elektronische Vernetzung zukünftig auch in der Regelversorgung. Die derzeitige Technik ist aber zu unsicher und macht die Prozesse langsamer, gleichzeitig liegen Haftung und Kosten bei den Ärzten. Der Konnektor für die Anbindung an die Telematik-Infrastruktur gehört daher eher in die Mottenkiste und nicht in die Praxen. Ich rate jedem, dem Faxstandard jetzt Ade zu sagen und die Vorteile der einfachen und sicheren Arzt-zu-Arzt-Kommunikation in den Selektivverträgen zu nutzen.“

 

Die IT-Vernetzung ist kein Selbstzweck, sondern erfolgt zum Nutzen von Patienten, Arztpraxen und der AOK. Der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann, erläutert: „Bestes Beispiel ist die eAU. Sie wird direkt aus der Arztpraxis heraus als unkomplizierter Einzelversand digital an die AOK übermittelt, was uns bei der Datenannahme und -verarbeitung deutlich entlastet. Für die Patientinnen und Patienten entfällt der Postversand. Und das rechtzeitige Vorliegen der AU ermöglicht im Krankengeldfall einen noch besseren Versicherten-Service, insbesondere durch die schnellere Auszahlung von Krankengeld.“

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news-3024 Thu, 27 Jun 2019 13:13:32 +0200 Hermann zu Länderinitiative gegen Importquote: „Exzellent vorgelegt“ https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/hermann-zu-laenderinitiative-gegen-importquote-exzellent-vorgelegt.html AOK Baden-Württemberg begrüßt Anrufung des Vermittlungsausschusses „Der Gesundheitsausschuss des Bundesrats hat exzellent vorgelegt“, urteilt der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann. „Wir unterstützen die Initiative der Länder Brandenburg und Thüringen voll und ganz, über die Plenarsitzung vom 28. Juni den Vermittlungsausschuss anzurufen und damit das Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelverordnung (GSAV) weiter zu verbessern. Die Quotensubvention von fragwürdigen Arzneimittelimporten wird nicht dadurch sinnvoller, dass die Bundesregierung sie im GSAV durch weitere bürokratische Winkelzüge zusätzlich verkompliziert“, stellt Hermann klar. „Wenn dieses Steinzeitinstrument dem Gesundheitsminister nicht durch Argumente auszureden ist, können wir das demokratische Regulativ des Vermittlungsausschusses nur begrüßen.“

Das GSAV hatte am 6. Juni mitsamt einer Regelung, die die Importförderquote nochmals verkompliziert, den Bundestag passiert. Das Protokoll des Gesundheitsausschusses des Bundesrats hält nun dazu fest: „Die Vorschrift stellt eine nicht mehr erforderliche bürokratische Doppelregulierung mit vergleichsweise geringem Einsparpotential dar. Zugleich ist der durch sie beförderte Parallelimportmarkt ein Einfallstor für Arzneimittelfälschungen in den deutschen Markt.“ AOK-Chef Hermann: „Wir weisen gemeinsam mit vielen Kennern der Materie auf den Zusammenhang zwischen staatlicher Importförderung und möglichen Risiken für die Arzneimittelsicherheit der Patientinnen und Patienten seit langer Zeit mit Nachdruck hin. Die Versorgungssicherheit darf nicht den wirtschaftlichen Interessen weniger Importeure geopfert werden. Es wäre fatal, wenn durch einen faulen Kompromiss, wie ihn die Bundesregierung bei der Importquote vorsieht, das Ziel verfehlt wird, das mit dem aktuellen Arzneimittelgesetz eigentlich erreicht werden soll: Mehr Sicherheit in der Versorgung.“

In jüngster Zeit seien in Großbritannien Fälschungen des oralen Gerinnungshemmers Xarelto aufgedeckt worden, führt Hermann weiter aus. Das BfArM hatte am 5. Juni gemeldet, dass bei einem Parallelimporteur eine vollständige Fälschung des Arzneimittels identifiziert worden sei. „Xarelto gehört keiner der beiden Arzneimittelgruppen an, die in dem vom Bundestag verabschiedeten GSAV-Entwurf als Ausnahmen von der Regel definiert wurden“, so Hermann. „Der Vorgang zeigt, dass im Interesse der Versorgungssicherheit an einer vollständigen Abschaffung der Importsubventionierung kein Weg vorbeiführt. Wir setzen jetzt darauf, dass die Länder im Interesse der Patientensicherheit votieren und dem Gesetz in der jetzigen Form ihre Zustimmung verweigern.“

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news-3035 Thu, 27 Jun 2019 10:44:06 +0200 FKG-Entwurf ist Frontalangriff auf innovative regionale Versorgungsstrukturen https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/fkg-entwurf-ist-frontalangriff-auf-innovative-regionale-versorgungsstrukturen-und-eine-wettbewerbspo.html Vertragspartner der Alternativen Regelversorgung sehen dringenden Änderungsbedarf beim FKG-Entwurf Die Vertragspartner der Alternativen Regelversorgung im Südwesten sehen beim vorliegenden Entwurf zum sogenannten „Faire-Kassenwahl-Gesetz“ (FKG) dringenden Änderungsbedarf mit Blick auf den zu erwartenden Kabinettsentwurf. In der jetzigen Form mache es die Fortführung des seit über 10 Jahren erfolgreich laufenden AOK-Haus- und Facharztprogramms weitgehend unmöglich, weil es den Versorgungswettbewerb diskreditiert und ins Abseits stellt. Im Fokus der Kritik stehen drei Regelungen. Sie betreffen gerade chronisch Kranke und ältere Versicherte, die auf qualitativ hochwertige Versorgungsangebote vor Ort angewiesen sind und deshalb von dem Angebot der Alternativen Regelversorgung weit überproportional Gebrauch machen. 1. Der FKG-Entwurf sieht ein Verbot für die Vergütung auf Grundlage von Behandlungsdiagnosen vor. Damit entfiele ein Wesenselement der Selektivverträge – nämlich die Möglichkeit für krankheitsspezifische Leistungsangebote. 2. Eine niedrigere Bewertung von Hausarztdiagnosen im Rahmen des Risikostrukturausgleichs (RSA) der Krankenkassen stelle eine groteske Umkehr der eigentlich gebotenen wirtschaftlichen Anreize dar: Es bestrafe Krankenkassen, wie die AOK Baden-Württemberg, die bewusst auf gute HZV-Verträge setzten und damit auf eine nachweislich bessere und wirtschaftlichere Versorgung. 3. Ein weitreichendes Kontaktverbot für Krankenkassen mit den Vertragsärzten vor Ort widerspreche allen Bemühungen um bessere Zusammenarbeit und Transparenz im Gesundheitswesen.

 

Der FKG-Entwurf sei eine wettbewerbspolitische Sackgasse, so die Vertragspartner. In seiner Begründung gibt der Referentenentwurf das Ziel aus, den Versorgungswettbewerb zu befördern. Indes konterkariert die Vorlage aus dem Haus von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in zentralen Punkten die proklamierten Ziele. Dazu der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann: „In der vorliegenden Form wäre ein solches Gesetz Gift für die Versorgung. Was in der berechtigten Kritik am FKG-Entwurf bislang weitgehend unterging ist die Tatsache, dass davon die Alternative Regelversorgung besonders betroffen wäre. Denn dort sind passgenaue regionale Versorgungsstrukturen anders als in der Regelversorgung geschaffen worden.“

 

Verbunden mit der räumlichen Nähe zu ihren Versicherten hat die AOK Baden-Württemberg gemeinsam mit ihren ärztlichen Partnern ein maßgeschneidertes Haus- und Facharztprogramm geschaffen, an dem mittlerweile 7.500 Ärzte und Psychotherapeuten und weit über 1,6 Millionen ihrer Versicherten teilnehmen. Es steht als bundesweites Vorbild für eine bessere und nachhaltige ambulante Versorgung für Patientinnen und Patienten. Wenn die Politik mehr solcher echten Wahloptionen für alle Versicherten will, müsse sie den Wettbewerb der Krankenkassen um qualitativ hochwertige Versorgungsangebote stärken. Es geht um mehr regionale Gestaltungsspielräume und Versorgungsoptionen mit Ärzten, Kliniken und anderen Partnern – und das Aus für planwirtschaftliche bundesweite Einheitsvorgaben. Das wäre die konsequente Vollendung von Lahnstein.

 

Zu den Kritikpunkten:

1. Keine morbiditätsgerechte Versorgung ohne exakte Behandlungsdiagnosen

Ein Verbot der Vergütung für das bloße Kodieren bestimmter Diagnosen sei grundsätzlich richtig. Abzulehnen ist der vorliegende Vorschlag, weil er über das Ziel hinausschieße und den Vertrags- bzw. Leistungswettbewerb faktisch unterbinde. Dafür seien zwingend eineindeutige Diagnosen nötig. Eine Differenzierung auf den Ebenen der Kapitel- oder Obergruppen wie in der Gesetzesbegründung angeführt, reiche hierfür gerade nicht aus. So umfasst zum Beispiel die ICD-Obergruppe „Diabetes mellitus“ (E10-E14) sowohl Diabetes Typ 1 (E10) als auch Typ 2 (E11). Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI Baden-Württemberg und MEDI GENO Deutschland erklärt dazu: „Dieser fatale Vorschlag wurde bereits im TSVG in letzter Minute abgewendet und kommt jetzt wieder. Er betrifft speziell die Anbindung der HZV an die Facharztverträge, die eine entscheidende Rolle für eine strukturierte und morbiditätsgerechte ambulante Versorgung spielen.”

 

2. Niedrigere RSA-Zuweisung für Hausarztdiagnosen diskreditiert HZV-Verträge

Es sei auch nicht nachvollziehbar, zukünftig Diagnosen, die vom Hausarzt vergeben wurden, niedriger zu bewerten – mit der Begründung, dass „identische Diagnosen von Haus- und Fachärzten derzeit zu gleichen Zuschlägen führen, obwohl die hausärztliche Versorgung bei vielen Krankheiten in der Regel zu niedrigeren Ausgaben führt“. Dazu Dr. Berthold Dietsche, Vorstandsvorsitzender des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg: „Das diskreditiert erfolgreiche HZV-Verträge und würde zudem aberwitzige Struktureffekte auslösen, bis dahin, dass spezielle Krankenkassen ihre Versicherten bewusst zum Facharzt schicken.“

 

3. Kein Kontaktverbot von Ärzten und Krankenkassen

Versorgungsorientierte Krankenkassen unterstützen durch qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Ärztinnen und Ärzte unter anderen bei der sinnvollen Verordnung von Leistungen, informieren über Änderungen von Richtlinien oder über besondere Versorgungsangebote einer Krankenkasse. Das geplante Kontaktverbot im FKG-Entwurf unterbinde faktisch die persönliche Zusammenarbeit der Krankenkassen mit Vertragsärzten. Das lehnen die Vetragspartner ab, weil es ein wichtiges Element der vertrauensvollen regionalen Zusammenarbeit ist.

 

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news-3034 Thu, 27 Jun 2019 09:17:55 +0200 Baden-Württemberger sind zu viel im Internet https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/baden-wuerttemberger-sind-zu-viel-im-internet.html Knapp jeder Zweite hat schon einmal lieber Zeit im Internet verbracht als mit Freunden oder Verwandten Computerspiel- und Internetabhängigkeit hat in den letzten Jahren zunehmend an Aufmerksamkeit gewonnen. In Baden-Württemberg sagen 83 Prozent der 14- bis 60-Jährigen Internetnutzer, dass sie das Internet in der Regel jeden Tag privat nutzen. Rund jeder Dritte ist laut spontaner eigener Einschätzung unter der Woche mindestens zwei Stunden pro Tag privat im Netz unterwegs. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der AOK Baden-Württemberg in Auftrag gegebene repräsentative Forsa-Umfrage. Die Mehrheit (55 Prozent) der Befragten spielt regelmäßig Computerspiele. Knapp jeder dritte „Gamer“ (30 Prozent) ist laut Selbsteinschätzung unter der Woche in der Regel mindestens eine Stunde täglich mit Computerspielen beschäftigt.

 

„Die Nutzung verschiedener Medien findet zunehmend mobil in immer mehr Lebensbereichen statt. Je umfassender elektronische Medien im gesellschaftlichen Lebensalltag genutzt werden, desto größere gesellschaftliche Chancen, aber auch Risiken entstehen im Umgang mit ihnen“, sagt Dr. Manuela Pfinder, Wissenschaftlerin bei der AOK Baden-Württemberg. Die Aufnahme der „Gaming Disorder“ in die ICD-11 (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems) im Juni 2019 durch die Weltgesundheitsorganisation verdeutlicht die Notwendigkeit von evidenzbasierten und wirksamen Interventionen im Bereich der Computerspiel- und Internetabhängigkeit.

 

Da intensive Internetnutzung und häufiges Computerspielen der Gesundheit möglicherweise schaden kann, hat die AOK Baden-Württemberg eine Studie zur Internet- und Computerspielnutzung in Auftrag gegeben. Im Fokus stehen dabei gesundheitliche oder soziale Auswirkungen und Folgen von Internetnutzung und Computerspielen. „Internet- und Videospielsüchtige entwickeln eine Toleranz, wie es auch Alkoholiker oder Drogenabhängige tun. Die Betroffenen geraten in einen Kreislauf, in dem das Internet oder das Gaming immer mehr Zeit und Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt und die Gesundheit, soziale Kontakte oder die Arbeit in den Hintergrund geraten“, erklärt Pfinder.

 

Laut Befragung haben rund drei Viertel (74 Prozent) der 14- bis 60-jährigen Internetnutzer in Baden-Württemberg das Internet schon einmal länger genutzt als ihnen lieb war. Fast ebenso viele (73 Pro-zent) denken zumindest ab und zu darüber nach, ihre Internetnutzung einzuschränken. Rund zwei von zehn Befragten haben schon einmal andere Hobbies oder Aktivitäten vernachlässigt, weil sie lieber online unterwegs waren. Knapp jeder Zweite hat schon einmal lieber Zeit im Internet verbracht als mit anderen (z. B. Freunden oder Verwandten). Bei 39 Prozent kommt aufgrund der Internetnutzung hin und wieder der Schlaf zu kurz. „Laptop, Handy und Tablet haben im Bett eigentlich nichts zu suchen, da der menschliche Körper auf das blaue Licht reagiert und die Produktion des Schlafhormons Melatonin gehemmt wird. Dies führt zu Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus‘. Wer dennoch im Bett elektronische Medien nutzt, sollte den ‚Nachtmodus‘ (Blaulichtfilter) einstellen“, rät Pfinder.

 

Nahezu alle Befragten (91 Prozent) sind auch in sozialen Medien beziehungsweise sozialen Netzwerken unterwegs wie z. B. WhatsApp, Facebook, Twitter oder Instagram. Dr. Pfinder empfiehlt, soziale Kontakte nicht nur online zu pflegen und lieber Sport an der frischen Luft zu treiben statt an der Konsole zu spielen. Die AOK Baden-Württemberg unterstützt ihre Versicherten bei der Stärkung der seelischen Gesundheit oder bei sportlichen Aktivitäten mit vielfältigen Angeboten.

 

Quelle: Die repräsentative Online-Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der AOK Baden-Württemberg durchgeführt. Befragt wurden zwischen dem 20. und 31. Mai 2019 insgesamt 505 nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählte Internetnutzer im Alter von 14 bis 60 Jahren in Baden-Württemberg.

 

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news-3020 Tue, 25 Jun 2019 11:56:07 +0200 Diabetischer Fuß: Zahl der Fuß- und Beinamputationen zu hoch https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/diabetischer-fuss-zahl-der-fuss-und-beinamputationen-zu-hoch.html Besondere Versorgung soll Diabeteskomplikationen verringern Ein typisches Beispiel für die Folgen diabetesbedingter Nervenschäden und Durchblutungsstörungen ist der diabetische Fuß, der zu den häufigsten Komplikationen bei Diabetikern zählt. Dabei sind die Nerven in den Extremitäten so stark geschädigt, dass Schmerzen am Fuß kaum noch wahrgenommen werden. Aus einer Druckstelle oder kleinen Verletzung entsteht dann schnell eine Wunde, die nur schwer heilt, denn die schlechte Durchblutung der Beine und Füße stört und verlangsamt die Wundheilung. Durch die Nervenschäden kann sich zudem die Fußmuskulatur zurückbilden und der Fuß verformen. Im Extremfall können diese Entwicklungen zur Amputation von Teilen des Fußes oder sogar Unter- bzw. Oberschenkelamputationen führen. In Deutschland wird laut Wissenschaftlichem Institut der AOK (WIdO) rund 20.000 Menschen pro Jahr ein Teil des Beines oberhalb des Sprunggelenks amputiert. Um diesen drastischen Folgeerscheinungen nach Möglichkeit vorzubeugen, ist nun in den seit 2017 existierenden AOK-Diabetologievertrag das Modul „Diabetisches Fußsyndrom“ aufgenommen worden. Die besondere Versorgung der betroffenen Patientinnen und Patienten beginnt am 01. Juli 2019.

 

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der sogenannten Major-Amputationen (Amputationen oberhalb des Sprunggelenks) zwar auch in Deutschland zurückgegangen, gilt im europäischen Vergleich jedoch immer noch als vergleichsweise hoch. Laut Schätzungen von Experten sind von den rund 20.000 Major-Amputationen etwa die Hälfte vermeidbar.

 

Das Vertragsmodul, das die AOK Baden-Württemberg gemeinsam mit der Diabetologen eG Baden-Württemberg und MEDI Baden-Württemberg aufgesetzt hat, soll in erster Linie anhand eines strukturierten Behandlungspfads und zusätzlichen Maßnahmen die Major-Amputationsrate bei Patientinnen und Patienten mit Diabetischem Fußsyndrom senken. „Wir sind froh, dass das Vertragsmodul nun startet. Ich bin überzeugt davon, dass durch die verbesserte und intensivere Betreuung und Versorgung die Anzahl an schwerwiegenden Komplikationen zurückgehen wird. So verbessern wir vor allem auch die Lebensqualität unserer Patientinnen und Patienten“, sagt Dr. Richard Daikeler, 1. Vorstand der Diabetologen eG Baden-Württemberg und MEDI-Sprecher. Dies soll durch ein abgestuftes Versorgungskonzept von Spezialisten im ambulanten und stationären Versorgungsbereich erzielt werden (Wundnetz). Auch sogenannte Fußambulanzen werden miteinbezogen. Neu ist beispielsweise, dass im Modul der Facharzt bei Risikopatienten bereits einbezogen werden kann, bevor eine Wunde entstanden ist. Existiert bereits eine Wunde, wird der Patient im Vertragsmodul engmaschig betreut. Dazu zählt neben der Wundsäuberung auch eine strukturierte Wundbehandlung. Zeichnet sich nach acht Wochen kein deutlicher Fortschritt bei der Wundheilung ab, erfolgt eine achtwöchige Nachbehandlung, bei der die Therapie und die Kontrollen weiter intensiviert werden. Ist für den Facharzt erkennbar, dass die Wundheilung nicht deutlich fortschreitet, soll der Patient nach spätestens 24 Wochen in ein (zertifiziertes) stationäres Fußzentrum überwiesen werden. Bei Komplikationen wie zum Beispiel die eines Charcot-Fußes, bei dem häufig im Bereich des Fußes unbemerkt vom Patienten Ermüdungsbrüche entstehen, ist eine Einweisung in ein zertifiziertes stationäres Fußzentrum jederzeit möglich. Wichtiger Bestandteil ist außerdem eine strukturierte Patientenschulung. Betroffene werden bei der Wahl gut passenden Schuhwerks unterstützt und erhalten Informationen, was sie selbst für die Fußgesundheit tun können. Dazu zählen unter anderem kleinere Verletzungen und Schwielenbildung zu vermeiden, kein Barfußgehen im Freien, die tägliche selbstverantwortliche Kontrolle der Füße auf kleine Verletzungen und Wunden sowie eine sorgfältige Fußpflege.

 

Für die am Vertrag teilnehmenden Diabetologen/innen wurde eine Vergütungsstruktur geschaffen, die auf den tatsächlichen Versorgungsbedarf abgestimmt ist und über die Regelversorgung merklich hinaus geht. Sie orientiert sich an dem vereinbarten Behandlungsschema und ist nach Indikation (Klassifikation nach Wagner-Armstrong) in ärztliche Leistungen und Verbandwechsel aufgeteilt.

 

In Deutschland leben laut Daten des Robert-Koch-Institut (RKI) schätzungsweise 6,7 Millionen Menschen mit Diabetes, der damit eine der häufigsten chronischen Erkrankungen ist. Die meisten von ihnen leiden an Diabetes mellitus Typ 2 (ca. 90%). Weltweit sind laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 422 Millionen Menschen von Diabetes betroffen. Damit ist die Zahl der Erkrankten enorm gestiegen - 1980 waren es noch 108 Millionen Menschen. Durch die Entwicklung von Komplikationen ist Diabetes mellitus mit einem hohen Versorgungsaufwand und für die Betroffenen auch mit einem Verlust an Lebensqualität verbunden. Das neue Modul des Diabetologievertrags bringt u.a. mit Hilfe des hinterlegten Versorgungspfads Struktur in die Behandlung der Betroffenen, unterstützt die an der Versorgung beteiligten Therapeuten und honoriert deren Aufwand. Diese Maßnahmen können dazu beitragen dem Verlust an Lebensqualität entgegenzuwirken.

 

(Bildquelle: AOK-Mediendienst)

 

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news-2999 Fri, 07 Jun 2019 10:12:58 +0200 AOK Baden-Württemberg: Minister-Initiative für Regionalität zeigt den einzig richtigen Weg für mehr Versorgungswettbewerb https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-baden-wuerttemberg-minister-initiative-fuer-regionalitaet-zeigt-den-einzig-richtigen-weg-fuer-mehr.html AOK-Chef Hermann hält regionale Beitragssätze aller Kassen für zielführend

„Mit regionaler und oft bis in die Kommunen hinein reichender Gestaltung von Qualität und Strukturen in der Gesundheits- und Pflegeversorgung beweisen sich regionale Kassen wie die AOK Baden-Württemberg jeden Tag erfolgreich im Versorgungswettbewerb“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, am Freitag (07.06.2019) in Stuttgart. Er stellt sich damit nicht nur entschlossen hinter die Baden-Württembergische Landesregierung und die Initiative von Sozial- und Integrationsminister Manfred Lucha, sondern geht noch einen Schritt weiter. Hermann: „Es ist in der Folge des bewährten, regionalen Versorgungswettbewerbs nur eine konsequente und zielführende Option, wenn alle Kassen regionale Beitragssätze anbieten müssten. Damit könnte jeder Versicherte bei der Kassenwahl Leistung und Preis exakt vergleichen.“

 

Mit einem Acht-Punkte-Papier intervenierten Lucha und sein hessischer Amtskollege, Kai Klose, Mitte der Woche gegen die Zentralisierungsabsichten von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Sie fordern darin die konsequente Zuordnung der Versorgungsgestaltung und Versorgungsverantwortung einschließlich der Rechtsaufsicht darüber auf die Landesebene, auf der sie auch „für Bürgerinnen und Bürger spürbar werden“. Beispielsweise müssten zentrale Vergütungsvorgaben für die Heilmittelversorgung, wie sie im geltenden Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) enthalten sind, rückgängig gemacht werden, um immensen Preissteigerungen vorzubeugen.

 

Dass es in regionaler Verantwortung, ohne zentrale Vorgaben und gemeinsam mit Ärztepartnern besonders erfolgreich geht, zeigt laut Hermann seit über einer Dekade der Hausarztvertrag mit den angeschlossenen Facharztverträgen im Land. Dieser von AOK Baden-Württemberg, dem Hausärzteverband und MEDI Baden-Württemberg geschaffenen Alternativen Regelversorgung sei wiederholt von unabhängiger wissenschaftlicher Seite aus die bessere Versorgungsqualität attestiert worden.

 

Hermann hält deshalb den Schritt hin zu einer regionalen Preisgestaltung bei allen Krankenkassen für eine zielführende Option: „So kommen Versorgungsqualität, Leistungsfähigkeit und Preis dort zusammen, wo sie für Versicherte und Patienten hoch relevant sind: in der Region.“ Die AOK Baden-Württemberg stelle sich diesem Wettbewerb und folge mit dem regionalen Preisaspekt der Monopolkommission und dem wissenschaftlichen Beirat zur Weiterentwicklung des Risikostrukturausgleichs beim Bundesversicherungsamt. Beide hätten sich bereits in ihren vergangenen Expertisen, die teilweise im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums entstanden sind, für regionale Beitragssätze ausgesprochen.

 

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news-2996 Tue, 04 Jun 2019 17:29:50 +0200 Vernetzung in der regionalen Versorgung macht den Unterschied https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/vernetzung-in-der-regionalen-versorgung-macht-den-unterschied-1.html Wissenschaftskongress „Alter plus 3“: Prävention, Rehabilitation und Pflege als Ganzes denken und umsetzen „Wir können zeigen, dass es grundlegende regionale Unterschiede gibt, was den Anteil geriatrischer Patientinnen und Patienten angeht. Um einer möglichen Unterversorgung entgegenzuwirken, sind differenzierte regionale Versorgungsangebote zielführend“, fasst Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg zusammen. Der Wissenschaftskongress „Formel Zukunft – Alter plus 3“ am Dienstag (04.06.2019) stellt die alternde Gesellschaft in den Mittelpunkt. „Gerade in einer Gesellschaft des langen Lebens müssen wir weg vom Kästchendenken in Sektoren. Wir brauchen vernetzte Versorgungskonzepte und den Mut neue Wege zu gehen“, betont Hermann. „Gesundheitsversorgung geschieht vor Ort. Zusammen mit unseren Partnern entwickeln wir vorhandene Strukturen evidenzbasiert und systematisch ausgearbeitet weiter – das funktioniert nicht mit zentralistischen Vorgaben aus Berlin.“

 

Der Heidelberger Psychologe und Gerontologe Professor Andreas Kruse vom Institut für Gerontologie der Uni Heidelberg denkt regional, vernetzt und patientenorientiert: „Das Individuum muss sich auf sein Älterwerden und Alter vorbereiten. Dies gilt mit Blick auf alle Lebensbereiche, von der Gesundheit über die soziale Netzwerkbildung bis hin zur finanziellen Planung und zum Wohnen.“ Kruse stellte auf dem Stuttgarter Kongress ein „Positionspapier Altern“ vor, das die seelisch-geistige Entwicklung als lebenslangen Prozess behandelt. Dabei stützt sich Kruse auf eine qualitative Befragung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der AOK Baden-Württemberg zu Aspekten der Versorgung älterer Menschen. In einem Mixed-Methods-Ansatz kombiniert die AOK Baden-Württemberg die qualitativen Aussagen des Gerontologen Kruse mit den Ergebnissen einer quantitativen forsa-Umfrage unter mehr als 500 Teilnehmern. Der große Teil der Befragten erwartet von seiner Kranken- und Pflegekasse, dass bestimmte Angebote auf die Bedürfnisse Älterer zugeschnitten sein sollten, zum Beispiel Beratung zur Bewältigung von Alltagsproblemen (72 %), Vermittlung von Facharztterminen oder Pflegediensten (69 %) sowie Gesundheitskurse (70 %). AOK-Vorstandschef Hermann sieht in diesen Zahlen seinen Ansatz bestätigt: „Wir können es uns nicht mehr leisten, die drei zentralen Versorgungsbereiche und Angebote der Prävention, Rehabilitation und Pflege separat zu denken und brauchen für fundierte Angebote, die in eine gute Versorgungszukunft führen, die wissenschaftlich basierte Weiterentwicklung. Deshalb investiert die AOK Baden-Württemberg seit Jahren in innovative Forschung und moderne, individuell und regional für die Versicherten zugeschnittene Angebote.“

 

Auch Baden-Württembergs Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha stellt die Notwendigkeit der Überwindung der Sektoren insbesondere auch für ältere Menschen heraus: „Essenziell ist aus meiner Sicht: Wir müssen viel stärker vom Patienten her, wir müssen verstärkt regional und vernetzt denken – und wir müssen noch mehr das Wissen und die Kompetenz aller handelnden Akteure nutzen. Unser Land ist auch dank der AOK Baden-Württemberg hier bundesweit Vorreiter“, so der Minister weiter. Bereits im Geriatriekonzept 2014 des Landes, das unter anderem auch die AOK Baden-Württemberg mitentwickelt hatte, seien wohnortnah organisierte, ambulant vor stationär ausgerichtete, eng miteinander vernetzte und durchgängig gestaltete Versorgungsstrukturen zugrunde gelegt worden. „Prävention muss also ebenso wie Akutmedizin, Pflege, Rehabilitation und Palliativmedizin in unserem Land in die Versorgung geriatrischer Patienten mit einbezogen sein.“

 

„Die Gesellschaft des langen Lebens ist längst Realität“, resümiert AOK-Chef Hermann zum Stuttgarter Alterskongress. „Wir befinden uns mitten in einer Entwicklung, die die gesamte Gesellschaft umkrempelt – vom Arbeitsmarkt bis zum Rentensystem. Überall sind passende Lösungen gefragt. Auf dem Gesundheits- und Pflegesektor kennt diese niemand besser als die verantwortlichen Akteure vor Ort.“

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news-2994 Fri, 31 May 2019 10:37:20 +0200 Hermann: „Politische Nebelkerzen sparen den Versicherten keinen einzigen Cent“ https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/hermann-politische-nebelkerzen-sparen-den-versicherten-keinen-einzigen-cent.html AOKs stehen für regionale Versorgungssteuerung – Neue Arzneimittelverträge starten im Juni „Vielfach hat man den Eindruck, das sogenannte Faire-Kassenwahl-Gesetz von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wird vor allem deshalb beklatscht, weil man missgünstig auf die guten Finanzerfolge der AOKs blickt“, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. „Diese Ergebnisse fallen uns aber nicht einfach in den Schoß. Sie sind Folge einer klugen regionalen Versorgungssteuerung.“

 

Als Beleg führt der AOK-Chef die Arzneimittelrabattverträge ins Feld, für deren Ausschreibung in acht verschieden großen Gebietslosen Hermann als Verhandlungsführer beauftragt ist. Die 21. Tranche der Verträge tritt zum 1. Juni in Kraft. „Allein die Zuzahlungsbefreiung rabattierter Produkte im Bereich der Hausarztzentrierten Versorgung und der Facharztverträge hat den Versicherten der AOK Baden-Württemberg im letzten Jahr mehr als 35 Millionen Euro gespart. Politische Nebelkerzen sparen dagegen keinen einzigen Cent.“ Die Erlöse aus den Arzneimittelrabattverträgen für Generika hätten es den elf AOKs auch im vergangenen Jahr ermöglicht, in innovative regionale Gesundheitsangebote zu investieren. 2018 habe die AOK-Gemeinschaft durch die Verträge mit Pharmaunternehmen insgesamt 1,79 Milliarden Euro bei den Ausgaben für Medikamente einsparen können. 2017 waren es 1,66 Milliarden.

 

„Von unseren fairen Arzneimittelrabattverträgen profitieren einerseits mittelständische Pharmaunternehmen und andererseits sind sie vor allem auch die Basis für eine gute regionale Versorgung“, fährt Hermann fort. „Diesen Weg wollen wir auch in Zukunft konsequent weitergehen. Doch die Pläne von Minister Spahn für eine erzwungene bundesweite Öffnung aller Krankenkassen würden bei Umsetzung für viele erfolgreiche regionale Versorgungsprojekte auf Dauer das Aus bedeuten.“

 

Zum 1. Juni treten neue AOK-Arzneimittelrabattverträge in Kraft. Die Tranche XXI ersetzt auslaufende Verträge, beinhaltet aber auch Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen, die zum ersten Mal ausgeschrieben wurden. Die neuen Verträge decken ein jährliches Umsatzvolumen bei allen AOKs von rund 2,3 Milliarden Euro ab (Apothekenverkaufspreis). An der neuen Tranche sind 35 erfolgreiche Pharmaunternehmen oder Bietergemeinschaften beteiligt. 20 Fachlose wurden im Mehrpartner-Modell vergeben. Dazu zählen der Magensäurehemmer Omeprazol, der Cholesterinsenker Simvastatin, die Schmerzmittel Diclofenac und Tramadol sowie mehrere Blutdrucksenker.

 

 

 

Die zum 1. Juni 2019 startende Tranche AOK XXI im Überblick:

 

  • Laufzeit: 1. Juni 2019 bis 31. Mai 2021.
  • Verträge über 117 Wirkstoffe/Wirkstoffkombinationen in 118 Fachlosen.
  • 20 Fachlose im Mehrpartnermodell vergeben.
  • 35 Pharmaunternehmen/Bietergemeinschaften beteiligt.
  • AOK-Umsatzvolumen: 2,3 Milliarden Euro pro Jahr.

 

 

 

Hintergrund:

 

Die Rabattverträge für Generika ermöglichen Einsparungen ohne Verlust an Qualität in der Arzneimittelversorgung. 2018 haben die gesetzlichen Krankenkassen auf diesem Weg rund 4,4 Milliarden Euro einsparen können. Der Anteil der elf AOKs lag bei 1,79 Milliarden Euro. Das eingesparte Geld steht zum Beispiel für innovative Versorgungsformen zur Verfügung. Die Rabattverträge sorgen zudem nachhaltig für Wettbewerb im Bereich der Generika. Die Verträge der AOKs decken zwei Drittel des Generikamarktes ab und umfassen alle markt- und ausgabenrelevanten Wirkstoffe. Mit Inkrafttreten von AOK XXI laufen Verträge für 292 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen (in 297 Fachlosen) und acht Gebietslosen mit einem jährlichen AOK-Umsatzvolumen von 5,7 Milliarden Euro (Apothekenverkaufspreis).

 

 

 

Mehr Informationen: aok-rabattvertraege.de

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news-2992 Wed, 29 May 2019 15:08:31 +0200 Hermann: „Alte Eisen gehören nur eines – verschrottet“ https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/hermann-alte-eisen-gehoeren-nur-eines-verschrottet.html AOK Baden-Württemberg: Gesetzliche Arzneiimportsubventionierung ganz abschaffen – keine halbgaren Regelungen „Maßgebliche Experten des Gesundheitswesens sind sich längst darin einig, dass die gesetzlich betriebene Subventionierung der Importquote von Arzneimitteln ein Uraltinstrument ist, das schnellstens verschrottet gehört, und jetzt beschäftigt sich die Große Koalition plötzlich mit neuen halbgaren Änderungen“, so Dr. Christopher Hermann, Vorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Hermann weist den jetzt bekannt gewordenen Änderungsantrag zum Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) entschieden zurück. Demnach sollen zukünftig eine Handvoll ausgewählter Arzneimittel von der Quotensubvention für Importe ausgenommen werden. Demgegenüber hatten Apothekerverbände, verfasste Ärzteschaft und AOK Baden-Württemberg, aber auch namhafte Wissenschaftler und Vertreter der forschenden Pharmaindustrie wiederholt dringend angemahnt, die gesetzliche Importförderquote endlich insgesamt aus dem Verkehr zu ziehen.

 

Lediglich einige ausgewählte Arzneimittelgruppen aus der staatlich angeordneten Importsubventionierung herauszunehmen, so der AOK-Chef weiter, löse die Probleme in der Versorgung für Patientinnen und Patienten nicht: „Die Große Koalition bewegt sich in Richtung Qualität der Versorgung bei den betroffenen Arzneimitteln allenfalls millimeterweise. Potenzielle Qualitätsprobleme werden aber für die Vielzahl der importierten Arzneimittel weiter außer Acht gelassen.“ Offensichtich solle es grundsätzlich weiterhin dabei bleiben, dass subventionierte Importarzneimittel, die ursprünglich nie für den deutschen Markt produziert wurden, mit ihren langen intransparenten Lieferketten über Grenzen hinweg eine sichere Arzneimittelversorgung gefährden können. Unsachgemäße Lagerung und mehrfache Umverpackung ließen durch die Importquote weiterhin das Risiko steigen, dass solche Medikamente auf dem deutschen Markt besonders lukrativ und risikoarm verbreitet werden könnten. „Der unbekannte Umgang mit importierten Medikamenten ist aber“, so Hermann abschließend, „eines der Kernprobleme der Arzneimittelskandale der vergangenen Jahre. Hier hilft nur konsequentes Handeln der verantwortlichen Politik, keine halbgare Scheinlösung.“

 

 

 

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news-2960 Mon, 13 May 2019 15:48:24 +0200 AOK Baden-Württemberg entwickelt Web-Anwendung zur Vermeidung von Verkehr https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-baden-wuerttemberg-entwickelt-web-anwendung-zur-vermeidung-von-verkehr.html Minister Winfried Hermann informiert sich über erfolgreichen Pilotversuch im Rahmen des Bündnisses für Luftreinhaltung Unnötige Wege zum Arbeitsplatz vermeiden und flexibel tätig sein – das ist das Ziel des Projekts ARIN (Agile Raum- und Infrastrukturnutzung) der AOK Baden-Württemberg. Im Rahmen des Projekts hat die AOK eine Web-Anwendung entwickelt, über die sich die Beschäftigten flexibel an nicht genutzten Arbeitsplätzen in der Region einbuchen können, um so nicht in die Landeshauptstadt pendeln zu müssen. Vom 1. bis zum 26. April 2019 hat der erfolgreiche Pilotversuch für die Web-Anwendung in der AOK-Hauptverwaltung und AOK-Bezirksdirektion Stuttgart stattgefunden, über den sich Verkehrsminister Winfried Hermann (MdL) heute (13.5.2019) informiert hat. Das Ministerium für Verkehr unterstützt das Vorhaben im Rahmen des Förderprogramms B²MM „Betriebliches und Behördliches Mobilitäts-management“ mit einem Förderbetrag in Höhe von 97.200,00 Euro.

Verkehrsminister Winfried Hermann MdL sagte anlässlich seines Unternehmensbesuches: „Das Projekt der AOK Baden-Württemberg ist ein ausgezeichnetes Beispiel für digitales, flexibles und nutzerorientiertes Mobilitätsmanagement. Weniger Arbeitswege bedeuten weniger Stau, weniger Stress, vor allem aber weniger Luftschadstoffe in der Stadt. Ich freue mich, dass wir mit der AOK einen so innovativen und experimentierfreudigen Partner im Bündnis für Luftreinhaltung gewinnen konnten, der als erster auch von der Möglichkeit der Landesförderung für ein betriebliches Mobilitätsmanagement Gebrauch gemacht hat. Ich hoffe sehr, dass das Projekt weiter erfolgreich ist und Nachahmer findet. Das Potenzial ist vorhanden und das Vorbild auch.

Laut Siegmar Nesch, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, wolle die AOK Baden-Württemberg mit ARIN nicht nur einen Beitrag zur Luftreinhaltung leisten: „Für uns ist ARIN der Schritt in eine neue Welt. Es ist auch ein Beitrag zur Work-Life-Balance unserer Beschäftigten – wir gehen hier ganz neue Wege, um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben. Gleichzeitig sorgen wir für eine optimale Auslastung unserer Infrastruktur.“

Silvia Pflüger, unternehmensweite Projektleiterin für ARIN, bewertete die Pilotphase positiv: „Wir haben eine Win-Win-Situation. Zum einen haben wir pro Tag im Schnitt knapp 70 km an Autofahrten eingespart – das würde bei einer Hochrechnung auf ein Jahr gesehen etwa zwei Tonnen CO2 einsparen. Zum anderen können die Beschäftigten, die bisher noch nicht von Zuhause aus arbeiten können, dies nun auch flexibel und wohnortnah tun.“

Der erfolgreiche Pilotversuch und die positive Resonanz der Beschäftigten bestätige die Strategie, ergänzte Siegmar Nesch. „Wir planen daher den unternehmensweiten Roll-Out für die komplette AOK Baden-Württemberg für das vierte Quartal 2019.“

 

 

Hintergrundinformationen:

Die AOK Baden-Württemberg versichert mehr als 4,45 Millionen Menschen im Land und verfügt über ein Haushaltsvolumen von über 17 Milliarden Euro. Im Rahmen des Umweltprogramms „greenAOK“ baut die AOK Baden-Württemberg seit 2016 unter anderem ein betriebliches Mobilitätsmanagement auf. So wird den Beschäftigten zum Beispiel ein Job-Ticket mit Arbeitgeberzuschuss angeboten und der Fuhrpark auf Elektrofahrzeuge umgestellt. Die AOK Baden-Württemberg ist darüber hinaus Mitglied im Bündnis für Luftreinhaltung.

Das unternehmensweite Projekt ARIN der AOK Baden-Württemberg startete am 1.1.2019 unter Leitung von Silvia Pflüger.  ARIN wurde im Rahmen eines Pilotverfahrens mit der AOK-Hauptverwaltung und fünf AOK-Bezirksdirektionen im April 2019 getestet. An 21 Standorten der fünf Pilot-Bezirksdirektionen Stuttgart-Böblingen, Ludwigsburg-Rems-Murr, Neckar-Fils, Nordschwarzwald und Ulm-Biberach wurden hierfür insgesamt 175 ARIN-Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt. Um diese Pilotphase durchführen zu können, wurde eine Web-Anwendung entwickelt, mittels derer die ARIN-Arbeitsplätze sowohl vom PC im Büro, als auch mit dem privaten Smartphone bequem von Zuhause aus gebucht werden können. Die Pilotphase verlief positiv und wird derzeit evaluiert. Ziel des Projektes ist es, den unternehmensweiten Roll-Out von ARIN für alle Bezirksdirektionen der AOK Ba-den-Württemberg für das vierte Quartal 2019 vorzubereiten.

Mit dem Förderprogramm B²MM „Betriebliches und Behördliches Mobilitätsmanagement“ unterstützt das Ministerium für Verkehr Projekte von Unternehmen und Behörden, die in einer der 25 Kommunen im Land gelegen sind, in denen die Grenzwerte von 40 µg/m³ Stickstoffdioxid überschritten werden. Ausführliche Informationen zum Mobilitätsmanagement und zum Förderprogramm finden Sie auf der Internetseite des Verkehrsministeriums.

 

 

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news-2959 Mon, 13 May 2019 14:01:28 +0200 Hermann: „Es geht um Sicherheit, nicht um Klientelpolitik zu Gunsten von Importeuren“ https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/hermann-es-geht-um-sicherheit-nicht-um-klientelpolitik-zu-gunsten-von-importeuren.html Becker: „‘Bastelpackungen‘ verunsichern Apothekenkunden“ / AOK Baden-Württemberg und Apotheker für Abschaffung der Subventionsquote für Importarzneimittel „Nichts wird besser, wenn man ein ineffektives Bürokratiemonster noch komplexer macht“, kommentiert Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, die geplante Änderung der Subventionsklausel für Importarzneimittel. „Das ist nicht nur ein bürokratischer Irrweg, es ist vor allem für Patienten schnell gefährlich und finanziell nutzlos.“ Der AOK-Chef warnt davor, jetzt gerade im neuen Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) an jener Klausel festzuhalten, die wiederholt das Haupteinfallstor für die Machenschaften von Hehlerbanden und Arzneimittelfälschern gewesen sei. „Die Interessen von ein paar Subventionsgewinnlern dürfen nicht schwerer wiegen als die Arzneimittelsicherheit. Es geht um Patienten, nicht darum, einem andauernden Problemmarkt per gesetzlicher Quote Umsatz und Gewinn zu garantieren.“

Das Misstrauen, das in der AOK gegen quotengeförderte Importarzneimittel herrscht, teilen viele Apotheker. Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands und Präsident des Landesapothekerverbands Baden-Württemberg, beschleicht immer wieder ein ungutes Gefühl, wenn er einen Blick auf die „Bastelpackungen“ wirft, die dank der Quote regulär über den Beratungstisch in der Apotheke wandern können: „Es verunsichert unsere Kunden, wenn Blisterpackungen schräg ausgeschnitten sind, Schachteln mit irgendwelchen Etiketten überklebt wurden oder widersprüchliche Angaben über die enthaltene Arzneimittelmenge auf der Packung stehen. Wir möchten unsere Arbeit nicht durch unseriös wirkende Produkte diskreditiert sehen.“ Ungern erinnert sich Becker an ein Erlebnis mit einem Kunden zurück, der die Apotheke verlassen hatte, um einige Zeit später in Begleitung der Polizei zurückzukehren: Ihn hatte die Aufmachung eines Importarzneimittels entsprechend verunsichert.

Dr. Christopher Hermann ergänzt, die gesetzliche Quotenförderung reize mutmaßliche Betrüger geradezu an, über lange, intransparente Lieferketten quer durch den Kontinent Arzneimittelfälschungen auf den deutschen Markt zu bringen. Ihr Geschäft ist gerade in Deutschland dank der gesetzlichen Quotenförderung besonders lukrativ. Der Bundesrat habe diese Mechanik durchschaut und deshalb nur folgerichtig gehandelt, als er Mitte März die Streichung der Importförderklausel gefordert habe, führt Hermann aus. „Wir appellieren nun dringend an die Abgeordneten des Bundestags, sich in ihren parlamentarischen Beratungen dieser Forderung anzuschließen!“ So sprach sich zuletzt auch die Taskforce ‚Lunapharm‘ nachdrücklich für die Streichung der Reimportförderklausel aus, als Konsequenz aus dem aufgedeckten Skandal um nach Brandenburg eingeschleuste Problemarzneimittel zur Krebsbehandlung. „Das ist ein Fall, der in aller Deutlichkeit zeigt, wie gefährlich eine bürokratische Regelung ist, die Interessen der Reimportlobby Vorrang vor der Arzneimittelsicherheit gewährt“, warnt Hermann. „Es ist hohe Zeit, politisch die notwendigen Konsequenzen zu ziehen!“

 

Die Fotos unter "Bilder und Grafiken" stammen von der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK). Sie zeigen, wie Importarzneimittel aussehen können.

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news-2929 Tue, 09 Apr 2019 08:45:33 +0200 Präventionsprogramm AOK-JolinchenKids für Kinderbewegung förderlich https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/praeventionsprogramm-aok-jolinchenkids-fuer-kinderbewegung-foerderlich.html Studie mit 62 bundesweit ausgewählten Kindertagesstätten Das AOK-Präventionsprogramm „JolinchenKids – Fit und gesund in der Kita“ wirkt sich positiv auf das Bewegungsverhalten und den Medienkonsum von Kindern aus. Zu diesem Ergebnis kommt das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie im Rahmen einer aktuellen wissenschaftlichen Erhebung. „In dieser Studie haben wir einen hohen methodischen Standard angelegt. Dies war im dynamischen Setting Kindertagestätte durchaus schwierig umzusetzen. Dennoch konnten wir positive Effekte des Präventionsprogramms zeigen“, sagt Prof. Dr. Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung.

 

AOK-JolinchenKids kommt bundesweit bereits in über 3.600 Kindertagesstätten zum Einsatz und erreicht rund 132.000 Familien – 340 Einrichtungen davon befinden sich in Baden-Württemberg. Das Programm besteht aus insgesamt fünf flexibel einsetzbaren Modulen: Bewegung, Ernährung, seelisches Wohlbefinden, Elternpartizipation und Erzieher/innengesundheit. In einem anspruchsvollen Studiendesign mit 62 bundesweit zufällig ausgewählten Kindertagesstätten in ländlichen und städtischen Regionen wurden die Effekte des Programms untersucht. Während die eine Hälfte der ausgewählten Einrichtungen das Programm in den Kita-Alltag integriert hatte, nahmen die 31 anderen aus der sogenannten Kontrollgruppe im Messzeitraum von zwölf Monaten nicht an JolinchenKids teil.

 

Gut die Hälfte der Kitas, die das Programm nutzen (55 Prozent), verwendete den Baustein Bewegung, er erzielte der Studie zufolge auch den größten Effekt. Katharina Bahorski, Präventionsexpertin und Sportwissenschaftlerin bei der AOK Baden-Württemberg: „JolinchenKids zeigt schon nach einem Jahr statistisch gesicherte Effekte auf das Bewegungsverhalten von Kindern. In Einrichtungen, die ein Jahr lang das AOK-Bewegungsmoduls durchgeführt hatten, waren die Kinder im Schnitt eine knappe Sekunde schneller, als Kita-Kinder, bei denen JolinchenKids nicht umgesetzt wird.“ Die Ergebnisse wurden mittels eines Motoriktests gemessen, in fünf Modulen wurde dabei insbesondere die Aktionsschnelligkeit der Kinder untersucht.

 

Zwar griff nur jede vierte Kindertagesstätte (23 Prozent) das Modul „Elternpartizipation“ auf, allerdings gab es hier neben dem Bereich Bewegung auch sehr gute Ergebnisse. So berichteten hier die Eltern von einem signifikant niedrigeren Medienkonsum ihres Nachwuchses als in Kitas, in denen das AOK-Präventionsprogramm bis dato nicht zum Einsatz kam. Die Grundlage hierfür lieferten die quantitativen Aussagen von Eltern im Rahmen einer Fragebogenerhebung.

 

„Die Studie zeigt aber auch, dass in vielen Einrichtungen schlichtweg die Zeit fehlt, um ein Programm wie JolinchenKids in den Kita-Alltag zu integrieren. Gerade im Hinblick auf die nun dokumentierten guten Wirkungsnachweise ist das ein kleiner Wermutstropfen“, so Katharina Bahorski. Hier werde die AOK Baden-Württemberg weiter ansetzen und interessierten Kindertagesstätten entsprechende Hilfestellungen geben, damit auch diese zukünftig vom Präventionsengagement der Gesundheitskasse profitieren.

 

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news-2927 Fri, 05 Apr 2019 18:26:37 +0200 25 Jahre AOK Baden-Württemberg https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/25-jahre-aok-baden-wuerttemberg.html Regionalität als Erfolgsfaktor / Hausarztzentrierte Versorgung findet bundesweit Beachtung Die AOK Baden-Württemberg bekräftigt anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens die hohe Bedeutung der Regionalität. Zu den wichtigsten regionalen Infrastruktureinrichtungen zählt laut einer von der AOK Baden-Württemberg in Auftrag gegebenen forsa-Umfrage die ärztliche Versorgung. So wünschen sich zum Beispiel über 94 Prozent der Menschen im Südwesten, dass sich die Krankenkasse für eine bessere Vernetzung zwischen Ärzten und Kliniken einsetzt. Wer vor Ort ist, kann zielgenauer gestalten, wie das Haus- und Facharztprogramm von AOK Baden-Württemberg, Hausärzteverband und MEDI Baden-Württemberg, zeigt. „25 Jahre AOK Baden-Württemberg – das sind 25 gute und erfolgreiche Jahre: für Millionen von Versicherten und Patienten, für Ärzte, Pfleger, Apotheker und für den Gesundheitsstandort Baden-Württemberg insgesamt. Die AOK hält in unserem Land die Fahne moderner, effizienter und flächendeckender Angebote in der ganzen Bandbreite ambulanter und stationärer Versorgung hoch“, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann. „Baden-Württemberg ist einer der bedeutendsten Standorte der Gesundheitswirtschaft in Europa. Hervorragend aufgestellt in Medizintechnik, Pharma- und Biotechnologie. Und die Gesundheitsbranche soll in Zukunft noch wichtiger werden. Deshalb habe ich im Sommer 2018 das Forum Gesundheitsstandort Baden-Württemberg ins Leben gerufen. Dieses Forum bringt unterschiedliche Akteure zusammen und bietet eine Plattform für mehr Innovation und damit mehr Wertschöpfung. Darum bin ich gegen die zentralistischen Vorstellungen für eine Reform des Gesundheitswesens von Bundesminister Spahn. Gegen eine Reform zum Nachteil unserer Kliniken, unserer Krankenkassen und des Gesundheitsstandorts Baden-Württemberg werden wir uns zur Wehr setzen.“

Auch Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, lehnt den aktuellen Berliner Referentenentwurf ab, da er auf ausschließlich bundesweit agierende Krankenkassen setzt und alle Vorzüge bewährter regionaler Versorgungsstrukturen beseitigen würde. „Das zielt gegen alles, was wir mit den Ärztepartnern gemeinsam über zehn Jahre hinweg erfolgreich etabliert und konsequent vorangetrieben haben: Eine bundesweit einmalige und von Wissenschaftlern bestätigte nachhaltig bessere Versorgung, an der mittlerweile 1,6 Millionen Versicherte und 7.500 Haus-, Kinder- und Fachärzte teilnehmen.“

Monika Lersmacher, Versichertenvertreterin und alternierende Vorsitzende des Verwaltungsrats der AOK Baden-Württemberg, fordert den Ausbau der regionalen Gestaltungsfreiheit: „Die AOK Baden-Württemberg hat bis heute gemeinsam mit ihren Partnerinnen und Partnern viele Wege zum Wohl ihrer Versicherten erfolgreich beschritten. Viele Erfolgsrezepte werden weiter ausgebaut, neue Innovationen sind auch für die Zukunft geplant. Die Weichen sind richtig gestellt, denn wir brauchen dringend mehr sinnhaften Wettbewerb im Gesundheitswesen: Wettbewerb um die beste Gesundheitsförderung, um die besten Versorgungsangebote und um die beste Pflegeversorgung, so wie sie für die Menschen in Baden-Württemberg gebraucht wird.“

Gestaltungsbereitschaft und -kompetenz erwarten die Menschen auch in Zukunft von ihrer Krankenkasse, wie die forsa-Befragung im Auftrag der AOK Baden-Württemberg belegt. Demnach wünschen sich 97 Prozent der Baden-Württemberger, dass ihre Krankenkasse die Zusammenarbeit zwischen Ärzten verschiedener Fachrichtungen gestaltet, 96 Prozent wollen zum Beispiel, dass ihre Krankenkasse ein gutes Entlassmanagement organisiert, und 94 Prozent fordern, dass ihre Krankenkasse die Verantwortung für eine bessere Vernetzung zwischen Ärzten, Krankenhäusern und Reha-Kliniken übernimmt.

„Die Fusion zur AOK Baden-Württemberg vor 25 Jahren war ein wichtiger Impuls für den Erfolg von heute. Erfolgsfaktoren waren die Verankerung der AOKs in den Regionen und ihre langjährige Erfahrung – beides bestimmt auch heute noch unsere Identität. Wir sind in rund 230 KundenCentern im Land vor Ort für unsere Versicherten da, kennen die Menschen wie auch die Akteure in der Region. Auch in Zukunft sind wir Gestalterin im Gesundheitswesen und nutzen Handlungsspielräume für innovative Versorgungsstrukturen. Für die Zukunft muss die Gesundheitsversorgung digitaler werden; Versorgung muss integriert gedacht und umgesetzt werden und Regionen müssen gestärkt werden. Nur das fördert einen echten Wettbewerb um die beste Versorgung“, so Hermann.
www.wegemacher.de

Hinweis an die Redaktionen:

Für die repräsentative Erhebung führte das Meinungsforschungsinstitut forsa im Zeitraum von Januar bis Februar 2019 computergestützte Telefoninterviews mit 519 Baden-Württembergerinnen und Baden-Württembergern durch.

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news-2923 Tue, 02 Apr 2019 09:58:56 +0200 Resolution gegen Zentralismus und Gleichmacherei in der GKV https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/resolution-gegen-zentralismus-und-gleichmacherei-in-der-gkv.html Verwaltungsrat der AOK Baden-Württemberg fordert mehr regionalen Versorgungswettbewerb und lehnt reinen Preiswettbewerb strikt ab Der Verwaltungsrat der AOK Baden-Württemberg hat sich am Dienstag (02.04.2019) einstimmig gegen die Zentralisierung im Gesundheitswesen in dem von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vorgelegten Gesetzentwurf zur Kassenwahl ausgesprochen. Damit werde die bewährte regionale Gesundheitsversorgung gefährdet.

Die vorgesehene Ausgrenzung der ehrenamtlichen und regional verwurzelten Vertreter der Verwaltungsräte der Krankenkassen aus dem Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbandes sei dabei nur die Spitze des Eisbergs. „Insbesondere das Vorhaben, regionale gesetzliche Krankenkassen zwangsweise bundesweit zu öffnen, ist unzumutbar und wird strikt abgelehnt. Wir brauchen nicht weniger, sondern endlich mehr Versorgungswettbewerb“, kritisiert Monika Lersmacher, die alternierende Vorsitzende des Verwaltungsrats der AOK Baden-Württemberg. Der Entwurf ziele allein auf Preiswettbewerb und würde zu einem bundesweiten Scheinwettbewerb auch zwischen elf AOKs führen. Offensichtlich solle aber der Weg zu zentralistischen Strukturen freigemacht werden, die letztendlich zu Lasten der Versorgung der Versicherten in den Regionen gehen werden. Mit der Hausarztzentrierten Versorgung und den damit eng vernetzten Facharztverträgen beweise die AOK Baden-Württemberg seit mehr als zehn Jahren, dass regional verankerte Vertragslösungen mit regionalen Partnern zu einer besseren Versorgung für die Versicherten führen.


Eine passgenaue gesundheitliche Versorgung könne nur in regionaler Verantwortung gelingen. Denn nur wer vor Ort ist, könne die Bedürfnisse der Menschen erkennen und auf dieser Grundlage mit Partnern zielgenau gestalten.

Gute Versorgung erfordere Lösungen, die die jeweiligen regionalen Rahmenbedingungen einbeziehen. Deshalb seien im Gesundheitswesen mehr und nicht weniger Gestaltungsmöglichkeiten der Länder sowie der Selbstverwaltung auf Landesebene notwendig. Monika Lersmacher: „Es darf keine Abschaffung regionaler Versorgungsstrukturen geben! Eine zwingende bundesweite Öffnung regionaler Krankenkassen kommt einer Abschaffung regionaler Versorgungsstrukturen gleich und dies geht mit einer Verschlechterung passgenauer Versorgung der Patientinnen und Patienten einher und wird am Ende auf dem Rücken kranker Menschen ausgetragen.“

Für die AOK-Verwaltungsratsvorsitzende zielt der von Bundesgesundheitsminister Spahn vorgelegte Referentenentwurf auf die Gleichmacherei der Krankenkassen, die nicht zu mehr Wettbewerb führe, sondern die Existenz vieler Krankenkassen und damit zahlreiche Arbeitsplätze und die Versorgung der Versicherten aufs Spiel setze: „Dieser Referentenentwurf setzt falsche Anreize für den Wettbewerb und zerstört Strukturen – es ist die Blaupause eines Falsche-Kassenwettbewerb-Gesetzes.“

 

Hinweis an die Redaktionen:

Der Verwaltungsrat ist das wichtigste Organ der Selbstverwaltung der AOK Baden-Württemberg. Das aus 30 Versicherten- und Arbeitgebervertretern (Beitragszahler) bestehende Gremium ist ehrenamtlich tätig. Es ist paritätisch je zur Hälfte mit Vertretern beider Gruppen besetzt. Die Selbstverwalter/-innen auf der Versichertenseite kommen aus den Gewerkschaften und anderen selbstständigen Arbeitnehmerorganisationen. Auf Arbeitgeberseite stellen die Arbeitgebervereinigungen und ihre Verbände die Mitglieder des Verwaltungsrates. Der Verwaltungsrat wird alle sechs Jahre durch Sozialversicherungswahlen ermittelt. Die Arbeitgeber- und Versichertenvertreter im Verwaltungsrat stellen je einen Vorsitzenden. Beide wechseln sich jährlich im Amt des Vorsitzes ab.

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news-2916 Mon, 01 Apr 2019 11:41:34 +0200 Schulterschluss mit Kommunen und Kassen für gute Beratung der Bürgerinnen und Bürger https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/schulterschluss-mit-kommunen-und-kassen-fuer-gute-beratung-der-buergerinnen-und-buerger.html Erster Pflegestützpunkt nach neuem Recht in Baden-Württemberg gegründet Am 1. Mai 2019 eröffnet in Waghäusel, Landkreis Karlsruhe, der landesweit erste Pflegestützpunkt nach neuem Rahmenvertrag, auf den sich die AOK Baden-Württemberg mit den übrigen Kranken- und Pflegekassen sowie mit den Kommunen geeinigt hatte. Dort werden speziell geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Menschen zu allen Fragen rund um das Thema Pflege und die Lebensphase Alter beraten, bei denen Unterstützung notwendig werden kann. In den folgenden Monaten sollen weitere Pflegestützpunkte dieser Art im ganzen Land folgen. „Dank des vor zwei Jahren neu definierten Pflegebedürftigkeitsbegriffs profitieren heute mehr Menschen im Land als jemals zuvor von einer qualitativ hochwertigen und individuell gestalteten Pflege“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Diese positive Entwicklung bringe gleichzeitig einen größeren Bedarf an Beratung mit sich, dem die Kranken- und Pflegekassen gemeinsam mit den Kommunen auch durch das Beratungsangebot der Pflegestützpunkte Rechnung trügen.

 

„Die Versicherten der AOK Baden-Württemberg können sich schon seit Jahren an unsere über 200 Pflegeberaterinnen und -berater in 14 CompetenceCentern Pflege und denen des Sozialen Dienstes im ganzen Land wenden, um kompetent und individuell beraten zu werden“, so der AOK-Chef weiter. Dieses dichte Netz werde man aufrechterhalten oder sogar noch erweitern. Die Pflegestützpunkte seien eine wichtige Ergänzung dazu.

 

Seit 01.07.2018 bestehen für die Gründung und den Betrieb neuer Pflegestützpunkte in Baden-Württemberg verbindliche Rahmenbedingungen durch einen neuen Vertrag, den die gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen und die Kreise, Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg miteinander geschlossen haben. Die Gemeinden Baden-Württembergs können damit – wie es das Pflegestärkungsgesetz III vorsieht – regionale Netzwerke noch systematischer planen, bestehende Angebotsstrukturen für ihre Bürgerinnen und Bürger koordinieren und passgenaue Beratung nach Bedarf und Bedürfnis anbieten. Darin werden sie im Schulterschluss von den Kassen verlässlich unterstützt. Alle Vertragspartner legen Wert darauf, bestehende Strukturen – insbesondere auch in der hochwertigen Beratung – weiterhin systematisch einzubinden. „Es ist zu begrüßen, dass sich alle Vertragspartnerinnen und Vertragspartner darin einig sind, Verantwortung auch dafür zu übernehmen, Doppelstrukturen im System ausdrücklich zu vermeiden“, so Hermann.

 

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news-2915 Mon, 01 Apr 2019 09:37:13 +0200 Jedes vierte Kind im Südwesten von psychischen Störungen betroffen https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/jedes-vierte-kind-im-suedwesten-von-psychischen-stoerungen-betroffen.html Neue Versorgung für psychisch kranke Kinder und Jugendliche Auch Kinder und Jugendliche leiden vielfach bereits an psychischen Störungen und Verhaltensstörungen. Zu den psychischen Störungen, die im Kindes- und Jugendalter auftreten, zählen Depressionen, Angstzustände, Sozialverhaltensstörungen oder Schizophrenie. Laut einer Analyse des Projekts „Versorgung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher in Deutschland“ unter der Leitung von Prof. Dr. Jörg Fegert (Universitätsklinikum Ulm) beginnt fast die Hälfte der psychischen Erkrankungen bereits in der Pubertät, bei 75 von 100 psychischen Störungen liegt der Krankheitsbeginn vor dem 25. Lebensjahr. Um die Betreuung und Versorgung in diesem lebensprägenden Zeitraum zu verbessern, hat die AOK Baden-Württemberg zusammen mit MEDI Baden-Württemberg und der Interessengemeinschaft der Kinder- und Jugendpsychiater sowie Kinder- und Jugendpsychotherapeuten (IG KJPP) den Versorgungsvertrag Psychiatrie, Neurologie und Psychotherapie (PNP-Vertrag) um das Modul „Kinder- und Jugendpsychiatrie“ multidisziplinär erweitert. „Wir wollen es gemeinsam schaffen, seelisch belasteten jungen Menschen und ihren Familien gezielt besser zu helfen. Damit dies gelingt, haben wir mit unseren Ärztepartnern die Voraussetzungen für schnellere und umfassendere individuelle Behandlungsstrukturen nach aktuellem Stand der Wissenschaft geschaffen“, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Die Versorgung mit dem neuen Modul startet am 1. April 2019.

 

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) erleben 10 bis 20 von 100 Kindern und Jugendlichen mentale Störungen. Weil jeder junge Mensch das Recht auf körperliches und seelisches Wohlergehen hat, fordern WHO und Robert Koch-Institut, die psychische Widerstandskraft und deren Schutzfaktoren bei Kindern und Jugendlichen zu stärken sowie die Risiken zu minimieren. Dafür sind eine psychosoziale und damit ganzheitlich ausgerichtete Beratung und Versorgung erkrankter Kinder und Jugendlicher wichtig. Deshalb haben sich Hausärzte, Pädiater, Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendpsychiater mit der AOK Baden-Württemberg darauf geeinigt, die seelische Gesundheit im Sinne des biopsychosozialen Modells zu fördern und die multidisziplinäre Versorgung zu einem alltagsnahen Hilfenetz zusammengeführt.

„Bei psychiatrischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter fehlt es uns im ambulanten Bereich seit Jahren an ausreichend Zeit für die notwendige multidimensionale Diagnostik und Therapie. Hier setzt der Vertrag neue Maßstäbe in der Versorgung. Uns steht mehr Zeit für die Therapie der Kinder und Jugendlichen zur Verfügung. Wir können verstärkt auch sozialpsychiatrische Fachkräfte einbeziehen. Zudem werden wichtige Schnittstellen erstmals systematisch berücksichtigt, beispielweise das Entlassmanagement aus Kliniken und der strukturierte Übergang in die Erwachsenenmedizin”, sagt Raymond Fojkar von der IG KJPP. Teil dieses Netzes sind auch Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen des Sozialen Dienstes der AOK, die den Betroffenen und ihren Familien vertraulich und vertrauensvoll mit Rat und Tat zur Seite stehen. Hinzu kommen zudem niedrigschwellige unterstützende Online-Angebote wie beispielsweise Moodgym oder der ADHS-Elterntrainer.

Wichtig für eine umfassende und rasche Hilfestellung ist auch, dass die jungen Betroffenen keine Scheu haben, einen Arzt aufzusuchen. Der wiederum benötigt ausreichend Zeit, um die Ursachen zu ergründen und zu beraten, welche Hilfsmöglichkeiten individuell optimal unterstützen können. „Das Modul fördert die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Haus- bzw. Kinderärzten und Fachärzten. Es gewährleistet beispielsweise eine bessere persönliche Erreichbarkeit des Kinder- und Jugendpsychiaters“, ergänzt Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI Baden-Württemberg.

Auswertungen der AOK Baden-Württemberg zeigen die Bedeutung dieser neuen Behandlungsstrukturen für die Betroffenen und ihre Familien: Ärztlich festgestellte F-Diagnosen, die psychische und Verhaltensstörungen umfassen, treten im Südwesten bei 28 von 100 7- bis 13-Jährigen auf und bei 23 von 100 Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren. Jungen sind davon häufiger betroffen als Mädchen. Damit gehören diese Krankheitsbilder insgesamt zu den häufigsten Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter.

 

Hintergrundinformationen

Die Gründe, warum sich junge Betroffene an einen Arzt wenden, können höchst unterschiedlich sein. So kann eine Depression beispielsweise durch Liebeskummer ausgelöst werden. Ein Jugendlicher in dieser Situation benötigt eine ganz andere Versorgung als ein junger Patient mit Schizophrenie, der versucht, die Stimmen in seinem Kopf mit Rauschmitteln auszuschalten. Denn dies führt zu weiteren seelischen Erkrankungen und verstärkt womöglich die Beschwerden. Für diesen Patienten ist es besonders wichtig, frühzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen. Durch eine sorgfältige ärztliche Diagnostik besteht auch die Möglichkeit zu heilen und die psychosozialen Belastungen zu mindern. Dazu bedarf es individueller Lösungswege und Maßnahmen oft in gemeinsamer Abstimmung zwischen Ärzten, Psychotherapeuten, den Angehörigen, Sozialpädagogen und weiteren an der Therapie Beteiligten.

Die teilnehmenden Fachärzte bzw. Psychiater erhalten eine besondere Honorierung für eine umfassende und schnelle Hilfestellung nicht nur in ihren Praxen, sondern auch vor Ort im eigenen Lebensbereich der Betroffenen („Behandlungsansatz Lebensumfeld“, BALU). Das ermöglicht eine Therapie im Alltag der Kinder und Jugendlichen, also zum Beispiel in der Familie oder in der Schule, was die Versorgung entscheidend verbessert. Sie kann von Ärztinnen und Ärzten sowie von Experten mit sozialpsychiatrischer Qualifikation (Heilpädagogen, Psychologen oder Sozialpädagogen) geleistet werden. Zudem werden Eltern und Familien der betroffenen Kinder und Jugendlichen einbezogen: Sie werden über die Erkrankung und die erforderliche Therapie informiert sowie zu möglichen (Selbst-)Hilfestrategien beraten. Das kann dazu beitragen, dass zum Beispiel bei einem schizophrenen Jugendlichen unnötig lange und wiederholte Klinikaufenthalte verringert werden und die Teilhabe am Leben gefördert werden kann. Wird er durch eine gute Beratung

und Behandlung gesundheitlich unterstützt, kann er möglicherweise eine Berufsausbildung abschließen, was seine Selbstständigkeit und sein Selbstvertrauen entscheidend fördern kann.

Gerade psychisch kranke Kinder und Jugendliche benötigen langfristige und/oder wiederholte fachspezifische Betreuung. Vor allem der Übergang von der Kinder- und Jugendpsychiatrie zur Erwachsenenpsychiatrie belastet häufig die Behandlung. Das Modul ermöglicht deshalb auch einen strukturierten Übergang in die Erwachsenenmedizin (Transition). So ist eine Behandlung beim Kinder- und Jugendpsychiater bis zum vollendeten 21. Lebensjahr möglich, in Einzelfällen sogar bis zum vollendeten 25. Lebensjahr. In dieser Übergangszeit ist es notwendig, dass sich alle an der Versorgung beteiligten Ärzte und Therapeuten eng miteinander abstimmen. Zudem sollte die Versorgung auch Reha-Maßnahmen und Unterstützung mit Blick auf die berufliche Ausbildung beinhalten.

 

Vorteile des Moduls Kinder- und Jugendpsychiatrie

•    Ausreichend Zeit für die multidimensionale Diagnostik und Therapie.

•    Es können verstärkt sozialpsychiatrische Mitarbeiter für eine gründliche Diagnose und dele-gierbare Leistungen herangezogen werden (z.B. Elternabende oder Elterngruppen).

•    Strukturierte Befundberichte des Kinder- und Jugendpsychiaters an den Haus- oder Kinder- und Jugendarzt mit Empfehlungen innerhalb von 14 Tagen.

•    Unmittelbarer Befundbericht bzw. aktualisierter Medikationsplan vom Facharzt für den Haus- oder Kinder- und Jugendarzt bei Neueinstellung bzw. Therapieumstellung.

•    Förderung von Gruppentherapie.

•    Förderung von Collaborative Care, d. h. multidisziplinär psychosozial ausgerichteter Versorgung.

•    Zugang zu altersgerechten Gesundheitsangeboten der Bewegung, Ernährung, Stressreduktion durch die AOK Baden-Württemberg sowie ein erleichterter und schnellerer Zugang zu Rehabilitationsmaßnahmen.

•    Kooperation beim Krankenhaus-Entlassmanagement.

 

Vertragspartner

•    AOK Baden-Württemberg

•    MEDI Baden-Württemberg

•    MEDIVERBUND AG

•    „Interessengemeinschaft niedergelassener Fachärztinnen und Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie in Baden-Württemberg“ (IG KJPP)

•    Berufsverband Deutscher Nervenärzte Landesverband Baden-Württemberg der Fachärzte für Nervenheilkunde, Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie (BVDN)

•    Freie Liste der Psychotherapeuten

•    Deutsche Psychotherapeuten Vereinigung (DPtV)

 

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news-2910 Tue, 26 Mar 2019 14:13:56 +0100 AOK-Hausarztvertrag in Baden-Württemberg: 1.000 VERAHmobil übergeben https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-hausarztvertrag-in-baden-wuerttemberg-1000-verahmobil-uebergeben.html

Es fährt und fährt und fährt: Das VERAHmobil ist aus dem Straßenbild im Südwesten kaum noch wegzudenken. Heute (26. März 2019) wurde in Biberach an der Riß bereits das 1.000. Fahrzeug ausgeliefert. Seit 2013 unterstützt der innovative Service landesweit die am AOK-Hausarztvertrag teilnehmenden Praxen insbesondere bei der Versorgung chronisch kranker Patienten. Speziell geschulte Medizinische Fachangestellte, sogenannte Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis (VERAHs), führen pro Jahr mit dem VERAHmobil etwa hunderttausend Routinehausbesuche durch und entlasten so den Hausarzt.

Ein Ende der mobilen Erfolgsstory ist nicht abzusehen. Mittlerweile wird der kleine Flitzer sogar in drei weitere Bundesländer exportiert.

In unserer Gesellschaft des langen Lebens nehmen chronische Krankheiten und vor allem Mehrfacherkrankungen kontinuierlich zu. Die drei Vertragspartner des bundesweit ersten Vertrages zur hausarztzentrierten Versorgung (HZV) setzten deshalb von Anfang an auf die Stärkung von Teamwork-Strukturen, um die wohnortnahe ambulante Versorgung zu verbessern und dauerhaft zu sichern.

Dafür stehen in den Praxen neben 5.000 Haus- und Kinderärzten über 2.200 VERAHs. Sie übernehmen ärztlich delegierbare Aufgaben wie das Medikamenten- und Wundmanagement oder regelmäßige Routine-Hausbesuche. Die HZV-Praxen können für ihre VERAH zu Sonderkonditionen einen Kleinwagen (VW up!) in unterschiedlichen Ausführungen leasen. Eines der ersten Fahrzeuge erhielt die Hausarztpraxis von Dr. Frank-Dieter Braun in Biberach, in der über 80 Prozent seiner 1.400 Patienten an der HZV teilnehmen. „Ein Ziel des Angebots ist, die Versorgung, insbesondere in ländlichen Gebieten, weiter zu verbessern. Aus meiner eigenen Erfahrung und dem Feedback vieler Kollegen und Kolleginnen kann ich bestätigen, dass das VERAHmobil hierzu einen wichtigen Beitrag leistet und den Hausarzt deutlich entlastet“, freut sich Braun, der auch 2. Vorsitzender des Hausärzteverbandes in Baden-Württemberg ist.

Jetzt sind in seiner Praxis sogar zwei VERAHmobile im Einsatz, denn heute (26. März 2019) erhielt VERAH Christina Merk den Schlüssel für das landesweit 1.000. VERAHmobil. Ihre Kollegin Stefanie Deubel ist bereits seit sechs Jahren regelmäßig damit unterwegs: „Meine Tätigkeit erfährt dadurch eine deutliche Aufwertung in der Außenwirkung und auch innerhalb des Praxisteams. Und durch den Leasing-Vertrag mit der Arztpraxis sind die Hausbesuchsfahrten auch rechtlich abgesichert“. Dabei geht es nicht nur um Blutdruckmessen und Medikamentenkontrolle. Der Hausbesuch verrät viel mehr und gibt einen genauen Einblick in das Leben der Patienten. Erfahrene VERAHs erkennen so aufgrund ihrer Ausbildung und Erfahrung, ob jemand depressiv oder dement ist oder eine Fallneigung besteht.

Auch Hans-Joachim Seuferlein, stellvertretender Geschäftsführer der AOK Bezirksdirektion Ulm-Biberach, ist davon überzeugt, dass vor allem ältere chronisch Kranke von der umfangreichen Betreuung in den eigenen vier Wänden profitieren. „Diese Patientengruppe benötigt eine intensive Versorgung und stellt mit 60 Prozent die Mehrheit der über 1,6 Millionen Teilnehmer am AOK-HausarztProgramm.“

 

Weitere Informationen unter: www.verahmobil.de.

 

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news-2895 Sat, 16 Mar 2019 11:00:00 +0100 Regionale Apothekenstatistik unterstreicht Bedarf an innovativen Versorgungskonzepten https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/regionale-apothekenstatistik-unterstreicht-bedarf-an-innovativen-versorgungskonzepten-1.html Die AOK Baden-Württemberg nimmt Apothekenzahlen unter die Lupe Wie ist es um die Versorgung vor Ort mit Arzneimitteln in Baden-Württemberg bestellt? Die AOK Baden-Württemberg hat dazu eine Apothekenstatistik nach Landkreisen und kreisfreien Städten erstellt. Das Ergebnis: Die Apothekenverteilung in Baden-Württemberg ist ausgesprochen heterogen. In ländlichen Regionen sind Apotheken wesentlich weniger präsent als in Ballungszentren. Innovative Versorgungskonzepte können die Versorgung auf dem Land verbessern.

In der Bundesrepublik insgesamt sind Apotheken meistens sehr gut zu erreichen. Dies hat bereits im Jahr 2013 eine Studie des Thünen-Instituts für Ländliche Räume zeigen können: Fast 60 Prozent der Menschen konnten demnach innerhalb von 15 Minuten zu Fuß zu einer Apotheke gelangen. Nur 0,16 Prozent der Menschen wohnen weiter als 15 Kilometer von der nächsten Apotheke entfernt. Wer in Deutschland eine Apotheke braucht, wird innerhalb einer durchschnittlichen PKW-Fahrtzeit von vier Minuten an einer vorbeikommen. Während in der Bundesrepublik 24 Apotheken auf je 100.000 Einwohner kommen, sind es in Baden-Württemberg 23. In Europa reicht die Spanne extrem weit von 87 Apotheken je 100.000 Einwohner in Griechenland bis 8 in Dänemark.

Als große Krankenkasse im Südwesten ist die AOK Baden-Württemberg in einem Bundesland erfolgreich, das markante Unterschiede zwischen städtisch definierten Metropolregionen und großflächig ländlich geprägten Regionen aufweist. So versorgt in der Universitätsstadt Freiburg eine öffentliche Apotheke 548 AOK-Versicherte. Im flächenmäßig mehr als neun Mal größeren Landkreis Biberach kommen dagegen mit 2.122 rund viermal so viele AOK-Versicherte auf eine Apotheke. Die Apothekendichte in ländlicher Umgebung ist viel weiter geknüpft als in den Städten.

AOK Baden-Württemberg für innovative Versorgungslösungen

Die erheblichen Stadt-Land-Unterschiede in der Apothekendichte sind auch eine Folge des verbindlichen Preisbildungssystems für verschreibungspflichtige Arzneimittel. Das Festpreissystem, das auf den Einkaufspreis der Apotheke eine staatlich vorgegebene Packungs- und eine Notdienstpauschale sowie einen prozentualen Aufschlag vorsieht, führt dazu, dass rezeptpflichtige Arzneimittel in jeder Apotheke den gleichen Preis haben. Umsatzsteigerungen können Apotheker somit primär über die Menge der verkauften Arzneimittelpackungen erwirtschaften. Die aber sehen vor allem in der Nachbarschaft einer Arztpraxis ganz anders aus, und so lassen sich Apotheker lieber in der City nieder als in einer Kleinstadt.

Patienten aus ländlichen Regionen mit geringem Verordnungsvolumen werden oft schon heute von den Botendiensten umliegender Apotheken versorgt, wenn in der unmittelbaren Nähe keine Offizin ansässig ist. Durch den Ausbau neuer Versorgungskonzepte kann Baden-Württemberg auch hier zur Vorreiterregion für Deutschland werden. Digitale Rezeptsammelstellen, die telefonisch oder per Messenger mit einer Apotheke in Kontakt stehen, werden derzeit bereits erprobt. Patienten können ihre Rezepte von dort aus unmittelbar nach dem Arztbesuch digital an die ihnen genehme Apotheke übermitteln. Diese versorgt die Patienten über Botengänge und holt die Originalrezepte regelmäßig an der Sammelstelle ab. So wird unkomplizierte und schnelle Versorgung auch auf dem Land besser ermöglicht.

Zudem steht die Einführung des elektronischen Rezepts nun endlich in den Startlöchern. Die Digitalisierung bietet gerade für die Versorgung im ländlichen Raum auch hier große Chancen. Die AOK Baden-Württemberg spricht sich für eine Lockerung der Apothekenbetriebsordnung und des Mehrbesitzverbotes in Regionen mit niedriger Apothekendichte aus. Damit könnten weitere sinnvolle Versorgungskonzepte realisiert und eine innovative Versorgung im Interesse der Patientinnen und Patienten auf den Weg gebracht werden.

 

 

Stadt / LandkreisAnzahl ApothekenAnzahl AOK-VersicherteAOK-Versicherte je Apotheke
Freiburg i. Br.13272.287548
Heidelberg10162.489619
Baden-Baden5938.903659
Karlsruhe171113.698665
Konstanz10271.801704
Schwäbisch Hall59110.7361.877
Freudenstadt3871.5671.883
Tuttlingen3057.8761.929
Alb-Donau-Kreis612.5122.085
Biberach4391.2522.122

Die Auswertung der Apothekendichte bezieht sich auf die über 4,4 Millionen Versicherten der AOK Baden-Württemberg und somit auf fast jeden zweiten Einwohner Baden-Württembergs.

 


Vom 15. bis 16. März findet in Stuttgart die Interpharm statt. Die Interpharm ist Deutschlands wichtigste pharmazeutische Fortbildungsmesse. Am 16. März 2019 nimmt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, dort an einer Podiumsdiskussion zur apothekenpolitischen Lage teil. Er diskutiert zwischen 10:30 und 11:30 Uhr mit Fritz Becker, Biggi Bender und Karin Maag.

Interpharm

Programm

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news-2889 Thu, 14 Mar 2019 13:34:48 +0100 TSVG: Zentralismus darf kein Maßstab sein https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/tsvg-zentralismus-darf-kein-massstab-sein.html Versichertenbefragung bestätigt: Regionale Versorgungsstrukturen garantieren Qualität Anlässlich der Verabschiedung des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) durch den Deutschen Bundestag am heutigen Donnerstag (14.03.2019) äußert sich Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. „Abzulehnen sind insbesondere die erneuten zentralistischen Tendenzen, die dieses Gesetz kennzeichnen.“ Dies gehe in eine vollkommen falsche Richtung und laufe den Interessen der Versicherten zuwider. „Regionale Gestaltungsbereitschaft und -kompetenz führen zu einer besseren gesundheitlichen Versorgung der Versicherten.“ Denn in den Regionen kennen die unmittelbar Beteiligten die Bedürfnisse der Patienten am besten. Dies zeige beispielsweise für den Hilfsmittelbereich eine aktuelle Befragung von Versicherten der AOK Baden-Württemberg, die mit Inkontinenzartikeln wie Vorlagen und Inkontinenzhosen versorgt werden. Demnach zeigten 80 Prozent eine hohe Zufriedenheit mit der Qualität der Produkte.

 

„Diese große Zufriedenheit ist Ausdruck der regionalen und qualitätsorientierten Verträge, die die AOK Baden-Württemberg unter anderem mit vielen Apotheken und Sanitätshäusern im ganzen Land geschlossen hat“, so Hermann. Weil man als größte und tief im Land verwurzelte Kasse die Gegebenheiten vor Ort so gut kenne, könne man eben Verträge mit rund 1.600 Anbietern in der Fläche abschließen, die vertrauensvoll und im Interesse der Versicherten Tag für Tag mit Leben gefüllt würden. Und diese Möglichkeit nutze man auch, weil man wisse, wie wichtig dies den Menschen vor allem auch in ländlichen Regionen ist. „Bei der Wahl des Anbieters ist Wohnortnähe für die Befragten mit weitem Abstand der wichtigste Aspekt, gefolgt von der Empfehlung des Arztes“, so Hermann. Mit steigendem Alter bewerteten die Befragten die Wohnortnähe sogar noch höher.

 

Die regionale Nähe zu den Vertragspartnern sei auch aus einem weiteren Grund wichtig. „Wo es seitens der Leistungserbringer Verbesserungspotenziale gibt, ist die AOK Baden-Württemberg – auch räumlich – ganz nah dran, um im Interesse ihrer Versicherten steuernd einzugreifen“, so Hermann. Die Befragung habe gezeigt, dass nur 68 Prozent die vertraglich zugesicherte Beratung der Versicherten bekommen hätten. „Und gerade diese Beratung ist ein Schlüssel zu qualitativ hochwertiger und individueller Versorgung“, so Hermann. „Das werden wir mit unseren Vertragspartnern sicher thematisieren.“ Denn auch die Folgen dieser fehlenden Beratung seien in den Ergebnissen abzulesen: 23 Prozent der Befragten gäben an, nach ihrem Empfinden zu wenig Inkontinenzprodukte zu erhalten. Ebenso viele Befragte sagten, eine private Aufzahlung zu leisten. Und 40 Prozent derjenigen, die aufzahlten, hätten als Grund genannt, dass andernfalls die Menge der Produkte nicht ausreichen würde.

 

Hinweis an die Redaktionen:

Im Auftrag der AOK Baden-Württemberg befragte das Institut für angewandte Marketing- und Kommunikationsforschung (IMK) insgesamt 622 Versicherte im ambulanten Bereich, die aufsaugende Inkontinenzprodukte nutzen.

 

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news-2882 Mon, 11 Mar 2019 11:20:24 +0100 Darmkrebsvorsorge: Jeder fünfte Versicherte ab 60 geht nicht hin https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/darmkrebsvorsorge-jeder-fuenfte-versicherte-ab-60-geht-nicht-hin.html Zahl der Darmkrebs-Neuerkrankungen geht leicht zurück 79 von 100 Versicherten der AOK Baden-Württemberg im Alter ab 60 Jahren haben in der Zeit von 2007 bis 2016 an einer Maßnahme der Darmkrebs-Früherkennung teilgenommen. Das zeigt eine Untersuchung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Im Vergleich zu den bundesweiten Zahlen liegt Baden-Württemberg im Durchschnitt. Laut des „Versorgungs-Report Früherkennung“ des WIdO nahmen in Deutschland 78 Prozent der Versicherten über 60 zwischen 2007 und 2016 entweder den Stuhltest, die Darmspiegelung (Koloskopie) oder die Beratung zur Darmkrebs-Früherkennung in Anspruch. Das bedeutet aber auch, dass etwa jeder Fünfte die Möglichkeit der Früherkennung nicht genutzt hat. „Die Möglichkeit, an Darmkrebs zu erkranken, steigt vor allem, wenn Verwandte ersten Grades betroffen waren, so dass dann regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen besonders wichtig sind“, sagt Dr. Hans-Peter Zipp, Arzt bei der AOK Baden-Württemberg. Zudem spiele der Lebensstil eine erhebliche Rolle bei der Entstehung wie Übergewicht, Zigarettenkonsum, Bewegungsmangel oder hoher Alkoholkonsum. Schützend wirkten fett- und fleisch-arme Ernährung, gemüse- und salatreiche Kost, Nikotinverzicht, regelmäßige körperliche Aktivität und Gewichtsnormalisierung.

 

Darmkrebs stellt laut Robert Koch-Institut (RKI) in Deutschland mit jährlich etwa 61.000 Neuerkrankungen bei Männern die dritthäufigste und bei Frauen die zweithäufigste Krebserkrankung dar. 90 von 100 Darmkrebserkrankungen werden nach dem 50. Lebensjahr diagnostiziert. Die Wahrscheinlichkeit, an Darmkrebs zu erkranken, verdoppelt sich bei Menschen im Alter über 40 Jahren alle zehn Jahre. Seit 2008 geht nach Angaben des RKI die Zahl der Neuerkrankungen bei Männern und Frauen aber leicht zurück. Das zeigen auch Zahlen der AOK Baden-Württemberg: Wurden 2015 noch rund 6.400 Versicherte wegen Darmkrebs behandelt, lag diese Zahl im Jahr 2017 bei etwa 5.400. „Verschiedene Faktoren können zur Senkung der Neuerkrankungsrate führen. Fachleute vermuten, dass die verbesserte Darmkrebsfrüherkennung zu dieser Entwicklung beiträgt“, erläutert Dr. Hans-Peter Zipp.

 

Bereits seit April 2014 bietet die AOK Baden-Württemberg ihren Versicherten, die am HausarztProgramm teilnehmen, die Koloskopie ab einem Alter von 50 Jahren an. Im Rahmen der Aktion Darm-Check 2014 und 2015 wertete das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg für eine Studie die Daten von knapp 85.000 Versicherten der AOK Baden-Württemberg aus. 1,9 Prozent der damals angeschriebenen Personen im Alter von 50 bis 54 Jahren nahmen an einer Koloskopie teil. Bei der Studie zeigte sich, dass bei knapp 7 von 100 durchgeführten Koloskopien Darmkrebs oder fortgeschrittene gutartige Tumore entdeckt wurden.

 

Das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, wird unter anderem von der familiären Veranlagung beeinflusst. Sind Verwandte ersten Grades, also beispielsweise Eltern oder Geschwister, an Darmkrebs, Darmpolypen, Eierstock-, Gebärmutter- oder Brustkrebs erkrankt, steigt das Risiko für eine Darmkrebserkrankung. Ob genetische Ursachen oder ein ähnlicher Lebensstil für das gehäufte Auftreten verantwortlich sind, ist nicht abschließend geklärt. Laut Krebsinformationsdienst wird das Erkrankungsrisiko zudem auch vom Lebensstil beeinflusst. So können ein möglichst normales Körpergewicht, regelmäßige Bewegung, Rauchverzicht, kein oder mäßiger Alkoholkonsum und Mittelmeerkost mit ihrem hohen Anteil an Ballaststoffen sowie geringem Anteil an Fett, Fleisch und Wurst das Darmkrebsrisiko senken. „Das zeigt, wie wichtig eine umfassende Beratung zur Früherkennung ist. So sollten Menschen mit familiär erhöhtem Risiko mit ihrem Hausarzt klären, ob für sie Früherkennung bereits vor dem 50. Lebensjahr sinnvoll ist“, sagt Dr. Hans-Peter Zipp.

 

Bei der Beratung sollte jeder Teilnehmer umfassend darüber informiert werden, welchen Nutzen eine Früherkennungsmaßnahme hat und welche Risiken damit verknüpft sind. Ein Blick in die aktuellen WIdO-Daten zeigt, dass in Deutschland hier noch Nachholbedarf besteht: Denn während 75 von 100 Teilnehmern nach eigenen Angaben über den Nutzen der Darmkrebs-Früherkennung informiert wurden, erhielten nur 36 von 100 Teilnehmern Informationen über mögliche Nachteile und Risiken. Die AOK Baden-Württemberg legt in ihrem Hausarzt- und FacharztProgramm gemeinsam mit ihren Ärztepartnern, dem Hausärzteverband und MEDI Baden-Württemberg, ganz bewusst einen Schwerpunkt auf die umfassende Beratung und das Arzt-Patienten-Gespräch.

 

In Deutschland gehört die Früherkennung von Darmkrebs zum gesetzlichen Früherkennungsprogramm. Ab dem vollendeten 50. Lebensjahr können Männer und Frauen jährlich ihren Stuhl auf kleinste Blutmengen hin untersuchen lassen. Blut im Stuhl kann ein Hinweis auf eine Darmkrebserkrankung sein. Bisher konnten Männer und Frauen ab 55 Jahren eine Koloskopie vornehmen lassen. Dabei wird der Darm von innen mit einem Endoskop betrachtet. Ab diesem Jahr wird die Koloskopie auch in der Regelversorgung Männern bereits ab 50 Jahren angeboten. Denn Studien haben gezeigt, dass Männer ein höheres Erkrankungsrisiko haben als Frauen.

 

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news-2866 Fri, 01 Mar 2019 10:31:04 +0100 Baden-Württemberger treiben zu wenig Sport https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/baden-wuerttemberger-treiben-zu-wenig-sport-2.html Laut Forsa-Befragung hält sich mehr als die Hälfte im Südwesten für weniger sportlich oder unsportlich Gut jeder dritte Baden-Württemberger (36 Prozent) treibt seltener als einmal pro Woche oder nie aktiv Sport. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der AOK Baden-Württemberg in Auftrag gegebene repräsentative Forsa-Umfrage. 43 Prozent der Befragten halten sich für weniger sportlich und 12 Prozent sagen, dass sie unsportlich sind. „Regelmäßiges sportliches Training stärkt unter anderem das Immunsystem, hält das Herz-Kreislauf-System fit und kann einer Vielzahl von Krankheiten vorbeugen“, sagt Eva Ortlieb, Sportwissenschaftlerin bei der AOK Baden-Württemberg. Drei- bis viermal in der Woche rund 30 Minuten Walken, Rad fahren oder Joggen sei schon ausreichend, um sportlich aktiv zu sein und etwas für seine Gesundheit zu tun.

 

Laut der Forsa-Befragung treiben knapp zwei Drittel (64 Prozent) der Baden-Württemberger mindestens einmal pro Woche in ihrer Freizeit aktiv Sport. Für diesen Teil der Menschen im Südwesten steht der Wunsch, körperlich fit zu sein, an erster Stelle: 67 Prozent der „Sporttreibenden“ veranlasst dies dazu, in ihrer Freizeit sportlich aktiv zu sein. Mehr als die Hälfte der Befragten treibt Sport, um den Körper bzw. die Figur in Form zu bringen: 53 Prozent wollen durch das Training ihr Gewicht halten oder abnehmen und 28 Prozent zielen darauf ab, Muskeln aufzubauen. Jeder Zweite (50 Prozent) sagt, dass er mit Sport etwas gegen gesundheitliche Beschwerden tun will (z. B. gegen Rückenschmerzen oder Bluthochdruck). Bei 47 Prozent der „Sporttreibenden“ trägt sportliche Betätigung zur Entspannung bzw. zum Stressabbau bei und 39 Prozent lockt der Spaß am Sport. Jeder Fünfte (20 Prozent) nutzt die Trainingseinheit, um Zeit mit Freunden oder Bekannten zu verbringen.

 

Problematisch ist jedoch, dass laut Forsa-Befragung jeder dritte Baden-Württemberger seltener als einmal pro Woche (22 Prozent) oder nie (14 Prozent) sportlich aktiv ist. Als weniger sportlich (43 Prozent) oder unsportlich (12 Prozent) sieht sich sogar mehr als die Hälfte der Befragten. Die Folgen von zu wenig regelmäßiger Bewegung könnten gesundheitliche Probleme und Übergewicht sein. Umso wichtiger sei es, mit dem Sport anzufangen, weiß Luisa Brune, Psychologin bei der AOK Baden-Württemberg. „Gerade im Frühling, wenn die Temperaturen steigen, ist für Sportmuffel der richtige Zeitpunkt, um sich an der frischen Luft zu bewegen“, sagt Brune. Denn, so die Expertin, der innere Schweinehund sei meist der größte Gegner auf dem Weg zu einem aktiveren Lebensstil. Um ihn zu überwinden, sei es wichtig, dass man sich nicht direkt zu Beginn mit zu hohen Vorsätzen überfordere. „Wenn man es gemächlich angeht, fällt der Einstieg umso leichter“, so Brune.

 

Die AOK Baden-Württemberg unterstützt ihre Versicherten mit verschiedenen Präventionsangeboten dabei, sich regelmäßig zu bewegen und dadurch ihre Gesundheit aktiv zu verbessern. Weitere Informationen dazu finden sich unter anderem bei den Kursangeboten im Internet unter www.aok.de.

 

Quelle: Die repräsentative Online-Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der AOK Baden-Württemberg durchgeführt. Befragt wurden zwischen dem 29. Juni und dem 12. Juli 2018 insgesamt 1010 nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählte Internetnutzer ab 18 Jahren in Baden-Württemberg.

 

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news-2858 Wed, 27 Feb 2019 10:06:59 +0100 250 Millionen Euro mehr im laufenden Jahr für Kliniken im Land https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/250-millionen-euro-mehr-im-laufenden-jahr-fuer-kliniken-im-land.html AOK Baden-Württemberg trägt mit 110 Millionen Euro den Löwenteil der zusätzlichen Mittel für Krankenhäuser Die Krankenkassen stellen den Krankenhäusern in Baden-Württemberg für die Versorgung ihrer Versicherten 2019 über 250 Millionen Euro mehr als im Vorjahr zur Verfügung. Den Löwenanteil der Steigerung trägt dabei mit rund 110 Millionen Euro die AOK Baden-Württemberg. Der Landesbasisfallwert steigt im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozent. Die Finanzmittel, die von den Krankenkassen zum Betrieb der Krankenhäuser aufgebracht werden, liegen damit im Jahr 2019 bei fast 8,5 Milliarden Euro. „Die zu erwartenden Kostenentwicklungen im laufenden Jahr werden mit der Vereinbarung abgebildet“, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. „Krankenhäuser wie auch Leistungsträger haben mit der Einigung eine solide Planungsgrundlage für das laufende Jahr.“

 

Die für Baden-Württemberg vereinbarte Preissteigerung beim Landesbasisfallwert, ohne Berücksichtigung von Ausgleichen (zum Beispiel für Fehleinschätzungen oder andere einmalige Effekte), ist in diesem Jahr einer der höchsten bundesweit. Nachdem sich die Krankenkassen im Land und die Krankenhausgesellschaft Baden-Württemberg auf den neuen Landesbasisfallwert (LBFW) geeinigt haben, können die Versicherten auch weiterhin eine qualitativ hochwertige Krankenhausbehandlung im Südwesten erwarten. „Wir dürfen aber nicht die Augen davor verschließen, dass eine langfristige Sicherstellung von hoher Qualität und guter Versorgung zwingend auf nötige Strukturreformen angewiesen ist“, so Dr. Hermann.

 

 

Zusatzinformation für die Redaktionen:

Die Krankenkassen im Land und die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft legen jährlich in gemeinsamen Verhandlungen den Landesbasisfallwert (LBFW) fest. Der zahlbare Landesbasisfallwert wird zum 01.03.2019 um 2,49 Prozent von 3.453,17 Euro auf 3.539,12 Euro erhöht. Auf ihm beruhen die Fallpauschalen, die mit Zu- und Abschlägen die Grundlage für die Abrechnung der somatischen Krankhäuser bilden. Die Krankenkassen zahlen damit durchschnittlich deutlich mehr Geld pro stationärer Behandlung an die somatischen Krankenhäuser als 2018.

 

 

 

 

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news-2855 Wed, 20 Feb 2019 11:58:01 +0100 AOK Baden-Württemberg nimmt Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen stärker in den Fokus https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-baden-wuerttemberg-nimmt-gesundheitsversorgung-in-laendlichen-regionen-staerker-in-den-fokus.html Südwest-AOK investiert dort zusätzlich 20 Millionen Euro und setzt auf Arztentlastung und Web-Anwendungen Dass mit dem Hausarztvertrag und den Facharztverträgen im Südwesten deutschlandweit einzigartige und spürbar bessere Strukturen geschaffen wurden, zeigen aktuelle Befragungsergebnisse des Meinungsforschungsinstituts forsa. Danach sind drei von vier Baden-Württemberger mit der Hausarztdichte im Land zufrieden (76 Prozent), bei der Facharztversorgung sind es immerhin 55 Prozent. „Was wir gemeinsam mit dem Hausärzteverband und MEDI Baden-Württemberg über zehn Jahre hinweg etabliert und konsequent vorangetrieben haben, ist schlichtweg eine nachhaltig bessere Versorgung. Mittlerweile nehmen 1,6 Millionen Versicherte und 7.500 Haus-, Kinder- und Fachärzte daran teil“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg.

 

Auch wenn die Herausforderungen für die ärztliche Versorgung vor allem in ländlichen Regionen noch nicht konkret spürbar seien, erkennbar seien sie allemal. Hermann: „Ein Drittel der Hausärzte in Baden-Württemberg wird innerhalb der nächsten fünf Jahren voraussichtlich in Ruhestand gehen, außerdem ist mit der Gesellschaft des langen Lebens auch ein wachsender Bedarf an medizinischer Betreuung verbunden. Wir nehmen die ländlichen Regionen deshalb jetzt stärker in den Fokus.“ Die Idee einer Regionalkomponente in der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung lehne er in diesem Zusammenhang deutlich ab. „Gelder wie die zusätzlichen 20 Millionen Euro, mit denen wir die Versorgung auf dem Land fördern, zukünftig dirigistisch in tendenziell überversorgte Metropolen zu pumpen, wäre gegen das Interesse der Versicherten.“

 

Dr. Berthold Dietsche, Vorstand des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg, bestätigt die schwieriger werdende Situation auf dem Land: „Wir empfehlen ländlichen Gemeinden, in denen sich ein Nachfolgeproblem abzeichnet, sich frühzeitig mit dem ansässigen Hausarzt in Verbindung zu setzen und ihn bei Bedarf bei der Suche eines Praxisnachfolgers zu unterstützen.“ Derzeit seien beispielsweise 20 Gemeinden in Baden-Württemberg über die Internetplattform Perspektive Hausarzt auf der Suche nach einem Hausarzt.

 

Das allein, sind sich die Partner einig, werde aber nicht genügen. Vielmehr müssten auch die Strukturen vor Ort weiter angepasst und verbessert werden. Einen Teil der Lösung sehen sie in der konsequenten Entlastung der Ärzte. Als Beispiel führt Dietsche die VERAHs (Versorgungsassistentinnen und -assistenten in der Hausarztpraxis) an. „Sie unterstützen die Hausärztinnen und -ärzte, indem sie beispielsweise Patienten mit chronischen Erkrankungen regelmäßig in ihrer häuslichen Umgebung besuchen und ihnen dabei helfen, den Umgang mit ihrer Krankheit im Alltag zu meistern“, so Dietsche. Aktuell seien für die Versicherten der AOK Baden-Württemberg 2.200 VERAHs im Einsatz. Wichtiger Baustein sei PraCMan, ein Hausarztpraxis-basiertes Case Management für chronisch kranke Patienten. Es ermögliche den VERAHs durch Software Assessments, Hilfeplanung und Monitoring eine engmaschige Betreuung dieser Versicherten unter Supervision des Hausarztes. 520 VERAHs, die vor allem in ländlichen Regionen tätig sind, stehe für ihre Tätigkeit zudem ein Fahrzeug zur Verfügung, das die Ärzte, die am Hausarztprogramm der AOK Baden-Württemberg teilnehmen, zu vergünstigten Konditionen leasen könnten.

 

Einen vergleichbaren Ansatz gibt es für die Fachärzte. „Nach Vorbild der VERAH übernehmen im Haus- und Facharztprogramm der AOK Baden-Württemberg aktuell mehr als 300 Entlastungsassistentinnen und -assistenten in der Facharztpraxis (EFA) delegationsfähige Aufgaben und tragen dadurch zur Arztentlastung und zur weiteren Verbesserung der Patientenversorgung bei“, so Dr. Norbert Smetak, Stellvertretender Vorsitzender bei MEDI Baden-Württemberg.

 

„Neben der Entlastung der Ärzte wollen wir die strukturierte Zusammenarbeit von Haus- und Fachärzten noch weiter verbessern“, so Hermann. Wie dies gelingen könne, zeige beispielhaft TeleDerm. Dabei werden auffällige Hautveränderungen in der Hausarztpraxis fotografiert und an teilnehmende Hautärzte übermittelt. Innerhalb von nur 48 Stunden erhält der Hausarzt einen Befund und kann auf dieser Grundlage, falls notwendig, weitere Behandlungsschritte einleiten. „Digitale Möglichkeiten wie diese werden wir weiter, wo sie sinnvoll und akzeptiert sind, als wichtigen Baustein der zukünftigen gesundheitlichen Versorgung ausloten“, so der AOK-Chef. Entscheidend sei jedoch, dass sie in vertrauensvolle zwischenmenschliche Strukturen eingebettet seien. Dazu biete das Haus- und Facharztprogramm der AOK Baden-Württemberg beste Voraussetzungen.

 

 

 

Hinweis an die Redaktionen:

Für die repräsentative Erhebung führte das Meinungsforschungsinstitut forsa im Zeitraum von Januar bis Februar 2019 computer-gestützte Telefoninterviews mit 519 Baden-Württembergerinnen und Baden-Württembergern durch.

 

Die vollständigen Befragungsergebnisse sowie weitere Informationen zu PraCMan, TeleDerm und VERAH stehen im Mediaportal der AOK Baden-Württemberg www.aok-bw-presse.de zum Download bereit.

 

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news-2833 Fri, 15 Feb 2019 08:51:07 +0100 Verwaltungsrat der AOK Baden-Württemberg wählt neuen Vorstandsvorsitzenden https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/verwaltungsrat-der-aok-baden-wuerttemberg-waehlt-neuen-vorstandsvorsitzenden.html Johannes Bauernfeind neuer Chef der Südwest-AOK ab 01.01.2020 „Der Verwaltungsrat freut sich, dass mit Johannes Bauernfeind eine hervorragend geeignete Persönlichkeit ab 2020 in der Nachfolge von Herrn Dr. Christopher Hermann an die Spitze der AOK Baden-Württemberg tritt“, so die alternierende Vorsitzende des Verwaltungsrats der AOK Baden-Württemberg, Monika Lersmacher, am Freitag (15.02.2019) nach der Sondersitzung des höchsten Gremiums der mit 4,45 Millionen Versicherten weitaus größten Kranken- und Pflegekasse im Land. Damit sind durch den Verwaltungsrat frühzeitig die Weichen dafür gestellt worden, dass die AOK Baden-Württemberg ihren erfolgreichen Wachstumskurs der letzten Jahre auch zukünftig nahtlos fortsetzen könne. „Die Wahl von Herrn Bauernfeind ist ein klares Signal dafür, dass wir auf Kontinuität in der auf Qualität und Stabilität angelegten Geschäftspolitik der AOK Baden-Württemberg setzen.“

 

Auf seiner Sondersitzung hatte der Verwaltungsrat den 52-jährigen Johannes Bauernfeind einstimmig zum neuen Vorsitzenden der AOK Baden-Württemberg ab 01.01.2020 gewählt. Bauernfeind folgt dem seit Oktober 2011 auf dieser Position amtierenden Dr. Hermann (64), dessen Vertrag Ende des Jahres ausläuft. Johannes Bauernfeind, von Hause Diplom-Volkswirt, ist bei der AOK Baden-Württemberg seit vielen Jahren in verschiedenen Führungspositionen verantwortlich tätig, zunächst als Fachbereichsleiter Krankenhaus und Leiter der von ihm selbst aufgebauten Stabsstelle Versorgungscontrolling und Analytik in der Hauptverwaltung in Stuttgart, in den letzten fünf Jahren als Geschäftsführer der Bezirksdirektion Neckar-Fils mit Sitz in Esslingen. Bauernfeind kennt damit sowohl die strategischen als auch die operativen Notwendigkeiten und Herausforderungen für die fünftgrößte Krankenkasse in Deutschland im hart umkämpften Krankenversicherungsmarkt in geradezu vorbildlicher Art und Weise.

 

Der Verwaltungsrat verbindet, so die alternierende Vorsitzende abschließend, mit seiner Entscheidung die Gewissheit, dass die AOK Baden-Württemberg auch zukünftig zum Wohle ihrer Versicherten und Beitragszahler die herausragende Stellung im Konzert der Kassen in Deutschland festigen und Gesundheits- und Pflegepolitik in Baden-Württemberg entscheidend mitprägen wird.

 

 

 

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news-2811 Thu, 24 Jan 2019 09:52:41 +0100 Österreichische Delegation informiert sich zum Orthopädievertrag https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/oesterreichische-delegation-informiert-sich-zum-orthopaedievertrag.html Österreichische Delegation informiert sich zum Orthopädievertrag Der Stellvertretende Landeshauptmann des österreichischen Bundeslandes Niederösterreich, Dr. Stephan Pernkopf, hat mit seinem heutigen Besuch in Baden-Württemberg einen wichtigen Termin zum Gesundheitswesen auf der Agenda: In seiner Funktion als Verantwortlicher für die Landeskliniken in Niederösterreich besucht er mit einer Delegation in Ostfildern eine Facharztpraxis für Orthopädie, um sich über die Vorteile der alternativen Regelversorgung zu informieren. „Wir freuen uns, dass wir uns hier zum Erfolgsmodell ‚hausarztzentrierte Versorgung‘ und den angeschlossenen Orthopädie-Facharztvertrag aus erster Hand informieren können“, sagt Pernkopf. „Wir nutzen die Anregungen, um in Niederösterreich niedergelassene Ärzten und Kliniken besser zu verzahnen und so eine bessere Versorgung der Patienten und effektivere Prozesse bei den Medizinern zu erreichen.“

 

In der Praxis für Orthopädie und Unfallchirurgie von Dr. Burkhard Lembeck in Ostfildern bei Stuttgart werden die Vorteile der hausarztzentrierten Versorgung (HZV) und des Facharztvertrags Orthopädie greifbar. „Für die Entstehung einer Krankheit spielen die Umstände und die Faktoren in der Umgebung des Patienten eine große Rolle und bei der Entscheidung für die geeignete Therapie muss der Patient mitgenommen werden“, sagt Lembeck, der auch MEDI-Sprecher und Landesvorsitzender des Berufsverbands für Orthopädie und Unfallchirurgie in Württemberg ist. „Darum ist das Gespräch mit dem Patienten so wichtig. Im Südwesten haben wir ein System entwickelt, in dem sprechende Medizin honoriert wird und das zahlt sich aus, weil der Patient nachweislich eine bessere Versorgung hat.“

 

Auch Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI Baden-Württemberg und MEDI GENO Deutschland, sieht Vorteile aus Sicht der Mediziner: „In den Haus- und Facharztverträgen gibt es eindeutige Regelungen bezüglich des Zeitrahmens, in dem ein Patient eine Behandlung bekommen muss. Das ist deswegen möglich, weil in diesen Verträgen, im Gegensatz zum Kollektivvertrag, jeder Behandlungsfall bezahlt und nicht bei Überschreitung eines Budgets einfach gestrichen und damit nicht bezahlt wird.“

 

Vor über zehn Jahren haben die AOK Baden-Württemberg und ihre Partner eine Alternative zur Regelversorgung im Südwesten Deutschlands aufgebaut und diese sukzessive um Facharztverträge ergänzt. „Wir nennen das hausarztzentrierte Versorgung“, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Der angeschlossene Facharztvertrag Orthopädie verzahnt die Versorgung zwischen Hausärzten und Orthopäden noch enger und bietet für Mediziner sowie Versicherte viele Vorteile, wie aktuelle Studienergebnisse der Universitäten Frankfurt/Main und Heidelberg belegen: Teilnehmer der hausarztzentrierten Versorgung (HZV) werden besser versorgt, Doppeluntersuchungen werden vermieden und erstmals sind sogar Hinweise auf Überlebensvorteile erkennbar. Zudem werden Strukturen geschaffen, die den Medizinern ermöglichen sich mehr Zeit für die Beratung zu nehmen.

 

„Wir wissen, dass die Zeit eines Arztes knapp bemessen ist“, so AOK-Chef Hermann. „Wenn wir den Ärzten die Möglichkeit verschaffen möchten, ihre Patienten adäquat zu beraten, müssen wir die Beratungszeit entsprechend bezahlen. Die sprechende Medizin, die wir in der alternativen Regelversorgung fördern, kann vielen Patienten erwiesenermaßen unnötige Operationen ersparen.“

 

Dr. Berthold Dietsche, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg ergänzt: „Das Haus- und Facharztprogramm in Baden-Württemberg ist auch deshalb ein Erfolgsmodell, weil der Hausarzt als Lotse für eine strukturierte Einbindung von Facharztkompetenzen in die Versorgung der Patientinnen und Patienten sorgt. Pro Jahr 2,1 Millionen mehr Hausarztkontakte und 1,2 Millionen weniger unkoordinierte Facharztkontakte in der HZV im Vergleich zur Regelversorgung belegen, dass die Koordination funktioniert.“

 

Über die hausarztzentrierte Versorgung und das angeschlossene Facharztprogramm:

Die hausarztzentrierte Versorgung startete 2008. Das Facharztprogramm begann 2010 mit Kardiologie und wird sukzessive um weitere Fachgebiete erweitert. Die Versorgung von Menschen mit orthopädischen Erkrankungen und Beschwerden im Rahmen des Facharztvertrags Orthopädie gibt es seit 2014. Für Patientinnen und Patienten mit entzündlich-rheumatischen Krankheiten besteht seit Januar 2018 ein eigener Versorgungspfad, das Modul Rheumatologie im Rahmen des Facharztvertrags Orthopädie.

 

Derzeit nehmen knapp 5.000 Haus- und Kinderärzte und rund 2.500 Fachärzte und Psychotherapeuten an den Verträgen im Südwesten teil. Sie verantworten gemeinsam die Versorgung von knapp 1,6 Millionen HZV-Versicherten und mehr als 650.000 Versicherten im gemeinsamen Facharztprogramm von AOK Baden-Württemberg und Bosch BKK.

 

 

Video "Zehn Jahre bessere Versorgung"

Audio-Statement Dr. Christopher Hermann zur HZV

 

Kontakt (Pressestellen):

 

AOK Baden-Württemberg – Telefon: 0711 2593-229

Bosch BKK – Telefon: 0711 811-30790

MEDI Baden-Württemberg – Telefon: 0711 806079-223

Hausärzteverband Baden-Württemberg – Telefon: 0172 201 0390

 

 

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news-2808 Wed, 23 Jan 2019 10:43:22 +0100 Plus 25 Prozent: Krankenkassen unterstützen Ausbildung in Kliniken mit über 340 Millionen Euro https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/plus-25-prozent-krankenkassen-unterstuetzen-ausbildung-in-kliniken-mit-ueber-340-millionen-euro.html Mehr als 12.000 Ausbildungsplätze an baden-württembergischen Krankenhäusern Die Krankenkassen in Baden-Württemberg stellen den Kliniken im Land 2019 über 340 Millionen Euro für die Ausbildung von Gesundheitsfachkräften zur Verfügung – ein Viertel mehr als noch im Vorjahr. Die AOK-Baden-Württemberg trägt daran mit über 150 Millionen Euro den Löwenanteil. „Die Steigerung dieses Jahr ist erheblich und muss qualitätsorientiert eingesetzt werden“, so Nadia Mussa, Fachbereichsleiterin Krankenhausversorgung bei der AOK Baden-Württemberg.

 

Einen großen Teil der zusätzlichen Summe erhalten die Krankenhäuser im Zuge des Pflegepersonalstärkungsgesetzes für Auszubildende im ersten Lehrjahr. „Gut ausgebildete Fachkräfte sind eine wichtige Voraussetzung für gute Qualität in der stationären Versorgung“, so Mussa. Im Interesse der Auszubildenden und der Versicherten müsse dieses Geld in die Steigerung der Ausbildungsqualität, insbesondere in die Freistellung einer ausreichenden Zahl von Praxisanleitern investiert werden“, so die Krankenhausexpertin weiter.

 

Neu ist auch, dass betrieblich-schulische Auszubildende – beispielsweise angehende Physiotherapeuten und Medizinisch-technische Assistenten – 2019 eine Ausbildungsvergütung bekommen. Die Krankenkassen in Baden-Württemberg erwarten allein dafür zusätzliche Kosten in Höhe von mehr als 25 Millionen Euro.

 

Hinweis an die Redaktionen:

Der Ausbildungsfonds wird von der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft verwaltet und von allen Krankenkassen in Baden-Württemberg finanziert. Für jeden Patienten/in im Krankenhaus zahlen die Krankenkassen einen pauschalen Ausbildungszuschlag von 145,48 Euro (2018: 113,99 Euro).

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news-2800 Fri, 18 Jan 2019 09:37:55 +0100 Fehltage steigen leicht an https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/fehltage-steigen-leicht-an.html Im Jahr 2018 fehlten die bei der AOK Baden-Württemberg versicherten Berufstätigen im Schnitt 18,6 Tage Der Krankenstand im Südwesten ist nach aktuellen Zahlen der AOK Baden-Württemberg im Vergleich zu den beiden zurückliegenden Jahren leicht gestiegen. Die AOK Baden-Württemberg verzeichnete 2018 im Schnitt pro Mitglied 18,6 Fehltage. Das sind 0,4 Tage mehr als 2017 und 0,2 Tage mehr als 2016. Der Krankenstand ist mit 5,1 Prozent im Vergleich zu 2017 um 0,1 Prozent höher.

 

Wie die aktuellen Zahlen zeigen, sind bei Mitgliedern der AOK Baden-Württemberg insgesamt 3,37 Millionen Fälle von Arbeitsunfähigkeit und 35,84 Millionen Fehltage registriert worden. Die Erwerbspersonen in Baden-Württemberg waren 2018 durchschnittlich (1,8-mal) etwas häufiger krankgeschrieben als im Vorjahr (1,7-mal). Für die krankheitsbedingten Fehltage sind besonders Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes (22,0 Prozent), Krankheiten des Atmungssystems (14,3 Prozent), psychische Störungen (11,3 Prozent) sowie Verletzungen (10,5 Prozent) verantwortlich. Während die Zahlen für Verletzungen nahezu unverändert geblieben sind, belegt die aktuelle Auswertung bei den Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems (z. B. Rückenschmerzen, sonstige Bandscheibenschäden und Schulterläsionen) einen leichten Rückgang. Die Zahl der krankheitsbedingten Fehltage, die auf psychische Störungen zurückzuführen sind, ist in den letzten Jahren kontinuierlich leicht angestiegen, und auch die Zahl für Krankheiten des Atmungssystems hat sich leicht erhöht.

 

„Bei den krankheitsbedingten Fehlzeiten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer liegen Probleme des Bewegungsapparats, aber insbesondere Rückenleiden, mit Abstand an der Spitze. Jeder vierte Krankheitstag in Baden-Württemberg ist mittlerweile auf Rückenschmerzen zurückzuführen“, sagt PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg. „Zu den Hauptursachen für Rückenbeschwerden zählen Bewegungsmangel, Fehlhaltungen und einseitige Belastungen im Alltag und im Beruf“, erklärt die Expertin mit sportmedizinischer Zusatzqualifikation. Untersuchungen zeigen, dass regelmäßiges körperliches Training wie zum Beispiel Walking, Beweglichkeits- und Krafttraining Arbeitsunfähigkeit wegen chronifizierender Rückenschmerzen deutlich verringert. „Der Arzt sollte den Patienten daher gut informieren und ihn aktiv einbeziehen zur Vorbeugung von Rückenschmerzen und zur Linderung bestehender Beschwerden“, erläutert PD Dr. Sabine Knapstein. Beides orientiert sich an den individuellen Ursachen der Beschwerden und den Risikofaktoren. Die Versorgung im Rahmen des Orthopädie-Vertrags der AOK Baden-Württemberg berücksichtigt unter anderem auch diese wissenschaftlichen Erkenntnisse; AOK-Haus- und FacharztProgramm fördern gemeinsam die engere Vernetzung und den interdisziplinären Austausch der teilnehmenden Ärzte.

 

Mehr als die Hälfte der Mitglieder der AOK Baden-Württemberg (55,9%) war 2018 mindestens einmal krankgeschrieben. Dies entspricht ungefähr den Werten der Jahre 2017 und 2016. Um die Gesundheit der Beschäftigten zu fördern und sie für dieses Thema zu sensibilisieren, bietet die AOK Baden-Württemberg neben typischen gesundheitsförderlichen Maßnahmen auch Maßnahmen zur Verbesserung der Führungs- und Unternehmenskultur, des Betriebsklimas, der Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf bei der Betreuung der Betriebe an. Oft reichen schon wenige Maßnahmen, um rückenschonender zu arbeiten und einseitige Belastungen am Arbeitsplatz zu vermeiden.

 

 

Anmerkung für die Redaktionen:

Der Analyse liegen die Daten von mehr als 2,5 Millionen AOK-versicherten Arbeitnehmern in Baden-Württemberg zugrunde. Der Krankenstand beschreibt die Arbeitsunfähigkeitstage im Kalenderjahr. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) aller Arbeitsunfähigkeitstage sind auf die vier beschriebenen Krankheitsarten zurückzuführen.

 

 

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news-2788 Mon, 14 Jan 2019 11:25:53 +0100 AOK Baden-Württemberg beruft Beirat Digitalisierung https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-baden-wuerttemberg-beruft-beirat-digitalisierung.html Breites Expertengremium begleitet digitalen Transformationsprozess Die AOK Baden-Württemberg hat einen Beirat aus Experten der Gesundheits- und Digitalwirtschaft berufen, der den Vorstand ab sofort in allen Fragen des weiteren digitalen Transformationsprozesses der größten Krankenkasse im Südwesten beraten wird. „Dass sich die fünftgrößte Krankenkasse in Deutschland bei der digitalen Transformation für die Anregungen und Impulse externen Sach- und Fachverstandes öffnet, begrüße ich als mutigen und richtigen Schritt“, so Prof. Dr.-Ing. Prof. e. h. Wilhelm Bauer, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, der in der konstituierenden Sitzung des Beirats zum Vorsitzenden gewählt wurde. Gesundheit sei ebenso wie Digitalisierung ein Megathema. Deren Entwicklung würde unsere Gesellschaft auf Jahre weiter prägen. Daher halte er es für zielführend, möglichst viele unterschiedliche Blickwinkel zu berücksichtigen, wie es der neue Beirat exemplarisch ermögliche.

 

Ausgaben in Höhe von 34 Milliarden Euro, so eine aktuelle Studie, hätte das deutsche Gesundheitswesen 2018 durch Digitalisierung vermeiden können. Zugleich stehe noch jeder vierte Deutsche dem Gedanken ablehnend gegenüber, seine Gesundheitsdaten mit Ärzten, Kliniken und der Krankenkasse zu teilen, wie ein großes Beratungsunternehmen kürzlich in einer repräsentativen Befragung ermittelte. „Mehr digitale Prozesse können die Gesundheits- und Pflegeversorgung der Menschen im Land spürbar verbessern“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Zugleich gelte: „Qualität schlägt Geschwindigkeit.“ Man müsse Chancen und Risiken jederzeit aufmerksam im Auge behalten und vor allem den Mehrwert für Versicherte und Patienten in den Mittelpunkt aller digitalen Innovationen rücken.

 

 

Zusammensetzung des Beirats Digitalisierung:

• Prof. Dr. Ing.-Prof. e. h. Wilhelm Bauer, geschäftsführender Leiter Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

• Dr. med. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender MEDI

• Harry Gatterer, Geschäftsführer Zukunftsinstitut

• Prof. Dr. Christoph Igel, Leiter Educational Technology Lab am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz

• Dr. rer. pol. Ilona Köster-Steinebach, Geschäftsführerin Aktionsbündnis Patientensicherheit

• Prof. Dr. Jörg Martin, Medizinischer Geschäftsführer Regionale Kliniken Holding RKH

• Dr. Alexander Schachinger, Geschäftsführer EPatient RSD

• Frank Stratmann, digitaler Berater und Blogger

• Roland Hamm, Versichertenvertreter

• Götz Anselm Maier, Arbeitgebervertreter

 

 

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news-2748 Tue, 18 Dec 2018 11:01:55 +0100 Entwicklungsstörungen: Fast 40 Prozent der baden-württembergischen Jungen zwischen fünf und sieben Jahren betroffen https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/entwicklungsstoerungen-fast-40-prozent-der-baden-wuerttembergischen-jungen-zwischen-fuenf-und-sieben-j.html Nicht jede Entwicklungsstörung braucht eine Therapie Die Zahl der Schulstarter mit Entwicklungsstörungen steigt weiter. Aktuelle Zahlen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigen, dass in Baden-Württemberg rund jedes dritte Kind zwischen fünf und sieben Jahren Auffälligkeiten in der motorischen, sprachlichen oder kognitiven Entwicklung aufweist – ein Plus von 28 Prozent in nur zehn Jahren. Jungen sind deutlich häufiger betroffen als Mädchen. Die Zahl therapeutisch betreuter Kinder wächst dagegen deutlich langsamer: Nur jedes zweite dieser Kinder besucht einen Sprach-, Ergo- oder Physiotherapeuten. 2008 lag ihr Anteil noch bei sechs von zehn. Für den Heilmittelbericht analysierte das WIdO die Behandlungsdaten über 110.000 Fünf- bis Siebenjährigen, die bei der AOK Baden-Württemberg versichert sind.

 

„Nicht jede Entwicklungsstörung bedarf gleich einer Therapie“, so Dr. med. Hans-Peter Zipp, Kinder- und Jugendarzt bei der AOK Baden-Württemberg. Ob eine gezielte Behandlung erforderlich ist, richte sich nach der Art und Schwere der Störung beziehungsweise dem individuellen Verlauf. „Insofern ist es bemerkenswert, dass die relative Zahl der Fünf- bis Siebenjährigen, die von einem Sprach-, Ergo- oder Physiotherapeuten unterstützt wird, gemäß dem Heilmittelbericht des WIdO abnimmt.“ Gerade in der Phase, die durch den Schulstart ohnehin viel Veränderung und Wandel für die Kinder und ihr Umfeld bedeute, solle sorgsam überprüft werden, ob eine Therapie angemessen sei und inwieweit Potenzial zur anderweitigen individuellen Unterstützung wie beispielsweise Übungsmöglichkeiten in Eigenregie bestehe.

 

Ungebrochen bleibt der Trend, dass deutlich mehr Jungen als Mädchen unter Entwicklungsstörungen leiden. So zeigt die WIdO-Studie, dass fünf- bis siebenjährige Jungen rund 1,5-mal so oft in ihrer Entwicklung gestört sind wie gleichaltrige Mädchen, zwei Drittel der therapierten Kinder sind Jungen. „Die Ursachen von Entwicklungsstörungen sind komplex und vielfältig“, so Dr. Leslie Trautrims-Michelitsch, verantwortlich für das Behandlungsmanagement bei der AOK Baden-Württemberg. Bis heute könne die Wissenschaft nicht zweifelsfrei erklären, weshalb Jungen häufiger betroffen seien als Mädchen. „Es gibt Hinweise auf genetische Ursachen. Auch psychosoziale Faktoren könnten eine wichtige Rolle spielen“, so Trautrims-Michelitsch.

 

 

 

Hinweis an die Redaktionen:

Für den Heilmittelbericht 2018 hat das WIdO die über 37,2 Millionen Heilmittelrezepte analysiert, die im Jahr 2017 für die rund 71,4 Millionen GKV-Versicherten ausgestellt wurden. Heilmittel umfassen ergotherapeutische, sprachtherapeutische, podologische und physiotherapeutische Leistungen, die im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung mit den Krankenkassen abgerechnet werden. Der vollständige Bericht steht zum Download bereit.

 

 

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news-2746 Mon, 17 Dec 2018 11:38:10 +0100 Mehr Transparenz im Pharmamarkt dringend notwendig https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/mehr-transparenz-im-pharmamarkt-dringend-notwendig.html Neues Gesetz zur Arzneimittelaufsicht zeigt in die richtige Richtung Positive Aspekte sieht Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, in dem heute bei der Verbändeanhörung im Gesundheitsausschuss diskutierten Referentenentwurf des Gesetzes für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV). „Das Gesetz stärkt in einem ersten Schritt die Arzneimittelaufsicht und die Arzneimittelrabattverträge als wirksames Steuerungsinstrument“, unterstreicht Hermann. Rabattverträge sorgten für die Planungssicherheit beim Hersteller und maßgeblich für die Versorgungssicherheit der Patientinnen und Patienten, indem ausreichend Packungen für den deutschen Markt zur Verfügung stehen.

 

Dass der Gesetzesentwurf die Rolle des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) grundsätzlich stärkt, zeigt für Hermann deutlich in die richtige Richtung. Die AOK Baden-Württemberg habe sich nicht erst seit den Arzneimittelskandalen des Sommers 2018 für deutlich mehr Transparenz im Arzneimittelmarkt eingesetzt und dabei auch die Kernforderung erhoben, dass die Pharmaindustrie dem BfArM in allen versorgungsrelevanten Belangen auskunftspflichtig sein müsse. „Wenn das BfArM künftig auch Namen und Anschrift von Wirkstoffherstellern auf seinem Internetportal angeben muss, bringt das tatsächlich etwas mehr Licht in den Pharmamarkt.“ Doch nicht nur Pharmaunternehmen sollten Lieferprobleme verpflichtend melden – alle Akteure der Handelskette (auch Großhandel und Apotheken) müssten ebenso verpflichtet werden, dem Bundesinstitut als Trustcenter regelmäßig ihre Lagerbestände zu übermitteln, fordert Hermann. Um überhaupt erst abschätzen zu können, wie groß ein etwaiges Problem ist, hält der AOK-Chef zudem eine Nachhaltung der im Markt befindlichen Packungsmengen verschreibungspflichtiger Arzneimittel für überfällig.

 

Ein weiterer erster Schritt in die richtige Richtung sei es auch, dass das Bundesgesundheitsministerium bei der Importförderquote die Einsparungsgrenze von 15 Euro endlich abschaffen möchte.

 

Die noch ausstehende Zustimmung von Bundestag und Bundesrat im parlamentarischen Verfahren vorausgesetzt, könnte das GSAV im Sommer 2019 in Kraft treten.

 

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news-2737 Wed, 12 Dec 2018 11:24:29 +0100 Psychisch kranke Jugendliche besser versorgt https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/psychisch-kranke-jugendliche-besser-versorgt.html Modellvorhaben für intensive ambulante Betreuung verhindert Psychiatrieaufenthalte für Heranwachsende Rund 14.400 Versicherte der AOK Baden-Württemberg im Alter von 16 bis 24 Jahren leiden unter schweren Störungen der Emotionsregulation wie Borderline-Störungen, ausgeprägte ADHS, Störungen des Sozialverhaltens, posttraumatische Belastungsstörungen oder schwere Essstörungen. In den vergangenen 5 Jahren stieg die Anzahl der Versicherten mit solchen Diagnosen um 34 Prozent. Um die psychiatrische Versorgung zu verbessern und zu vermeiden, dass sich die Krankheitsbilder verschlechtern und chronisch werden, initiiert die AOK Baden-Württemberg gemeinsam mit dem Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim und dem BKK Landesverband Süd ein neuartiges Modellvorhaben. „Eine intensive ambulante Betreuung mit festen Ansprechpartnern steht dabei im Vordergrund. Diese soll dazu beitragen, dass weniger Klinikaufenthalte nötig sind und Krisen der jungen Leute rechtzeitig erkannt und behandelt werden“, so Nadia Mussa, Leiterin des Fachbereichs Krankenhausversorgung bei der AOK Baden-Württemberg.

 

Im Jahr 2017 wurden mehr als 900 Versicherte der AOK Baden-Württemberg im Alter von 16 bis 24 Jahren aufgrund von Störungen der emotionalen Regulation im Krankenhaus behandelt. 42,5 Prozent von ihnen waren länger als sechs Wochen im Krankenhaus. „Häufig sind lange und wiederholte Aufenthalte in der Psychiatrie notwendig, was gerade für junge Menschen sehr belastend ist und einen Bruch in ihrer Biografie bedeutet“, so Mussa.

 

Etwa 75 Prozent der schweren psychiatrischen Erkrankungen beginnen in der Adoleszenz, d.h. in einem Alter von 16 bis 24 Jahren. Der frühe Beginn dieser Störungen stellt die Betroffenen vor die Herausforderung, die zentralen Aufgaben des Erwachsenwerdens unter deutlich erschwerten Bedingungen zu bewältigen: „Die Entwicklung der eigenen Identität, Werte und Ziele sowie die Anpassung an wechselnde soziale Bedingungen, müssen unter dem Einfluss von psychischen Erkrankungen gestaltet werden. Hierfür benötigen die Betroffenen Unterstützung durch ein Netz an Therapeuten und Ärzten“, erklärt Professor Dr. Martin Bohus, Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Psychiatrische und Psychosomatische Psychotherapie am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim, der gemeinsam mit Professor Dr. Tobias Banaschewski, Ärztlicher Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie, für das Modellvorhaben und das therapeutische Konzept verantwortlich ist.

 

Vor allem der Übergang von der Kinder- und Jugendpsychiatrie zur Erwachsenenpsychiatrie belaste häufig die Behandlung: „Hier setzt das Modellvorhaben an, indem ein sogenanntes Track-Konzept etabliert wird. Über einen langen Zeitraum haben die Patientinnen und Patienten feste Ansprechpartner, die ihnen zur Seite stehen. Dadurch können viele Krisen vermieden bzw. rechtzeitig erkannt werden, um früh zu intervenieren. Durch diese intensive Begleitung während der gesamten Adoleszenz erreichen wir nachhaltige Behandlungserfolge und vermeiden unnötige Aufenthalte in der Klinik“, so Banaschewski.

 

Katrin Erk, Kaufmännischer Vorstand des ZI, lobt das Engagement der Projektpartner für eine verbesserte Versorgung: „Wir begrüßen es sehr, dass die AOK Baden-Württemberg und der BKK Landesverband Süd mit dem Modellvorhaben innovative Behandlungskonzepte des ZI aufgreift und hierfür die vom Gesetzgeber geschaffenen flexiblen Finanzierungsmöglichkeiten nutzen.“

 

Das Modellvorhaben startete im Herbst 2018, hat eine Laufzeit von 8 Jahren und wird wissenschaftlich evaluiert.

 

 

 

 

Zusätzliche Informationen für Journalisten zum Modellvorhaben:

Der Fokus des Modellvorhabens liegt auf einer Intensivierung der ambulanten Behandlung. Hierfür wird ein sogenanntes Track-Konzept auf Basis der „Dialektisch Behavioralen Therapie“ eingeführt: Im Zentrum der Behandlung steht die Vermittlung von spezifischen Fähigkeiten zur Stresstoleranz, Emotionsregulation, Selbstakzeptanz und zwischenmenschlicher Kompetenz. Die Patientinnen und Patienten erhalten ergänzend zur regulären ambulanten Behandlung in der Hochschulambulanz Gruppentherapien und die Möglichkeit der Behandlung zu Hause (Home Treatment) sowie ein kontinuierliches erlebnispädagogisch basiertes Programm. Hier werden zum Beispiel wöchentliche Gruppenabende, Wochenendaktivitäten oder gemeinsame Ausfahrten angeboten. Bei Stabilisierung der Patienten und nach Abschluss der Einzel- und Gruppentherapien in der Hochschulambulanz erfolgt die kontinuierliche begleitende Betreuung der Patienten über onlinegestützte Kontaktaufnahmen sowie quartalsweise Termine bei Bedarf. Durch diesen langfristig angelegten Behandlungsverlauf und dem damit verbundenen dauerhaften Patientenkontakt können akute Krisen reduziert bzw. kann umgehend dem Bedarf entsprechend behandelt werden.

 

 

Das Modellvorhaben basiert auf der innovativen therapeutischen Arbeit am Adoleszentenzentrum des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim. Das Adoleszentenzentrum ist eine gemeinsame Behandlungseinheit der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin sowie des Instituts für Psychiatrische und Psychosomatische Psychotherapie. Durch die enge Zusammenarbeit dieser drei Abteilungen finden Patienten hier erstmals in Deutschland ein störungsspezifisches und kontinuierliches Behandlungsangebot über die komplette Phase der Adoleszenz.

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news-2736 Tue, 11 Dec 2018 15:01:40 +0100 Verwaltungsrat der AOK Baden-Württemberg bestätigt Wachstumskurs: https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/verwaltungsrat-der-aok-baden-wuerttemberg-bestaetigt-wachstumskurs.html Beitragssatz sinkt ab 2019 um 0,1 Prozentpunkte – Neue Satzungsleistungen verbessern Versorgung weiter „Die AOK Baden-Württemberg bleibt auf klarem Wachstumskurs und versichert mit nunmehr über 4,454 Millionen Menschen mehr Baden-Württemberger als jemals zuvor“, sagt Monika Lersmacher, alternierende Vorsitzende des Verwaltungsrats der AOK Baden-Württemberg auf Versichertenseite, am Dienstag (11.12.2018) nach der Sitzung des Verwaltungsrats. Im Vergleich zum Januar 2018 sei die Versichertenzahl damit erneut um weitere mehr als drei Prozent angestiegen, so Lersmacher weiter. Der Wachstumskurs liegt laut Vorstandschef, Dr. Christopher Hermann, im auf Qualität und Stabilität angelegten, soliden Wirtschaften begründet, was jetzt auch die Senkung des Beitragssatzes um 0,1 Prozentpunkte auf 15,5 Prozent ermögliche. Parallel zum ab 01.01.2019 abgesenkten Beitragssatz investiert die AOK Baden-Württemberg weiter zielgenau in neue Leistungen zur Schließung erkannter Versorgungslücken einzelner Versichertengruppen.

 

Lersmacher: „Die AOK Baden-Württemberg hat den Beitragssatz drei Jahre in Folge stabil gehalten und kann ihn trotz hoher auf die Kasse zukommender Finanzbelastungen guten Gewissens zum Jahresanfang um 0,1 Punkte senken. Dadurch entlasten wir die Beitragszahler im nächsten Jahr um fast 90 Millionen Euro.“

 

Zur weiteren Entlastung der Versicherten trägt laut Hermann auch bei, in der Gesetzlichen Krankenversicherung ab 2019 zur hälftigen Beitragsfinanzierung durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber zurückzukehren. Hermann: „Unsere Erfahrungen zeigen aber, dass die Wahl der Krankenkasse nicht primär von der Höhe des Beitragssatzes abhängt, sondern vor allem auch vom Leistungsspektrum und vom Service einer Kranken- und Pflegekasse.“ Ein herausragendes Beispiel dafür sei das seit zehn Jahren erfolgreiche Hausarztprogramm der AOK Baden-Württemberg und ihrer ärztlichen Partner. Das Programm habe mit 1,6 Millionen teilnehmenden Versicherten und über 5.000 teilnehmenden Ärztinnen und Ärzten bundesweit Maßstäbe gesetzt und zu einer wissenschaftlich wiederholt nachgewiesenen, besseren Versorgung geführt. „Damit bestätigt sich eindrucksvoll unsere Geschäftspolitik, jeden erwirtschafteten Euro in die Versorgung und bessere Strukturen zu investieren“, so Hermann. Und das wird mit besonderer Treue quittiert. Weit über drei Viertel der mehr als 4,45 Millionen Versicherten seien bereits fünf und mehr Jahre bei der AOK Baden-Württemberg versichert.

 

Auch 2019 wird die größte Kasse im Land ihre Gestaltungsspielräume nutzen, um die Versorgung ihrer Versicherten nochmals zu verbessern. So werden Versicherte der AOK Baden-Württemberg mit Pflegegrad 1 für zwölf Wochen Anspruch auf Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung haben – eine weitere Leistung, die keine andere gesetzliche Krankenkasse in Deutschland bietet.

 

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news-2728 Wed, 05 Dec 2018 11:29:33 +0100 Baden-Württemberg fordert Versorgungsreserve für Impfstoffe und Arzneimittel https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/baden-wuerttemberg-fordert-versorgungsreserve-fuer-impfstoffe-und-arzneimittel.html Nach erneutem Impfstoffmangel verlangen Spitzen des Gesundheitswesens im Land Konsequenzen  

Gemeinsame Pressemitteilung

AOK Baden-Württemberg
Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg
Landesapothekerverband Baden-Württemberg

 

Der diesjährige Mangel an Grippeimpfstoffen sorgt für Diskussionen im Land. Spitzenvertreter aus dem Gesundheitswesen fordern jetzt Konsequenzen.

Der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann, sieht die Pharmaunternehmen und den Großhandel zwar in der Pflicht, Abhilfe schaffen müsse allerdings der Bund: „Die Impfstoffhersteller haben ihre Zusage an die Politik, die im Zusammenhang mit der Abschaffung der Lieferverträge der Kassen zu Impfstoffen gegeben wurde, nicht eingelöst. An die Stelle der Planungssicherheit ist offensichtlich die Sorge um Überkapazitäten getreten.“ Hermann weiter: „Wir reden hier nicht über irgendwelche Produkte, sondern über unverzichtbare Bestandteile unserer Gesundheitsversorgung. Wenn der Gesetzgeber die Impfstoffhersteller derart aus ihrer Pflicht entlässt, muss er selbst für die Versorgungssicherheit eintreten. Das kann durch Einlagerung von Reservekapazitäten durch den Bund erfolgen.“

Auch Fritz Becker, Präsident des Landesapothekerverbandes, sieht die Lösung in einer nationalen Impfstoff- und Arzneimittelreserve. „Die Apotheken können nur die Impfstoffe ausgeben, die sie bekommen. Offensichtlich scheint das Laissez-faire-System nicht zu funktionieren. Wir fordern daher eine nationale Reserve an wichtigen Impfstoffen und anderen Arzneimitteln, in der wir etwa den Bedarf von mehreren Monaten vorhalten, die Liefereng-pässe überbrücken und die hohe Importabhängigkeit in diesem Bereich ausgleichen können. Wir sehen hier die Arzneimittelhersteller und den Großhandel in der Umsetzungspflicht, die Kosten dafür muss der Bund tragen. Für saisonale Impfstoffe muss ein fixer, für alle verbindlicher Zeitplan her, damit die sinnvollen Vorbestellphasen besser genutzt werden können.“

Dr. Norbert Metke, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, bringt den Unmut der Ärzteschaft zum Ausdruck. „Seit diesem Jahr haben wir wieder die gleiche Situation wie vor den Kassen-Lieferverträgen: Es sind nicht genügend Impfstoffe gegen die Grippeviren vorhanden. Aktuell haben unsere Ärzte bereits den Großteil ihrer Impfstoffe verbraucht. Gemeinsam werden wir dafür Sorge tragen, die verfügbaren Restbestände auch entsprechend der Versorgung zukommen zu lassen. So fragen wir die noch vorhandenen Impfdosen bei unseren Mitgliedern ab und stellen die Information über eine entsprechende Plattform unseren Mitgliedern zur interkollegialen Versorgung der zu Impfenden zur Verfügung. Die gleiche Situation kann auch bei anderen Arzneimitteln auftreten. Kritisch wird es, wenn dann keine Alternative verfügbar ist wie etwa bei patentgeschützten Arzneimitteln. Wir haben kein Verständnis, dass es in einem der höchst entwickelten Staaten der Welt nicht möglich ist, ausreichend Impfstoff und Arzneimittel zur Verfügung zu stellen. Wir wollen gar nicht daran denken, was passiert, wenn wir einmal eine plötzliche Epidemie haben. Hier besteht unbedingt dringender Handlungsbedarf.“

 

 

Kontakt (Pressestellen):

 

Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg

Telefon: 0711 7875-3419

 

AOK Baden-Württemberg

Telefon: 0711 2593-229

 

Landesapothekerverband Baden-Württemberg

Telefon: 0711 22334-77

 

 

 

 

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news-2662 Tue, 20 Nov 2018 10:54:20 +0100 Baden-Württemberger trinken laut Forsa-Umfrage zu viel Alkohol https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/baden-wuerttemberger-trinken-laut-forsa-umfrage-zu-viel-alkohol.html Knapp die Hälfte der Baden-Württemberger ist für Werbeverbot von Alkohol Jeder dritte Baden-Württemberger (32 Prozent) trinkt mindestens einmal die Woche Bier, jeder vierte Wein oder Sekt, wohingegen andere Alkoholika wie Schnaps oder Likör von 7 Prozent der Befragten wöchentlich konsumiert werden. Männer trinken tendenziell häufiger und mehr Bier als Frauen, Frauen bevorzugen Wein und Sekt. Beide Gruppen liegen dabei häufig im als riskant eingestuften Bereich. Zu diesen Ergebnissen kommt eine von der AOK Baden-Württemberg in Auftrag gegebene repräsentative Forsa-Umfrage. Gesundheitliche Probleme wie Übergewicht oder Bluthochdruck, die durch Alkoholkonsum negativ beeinflusst werden können, haben nach eigenen Angaben dabei 11 Prozent der Befragten.

 

„Als riskant gilt ein Alkoholkonsum von im Durchschnitt mehr als einem Standardglas pro Tag bei Frauen und mehr als durchschnittlich zwei Standardgläsern pro Tag bei Männern. Als Standardglas gelten ein kleines Glas Bier oder ein kleines Glas Wein. Frauen und Männer sollten an mindestens zwei Tagen pro Woche ganz auf Alkohol verzichten“, erklärt PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin und Psychotherapeutin bei der AOK Baden-Württemberg. Jede vierte Baden-Württembergerin trinkt mindestens ein Mal die Woche Wein oder Sekt, 10 Prozent mindestens drei Mal die Woche. Die riskante Menge ist laut der Umfrage für viele schnell erreicht: 37 Prozent der Frauen, die angaben, mindestens ein Mal die Woche zu Wein oder Sekt zu greifen, bleiben bei einem einzigen Glas – 41 Prozent trinken zwei Gläser. „Das ist für Frauen bei einem besonderen Anlass noch im Rahmen, wenn an anderen Tagen verzichtet wird“, so PD Dr. Knapstein. 13 Prozent der Frauen, die mindestens einmal pro Woche zu Wein oder Sekt greifen, trinken allerdings drei Gläser und 6 Prozent mehr als drei Gläser Wein oder Sekt. Männer trinken im Vergleich zu Frauen demnach etwas weniger häufig Wein und Sekt: 21 Prozent mindestens einmal pro Woche, 8 Prozent mindestens drei Mal wöchentlich, dafür aber mehr: Fast jeder Zweite, der mindestens einmal pro Woche zu Wein oder Sekt greift, trinkt dann zwei Gläser und 28 Prozent drei oder mehr Gläser Wein.

 

Jeder fünfte männliche Baden-Württemberger trinkt mindestens drei Mal in der Woche Bier, bei den Frauen sind das im Vergleich nur 6 Prozent. Mehr als jeder Dritte Baden-Württemberger (39 Prozent), der mindestens einmal pro Woche Bier trinkt, konsumiert dann 0,6 bis 1 Liter und jeder Zehnte sogar mehr als einen Liter und liegt damit im riskanten Bereich. Nur 16 Prozent der Baden-Württembergerinnen trinken mindestens ein Mal in der Woche Bier. Davon nehmen dann 28 Prozent mehr als 0,6 Liter Bier zu sich.

 

Die Gründe für riskanten Alkoholkonsum können sehr unterschiedlich sein. „Bei Jugendlichen spielen beispielsweise Identitätsfindung, Gruppendruck, das Austesten von Grenzen und der Ablöseprozess vom Elternhaus sowie die Verfügbarkeit von Alkohol eine Rolle“, erläutert PD Dr. Knapstein. In diesen Jahren bilde sich ein Konsummuster heraus, das häufig in Grundzügen auch im Erwachsenenalter beibehalten werde. Dass Alkohol gesellschaftlich akzeptiert, billig zu haben und leicht verfügbar ist, fördert den Konsum auch bei Erwachsenen. Er gilt als Stimmungsmacher. „Gefährlich wird es, wenn man Alkohol konsumiert, um Stress oder Wut zu vergessen. Von älteren Menschen weiß man auch, dass sie damit häufig auf aktuelle Schwierigkeiten reagieren, wie beispielsweise das Gefühl der Leere nach dem Wechsel vom Berufsleben in den Ruhestand, den Verlust des Lebenspartners oder das Gefühl der Einsamkeit“, berichtet PD Dr. Knapstein.

 

Auswirkung auf die Gesundheit hat das Trinkverhalten aus Sicht der Befragten eher weniger: 11 Prozent derer, die mindestens einmal im Monat Alkohol trinken, haben gesundheitliche Probleme, die vom Alkoholkonsum mit beeinflusst werden, zum Beispiel Übergewicht (5 Prozent), Magenprobleme (4 Prozent) oder Bluthochdruck (3 Pro-zent). Rund jeder zehnte Baden-Württemberger (11 Prozent) war in den letzten fünf Jahren schon einmal so betrunken, dass er nicht mehr wusste, was er tat, oder auf Hilfe von anderen angewiesen war. Die deutliche Mehrheit (88 Prozent) hatte dagegen eigenen Angaben zufolge in den letzten fünf Jahren keinen derartigen „Vollrausch“. Dieser ist laut PD Dr. Knapstein unbedingt zu vermeiden: „Es wurde mehrfach nachgewiesen, dass exzessiver Alkoholkonsum verschiedenste Formen und Abstufungen gesundheitlicher und sozialer Probleme verursachen kann. Er erhöht das Risiko für diverse Krebsarten, neurologische und psychische Störungen, kardiovaskuläre und Magen-Darm-Krankheiten, perinatale Erkrankungen, Alkoholvergiftungen, Unfälle, Suizide und durch Gewalt verursachte Todesfälle.“

 

Doch auch wer die gesundheitlich unbedenklichen Grenzen überschreitet, schädigt seinen Körper und senkt die Lebenserwartung deutlich. „Stress sollte kein Grund sein, regelmäßig zum Feierabendbier zu greifen. Denn er lässt sich auch anders abbauen, zum Beispiel durch körperliche Bewegung. Laufgruppen, Sportvereine oder auch der Besuch im Fitnessstudio schaffen zudem soziale Kontakte und wirken Vereinsamung entgegen“, sagt PD Dr. Knapstein. Die AOK Baden-Württemberg bietet zahlreiche Bewegungs- und Entspannungskurse und hat mit dem Programm ‚Lebe Balance‘ ein Angebot für Menschen, die mit Achtsamkeits- und Entspannungsübungen ihre psychische Gesundheit stärken möchten.

 

Fast jeder zweite Baden-Württemberger (49 Prozent) ist für ein generelles Werbeverbot für alkoholische Getränke. Frauen befürworten dies häufiger als Männer, Ältere häufiger als Jüngere. Befragte, die selbst keine alkoholischen Getränke konsumieren, sind überdurchschnittlich häufig dafür, Werbung für alkoholische Getränke komplett zu verbieten. Gut jeder Dritte (35 Prozent) lehnt dagegen solch ein generelles Werbeverbot ab und weitere 16 Prozent sind unentschlossen.

 

Quelle: Die repräsentative Online-Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der AOK Baden-Württemberg durchgeführt. Befragt wurden zwischen dem 29. Juni und dem 12. Juli 2018 insgesamt 1010 nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählte Internetnutzer ab 18 Jahren in Baden-Württemberg.

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news-2656 Mon, 19 Nov 2018 10:45:44 +0100 Baden-Württemberger fordern Zigaretten-Werbeverbot https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/baden-wuerttemberger-fordern-zigaretten-werbeverbot.html Knapp jeder Vierte im Südwesten raucht – der Durchschnitt liegt bei 14 Zigaretten oder Zigarillos am Tag Die deutliche Mehrheit (68 Prozent) der Baden-Württemberger findet, dass Werbung für Tabakwaren komplett verboten werden sollte. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der AOK Baden-Württemberg in Auftrag gegebene repräsentative Forsa-Umfrage. „Ein Verbot ist auch mit Blick auf die immer jünger werdenden Einstiegsraucher sinnvoll, denn insbesondere jüngere Menschen lassen sich durch Werbung leicht beeinflussen. Diese Gruppe ist besonders gefährdet, da das Risiko lebenslanger Tabakabhängigkeit und die Schwere der gesundheitlichen Folgen mit sinkendem Einstiegsalter steigen“, sagt Dr. Manuela Pfinder, Suchtexpertin bei der AOK Baden-Württemberg. Je mehr Zigarettenwerbung Kinder und Jugendliche sehen würden, desto höher sei die Wahrscheinlichkeit, dass sie selber mit dem Rauchen beginnen.

 

Trotz abschreckender Bilder auf Tabakwaren ist die Zahl der Raucher in Baden-Württemberg noch immer sehr hoch. Das belegen die Zahlen der Forsa-Studie, wonach sich 15 Prozent der Baden-Württemberger als „regelmäßige Raucher“ und weitere 7 Prozent als „Gelegenheitsraucher“ bezeichnen. Im Durchschnitt werden 14 Zigaretten oder Zigarillos am Tag geraucht: Knapp jeder dritte Raucher (29 Prozent) konsumiert pro Tag bis zu fünf Zigaretten/Zigarillos. Jeweils 18 Prozent nennen eine Stückzahl zwischen sechs und zehn beziehungsweise elf und fünfzehn. Fast ebenso viele (17 Prozent) rauchen täglich 16 bis 20 Zigaretten/Zigarillos. Knapp jeder Zehnte (9 Prozent) nennt eine Stückzahl von mehr als 20, also mehr als eine ganze Packung. 7 Prozent der Raucher sagen, dass sie weder Zigaretten noch Zigarillos rauchen, sondern ausschließlich E-Zigaretten, Shisha, Zigarre oder Pfeife.

 

Nach Ansicht von Dr. Manuela Pfinder ist vor allem das junge Einstiegsalter der Tabakkonsumenten alarmierend. Laut Forsa-Umfrage liegt das Einstiegsalter bei knapp 90 Prozent der Befragten vor dem 21. Lebensjahr: 14 Prozent im Alter zwischen 18 und 20 Jahren, 29 Prozent mit 16 oder 17 Jahren und 32 Prozent mit 14 oder 15 Jahren. 13 Prozent waren sogar noch jünger. „Es ist nachgewiesen, dass junge Leute, die vor Vollendung des 21. Lebensjahres mit dem Rauchen angefangen haben, ein deutlich erhöhtes Risiko lebenslanger Tabakabhängigkeit haben. Tabakrauch enthält mindestens 3.500 toxische chemische Substanzen, von denen bereits 55 als karzinogen befunden wurden. Aktives und passives Rauchen haben immense gesundheitliche Folgen wie COPD, Lungenkrebs, frühzeitige Mortalität und viele andere Krankheiten“, sagt die Expertin der AOK Baden-Württemberg. Die Effekte des Rauchens seien in frühen Lebensphasen besonders gravierend und resultierten häufig in gesundheitlichen Langzeitschädigungen. Aus diesem Grunde solle Tabakrauchabstinenz bereits zu Beginn menschlichen Lebens gefordert werden, nämlich ab der pränatalen Phase.

 

Die Hoffnung der Politik, mit abschreckenden Bildern auf Tabakwaren, Raucher vom Rauchen abzubringen, wird durch die Forsa-Studie zerschlagen. 90 Prozent der regelmäßigen Raucher gaben an, die Bilder eher nicht abschreckend zu finden. „Diese Maßnahme hat dementsprechend nicht zum gewünschten Ergebnis geführt. Dafür könnte aber ein Werbeverbot für Zigaretten und Tabakwaren dazu führen, dass in Zukunft weniger Menschen überhaupt erst mit dem Rauchen anfangen“, sagt Dr. Manuela Pfinder.

 

Mit dem bundesweiten Wettbewerb „Be smart, don’t start“ für rauchfreie Schulklassen will die AOK Baden-Württemberg gemeinsam mit ihren Partnern Schülerinnen und Schüler der sechsten bis achten Klassen für die gravierenden gesundheitlichen Folgen des Rauchens sensibilisieren und deren Einstieg ins Rauchen verhindern. Für alldiejenigen, die bereits rauchen und damit aufhören möchten, bietet die AOK Baden-Württemberg Entwöhnungskurse an.

 

Quelle: Die repräsentative Online-Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der AOK Baden-Württemberg durchgeführt. Befragt wurden zwischen dem 29. Juni und dem 12. Juli 2018 insgesamt 1.010 nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählte Internetnutzer ab 18 Jahren in Baden-Württemberg.

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news-2578 Wed, 17 Oct 2018 10:00:44 +0200 Baden-Württemberger essen zu viel Süßigkeiten https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/baden-wuerttemberger-essen-zu-viel-suessigkeiten.html Trotz eines Bewusstseins für gesundes Essen ist der Zuckerkonsum im Südwesten zu hoch Jeder Zweite in Baden-Württemberg isst regelmäßig Süßigkeiten wie Schokolade, Gummibärchen, Bonbons oder Kekse. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der AOK Baden-Württemberg in Auftrag gegebene repräsentative Forsa-Umfrage. So gaben 23 Prozent der Befragten an, fast täglich zu Süßigkeiten zu greifen und weitere 27 Prozent naschen drei- bis fünfmal pro Woche. „Die Häufigkeit allein ist es nicht, auf die Menge kommt es an. Zu viel Zucker kann zu Übergewicht und Karies führen und in Verbindung mit Bewegungsmangel und Übergewicht auch Diabetes begünstigen“, sagt Jutta Ommer-Hohl, Fachbereichsleiterin Gesundheitsförderung bei der AOK Baden-Württemberg. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, die Zufuhr an freiem Zucker auf 10 Prozent der Gesamtenergiezufuhr zu beschränken, was bei einem Erwachsenen maximal 50 Gramm oder 12 Teelöffeln entspricht. Der tägliche Zuckerverbrauch in Deutschland beträgt jedoch durchschnittlich 90 Gramm pro Person – meist versteckt in Lebensmitteln wie Müsli, Fruchtjoghurt, Tiefkühlpizza, Säften oder Saucen.

 

Damit sich der Zuckerverbrauch der Deutschen verringert, bedarf es mehr Intervention, ist sich Jutta Ommer-Hohl sicher: „Die bisher unternommenen Ansätze von freiwilliger Selbstverpflichtung der Industrie zu einer Verringerung der Zuckermengen in Lebensmitteln und auch zu mehr Transparenz bei der Lebensmittelkennzeichnung scheint nicht ausreichend.“ Deutschland gehört schon jetzt zu den zehn Ländern weltweit mit den meisten fettleibigen Einwohnern. „Für alle Bevölkerungsgruppen muss es eine verständliche Lebensmittelkennzeichnung geben und es sollten verbindliche Standards für die Gemeinschaftsverpflegung eingeführt werden“, sagt Ommer-Hohl.

 

Während trotz des Wissens um die Gefahren von zu viel Zucker Baden-Württemberger zu viele Süßigkeiten und zum Teil unwissentlich versteckten Zucker zu sich nehmen, gibt es laut Forsa-Studie bei gut jedem Zweiten (54 Prozent) fast jeden Tag Essen aus überwiegend frischen Zutaten. Das kann z. B. sowohl ein selbst zubereiteter Salat sein als auch ein aus frischen Zutaten gekochtes Gericht. „Wer selbst kocht, hat die Chance sich bewusst zu ernähren; das kann auch Übergewicht vorbeugen, das durch häufigen Fast-Food-Konsum und Fertigprodukte begünstigt wird“, sagt Jutta Ommer-Hohl.

 

Professionelle Hilfe für alle, die an einer ernährungsbedingten Krankheit wie beispielsweise Bluthochdruck oder Nahrungsunverträglichkeiten leiden, bietet eine Ernährungsberatung bei einer Ernährungsfachkraft. Rund jeder siebente von Forsa befragte Baden-Württemberger (15 Prozent) sagt, dass er sich schon einmal von einer qualifizierten Ernährungsfachkraft beraten lassen hat. Nahezu ebenso viele (16 Prozent) haben dies noch nicht getan, bekunden aber Interesse an solch einer persönlichen Ernährungsberatung. Für die deutliche Mehrheit (69 Prozent) ist das Thema „professionelle Ernährungsberatung“ dagegen nicht relevant, obwohl laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung bundesweit 59 Prozent der Männer und 37 Prozent der Frauen übergewichtig sind.

 

Die AOK Baden-Württemberg bietet ihren Versicherten Ernährungskurse und Ernährungsberatung rund um Fragen der richtigen Ernährung und zur Gewichtsabnahme an. Die Teilnehmer erfahren, wie sie ungünstige Ernährungsgewohnheiten endgültig ablegen und dauerhaft gesünder essen – nährstoffreich, ausgewogen und lecker. Denn kurzfristige Diäten oder einseitige Ernährungspläne sind der falsche Ansatz.

 

Wie die nächsten Schritte einer gesamtgesellschaftlichen Strategie zur Zuckerreduktion in Deutschland aussehen könnten, darüber diskutieren Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Verbraucherschutz sowie Ärzte und Lebensmittelindustrie am 17. Oktober 2018 in Berlin auf dem zweiten Deutschen Zuckerreduktionsgipfel, veranstaltet vom AOK-Bundesverband.

 

 

 

Quelle: Die repräsentative Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der AOK Baden-Württemberg durchgeführt. Befragt wurden zwischen dem 29. Juni und dem 12. Juli 2018 insgesamt 1.010 nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählte Personen ab 18 Jahren in Baden-Württemberg.

 

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news-2559 Tue, 09 Oct 2018 10:43:50 +0200 10 Jahre Hausarztvertrag in Baden-Württemberg https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/10-jahre-hausarztvertrag-in-baden-wuerttemberg.html Umfassend besser versorgt und erste Hinweise auf Überlebensvorteile Gemeinsame Pressemitteilung

 

Es ist im deutschen Gesundheitswesen ein absolutes Novum, dass Wissenschaftler über eine Dekade forschen, Langzeiteffekte erkennen und beschreiben können. Im Südwesten der Republik ist es in der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) der AOK Baden-Württemberg und ihrer ärztlichen Partner gelebte Realität. Die Ergebnisse der Universitäten Frankfurt/Main und Heidelberg belegen: HZV-Teilnehmer werden besser versorgt, und erstmals sind auch Hinweise auf Überlebensvorteile erkennbar. Von der intensiveren Betreuung profitieren vor allem chronisch Kranke, die mit 60 Prozent das Gros der 1,6 Millionen freiwilligen HZV-Teilnehmer stellen. Laut Forschungsergebnissen entfallen pro Jahr allein 1,2 Millionen unkoordinierte Facharztkontakte. Herzpatienten bleiben jährlich rund 46.000 Krankenhaustage erspart. Diabetiker werden in sechs Jahren vor ca. 4.000 schweren Komplikationen wie Amputationen oder Schlaganfällen bewahrt. Weitere Versorgungsverbesserungen erwarten die Vertragspartner durch nutzenbringende, digitale Strukturen, die ab 2019 eingerichtet werden und sukzessive die knapp 5.000 HZV-Ärzte mit rund 2.500 Ärzten und Psychotherapeuten in den angeschlossenen Facharztverträgen in Baden-Württemberg untereinander digital vernetzen.

 

Für Diabetiker wirken die geregelten HZV-Strukturen besonders positiv, insbesondere wenn es sich um Folge- und Begleiterkrankungen dreht: „Unsere Analysen zeigen sehr deutlich, dass bei HZV-Patienten mit Diabetes mellitus deutlich weniger und zeitlich später schwerwiegende diabetesbedingte Komplikationen auftreten. Konkret kommen bei Diabetikern in der HZV Dialyse, Erblindung und Amputationen sowie auch Herzinfarkte und Schlaganfälle seltener vor“, so Prof. Dr. Ferdinand Gerlach, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität Frankfurt/Main.

 

Ein sehr bemerkenswerter Effekt sei der signifikante Überlebensvorteil zugunsten der HZV-Versicherten. „Wir können zwar, durch die Evaluationsmethodik bedingt, noch nicht alle möglichen Einflussfaktoren auf das Überleben von Patienten kontrollieren. Dennoch zeigt sich bei Betrachtung des Fünfjahreszeitraums 2012 bis 2016, dass das Risiko zu versterben in der HZV geringer ist, als in der Regelversorgung. Das zugrundeliegende statistische Überlebenszeitmodell weist eine Zahl von knapp 1.700 vermiedenen Todesfällen in der HZV aus“, erklärt Prof. Dr. Joachim Szecsenyi, Ärztlicher Direktor der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung des Universitätsklinikums Heidelberg.

 

Den Hauptgrund dafür, dass sich die Politik trotz aller positiver Forschungsergebnisse bis heute in der Umsteuerung in Richtung mehr Versorgungswettbewerb überhaupt nicht bewegt hat, sieht der Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann, in Kurzatmigkeit und fehlendem Mut der politischen Verantwortlichen: „Die Politik hat sich seit Jahren fest in immer mehr Klein-Klein eingerichtet und greift mit Gesetzen und Vorgaben wie jetzt wieder mit dem TSVG noch tiefer in die Regulierungskiste. Das ist nicht unsere Welt. Wir haben längst den schnellen, unkomplizierten Arztzugang, die intensivere Betreuung, bessere Vergütung und die klare Aufwertung der sprechenden Medizin am Netz.“ Investitionen von 618 Millionen Euro im Jahr 2017 in die Alternative Regelversorgung seien laut AOK-Chef hervorragend angelegtes Geld. Die AOK Baden-Württemberg hätte im gleichen Zeitraum in der Regelversorgung glatte 50 Millionen Euro mehr ausgegeben – bei nachweisbar schlechterer Versorgung der Versicherten. Hermann: „Und selbstverständlich bleiben wir nicht stehen. Mit Nephrologie, Pulmologie und HNO wird die Alternative Regelversorgung 2019 um weitere Facharztgebiete erweitert, und die Vernetzung in Richtung Krankenhausversorgung werden wir im nächsten Jahr im Bereich Knie- und Hüft-OPs starten.“

 

Für Dr. Berthold Dietsche, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg, liegt der Erfolg der letzten zehn Jahre vor allem darin, dass „die HZV nachhaltig die richtigen Antworten auf Kernprobleme der ärztlichen Selbstverwaltung gibt“. Dazu zähle vor allem eine leistungsgerechte Honorierung ohne Budgetierung, eine einfache Abrechnung für die nur noch zwei Stunden, statt zwei Tage benötigt werde und ein verbindliches Einschreibesystem. Dieses sei die Voraussetzung für eine wirksame Versorgungssteuerung. Pro Jahr 2,1 Millionen mehr Hausarztkontakte und 1,2 Millionen weniger unkoordinierte Facharztkontakte in der HZV im Vergleich zur Regelversorgung zeigten, dass die Koordination funktioniert. Mit der HZV sei es darüber hinaus gelungen, eine konsequente Verpflichtung zur Fortbildung mit hausärztlichen Themen zu etablieren. Vier spezielle Fortbildungen pro Jahr seien Pflicht. Aus Sicht von Dietsche sei die HZV-Teilnahme außerdem ein entscheidender Wettbewerbsvorteil bei der Nachfolgeplanung. Praxen mit einem hohen Anteil an HZV-Patienten steigerten ihren Wert und seien grundsätzlich attraktiver für den Ärztenachwuchs. Sie gäben einerseits Planungssicherheit für Investitionen und laufende Kosten, andererseits fördere die HZV Teamstrukturen und arbeitsteilige Strukturen – Kriterien, die für junge Ärztinnen und Ärzte einen hohen Stellenwert hätten.

 

Wichtig sei auch eine strukturierte und verbindliche Anbindung an die Facharztebene, wie Dr. Norbert Smetak, stellvertretender Vorsitzender von MEDI Baden-Württemberg und BNK-Bundesvorsitzender unterstreicht: „In den Haus- und Facharztverträgen gibt es eindeutige Regelungen bezüglich des Zeitrahmens, in dem ein Patient eine Behandlung bekommen muss. Das ist deswegen möglich, weil in diesen Verträgen, im Gegensatz zum Kollektivvertrag, jeder Behandlungsfall bezahlt und nicht bei Überschreitung eines Budgets einfach gestrichen und damit nicht bezahlt wird. Das macht nicht nur die Terminservicestellen überflüssig, sondern der Patient kann sich weiterhin an den Arzt seines Vertrauens wenden, statt weitervermittelt zu werden.“

 

Die HZV und die Facharztverträge seien auf die Versorgung akuter und chronischer Krankheiten ausgerichtet und die Schnittstellen zwischen den beiden Versorgungsebenen abgestimmt, so Smetak. „Aber bisher findet der Austausch von Arztbriefen in der Regel immer noch per Post oder Fax statt“, betont er mit Blick auf das kommende IT-Vernetzungsprojekt. Diese Tatsache und das jahrelange Gerangel auf Bundesebene um die elektronische Gesundheitskarte seien Grund genug, die Vernetzung auf Landesebene zu forcieren, so die Vertragspartner unisono. Kaum eine der derzeit zahlreichen IT-Initiativen im deutschen Gesundheitswesen könne auf eine vergleichbare Vertragskonstruktion und eine seit zehn Jahren gelebte und eingespielte, analoge Vernetzung zurückgreifen.

 

Auf Basis der dort entwickelten und gelebten „Kultur der Zusammenarbeit“ sollen ab dem ersten Quartal 2019 zunächst mit drei IT-Anwendungen sukzessive digitale Strukturen aufgebaut werden, um die Qualität der Alternativen Regelversorgung auch online nachhaltig zu sichern: das sind der elektronische Arztbrief, die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (E-AU) und das elektronische Medikationsdossier (Hauskomet). Der E-Arztbrief wird erstmals klar definierte Informationen bei Überweisung und Rücküberweisung strukturiert, und damit digital verarbeitbar, in Echtzeit zur Verfügung stellen. Die E-AU vereinfacht und beschleunigt die Verarbeitung, sodass zum Beispiel Krankengeld noch schneller an die langzeiterkrankten Versicherten überwiesen werden kann. Das hausärztlich koordinierte Medikationsdossier zeigt allen an der Behandlung beteiligten Praxen die medikamentöse Therapie an. Änderungen oder Ergänzungen von Fachärzten werden so lange unter Vorbehalt angezeigt und protokolliert, bis sie vom Hausarzt bestätigt und übernommen werden.

 

Derzeit nehmen knapp 5.000 Haus- und Kinderärzte und 2.500 Fachärzte und Psychotherapeuten an den Verträgen im Südwesten teil. Sie verantworten gemeinsam die Versorgung von 1,6 Millionen HZV-Versicherten und mehr als 625.000 Versicherten im gemeinsamen Facharztprogramm von AOK Baden-Württemberg und Bosch BKK.

 

Video "Zehn Jahre bessere Versorgung"

 

Video "Einfach. Besser. Versorgt"

 

 

Kontakt (Pressestellen):

 

AOK Baden-Württemberg
Telefon: 0711 2593-229

 

MEDI Baden-Württemberg
Telefon: 0711 806079-223

 

Hausärzteverband Baden-Württemberg
Telefon: 0172 201 03 90

 

Weitere Informationen

Neue Versorgung

 

 

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news-2544 Mon, 01 Oct 2018 10:26:03 +0200 Neue AOK-Rabattverträge ab Oktober https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/neue-aok-rabattvertraege-ab-oktober.html Hermann: „Effizientes Versorgungsmanagement zahlt sich aus“ „Die Ausgaben für Arzneimittel steigen immer weiter an. Nach wie vor können die Hersteller patentgeschützter Arzneimittel im ersten Jahr astronomische Mondpreise verlangen“, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. „Mit den Rabattverträgen im Marktsegment der patentfreien Arzneimittel existiert ein effizientes Instrument, das unsere Versicherten und die Arbeitgeber als Beitragszahler nachhaltig entlastet.“ Die Generika-Rabattverträge haben auch im ersten Halbjahr 2018 den Ausgabenanstieg für Medikamente spürbar gebremst. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2018 haben sie den elf AOKs schon über 678 Millionen Euro eingespart, das sind fast 5 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

 „Im Krankenkassenvergleich schneidet die AOK-Gemeinschaft besonders erfolgreich ab“, sagt der AOK-Chefverhandler und Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann. Im Schnitt seien die Arzneimittelausgaben der Kassen um drei Prozent je Versicherten gestiegen. „Die AOK liegt mit 1,4 Prozent deutlich unter diesem Wert. Hier zahlt sich unser effizientes Versorgungsmanagement aus.“

Hermann äußert sich anlässlich des Starts neuer AOK-Arzneimittelrabattverträge zum 1. Oktober 2018. Die Tranche XX ersetzt auslaufende Verträge. Sie beinhaltet 57 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen (58 Fachlose) mit einem jährlichen AOK-Umsatzvolumen von rund 1,2 Milliarden Euro (Apothekenverkaufspreis).

Vertragspartner sind diesmal 27 Pharmaunternehmen oder Bietergemeinschaften. Fünf Wirkstoffe wurden im Drei-Partner-Modell vergeben, alle anderen exklusiv. Zu den besonders umsatzstarken Arzneimitteln der Tranche XX gehören der Blutdrucksenker Metoprolol sowie das Diabetesmedikament Metformin.

 

Die zum 1. Oktober 2018 startende Tranche AOK XX im Überblick:

  • Laufzeit: 1. Oktober 2018 bis 30. September 2020
  • Verträge über 57 Wirkstoffe/Wirkstoffkombinationen in 58 Fachlosen (53 exklusiv, 5 im Dreipartnermodell)
  • 27 erfolgreiche Pharmaunternehmen/Bietergemeinschaften
  • AOK-Umsatzvolumen: 1,2 Milliarden Euro pro Jahr (Apothekenverkaufspreis)
     

Hintergrund:

Die Rabattverträge für Generika ermöglichen Einsparungen ohne Verlust an Qualität in der Arzneimittelversorgung. 2017 erzielten die Krankenkassen mehr als vier Milliarden Euro an Erlösen. Der Anteil der 11 AOKs lag bei 1,7 Milliarden Euro. Das eingesparte Geld steht für innovative Versorgungsformen zur Verfügung. Die Rabattverträge sorgen zudem nachhaltig für Wettbewerb im Bereich der Generika. Die AOK-Verträge decken zwei Drittel des Generikamarktes ab und umfassen alle markt- und ausgabenrelevanten Wirkstoffe. Mit Inkrafttreten von AOK XX laufen Verträge für 285 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen (in 291 Fachlosen) mit einem jährlichen AOK-Umsatzvolumen von insgesamt rund 5,6 Milliarden Euro.

 

Mehr Informationen:

aok-rabattvertraege.de

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news-2538 Thu, 27 Sep 2018 11:54:41 +0200 Pflegepersonal-Stärkungsgesetz: Mehr Geld muss zu mehr Qualität führen https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/pflegepersonal-staerkungsgesetz-mehr-geld-muss-zu-mehr-qualitaet-fuehren.html Personaluntergrenzen im Krankenhaus können nur ein erster Schritt sein Im laufenden Jahr wird allein die AOK Baden-Württemberg über 4 Milliarden Euro für den Betrieb der Krankenhäuser im Land ausgeben – gut 3 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Weitere 121 Millionen Euro stellt sie für die Ausbildung von Pflegekräften in den Kliniken bereit – ein Plus von 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Die aktuellen finanziellen Mittel reichen aus, um genügend Pflegerinnen und Pfleger in den Kliniken zu beschäftigen und sie für ihre Arbeit auch angemessen zu vergüten“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Weitere Gesetze dürften nicht dazu führen, die finanzielle Last noch zu steigern, ohne dass positive Auswirkungen auf die Qualität gesichert seien.

 

Am heutigen Donnerstag (27.09.2018) berät der Deutsche Bundestag in erster Lesung das Pflegepersonalstärkungsgesetz (PpSG). Unter anderem sieht es vor, dass Klinikbetreibern zukünftig jede neu geschaffene Stelle in der Pflege am Bett aus Versichertengeldern finanziert wird. „Im Interesse der Versicherten muss ein weiteres finanzielles Plus für die Krankenhäuser mit klaren Qualitäts- und Leistungsverbesserungen verbunden sein“, so Hermann. So könnten die im Gesetz geplanten Personaluntergrenzen nur ein erster Schritt sein und dürften nicht zum Maßstab für gute Pflege werden. Sie definierten lediglich Untergrenzen im Sinn von Mindestanforderungen. „Gute Pflege erfordert ausreichend und bezogen auf das Leistungsspektrum gut qualifizierte Pflegekräfte, die die Patientinnen und Patienten gemäß deren Pflegeanforderungen versorgen. Dafür müssen schnellstmöglich eine Definition für gute Qualität in der Pflege und ein Pflegepersonalbemessungsinstrument erarbeitet werden“, so Hermann. Sowohl die Durchschnittswertbetrachtung im Vergleich mit anderen Staaten als auch die Einführung von Pflegepersonaluntergrenzen seien dafür nicht geeignet. „Erforderlich ist vielmehr die wissenschaftlich fundierte Erarbeitung eines manipulationsresistenten Bemessungsinstruments, mit dem der medizinisch-pflegerische Bedarf je Leistung möglichst dokumentationsarm abgebildet werden kann“, so Hermann. Dabei sei auch der Qualifikationsmix der Pflegekräfte zu berücksichtigen.

 

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news-2535 Wed, 26 Sep 2018 14:15:42 +0200 TSVG bietet Anlass zur Kritik https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/tsvg-bietet-anlass-zur-kritik-1.html Die AOK Baden-Württemberg übt Kritik am Gesetz für schnellere Termine und bessere Versorgung Die AOK Baden-Württemberg bewertet das Gesetz für schnellere Termine und bessere Versorgung (Terminservice- und Versor-gungsgesetz, TSVG), dessen Entwurf heute (26.09.2018) das Bundeskabinett passiert hat, überwiegend kritisch. Es bekämpfe lediglich die Symptome, nicht die Ursachen. „Das Ziel, den Zugang zur ambulanten ärztlichen Versorgung zu verbessern, ist unstreitig; der Weg dorthin jedoch sehr“, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Die vielen geplanten Maßnahmen sorgten insgesamt weder verlässlich für einen unbürokratischen Zugang zur Versorgung noch werde damit die Zusammenarbeit der Haus- und Fachärzte verbessert oder eine gute ländliche Versorgung sichergestellt.

 

Rund 600 Millionen Euro an Beitragsgeldern ins antiquierte System der Regelversorgung zu gießen, gehe zu Lasten des Wettbewerbs um beste Qualität in der Versorgung. Hermann: „Statt planwirtschaftlichem Dirigismus muss es um regionale und wettbewerbliche Lösungen gehen.“ In Baden-Württemberg mache die AOK in der Hausarztzentrierten Versorgung mit ihren regionalen Partnern bereits seit mittlerweile einem Jahrzehnt erfolgreich vor, wie schnellerer Arztzugang sowie intensivere Betreuung und bessere Vergütung der sprechenden Medizin funktioniere.

 

Der Entwurf des Bundeministeriums für Gesundheit (BMG) wurde heute (26.09.2018) durch das Bundeskabinett beschlossen. Durch das TSVG soll der Zugang für gesetzliche Versicherte zur ambulanten ärztlichen Versorgung durch Verkürzung von Wartezeiten auf Arzttermine, Erweiterung des Sprechstundenangebots und einer Erhöhung der Vergütung für vertragsärztliche Leistungen verbessert werden.

 

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news-2527 Fri, 21 Sep 2018 10:07:46 +0200 Jetzt Zuhause bessere Nachsorge für Frühchen und schwerkranke Kinder https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/jetzt-zuhause-bessere-nachsorge-fuer-fruehchen-und-schwerkranke-kinder.html Südwest-AOK erhöht Vergütung des Bunten Kreises deutlich Fast 900 Babys kommen jährlich in Baden-Württemberg als Frühchen mit einem Geburtsgewicht von weniger als 1250 Gramm zur Welt. Sie werden im Land an 21 spezialisierten Kliniken stationär betreut und können meist nach einigen Monaten nach Hause entlassen werden. Für den guten Übergang vom Krankenhaus in die heimische Umgebung sorgt eine hochwertige sozialmedizinische Nachsorge, die seit 2002 vom Bundesverband Bunter Kreis organisiert wird. Die Kosten der Leistungen übernimmt für ihre Versicherten die AOK Baden-Württemberg. Der jetzt neu geschlossene Vergütungsvertrag sieht bis 2021 eine Erhöhung der bisherigen Vergütung von über 27 Prozent vor. Im Durchschnitt stehen dann pro Kind bis zu 1.800 Euro jährlich für Nachsorgemaßnahmen zur Verfügung.

 

Die sozialmedizinische Nachsorge hilft Familien mit Frühchen, schwerkranken oder chronisch kranken Kindern, die Übergangsphase zwischen dem Klinikaufenthalt und dem Alltag zu Hause zu bewältigen. Mit der Vergütung werden den Betreuungsteams dringend benötigte Hausbesuche ermöglicht, um den betreffenden Eltern mit oft sehr schwer erkrankten Kindern die teilweise aufwändigen Wege in die sozialmedizinischen Nachsorgeeinrichtungen zu ersparen. „Es ist uns ein großes Anliegen, für Familien und ihre Kleinsten in solchen Situationen wirklich mehr zu tun. Wir wollen damit auch die Teams würdigen, deren gute Arbeit jetzt durch noch mehr Zeit für die Familien und ihre schwierige Situation spürbar intensiver werden kann“, so der Vorstandvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann.

 

Aktuell betreuen Bunter Kreis Einrichtungen etwa 300 Eltern und Kinder, die bei der AOK Baden-Württemberg versichert sind. „Durch die zusätzlichen Mittel können die Nachsorgemitarbeiterinnen und -mitarbeiter mehr Stunden bei den Familien zu Hause verbringen und auch mehr Familien in ländlichen Gebieten versorgen. Das sorgt im Ergebnis für noch bessere Unterstützung in der Krankheitsbewältigung“, so der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Bunter Kreis, Andreas Podeswik. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass zu Hause viele Fragen und Probleme auftauchen, die für die Familien in der Klinik noch nicht absehbar waren.“

 

Die Vergütung wird rückwirkend zum Jahresbeginn 2018 stufenweise über vier Jahre hinweg um insgesamt mehr als 27 Prozent erhöht.

 

2006 war die AOK Baden-Württemberg bundesweit die erste Krankenkasse, die Verträge über sozialmedizinische Nachsorge mit dem Bunten Kreis geschlossen und umgesetzt hat. Seit 2009 gehört die Nachsorge für schwerkranke Kinder zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen.

 


Pressekontakte:

AOK Baden-Württemberg

Pressestelle

Telefon: 0711 2593-229

presse@bw.aok.de

www.aok-bw.de

 

Bundesverband Bunter Kreis

info@bv.bunter-kreis.de

Telefon: 0821 400-4840

www.bunter-kreis-deutschland.de/presse/

 

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news-2519 Wed, 19 Sep 2018 14:23:56 +0200 Kliniken: Konsolidierung für mehr Qualität fortsetzen https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/kliniken-konsolidierung-fuer-mehr-qualitaet-fortsetzen.html Mehr Sicherheit für Patientinnen und Patienten: Erste Positivtransparenzliste für Baden-Württemberg Die jüngsten Maßnahmen für mehr Qualität in Kliniken zeigen in Baden-Württemberg erste gute Ergebnisse. Dies geht aus der heute (19.09.2018) erstmals veröffentlichten Mindestmengen-Positivtransparenzliste der AOK Baden-Württemberg hervor. Demnach führen nur die Krankenhäuser im Land bestimmte Operationen durch, die gemessen an der Zahl der Eingriffe, also der Mindestmenge, auch tatsächlich die notwendige Erfahrung und Übung besitzen. Bislang sind bundesweit verbindliche Mindestmengen für sieben Bereiche festgelegt. „Mindestmengen sind ein gutes Instrument, um die Qualität der Behandlung zu sichern, wenn sie konsequent angewandt werden“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Mit der vorgestellten Positivtransparenzliste erhielten die Menschen im Land eine wichtige Orientierung bei der Wahl ihres Krankenhauses.

 

„Die Versorgungsqualität in baden-württembergischen Krankenhäusern ist insgesamt gut“, so Hermann. Darauf dürfe man sich aber nicht ausruhen. „Im Interesse der Patientinnen und Patienten muss es weitergehende Mindestmengenvorgaben geben.“ Dazu sollten auf Grundlage wissenschaftlicher Studien bestehende Mindestmengen sinnvoll angehoben und neue für zusätzliche Leistungsbereiche eingeführt werden. Denn wissenschaftliche Studien zeigten, dass die Ergebnisqualität bei höheren Mindestmengenvorgaben noch verbessert werden könnte. So konnte für komplexe Eingriffe etwa an der Speiseröhre in den Niederlanden nach Anhebung der Mindestmengenfallzahl von zehn auf 20 Eingriffe pro Jahr die postoperative Krankenhaussterblichkeit auf vier Prozent reduziert werden. In Deutschland ist diese bei einer aktuellen Mindestmengenfallzahl von zehn Eingriffen pro Jahr doppelt so hoch. Und auch Mindestmengen beispielsweise in der Thoraxchirurgie helfen, die Qualität der Eingriffe und damit die Sicherheit für Patientinnen und Patienten zu steigern.

 

Bislang gelten verbindliche Mindestmengen für Leber- und Nierentransplantationen, komplexe Eingriffe an Speiseröhre und Bauchspeicheldrüse, künstliche Kniegelenke, Stammzelltransplantationen sowie die Versorgung von Frühchen mit einem Geburtsgewicht unter 1.250 Gramm.

 

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news-2506 Thu, 13 Sep 2018 10:28:18 +0200 Mehr Sicherheit und weniger Bürokratie https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/mehr-sicherheit-und-weniger-buerokratie.html Apotheker, Ärzte und AOK Baden-Württemberg fordern Abschaffung der Importquote Gemeinsame Pressemitteilung

Die AOK Baden-Württemberg und der Deutsche Apothekerverband (DAV) sowie die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg wollen die Arzneimittel-Reimportquote kippen. „Die mit der Importquote erzielten Einsparungen sind im Laufe der letzten zehn Jahre stark rückläufig“, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Aus einem Instrument zur bescheidenen Ausgabensteuerung habe sich längst eine planwirtschaftliche Subventionsgarantie für eine Handvoll Pharma-Reimporteure entwickelt. Es existierten weitaus wirkungsvollere und intelligentere Instrumente zur Ausgabensteuerung. Hermann: „Das alte Bürokratiemonster muss weg!“ Um die Sicherheit der Apothekenkunden sorgt sich Fritz Becker, Vorsitzender des DAV: „Die Importquote verursacht nicht nur Bürokratie, sondern gefährdet auch die Arzneimittelsicherheit. Jeder Apotheker braucht ausreichend Spielraum, um sich bei Sicherheitsbedenken im Einzelfall gegen ein Importmedikament entscheiden zu können. Die Importquotenpflicht im Sozialgesetzbuch lässt sich kurzfristig mithilfe des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) streichen.“


AOK-Chef Hermann sieht in Parallelimporten eines der Haupteinfallstore für gefährliche Pharma-Ware: „Lange, intransparente und grenzüberschreitende Lieferketten machen Hehlerbanden und Arzneimittelfälschern in der EU das Leben relativ einfach. Ihr Geschäft ist gerade in Deutschland dank der gesetzlichen Quotenförderung besonders lukrativ. Auch die Taskforce ‚Lunapharm‘ befürwortet deshalb die Streichung der Reimportförderklausel des Sozialgesetzbuchs als Konsequenz aus dem jüngsten Skandal in Brandenburg.“


DAV-Vorsitzender Fritz Becker hält es nicht für sinnvoll, den Apotheken ein bürokratisches Prozedere zuzumuten, hinter dem die Krankenkassen gar nicht stehen: „Derzeit sind alle deutschen Apotheken noch immer gezwungen, mindestens fünf Prozent ihres Fertigarzneimittelumsatzes mit Importen zu bestreiten, um Kosten für die Krankenkassen zu sparen.“


Die Ineffizienz der Importquote als Kostendämpfungsinstrument lässt sich in Zahlen belegen: In den Jahren 2016 und 2017 sparte die AOK Baden-Württemberg über die Importquote jeweils rund sieben Millionen Euro ein. Die durch die Arzneimittelrabattverträge realisierten Einsparungen bewegen sich in ganz anderen Dimensionen: Eine Ausgabenminderung in Höhe von 227,5 Millionen Euro bedeuteten sie für die Versicherten der AOK Baden-Württemberg allein im Jahr 2017 (vgl. Grafik). Für das gesamte AOK-System waren es im gleichen Jahr 1,66 Milliarden Euro. Nach Berechnungen des Deutschen Arzneiprüfungsinstitutes (DAPI) betrugen die Einsparungen für die Gesetzliche Krankenversicherung im Jahr 2017 durch die Importquote 120 Millionen Euro, während die Rabattverträge 4 Milliarden Euro einsparten.


Auch die baden-württembergische Ärzteschaft unterstützt die Initiative gegen die Arzneimittelreimportquote. Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, Dr. Norbert Metke, erklärt dazu: „Arzneimittel spielen bei vielen Therapien eine unverzichtbare Rolle. Umso wichtiger ist die Sicherheit der Medikamente. Deshalb begrüßen wir die Maßnahme, die darauf hinwirkt, dass Patienten sichere Arzneimittel bekommen. Wir sind gerne zu Gesprächen über andere Maßnahmen zur Ausgabensteuerung bereit.“

 


Ansprechpartner in den Pressestellen


AOK Baden-Württemberg:

Dr. Jörg Schweigard
Tel. 0711 2596-229
presse@bw.aok.de


Deutscher Apothekerverband:

Dr. Reiner Kern
Tel. 030 4000-4132
presse@abda.de

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news-2416 Thu, 26 Jul 2018 11:47:51 +0200 Gesetzliche Krankenkassen fördern ambulante Hospizdienste im Land 2018 mit mehr als 10,5 Millionen Euro https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/gesetzliche-krankenkassen-foerdern-ambulante-hospizdienste-im-land-2018-mit-mehr-als-105-millionen-e.html Wachsendes bürgerschaftliches Engagement in der Sterbebegleitung Die gesetzlichen Krankenkassen in Baden-Württemberg stellen den ambulanten Hospizdiensten für dieses Jahr über 10,5 Millionen Euro bereit. Rund 7.000 Patientinnen und Patienten im Land werden, so die Prognose, in diesem Jahr das Angebot der Sterbebegleitung in den eigenen vier Wänden wahrnehmen – sechs Prozent mehr als im Vorjahr. „Je stärker sich Familienstrukturen wandeln, desto größer wird die Bedeutung Dritter in der Sterbebegleitung“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Auch in Baden-Württemberg gebe es eine stetige Tendenz zu Ein-Personen-Haushalten. Ihre Zahl sei seit 2005 um rund 25 Prozent gestiegen. „Dem tragen wir im Interesse unserer Versicherten auch mit der wachsenden Förderung der ambulanten Hospizdienste Rechnung.“ Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamts lebten derzeit 2,3 Millionen Baden-Württemberger allein.

 

„Viele Menschen wünschen sich, die letzte Phase ihres Lebens daheim zu verbringen“, so Biggi Bender für die B 52-Verbändekooperation Baden-Württemberg. Laut einer Studie des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes wollen fast 60 Prozent in den eigenen vier Wänden sterben. Tatsächlich erfülle sich dieser Wunsch für nicht einmal jeden Vierten (23 Prozent). „Umso wichtiger ist es, die ambulanten Hospizdienste weiter zu stärken“, so Bender.

 

Ungebrochen ist in Baden-Württemberg der Trend, sich bürgerschaftlich in der ambulanten Sterbebegleitung zu engagieren. Die Zahl der Ehrenamtlichen im Land stieg in diesem Bereich seit 2008 von 4.200 auf aktuell über 5.500. „Um ihnen die notwendigen Qualifikationen zu vermitteln, investieren die gesetzlichen Krankenkassen gezielt auch in diesen Bereich“, so Hermann. Rund 1,2 Millionen Euro der GKV-Förderung flössen in die Fort- und Weiterbildung von ehrenamtlichen Sterbebegleiterinnen und -begleitern.

 

 

 

 

Pressekontakt:

AOK Baden-Württemberg

Pressestelle

presse@bw.aok.de

Telefon     0711 2593 - 229

Telefax     0711 2593 - 100

www.aok-bw-presse.de

 

 

 

BKK Landesverband Süd

Regionaldirektion Baden-Württemberg, Kornwestheim

Carlos Philipp

Telefon:     07154 1316 - 340

 

 

 

IKK classic

Pressestelle Baden-Württemberg, Ludwigsburg

Bettina Uhrmann

Telefon:     07141 9404 - 231

 

 

 

KNAPPSCHAFT

Regionaldirektion München

Gisbert Frühauf

Telefon:     089 38175 - 405

 

 

 

Verband der Ersatzkassen (vdek)

Landesvertretung Baden-Württemberg, Stuttgart

Frank Winkler

frank.winkler@vdek.com

Telefon:     0711 23954 – 19

www.vdek.com/LVen/BAW.html

 

 

 

 

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news-2402 Tue, 24 Jul 2018 10:57:50 +0200 Arzneimittelrabattverträge: AOK schreibt 21. Tranche aus https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/arzneimittelrabattvertraege-aok-schreibt-21-tranche-aus.html Hermann: „Wettbewerbsgarant in einem ansonsten verkrusteten Markt“ „Der Pharmaindustrie geht es weiterhin ganz hervorragend“, konstatiert Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg mit Blick auf eine aktuelle Marktanalyse („Ökosysteme in der Pharmaindustrie“), die die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY) veröffentlicht hat. Danach erzielt die Pharmabranche im Vergleich zu anderen Industriezweigen nach wie vor außerordentlich hohe Renditen. „EY geht davon aus, dass sich allein der Pharmamarkt in Deutschland von rund 32 Milliarden Euro im Jahr 2015 bis zum Jahr 2030 auf schätzungsweise 63 Milliarden Euro in etwa verdoppelt“, so Hermann. Den Markt teilten sich vor allem die großen Hersteller untereinander auf. Arzneimittelrabattverträge bewertet der AOK-Chef als das einzige effektive Steuerungsinstrument, das auch kleineren Herstellern Marktzugang verschaffen könne: „Vor allem die Verträge im patentfreien Markt sind der Wettbewerbsgarant auf diesem ansonsten völlig verkrusteten Markt.“ Die AOK-Gemeinschaft hat nun in acht Gebietslosen die bislang umfangreichste Tranche der bundesweiten Rabattverträge für Generika europaweit ausgeschrieben.

Die jetzige 21. Tranche der AOK-Ausschreibungen umfasst 121 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen in 123 Fachlosen. 20 Fachlose werden im Drei-Partner-Modell vergeben. Elf Wirkstoffe, für die nach Ablauf des Patentschutzes für die Originalsubstanzen Generika neu auf den Markt gekommen sind, schreibt die AOK-Gemeinschaft erstmals aus.

Insgesamt deckt die Tranche ein jährliches AOK-Umsatzvolumen von rund 2,3 Milliarden Euro ab. Die Pharmaunternehmen können ihre Angebote bis zum 17. September abgeben. Die Verträge lösen im nächsten Jahr die Tranche XVIII ab und sollen vom 1. Juni 2019 bis 31. Mai 2021 gelten.

Zu den besonders umsatzstarken Substanzen der Ausschreibung zählen das Asthmamittel Budesonid+Formoterol, das Antiepileptikum Pregabalin und der Cholesterinsenker Simvastatin. Erstmals ausgeschrieben werden unter anderem Ivabradin zur Behandlung der Angina pectoris, Methocarbamol gegen Muskelverspannungen und Krämpfe sowie Travoprost und Travoprost+Timolol zur Verringerung des Augeninnendrucks.

 

Die Ausschreibung AOK XXI im Überblick:

  • 121 Wirkstoffe/Wirkstoffkombinationen in 123 Fachlosen,
  • davon elf erstmals ausgeschrieben;
  • 20 Wirkstoffe/Wirkstoffkombinationen werden im Drei-Partner-Modell vergeben;
  • 1.304 mögliche Zuschläge (163 je Gebietslos);
  • Vertragslaufzeit: 1. Juni 2019 bis 31. Mai 2021;
  • AOK-Umsatzvolumen: rund 2,3 Milliarden Euro pro Jahr (Apothekenverkaufspreis)
  • Ende der Angebotsfrist: 17. September 2018

 

Informationen zu den Rabattverträgen

Die Rabattverträge für Generika ermöglichen Einsparungen ohne Verlust an Qualität in der Arzneimittelversorgung. 2017 betrugen die Minderausgaben der elf AOKs rund 1,66 Milliarden Euro. Das eingesparte Geld steht zum Beispiel für innovative Versorgungsformen zur Verfügung. Insbesondere für chronisch Kranke sorgen die AOK-Verträge für mehr Kontinuität in der Medikamentenversorgung. Nach einer im April 2018 veröffentlichten Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK erhalten 85 Prozent der AOK-Versicherten dauerhaft ein Medikament – 15 Prozent mehr als vor Einführung der Rabattverträge 2006. Dadurch nehmen Therapietreue und Therapieerfolg zu. Die AOK-Verträge decken zwei Drittel des Generikamarktes ab und umfassen alle markt- und ausgabenrelevanten generischen Wirkstoffe. Aktuell laufen Verträge für insgesamt 283 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen mit einem jährlichen AOK-Umsatzvolumen von insgesamt rund 5,3 Milliarden Euro (Apothekenverkaufspreis).

 

Mehr Infos zu den AOK-Arzneimittelrabattverträgen

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news-2361 Wed, 04 Jul 2018 11:51:53 +0200 Teledermatologie: Zukunftsweisende digitale Vernetzung zwischen Haus- und Hautarzt https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/teledermatologie-zukunftsweisende-digitale-vernetzung-zwischen-haus-und-hautarzt.html Schneller Informationsaustausch zwischen Haus- und Facharzt Keine Überweisung oder Terminsuche, kein langwieriges Anreisen oder Wartezeiten, stattdessen ein schneller Informationsaustausch zwischen Haus- und Facharzt – die Telemedizin eröffnet neue Möglichkeiten, die medizinische Versorgung insbesondere auf dem Land zu verbessern. Hierzu zählt das seit 01. Juli 2018 gestartete Projekt TeleDerm, von dem Patientinnen und Patienten mit Hauterkrankungen oder -veränderungen profitieren. Das Verfahren ist einfach: In der Hausarztpraxis wird unter Einhaltung des Datenschutzes die veränderte Hautstelle fotografiert und die Bilder übers Internet dem Hautarzt übermittelt. Innerhalb von 48 Stunden erhalten die Patientinnen und Patienten von ihrem Hausarzt eine Diagnose, auch die weitere Therapie wird in der Hausarztpraxis durchgeführt. „Das Projekt mit seiner digitalen Technik ermöglicht eine schnellere Behandlung und bringt im Rahmen der Hausarztzentrierten Versorgung die Vernetzung der Versorgungsebenen zwischen Haus- und Facharzt voran“, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. „In Verbindung mit einem vertrauensvollen Patient-Arzt-Verhältnis kann hier die Technik ihr positives Potenzial voll entfalten“, so der AOK-Chef weiter.

 

In dem zum 01. Juli 2018 angelaufenen Projekt TeleDerm wird nun ein Jahr lang beobachtet, in welchem Maß die Zahl der Überweisungen an Dermatologen durch die digitale Vernetzung im Vergleich zu einer Kontrollgruppe zurückgeht. Des Weiteren wird erhoben, inwieweit die Wartezeiten beim Hautarzt für jene Kranken sinken, die auf eine fachärztliche Versorgung angewiesen sind. Untersucht wird auch, wie zufrieden Patientinnen und Patienten sowie Ärztinnen und Ärzte mit dieser Versorgungsform sind. Insgesamt 50 Praxen, die an der Hausarztzentrierten Versorgung teilnehmen, beteiligen sich in den vier Landkreisen Böblingen, Calw, Rottweil und Zollernalb an TeleDerm. Die Praxen sind bereits mit der notwendigen Technik ausgestattet, die von geschultem Personal eingesetzt wird. Seit dem 1. Juli können teilnehmende Hausärzte zusammen mit den Bildern und Beschwerdebefunden über eine sichere Datenleitung Rat von Dermatologen anfordern. Gefördert wird das Projekt aus dem Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses. Ergebnisse werden bis Mitte 2020 erwartet.

 

Das Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung des Universitätsklinikums Tübingen ist die projektführende Institution. Für Projektleiterin Prof. Dr. Stefanie Joos, Allgemeinmedizinerin sowie Ärztliche Direktorin des Instituts, liegen die Vorteile für Arzt und Patient auf der Hand: „Die Betroffenen müssen weder lange auf einen Facharzttermin warten, noch weite Wege in Kauf nehmen. In den meisten Fällen können sie dank Teledermatologie eine zuverlässige Diagnose und Therapieempfehlungen auch bei ihrem Hausarzt erhalten.“

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news-2358 Mon, 02 Jul 2018 11:37:05 +0200 Drei Viertel der Baden-Württemberger fühlen sich gesund https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/drei-viertel-der-baden-wuerttemberger-fuehlen-sich-gesund.html AOK-Familienstudie 2018: Aktive Eltern haben gesündere Kinder. Stress und Zeitmangel beeinträchtigen ganze Familie Bereits zum vierten Mal legt die AOK im Rahmen ihrer Initiative "Gesunde Kinder, gesunde Zukunft" ihre Studie zur Gesundheit von Familien vor. Die Ergebnisse zeigen, dass die Gesundheit der Kinder maßgeblich von den Lebensumständen ihrer Eltern abhängt. Insgesamt stimmen die Zahlen der Familienstudie 2018 positiv: Drei Viertel (76 Prozent) der befragten Eltern in Baden-Württemberg beschreiben ihren allgemeinen Gesundheitszustand als gut oder sehr gut. Ein Wermutstropfen ist der Faktor Zeit. Für 40 Prozent der Befragten sind Zeitprobleme die größte Alltagslast, als weitere Belastungsfaktoren werden psychische Belastung (29 Prozent), finanzielle Belastung (23 Prozent), partnerschaftliche Belastung (21 Prozent) und körperliche Anstrengung (15 Prozent) genannt.

Vor allem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird bei den Eltern in Baden-Württemberg als tägliche Herausforderung mit immensem Koordinationsaufwand und Zeitdruck empfunden. In besonderem Maß trifft das Alleinerziehende. Die Studie gibt aber auch Hinweise, wie Familien Zeitprobleme in den Griff bekommen können und was der Gesundheit von Familien guttut. So weisen Eltern mit flexiblen Arbeitszeiten und verlässlicher Kinderbetreuung einen besseren Gesundheitszustand auf und auch deren Kinder haben weniger gesundheitliche Beschwerden. Einen wichtigen Beitrag zur Kindergesundheit leisten auch laut früheren Studien Routinen und Regeln im Familienleben. Zu den schönsten Familienmomenten gehören gemeinsame Mahlzeiten, Gespräche mit den Kindern, gemeinsames Lesen oder Vorlesen sowie gemeinsame Bewegung. „Familiengesundheit kann es nur geben, wenn es den Eltern gut geht und die Kinder in einem entspannten, aktiven Umfeld aufwachsen", sagt Jutta Ommer-Hohl, Leiterin der Abteilung Gesundheitsförderung bei der AOK-Baden-Württemberg.

44 Prozent der Eltern in Baden-Württemberg bewegen sich regelmäßig mit dem Nachwuchs – laut Studie ein wichtiger Beitrag zur Kindergesundheit. Jutta Ommer-Hohl ergänzt: „Zwar bewegt sich die Hälfte der Eltern in Baden-Württemberg regelmäßig mit den Kindern, jedoch fällt auf, dass für ein Drittel der Familien Bewegung generell nicht zum Familienalltag gehört. Eltern sollten sich ihrer Vorbildrolle bewusst sein. Aktive Eltern haben aktive Kinder und das hat direkte Auswirkungen, nicht nur auf die körperliche Fitness, sondern auch auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der gesamten Familie.“ Die Zahlen belegen das. Bei 33 Prozent der Eltern mit Übergewicht spielt Familienbewegung keine Rolle, bei Eltern mit Adipositas trifft das sogar auf 43 Prozent zu.

Nach Einschätzung der befragten Eltern in Baden-Württemberg geht es den meisten Kindern gut. Dennoch ist jedes dritte Kind (37 Prozent) mehrmals pro Woche oder fast jede Woche gereizt oder schlecht gelaunt. Die Studie zeigt außerdem, dass die psychische und soziale Anpassung der Kinder von ihrem Gesundheitszustand abhängt. So haben gesunde Kinder seltener Probleme in der Schule und in der Kita und können sich besser konzentrieren.

Ein immer größeres Problem ist die hohe Mediennutzung der Kinder. Verschiedene Institutionen, wie beispielsweise kindergesundheit.de, geben Empfehlungen für den Medienkonsum von Kindern. Nimmt man diese als Richtwerte, so nutzen 71 Prozent der Kinder von vier bis sechs Jahren Medien häufiger als die empfohlenen täglich 30 Minuten, am Wochenende liegt dieser Wert sogar bei 90 Prozent. „Es zeigt sich, dass Kinder mit einem erhöhten Medienkonsum deutlich häufiger unter Kopfschmerzen leiden“ so Ommer-Hohl.

Hinweis an die Redaktion:
Die AOK-Familienstudie 2018 knüpft an die in den Jahren 2007, 2010 und 2014 erhobenen Vorgängerstudien an. Sie basiert auf einer repräsentativen Telefonbefragung von 4.896 Eltern, davon 500 aus Baden-Württemberg, mit Kindern zwischen 4 und 14 Jahren. Die Studie wurde im Jahr 2017/2018 vom Berliner IGES Institut im Auftrag der AOK durchgeführt.

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news-2353 Fri, 29 Jun 2018 13:25:13 +0200 AOK Baden-Württemberg und ver.di zum Landeskrankenhausgesetz https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-baden-wuerttemberg-und-verdi-zum-landeskrankenhausgesetz.html Qualität in der Krankenhausversorgung verbindlich regeln Der Ausschuss für Soziales und Integration des Landtags Baden-Württemberg hat sich am Donnerstag (28.06.2018) zwar grundsätzlich für die Möglichkeit der Aufnahme von Qualitätskriterien in die Landeskrankenhausplanung ausgesprochen; eine verbindliche Regelung ist jedoch weiterhin nicht vorgesehen. Der vorliegende Entwurf zur Novelle des Landeskrankenhausgesetzes (LKHG) bleibe an dieser Stelle zu vage: „Die Politik muss konkret sagen, welche Qualität die Menschen im Land von Krankenhäusern wirklich erwarten dürfen und wo und wie das verankert wird. Kann-Regelungen helfen da nur begrenzt weiter“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg und Martin Gross, Landesbezirksleiter ver.di Baden-Württemberg, am Freitag (29.06.2018) in Stuttgart.

 

Das Vertrauen von Patientinnen und Patienten in die über 260 Krankenhäuser in Baden-Württemberg sei laut Hermann ein hohes Gut, das nicht angekratzt werden dürfe. Die notwendige Ausstattung, genügend und gut geschultes Personal und die passende Infrastruktur sind dafür wesentliche Eckpfeiler: „Gute Pflege gibt es nur mit guter Arbeit. Ein strukturiertes und gestuftes Verfahren zur Berücksichtigung der Qualität bei Planungsentscheidungen ist besser als die finanzielle Bestrafung von Qualitätsmängeln“, so Gross.

 

Kriterien für Qualität in den Kliniken hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) auf wissenschaftlicher Grundlage als planungsrelevante Qualitätsindikatoren geschaffen. Diese sollen laut G-BA gleichrangig neben den bisherigen maßgebenden Parametern Bedarf, Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit gelten. „An der Berücksichtigung dieser Qualitätsindikatoren führt kein Weg vorbei, zumal Behandlungsqualität allgemeingültig ist und eben nicht an Landesgrenzen Halt macht“, so Hermann. Sonst drohe eine Entwicklung, dass Menschen in anderen Bundesländern perspektivisch strukturell qualitativ höherwertig versorgt werden könnten als in Baden-Württemberg, und das wolle sicherlich niemand.

 

Hermann und Gross sind sich einig, dass die Aufnahme von landesweit verbindlichen Qualitätsvorgaben und ein institutionalisiertes Verfahren zur Bewertung der Qualitätsindikatoren in das LKHG der beste Weg sind.

 

Als Bestandteile eines solchen strukturierten Verfahrens bieten sich an:

•    Nutzung krankenhausinterner Einrichtungen zur Qualitätsverbesserung.

•    Begleitung durch externe Einrichtungen zur Qualitätsverbesserung (Beratung, Peer-Reviews usw.).

•    Bei Fortbestehen von Qualitätsabweichungen daraus abgeleitete planerische Entscheidungen.

 

 

 

Pressekontakt:

AOK Baden-Württemberg

Pressestelle

Dr. Jörg Schweigard

presse@bw.aok.de

Telefon             0711 2593 - 229

www.aok-bw-presse.de

 


ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg

Pressestelle

Dr. Thomas Böhm

thboehm@t-online.de

Telefon             0151 423 20 137

bawue.verdi.de

 

 

 

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news-2356 Fri, 29 Jun 2018 13:15:15 +0200 AOK Baden-Württemberg übernimmt Kosten für HPV-Impfung https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-baden-wuerttemberg-uebernimmt-kosten-fuer-hpv-impfung.html Grünes Licht für Impfung Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) hat nun auch offiziell grünes Licht für eine HPV-Impfung von Jungen zwischen 9 und 14 Jahren gegeben. Die rund 125.000 Versicherten der AOK Baden-Württemberg im entsprechenden Alter können sich ab sofort gegen Humane Papillomaviren (HPV) impfen lassen. Die Kosten werden von der größten Kasse im Land übernommen.

 

„Ergebnisse internationaler Studien, insbesondere aus den USA und Australien, stützen die Empfehlung für eine HPV-Impfung bei Jungen“, erklärt PD Dr. Sabine Knapstein, Fachärztin bei der AOK Baden-Württemberg. „Wer sich über die Impfung, ihren Nutzen und ihre Risiken informieren möchte, findet umfassende Informationen bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter www.impfen-info.de. Dazu gehört auch das Wissen, dass es eine Reihe unterschiedlicher HP-Viren-Typen gibt und daher auch nach der Impfung eine Infektion mit solchen HPV-Typen möglich ist, gegen die der Impfstoff nicht immun macht.“

 

Bei Jungen und Männern kann eine HPV-Infektion zu Krebserkrankungen insbesondere im Genitalbereich führen. Das Robert-Koch-Institut zählt in Deutschland Jahr für Jahr rund 1.600 Männer, die in Folge einer HPV-Infektion an Krebs erkranken.

 

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news-2331 Tue, 19 Jun 2018 11:36:51 +0200 AOK: Rabattverträge nur noch mit mehreren Partnern nützt vor allem Pharmakonzernen https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-rabattvertraege-nur-noch-mit-mehreren-partnern-nuetzt-vor-allem-pharmakonzernen.html Die Gesundheitsminister der Länder wollen sich auf ihrer gemeinsamen Konferenz am 20. und 21. Juni 2018 darüber verständigen, dass Arzneimittelrabattverträge für Generika bei versorgungsrelevanten Arzneimitteln zukünftig nur noch mit mehreren Vertragspartnern möglich sein sollen. Begründet wird dies vor allem mit einer höheren Versorgungssicherheit für die Patienten.

 

Der Vorsitzende des Vorstands der AOK-Baden-Württemberg und Verhandlungsführer für die bundesweiten AOK-Rabattverträge, Dr. Christopher Hermann, hält jedoch dagegen: „Die zwanghafte Mehrfachvergabe von Arzneimittelrabattverträgen nutzt weniger den Patienten als vielmehr den Interessen der großen Pharmakonzerne, und die ignorieren nur allzu gerne entscheidende Fakten.“ So habe die AOK mit ihren exklusiven Arzneimittelrabattverträgen beispielsweise dafür gesorgt, dass mehr Patienten ihr Präparat über einen längeren Zeitraum vom gleichen Anbieter erhalten. Waren es 2006, dem Jahr vor der Einführung der Arzneimittelrabattverträge, 74 Prozent der Patienten, lag dieser Anteil 2016 bereits bei 85 Prozent, wie das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) anhand von mehr als 45 Millionen wirkstoffbezogenen Profilen von AOK-Arzneimittelpatienten der Jahre 2006 und 2016 bei generikafähigen Wirkstoffen und Wirkstoffkombinationen nachweisen konnte.

 

Versorgungssicherheit braucht Transparenz

 

Die AOK unterstützt das Anliegen der Gesundheitsminister eine hochwertige, patientenorientierte und verlässliche Arzneimittelversorgung sicherzustellen und sieht ebenfalls gesetzlichen Regelungsbedarf, um Lieferengpässen effektiver zu begegnen. „Durch die erzwungene Mehrfachvergabe von Rabattverträgen wird sich die Versorgungssicherheit jedoch nicht verbessern. Im Gegenteil, dadurch schwindet die Kalkulationssicherheit für einzelne Hersteller und gerade die kleineren Unternehmen geraten wieder ins Hintertreffen“, ist Hermann sicher. „Darüber hinaus sind die Sanktionen unserer exklusiven Rabattverträge bei Lieferausfällen schon heute ein wirksames Instrument zur Erhöhung der Versorgungssicherheit.“ Um noch rascher umfassend bei Lieferschwierigkeiten reagieren zu können, schlägt die AOK eine verbindliche Meldepflicht zur frühzeitigen Information sowohl der Krankenkassen als auch von Ärzten, Krankenhäusern und Apotheken vor. Die Schaffung von Transparenz über am Markt befindliche Mengen von Medikamenten muss auf Ebene von Herstellern, Großhandel und Apotheken durch eine neutrale Stelle gesichert werden. Zudem sollte über eine verpflichtende Ausweitung der Lagerbestände bei besonders kritisch erachteten Wirkstoffen nachgedacht werden.

 

Hermann weist darüber hinaus auf den wirtschaftlichen Nutzen der exklusiven Arzneimittelrabattverträge hin. „Bis heute hat die AOK rund 10 Milliarden Euro eingespart – ein Ergebnis, das auch seinen Grund in der überzogenen Preispolitik der Pharmaindustrie hat. Versicherte und Patienten profitieren von diesen Einsparungen, weil wir dieses Geld in die Versorgung investieren.“ Das Ansinnen der Gesundheitsministerkonferenz, Einschränkungen bei Rabattverträgen zu prüfen, lehnt Hermann deshalb ab: „Versorgungsqualität und Wirtschaftlichkeit müssen in einem ausbalancierten Verhältnis zueinander stehen. Zielführend sind Regelungen, die ausgewogen sind und allen dienen, nicht einseitig den Profitinteressen der großen Pharmakonzerne.“

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news-2319 Wed, 13 Jun 2018 11:59:38 +0200 TK und AOK Baden-Württemberg sprechen sich für einheitliche Gesundheitsakte aus https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/tk-und-aok-baden-wuerttemberg-sprechen-sich-fuer-einheitliche-gesundheitsakte-aus.html Baas und Nesch auf Digital Health Summit Die Techniker Krankenkasse (TK) und die AOK Baden-Württemberg setzen sich für eine Standardisierung der Gesundheitsakten für Versicherte in Deutschland ein. Gemeinsames Ziel sei es, dass alle Aktenlösungen einheitlichen technischen Standards folgten, forderten Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK, und Siegmar Nesch, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, auf dem Digital Health Summit der CEBIT. Nur so sei gewährleistet, dass die unterschiedlichen Lösungen der Krankenkassen miteinander kompatibel sind und sich keine Insellösungen etablieren.

 

Das gemeinsame Ziel von TK und AOK Baden-Württemberg ist es, die Akteure im Gesundheitswesen über die Sektorengrenzen hinweg zu vernetzen, und so die Versorgung der Versicherten zu optimieren. Bislang liegen medizinische Daten isoliert voneinander bei Ärzten, Krankenhäusern, Therapeuten oder Krankenkassen. Diese Daten bieten jedoch nur einen Mehrwert für die Versorgung der Versicherten, wenn sie sinnvoll zusammengeführt und genutzt werden können. Das bedeutet, dass die Versicherten die Datenhoheit über ihre persönlichen Gesundheitsinformationen besitzen müssen, um selbst bestimmen zu können, wann sie wem Zugriff darauf gewähren. Damit diese digitale Vernetzung aller Akteure im Gesundheitswesen möglich wird, müssen die bestehenden technischen Lösungen sinnvoll zusammengeführt werden.

 

"Es ist gut, dass Krankenkassen hier die Führungsposition übernommen haben und das Thema Gesundheitsakte voranbringen", sagt Dr. Jens Baas. Das dürfe aber nicht zu einer Vielzahl von Einzellösungen führen. "Die Digitalisierung macht dort Sinn, wo sie den Versicherten und ihrer Gesundheitsversorgung einen Mehrwert bringt. Die großen Potenziale der Digitalisierung können wir heben, wenn wir gemeinsam auf die Kompatibilität der technischen Lösungen setzen", sagt Siegmar Nesch. Es sei wichtig, dass Aktenlösungen und Gesundheitsnetzwerke so gestaltet werden, dass die Daten portabel sind. "Wir schaffen offene Standards, sodass ein Versicherter seine Daten bei einem Kassenwechsel problemlos mitnehmen kann", sagt Baas. Um es Versicherten zu ermöglichen, ihre Gesundheits- und Krankheitsdaten strukturiert und übersichtlich an einem Ort zu speichern und selbst zu managen, hat die TK gemeinsam mit IBM den digitalen Datentresor TK-Safe entwickelt. Über ihr Smartphone können TK Versicherte sicher auf ihre Gesundheitsinformationen zugreifen und ihre Daten verwalten.

 

Die AOK-Gemeinschaft hat in den Modellregionen Mecklenburg-Vorpommern und Berlin ihr digitales Gesundheitsnetzwerk gestartet. Über die Plattform können Patienten, niedergelassene Ärzte und Kliniken Gesundheitsdaten digital miteinander austauschen. Es schafft damit die technische Grundlage für die sektorenübergreifende Vernetzung. Der Versicherte bleibt dabei jederzeit Herr seiner Daten, die nur fließen, wenn er sein Einverständnis für den Datenaustausch gegeben hat. „Starke Vernetzung der Patienten mit ihren Ärzten und den Ärzten untereinander, mehr Qualität und klare Struktur sind das Gebot der Stunde und dies kann durch digitale Anwendungen enorm befördert werden“, so Nesch.

 

 

 

Hinweis für die Redaktionen:

Die Techniker Krankenkasse und die AOK-Gemeinschaft versichern rund 37 Millionen Menschen in Deutschland. Das entspricht etwa jedem zweiten gesetzlich Versicherten in Deutschland.

 

 

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news-2300 Tue, 05 Jun 2018 11:40:08 +0200 Zahl möglicher Behandlungsfehler steigt um 10 Prozent https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/zahl-moeglicher-behandlungsfehler-steigt-um-10-prozent-1.html AOK Baden-Württemberg hilft Versicherten bei Verdachtsfällen Rund 1.650 vermutete Behandlungsfehler (2016: 1.500) sind bei der AOK Baden-Württemberg im Jahr 2017 aufgelaufen – ein Plus von 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Davon wurden 799 Fälle auf Wunsch der Versicherten (2016: 761) geprüft und in 29 Prozent dieser Fälle (2016: 21 Prozent) hat sich der Verdacht auf einen Behandlungsfehler erhärtet. Auch beim Medizinischen Dienst der Krankenversicherung Baden-Württemberg stieg die Zahl der Verdachtsfälle um über 11 Prozent: 2017 wurden im Auftrag der Krankenkassen 4.751 Fälle (2016: 4.262) gutachterlich auf einen Behandlungsfehler geprüft. Demnach hinterfragen Patientinnen und Patienten bei entsprechendem Verdacht medizinische Leistungen öfter und nehmen dabei die Beratung der gesetzlichen Krankenkassen in Anspruch. „Experten der AOK Baden-Württemberg unterstützen unsere Versicherten bei einem möglichen Behandlungsfehler und bieten neben der Beratung konkrete Hilfe bei möglichen weiteren Schritten“, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. „Dass Versicherte diese Unterstützung stärker als bisher annehmen, spiegelt die wachsende Sensibilisierung für dieses Thema wider.“

 

Nach einer medizinischen Behandlung soll es Patienten bessergehen und im Idealfall können sie geheilt werden. Bleibt beides aus, kann es auch an einem Behandlungsfehler liegen. Ein Behandlungsfehler liegt zum Beispiel dann tatsächlich vor, wenn eine durchgeführte Maßnahme nicht dem medizinischen Standard entspricht oder die berufsfachliche Sorgfalt vermissen lässt. Das kann durch mangelnde Aufklärung im Patientengespräch, bei der Diagnostik, bei der Therapieauswahl, der Behandlung selbst oder bei der Koordinierung und Überwachung eines Eingriffs auftreten. Bereits seit mehr als 16 Jahren hilft die AOK Baden-Württemberg bei Verdachtsfällen ihren Versicherten und hat bisher bei 8.500 möglichen Behandlungsfehlern fachlich beraten.

 

In den erhärteten Verdachtsfällen werden neutrale fachärztliche Gutachten von der AOK Baden-Württemberg in Auftrag gegeben, die den Versicherten kostenfrei zur Verfügung stehen. Besonders oft müssen sich die beauftragten Fachgutachten mit Fällen aus Ortho-pädie/Unfallchirurgie (23 Prozent) und Allgemeiner Chirurgie (21 Prozent) auseinandersetzen. Danach folgen Zahnheilkunde (inklusive Mund/Kiefer/Gesichts-Chirurgie) mit 11 Prozent sowie Innere Medizin und Frauenheilkunde/Geburtshilfe mit jeweils 8 Prozent.

 

Einen Anspruch auf Schadenersatz haben Versicherte, wenn ein Behandlungsfehler ursächlich für einen gesundheitlichen Schaden ist. Die Beweislast liegt dabei beim Versicherten. „Eine erleichterte Beweisführung ist immer wieder in der Diskussion, ist aber bisher von der Politik nicht aufgegriffen worden“, ergänzt Hermann.

 

Hinweis an die Redaktionen:

Bei einem Verdacht auf Behandlungsfehler helfen die Experten der AOK Baden-Württemberg ihren Versicherten, klären den Sachverhalt und zeigen Möglichkeiten für das weitere Vorgehen auf. Kontakt: Denise Juraske, Telefon 0711 2593-723, E-Mail denise.juraske@bw.aok.de

 

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news-2234 Fri, 04 May 2018 09:53:48 +0200 Zehn Jahre AOK-Hausarztvertrag in Baden-Württemberg https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/zehn-jahre-aok-hausarztvertrag-in-baden-wuerttemberg-1.html Neue Maßstäbe in der ambulanten Versorgung Auf den 8. Mai 2008 datiert der Aufbruch in eine völlig neue qualitätsgesicherte gesundheitliche Versorgung in Baden-Württemberg. An diesem Tag besiegelten AOK, Hausärzteverband und MEDI in Baden-Württemberg den bundesweit ersten freien Vertrag zur hausarztzentrierten Versorgung (HZV). Diese vertrauensvolle Partnerschaft trägt von Jahr zu Jahr mehr Früchte. Mittlerweile profitieren 4.000 Haus- und Kinderärzte von besseren Arbeitsbedingungen durch Honorierung ohne Budgetierung sowie einer einfachen Abrechnung, was insbesondere mehr Zeit für die sprechende Medizin lässt. 1,55 Millionen einge-schriebene Versicherte, davon 60 Prozent mit chronischen Krankheiten und Mehrfacherkrankungen, werden besser versorgt, wie die Evaluation der Universitäten Frankfurt am Main und Heidelberg bestätigen. Auch ansonsten ist die HZV als alternative Regelversorgung zukunftsweisend, etwa durch die schnellere Terminvergabe in den seit 2010 sukzessive angeschlossenen Facharztverträgen oder bei Antworten auf den Hausärztemangel. HZV-Praxen stehen für team- und arbeitsteilig orientierte Strukturen, sind für den Ärztenachwuchs nachweislich attraktiver und wirken somit dem Hausärzteschwund entgegen.

 

Die „Gesellschaft des langen Lebens“ mit weiterer Zunahme chronischer Erkrankungen und Multimorbidität geht mit dem Trend zu einer ausgeprägten Spezialisierung der Medizin einher. Für die Patientinnen und Patienten fehlt es an der notwendigen Abstimmung ihrer Behandlung. Dem Hausarzt als qualifiziertem „Rundum-Versorger“ vor Ort kommt daher eine zentrale Aufgabe zu. Er behandelt nicht nur alle Patientinnen und Patienten mit vielen unterschiedlichen gesundheitlichen Problemen, sondern steht als Koordinator im engen Austausch mit seinen Fachkolleginnen und -kollegen. Der sich auch bereits vor zehn Jahren angesichts starrer Budgetierung, zunehmenden Honorarverlusten und fehlender Anerkennung abzeichnende Hausärztemangel ist mittlerweile in aller Munde. Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, erinnert sich: „Allen Beteiligten war damals klar, dass das Versorgungssystem dringend eine wettbewerbliche Frischzellenkur der tradierten Strukturen benötigte. Dessen zentralistisches Einheitssystem hatte sich bei zudem immer mehr bürokratischen Vorgaben total festgefahren. Wir sehen heute, dass wir trotz anfangs massiver Gegenwehr der Altstrukturen durch Verbindlichkeit und Strukturierung für über 1,5 Millionen AOK-versicherte Patientinnen und Patienten im Land eine nachweislich bessere Versorgung auf freiwilliger Basis ermöglichen.“

 

Die HZV steht für einen Paradigmenwechsel in der hausärztlichen Versorgung. Den teilnehmenden Versicherten der AOK Baden-Württemberg bietet sie die Sicherheit des für sie jederzeit Verantwortung übernehmenden Hausarztes bei qualitätsorientierter und besser koordinierter Versorgung. Basis sind vertragliche Kriterien, wie eine durch Leitlinien gestützte Diagnostik und Therapie, verbindliche Qualitätszirkel unter den teilnehmenden Ärzten und eine rationale Pharmakotherapie.

 

Dr. Berthold Dietsche, Vorsitzender des Hausärzteverbands Baden-Württemberg und Teilnehmer der ersten Stunde kann das bestätigen: „Die HZV ist die wichtigste Errungenschaft für die Hausärzte. Die leistungsgerechte Honorierung in festen Eurobeträgen ohne Budgetierung sichert die wirtschaftliche Zukunft unserer Praxen und bietet Planungssicherheit, zum Beispiel für die Anstellung von angestellten Ärzten. Und die HZV steht auch für moderne, teamorientierte Praxisstrukturen. Die Erfahrungen belegen, dass die Weiterführung von HZV-Praxen eindeutig besser gelingt als in reinen KV-Praxen.” Rund 2.200 Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis (VERAH) entlasten landesweit die Ärzte unter anderem durch Routinehausbesuche und spielen so eine zentrale Rolle bei einer zeitgemäßen Patientenversorgung.

 

Zur alternativen Regelversorgung gehören mittlerweile sechs erfolgreich laufende Facharztverträge für neun Facharztgruppen mit über 1.900 teilnehmenden Ärzten und Psychotherapeuten. Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI Baden-Württemberg und MEDI GENO Deutschland, erklärt dazu: „Die Kombination aus Hausarzt- und Facharztverträgen ist wegen der Zunahme älterer und versorgungsintensiver Patienten zunehmend wichtiger. Dazu bedarf es insbesondere verbindlich geregelter Schnittstellen, was systembedingt in der KV-Regelversorgung nicht funktionieren kann.“

 

Innovativ sind die Vertragspartner in vielen Bereichen unterwegs. „Durch unsere eigene Gestaltungsautonomie in den Haus- und Facharztverträgen wollen wir gemeinsam auch die Chancen der Digitalisierung sinnvoll nutzen. Hohe Priorität hat dabei, die strukturierte Zusammenarbeit der an den Verträgen teilnehmenden Praxen auf eine jederzeit sichere, elektronisch vernetzte Basis zu stellen“, so AOK-Chef Hermann. Im Herbst werden die aktuellen Ergebnisse der mittlerweile vierten Evaluationsrunde veröffentlicht. Der HZV-Vertrag wird seit Beginn durch eine unabhängige Versorgungsforschung der Universitäten Frankfurt am Main und Heidelberg begleitet. Sie überprüft die alternative Regelversorgung im direkten Vergleich mit der bekannten Regelversorgung und identifiziert Anhaltspunkte zur weiteren Entwicklung der Verträge. Damit sind die HZV- und Facharztverträge auch Vorbild in punkto Transparenz und Zukunftsorientierung.

 

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news-2219 Fri, 27 Apr 2018 16:16:38 +0200 Wissenschaftliche Forschung belegt: Versorgungssicherheit durch Arzneirabattverträge gewährleistet https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/wissenschaftliche-forschung-belegt-versorgungssicherheit-durch-arzneirabattvertraege-gewaehrleistet.html Kein Zusammenhang zwischen Lieferengpässen und Rabattverträgen Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) hat am Freitag (27.04.2018) die Effizienz der Arzneirabattverträge eindeutig bestätigt. Für Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg und Verhandlungsführer für die bundesweiten AOK-Arzneirabattverträge, profitiere gerade die Versorgungssicherheit von einem geregelten Arzneimittelmarkt: „Entgegen ständig wiederholter Aussagen der Pharmalobby gibt es keinen Zusammenhang zwischen Lieferengpässen und exklusiven Rabattverträgen.“ Die von den Herstellern gemeldeten Lieferengpässe betreffen fast ausschließlich den Klinikbereich, in dem es keine Rabattverträge gebe. Im rabattvertragsgeregelten ambulanten Arzneimittelmarkt sei dagegen die Lieferfähigkeit ausgezeichnet. Lediglich bei 0,6 Prozent der abgegebenen Fertigarzneimittel dokumentierten die Apotheken ein Lieferversagen des Herstellers und geben dann ein gleichwertiges, austauschbares Arzneimittel ab.

 

Auch jüngsten Forderungen nach einer generellen Ausschreibung von Rabattverträgen unter drei Anbietern (Mehrfachausschreibung/Mehrpartnermodell) erteilt Hermann eine Absage. Zwei Bundesländer übernähmen damit unreflektiert die Argumente der Pharmahersteller, die durch Mehrpartnermodelle den Wirkmechanismus der Rabattverträge aushebeln wollten. Die WIdO-Forschung weise nach, dass seit Einführung der Rabattverträge die Marktkonzentration deutlich abgenommen habe. „Mehrpartnermodelle hingegen fördern genau jene Marktkonzentration, die die Politik eigentlich bekämpfen möchte. Gerade kleinere Unternehmen können in einem Mehrpartnermodell ihren Absatz und damit ihren Angebotspreis nicht planen und werden so aus dem Markt verdrängt“, erklärt Christopher Hermann.

 

Unter marktwirtschaftlichen Aspekten – so Hermann weiter – sei das Interesse führender Pharmahersteller an möglichst hohen Arzneimittelpreisen sicher nachvollziehbar, die Politik jedoch sei besser beraten, wenn sie sich gemeinsam mit der Gesetzlichen Krankenversicherung für die Interessen der Versicherten einsetze. Hermann weiter: „Die AOKs haben 2017 durch ihre Arzneimittelrabattverträge über 1,6 Milliarden Euro eingespart und diese Gelder wieder in die Versorgung ihrer Versicherten investiert. Unsere Ausgaben für Medikamente sind 2017 nur um 0,9 Prozent je Versichertem gestiegen, der GKV-Schnitt liegt bei 2,8 Prozent. Hohe Preise sind also nicht in Stein gemeißelt, auch wenn viele Anbieter das gerne so sehen würden.“

 

Pressemeldung des WIdO als pdf-Download

 

 

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news-2199 Fri, 13 Apr 2018 09:43:29 +0200 Konsequente Reha könnte deutscher Volkswirtschaft 500 Millionen Euro sparen https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/konsequente-reha-koennte-deutscher-volkswirtschaft-500-millionen-euro-sparen.html Rehabilitation kann Erwerbsminderung verhindern und Altersarmut entgegenwirken Allein die orthopädische Rehabilitation bei Rückenschmerzen könnte die Steuer- und Beitragszahler in Deutschland jährlich um fast eine halbe Milliarde Euro entlasten. Dies belegt eine aktuelle Studie der AOK Baden-Württemberg, der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg (DRV) und des Instituts für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm (IFR Ulm). Erstmals konnten so die positiven finanziellen Effekte von Reha auf die deutsche Volkswirtschaft beziffert werden. „Immer noch wird Rehabilitation hier und da belächelt“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. „Nun ist definitiv belegt: Wer sich für eine Reha entscheidet, handelt sich selbst, seinem Arbeitgeber und der gesamten Gesellschaft gegenüber höchst verantwortungsbewusst.“

 


Der wissenschaftliche Vergleich zeigt: Menschen mit chronischen Rückenschmerzen, die an einer Rehabilitation teilnehmen, stabilisieren ihre Gesundheit spürbar. So weisen sie in den ersten beiden Jahren nach der Reha im Schnitt 14 Krankheitstage weniger auf als diejenigen, die bei gleicher Diagnose auf eine Reha verzichten. Zudem müssen sie wesentlich seltener im Krankenhaus behandelt werden. „Zwar liegen die Behandlungskosten des Einzelnen durch eine Rehabilitationsmaßnahme zunächst höher als ohne. Diese Mehrkosten werden aber durch weniger Arbeitsunfähigkeitstage und weniger Krankenhausbehandlungen in den folgenden zwei Jahren mehr als aufgewogen“, erklärt Dr. Rainer Kaluscha vom IFR Ulm. Insgesamt mache die Reha die Menschen also nicht nur gesünder, sie senke auch die Krankheitskosten um mehr als 700 Euro je Patient.

 


Umdenken bei Politik und Unternehmen erhofft

„Endlich ist der wissenschaftliche Nachweis erbracht, dass Rehabilitation nicht nur einen gesamtgesellschaftlichen Beitrag in der Versorgung kranker Menschen leistet. Durch sie kann ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Erwerbsleben vermieden und damit Altersarmut entgegengewirkt werden“, betont Andreas Schwarz, Erster Direktor der DRV Baden-Württemberg. Diese Erkenntnis führe hoffentlich zu einem positiven Umdenken bei Politik und Unternehmen. „Dass die Reha oft langjährige Krankheitsverläufe positiv beeinflusst, hören wir täglich von unseren Patienten. Dass sich dieser Effekt aber so nachhaltig auf das Gesundheitssystem auswirkt, hat uns alle überrascht“, sagt Prof. Dr. Gert Krischak, Leiter des IFR Ulm und Chefarzt der Federseeklinik in Bad Buchau.

 


Zusatzinformationen an die Redaktionen:

Die vorliegende Studie vergleicht die Krankheitsverläufe von mehr als 36.000 Patientinnen und Patienten mit chronischen Rückenschmerzen, von denen rund 2.500 eine Reha-Maßnahme in Anspruch nahmen. Durchgeführt wurde sie vom IFR Ulm. Sie basiert auf anonymisierten Datensätzen der AOK Baden-Württemberg, der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg und der Deutschen Rentenversicherung Bund, die Krankheitsverläufe von rund einer Million Versicherten über zehn Jahre enthalten. Studienleiter Prof. Dr. Gert Krischak, Leiter des IFR, und seine Mitarbeiterin Dr. Lena Tepohl erhielten für diese Forschungsarbeit den Preis für Rehabilitationsforschung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie.

 

Die Pressemitteilung wurde wortgleich auch von der DRV Baden-Württemberg verteilt.

 

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news-2184 Tue, 03 Apr 2018 11:44:55 +0200 Arzneimittelrabattverträge bremsen Ausgabenanstieg https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/arzneimittelrabattvertraege-bremsen-ausgabenanstieg.html „Effizientes Arzneimittelmanagement trägt wesentlich zum Erfolg der AOK bei“ „Die Arzneimittelrabattverträge sind Marktwirtschaft vom Feinsten und das erfolgreichste Instrument zur Ausgabensteuerung. Die AOKs konnten 2017 durch solche Verträge mit pharmazeutischen Unternehmen über 1,6 Milliarden Euro einsparen, die direkt der Versichertengemeinschaft zugutekommen“, betont Dr. Christopher Hermann, Vorsitzender des Vorstandes der AOK Baden-Württemberg und Verhandlungsführer für die bundesweiten AOK-Rabattverträge, zum Start der inzwischen 19. Vertragstranche. Die AOK-Ausgaben für Medikamente seien 2017 lediglich um 0,9 Prozent je Versicherten gestiegen. Das sei der niedrigste Wert unter den Krankenkassen. Der GKV-Schnitt liege bei einem Anstieg von 2,8 Prozent.

Die zum 1. April in Kraft getretene große Vertragstranche für 118 generische Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen beinhaltet neben den Produkten der auslaufenden Tranchen XV und XVI zehn Generika, die erstmals ausgeschrieben wurden. Darunter befinden sich mehrere Präparate gegen Bluthochdruck und zur Behandlung von HIV-Infektionen, zur Vorbeugung von Nebenwirkungen einer Chemotherapie und zur medikamentösen Therapie bei Depressionen. Partner der AOKs sind 49 Pharmaunternehmen und Bietergemeinschaften. Das jährliche AOK-Umsatzvolumen der 19. Tranche beziffert AOK-Chef Hermann auf fast zwei Milliarden Euro.

 

Die zum 1. April 2018 gestartete Tranche „AOK XIX“ im Überblick:

  • Laufzeit: 1. April 2018 bis 31. März 2020
  • Verträge über 118 Wirkstoffe/Wirkstoffkombinationen
    in 121 Fachlosen (23 im Dreipartnermodell vergeben)
  • 49 erfolgreiche Pharmaunternehmen/Bietergemeinschaften
  • jährliches AOK-Umsatzvolumen: 1,98 Milliarden Euro

 

Hintergrund:

Die Rabattverträge für Generika ermöglichen Einsparungen bei gleichbleibend hoher Qualität in der Arzneimittelversorgung. Das eingesparte Geld steht zum Beispiel für innovative Versorgungsformen zur Verfügung. Die Rabattverträge sorgen zudem nachhaltig für Wettbewerb im Bereich der Generika. Die AOK-Verträge decken zwei Drittel des Generikamarktes ab und umfassen alle markt- und ausgabenrelevanten Wirkstoffe. Mit Inkrafttreten von AOK XIX laufen aktuell Verträge für 282 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen (in 288 Fachlosen) mit einem jährlichen AOK-Umsatzvolumen von insgesamt rund 5,2 Milliarden Euro.

Mehr Informationen:  aok-rabattvertraege.de

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news-2132 Mon, 12 Mar 2018 19:14:13 +0100 Ambulante und stationäre Versorgung gestalten https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/ambulante-und-stationaere-versorgung-gestalten.html "Zukunft der medizinischen Versorgung in Kliniken und Praxen ist weit besser als ihr Ruf." Eine gute medizinische Versorgung der Versicherten ist auch von der personellen Ausstattung der Krankenhäuser und Praxen abhängig, da sind sich die Akteure im Gesundheitswesen einig. Aber trotz aller Herausforderungen, die Demografie und fehlende Fachkräfte mit sich bringen, – Anlass zu Alarmismus bei Mängeln an Ärzten und Pflegekräften sieht die AOK Baden-Württemberg nicht. „Die gesundheitliche Versorgung im Land steht auf stabilen Fundamenten und gemeinsam mit allen Akteuren gestalten wir die bestmögliche Patientenversorgung“, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Zentrales Beispiel: „In den Praxen nutzen wir durch die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) gemeinsam mit unseren ärztlichen Vertragspartnern seit fast einem Jahrzehnt konsequent die Freiräume zur wettbewerblichen Weiterentwicklung des Gesundheitswesens und sichern so, durch die Stärkung der Rolle der Hausärzte, die ambulante ärztliche Versorgung.“

 

Die HZV setzt neue Anreize für den Hausarztberuf und wirkt so auch dem geographischen Ungleichgewicht der ärztlichen Versorgung entgegen. Für die AOK Baden-Württemberg stehen der Hausarzt mit seiner Lotsenfunktion und die strukturierte Vernetzung mit dem fachärztlichen Bereich im Mittelpunkt der Problemlösung. Mit der alternativen Regelversorgung setzen wir auf hohe Qualitätsorientierung, reduzieren Bürokratie und sichern auskömmliche Vergütung für jeden Patienten. Die Folge ist zudem eine nachweislich bessere Versorgung, von der über 1,5 Millionen Versicherte der AOK Baden-Württemberg profitieren“, so Hermann. Im Weiteren übernimmt die AOK Baden-Württemberg auch Verantwortung, etwa für die Ausbildung des Ärztenachwuchses: Die größte Krankenkasse im Land hat allein 2017 die Weiterbildung in der Allgemein- und Facharztmedizin mit fast 9 Millionen Euro gefördert. Mit dem Projekt „PJmobil“ setzt die AOK Baden-Württemberg zusammen mit ihren ärztlichen Partnern beim ärztlichen Nachwuchs an und unterstützt die Mobilität der an-gehenden Ärzte im Praktikum auf dem Land. Deshalb gilt: Haus- und fachärztliche Versorgung in Baden-Württemberg sind grundsätzlich weiterhin gesichert, auch wenn sich, insbesondere in einzelnen ländlichen Regionen, Nachbesetzungen schwierig gestalten. Alle Partner sind weiterhin gefordert, dass dies auch weiterhin so bleibt.

 

Beim Blick auf die Situation im stationären Bereich ist die Personalausstattung in Baden-Württemberg in Summe deutlich besser als in vielen anderen Bundesländern. Baden-Württemberg befindet sich sowohl nach Fällen pro Jahr als auch nach zu versorgenden Patienten (belegte Betten) pro Tag unter den Top 4 mit den besten Quoten bundesweit.  Um den Herausforderungen zu begegnen, zieht die AOK Baden-Württemberg mit den Partnern im Gesundheitswesen auch hier am gleichen Strang. Auch bei der Krankenpflege zeigt die größte Krankenkasse im Land hohes Engagement: Über den Ausbildungsfonds hatte die AOK Baden-Württemberg im Jahr 2017 die nichtärztliche Ausbildung in Krankenhäusern mit 112 Millionen Euro wesentlich mitfinanziert. „Die Zukunft der medizinischen Versorgung in Kliniken und Praxen ist in Baden-Württemberg weit besser als ihr Ruf“, bilanziert Hermann.

 

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news-2117 Mon, 05 Mar 2018 13:51:54 +0100 Koalitionsvertrag ist kein großer Wurf https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/koalitionsvertrag-ist-kein-grosser-wurf.html AOK Baden-Württemberg: Gestaltungsspielräume für mehr Wettbewerb werden kaum genutzt Der Koalitionsvertrag stellt zwar bei Gesundheit und Pflege die Weichen an vielen Stellen richtig, nutzt aber vorhandene Spielräume für eine patientenorientierte Versorgung noch unzureichend. „Wer die bestmögliche Versorgung der Versicherten will, muss Wettbewerb fördern und nachhaltige strukturelle Veränderungen umsetzen“, fordert Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. „Im Koalitionsvertrag werden wichtige Themen für Verbesserungen im Gesundheitswesen angesprochen und auch einige Rahmenbedingungen optimiert. Dazu zählen die Qualitätsoffensive Pflege und die Investitionen in die Digitalisierung. Dennoch gibt es noch Luft nach oben“, bilanziert der Vorstandsvorsitzende der größten Krankenkasse im Bundesland.

 

Um die Potentiale im Gesundheitswesen für eine nachhaltige Weiterentwicklung der Versorgung nutzen zu können, seien ein weiterer Ausbau der wettbewerblichen Gestaltungsspielräume und mehr Durchlässigkeit im System nötig, so Hermann. Zwar sei die Reform der Notfallversorgung ein überfälliger Schritt in eine sektorenübergreifende Versorgung. Auch der hohe Stellenwert von E-Health und Digitalisierung im Koalitionsvertrag sei richtig und wie die geplante Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft zur Weiterentwicklung der sektorenübergreifenden Versorgung positiv zu bewerten. „Doch der Weg von einem Preis- zu einem Qualitätswettbewerb der Krankenkassen und zu einem integrierten Versicherungsmarkt, in dem Krankenversicherungen um die beste Versorgung der Versicherten konkurrieren, ist noch weit“, so Hermann. Die neue Bundesregierung müsse deutliche Impulse für mehr Wettbewerb setzen und weitere Spielräume für regionale Versorgung schaffen. Ein Verbot des Arzneimittel-Versandhandels würde dem beispielsweise widersprechen. Auch wenn erste Schritte in die richtige Richtung erkennbar seien, müsse die Durchlässigkeit der Sektoren weiter verbessert werden und eine regionale, eigenverantwortliche Versorgungssteuerung der Krankenkassen langfristig die zentrale Steuerung ersetzen.

 

Die AOK Baden-Württemberg nutzt die vorhandene Möglichkeiten bereits äußerst erfolgreich mit der alternativen Regelversorgung: Über 1,5 Millionen Versicherte sind freiwillig in die Hausarzt- und Facharztverträge eingeschrieben. Diesen Weg der eigenverantwortlichen Versorgungssteuerung will die AOK Baden-Württemberg auch bei den Themen Vernetzung und der Digitalisierung fortführen, die auch im Koalitionsvertrag einen hohen Stellenwert haben.

 

„Dringend angemahnte Impulse für eine stärkere wettbewerbliche Orientierung der Gesundheitspolitik fehlen auch zum Start der neuen großen Koalition“, so das Fazit Hermanns. „Aber erste Maßnahmen geben Hoffnung, dass weitere nachhaltige Schritte, hin zu mehr Qualitäts- und Leistungswettbewerb, folgen. Dafür wird sich die AOK Baden-Württemberg weiter einsetzen, denn auch in Zukunft muss der Fokus auf der Wahlfreiheit aller Beteiligten und der Qualität der Versorgung liegen.“ Unabhängig von wichtigen Schritten, die im Koalitionsvertrag fixiert sind, werde sich die AOK-Baden-Württemberg in den nächsten Monaten verstärkt in den Bereichen Pflege, Digitalisierung, Versorgung und Prävention engagieren.

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news-2107 Mon, 19 Feb 2018 11:30:42 +0100 Jeder fünfte Baden-Württemberger informiert sich über Gesundheitsthemen https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/jeder-fuenfte-baden-wuerttemberger-informiert-sich-ueber-gesundheitsthemen.html Nationaler Aktionsplan soll Gesundheitskompetenz weiter voranbringen „Der richtige Umgang mit der Gesundheit und das Verständnis für den eigenen Körper sind wichtige Voraussetzungen für ein gesundes Leben“, sagt Jutta Ommer-Hohl, Bereichsleiterin Gesundheitsförderung und Betriebliches Gesundheitsmanagement bei der AOK Baden-Württemberg. Damit umschreibt sie den Kern des Begriffs „Gesundheitskompetenz“. Aktuelle Zahlen belegen, dass in Baden-Württemberg 21 Prozent der Teilnehmer einer von der AOK in Auftrag gegebenen YouGov-Umfrage Schwierigkeiten haben, im Internet zwischen seriösen und unseriösen Gesundheitsinformationen zu unterscheiden. Die Umfrage ist im Rahmen des „Nationalen Aktionsplans Gesundheitskompetenz“ entstanden.

 

Dabei ist das Bedürfnis nach verlässlichen Informationen sehr groß. Eine steigende Lebenserwartung, die Zunahme chronischer Erkrankungen, ein sehr komplexes Gesundheitssystem und die digitale Informationsflut bringen auch in Baden-Württemberg immer mehr Menschen dazu, eigenständig nach relevanten Antworten auf ihre Fragen zu suchen. Jeder fünfte Baden-Württemberger (22 Prozent) recherchiert regelmäßig in den verschiedenen Medien nach Informationen zum Umgang mit Gesundheit und Krankheit. „Je früher die Menschen anfangen, sich mit Gesundheitsthemen zu beschäftigen, desto besser“, betont Jutta Ommer-Hohl.

 

Derzeit allerdings bewertet die aktuelle YouGov-Umfrage die Gesundheitskompetenz jedes zweiten Deutschen als eingeschränkt. Der AOK-Bundesverband will im Rahmen des „Nationalen Aktionsplans Gesundheitskompetenz“ gegen bestehende Defizite vorgehen. Der Plan umfasst 15 konkrete Empfehlungen, die alle gesellschaftlichen Akteure einbinden und darauf abzielen, sowohl das Gesundheitssystem nutzerfreundlicher zu gestalten als auch die Gesundheitskompetenz des Einzelnen zu fördern. Der Aktionsplan geht auf eine Initiative von Wissenschaftlern zurück und steht unter der Schirmherrschaft des Bundesgesundheitsministers. Die Robert Bosch Stiftung und die AOK haben die Arbeit gefördert. Weitere Informationen finden sich auf der Homepage des Nationalen Aktionsplans Gesundheitskompetenz.

 

Hinweis für die Redaktionen:

Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der 2048 Personen zwischen dem 12.01.2018 und 15.01.2018 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung – differenziert nach Bundesländern – ab 18 Jahren.

Für 21 Prozent der Baden-Württemberger „trifft überhaupt nicht zu“/„trifft eher nicht zu“, zwischen seriösen und unseriösen Angeboten im Internet zu unterscheiden.

Für 22 Prozent der Baden-Württemberger „trifft eher zu“/„trifft voll und ganz zu“, regelmäßig in verschiedenen Medien nach Informationen zum Umgang mit Gesundheit und Krankheit zu suchen.

 

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news-2102 Wed, 14 Feb 2018 15:00:00 +0100 „Junge Hausärzte fürs Land“ - erstes PJmobil in Freiburg übergeben https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/junge-hausaerzte-fuers-land-erstes-pjmobil-in-freiburg-uebergeben.html Partner des AOK-Hausarztvertrages fördern landesweites Projekt zur Stärkung des ärztlichen Nachwuchses in ländlichen Regionen Mit dem heutigen landesweiten Start des ersten PJmobils in Freiburg fördert die Stiftung Perspektive Hausarzt angehende Ärzte bei ihrer hausärztlichen Tätigkeit auf dem Land. Dank der mobilen Unterstützung fährt der Medizinstudent Richard Koch (27) in seinem Praktischen Jahr (PJ) ab jetzt täglich für vier Monate von Freiburg in seine hausärztliche Lehrpraxis nach Titisee-Neustadt. Weitere acht Autos werden in Kürze an den Lehrstühlen für Allgemeinmedizin der Universitäten Freiburg, Heidelberg und Tübingen zur Verfügung gestellt. Finanziell unterstützt wird das Projekt von den Partnern des AOK-Hausarztvertrages – neben der AOK Baden-Württemberg sind das der Hausärzteverband und MEDI Baden-Württemberg – sowie dem Freiburger Autohaus Gehlert.

Die ambulante ärztliche Versorgung leidet auch in Baden-Württemberg zunehmend an Nachwuchsproblemen, besonders stark betroffen sind die Hausärzte. 35 Prozent der niedergelassenen Hausärzte sind bereits älter als 60 Jahre, das entspricht 2.500 Ärzten. Davon scheiden, wie der Versorgungsbericht der KV Baden-Württemberg ausweist, ca.1.600 in den nächsten fünf Jahren aus dem Berufsleben aus. Diese Abgänge können derzeit nicht ausreichend kompensiert werden, denn der Anteil der Facharztprüfungen im Bereich Allgemeinmedizin liegt auch in Baden-Württemberg mit jährlich rund 190 zwar über dem Bundesdurchschnitt, aber immer noch deutlich zu niedrig. Und je ländlicher die Region, desto schwieriger wird die Suche nach der Praxisnachfolge.

„Deshalb brauchen wir schlicht mehr Studienabgänger mit dem Berufswunsch Hausarzt, die auch bereit sind, selbstständig oder angestellt in ländlichen und strukturschwächeren Regionen zu arbeiten“, sagt Prof. Dr. Wilhelm Niebling, Leiter des Lehrbereichs Allgemeinmedizin der Universität Freiburg. „Eine entscheidende Weichenstellung pro Facharztausbildung Allgemeinmedizin erfolgt dabei im PJ – also im letzten Teil des Medizinstudiums, wie wir auch aus landesweiten Umfragen unter Studierenden wissen“, so Niebling weiter. Demnach könne sich auch gut ein Drittel der Befragten eine Niederlassung in einer Kleinstadt und rund ein Viertel in einer ländlichen Region vorstellen.

Genau hier setzt das Projekt ‚Junge Hausärzte fürs Land‘ an. Gemeinsam entwickelt wurde es von der Stiftung Perspektive Hausarzt, einer Initiative zur Nachwuchsförderung des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg, und der Universität Freiburg. Die Kleinwagen werden der oder dem Studierenden im PJ vier Monate für den freiwilligen Abschnitt im Bereich Allgemeinmedizin zur Verfügung gestellt, sofern dies in einer Lehrpraxis in ländlichen Regionen mit weniger als 10.000 Einwohnern stattfindet. Die erste Resonanz ist sehr positiv, denn viele Studierenden besitzen kein eigenes Auto und die meisten Landarztpraxen sind von den Universitätsstandorten aus nur schwer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Wer in der Stadt wohnt und sein PJ Allgemeinmedizin auf dem Land absolvieren möchte, muss also bereit sein, einiges an Zeit und Geld zu investieren.

Richard Koch ist entsprechend begeistert: „Das ist eine tolle Unterstützung für meine Arbeit“, freut sich der Medizinstudent, der nun das Hausarztleben in einer ländlichen Region hautnah miterleben wird. Dieser Weg lohnt sich besonders, denn dort sind das Patientenspektrum und die medizinischen Beratungsanlässe oft vielfältiger als in der Stadt. „Wichtig ist auch, dass der ärztliche Nachwuchs im PJ bewusst erfährt, dass sich der Hausarztberuf deutlich gewandelt hat – weg vom Einzelkämpfer mit einer 70-Stunden-Woche hin zu modernen, arbeitsteiligen Organisationsformen mit qualifiziertem Praxispersonal, angestellten Ärztinnen und Ärzten sowie Teilzeitarbeitsplätzen“, so Niebling, der auch Partner in der Lehrpraxis in Titisee-Neustadt ist.

Der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann, nennt die Motive der Vertragspartner für die Unterstützung: „Unser Hausarztvertrag mit landesweit über 1,5 Millionen eingeschriebenen Versicherten ist zusammen mit den angeschlossenen Facharztverträgen ein hervorragender Baustein für die dauerhafte Sicherstellung der qualitativ hochwertigen ambulanten Versorgung vor Ort. Die alternative Regelversorgung stärkt den Hausarzt in seiner Lotsenfunktion umfassend und garantiert stabile wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Daher unterstützen wir zusammen mit den ärztlichen Vertragspartnern auch diese sinnvolle Maßnahme zur Förderung des hausärztlichen Nachwuchses nachdrücklich.“

Weitere Informationen unter: www.stiftung-perspektive-hausarzt.de/portfolio/pjmobil

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news-2081 Thu, 01 Feb 2018 17:39:59 +0100 Deutlich mehr Geld für Kliniken im Land https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/deutlich-mehr-geld-fuer-kliniken-im-land.html Krankenhäuser in Baden-Württemberg erhalten 2018 zusätzliche 320 Millionen Euro Für die Versorgung ihrer Versicherten im laufenden Jahr stellen die Krankenkassen den Krankenhäusern in Baden-Württemberg zusätzliche 320 Millionen Euro zur Verfügung – die AOK Baden-Württemberg trägt mit 144 Millionen Euro den Löwenanteil des Betrages. Insgesamt erhöhen sich damit die Finanzmittel gegenüber dem Vorjahr um 3,1 Prozent auf über 9 Milliarden Euro, die von den Krankenkassen über den sogenannten Landesbasisfallwert für den Betrieb der Krankenhäuser im Land aufgebracht werden.

 

Die Krankenkassen und die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft haben sich in gemeinsamen Verhandlungen auf die Erhöhung geeinigt: „Mit dieser deutlichen Steigerung sind die Betriebskosten der Krankenhäuser auch im Jahr 2018 vollständig finanziert und eine qualitativ hochwertige Versorgung der Patientinnen und Patienten sichergestellt“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg am Donnerstag (01.02.2018) in Stuttgart.

 

Mit der Steigerung des Landesbasisfallwertes werden vollumfänglich die Personal- und die Sachkosten der Krankenhäuser im Land, insbesondere auch in der Pflege, von den Krankenkassen getragen. Das gelte laut Hermann unisono für den zu erwartenden Kostenanstieg etwa durch Tarifsteigerungen für die Angestellten in der Pflege und im übrigen nichtärztlichen Dienst in den Kliniken. Hermann: „Die Krankenhäuser haben mit der höheren Finanzausstattung beste Voraussetzungen, sich weiterhin auch als attraktive Arbeitgeber für qualifizierte Fachkräfte zu profilieren.“

 

 

Zusatzinformationen:

Der zahlbare Landesbasisfallwert mit Ausgleichen wird zum 01.02.2018 um 3,08 Prozent von 3.350,01 Euro auf 3.453,17 Euro erhöht. Auf ihm beruhen die sogenannten Fallpauschalen. Diese bilden mit Zu- und Abschlägen die Grundlage für die Abrechnung der somatischen Krankhäuser. Die Krankenkassen zahlen damit durchschnittlich deutlich mehr Geld pro stationärer Behandlung an die somatischen Krankenhäuser als 2017.

 

 

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news-2071 Mon, 29 Jan 2018 11:22:19 +0100 Leichter Rückgang der Fehltage https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/leichter-rueckgang-der-fehltage.html In 2017 fehlten die bei der AOK Baden-Württemberg versicherten Berufstätigen durchschnittlich 18,2 Tage Der Krankenstand im Südwesten ist nach aktuellen Zahlen der AOK Baden-Württemberg im Vergleich zu den beiden zurückliegenden Jahren leicht gesunken. Die AOK Baden-Württemberg verzeichnete 2017 im Schnitt pro Mitglied 18,2 Fehltage. Das sind 0,2 Tage weniger als 2016 und 0,4 Tage weniger als 2015. Der Krankenstand ist mit 5 Prozent im Vergleich zu 2016 nahezu unverändert und um 0,1 Prozent niedriger als 2015.

 

Wie die aktuellen Zahlen zeigen, sind bei Mitgliedern der AOK Baden-Württemberg insgesamt 3,11 Millionen Fälle von Arbeitsunfähigkeit und 33,22 Millionen Fehltage registriert worden. Die Erwerbspersonen in Baden-Württemberg waren 2017 durchschnittlich (1,7-mal) etwas seltener krankgeschrieben als noch in den beiden Vorjahren. Für die krankheitsbedingten Fehltage sind besonders verantwortlich Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes (22,4 Prozent), Krankheiten des Atmungssystems (13,7 Prozent), psychische Störungen (11,3 Prozent) sowie Verletzungen (10,6 Prozent). Während die Zahlen für Atemwegserkrankungen und Verletzungen nahezu unverändert geblieben sind, belegt die aktuelle Auswertung bei den Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems (z. B. Rückenschmerzen, sonstige Bandscheibenschäden und Schulterläsionen) einen leichten Rückgang. Die Zahl der krankheitsbedingten Fehltage, die auf psychische Störungen zurückzuführen sind, ist in den letzten Jahren kontinuierlich leicht angestiegen.

 

Ein Grund für die Spitzenposition der Krankschreibungen aufgrund von Muskel- und Skeletterkrankungen sei das ständige Sitzen und die dabei eingenommenen Fehlhaltungen bei der Arbeit und in der Freizeit, weiß PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin und Psychologin bei der AOK Baden-Württemberg. „Das belastet die Wirbelsäule und schwächt auf Dauer die Rückenmuskulatur, was unter anderem zu Rücken-, Nacken- und Schulterschmerzen führen kann. Auch psychosoziale Belastungen, wie zum Beispiel Stress durch geringe Handlungsspielräume oder Angst um den Arbeitsplatz, können Ursache von Rückenschmerzen sein. Vorbeugen kann man unter anderem mit einer Arbeitsgestaltung, die körperliche und geistige Beweglichkeit fördert, bewegten Pausen und regelmäßiger Bewegung in der Freizeit“, so Knapstein.

 

Mehr als die Hälfte der Mitglieder der AOK Baden-Württemberg (55,3%) war 2017 mindestens einmal krankgeschrieben. Dies entspricht ungefähr den Werten der Jahre 2016 und 2015. Um die Gesundheit der Beschäftigten zu fördern und sie für dieses Thema zu sensibilisieren, bietet die AOK Baden-Württemberg viele Aktionen und Maßnahmen in Betrieben an. Oft reichen schon wenige Maßnahmen, um rückenschonender zu arbeiten. Zu wenig oder einseitige körperliche Aktivität am Arbeitsplatz, ohne Ausgleich in der Freizeit, spielen beim Thema Rückenschmerzen eine entscheidende Rolle.

 

Anmerkung für die Redaktionen:

Der Analyse liegen die Daten von mehr als 2,3 Millionen AOK-versicherten Arbeitnehmern in Baden-Württemberg zugrunde. Der Krankenstand beschreibt die Arbeitsunfähigkeitstage im Kalenderjahr. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) aller Arbeitsunfähigkeitstage sind auf die vier beschriebenen Krankheitsarten zurückzuführen.

 

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news-2034 Thu, 11 Jan 2018 10:50:33 +0100 Kinder kochen um die Wette https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/kinder-kochen-um-die-wette.html Kochwettbewerb der AOK Baden-Württemberg für Kinder und Jugendliche auf der Slow Food Messe 2018 Bei der Slow Food Messe vom 5. bis 8. April 2018 in Stuttgart stellen Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 18 Jahren ihre Kochkünste unter Beweis. An drei Messetagen zeigen die Teilnehmer des AOK-Kochwettbewerbs, dass sie auf gesunde Lebensmittel und regionale Zutaten setzen und Spaß am Kochen haben. Die AOK Baden-Württemberg richtet den Wettbewerb zum 12. Mal in Kooperation mit Slow Food Deutschland e. V. aus. Darüber hinaus veranstaltet die größte Südwestkasse drei Kochshows.

 

Beim Kochwettbewerb am 5., 6. und 8. April 2018 treten jeweils zwei Dreier-Teams gleichzeitig an und bereiten in 45 Minuten (plus Vorbereitungszeit) ein Gericht zu. Eine Jury aus Vertretern der Meistervereinigung Gastronom Baden-Württemberg e. V., AOK-Ernährungsfachkräften, Slow Food Deutschland e. V. und EDEKA Südwest bewertet anschließend die Speisen und vergibt Bronze-, Silber- oder Gold-Medaillen und weitere Preise. Zudem wird die Teilnahme mit einer Urkunde belohnt.

 

Der Fokus der jungen Teilnehmer liegt bei ihren Rezepten auf gesunden Lebensmitteln und regionalen Produkten, die zur Jahreszeit passen. „Die Grundlagen für einen gesunden Lebensstil und Essgewohnheiten werden bereits in der Kindheit gelegt. Deshalb ist es uns sehr wichtig, Kindern und Jugendlichen so früh wie möglich entsprechendes Wissen zu vermitteln“, sagt Jutta Ommer-Hohl, Leiterin des Fachbereichs Gesundheitsförderung/Betriebliches Gesundheitsmanagement bei der AOK Baden-Württemberg.

 

Bewerben können sich Dreier-Teams in den Altersgruppen 10 bis 12 Jahre, 13 bis 15 Jahre und 16 bis 18 Jahre bis zum 9. Februar 2018. Die Bewerbungsunterlagen und weitere Informationen gibt es unter www.aok-bw.de/kochwettbewerb oder können per E-Mail unter AOK-Kochwettbewerb@bw.aok.de angefordert werden.

 

Neben dem Wettbewerb für Kinder und Jugendliche ist die AOK mit drei Kochshows und dem AOK-Frauenlauf auf der Slow Food Messe präsent. Zur „Nacht der Sinne“ am Eröffnungsabend bereitet ein Profi-Koch gemeinsam mit einer AOK-Ernährungsfachkraft außergewöhnliche Fingerfoodgerichte zu. Und am 7. April geht es bei den Kochshows vor und nach dem AOK-Frauenlauf um vegetarische Ernährung für Sportler. Für den zum fünften Mal stattfindenden Frauenlauf kann man sich unter aok-bw.de/frauenlauf anmelden.

 

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news-2032 Wed, 10 Jan 2018 09:20:20 +0100 Verkehrsstaus sind Hauptursache für Pendler-Stress https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/verkehrsstaus-sind-hauptursache-fuer-pendler-stress.html Repräsentative Forsa-Umfrage 40 Prozent der Erwerbstätigen in Baden-Württemberg empfinden ihren Weg zur Arbeit als Belastung. Je länger die Fahrt zum Arbeitsplatz dauert, desto eher verursacht sie Stress bei Berufspendlern. Zu diesen Ergebnissen kommt eine von der AOK Baden-Württemberg in Auftrag gegebene repräsentative Forsa-Umfrage unter Erwerbstätigen in Baden-Württemberg. Verkehrsstaus sind für 63 Prozent derjenigen, die sich durch ihren Arbeitsweg belastet fühlen, die Hauptursache für Pendler-Stress – gefolgt vom Zeitaufwand allgemein mit 29 Prozent sowie Verspätung beziehungsweise Ausfall und Überfüllung öffentlicher Verkehrsmittel mit jeweils rund 10 Prozent. Baden-Württemberg zählt laut ADAC zu den drei Bundesländern mit den häufigsten Staumeldungen.

 

Wochenendpendler und Pendler, die täglich lange Strecken zurücklegen, haben im Vergleich zu anderen Berufstätigen ein deutlich erhöhtes Risiko, Stress zu empfinden. „Ob Stress als positiv oder negativ erlebt wird und ob überhaupt Stress erlebt wird, hängt von unseren subjektiven Einschätzungen ab. Eine positive Grundeinstellung zur Mobilität kann helfen, Fehlbelastungen vorzubeugen oder sie zu mindern“, erklärt PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Ba-den-Württemberg.

 

Laut Forsa-Studie ist das Auto für mehr als zwei Drittel (67 Prozent) der Erwerbstätigen in Baden-Württemberg das bevorzugte Verkehrsmittel zur Bewältigung ihres Arbeitswegs. Nur etwa jeder Zehnte nutzt Bus, U- oder S-Bahn, Straßenbahn beziehungsweise Regional- und Fernzug. Noch seltener fahren die Erwerbstätigen mit dem Fahrrad oder gehen zu Fuß (jeweils 8 Prozent). Die Mehrheit (64 Prozent) der Erwerbstätigen benötigt weniger als 30 Minuten, um zum Arbeitsplatz zu gelangen. Etwa ein Viertel (24 Prozent) ist 30 Minuten bis eine Stunde unterwegs, und knapp jeder Zehnte hat einen Arbeitsweg von mehr als einer Stunde.

 

Je länger der Weg zur Arbeit, desto höher ist die empfundene Belastung. 42 Prozent derjenigen, die länger als 30 Minuten unterwegs sind, fühlen sich „sehr stark“ oder „ziemlich stark“ belastet. Weitere 30 Prozent empfinden eine „schwache“ Belastung“. Im Vergleich zu einer Forsa-Studie der AOK Baden-Württemberg von 2015 hat die gefühlte Belastung durch den Arbeitsweg tendenziell zugenommen. Laut Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg pendeln täglich rund 3,2 Millionen Erwerbstätige in Baden-Württemberg zur Arbeit.

 

21 Prozent der befragten Erwerbstätigen in Baden-Württemberg fühlen sich durch ihren Arbeitsweg in ihrem Freizeitverhalten eingeschränkt. 15 Prozent sagen, Familie und Freunde kämen zu kurz. Unter typischen Stress-Symptomen wie Nervosität, Herzrasen oder Schweißausbrüchen leiden 6 Prozent der Befragten. Knapstein: „Berufliche Mobilität führt nicht immer und bei allen zu psychischen und körperlichen Belastungen. Flexibilität bei der Zeiteinteilung, Handlungsspielräume bei der Aufgabenbewältigung und soziale Unterstützung durch Kollegen werden häufig als positiv erlebt.“ Auch Pendler können von einer gesunden Lebensweise profitieren, insbesondere mit Blick auf Ernährung, ausreichend Bewegung, Schlaf und Pausen. Entlastung von ihrem Pendler-Stress versprechen sich 27 Prozent durch häufigere Arbeit von zuhause aus. 18 Prozent würden eine Fahrgemeinschaft in Erwägung ziehen.

 

Die AOK Baden-Württemberg hat 2013 das Präventionsprogramm „Lebe Balance“ gestartet, das zum Ziel hat, die Anfälligkeit für psychische Störungen zu senken. Die Menschen erlernen in dem Programm, ihre persönlichen Schutzfaktoren zu stärken und ihr Leben intensiver nach ihren Werten auszurichten. „Sind Menschen freiwillig mobil, zeigen sich deutlich weniger bis keine negativen Folgen für die Gesundheit und das Wohlbefinden“, erklärt PD Dr. Sabine Knapstein. Negative Folgen für das Wohlbefinden habe Mobilität insbesondere dann, wenn sie als Zwang empfunden wird – etwa, um drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden.

 

Knapstein empfiehlt, die Fahrt zum Arbeitsweg für Stress reduzierende Tätigkeiten zu nutzen, in Bus und Bahn beispielsweise mit der Lebe-Balance-App, mit der sämtliche Inhalte des AOK-Präventionsprogramms per Smartphone leicht verfügbar sind. Die Lebe Balance-App, die für Android und IOS in den jeweiligen App-Stores kostenlos verfügbar ist, hilft bei der Stressbewältigung und führt den Nutzer mit angeleiteten Übungen, Tipps und kurzen Nachrichten durch den Alltag. Der häufigste Zeitvertreib ist für 55 Prozent der Erwerbstätigen bislang das Hören von Musik. 14 Prozent der Befragten telefonieren auf dem Arbeitsweg. 10 Prozent erledigen berufliche Aufgaben, 8 Prozent sind im Internet aktiv und 7 Prozent lesen ein Buch oder eine Zeitung.

 

Quelle: Die repräsentative Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der AOK Baden-Württemberg durchgeführt. Zwischen dem 24. Oktober und 13. November 2017 wurden insgesamt 505 Erwerbstätige ab 18 Jahren in Ba-den-Württemberg anhand von computergestützten Telefoninterviews (CATI) befragt.

 

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news-2017 Thu, 21 Dec 2017 15:21:42 +0100 700 zusätzliche Ausbildungsplätze in Krankenhäusern https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/700-zusaetzliche-ausbildungsplaetze-in-krankenhaeusern.html AOK Baden-Württemberg finanziert Löwenanteil mit über 121 Millionen Euro In 2018 wird es mehr Nachwuchs bei den nichtärztlichen Berufen an Baden-Württembergischen Krankenhäusern geben: „Es können rund 700 Ausbildungsplätze mehr als im laufenden Jahr angeboten und aus dem durch die Krankenkassen gefüllten Ausbildungsfonds finanziert werden.  Mit über 121 Millionen Euro tragen wir wieder den Löwenanteil und werden unseren Finanzierungsbeitrag sogar noch um 8,6 Millionen Euro erhöhen“, so Nadia Mussa, Fachbereichsleiterin Krankenhausversorgung bei der AOK Baden-Württemberg am Donnerstag (21.12.2017) in Stuttgart.

Insgesamt ermöglichen es die von den Krankenkassen bezahlten Fördermittel des Ausbildungsfonds, im kommenden Jahr 11.900 Ausbildungsplätze an Krankenhäuser kostendeckend zu finanzieren. Mussa: „Das ist ein Höchststand an Ausbildungsangeboten, die auch dringend gebraucht werden. Denn der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften in Krankenpflege, Geburtshilfe und weiteren Gesundheitsberufen wird in den kommenden Jahren noch weiter steigen.“

Laut AOK werden die Krankenkassen im Land für 2018 insgesamt fast 270 Millionen Euro und damit über 7,6 Prozent mehr als im laufenden Jahr den Kliniken in Baden-Württemberg für die Ausbildung zur Verfügung stellen. Knapp die Hälfte dieser im Ausbildungsfonds bereitgestellten Mittel kommen von der AOK Baden-Württemberg.

 

 

 

Hinweis an die Redaktionen:

Der Ausbildungsfonds wird von der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft verwaltet und von allen Krankenkassen in Baden-Württemberg finanziert. Pro Krankenhauspatient/-in zahlen die Krankenkassen für 2018 einen pauschalen Ausbildungszuschlag von 113,99 Euro (2017: 106,50 Euro) für den Ausbildungsfonds. Aus dem Ausbildungsfonds werden den Krankenhäusern die Kosten der Ausbildungsstätten und die Mehrkosten, die dem Krankenhaus durch die Ausbildung entstehen, pauschal vergütet.

 

 

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news-2014 Tue, 19 Dec 2017 11:39:32 +0100 AOK Baden-Württemberg https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-baden-wuerttemberg.html Beitragssatz bleibt stabil – solides Finanzmanagement durch mittelfristige Planung Qualität und Stabilität zeichnen das Managementhandeln der AOK Baden-Württemberg aus: „Das sehr gute Wirtschaften, die Qualität und die Breite des Leistungsspektrums spiegeln sich auch in den konstant wachsenden Versichertenzahlen wider. Sie sind aktuell auf einen Höchststand von über 4,33 Millionen geklettert“, betont Monika Lersmacher, alternierende Vorsitzende des Verwaltungsrats der AOK Baden-Württemberg auf Versichertenseite. Stabilität gilt auch beim Beitragssatz, bestätigt der Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann: „Mit dem seit zwei Jahren stabilen Satz von 15,6 Prozent gehen wir auch ins kommende Jahr“. Dies sei auf der Grundlage einer Mittelfristplanung und auch unter der herrschenden unklaren politischen Konstellation eine sehr solide Richtung.

 

Zudem gebe das bisher für das laufende Jahr errechnete Plus von rund 230 Millionen Euro zusätzlichen Spielraum für wirkungsvolle Investitionen in bessere Versorgungsstrukturen. Hermann: „So kommt das Geld spürbar den Menschen zugute, wie das bei der gemeinsam mit den Ärztepartnern erfolgreich organisierten alternativen Regelversorgung der Fall ist.“ Dieses AOK-Hausarztprogramm feiere 2018 sein zehnjähriges Bestehen und sei mit aktuell über 1,5 Millionen Teilnehmern das bundesweit erfolgreichste Programm.

 

Hermann sieht die AOK Baden-Württemberg für die noch von der politischen Bühne in Berlin zu erwartenden Entscheidungen bestens gerüstet: „Unabhängig davon, wer künftig in Berlin regieren wird, liegen die Handlungsfelder im Gesundheitswesen offen vor uns: Wir brauchen politische Rahmenbedingungen, die einem echten Qualitätswettbewerb im Gesundheitswesen förderlich sind. Dazu zählen für uns auch Gestaltungsspielräume auf regionaler Ebene und eine Digitalisierungsstrategie, die diesen Namen auch verdient.“

 

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news-1983 Thu, 23 Nov 2017 10:44:21 +0100 Qualitätsmonitor 2018: Große Unterschiede bei Kliniken https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/qualitaetsmonitor-2018-grosse-unterschiede-bei-kliniken.html Krankenhaus-Qualität im Südwesten darf kein Glücksspiel sein Wer ein künstliches Knie benötigt, sollte sorgfältig wählen, wo er sich operieren lässt. Jede dritte Klinik (30 Prozent) in Baden-Württemberg erreicht bei der Knie-Endoprothetik überdurchschnittlich gute Ergebnisse. Bundesweit gilt das nur für jede fünfte Klinik (20 Prozent). Dies ist das Ergebnis des Qualitätsmonitors 2018, der heute (23.11.2017) in Berlin vorgestellt wird. „Der Qualitätsmonitor zeigt, dass Patientinnen und Patienten in Baden-Württemberg bei einer Knie-Endoprothetik nicht immer die optimale Versorgung bekommen“, so Nadia Mussa, Leiterin des Fachbereichs Krankenhausversorgung bei der AOK Baden-Württemberg. „Die Qualitätsunterschiede unter den Kliniken sind enorm. Wesentliche Faktoren dafür sind die Erfahrung der Klinik und Operateure beim jeweiligen Eingriff sowie der postoperativen Versorgung.“

 

So sei vor allem dort die Qualität sehr gut, wo ausreichend Erfahrung und Expertise auch auf Grund hoher Fallzahlen vorliege, so Mussa weiter. Das nächstgelegene Krankenhaus sei nicht immer auch das am beste geeignete. In Baden-Württemberg bieten allein über 100 Krankenhäuser diesen Eingriff an. Die AOK Baden-Württemberg setzt sich für eine qualitativ hochwertige Krankenhausversorgung ein. Gerade planbare Eingriffe, wie zum Beispiel Knie-Endoprothesen, sollten dort gebündelt angeboten werden, wo die spezifische Qualifikation des Personals, spezifische Geräte sowie definierte Prozessabläufe vorliegen, plädiert die Krankenkasse. Denn das hat eine höhere Qualität zur Folge, was der vorliegende Qualitätsmonitor erneut belegt.

 

Anmerkung für die Redaktionen:

Für den Bericht zur stationären Versorgungsstruktur hat das WIdO (Wissenschaftliches Institut der AOK) die Strukturierten Qualitätsberichte von 1.352 Krankenhäusern im Bundesgebiet, in denen im Jahr 2015 Patienten mit einer der folgenden Behandlungsanlässe dokumentiert wurden, ausgewertet. Die Fallzahl zur Hüftendoprothesen-Erstimplantation basieren auf dem Berichtsjahr 2014, weil für das Berichtsjahr 2015 die Qualitätsindikatoren vom G-BA nicht zur Veröffentlichung empfohlen wurden. Für die Betrachtung der Knie-Endoprothetik in Baden-Württemberg wurden 19.165 Fälle in 128 baden-württembergischen Kliniken ausgewertet. Weitere Informationen zum Qualitätsmonitor 2018 finden Sie auf der Seite des AOK-Bundesverbandes. Unter diesem Link finden Sie den AOK-Krankenhausnavigator.

 

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news-1978 Wed, 22 Nov 2017 10:00:00 +0100 AOK Baden-Württemberg fordert mehr politischen Mut in Berlin https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-baden-wuerttemberg-fordert-mehr-politischen-mut-in-berlin.html Hermann: „Chance für Neuanfang in der Gesundheitspolitik nutzen“ „Nachdem sich die Parteien im Wahlkampf und in den nun gescheiterten Jamaika-Sondierungsgesprächen nicht gerade mit Feuereifer um das Thema Gesundheitspolitik gekümmert haben, bietet sich einer wie auch immer gearteten neuen Bundesregierung nun die Chance eines echten Neuanfangs“, sagt Dr. Christopher Hermann. Der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg fordert weiterhin, den Krankenkassen endlich mehr Gestaltungsspielräume zu eröffnen, um den Versorgungswettbewerb zugunsten der Versicherten zu befördern: „Wir brauchen kassenspezifische, dezentrale Lösungen sowohl in der ambulanten und stationären als auch in der sektorenübergreifenden Versorgung. Für die Politik kann die Losung jetzt nur heißen: echter Neustart statt fortgesetzter Reformeritis!“

In der Bevölkerung erkennt der AOK-Chef hohe Unterstützung für seine Forderung. Das Meinungsforschungsinstitut Kantar hatte im Vorfeld der Bundestagswahl in einer repräsentativen Umfrage ermittelt, dass sich 60 Prozent der Befragten wünschen, von ihrer Krankenkasse mehr Möglichkeiten zu erhalten, um die gesundheitliche Versorgung zu gestalten. „Immer noch“, so Hermann weiter, „diktieren zwanghafte Kollektivverträge zwischen Krankenkassenverbänden und Kliniken die stationäre Versorgung. Der überkommene ordnungspolitische Rahmen ist nicht darauf ausgelegt, dort eine sektorenübergreifende und wettbewerbsorientierte Qualitätsversorgung zu ermöglichen.“ In der ambulant-ärztlichen Versorgung habe die AOK Baden-Württemberg mit ihren Direktverträgen gemeinsam mit ihren Arztpartnern im Land für mittlerweile über 1,5 Millionen Versicherte eine erfolgreiche Alternative geschaffen, die der klinischen Versorgung als Vorbild dienen könne.

„Wir sind überall dort besonders erfolgreich, wo wir direkt für unsere Versicherten verhandeln können“, unterstreicht Hermann. Die AOK beweise das seit nunmehr zehn Jahren in der Arzneimittelversorgung: „Mit den Arzneimittelrabattverträgen konnte die AOK Baden-Württemberg bei gleichbleibender Qualität der Arzneimittel allein 2016 rund 213 Millionen Euro einsparen, die unserer Versichertengemeinschaft durch Investitionen in verbesserte Versorgungsstrukturen zugutekommen.“

Versorgungssicherheit ist für den AOK-Chef auch bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens ein Kernthema. Für eine verlässliche Versorgung gerade im ländlichen Raum sieht Hermann in der Telemedizin eine zukunftsweisende Option. „Natürlich setzt das eine weitere Lockerung des Fernbehandlungsverbots voraus. Zudem brauchen wir auch hier einen klaren Ordnungsrahmen, der Interoperabilität sicherstellt und Vernetzung fördert. Ich setze auf die Lernfähigkeit der Politik, aus Fehlern wie bei der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte die notwendigen Schlüsse zu ziehen.“

„Nach der Wahl verordnet: die ‚Hallo-Wach-Spritze‘ für das Gesundheitssystem“ hieß am 21.11.2017 das Thema der Veranstaltung „AOK Baden-Württemberg im Dialog“ in der Stuttgarter Staatsgalerie.

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news-1960 Thu, 16 Nov 2017 09:59:43 +0100 65 Prozent der Baden-Württemberger bevorzugen das Leben im Alter daheim https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/65-prozent-der-baden-wuerttemberger-bevorzugen-das-leben-im-alter-daheim.html Stationäre Pflege besser als ihr Ruf Nur jeder vierte Baden-Württemberger (27 Prozent) kann sich vorstellen, im Alter in ein Pflegeheim zu ziehen – oft aus Unwissenheit über die dortige Realität, wie eine repräsentative Befragung des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag der AOK Baden-Württemberg zeigt. Denn: Wer über zu pflegende Angehörige bereits Erfahrungen mit dem Leben im Heim gemacht hat, beurteilt es viel positiver. So würde mehr als ein Drittel dieser Befragten (34 Prozent) das Wohnen im Alter im Pflegeheim der Pflege in den eigenen vier Wänden vorziehen. „Zu lange und zu Unrecht wurde ‚ambulant vor stationär‘ postuliert und die Pflege im Heim damit diskreditiert“, so Britta March, verantwortlich für den Bereich Pflege bei der AOK Baden-Württemberg. „Damit muss Schluss sein. Erstens, weil das Leben im Pflegeheim hierzulande deutlich besser ist als sein Ruf. Zweitens, weil die Gesellschaft des langen Lebens ambulant und stationär braucht.“ Denn bis 2030 werde die Zahl der Menschen, die Pflege benötigten, um ein Drittel steigen, so March weiter. Es sei bedeutsam, den Menschen die freie Wahl zu lassen. Eine Wohnform auszuschließen, ohne nach dem individuellen Bedürfnis zu fragen, sei falsch.

 

In der Gesellschaft des langen Lebens könnten und wollten die Menschen alt werden. Das bedeute für viele Menschen Beeinträchtigungen, Hilfe- und Pflegebedarf im Alltag, so March weiter. Wo aber ein Mensch wohne und Unterstützung und Pflege erhalte, solle jeder für sich entscheiden können. „Es ist unsere Verantwortung, den Menschen mit Hilfe- und Pflegebedarf das ‚passende Zuhause‘ anbieten zu können – das Zuhause soll da erlebbar sein, wo der Hilfe- oder Pflegebedürftige wohnt. Und es längst erwiesen: Lebensqualität ist auch im Pflegeheim möglich. Es ist dringend notwendig, dass die Menschen die Vorurteile gegen die Pflege im Heim abbauen“, fordert March und ergänzt, dass schlechter Pflege immer konsequent begegnet werden müsse. Heime generell an den Pranger zu stellen sei unfair, undifferenziert und falsch.

 

Die Vorurteile sind gewaltig, wie die aktuelle forsa-Befragung im Auftrag der AOK Baden-Württemberg zeigt. Nur jeder zweite Baden-Württemberger (54 Prozent) glaubt, dass sich die Bewohnerinnen und Bewohner in einem Pflegeheim wohlfühlen können. Nicht einmal die Hälfte (42 Prozent) meint, man kümmere sich liebevoll um sie. Deutlich positiver bewerten diejenigen, die durch einen zu pflegenden Angehörigen eigene Erfahrungen mit Pflegeheimen gemacht haben, die Situation der Bewohnerinnen und Bewohner. Zwei Drittel von ihnen (67 Prozent) empfinden, dass sie sich dort wohlfühlen können. Ebenso viele (63 Prozent) sind überzeugt, dass man sich liebevoll um sie kümmert.

 

 

 

 

Hinweis an die Redaktionen:

Die repräsentative Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag der AOK Baden-Württemberg durchgeführt. Insgesamt 512 Personen ab 18 Jahren in Baden-Württemberg beantworteten dafür zwischen dem 8. und 18. August 2017 am TV-Bildschirm, PC, Laptop, Tablet oder Smartphone zu selbst gewählten Zeiten einen Fragebogen.

 

 

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news-1959 Wed, 15 Nov 2017 10:39:43 +0100 Digitalisierung in der hausärztlichen Versorgung https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/digitalisierung-in-der-hausaerztlichen-versorgung.html Zwei Drittel der Baden-Württemberger wünschen eine stärkere digitale Vernetzung im Gesundheitswesen Rund zwei Drittel (65 Prozent) der Baden-Württemberger würden den elektronischen Austausch von Patientendaten zur stärkeren Vernetzung der Akteure im Gesundheitswesen begrüßen. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der AOK Baden-Württemberg in Auftrag gegebene repräsentative Forsa-Umfrage. Mit ihrem Projekt TeleDerm sind die größte Südwestkasse, das Universitätsklinikum Tübingen, der Hausärzteverband Baden-Württemberg und weitere Projektpartner auf dem richtigen Weg. In den Landkreisen Calw, Rottweil, Zollernalb und Böblingen können 50 Hausarztpraxen Fotos von auffälligen Hautpartien ihrer Patientinnen und Patienten über eine geschützte Onlineplattform einem Dermatologen zur Befundung zur Verfügung stellen. Innerhalb von zwei Tagen kann der Hausarzt dessen Fachdiagnose an die Patienten weitergeben.

 

„Das Projekt TeleDerm verbindet die hausärztliche Versorgung mit einem telemedizinischen Ansatz. Durch die telemedizinisch konsiliarische Einbindung von Dermatologen können zeitliche und räumliche Engpässe überbrückt sowie die hausärztliche Versorgung insgesamt gestärkt werden“, sagt Jürgen Graf, Fachbereichsleiter „Integriertes Leistungsmanagement“ der AOK Baden-Württemberg anlässlich einer Informationsveranstaltung für die am Projekt teilnehmenden Hausärzte, die heute (15.11.2017) in Tübingen stattfindet.

 

Der Wunsch nach digitaler Kommunikation und Vernetzung ist unter den Baden-Württembergern fast genauso groß wie die Forderung nach einer stärkeren elektronischen Vernetzung der Akteure untereinander. Laut Forsa-Studie würde es die Mehrheit (60 Prozent) begrüßen, wenn ihr Arzt die Möglichkeit hätte, Rezepte und Überweisungen auf elektronischem Wege zu übermitteln. Im Rahmen ihres Hausarzt- und Facharztprogramms arbeitet die größte Südwestkasse mit ihren Partnern Hausärzteverband und MEDI Baden-Württemberg genau daran. „Das Einschreibeprinzip ins Hausarztprogramm und das enge Zusammenspiel mit den AOK-Facharztverträgen sind eine hervorragende Basis, um auch digitale Innovationen für eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung voran zu treiben“, sagt Jürgen Graf.

 

Während der Wunsch nach elektronischer Vernetzung, digitaler Datenübertragung und einer moderneren Infrastruktur im Gesundheitswesen hierzulande groß ist, möchte nur ein Viertel der Baden-Württemberger (27 Prozent) eine Video-Sprechstunde mit ihrem Arzt nutzen. Ebenfalls gering ist die Anzahl derer im Land, die eine Gesundheitsapp installiert haben. Nur 9 Prozent der Baden-Württemberger verwenden eine App zur Unterstützung ihrer Gesundheit.

 

Quelle: Die repräsentative Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der AOK Baden-Württemberg durchgeführt. Befragt wurden zwischen dem 10. bis 23. August 2017 insgesamt 507 nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählte Personen ab 18 Jahren in Baden-Württemberg.

 

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news-1901 Mon, 23 Oct 2017 13:23:52 +0200 Mehr als 1,5 Millionen Teilnehmer im AOK-Hausarztprogramm https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/mehr-als-15-millionen-teilnehmer-im-aok-hausarztprogramm.html Bessere Versorgungsqualität und besondere Serviceleistungen überzeugen immer mehr Versicherte Stefanie Herzog aus Schramberg hat sich in der Gemeinschaftspraxis von Dr. Susanne Andreae und Dr. Ralph Jäger und weiteren Ärzten in Schramberg-Sulgen als 1,5-millionste Teilnehmerin in das AOK-Hausarztprogramm in Baden-Württemberg eingeschrieben. Sie profitiert jetzt von den vielen Vorteilen des innovativen Versorgungskonzeptes: Kürzere Wartezeiten, schnellere Facharzttermine, Abendsprechstunden bis 20 Uhr und keine Zuzahlungen bei vielen Medikamenten sind vertraglich gesichert. Chronisch Kranken wie Diabetikern bleiben durch die intensivere Betreuung nachweislich in signifikantem Umfang Komplikationen wie Amputationen oder Schlaganfälle erspart. Gesunde profitieren durch umfangreiche Vorsorgemaßnahmen. Hausärzte setzen sich besonders für ihre Patientinnen und Patienten ein und erfüllen besondere Qualitätsstandards. Dafür erhalten sie ein höheres Honorar mit unbürokratischer Abrechnung, die ihnen weit mehr Zeit für ihre Patientinnen und Patienten lässt.

 

Das AOK-Hausarztprogramm wurde bereits 2008 von AOK Baden-Württemberg, Hausärzteverband und MEDI Baden-Württemberg als erster Hausarztvertrag in Deutschland gestartet, der als wettbewerbliche Alternative eine Versorgung außerhalb des herkömmlichen Systems der Kassenärztlichen Vereinigung erlaubt. Zusammen mit dem 2010 gestarteten AOK-Facharztprogramm, in das knapp 600.000 Versicherte eingeschrieben sind, verbessert das alternative Konzept nachweislich die ambulante Versorgung der Versicherten. Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, erklärt den Erfolg: „Haus- und Facharztprogramm sind exakt auf die Bedürfnisse unserer Versicherten in Baden-Württemberg zugeschnitten und wir entwickeln sie permanent in enger Abstimmung mit unseren Partnern auf der Ärzteseite weiter.“ 1,5 Millionen freiwillig eingeschriebene Versicherte und 4.000 Haus- und Kinderärzte seien ein klarer Beweis dafür, dass es für Versicherte und Ärzte die attraktive und versorgungsmäßig bessere Alternative sei, so Hermann bei einem Pressegespräch in der Gemeinschaftspraxis „regiodocs“. Weitere Gesellschafter dieser überörtlichen Berufsausübungsgemeinschaft mit fünf Zweigpraxen sind neben Dr. Andreae und Dr. Jäger auch Dr. Gebhard Pfaff und Simon Klausmann.

 

Auch die 1,5-millionste Teilnehmerin, die Schrambergerin Stefanie Herzog, ist sich sicher: „Mir ist besonders wichtig zu wissen, dass mein Hausarzt mir auch in den nächsten Jahren stets zur Verfügung stehen wird. Da ich berufstätig bin, empfinde ich die Abendsprechstunde als guten Service. Außerdem spart man Geld, weil bei vielen Medikamenten die Zuzahlung entfällt.“ In der Gemeinschaftspraxis „regiodocs“ sind 2659 Patientinnen und Patienten im AOK-Hausarztprogramm eingeschrieben. Dr. Ralph Jäger, Partner der Gemeinschaftspraxis, sieht darin viele Vorteile: „Durch den Vertrag habe ich deutlich mehr Zeit für meine Patienten. Ein Grund dafür ist die einfache Abrechnung, für die wir in der Regelversorgung früher Tage gebraucht haben.“ Ältere Patientinnen und Patienten mit mehreren Erkrankungen profitieren besonders. So entlastet im AOK-Hausarztprogramm eine speziell ausgebildete medizinische Versorgungsassistentin - VERAH genannt - den Hausarzt bei wichtigen Aufgaben wie zum Beispiel Routine-Hausbesuchen und Medikamenten-Management. Aber auch jüngeren Versicherten sichert das AOK-Hausarztprogramm dauerhaft die hausärztliche Versorgung vor Ort.

 

Dr. Berthold Dietsche, Landesvorsitzender des Hausärzteverbandes unterstreicht die Bedeutung des AOK-Hausarztprogramms aus Sicht der Hausärzte. „Eine zentrale Herausforderung ist das Thema Praxisnachfolge, denn jeder dritte Hausarzt im Lande ist bereits älter als 60 Jahre.“ Dank der besseren wirtschaftlichen und organisatorischen Bedingungen durch die Hausarztverträge sei inzwischen eine Trendumkehr erkennbar. „Die Gemeinschaftspraxis in Schramberg ist ein gutes Beispiel für eine zukunftssichere und modern aufgestellte Praxis, die den Hausarztberuf gerade in ländlichen Regionen wieder deutlich attraktiver macht.“

 

Dr. Werner Baumgärtner, ebenfalls Hausarzt und Vorsitzender von MEDI Baden-Württemberg, sagt: „Unseren Patienten empfehlen wir zusätzlich die Teilnahme am AOK-Facharztprogramm. So wurde zum Beispiel bei den teilnehmenden Patienten am Facharztprogramm die Zahl der Krankenhausbehandlungen bei Herzerkrankungen nachweislich gesenkt. Unnötige Krankenhauseinweisungen zu reduzieren ist ein wichtiges Ziel der Facharztverträge, denn die stationäre Einweisung ist für Patienten belastend und hat medizinisch betrachtet keine Vorteile. Die Kombination aus Hausarzt- und Facharztverträgen sorgt dafür, dass die Patienten schneller beim Facharzt behandelt werden und durch die strukturiertere Zusammenarbeit zwischen Haus- und Fachärzten wird vieles ambulant geregelt.“

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news-1898 Thu, 19 Oct 2017 09:43:00 +0200 Zahl der Rehospitalisierungen senken https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/zahl-der-rehospitalisierungen-senken.html Innovationsfonds fördert Projekt VESPEERA Allein unter den Versicherten der AOK Baden-Württemberg mussten 2016 fast 130.000 Patienten innerhalb von drei Monaten nach ihrer Krankenhausentlassung erneut stationär aufgenommen werden. Häufiger Grund sind vermeidbare Komplikationen, die im Nachgang eines stationären Aufenthalts auftreten. Die AOK Baden-Württemberg will diese Zahl deutlich senken. Helfen soll dabei ein neues Konzept, das ein strukturiertes Einweisungs- und Entlassmanagement zwischen Hausarztpraxen und Kliniken vorsieht. Patienten mit erhöhtem Unterstützungsbedarf erhalten nach einem stationären Krankenhausaufenthalt zudem ein engmaschiges Monitoring durch die Hausarztpraxis. Das Projekt VESPEERA (Versorgungskontinuität sichern: Patientenorientiertes Einweisungs- und Entlassmanagement in Hausarztpraxen und Krankenhäusern) wird zunächst in acht Landkreisen umgesetzt und evaluiert. Experten halten das Projekt für so zukunftsweisend, dass es als neue Versorgungsform durch den bundesweiten Innovationsfonds gefördert wird.

 

„Aktuelle Studien zeigen, dass ein strukturiertes Einweisungs- und Entlassmanagement vermeidbare Rehospitalisierungen reduzieren kann“, erklärt Katrin Tomaschko, Projektleiterin bei der AOK Baden-Württemberg. „Mit dem Rahmenvertrag zum Entlassmanagement ist ein erster wichtiger Schritt getan“, so Tomaschko weiter. Mit dem nun startenden Projekt VESPEERA setze man ergänzend dazu insbesondere in der Verzahnung mit den Hausarztpraxen neue Maßstäbe.

 

Patientinnen und Patienten, die an dem Projekt teilnehmen, erhalten ein strukturiertes Einweisungsmanagement durch ihre Hausarztpraxis. Die von den Kliniken durchgeführte Entlassplanung wird über den Rahmenvertrag hinaus konkretisiert. Außerdem werden teilnehmende Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Unterstützungsbedarf in den ersten drei Monaten nach der Entlassung aus der Klinik durch eine VERAH (Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis) engmaschig telefonisch betreut. Die Aufgabe der VERAH ist es, durch strukturierte, Software-gestützte Fragestellungen Verschlechterungen des Gesundheitszustandes frühzeitig zu erkennen. Dadurch erhält die Hausarztpraxis die Möglichkeit, Maßnahmen einzuleiten, die eine erneute Einweisung ins Krankenhaus verhindern können. So sollen die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten gesteigert und dem sogenannten „Drehtür-Effekt“ entgegengewirkt werden.

 

Das Projekt VESPEERA und seine begleitende Evaluation laufen bis September 2020. Projektpartner sind neben der AOK Baden-Württemberg die Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung und das Institut für Medizinische Biometrie und Informatik des Universitätsklinikums Heidelberg, das aQua-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen, die Hausärztliche Vertragsgemeinschaft sowie der Gesundheitstreffpunkt Mannheim e.V.

 


Hinweis an die Redaktionen:

Die zitierten aktuellen Studien zu strukturellem Einweisungs- und Entlassmanagement meinen die folgenden Veröffentlichungen:

 

  1. Gonçalves-Bradley DC, Lannin NA, Clemson LM, et al. (2016). Discharge planning from hospital. Cochrane Database Syst Rev (1):CD000313.
  2. Jenq GY, Doyle MM, Belton BM, et al. (2016). Quasi-Experimental Evaluation of the Effectiveness of a Large-Scale Readmission Reduction Program. JAMA Intern Med; 176(5):681-90.
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news-1894 Tue, 17 Oct 2017 18:46:06 +0200 AOK Baden-Württemberg: Neuer Verwaltungsrat konstituiert https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-baden-wuerttemberg-neuer-verwaltungsrat-konstituiert.html Grundstein für verlässliche Strukturen für die nächsten sechs Jahre gelegt Der Verwaltungsrat der AOK Baden-Württemberg hat sich am Dienstag (17.10.2017) für die nächsten sechs Jahre konstituiert. „Damit ist die Basis für eine weiterhin erfolgreiche Arbeit der größten Krankenkasse im Land, auch unter sich schneller ändernden Rahmenbedingungen, geschaffen“, so die in ihrem Amt bestätigte alternierende Vorsitzende auf Versichertenseite des AOK-Verwaltungsrats, Monika Lersmacher. „Im Jahr 2016 hat die Südwest-AOK mit einem GKV-Volumen von 12,8 Milliarden Euro ein Plus von 191 Millionen Euro erzielt und damit erneut ihr erfolgreiches Wirtschaften unter Beweis gestellt“, bekräftigt der ebenfalls im Amt bestätigte alternierende Verwaltungsratsvorsitzende auf Arbeitgeberseite, Peer-Michael Dick.

 

„Wir können solche Ergebnisse erzielen, weil wir die Ausgabenseite im Griff haben und uns konsequent dem Wettbewerb um bessere Versorgung und Qualität für unsere Versicherten stellen, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg.

 

Im Jahr 2016 hat die AOK Baden-Württemberg mehr als 12,6 Milliarden Euro für Versicherungsleistungen ausgegeben. Die drei größten Ausgabenblöcke waren der Krankenhausbereich mit mehr als 3,9 Milliarden Euro, die ärztliche Behandlung mit 2,2 Milliarden Euro sowie der Arzneimittelbereich mit rund 2 Milliarden Euro.

 

Der Verwaltungsrat der AOK Baden-Württemberg, der sich im Bildungszentrum des Unternehmens in Pfedelbach-Untersteinbach für die nächsten sechs Jahre konstituiert hat, ist das zentrale Selbstverwaltungsorgan der AOK Baden-Württemberg. Ihm gehören 30 Mitglieder an, die je zur Hälfte mit Vertreterinnen und Vertretern der Arbeitgeber- und der Versichertenseite besetzt sind. Der Vorsitz wechselt jährlich zwischen den beiden Bänken. Als Verwaltungsratsvorsitzende für die Versichertenseite wurde Monika Lersmacher ebenso einstimmig bestätigt, wie auf der Arbeitgeberseite Peer-Michael Dick.

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news-1887 Fri, 29 Sep 2017 10:37:44 +0200 Neuer Versorgungsansatz in der Kinder- und Jugendpsychiatrie https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/neuer-versorgungsansatz-in-der-kinder-und-jugendpsychiatrie.html AOK Baden-Württemberg und Universitätsklinikum Tübingen vereinbaren einzigartiges Modellvorhaben. Am 1. Oktober 2017 starten die AOK Baden-Württemberg, die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) als Landwirtschaftliche Krankenkasse und das Universitätsklinikum Tübingen ein bundesweit einmaliges Modellvorhaben, um die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit schweren psychischen Störungen zu verbessern. Im Jahr 2016 wurden ca. 2.500 bei der AOK Baden-Württemberg versicherte Kinder und Jugendliche stationär in einer kinder- und jugendpsychiatrischen Klinik behandelt. 42 Prozent von ihnen waren dabei sogar länger als sechs Wochen im Krankenhaus. „Gerade für Heranwachsende mit schweren psychischen Störungen ist es von zentraler Wichtigkeit, zeitnah in ein selbstbestimmtes Leben zurückzufinden. Dabei ist der Übergang aus dem stationären Aufenthalt in die soziale Lebenswelt eine extrem sensible Phase. Hier setzt das Modell an und ermöglicht insbesondere eine therapeutisch intensiv begleitete Rückkehr in den Alltag draußen“, betont Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg.

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die aufgrund schwerer psychischer Probleme oder Störungen stationär behandelt werden, steigt stetig an. So werden im Vergleich zum Jahr 2011 inzwischen 19 Prozent mehr AOK-Versicherte in eine Kinder- und Jugendpsychiatrie aufgenommen. Besorgniserregend ist die hohe Zahl an Notaufnahmen. Diese lag 2016 in Baden-Württemberg bei durchschnittlich
51 Prozent, am Universitätsklinikum Tübingen sogar bei 76 Prozent. 2016 wurden in der Notaufnahme der Tübinger Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter so viele Kinder und Jugendliche behandelt, wie nie zuvor.

In der nun startenden Modellversorgung erhalten die Kinder und Jugendlichen im Anschluss an eine möglichst verkürzte vollstationäre Behandlung eine „Therapeutische Intensivbehandlung im Ambulanten Setting“ (TIBAS). „Diese neue ambulante Intensivbehandlung hat das Ziel, bei umfassender therapeutischer Versorgung betroffenen Kindern und Jugendlichen schneller eine Rückkehr in ihre Lebensbezüge mit Familie, Freunden, Schule und Verein zu ermöglichen“, betont Professor Dr. Tobias Renner, Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter am Universitätsklinikum Tübingen. „Mit TIBAS entwickeln wir etwas völlig Neues, was es in der Form heute nicht gibt.“

Im Modellprojekt erhalten die Kinder und Jugendlichen umfängliche einzel- und gruppentherapeutische sowie tagesstrukturierende Angebote am Klinikum, bewegen sich aber auch in ihrem häuslichen Umfeld. Ein persönlicher Betreuer (Case Manager) begleitet die Kinder und Jugendlichen zudem über die gesamte Behandlungsdauer, ist in alle Behandlungsschritte eingebunden und steht auch nach der Klinikentlassung zur Verfügung. „Die Behandlungsintensität passen wir gezielt auf die Patientenbedürfnisse an. So erreichen wir eine nachhaltige Stabilisierung, können aber auch bei wiederkehrenden Krisen schnell mit allen Versorgungsangeboten des Krankenhauses reagieren, um erneute stationäre Einweisungen möglichst zu vermeiden“, erläutert Renner. „Sobald es möglich ist, geben wir die Patientin oder den Patienten in die bewährte Behandlung durch die niedergelassenen Fachärztinnen und Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie sowie die speziell für Kinder und Jugendliche ausgebildeten Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten.“

Das Modellvorhaben hat eine Laufzeit von acht Jahren und wird wissenschaftlich evaluiert. Ziel ist es, das Angebot später auch über die Region Tübingen hinaus anzubieten.

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news-1851 Fri, 15 Sep 2017 15:44:29 +0200 Behandlungsfehler: Jeder fünfte Verdacht bewahrheitet sich https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/behandlungsfehler-jeder-fuenfte-verdacht-bewahrheitet-sich.html AOK Baden-Württemberg fordert Stärkung von Patientenrechten Um rund 1.500 Fälle vermuteter Behandlungsfehler hat sich die AOK Baden-Württemberg im Jahr 2016 gekümmert, sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Die Steigerung führt der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann, vor allem darauf zurück, dass zunehmend mehr Versicherte darüber Bescheid wissen, dass ihre Krankenkasse sie umfänglich unterstützt, wenn der Verdacht eines Behandlungsfehlers besteht: „Wir verstehen uns als Anwalt unserer Versicherten und nehmen diese Rolle sehr ernst. Tatsächlich bewahrheitete sich 2016 mehr als jeder fünfte Verdachtsfall. Die neutralen fachärztlichen Gutachter sahen in 21 Prozent der untersuchten Fälle tatsächlich einen Behandlungsfehler“, konstatiert Hermann.

 

Ein Behandlungsfehler liegt beispielsweise dann vor, wenn eine durchgeführte medizinische Maßnahme nicht dem wissenschaftlichen Standard entspricht. Damit kann die Falschdiagnose durch einen Arzt ebenso gemeint sein wie ein in einer Operationswunde vergessener Tupfer. Wenn zu den gesundheitlichen Sorgen auch noch die Belastung durch einen Rechtsstreit kommt, fühlen sich die meisten Patientinnen und Patienten überfordert. Die Betroffenen haben einen Anspruch auf Schadenersatz, wenn ein Behandlungsfehler einen gesundheitlichen Schaden verursacht hat. Den Zusammenhang zwischen Behandlungsfehler und Schaden müssen jedoch grundsätzlich die Patienten beweisen. „Ob sie in ihrer Situation die Kraft dazu aufbringen können, ihre Ansprüche einzufordern, ist eine andere Frage“, beschreibt AOK-Chef Hermann das Dilemma der Geschädigten. Spezialisierte Serviceteams der AOK Baden-Württemberg unterstützen Versicherte daher, indem sie auf Wunsch und mit dem Einverständnis der Betroffenen die erforderlichen Patientenunterlagen anfordern.

 

Erhärtet sich der Verdacht auf einen Behandlungsfehler, werden neu­trale fachärztliche Gutachten in Auftrag gegeben. Das Gutachten wird den Versicherten kostenfrei zur Verfügung gestellt. Besonders oft müssen sich von der AOK beauftragte Fachgutachter mit Fällen aus der Orthopädie oder der Unfallchirurgie beschäftigen: 23 Prozent der erstellten Gutachten stammten im Jahr 2016 aus diesen Fachgebieten. Dahinter folgt mit 18 Prozent die Allgemeine Chirurgie; Zahnheilkunde und Innere Medizin waren mit 13 beziehungsweise 12 Prozent betroffen.

 

Anlässlich des Tags der Patientensicherheit fordert Hermann von der Politik eine gerechtere Verteilung der Beweislast: „Wir sehen es als zielführend an, wenn die Beweisführung bei Behandlungsfehlern im Sinne der Versicherten erleichtert wird. Überwiegt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Behandlungsfehler ursächlich war für einen gesundheitlichen Schaden, sollte dies zukünftig als Beweis ausreichend sein.“

 

Faktenbox "Behandlungs- und Pflegefehler" (pdf-Dokument)

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news-1850 Thu, 14 Sep 2017 13:55:56 +0200 AOK-Programm „Lebe Balance“ stärkt die psychische Gesundheit https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-programm-lebe-balance-staerkt-die-psychische-gesundheit.html Krankmeldungen: Psychische Erkrankungen und Lebenskrisen nehmen zu Die Fehlzeiten aufgrund von psychischen Erkrankungen und Lebenskrisen in den Betrieben Baden-Württembergs steigen von Jahr zu Jahr. Die Gründe dafür liegen häufig in einer zu hohen Belastung, Leistungsdruck, Terminstress, sich ändernden Lebensumständen oder einer privaten Krise. Im vergangenen Jahr wurden 186.717 Arbeitsunfähigkeits-Fälle (AU-Fälle) in Baden-Württemberg aufgrund einer psychischen Erkrankung diagnostiziert. 8.146 AU-Fälle wurden aufgrund einer Lebenskrise gemeldet. Mit ihrem Programm „Lebe Balance“ unterstützt die AOK Baden-Württemberg die Betriebe dabei, die psychische Gesundheit ihrer Angestellten zu stärken.

 

Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen nehmen stetig zu – auch weil die Arbeitswelt sich in den vergangenen Jahren massiv verändert hat. Beschleunigung, Informationsflut, Zunahme der Kopfarbeit, Arbeitsverdichtung – all das spielt ebenso wie beispielsweise die ständige Erreichbarkeit im Privaten eine Rolle. Die aktuellen Zahlen zur Arbeitsunfähigkeit (AU) der AOK Baden-Württemberg belegen diesen Trend. Wurden 2014 noch 167.630 AU-Fälle im Südwesten aufgrund einer psychischen Erkrankung gemeldet, waren es zwei Jahre später 186.717 AU-Fälle. Das entspricht einer Steigerung von 11,38 Prozent. Ebenfalls zugenommen haben hierzulande die Krankschreibungen aufgrund einer Lebenskrise. Im Vergleich zu 2014 (7.727) stiegen die AU-Fälle im vergangenen Jahr um 5,4 Prozent.

 

„Arbeit an sich macht in der Regel nicht psychisch krank. Aber zum Teil muss der richtige Umgang mit neuen Gegebenheiten erst gelernt werden, um nicht darunter zu leiden“, sagt Jutta Ommer-Hohl, Fachbereichsleiterin Gesundheitsförderung der AOK Baden-Württemberg. Für die psychische Gesundheit gibt es Schutzfaktoren. Dazu zählen unter anderem die Fähigkeit, von sich selbst Abstand und über sich selbst nachdenken zu können, ein wohlwollender Umgang mit sich selbst, Sinnerfülltheit, Entspannung, Sport, Hobbys und soziale Kontakte.

 

Die AOK Baden-Württemberg unterstützt umfassend bei der Prävention und Gesundheitsförderung im Betrieb. „Wir beraten Unternehmen beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement, bieten maßgeschneiderte Programme und leisten so einen Beitrag, durch präventive Maßnahmen die Gesundheit und das Wohlbefinden zu fördern und krankheitsbedingte Fehlzeiten zu reduzieren“, sagt Jutta Ommer-Hohl. Mit dem wissenschaftlich überprüften Programm „Lebe Balance im Betrieb“ trägt die AOK Baden-Württemberg dazu bei, die Resilienz (psychische Widerstandsfähigkeit) der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu stärken.

 

Laut einer aktuellen Studie für den Fehlzeitenreport 2017 hat das AOK-Programm für psychisch Belastete einen mittleren bis starken Effekt in der Verringerung der psychischen Belastung und es ist in der Lage, die Wahrscheinlichkeit von Neuerkrankungen zu reduzieren. Aufgrund der deutlichen positiven Wirkung auf die psychische Belastung eignet sich das Programm sowohl zum Umgang mit Krisen wie auch zu deren Prävention, da bei geringerer psychischer Belastung ein effektiverer Umgang mit potenziellen Überforderungssituationen möglich ist und eine Abwärtsspirale verhindert werden kann.

 

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news-1823 Mon, 04 Sep 2017 11:00:00 +0200 „Vor der Technologie kommt das Denken“ https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/vor-der-technologie-kommt-das-denken.html AOK Baden-Württemberg will Privatwirtschaft in der Telemedizin überholen „Unser Gesundheitssystem ist nicht krank, es ist müde“, sagt Dr. Christopher Hermann, „es benötigt dringend eine Therapie.“ Der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg macht im aktuellen Unternehmensbericht der mit fast 4,3 Millionen Versicherten größten Krankenkasse im Südwesten gleich mehrere Bereiche aus, in denen er dem deutschen Gesundheitswesen gerne eine „Hallo-Wach-Spritze“ verabreichen würde. Neben der ambulanten Versorgung und Teilen des Kliniksektors hat der AOK-Chef vor allem die Digitalisierung im Visier. „Es gibt Krankenkassen, die werfen irgendeine App auf den Markt und denken, sie sind damit schon mitten in der Digitalisierung angekommen. Vor der Technologie kommt aber das Denken: Was wird wirklich gebraucht, mit welchem Nutzen und in welcher Zeit?“

 

Abhängigkeiten in alle erdenklichen Richtungen sind ein Charakteristikum eines jeden Digitalisierungsprojekts. Hermann verweist auf ein Beispiel, in dem die AOK Baden-Württemberg gerade diese strukturbedingte Vorgabe in eine Chance verwandelt hat. „Wir haben gemeinsam mit der Universität Tübingen und dem Hausärzteverband Baden-Württemberg das Projekt TeleDerm gestartet. Es verbindet die hausärztliche Versorgung mit einem telemedizinischen Ansatz. Damit bringen wir die Expertise von Dermatologen dorthin, wo keine entsprechende fachärztliche Kompetenz zur Verfügung steht.“

 

TeleDerm erprobt die AOK in den Landkreisen Calw, Rottweil, Zollern­alb und Böblingen. In den Praxen der teilnehmenden Hausärzte können Patientinnen und Patienten mit Hautproblemen erkrankte Hautpartien von ihrem Hausarzt abfotografieren lassen und gemeinsam mit ihm einen Fragebogen ausfüllen. Foto und Fragebogen stellt der Hausarzt dann über eine geschützte Online-Plattform einem Dermatologen zur Verfügung. Innerhalb von zwei Tagen kann der Hausarzt dessen Fachdiagnose an die Patienten weitergeben.

 

„Dieses Projekt passt zu unserer Langzeitstrategie, in der der Hausärzte die zentrale Rolle in der Versorgung einnehmen. In strukturschwächeren Regionen kann Telemedizin einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu ärztlicher Versorgung erschließen“, betont Hermann. Es sei nun aber an der Politik, nach der Bundestagswahl einen Handlungsrahmen vorzugeben, der digitale Initiativen wie TeleDerm schneller voranbringt. „Wir müssen Ergebnisse vorweisen können, bevor private Großkonzerne den Markt der Telemedizin endgültig untereinander aufteilen“, so Hermann weiter.

 

Wie der Unternehmensbericht zeigt, hat die AOK Baden-Württemberg im Jahr 2016 mit einem Haushaltsvolumen von 15,2 Milliarden Euro einen Jahresüberschuss von 191 Millionen Euro erwirtschaftet. „Wer denkt, dass wir deswegen im Geld schwimmen, ist aber auf dem Holzweg“, erklärt der AOK-Chef: „191 Millionen Euro ist eine Summe, die wir in vier Arbeitstagen für Versichertenleistungen ausgeben.“

 

Unternehmensbericht, Ausgabe 2017

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news-1815 Thu, 17 Aug 2017 12:57:32 +0200 Mehr Kompetenzen für den Rettungsdienst https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/mehr-kompetenzen-fuer-den-rettungsdienst.html Gemeinsamer Vorstoß von AOK und DRK in Baden-Württemberg Wenn Ende September die ersten Notfallsanitäter ihre Ausbildung abschließen, werden sie als Verantwortliche im Rettungswagen im Einsatz sein. Einiges, was sie in den drei Jahren gelernt haben, dürfen sie jedoch nicht in die Tat umsetzen. Grund hierfür sind unzureichende bundesgesetzliche Vorgaben. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und die AOK Baden-Württemberg fordern nun Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in einem gemeinsamen Schreiben auf, diese Hindernisse zügig zu beseitigen. Denn eine bessere Ausbildung verlangt mehr Kompetenzen für die Notfallsanitäter.

 

Mit der Einführung der dreijährigen Ausbildung des Notfallsanitäters zum 1. Januar 2014 und der damit endenden Ausbildung zum Rettungsassistenten versprach man sich besser ausgebildete Rettungsdienstmitarbeiter, die den Patienten am Einsatzort noch kompetenter helfen können – auch dann, wenn (noch) kein Notarzt am Einsatz beteiligt ist. Im September werden in Baden-Württemberg die ersten 85 Notfallsanitäter ihre dreijährige Ausbildung abschließen und ihren Dienst in den Hilfsorganisationen beginnen. In den letzten drei Jahren haben darüber hinaus bereits mehr als 1.000 Rettungsassistenten die Nachqualifizierung zum Notfallsanitäter mit einer Prüfung erfolgreich abgeschlossen.

 

Die Krankenkassen in Baden-Württemberg finanzieren mit einem nicht unerheblichen Millionenbetrag die Ausbildung aber auch die Weiterqualifizierung der bestehenden Rettungsassistenten zum Notfallsanitäter. „Wir stehen mit dafür ein, dass unseren Versicherten im Notfall schnell und kompetent geholfen wird. Wenn gut ausgebildete Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter vor Ort sind und ihr Wissen nicht anwenden dürfen, muss das geändert werden“, unterstützt Dr. Christopher Herrmann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, die Forderung des DRK.

 

Eine Grundlage der Ausbildung in Baden-Württemberg sind zwischen allen Rettungsdienstschulen und den zuständigen Ministerien abgestimmte Handlungsempfehlungen. In diesen ist ein standardisiertes Vorgehen in 19 Notfallsituationen geregelt – vom Kreislaufstillstand über den Herzinfarkt und Schlaganfall bis hin zum schwerverletzten Unfallopfer. „Unsere neuen Notfallsanitäter werden in drei Jahren fit gemacht, um im Notfalleinsatz kompetent helfen zu können. Sie dürfen es aber nicht“, stellen die Präsidenten der beiden DRK-Landesverbände in Baden-Württemberg, Dr. Lorenz Menz und Jochen Gläser, übereinstimmend fest.

 

Eine Ursache hierfür ist im Heilpraktikergesetz zu finden, einem Bundesgesetz. Für Dr. Menz ist klar: „Der Bundesgesetzgeber muss schnellstmöglich die Rahmenbedingungen schaffen, damit das Notfallsanitätergesetz nicht ins Leere läuft“. Darüber hinaus ermögliche der größere Handlungsspielraum der Notfallsanitäter eine Entlastung des Notarztsystems.

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news-1800 Thu, 03 Aug 2017 13:02:13 +0200 Bundesweiter Vorreiter einer besseren ambulanten Versorgung https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/bundesweiter-vorreiter-einer-besseren-ambulanten-versorgung.html Sozialminister Manne Lucha informiert sich über AOK-Haus- und FacharztProgramm Das gemeinsame HausarztProgramm von AOK Baden-Württemberg, MEDI Baden-Württemberg und Hausärzteverband Baden-Württemberg hat für die ambulante Versorgung bundesweit ein beispielloses Zeichen gesetzt. Seit neun Jahren ist es ein Muster für die wettbewerbliche Erneuerung des Gesundheitswesens. Bei einem Praxisbesuch am Donnerstag (03.08.2017) in Pfedelbach bei Öhringen informierte sich Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha über die Umsetzung der alternativen Regelversorgung.

 

Chronische Krankheiten nehmen bundesweit kontinuierlich zu, gleichzeitig sind die Hausarztzahlen seit Jahren rückläufig. Das AOK-HausarztProgramm und das angeschlossene FacharztProgramm setzen genau hier an, um Fehlversorgung zur vermindern: Die Patientenversorgung wird durch eine intensive und koordinierte Zusammenarbeit der beteiligten Ärzte verbessert, die Rolle des Hausarztes in seiner Lotsenfunktion gestärkt und der Beruf für den Nachwuchs wieder attraktiv gemacht. Landesweit nehmen 1,5 Mio. AOK-Versicherte daran teil – davon zudem 600.000 an dem 2011 gestarteten FacharztProgramm. Im Hohenlohekreis liegt die Teilnahme der rund 60.000 AOK-Versicherten über dem Landesdurchschnitt von 35 Prozent: Mehr als jeder zweite profitiert schon von den Vorteilen des HausarztProgramms, fast jeder fünfte nimmt am FacharztProgramm teil.

 

„Die gemeinsame Aufgabe von Kassen und Politik ist es, glaubhaft, empathisch und engagiert die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung im Land qualitativ hochwertig sicherzustellen – egal wo in Baden-Württemberg jemand lebt. Die Anstrengungen der AOK geben dabei wichtige Impulse“, sagt Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha.

 

Um den Versorgungswettbewerb zu beleben, hat der Gesetzgeber 2008 bundesweit alle Krankenkassen verpflichtet, ihren Versicherten Hausarztverträge als Alternative zur altbekannten Einheitsversorgung anzubieten. In anderen Bundesländern fehlt jedoch eine Wettbewerbslokomotive nach dem Vorbild im Südwesten. Wichtig ist den drei Vertragspartnern, dass solche innovativen und eng vernetzten Versorgungsangebote nach der Bundestagswahl mehr Unterstützung von der Politik erhalten und in ganz Deutschland ausgebaut werden. Dr. Christopher Hermann, Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg, dazu: „Wir sehen heute, dass wir auf freiwilliger Basis durch die strukturierten Prozesse für 1,5 Mio. Patientinnen und Patienten eine nachweislich bessere Versorgung ermöglichen, zum Beispiel durch mehr Zeit für Beratung. Und so sichern wir gemeinsam mit den Ärztepartnern die nachhaltige Versorgung im Land.“

 

Derzeit nehmen mehr als 4.000 Haus- sowie Kinder- und Jugendärzte und über 1.700 Fachärzte und Psychotherapeuten an den AOK-Verträgen teil. Von den im Hohenlohekreis tätigen 80 Hausärzten sind es 47. Zwei Teilnehmerinnen sind Dr. Susanne Bublitz und Dr. Petra Sandig in ihrer Gemeinschaftspraxis in Pfedelbach. Dort sind etwa 1.000 Patientinnen und Patienten im AOK-HausarztProgramm eingeschrieben.

 

„Die Abrechnung ist einfacher, es bleibt mehr Zeit für die Patienten und durch die enge Vernetzung mit den Fachärzten kann ich die Behandlung besser koordinieren“, so Dr. Susanne Bublitz. Die Ärztinnen betonen, dass sie für alle Patienten ein gutes und planbares Honorar bekommen. Das sei auch die Voraussetzung dafür, einen Assistenzarzt oder eine angestellte Ärztin einzustellen, um den gestiegenen Versorgungsbedarf bewältigen zu können. Gerade auch für den ländlich geprägten Hohenlohekreis sei es schwierig, geeignete Bewerber zu finden, betont Bublitz. Hier seien die Gemeinden verstärkt gefordert.

 

AOK-Chef Dr. Hermann verweist in dem Erfahrungsaustausch auch auf entsprechende Ergebnisse der von Anfang an begleitenden wissenschaftlichen Evaluation der Haus- und Facharztverträge. Durch die optimierte ambulante Versorgung würden so allein bei Herzpatienten pro Jahr rund 4.000 unnötige Krankenhauseinweisungen vermieden. Der in Öhringen niedergelassene Kardiologe Dr. Friedhelm Gerst, der seit 2011 am Facharztvertrag Kardiologie teilnimmt, bestätigt die positiven Wirkungen des Programmes. Er ist auch Mitglied bei MEDI Baden-Württemberg, dem Ärzteverband, der zusammen mit den entsprechenden Berufsverbänden fünf weitere Facharztverträge mit der AOK und der kooperierenden Bosch BKK umsetzt. „Im FacharztProgamm hat der Arzt mehr Zeit, insbesondere für schwer kranke Fälle. Das ist ein Grund für die Abnahme unnötiger Klinikeinweisungen”, so Gerst. Ein weiterer Vorteil sei das eng abgestimmte Medikamenten-Management zwischen Haus- und Facharzt, das zu einer Harmonisierung der Verordnungen beitrage. „Die Patienten wissen das zu schätzen, weil es dadurch zu weniger Umstellungen kommt”, betont Gerst. Und Hausärztin Dr. Bublitz ergänzt: „Gerade für Patienten mit mehreren Erkrankungen ist das wichtig, und dass es im AOK-Vertrag eine Zuzahlungsbefreiung bei vielen rabattierten Medikamenten gibt.“

 

Ein weiteres Gesprächsthema während des Praxisrundgangs war die Förderung von Teamstrukturen in den Haus- und Facharztverträgen. Zunehmend wichtiger sind dafür speziell ausgebildete Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis (VERAHs) sowie deren Pendants, die Entlastungsassistentinnen in der Facharztpraxis (EFAs). Durch die Übernahme von Routinearbeiten, zum Beispiel Hausbesuchen oder Patientenberatung bei Bewegungs- und Ernährungsfragen, entlasten sie Haus- und Fachärzte gleichermaßen.

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news-1786 Tue, 25 Jul 2017 10:59:32 +0200 Arzneimittelrabattverträge: Wettbewerb geht in die 19. Runde https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/arzneimittelrabattvertraege-wettbewerb-geht-in-die-19-runde.html AOKs setzen Erfolgsmodell mit 2,1 Milliarden-Euro-Tranche fort Die AOK-Gemeinschaft hat jetzt im Europäischen Amtsblatt die Ausschreibung der 19. Tranche der bundesweiten Rabattverträge für Generika veröffentlicht. Dabei ergeben sich speziell für die Behandlung von HIV sowie Hepatitis B und C neue Chancen. Die Pharmaunternehmen können ihre Angebote bis zum 30. August abgeben. „AOK XIX“ umfasst 119 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen (122 Fachlose). 27 Fachlose werden an bis zu drei Vertragspartner vergeben. Die neuen Verträge sollen von Anfang April 2018 bis Ende März 2020 laufen.

 

„Mit zehn Wirkstoffen und Wirkstoffkombinationen schreiben wir diesmal eine besonders große Zahl von Produkten zum ersten Mal aus“, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg und Verhandlungsführer der bundesweiten Verträge. Er sieht weiter Potenzial für die erfolgreichen Arzneimittelrabattverträge: „Allein im laufenden Jahr endet in Deutschland für mehr als 30 pharmazeutische Substanzen der Patentschutz. Speziell im Bereich der Antiinfektiva ergeben sich damit Chancen für neue Generika, insbesondere zur Behandlung von HIV sowie Hepatitis B und C.“

 

Zu den besonders umsatzstarken Wirkstoffen der Ausschreibung ge-hören der Magensäurehemmer Pantoprazol und das fiebersenkende Schmerzmittel Metamizol. Die neue Tranche löst die Verträge der AOK-Tranchen 15 und 16  ab. „Dadurch decken wir mit der aktuellen Ausschreibung ein besonders hohes AOK-Umsatzvolumen von rund 2,1 Milliarden Euro ab“, so Christopher Hermann.

 

2016 haben alle gesetzlichen Krankenkassen durch die Arzneimittel-rabattverträge rund 3,85 Milliarden Euro weniger für Medikamente ausgeben müssen. Allein die 11 AOKs konnten im vergangenen Jahr 1,6 Milliarden Euro einsparen. „Diese für unsere Versicherten erfreuliche Entwicklung setzt sich auch 2017 fort“, betont Hermann. „In den ersten drei Monaten des Jahres haben die Rabattverträge erstmals seit vielen Jahren die Arzneimittelausgaben gegenüber dem Vorjahreszeitraum annähernd konstant gehalten: Die AOK-Gemeinschaft hat im ersten Quartal 0,3 Prozent weniger für Medikamente ausgeben müssen als noch im gleichen Zeitraum 2016.“

 

Die Ausschreibung AOK XIX im Überblick:

 

  • 119 Wirkstoffe/Wirkstoffkombinationen in 122 Fachlosen;
  • 27 werden im Drei-Partner-Modell vergeben;
  • 1.408 mögliche Zuschläge (176 je Gebietslos);
  • Vertragslaufzeit: 1. April 2018 bis 31. März 2020;
  • AOK-Umsatzvolumen (nach Apothekenverkaufspreis): rund 2,1 Milliarden Euro pro Jahr

 

Die Rabattverträge für Generika ermöglichen Einsparungen ohne Ver-lust an Qualität in der Arzneimittelversorgung. Das eingesparte Geld steht zum Beispiel für innovative Versorgungsformen zur Verfügung. Aktuell haben die elf AOKs in Deutschland gemeinsame Verträge für 275 generische Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen abgeschlos-sen. Die AOK-Verträge decken rund zwei Drittel des Generikamarktes und ein Umsatzvolumen von gut fünf Milliarden Euro ab.

 

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news-1781 Wed, 19 Jul 2017 14:20:55 +0200 AOK Baden-Württemberg legt aktuelle Agenda Gesundheit vor https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-baden-wuerttemberg-legt-aktuelle-agenda-gesundheit-vor.html Mehr Wettbewerbsimpulse der Politik unerlässlich – Direktverträge mit Kliniken ausbauen 60 Prozent der Menschen in Deutschland wollen, dass ihre Krankenkasse mehr Möglichkeiten erhält, die gesundheitliche Versorgung zu gestalten. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar TNS im Vorfeld der Bundestagswahl im Auftrag der AOK Baden-Württemberg. „Wir haben durch Direktverträge gemeinsam mit den Ärztepartnern eine alternative ambulante Arztversorgung für mittlerweile 1,5 Millionen Versicherte geschaffen. Darauf wollen und können wir uns aber nicht ausruhen, denn die Entwicklung zur besseren Versorgung für unsere Versicherten ist längst nicht abgeschlossen“, so der Vorstandschef der AOK Baden Württemberg Dr. Christopher Hermann am Mittwoch (19.07.2017) in Stuttgart.

 

Die neue Bundesregierung müsse deshalb als bald deutliche Impulse für mehr Wettbewerb setzen und weitere Gestaltungsspielräume für innovative Vertragspartner schaffen. „Zupacken statt zuwarten heißt die Losung nach der Wahl. Das betrifft einmal mehr auch den Klinikbereich. Dort ebenfalls breit Direktverträge schließen zu können, würde vor allem Bewegung in Richtung mehr Qualität und zukunftsfähige Strukturen im Land bringen“, so der AOK-Chef weiter. Die AOK würde mit den Häusern gezielt kooperieren, die nachweislich Qualität anbieten. Sie sieht darin einen wesentlichen Schritt weg vom Preis- hin zu einem echten Qualitätswettbewerb im Interesse der Versicherten. Hermann: „Die AOK Baden-Württemberg steht dabei auch für die Übertragung der Finanzierungs- und Sicherstellungsverantwortung selbstverständlich zur Verfügung.“

 

Auch das weite Feld der Digitalisierung im Gesundheitswesen braucht laut AOK mehr politischen Mut und vor allem klare, verbindliche Rahmenbedingungen, die Handlungsdruck auslösen. „Hier muss die Politik den Handlungsrahmen vorgeben, andernfalls übernehmen private Großkonzerne den Markt“, betont Hermann. Die Telemedizin bringe besonders in strukturschwächeren Regionen Versicherten einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu ärztlicher Versorgung. Solche Innovationen funktionierten nur, wenn das Fernbehandlungsverbot weiter gelockert werde.

 

Dass der solidarische Ausgleich der Kassenfinanzen im sogenannten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) heute grundsätzlich gut funktioniere und gleichartige Wettbewerbsbedingungen unter den gesetzlichen Krankenkassen schaffe, ist für den Chef der Südwest-AOK unbestritten. Hermann: „Der Risikoausgleich führt zu gleichen Voraussetzungen unter den Kassen und zwingt sie dazu zu zeigen, ob und wie nachdrücklich sie tatsächlich dem stetigen Ausgaben- und Kostendruck begegnen.“

 

Die AOK Baden-Württemberg praktiziert etwa mit den von ihr durchgesetzten Arzneimittelrabattverträgen schon seit zehn Jahren erfolgreiches marktwirtschaftliches Kostenmanagement. Allein 2016 entlasteten sie ihre Versicherten damit um mehr als 210 Millionen Euro.

 

 

 

Hinweis an die Redaktionen:

 

Die „Agenda Gesundheit“ steht im Mediaportal der AOK Baden-Württemberg zum Download bereit.

 

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news-1769 Mon, 10 Jul 2017 15:04:42 +0200 AOK-Chef Hermann: Grenzen der Pflege aufbrechen https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-chef-hermann-grenzen-der-pflege-aufbrechen.html Parlamentarische Staatssekretärin, Patientenbeauftragte und Pflegebevollmächtigte Ingrid Fischbach informiert sich über Umsetzungsstand der Pflegereform Am heutigen Montag informiert sich Ingrid Fischbach, neue Patientenbeauftragte und Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, während eines ihrer ersten Termine im neuen Amt bei der AOK Baden-Württemberg über den aktuellen Umsetzungsstand der Pflegereform PSG II. „Wir wissen, dass eine sorgfältige Information und Aufklärung durch die Pflegekassen unverzichtbar sind, damit die Verbesserungen der Pflegereform bei den Betroffenen Wirkung entfalten können“, so die Pflegebevollmächtigte und Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit. „Daher haben wir mit dem Pflegestärkungsgesetz II auch den Pflegekassen die notwendige Zeit gegeben, diese Herausforderungen meistern zu können.“ Diesen Herausforderungen trage die AOK Baden-Württemberg in besonderer Weise Rechnung. Gastgeber Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, zieht ein erstes positives Fazit der Pflegereform: „Die Situation der zu Pflegenden und ihrer Angehörigen hat sich seit dem Start der Neuen Pflege im Januar 2017 spürbar verbessert. Dies gilt insbesondere für diejenigen, die zuhause gepflegt werden.“ Weiteren Handlungsbedarf sieht er allerdings im stationären Bereich. Vor allem die Grenzen zwischen ambulanter und stationärer Pflege sowie zwischen Pflege und Rehabilitation müssten im Interesse der Versicherten deutlich flexibler gestaltet werden, so der Chef der größten Kranken- und Pflegekasse im Südwesten weiter.

 

„Wir wollen die Pflegeheime und damit unsere Versicherten als Bewohnerinnen und Bewohner stationärer Einrichtungen zurück in die Mitte der Gesellschaft holen“, umreißt Hermann das Ziel. Wie dies konkret aussehen könne, zeigten praxisnahe Projekte wie ORBIT oder das „stambulante“ Modell in der BeneVit-Einrichtung in Wyhl am Kaiserstuhl, über die sich auch die neue Pflegebevollmächtigte Fischbach bei ihrem Besuch in Stuttgart informieren ließ.

 

Das Projekt ORBIT, das die AOK Baden-Württemberg mit dem Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg seit 2014 umsetzt, basiert auf der Idee der aktivierenden Pflege, die die vorhandenen körperlichen und geistigen Fähigkeiten der zu Pflegenden durch ihre Einbeziehung in den Pflegealltag erhalten will. Ergänzt wird die aktivierende Pflege durch verschiedene auf den konkreten Bedarf des einzelnen abgestimmte Therapien wie Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie, die die Pflegekräfte nach Abschluss der Therapie in den Pflegealltag übernehmen. Im Ergebnis kann diese rehabilitative Pflege die Mobilität, Selbstständigkeit und damit die Lebensqualität der Teilnehmerinnen und Teilnehmer insgesamt verbessern. „Damit Modelle wie ORBIT zur Regel werden, muss die neue Bundesregierung rehabilitative Elemente in den Leistungskatalog der Pflegeversicherung aufnehmen“, fordert Hermann.

 

Dass sich die Lebensqualität durch die Verschmelzung von stationärem Wohnen und ambulanten Wahlleistungen steigern lässt, zeigt sich im Modellprojekt in Wyhl am Kaiserstuhl, das der Heimbetreiber BeneVit gemeinsam mit der AOK Baden-Württemberg umsetzt. Dort gestalten die Bewohnerinnen und Bewohner aktiv den Tagesablauf mit und beteiligen sich – je nach individuellen Fähigkeiten – an den anfallenden Hausarbeiten wie dem Zubereiten der Mahlzeiten oder dem Zusammenfalten der Wäsche. Laut der wissenschaftlichen Begleituntersuchung durch die Duale Hochschule Stuttgart hat sich bei 34 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner der Gesundheitszustand seit Projektstart verbessert, bei 45 Prozent blieb er zumindest stabil.

 


Information für die Redaktionen:

Bei der AOK Baden-Württemberg sind derzeit über 200.000 Menschen versichert, die Leistungen der Pflegeversicherung erhalten. Rund drei Viertel von ihnen werden ambulant versorgt.

 

 

 

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news-1758 Fri, 30 Jun 2017 11:08:37 +0200 Reha-Behandlungskonzept erstmals wissenschaftlich evaluiert https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/reha-behandlungskonzept-erstmals-wissenschaftlich-evaluiert.html AOK-Chef Hermann: „Schluss mit der Gießkanne!“ Allein 25.000 Versicherte der AOK Baden-Württemberg waren im Jahr 2016 in orthopädischer Reha. Erforderlich wird eine solche Maßnahme oft genug durch schwerwiegende Ereignisse, wie etwa einen Oberschenkelhalsbruch, von dem gerade ältere Menschen nach Stürzen häufig betroffen sind. Zum Fachtag Reha stellte Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg am Freitag (30.06.2017) in Stuttgart bezüglich der geriatrischen Rehabilitation klar: „Die AOK Baden-Württemberg setzt auch hier auf Qualität in der Versorgung und lässt die Behandlungskonzeption für die Rehabilitation wissenschaftlich entwickeln. Durch diesen Ansatz machen wir auch in der Rehabilitation Schluss mit Beliebigkeit und Gießkanne in der Versorgung.“

 

Für Krankenkassen und Rehabilitationseinrichtungen sieht Manne Lucha, Minister für Soziales und Integration in Baden-Württemberg, ein großes Aufgabenfeld: „Angesichts des demografischen Wandels, der Verlängerung der Lebensarbeitszeit sowie der Zunahme chronischer und psychischer Erkrankungen wird die Bedeutung der Rehabilitation künftig weiter zunehmen. Deshalb gilt es, den Grundsatz ‚Rehabilitation vor Pflege‘ konsequent umzusetzen. Dabei spielt die Sicherstellung eines breiten Angebots an passgenauer qualifizierter geriatrischer Rehabilitation in stationärer und ambulanter Form eine wichtige Rolle. Damit dies gelingt, ist eine enge Vernetzung der Angebote und der verschiedenen Akteure erforderlich.“

 

Gerade auf eine Steigerung der Qualität geriatrischer Rehabilitation zielt das Projekt AOK-proReha Geriatrie ab. Schon jetzt wird deutlich, dass das neue Behandlungskonzept Wirkung zeigt. Die AOK kann sich dabei auf Evaluationsergebnisse des Instituts für Rehabilitationsmedizinische Forschung (IFR) der Universität Ulm stützen. Dr. Rainer Kaluscha vom IFR hat Daten einer Kontrollgruppe von 2.500 Personen einer mehr als 600 Probanden zählenden Interventionsgruppe gegenübergestellt. Kaluscha: „Veränderungen waren insbesondere im Bereich des Entlassmanagements zu beobachten. So sank der Anteil der Rehabilitanden, bei denen die Klinik nach der Entlassung Probleme sieht, von 3,8 auf 1,8 Prozent. Tendenziell wurden auch mehr Rehabilitanden in das gewohnte Wohnumfeld statt ins Pflegeheim entlassen.“

 

AOK-Chef Hermann sieht den Weg der AOK Baden-Württemberg durch die Evaluationsergebnisse bestätigt: „Wir sind bereit, für erstklassige Rehabilitation auch das notwendige Geld in die Hand zu nehmen und zu investieren. Es geht um faire und leistungsangemessene Vergütungsgestaltung mit den Reha-Einrichtungen.“ Das Behandlungskonzept der AOK Baden-Württemberg geht von einer festen Grundvergütung aus, die individuell um einen variablen Anteil aufgestockt wird. „Dieses Vorgehen“, so Hermann weiter, „ist ebenso zukunfts- wie bedarfsorientiert. Es orientiert sich an den Versorgungsnotwendigkeiten für unsere Versicherten und schafft Transparenz in der Frage, wohin die Gelder unserer Versicherten fließen. Für uns ist Rehabilitation ein wesentlicher Schlüssel jeder guten Versorgung.“

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news-1756 Wed, 28 Jun 2017 11:36:44 +0200 Repräsentative Forsa-Umfrage zum Zuckerkonsum: https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/repraesentative-forsa-umfrage-zum-zuckerkonsum.html Mehrheit der Baden-Württemberger fühlt sich über die Zuckermenge in Lebensmitteln schlecht informiert Mehr als die Hälfte der Baden-Württemberger ist der Meinung, dass die Lebensmittelindustrie nicht ausreichend über den Zuckergehalt in ihren Produkten informiert. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der AOK Baden-Württemberg in Auftrag gegebene repräsentative Forsa-Umfrage. 56 Prozent der Befragten kritisieren die Angaben auf Verpackungen als unzureichend. Jutta Ommer-Hohl, Fachbereichsleiterin Gesundheitsförderung bei der AOK Baden-Württemberg, fordert: „Die Lebensmittelindustrie steht in der Verantwortung, den Zuckergehalt klar erkennbar auf ihren Produkten auszuweisen, damit Verbraucher sich einfacher über ihren Zuckerkonsum informieren und gegebenenfalls auf zuckerärmere Lebensmittel zurückgreifen können.“ Dass in Lebensmitteln wie Müsli, Fruchtjoghurt, Tiefkühlpizza, Säften und Saucen versteckter Zucker lauert, ist den meisten bewusst, denn immerhin 83 Prozent der Baden-Württemberger schauen zumindest gelegentlich vor dem Kauf nach, wie viel Zucker diese Produkte enthalten. Eine erhöhte Zuckeraufnahme kann ebenso wie ein hoher Fettkonsum zu Übergewicht führen, das ein Risikofaktor für ernst zu nehmende Erkrankungen wie Diabetes, Herzinfarkt oder Schlaganfall ist.

 

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt in ihrer 2015 aktualisierten Richtlinie zum Zuckerverzehr, die Zufuhr an freiem Zucker auf  10 Prozent der Gesamtenergiezufuhr zu beschränken, was bei einem Erwachsenen maximal 50 Gramm oder 12 Teelöffeln entspricht – ideal seien sogar nur 25 Gramm pro Tag. Unter freiem Zucker werden Monosaccharide wie Glucose und Fructose und Disaccharide wie etwa Haushaltszucker verstanden, die Lebensmitteln vom Hersteller, Koch oder Konsumenten zugesetzt werden. Auch der natürliche in Honig, Fruchtsäften und Fruchtsaftkonzentraten enthaltene Zucker zählt dazu. Der tägliche Zuckerverbrauch in Deutschland beträgt durchschnittlich 90 Gramm pro Person und liegt damit fast doppelt so hoch wie die Empfehlung der WHO.

 

Eine aktuelle Forsa-Umfrage der AOK Baden-Württemberg zeigt, dass die Verbraucher gesüßte Lebensmittel und „Zuckerbomben“ in hohem Maße zu sich nehmen. 89 Prozent der Befragten isst mindestens einmal wöchentlich Süßigkeiten, Süßspeisen oder süßes Gebäck; fast die Hälfte (46 Prozent) sogar vier- bis sechsmal pro Woche oder täglich. Auch wenn Mineral- und Leitungswasser sowie Kaffee die am häufigsten getrunkenen alkoholfreien Getränke sind, gaben 60 Prozent der Umfrageteilnehmer an, zumindest gelegentlich auf Saftschorle zurückzugreifen. Bei Säften mit 50 Prozent, Cola-Getränken mit 44 Prozent und Limonaden mit 30 Prozent ist die Konsumhäufigkeit niedriger – der Zuckergehalt der Getränke dafür umso höher.

 

Süßer Belag dominiert insbesondere am Wochenende am Frühstückstisch, wenn 72 Prozent – im Vergleich zu 49 Prozent unter der Woche – Brot und Brötchen mit Marmelade, Honig oder Nussnougat-creme bestreichen. Auch von den 38 Prozent, die wochentags Cerealien wie Müsli und Haferflocken frühstücken und denen häufig ein besonders hohes Ernährungsbewusstsein attestiert wird, essen 53 Prozent lieber eine bereits beim Kauf zuckerhaltige Variante oder süßen selbst nach. Allgemein bevorzugen Männer eher gesüßte Lebensmittel als Frauen. Mit 20 beziehungsweise 18 Prozent werden Kaffee und Tee übrigens nur selten mit Zucker gesüßt.

 

Zucker ist per se nicht schädlich. Er bildet einen zentralen Baustein für die Energiezufuhr, die jeder Mensch benötigt. „Es kommt auf die Menge an, die jeder von uns isst oder trinkt“, sagt Jutta Ommer-Hohl. Die Lebensmittelindustrie stehe in der Verantwortung, den Zuckergehalt klar erkennbar auf ihren Produkten auszuweisen, damit Verbrau-cher sich einfacher über ihren Zuckerkonsum informieren und gege-benenfalls auf zuckerärmere Lebensmittel zurückgreifen könnten. In einer Portion Krautsalat mit 150 Gramm würden beispielsweise 7 Würfelzucker enthalten sein. In einem 150-Gramm-Becher Fruchtjoghurt stecken je nach Verarbeitung circa 20 Gramm. Auch Apfel- und Orangensaft können pro Liter bis zu 30 Stück Würfelzucker aufwei-sen.

 

Wie sich der Zuckerkonsum in Deutschland reduzieren lässt, diskutieren Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Verbraucherschutz sowie Ärzte und Lebensmittelindustrie am 28. Juni 2017 in Berlin auf dem ersten Deutschen Zuckerreduktionsgipfel veranstaltet vom AOK-Bundesverband.

 

Quelle: Die repräsentative Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der AOK Baden-Württemberg durchgeführt. Befragt wurden zwischen dem 28. April und dem 15. Mai 2017 insgesamt 501 nach einem systematischen Zu-fallsverfahren ausgewählte Personen ab 18 Jahren in Baden-Württemberg.

 

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news-1729 Tue, 20 Jun 2017 13:37:03 +0200 Über 93 Prozent der Baden-Württemberger wollen Hausarzt als Lotsen https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/ueber-93-prozent-der-baden-wuerttemberger-wollen-hausarzt-als-lotsen.html Vertragspartner fordern mehr Wettbewerb um beste Versorgung Die AOK Baden-Württemberg, der Hausärzteverband im Land sowie MEDI Baden-Württemberg sehen sich in ihrem jahrelangen Engagement für ihr gemeinsames Haus- und Facharztprogramm bestätigt. Wie eine aktuelle repräsentative Befragung des Meinungsforschungsinstituts Kantar TNS zeigt, halten mehr als 93 % der Baden-Württemberger die bestehende Verpflichtung der Krankenkassen zu einer hausarztzentrierten Versorgung (HZV) für sinnvoll.

 

Auch in den übrigen Teilen der Republik sind 87 % der Befragten dieser Meinung. Dort weiß jedoch nur weniger als die Hälfte (41,5 %) überhaupt, dass auch ihre Krankenkasse einen Hausarztvertrag anbietet – in Baden-Württemberg sind es zwei von drei. In einem gemeinsamen Forderungspapier zur Bundestagswahl begründen die Vertragspartner im Südwesten diesen Unterschied damit, dass derzeit außerhalb Baden-Württembergs solche Selektivverträge im Interesse der Versicherten nicht genug ausgeschöpft würden. Im Südwesten dagegen sorge der seit neun Jahren voranschreitende alternative Aufbau der Regelversorgung durch Haus- und Facharztverträge nachweislich für mehr Qualität und Wirtschaftlichkeit.

Um den Versorgungswettbewerb zu beleben, hat der Gesetzgeber 2008 alle Krankenkassen verpflichtet, ihren Versicherten Hausarztverträge als Alternative zur Kollektivversorgung anzubieten. Das nutzt insbesondere chronisch kranken und älteren Patienten, die einer intensiven und koordinierten Versorgung bedürfen. Bundesweit nehmen 4,3 Millionen Versicherte an Hausarztverträgen teil, davon über ein Drittel allein bei der AOK Baden-Württemberg. Auch die Monopolkommission beklagt in ihrem Sondergutachten vom März 2017 wettbewerbliche Defizite, weil sich Selektivverträge bundesweit noch nicht durchsetzen konnten. Das vermindere die Effizienz der Krankenversicherung und führe zu unnötigen Kosten für die Beitragszahler. 

„Das zentralistisch gesteuerte Kollektivvertragssystem besitzt eine Monopolstruktur, die man nicht von innen heraus erneuern kann – dazu braucht es wie in anderen Branchen Konkurrenz von außen”, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg.

„Die neue Bundesregierung sollte dringend klare Signale für echten Versorgungswettbewerb setzen. Die Krankenkassen müssen durch die richtigen Anreize nachhaltig dafür interessiert werden, selektivvertragliche Alternativen zu entwickeln und ihren Versicherten auf freiwilliger Basis anzubieten“, sagt Hermann.

 

Dass dies nachweislich zu einer besseren Versorgung als in der Regelversorgung führt, zeigen die Haus- und Facharztverträge von AOK und Bosch BKK in Baden-Württemberg. Diese wurden gemeinsam mit dem Hausärzteverband und MEDI Baden-Württemberg als Vollversorgungsverträge außerhalb des KV-Systems konzipiert - und nicht wie die meisten anderen Selektivverträge lediglich als punktuelle Ergänzung. Davon profitieren derzeit schon fast 1,5 Millionen Versicherte – insbesondere Versicherte, die Versorgung brauchen. 4.000 teilnehmende Haus- sowie Kinder- und Jugendärzte sowie über 1.700 Fachärzte und Psychotherapeuten stellen diese gezieltere und besser strukturierte Versorgung sicher. „Wir sehen, dass unsere langjährigen gemeinsamen Anstrengungen beim Aufbau neuer patientenorientierter Strukturen und besserer Arbeitsbedingungen für die ambulante Ärzteschaft auch finanziell jedes Jahr mehr Früchte tragen“, betont Hermann. „Die Gesamtausgaben liegen nach einer mehrjährigen An¬laufphase deutlich niedriger als es die Ausgaben in der Regelversorgung sein würden”.

 

Diese Anlaufphase ermöglichte der Gesetzgeber im Jahr 2014 durch die Abschaffung der Refinan-zierungsklausel (§ 73b Abs. 5a SGB V a.F.) allen Krankenkassen. Aber trotz des Wegfalls die¬ses Investitionshemmnisses kommt die bundesweite Verbreitung der HZV nur langsam voran. Die Teilnehmerzahl an HZV-Verträgen ist bundesweit von 3,2 Millionen Ende 2013 auf gerade mal rund 4,3 Millionen Versicherte Ende 2016 gestiegen. Die Partner fordern daher vom Gesetzgeber, dass das Recht der Versicherten auf eine HZV dauerhaft Krankenkassenpflicht bleibt. Und zusätzlich müssten Blockaden zum Nachteil der an den Verträgen teilnehmenden Ärzte und Versicherten unterbunden werden. Dr. Berthold Dietsche, Vorsitzender des Hausärzteverbands Baden-Württemberg, dazu: „Außerhalb Baden-Württembergs gibt es einzelne KVen, die das notwendige Verfahren zur Honorarbereinigung zum Nachteil der ärztlichen Teilnehmer an den Selektivverträgen durchführen. Auch einige Anbieter von Arzt-Informationssystemen behindern die Umsetzung, indem sie die notwendige Vertrags¬software nicht oder nicht vorschriftsmäßig anbieten.“

 

Neben den Hausarztverträgen werden auch die gesetzlichen Möglichkeiten zum Abschluss von Ver-trägen zur besonderen fachärztlichen Versorgung bundesweit kaum genutzt. Dr. Werner Baum-gärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI Baden-Württemberg und MEDI GENO Deutschland, er-klärt dazu: „Es gibt zu wenige Anreize für die Krankenkassen, Facharztverträge nach § 140a SGB V abzuschließen, weil es in der ‚Hängematte Kollektivvertrag‘ sehr bequem ist. Die Kassen sehen kei-nen wirklichen Vorteil, wofür sich die Anstrengung lohnen würde. Mit den jetzigen Rahmenbedingun-gen wird es ausgesprochen schwierig, überhaupt irgendeinen Selektivvertrag außerhalb von Baden-Württemberg abzuschließen.“ Der Gesetzgeber muss daher auch Facharztverträge für Krankenkas-sen verpflichtend machen oder zumindest eine Bonifizierung für diejenigen Krankenkassen vorse-hen, die Verträge freiwillig abschließen, lautet folglich eine weitere Forderung der Vertragspartner. Baumgärtner weist in diesem Zusammenhang auf eine problematische Entwicklungstendenz hin: „Bestrebungen nach einer weiteren Subspezialisierung der Ärzte im ambulanten Sektor sind fatal – etwa im Bereich Geriatrie. Diese Zerfledderung würde eine koordinierte Versorgung gerade bei älteren Patienten noch weiter erschweren. Was wir brauchen, sind mehr funktionierende Selektivverträge!“ Wie die Verträge in Baden-Württemberg belegen, würden dadurch allein bei Herzkranken pro Jahr fast 4.000 unnötige Krankenhauseinweisungen verhindert.

Damit gerade die wichtige Abstimmung zwischen Krankenhaus und weiterbehandelnden Ärzten besser funktioniert, seien auch hier Selektivverträge das Mittel der Wahl, so die Vertragspartner: „Bislang gibt es keine Verträge mit Kliniken, die gesicherte Qualitätsstandards für bestimmte Ein¬griffe gewährleisten oder ein koordiniertes Entlassmanagement mit den ambulanten Ärzten ermögli¬chen“ so AOK-Chef Hermann. Deshalb müsse jetzt auch der Ordnungsrahmen im Klinikbereich kon-sequent auf einen funktionalen Versorgungswettbewerb ausgerichtet werden, der die selektivver-traglichen Spielräume für Krankenkassen und Krankenhäuser deutlich erweitert. Die Bevölkerungs-umfrage unterstreicht auch die Bedeutung dieser Forderung: Danach wären 50 Prozent der Befrag-ten bereit, die Krankenkasse zu wechseln, wenn diese mit besonders qualitätsorientierten Ärzten und Krankenhäusern eng zusammenarbeitet.

 

Das vollständige Positionspapier befindet sich unter: neueversorgung.de/index.php/pressemitteilung

 

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news-1720 Wed, 14 Jun 2017 10:42:01 +0200 Arzneirabattverträge sorgen seit zehn Jahren für mehr Wettbewerb im Generikamarkt https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/arzneirabattvertraege-sorgen-seit-zehn-jahren-fuer-mehr-wettbewerb-im-generikamarkt.html Einsparungen haben sich inzwischen auf 20 Milliarden Euro summiert „Mit den Arzneimittelrabattverträgen haben wir schon vor zehn Jahren die Pläne der Großkonzerne nachhaltig durchkreuzt und einen gesunden Wettbewerb geschaffen“, resümiert Dr. Christopher Hermann. Der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg ist seit 2007 bundesweiter Verhandlungsführer für die Rabattverträge der AOK-Gemeinschaft. „Wir haben seitdem einen Markt etabliert, auf dem sich kleinere Hersteller gegen große behaupten können, wenn sie mit Verlässlichkeit punkten, und wir haben ein Instrument etabliert, das GKV-weit inzwischen Beitragsgelder von 20 Milliarden Euro einsparen konnte.“ Ausschreibungen auf dem Generikamarkt führten weiterhin zu einer großen Dynamik. „Im Interesse der Gesetzlichen Krankenversicherung kann es dabei nur um einen Markt mit möglichst vielen lieferfähigen Anbietern gehen. Den haben wir unseren Versicherten in den letzten zehn Jahren erstritten“, sagt der Chef der Südwest-AOK.

 

Eine wahre Verfahrensflut habe es über die Jahre hinweg um das System der Arzneimittelrabattverträge gegeben. Seit 2007 blickt Hermann auf gut 120 Verfahren im Umfeld der Rabattverträge zurück: „Wenn das Prinzip dieser Verträge nicht so wirkungsvoll wäre, hätte sich die Pharmalobby vor Gericht natürlich nicht so ins Zeug gelegt, es zu kippen.“ Der Widerwillen der Pharmabranche war bezeichnend für das Klima der frühen Jahre. Bis zu 60 Auseinandersetzungen pro Ausschreibung waren anfangs möglich. „Im Prinzip mussten wir die Versorgungs- und Beitragssicherheit unserer Versicherten vor Gericht erstreiten“, spitzt Christopher Hermann zu.

 

Inzwischen haben sich Arzneimittelrabattverträge als wettbewerbsbasiertes Instrument – trotz aller Anfeindungen durch die Pharmaseite – durchgesetzt. Auch andere Krankenkassen schreiben seit Jahren nach dem Vorbild des AOK-Master aus. Eine Umfrage, die die AOK Baden-Württemberg im Frühjahr 2017 gemeinsam mit forsa durchgeführt hat, bestätigt, dass die Rabattverträge für den Generikamarkt entschieden zur Versorgungssicherheit von Patienten beitragen: Für lediglich 0,6 Prozent aller abgerechneten Arzneimittel dokumentieren Apotheken ein Lieferversagen der Hersteller und mussten eine andere Packung über den Tisch geben als die verordnete – verglichen mit der Liefersituation in rabattvertragsfreien Versorgungsbereichen wie etwa dem Klinikmarkt ein exzellenter Wert.

 

Aktuell laufen bundesweit Verträge für 275 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen mit einem jährlichen Umsatzvolumen von insgesamt rund fünf Milliarden Euro. Die Verträge decken rund zwei Drittel des Generikamarkts ab. Zum 1. Juni startete die AOK ihre 18. Rabattvertragstranche, die Kontrakte mit 39 pharmazeutischen Unternehmen und Bietergemeinschaften umfasst sowie 108 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen betrifft.

 

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news-1709 Tue, 06 Jun 2017 15:27:18 +0200 Jeder vierte Baden-Württemberger nimmt regelmäßig rezeptfreie Schmerzmittel https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/jeder-vierte-baden-wuerttemberger-nimmt-regelmaessig-rezeptfreie-schmerzmittel.html Repräsentative Forsa-Umfrage Eine von der AOK Baden-Württemberg in Auftrag gegebene repräsentative Forsa-Umfrage kommt zu dem Ergebnis, dass 21 Prozent der Baden-Württemberger mindestens einmal im Monat zu rezeptfreien Schmerzmitteln greift – 3 Prozent sogar mindestens einmal pro Woche. 19 Prozent verwendet nach eigenen Angaben nie rezeptfreie Schmerzmittel. Dabei können rezeptfreie Schmerzmittel zu ernsthaften Nebenwirkungen führen. Die häufigsten Komplikationen dieser Schmerzmittel sind Schleimhautentzündungen, Geschwüre oder Blutungen im Magen-Darm-Trakt. Das Risiko für Nebenwirkungen hängt von verschiedenen Faktoren ab wie der Dosierung des Medikaments, der Dauer der Einnahme sowie von bereits vorhandenen Risiken, dem Alter und Erkrankungen. Um das Risiko für Komplikationen gering zu halten, ist es sinnvoll, Schmerzmittel möglichst niedrig zu dosieren und nur so lange zu nehmen wie nötig.

 

Rezeptfreie Schmerzmittel aus der Apotheke, wie zum Beispiel Ibuprofen oder Paracetamol, können unter anderem akute Schmerzen lindern. Wie gut ein Mittel individuell wirkt, hängt nicht nur von der Art und Stärke der Schmerzen ab, sondern auch davon, wie das Medikament dosiert wird. Ohne Rezept erhältliche Schmerzmittel sind zur Behandlung von leichten bis mittelstarken Schmerzen zugelassen. Laut aktueller Forsa-Umfrage greifen die Baden-Württemberger vor allem bei Kopfschmerzen darauf zurück. 82 Prozent der Befragten, die mindestens einmal im halben Jahr frei verkäufliche Schmerzmittel nehmen, bekämpfen damit ihre Kopfschmerzen und 17 Prozent Migräne. Jeder Dritte (33 %) behandelt seine Erkältungen unter anderem mit frei verkäuflichen Schmerzmitteln und jeweils etwa jeder Fünfte seine Rücken- (23 %) beziehungsweise Gliederschmerzen (21 %) oder Fieber (20 %). „Schmerzmittel können wie jedes andere wirksame Medikament auch Nebenwirkungen haben und zu Komplikationen führen. Um unerwünschte Wirkungen zu vermeiden, ist es wichtig, auf die richtige Anwendung zu achten. Dies gilt insbesondere für Menschen, die bestimmte Vorerkrankungen haben oder die häufiger zu Schmerzmitteln greifen“, sagt Dr. med. Jan Paulus, Arzt bei der AOK Baden-Württemberg.

 

Knapp jeder zehnte Befragte unterschätzt jedoch die Gefahren: 8 Prozent der Baden-Württemberger halten eine regelmäßige Verwendung rezeptfreier Schmerzmittel für ungefährlich. Die deutliche Mehrheit (88 %) geht dagegen davon aus, dass damit Gefahren verbunden sind. Weitere 4 Prozent sind sich unsicher, ob die regelmäßige Verwendung solcher Schmerzmittel ungefährlich ist oder nicht. „Die häufigsten Komplikationen rezeptfreier Schmerzmittel sind je nach Wirkstoff Schleimhautentzündungen, Geschwüre oder Blutungen im Magen-Darm-Trakt. Nierenfunktionsstörungen, aber auch Leberschädigungen sind zum Beispiel bei einer erhöhten Dosis von beispielsweise Paracetamol möglich. Neuere Studien weisen darauf hin, dass bestimmte rezeptfreie Schmerzmittel das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen könnten“, so Paulus.

 

Laut Forsa-Studie konsumiert fast ein Viertel aller Baden-Württemberger mindestens einmal im Monat rezeptfreie Schmerzmittel – drei Prozent sogar mindestens einmal pro Woche. Die Mehrheit nimmt laut eigener Angabe seltener als einmal im Monat rezeptfreie Schmerzmittel: 16 Prozent einmal im Vierteljahr oder häufiger, 11 Prozent mindestens einmal im halben Jahr und 30 Prozent seltener als zweimal im Jahr. Weitere 19 Prozent verwenden nie frei verkäufliche Schmerzmittel. Frauen greifen häufiger als Männer mindestens einmal im Monat zu rezeptfreien Schmerzmitteln aus der Apotheke. Befragte, bei denen vom Arzt eine Migräne diagnostiziert wurde, nehmen überdurchschnittlich häufig rezeptfreie Schmerzmittel, die weitaus überwiegende Mehrheit der Betroffenen (77 %) mindestens einmal im Monat. Werden neben Schmerzmitteln weitere Arzneimittel eingenommen, so besteht die Gefahr einer Wechselwirkung. Der behandelnde Arzt sollte daher immer alle Arzneimittel kennen, die eingenommen werden. Dies gilt auch für nicht verschreibungspflichtige Schmerzmittel, die in der Apotheke gekauft werden.

 

Rezeptfreie Schmerzmittel wirken offenbar meistens sehr zuverlässig: 61 Prozent derjenigen, die mindestens einmal im halben Jahr frei verkäufliche Schmerzmittel verwenden, erfahren dadurch fast immer Linderung ihrer Beschwerden bzw. Symptome und weitere 30 Prozent häufig. Die Bereitschaft der Verwender, das gewohnte Schmerzmittel gegen ein homöopathisches Mittel auszutauschen, ist eher verhalten. 17 Prozent erklären sich grundsätzlich zu einem solchen Wechsel bereit – Frauen eher als Männer. Weitere 33 Prozent schließen es zumindest nicht aus und halten es für wahrscheinlich, dass sie statt ihrem gewohnten Schmerzmittel einmal ein homöopathisches Mittel ausprobieren würden. 44 Prozent würden dagegen wahrscheinlich bzw. bestimmt nicht zu einem homöopathischen Mittel wechseln. Weitere 6 Prozent sind unentschlossen.

 

Quelle: Die repräsentative Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der AOK Baden-Württemberg durchgeführt. Befragt wurden zwischen dem 28. April und dem 15. Mai 2017 insgesamt 501 nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählte Personen ab 18 Jahren in Baden-Württemberg.

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news-1708 Fri, 02 Jun 2017 11:01:41 +0200 „Rabattverträge sind ein Maßstab für die gesetzliche Krankenversicherung überhaupt“ https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/rabattvertraege-sind-ein-massstab-fuer-die-gesetzliche-krankenversicherung-ueberhaupt.html Tranche XVIII der AOK startet zum 1. Juni „Als wir vor zehn Jahren die ersten Arzneimittelrabattverträge ausgeschrieben haben, versuchten die großen Pharmahersteller, das neue Verfahren auszubremsen. Das ist ihnen nicht gelungen. Die Gesetzliche Krankenversicherung verdankt unserer Initiative inzwischen Einsparungen in Höhe von bisher 20 Milliarden Euro.“ So bilanziert Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, das erste Jahrzehnt der Rabattvertragsausschreibungen. Zum 1. Juni 2017 treten neue bundesweite AOK-Arzneimittelrabattverträge in Kraft. Die inzwischen 18. Tranche löst überwiegend die zum 31. Mai ausgelaufenen Versorgungsvereinbarungen der Tranche AOK XIV ab. Die neuen Kontrakte mit insgesamt 39 pharmazeutischen Unternehmen und Bietergemeinschaften laufen über zwei Jahre und betreffen 108 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen. Darunter befinden sich besonders umsatzstarke Arzneimittel wie der Magensäurehemmer Omeprazol, der Cholesterinsenker Simvastatin oder das Schmerzmittel Ibuprofen. Das jährliche AOK-Umsatzvolumen mit den Präparaten der Tranche XVIII beträgt rund 1,8 Milliarden Euro.

 

Der Verhandlungsführer für die bundesweiten AOK-Arzneimittelrabattverträge, Baden-Württembergs AOK-Chef Dr. Christopher Hermann, geht von einem reibungslosen Vertragsstart aus. „Unsere Vertragspartner hatten eine ausreichende Rüstzeit“, sagte Hermann am Freitag in Stuttgart. „Die AOK räumt den Unternehmen einen komfortablen Vorbereitungszeitraum ein. Der Gesetzgeber hat dieses Verfahren mit dem Anfang Mai in Kraft getretenen Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz jetzt auch zum Maßstab für die gesetzliche Krankenversicherung insgesamt gemacht.“

 

Der Chef der Südwest-AOK weist auf den Entlastungseffekt der Arzneimittelverträge hin: „2016 haben die Krankenkassen nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums 3,85 Milliarden Euro weniger für Medikamente ausgeben müssen. Die Erlöse lagen damit nochmals 300 Millionen Euro über denen des Jahres 2015. Das Einsparvolumen der AOK-Gemeinschaft betrug 2016 rund 1,6 Milliarden Euro. Das sind Einsparungen im Interesse unserer Versicherten und einer besseren Versorgung, denn die hohe Qualität der Arzneimittelversorgung bleibt unangetastet“, betont Hermann.

 

Die neuen Verträge hat die AOK in 110 Fachlosen vergeben. Für 16 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen wurden in allen acht Vergaberegionen Verträge mit mehreren Unternehmen abgeschlossen. Das betrifft neben Omeprazol und Simvastatin auch Blutdrucksenker wie Losartan, Amlodipin oder Lisinopril oder das Epilepsie-Mittel Lamotrigin, zwei Medikamente gegen bakterielle Infektionen sowie Mirtazapin zur Behandlung von Depressionen.

 

Die zum 1. Juni 2017 gestartete Tranche AOK XVIII im Überblick:

 

  • Laufzeit: 1. Juni 2017 bis 31. Mai 2019
    (abweichend davon Tramadol vom 1. September 2017 bis 31. Mai 2019)
  • 108 Wirkstoffe/Wirkstoffkombinationen in 110 Fachlosen
  • 16 Wirkstoffe im Mehrpartnermodell vergeben
  • 39 beteiligte Pharmaunternehmen/Bietergemeinschaften
  • AOK-Umsatzvolumen pro Jahr: 1,8 Milliarden Euro
     

 

Zusatzinfo:

 

Die Rabattverträge für Generika ermöglichen Einsparungen ohne Verlust an Qualität in der Arzneimittelversorgung. Das eingesparte Geld steht zum Beispiel für innovative Versorgungsformen zur Verfügung. Die Rabattverträge sorgen nachhaltig für Wettbewerb im Bereich der Generika. Die AOK-Verträge decken rund zwei Drittel des Generikamarktes ab und umfassen alle markt- und ausgabenrelevanten Wirkstoffe. Mit Inkrafttreten von AOK XVIII laufen aktuell Verträge für 275 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen (279 Fachlose) mit einem jährlichen AOK-Umsatzvolumen von insgesamt rund fünf Milliarden Euro.

 

 

 

Mehr Informationen: aok-rabattvertraege.de

 

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news-1682 Mon, 08 May 2017 12:31:34 +0200 Krankenkassen beraten Unternehmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/krankenkassen-beraten-unternehmen-zur-betrieblichen-gesundheitsfoerderung.html Gemeinsame Kooperationsvereinbarung in Baden-Württemberg unterzeichnet Die Landesverbände der Krankenkassen und die Ersatzkassen haben vereinbart, Unternehmen zukünftig noch intensiver über Angebote und Möglichkeiten im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung zu informieren. Hierfür haben die AOK Baden-Württemberg, der BKK Landesverband Süd, die IKK classic, die Knappschaft, die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau sowie der Verband der Ersatzkassen die „Regionale Koordinierungsstelle Betriebliche Gesundheitsförderung Baden-Württemberg“ (kurz: „Regionale BGF-Koordinierungsstelle“) gegründet. Ihr Ziel ist es, insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten einen niedrigschwelligen Zugang zu Angeboten der betrieblichen Gesundheitsförderung zu eröffnen.

 


Dazu erklärt Jacqueline Kühne, Vorstand des BKK Landesverbandes Süd, für die B 52-Verbändekooperation, zu der der BKK Landesverband Süd, die IKK classic, die Knappschaft und der Verband der Ersatzkassen gehören: „Kleine und mittlere Unternehmen sind das Rückgrat der baden-württembergischen Wirtschaft. Sie machen mehr als 99 Prozent der Unternehmen im Land aus und beschäftigen mehr als zwei Millionen Menschen. Im Mittelpunkt der BGF-Koordinierungsstelle Baden-Württemberg steht das Ziel, ihren Zugang zu den vielfältigen Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung zu verbessern.“

 


Siegmar Nesch, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg streicht die Vorteile der Initiative heraus: „Mehr als jeder fünfte Fehltag der AOK-versicherten Arbeitnehmer in Baden-Württemberg geht im Jahr 2016 auf Muskel- und Skeletterkrankungen, wie beispielsweise Rückenschmerzen, zurück, jeder zehnte auf psychische Leiden. In beiden Bereichen kann betriebliche Gesundheitsförderung dazu beitragen, Fehlzeiten zu verringern oder sogar ganz zu verhindern. Mit dem Informationsportal schaffen wir eine zentrale Anlaufstelle für Unternehmen. Das Portal bietet sowohl allgemeine Informationen zur betrieblichen Gesundheitsförderung als auch zu den entsprechenden Leistungen der Krankenkassen.“

 


Herzstück der BGF-Koordinierungsstelle ist ein internetbasiertes Informationsportal (www.bgf-koordinierungsstelle.de), das einerseits allgemeine Informationen zur betrieblichen Gesundheitsförderung sowie den entsprechenden Leistungen der Krankenkassen bereit stellt, und das andererseits interessierten Unternehmen eine konkrete Beratung durch Experten der Krankenkassen vermittelt. Jedes anfragende Unternehmen erhält innerhalb von zwei Werktagen eine Rückmeldung und kann sich anschließend nach einem standardisierten Verfahren individuell beraten lassen.

 


Um eine zielgenaue Ausrichtung der Angebote zu erreichen, arbeiten die Krankenkassen beim Betrieb der Regionalen BGF-Koordinierungsstelle eng mit örtlichen Unternehmensorganisationen zusammen. So wurde bereits eine entsprechende Kooperationsvereinbarung mit den Arbeitgebern Baden-Württemberg (Landesvereinigung Baden-Württembergischer Arbeitgeberverbände) unterzeichnet. Weitere Kooperationsvereinbarungen werden folgen.

 


„In den Unternehmen rückt immer stärker in den Fokus, die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter möglichst lange zu erhalten“, sagt Peer-Michael Dick, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeber Baden-Württemberg: „Wir unterstützen unsere Mitgliedsverbände und deren Mitgliedsunternehmen dabei auch dadurch, dass wir Netzwerke bilden und die richtigen Ansprechpartner vermitteln. Die Zusammenarbeit mit der BGF-Koordinierungsstelle ist hierbei ein weiterer wichtiger Baustein.“

 

Hintergrund:

Gemäß § 20b Absatz 3 SGB V bieten die Krankenkassen Unternehmen in gemeinsamen regionalen Koordinierungsstellen Beratung und Unterstützung bei der betrieblichen Gesundheitsförderung an. Die Beratung durch die BGF-Koordinierungsstellen soll insbesondere die Information über die Leistungen der Krankenkassen zur Unterstützung der Gesundheitsförderung in Betrieben umfassen. Auch soll geklärt werden, welche Krankenkasse für den jeweiligen Betrieb die Leistungen erbringt. Örtliche Unternehmensorganisationen sollen an der Beratung beteiligt werden.

 

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news-1677 Thu, 04 May 2017 12:01:06 +0200 Fast jeder vierte Grundschüler mit psychischen Auffälligkeiten https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/fast-jeder-vierte-grundschueler-mit-psychischen-auffaelligkeiten.html AOK Baden-Württemberg unterstützt Präventionsprogramm Klasse2000 an Grundschulen Psychische Erkrankungen sind längst ein Volksleiden. Die KiGGS-Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, für die das Robert-Koch-Institut mehr als 10.000 Eltern befragte, zeigt: Dies gilt auch schon für die Jüngsten. Demnach leidet in Deutschland fast jedes vierte Kind (23,1 Prozent) zwischen sieben und zehn Jahren unter psychischen Auffälligkeiten wie Ängsten oder Wutanfällen. „Je früher und besser wir Kindern helfen, eine gefestigte Persönlichkeit zu entwickeln, desto größer sehen wir die Chancen auf psychische Gesundheit im Jugendlichen- und Erwachsenenalter“, erklärt Jutta Ommer-Hohl, Fachbereichsleiterin Gesundheitsförderung der AOK Baden-Württemberg. „Auch die Anfälligkeit für Suchtverhalten sinkt damit.“ Die AOK Baden-Württemberg verstärke daher ihre Präventionsbemühungen in diesem Bereich und ergänze sie um eine neue Initiative für die Primarstufe. Ab dem Schuljahr 2016/2017 unterstütze sie rund 250 Grundschulklassen in ganz Baden-Württemberg bei der Teilnahme am Präventionsprogramm Klasse2000. Dazu schlossen die AOK Baden-Württemberg, Klasse2000 und die Lions Clubs jetzt eine Vereinbarung.

 

„Eine Evaluation unseres Programms unter hessischen Schülern zeigt, dass Klasse2000 Kinder erfolgreich dabei unterstützt, im Sinn ihrer Gesundheit auch einmal ‚Nein‘ zu sagen“, meint Thomas Duprée, Geschäftsführer des Vereins Programm Klasse2000. In der siebten Klasse hätten die ehemaligen Klasse2000-Kinder nur halb so oft Erfahrungen mit Rauschtrinken (21 Prozent gegenüber 48 Prozent) und hatten deutlich seltener schon einmal geraucht (8 Prozent gegenüber 20 Prozent) als Jugendliche, die nicht an dem Programm teilgenommen hatten.

 

Peter Schwaebe, Distrikt-Governor Süd-Mitte der Lions Clubs, zeigt sich von Klasse2000 ebenfalls überzeugt: „Klasse2000 ist ein erwiesenermaßen wirksames und an der Schule gut umsetzbares Programm, das den Kindern viel Spaß macht.“ Die Lions Clubs in Deutschland unterstützen Klasse2000 seit über zwanzig Jahren durch Patenschaften und ihre persönlichen Netzwerke.

 

Gesundheitsförderung für Schülerinnen und Schüler ist seit langem ein wichtiges Thema für die AOK Baden-Württemberg. Erst im Februar 2017 stellte sie die neuen „ScienceKids: Gesundheit entdecken“ Lehr- und Lernmaterialien zum „Seelischen Wohlbefinden“ für die Sekundarstufe I vor. „ScienceKids“ wird seit 2006 zusammen mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg sowie dem Landesinstitut für Schulsport, Schulkunst und Schulmusik umgesetzt. Die Lehr- und Lernmaterialien sind für die Klassenstufen 1 bis 10 entwickelt und dem aktuellen Bildungsplan angepasst.

 

 

Über Klasse 2000

Das Präventionsprogramm Klasse2000 fördert die Gesundheits- und Lebenskompetenzen von Kindern. Es vermittelt ihnen Kenntnisse, Haltungen und Fertigkeiten, mit denen sie ihren Alltag so bewältigen können, dass sie sich wohlfühlen und gesund bleiben. Kinder sind voller Wissensdrang und haben Spaß an einem aktiven und gesunden Leben. Diese positive Haltung will Klasse2000 frühzeitig unterstützen. Mit altersgerechten Arbeitsheften, Plakaten und Spielen führt das Präventionsprogramm die Schülerinnen und Schüler der Primarstufe spielerisch an die Themen Gesund essen & trinken, Bewegen & entspannen, Sich selbst mögen & Freunde haben, Probleme & Konflikte lösen und Kritisch-denken & Nein-Sagen heran.

 

 

 

Lions Clubs

Lions Clubs International gehört zu den weltweit größten Service-Organisationen und verfolgt unter dem Motto “We serve” gemeinnützige und wohltätige Zwecke. Die Mitglieder der bundesweit über 1.400 Lions Clubs setzen sich ehrenamtlich für soziale und kulturelle Projekte ein – lokal wie international. Mit ihren Jugendprogrammen fördern die Lions Clubs in Deutschland die Lebenskompetenzen junger Menschen in Kindergarten, Schule und Ausbildung.

 

 

 

Foto: Klasse2000 / Katharina Schwerber

 

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news-1671 Thu, 27 Apr 2017 17:06:25 +0200 Lieferengpässe bei Arzneimitteln https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/lieferengpaesse-bei-arzneimitteln.html AOK Baden-Württemberg fordert Medikamenten-Reserve, mehr Transparenz und Kontrollmechanismen Für die AOK Baden-Württemberg geht die angesichts jüngster Lieferengpässe von Klinik-Arzneimitteln seitens der Ärzte vorgeschlagene nationale Medikamenten-Reserve in die richtige Richtung, aber nicht weit genug: „Eine Verpflichtung der Pharmaindustrie, deren Erfüllung nur sie selbst überprüfen kann, ist faktisch freiwillig – und das hat in diesem Markt noch nie funktioniert“, so der Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann, am Donnerstag (27.04.2017) in Stuttgart. Wenn nicht gleichzeitig Transparenz in den Markt komme und sanktionierbare Kontrollmechanismen für die gesamte Lieferkette eingeführt würden, bliebe alles beim Alten.

 

„Lieferausfälle sind kein neues Phänomen. Seit jeher wird der Bedarf der ganzen Welt an patentgeschützten Wirkstoffen regelmäßig an nur einem Standort produziert. Auch im patentfreien Markt produzierte bis heute kaum ein deutscher Anbieter seinen Wirkstoff selbst. So kommt es, dass kritische Lieferengpässe wie etwa im Fall des Narkosemittels Remifentanil üblicherweise meist weltweite Dimensionen annehmen: In den USA, Neuseeland oder Australien ist das Mittel zum Beispiel bereits seit 2016 nicht verfügbar und wird es dort nach Einschätzung des Anbieters GlaxoSmithkline auch bis 2018 nicht sein. Deshalb ist eine nationale Reserve und eine sanktionierbare Meldepflicht der einzige Weg. Es ist notwendig zu wissen, welche Arzneimittelmengen sich überhaupt im Markt und dort insbesondere beim Hersteller befinden“, so Hermann.

 

Eine wichtige Kontrollfunktion muss nach Ansicht Hermanns das Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ausüben. Nicht nur Pharmaunternehmen sollten Lieferprobleme verpflichtend melden - alle Akteure der Handelskette müssten ebenso verpflichtet werden dem Bundesinstitut als Trustcenter regelmäßig ihre Lagerbestände zu übermitteln.

 

Hermann: „Die Zeit der freiwilligen Meldungen muss für die Pharmalobby nach so vielen verschwiegenen Lieferausfällen endgültig vorbei sein.“ Anstelle des längst verspielten Vertrauensvorschusses müssten nun gesetzlich sanktionierbare Kontrollmechanismen her.

 

Aus einer jüngst vom Bundesverband Deutscher Krankenhausapo-theker ADKA durchgeführte Umfrage bei Krankenhausapotheken mit einer Versorgungsrelevanz von über 30.000 Betten und damit über 6 Prozent der nationalen Krankenhauskapazitäten ging hervor, dass eine bedenkliche Anzahl versorgungskritischer Arzneimittel in Kliniken fehlen: Arzneimittel mit 280 verschiedenen Wirkstoffen sind nicht verfügbar gewesen, darunter 30, die die jeweilige Klinikapotheke als versorgungskritisch eingestuft hat. Lediglich acht der 30 Wirkstoffe haben die Hersteller an das BfArM gemeldet. „Auch hier sind fehlende Transparenz und mangelnde Kontrollmechanismen Ursache der Missstände gewesen“, so Kassenchef Hermann.

 

 

 

Weitere Informationen zum Thema: aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/arzneimittelversorgung-in-apotheken-gesichert-engpaesse-in-kliniken-alarmierend.html

 

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news-1663 Tue, 25 Apr 2017 10:21:41 +0200 AOK Baden-Württemberg fordert mehr Wettbewerb im Gesundheitswesen https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-baden-wuerttemberg-fordert-mehr-wettbewerb-im-gesundheitswesen.html Gestaltungswillen, Können und hohes Verantwortungsbewusstsein sind Voraussetzungen „Der Versorgungswettbewerb im Gesundheitswesen wird in wichtigen Feldern weiterhin mit angezogener Handbremse geführt“, sagte Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, am Montag (24.04.2017) bei der Veranstaltung „AOK Baden-Württemberg im Dialog“ in Stuttgart. Wettbewerb im Gesundheitswesen und Sicherheit einer guten Gesundheitsversorgung seien zwei Seiten einer Medaille: „Mehr Wettbewerb um Versorgungsqualität tut insgesamt Not. Viel zu oft spielt sich dieser allein über die Höhe des Zusatzbeitrags zwischen Krankenkassen ab.“ Für die AOK Baden-Württemberg sind deshalb von der Politik nach der Bundestagswahl konsequent Rahmenbedingungen zu schaffen, um in wesentlich mehr Feldern der Gesundheitsversorgung bessere Strukturen und mehr Qualität durch Vereinbarungen direkt zwischen Krankenkassen und Gesundheitspartnern erreichen zu können.

 

Hermann: „In einer offenen Wettbewerbsumgebung, in der Akteure mit ausgeprägtem Gestaltungswillen, Können und hohem Verantwortungsbewusstsein agieren, können Effizienz- und Qualitätspotentiale zum Wohle der Versicherten umfassend erschlossen werden.“ Beispielsweise sei der Krankenhausbereich weiterhin im Wesentlichen „wettbewerbsfreie Zone“. So lasse die Politik bisher im stationären Bereich Direktverträge nicht so zu, wie sie in der ambulanten Versorgung in Baden-Württemberg seit Jahren erfolgreich gelebt werden. Dort zeigten die AOK-Verträge einer Alternativen Regelversorgung, wie Versorgung der Zukunft aussehen müsse: „An unserem Hausarztvertrag und den Facharztverträgen nehmen 4.000 Haus- und Kinderärzte, über 1.700 Fachärzte und Psychotherapeuten sowie insgesamt 1,5 Millionen unserer Versicherten teil: Dort sind Vernetzung, Integration und Qualitätsorientierung oberste Gebote“, so Hermann weiter.

 

Als weiteres Musterbeispiel für sinnvolles, marktwirtschaftliches Vorgehen sieht Hermann die seit zehn Jahren laufenden AOK-Arzneimittelrabattverträge. Allein durch diese Vereinbarungen habe die Südwestkasse ihre Versichertengemeinschaft im vergangenen Jahr bei höchster Qualität der Versorgung um 210 Millionen Euro entlasten und den Zusatzbeitrag unter dem Bundesdurchschnitt halten können.

 

Die „grundsätzliche Abkehr von kollektivvertraglichen Regelungen zugunsten eines selektiven Kontrahierens als Regelfall der Vertragsgestaltung“ empfiehlt auch Prof. Dr. Thomas Wüstrich von der Fakultät Betriebswirtschaft der Universität der Bundeswehr, München. In seinem Vortrag bei der Veranstaltung „AOK Baden-Württemberg im Dialog“ erklärte Wüstrich: „Grundlegende Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit marktwirtschaftlicher Steuerung im Gesundheitswesen ist der Wettbewerb, und zwar ein Wettbewerb, der auf dem Versicherungs-, Leistungs- und Behandlungsmarkt alle Systemakteure mit einbezieht.“

 

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news-1652 Wed, 12 Apr 2017 11:09:10 +0200 AOK Baden-Württemberg: Pro Generika irrt: https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-baden-wuerttemberg-pro-generika-irrt.html Arzneimittelrabattverträge haben den Markt geöffnet „Pro Generika ist auf dem Holzweg.“ So knapp kommentiert Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg und bundesweiter Verhandlungsführer der AOK-Rabattverträge, Aussagen, mit denen Pro Generika eben erst an die Öffentlichkeit ging. „Tatsächlich haben die Arzneimittelrabattverträge allein im zehnten Jahr ihres Bestehens zu einem Einsparvolumen von knapp 3,9 Milliarden Euro geführt. So konnten in den zehn Jahren Versichertengelder in Höhe von insgesamt 20 Milliarden Euro eingespart werden. Damit haben wir aber alles andere als eine Verengung des Arzneimittelmarkts erreicht, sondern im Gegenteil, endlich Marktwirtschaft und Wettbewerb. Die Mechanismen des Arzneimittelmarkts funktionieren eben anders als sich das die fünf großen Pharmakonzerne zurechtbiegen, die im Lobbyverband das Sagen haben.“ Es müsse darum gehen, im Interesse der Patienten den Arzneimittelmarkt für möglichst viele Anbieter zu öffnen und dauerhaft offen zu halten.

 

„Wir beobachten, dass immer wieder kleinere Arzneimittelhersteller an uns herantreten und uns neue Wirkstoffe zur Ausschreibung vorschlagen, für die es bislang noch keine Rabattverträge gibt“, schildert AOK-Chef Hermann seine Erfahrungen. Gerade solche Neuausschreibungen und das Interesse kleinerer Hersteller belebten den Generikamarkt zusehends. Auch ausländische Produzenten, die bislang noch nicht auf dem deutschen Markt Fuß gefasst haben, könnten sich gerade durch Neuausschreibungen positionieren.

 

„Den Rabattverträgen die Schuld zu geben für eine angebliche Monopolisierung, heißt die Wirklichkeit komplett auf den Kopf zu stellen.“ Legt man etwa den von der EU-Kommission im Rahmen ihrer Fusionskontrolle verwendeten sogenannten Herfindahl-Hirschman-Index - ein Maß für die Marktkonzentration - zugrunde, zeigt sich, dass die Marktkonzentration im rabattvertragsgeregelten Bereich 2015 mit einem Wert von 639 bereits äußerst gering war und weiterhin rückläufig ist: 2016 ging der Index auf 610 zurück. Für Ökonomen gilt bereits ein Index unter 1.000 als niedrig. Unter solchen marktfördernden Voraussetzungen zum wiederholten Mal auch noch das Risiko von Lieferengpässen zu beschwören, sei unverantwortlich und gehöre ins Reich der Fabel, betont Hermann.

 

Die Fakten zeigen auf, dass bei lediglich 0,6 Prozent aller 2016 zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung abgerechneten Arzneimittel Apotheken ein Lieferversagen des Herstellers dokumentieren mussten. Nur dann mussten die Apotheken ein austauschbares Arzneimittel abgeben, wie Daten der Gesellschaft für statistische Gesundheitsforschung (GfsG) ausweisen.

 

Die AOK Baden-Württemberg bereitet als Verhandlungsführer der gesamten AOK-Gemeinschaft gerade die 19. Tranche der Arzneimittelrabattverträge vor, die im nächsten Frühjahr mit mehr als 100 Wirkstoffen an den Markt gehen wird.

 

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news-1648 Tue, 11 Apr 2017 17:27:28 +0200 Diabetesvertrag von AOK, MEDI und Diabetologen Genossenschaft https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/diabetesvertrag-von-aok-medi-und-diabetologen-genossenschaft.html Baden-Württemberg: Einsatz innovativer Geräte zur Insulinbehandlung verbessert Versorgung Für Diabetiker, die eine intensivierte konventionelle Insulinbehandlung (ICT) benötigen, wird die Versorgung durch innovative technologische Entwicklungen verbessert. Dies betrifft vor allem die kontinuierliche unblutige Gewebezuckermessung mittels neuartiger Geräte. Mit ihnen entfällt die fortwährende Blutzuckermessung durch entsprechende Teststreifen („stechen“). Zudem sind beispielsweise Zusatzinformationen über Glukosetrends und engmaschige Überprüfungen der Glukosewerte möglich. Der neue Diabetesvertrag von AOK Baden-Württemberg, der Diabetologen Genossenschaft Baden-Württemberg und MEDI Baden-Württemberg greift diese Entwicklung mit hohem Qualitäts- und Transparenzanspruch auf.

 

Im Zentrum des neuen Vertrags steht die Versorgung von Diabetes-Patientinnen und -Patienten mit einer Indikationsstellung für die kontinuierliche Glukosemessung sowie Insulinpumpen. Insbesondere das von Ärzten häufig empfohlene und von Diabetikern präferierte System zur Flash Glukosemessung (FGM) Freestyle Libre ist im AOK-Vertrag anders als in der Regelversorgung eingeschlossen.

 

An die teilnehmenden Diabetologen werden hohe qualitative Ansprüche an Erfahrung und Praxisstruktur gestellt. Der Vertrag nach § 140a SGB V richtet sich an Versicherte, die am AOK-Haus- und Facharztprogramm teilnehmen, und sieht ärztliche Erst- und Folgeschulungen sowie eine kontinuierliche intensive Betreuung der ICT- und Pumpen-Patienten vor. Der Diabetesvertrag ist an für diese neuen Technologien besonders qualifizierte diabetologische Praxen adressiert.

 

Nach Vertragsschluss sind unmittelbar die Vorbereitungen zur Umsetzung wie vor allem die Definition der Auslieferungsmodalitäten der Geräte und die Schulungsveranstaltungen angelaufen. Die flächendeckende Versorgung startet am 01. Juli 2017.

 

 

 

Kontakt (Pressestellen):

 

 

AOK Baden-Württemberg - Telefon: 0711 2593-229

MEDI Baden-Württemberg - Telefon: 0711 806079-223

 

 

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news-1634 Tue, 28 Mar 2017 13:32:48 +0200 Elektroschocks gegen Herzrasen https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/elektroschocks-gegen-herzrasen.html Ab dem 1. April können Kardiologen im Südwesten, die am Facharztvertrag von AOK Baden-Württemberg und Bosch BKK teilnehmen, das ambulante Einsetzen (Implantation) von Defibrillatoren vornehmen. Die Leistung ist bundesweit sonst nur in spezialisierten Kliniken möglich. Der Defibrillator ist ein Elektroschockgerät in Miniaturausgabe, das den Herzrhythmus überwacht und bei lebensbedrohlichem extremem Herzrasen oder Kammerflimmern Impulse oder Elektroschocks abgibt, die den normalen Herzrhythmus wieder herstellen. Patientinnen und Patienten profitieren davon, dass der Eingriff und die Nachsorge bei einem qualifizierten Arzt ihres Vertrauens stattfindet – eine Option, die von der großen Mehrheit der Betroffenen präferiert wird. Die Vertragspartner, zu denen auf Arztseite der MEDI Verbund, der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK) und der Berufsverband niedergelassener fachärztlich tätiger Internisten (BNFI) zählen, führen damit eine weitere moderne Therapiemöglichkeit ein, die in der ambulanten Regelversorgung nicht erstattet wird.

 

Der plötzliche Herztod gehört nach Angaben des Fachblatts Europace (2014) mit jährlich schätzungsweise 66.000 Fällen zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. In über 80 Prozent der Fälle sind schnelle Rhythmusstörungen der Herzkammer oder Kammerflimmern die Ursache. Der einsetzbare Cardioverter-Defibrillator (ICD) ist die einzige Therapiemöglichkeit, mit der diese lebensbedrohlichen Störungen erkannt und durch eine Elektrostimulation- oder Schockabgabe beendet werden können. Jährlich werden laut Deutschem Herzschrittmacher- und Defibrillatorregister rund 30.000 dieser Geräte in Deutschland eingesetzt oder ausgetauscht. Eine Vielzahl klinischer Studien hat die Bedeutung von Defibrillatoren in der Vorbeugung des plötzlichen Herztods untersucht und neben dem unbestrittenen Wert der Therapie auch einen signifikanten Überlebensvorteil bei Patientinnen und Patienten mit schwerer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) belegt.

 

In Baden-Württemberg kann diese Leistung nun auch für Versicherte erbracht werden, die am gemeinsamen FacharztProgramm von AOK Baden-Württemberg und Bosch BKK teilnehmen. Ab dem 01. April 2017 werden die Neuimplantation sowie der Aggregatwechsel von Defibrillatoren als ambulante Leistung im Kardiologie-Vertrag übernommen. Die vertraglichen Voraussetzungen zwischen der AOK Baden-Württemberg und den Ärzteverbänden für die Durchführung entsprechen den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung. Dazu zählt insbesondere der Nachweis, dass in den letzten Jahren kontinuierlich implantiert wurde. Derzeit erfüllen etwa 15 der rund 200 am Facharztvertrag teilnehmenden Kardiologen die erforderlichen Qualifikationskriterien.

 

Vorteile der Neuerung für die Patienten: Sie müssen nicht in die Klinik, sondern bleiben weiterhin bei ihrem Arzt, dem alle Befunde vorliegen und sie werden schneller versorgt, da ein ambulanter Eingriff zügiger erfolgt.

 

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news-1623 Thu, 23 Mar 2017 10:57:54 +0100 85 Prozent der Baden-Württemberger schlafen gut https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/85-prozent-der-baden-wuerttemberger-schlafen-gut.html Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Südwestkasse hat die große Mehrheit der Baden-Württemberger (85 %) laut eigenem Bekunden in der Regel einen erholsamen Schlaf. Nur 13 Prozent sagen, dass ihr Schlaf weniger oder überhaupt nicht erholsam ist. Die Mehrheit der Befragten nutzt der Studie zufolge noch kurz vorm Schlafengehen Laptop oder Handy. Sinkende Konzentrationsfähigkeit, Gereiztheit, Ängstlichkeit und Niedergeschlagenheit, so wirkt sich Schlafmangel aus. Studien haben gezeigt, dass bei Menschen, die über lange Zeit zu wenig schlafen, das Risiko für Übergewicht, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes erhöht ist. Im Schlaf erneuern sich Gehirnverbindungen und das Immunsystem wird gestärkt. Ausreichender Schlaf erhöht das Leistungsvermögen, die Aufmerksamkeit, Lern- und Gedächtnisprozesse sowie das emotionale Befinden. Eine von der AOK Baden-Württemberg in Auftrag gegebene repräsentative Forsa-Umfrage kommt zu dem Ergebnis, dass die große Mehrheit der Baden-Württemberger (85 %) laut eigenem Bekunden in der Regel einen erholsamen Schlaf hat. Nur 13 Prozent sagen, dass ihr Schlaf weniger oder überhaupt nicht erholsam ist.

 

Die Dauer des Schlafs allein sagt wenig aus über die Qualität. Ausschlaggebend ist vielmehr, ob sich jemand tagsüber frisch und ausgeruht fühlt. Laut aktueller Forsa-Umfrage schlafen 34 Prozent der Baden-Württemberger nachts durchschnittlich fünf bis sechs Stunden. 58 Prozent liegen mit einer durchschnittlichen Schlafdauer von sieben bis acht Stunden im empfohlenen Zeitfenster und vier Prozent schlafen sogar neun Stunden oder länger pro Nacht. Weitere vier Prozent der Baden-Württemberger schlafen weniger als fünf Stunden.

 

Etwa jeder zweite Befragte (52 %) hat schon einmal Schwierigkeiten gehabt, abends einzuschlafen: Bei 4 Prozent ist dies sehr häufig der Fall, bei 10 Prozent häufig und weiteren 38 Prozent fällt es zumindest ab und zu schwer. Frauen haben häufiger als Männer Einschlafschwierigkeiten und Nicht-Erwerbstätige eher als Erwerbstätige. „Meist tragen mehrere Faktoren zu Schlafstörungen bei, unter anderem seelische Belastungen wie beruflicher und familiärer Stress oder Geldsorgen, aber auch der Lebensstil und Erkrankungen, beispielsweise Depressionen oder Schilddrüsenüberfunktion, spielen eine Rolle“, so Privatdozentin Dr. Sabine Knapstein, Ärztin und Psychotherapeutin der AOK Baden-Württemberg. Häufig erschweren Stress und seelische Belastungen das Ein- und Durchschlafen. Meist klingen diese Schlafstörungen ab, sobald die Belastung nachlässt. Hält sie jedoch lange Zeit an oder bleiben die Schlafstörungen darüber hinaus bestehen, sollte man zum Hausarzt.

 

Die deutliche Mehrheit der Befragten in Baden-Württemberg (85 %) hat laut eigenem Bekunden in der Regel einen erholsamen Schlaf – 23 Prozent bezeichnen ihn sogar als sehr erholsam. Offenbar besteht ein Zusammenhang zwischen Schlafdauer und Erholsamkeit des Schlafes: Von denjenigen, die weniger als sieben Stunden pro Nacht schlafen, sagen 77 Prozent, dass ihr Schlaf in der Regel (sehr) erholsam ist. Bei denjenigen, die länger schlafen, liegt der Anteil bei 91 Prozent. „Sind die Ein- und Durchschlafprobleme äußeren Umständen geschuldet, helfen oft kleine Veränderungen des Lebensstils und die Verbesserung der Schlafhygiene“, betont die Medizinerin. Dazu zählen das Einhalten fester Schlafenszeiten auch am Wochenende, Schlafrituale wie beispielsweise eine Tasse Kräutertee vor dem Zubettgehen oder Entspannungsübungen sowie eine schlaffördernde Umgebung mit einer Raumtemperatur zwischen 15 und 18 Grad Celsius und ein möglichst dunkles und ruhiges Zimmer. Weil auch große Mahlzeiten kurz vor dem Zubettgehen, bereits kleine Mengen Alkohol und auch Koffein den Schlaf rauben können, sollten Betroffene diese Aspekte im Blick haben.

 

In Baden-Württemberg nutzen zwei Drittel der Bürger ab 18 Jahre (65 %) abends einen Computer, einen Laptop, ein Tablet oder ein Smartphone – bei den Jüngeren ist der Anteil erwartungsgemäß hö-her als bei den Älteren. 30 Prozent derjenigen, die abends elektroni-sche Medien nutzen, schalten es 2 bis 3 Stunden vor dem Schlafengehen aus oder auf Standby. 44 Prozent nutzen das Gerät bis kurz vor dem ins Bett gehen und 23 Prozent sogar noch im Bett – die Jüngeren eher als die Älteren und Frauen eher als Männer. Fast jeder 18- bis 29- Jährige nutzt am Abend solche Geräte (91 %). „Wer abends PC, Tablet oder Smartphone nutzt, fühlt sich morgens eventuell weniger ausgeruht mit den entsprechenden Folgen für Schule und Beruf“, sagt PD Dr. Sabine Knapstein.

 

Mehr als die Hälfte der Befragten (61 %) hat schon Schwierigkeiten gehabt, nachts durchzuschlafen: Bei 22 Prozent ist dies sehr häufig oder häufig der Fall. Weiteren 39 Prozent fällt es zumindest ab und zu schwer. 38 Prozent haben dagegen keine nennenswerten Probleme mit dem Durchschlafen. „Wer damit Schwierigkeiten hat, weil sich nachts sein Gedankenkarussell dreht, kann davon profitieren, die belastenden Gedanken aufzuschreiben“, so PD Dr. Sabine Knapstein.

 

Quelle: Die repräsentative Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der AOK Baden-Württemberg durchgeführt . Befragt wurden zwischen dem 13. und 22. Februar 2017 insgesamt 502 nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählte Personen ab 18 Jahren in Baden-Württemberg.

Weitere Informationen: Mit LebeBalance bietet die AOK Baden-Württemberg ein Präventionsprogramm, das psychischen Störungen vorbeugen soll und sich an gesunde Menschen richtet. Informationen zum Programm „Lebe Balance“ und hier insbesondere zum Aspekt „Achtsamkeit“ unter www.lebe-balance.de. Betroffene, deren Schlafstörungen in Zusammenhang mit einer psychischen Erkrankung stehen, profitieren von der medizinisch-qualitativ hochwertigen Versorgung im Rahmen des AOK-FacharztProgramms.

Informationen für Arbeitgeber zur Smartphonenutzung: www.aok-business.de/baden-wuerttemberg/gesundheit/bewegung/smartphones-tablets-co

 

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news-1602 Wed, 08 Mar 2017 14:42:01 +0100 Arzneimittelversorgung in Apotheken gesichert - Engpässe in Kliniken alarmierend https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/arzneimittelversorgung-in-apotheken-gesichert-engpaesse-in-kliniken-alarmierend.html Blackbox in der gesamten Lieferkette macht umfassende Meldepflicht bei Lieferproblemen zwingend – Koalitionsbeschlüsse vom Montag erster richtiger Schritt Dass die Versorgung mit patentfreien Arzneimitteln über Apotheken in Deutschland durch Lieferengpässe in keiner Weise gefährdet ist, bestätigen die Apotheken selbst: Bei lediglich 0,6 Prozent aller 2016 zulasten der GKV abgerechneten Arzneimittel haben Apotheken ein Lieferversagen des Herstellers dokumentiert und mussten ein austauschbares Arzneimittel abgeben, wie Daten der Gesellschaft für statistische Gesundheitsforschung (GfsG) ausweisen. Wie jetzt ebenfalls eine repräsentative forsa-Befragung von Patientinnen und Patienten belegt, ist die Versorgung bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln aus dem patentfreien Markt in den Apotheken absolut gesichert. Ernste Schwierigkeiten liegen woanders, wie die Spitzen der AOK Baden-Württemberg, des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA), der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft sowie der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion vor der Hauptstadtpresse klarmachten. Für Kliniken stellt eine aktuelle ADKA-Erhebung Engpässe bei wichtigen Arzneimitteln fest. Betroffen seien im wesentlichen Arzneimittel, die nur für den Klinikmarkt hergestellt werden, darunter viele Lösungen zur Injektion wie Antibiotika, Krebsmedikamente und Anästhetika. Insgesamt fehle jede Transparenz im Markt, da bisher Pharmahersteller selbst entscheiden, ob sie Lieferprobleme der zuständigen Bundesoberbehörde melden. Letztlich ist völlig unklar, welche Arzneimittelmengen sich überhaupt im deutschen Markt befinden.

Die von der AOK Baden-Württemberg bei forsa in Auftrag gegebene, repräsentative Studie über die Arzneimittelversorgung durch Offizin-Apotheken zeigt punktuell Lieferversagen durch pharmazeutische Unternehmen auf, wobei Gründe nicht verifizierbar sind. Ein Lieferversagen bei Arzneimitteln ohne gleichartige oder gleichwertige Alternative kann kritische Folgen für betroffene Patientinnen und Patienten haben. Solche Alternativen fehlen grundsätzlich bei patentgeschützten Arzneimitteln und bei speziellen Arzneimitteln in der Klinik: „Klarheit über die tatsächliche Versorgungssituation wird durch die Blackbox, wie viele Arzneimittel im Markt wirklich vorhanden sind, unmöglich gemacht. Die Folgen können Patientinnen und Patienten hautnah zu spüren bekommen. Deshalb ist eine umfassende Transparenzoffensive überfällig. Das Prinzip der Freiwilligkeit von Defektmeldungen durch die Pharmaindustrie hat versagt. Die Beschlüsse der Koalition vom Montag dieser Woche sind deshalb auch ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, es muss aber darüber hinaus um gesetzlich sanktionierbare Pflichten und Nachhaltung gehen“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg. Dringlich sei es, die Rolle des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) dadurch deutlich zu stärken, dass Pharmaunternehmen Lieferprobleme und alle Akteure der Handelskette ebenso verpflichtend dem Bundesinstitut als Trustcenter regelmäßig ihre Lagerbestände übermitteln.

An Kliniken ist die Versorgungssituation insgesamt deutlich brisanter. Aus einer vom ADKA aktuell durchgeführten Umfrage bei Krankenhausapotheken mit einer Versorgungsrelevanz von über 30.000 Betten und damit über 6% der nationalen Krankenhauskapazitäten geht hervor, dass eine bedenkliche Anzahl versorgungskritischer Arzneimittel in Kliniken fehlen. „Insgesamt sind Arzneimittel mit 280 verschiedenen Wirkstoffen nicht verfügbar gewesen, darunter 30, die die jeweilige Klinikapotheke als versorgungskritisch einstuft“, so der ADKA-Präsident, Rudolf Bernard. Von den betroffenen Arzneimitteln dieser 30 Wirkstoffe meldeten die verantwortlichen Hersteller lediglich acht an das BfArM. Bernard: „Hier werden drei Probleme offensichtlich: Es fehlen für die Versorgung in der Klinik wichtige Arzneimittel, es wird von den Verantwortlichen nicht transparent gemacht und das Ganze hat keinerlei Konsequenzen für die Hersteller. So geht das nicht weiter.“ Für den Vorsitzenden der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Prof. Wolf-Dieter Ludwig, muss die Erfassung drohender Versorgungsprobleme im Klinikbereich bereits auf Herstellerebene greifen: „Im stationären Bereich agieren ganz überwiegend die Klinikapotheken und die pharmazeutischen Unternehmen miteinander. Selbst ernste Probleme in der Versorgung unserer Patienten aufgrund von Lieferengpässen bei unverzichtbaren Arzneimitteln werden so in der Regel nicht systematisch erfasst. Kliniken, Ärzte und insbesondere die Krankenhausapotheker tun ihr Möglichstes, Probleme für die Patienten infolge von Versorgungsengpässen zu lösen, können aber mitunter im Einzelfall heute nicht immer die optimale medikamentöse Therapie anbieten. Die vorgetragenen Zahlen verdeutlichen, dass die Arzneimittelhersteller das Prinzip der Freiwilligkeit bei der Meldung von Liefer- und Versorgungsengpässen ausnutzen, um ihre Lieferfähigkeit zu beschönigen.“

Erst durch die notwendige Transparenz kann die Versorgungssicherheit von Arzneimitteln bei den Patientinnen und Patienten spürbar erhöht werden – im ambulanten wie im klinischen Bereich, so Prof. Karl Lauterbach, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. „Die aufgezeigten Probleme und ihre Folgen machen ein Handeln der Politik dringend notwendig. Insofern freue ich mich, dass der Bundestag noch in dieser Woche im Falle bekannt gewordener Lieferengpässe eine Meldepflicht von pharmazeutischen Unternehmen an Krankenhäuser beschließen wird. Diesem ersten wichtigen Schritt müssen weitere folgen.“ 

 

Videos zur Pressekonferenz „Versorgungssicherheit“ am 08.03.2017 in Berlin

 

 

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news-1576 Wed, 15 Feb 2017 09:48:26 +0100 AOK Baden-Württemberg unterzeichnet WIN-Charta https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-baden-wuerttemberg-unterzeichnet-win-charta.html Die Gesundheitskasse bekennt sich zu ihrer ökonomischen, ökologischen und sozialen Verantwortung Als erste gesetzliche Krankenkasse unterstützt die AOK Baden-Württemberg die Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit (WIN) des Landes. Am Mittwochabend findet im Innenministerium Baden-Württemberg im Beisein von Franz Untersteller, Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes und dem Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn die Unterzeichnung der neuen „WIN!-Charta“ statt.

 

Die Charta besteht aus zwölf Leitsätzen, die inhaltlich die drei Säulen der Nachhaltigkeit (Ökonomie, Ökologie, Soziales) abdecken, gemeinsame Grundwerte formulieren und Orientierungspunkte für die Umsetzung im regionalen und lokalen Kontext sind. Mit der Unterzeichnung bekennt sich die AOK Baden-Württemberg als erste gesetzliche Krankenkasse im Land freiwillig zur Einhaltung dieser Leitsätze und den Zielen nachhaltigen Wirtschaftens. Darüber hinaus verpflichtet sie sich gleichzeitig zur Unterstützung eines ausgewählten Nachhaltigkeitsprojekts aus der Region. Umweltminister Franz Untersteller erklärt: „Unsere bundesweit einzigartige WIN-Charta bietet eine gemeinsame Wertebasis und ein Dach für die Unternehmen im Land, die sozial verantwortungsvoll handeln sowie unsere Umwelt und die natürlichen Ressourcen schonen wollen. Ich freue mich, dass die AOK mit ihrem Engagement das Netzwerk nachhaltig wirtschaftender Unternehmen in Baden-Württemberg bereichert.“

 

Die AOK Baden-Württemberg dokumentiert die Fortschritte ihrer Aktivitäten. Der Nachhaltigkeitsgedanke ist ein Teil der Unternehmensphilosophie und zielt auf ein Arbeitsumfeld ab, das nachhaltiges Denken und Handeln fördert. „Die WIN-Charta ermöglicht es uns, unser Engagement für nachhaltiges und ökologisches Handeln systematisch weiter voranzubringen“, sagt Siegmar Nesch, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Diese Verantwortung werde sehr ernst genommen und komme bereits in vielen Bereichen zum Tragen. So setzt die Gesundheitskasse unternehmensweit Grünstrom ein, stellt nach und nach auf LED-Lampen um und hat das Fraunhofer Institut mit einer Analyse des hauseigenen Fuhrparks beauftragt. „Ziel dieser Maßnahme ist, unsere Fahrzeuge sukzessive auf alternative Antriebe umzustellen“, sagt Nesch.

 

Die AOK ist seit 2013 nach der Umweltmanagementnorm DIN EN ISO 14001 zertifiziert und hat seither ein starkes Umweltprogramm aufgebaut. Das Thema der Nachhaltigkeit wurde erstmalig 2015 im Umweltprogramm verankert, als es um die Erstellung von Nachhaltigkeitsrichtlinien für Give-aways ging. Diese gelten seit 2016 für das gesamte Unternehmen. Mittlerweile kommen beispielsweise AOK-Bleistifte mit Pflanzensamenkapseln zum Einsatz. Nach dem vollständigen Gebrauch des Stifts kann dieser eingepflanzt werden. Weitere Unternehmensbereiche werden im Hinblick auf Nachhaltigkeit beleuchtet, aktuell zum Beispiel das Messewesen, wo die Verwendung nachhaltiger Materialien für die Messestände auf dem Prüfstand steht.

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news-1575 Mon, 13 Feb 2017 09:48:33 +0100 Neue Lernmaterialien für den Schulunterricht https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/neue-lernmaterialien-fuer-den-schulunterricht.html Weiterentwicklung von „ScienceKids: Gesundheit entdecken“ – Seelisches Wohlbefinden im Unterricht Die AOK Baden-Württemberg stellt auf der Bildungsmesse didacta die neuen „ScienceKids: Gesundheit entdecken“ Lehr- und Lernmaterialien für „Seelisches Wohlbefinden“ für die Sekundarstufe I vor. „ScienceKids“ wird zusammen mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg seit 2006 umgesetzt. Die Lehr- und Lernmaterialien zur Ernährungs- und Bewegungsbildung wurden für die Klassenstufen 1 bis 10 entwickelt und dem aktuellen Bildungsplan angepasst.

 

Stress und psychische Belastungen betreffen immer mehr auch Schülerinnen und Schüler. Die vielfältigen Entwicklungsaufgaben im Jugendalter – wie körperliche Veränderungen, Abgrenzung vom Elternhaus und Suche nach der eigenen Identität – stellen die jugendliche Psyche vor große Herausforderungen. „Jugendliche benötigen besondere Resilienz- und Schutzfaktoren, um die verschiedenen Anforderungen in Schule und Alltag meistern zu können“, sagt Siegmar Nesch, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg.

 

Die AOK Baden-Württemberg hat daher gemeinsam mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport und dem Landesinstitut für Schulsport, Schulmusik und Schulkunst eigene Lehr- und Lernmaterialien zum Thema „Seelisches Wohlbefinden“ entwickelt. Die handlungsorientierten Lehrmaterialien für die Sekundarstufe I, die im Rahmen des seit 2006 bestehenden Projekts „ScienceKids: Gesundheit entdecken“ erscheinen, unterstützen Jugendliche dabei, ihre eigenen Emotionen besser wahrzunehmen und auch in stressigen Situationen handlungsfähig zu bleiben. Die Stärkung der eigenen Ressourcen und bestimmter Exekutivfunktionen spielen dabei eine zentrale Rolle. „Schülerinnen und Schüler sollen zu starken Persönlichkeiten heranwachsen. Deshalb spielen Lebenskompetenzen eine wichtige Rolle im Schulalltag und in den Bildungsplänen. Kinder und Jugendliche lernen in der Schule wie sie Konflikte austragen, Probleme lösen oder Stress bewältigen können. Die ScienceKids-Materialien knüpfen hier an und unterstützen die Schulen bei der Umsetzung im Unterricht“, sagt Volker Schebesta MdL, Staatssekretär im Kultusministerium.

 

Die Inhalte und Themenfelder der neuen Lehr- und Lernmaterialien sind an die aktuellen Bildungspläne für die Sekundarstufe I in Baden-Württemberg angepasst und entsprechen der vorgegebenen Leitperspektive „Prävention und Gesundheitsförderung“.

 

Hinweise an die Redaktionen:

Die AOK Baden-Württemberg und das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport stellen die neue ScienceKids-Ausgabe erstmals im Rahmen der didacta vom 14.-18.2.2017 in Stuttgart vor. Außerdem erhält jede weiterführende Schule in Baden-Württemberg auf Anfrage ein kostenloses Exemplar zugesandt. Interessierte Schulen können ihr Exemplar per Mail an schulsportstiftung@km.kv.bwl.de bestellen.

Die AOK Baden-Württemberg präsentiert ihre Präventionsangebote für Kita und Schule auf der didacta (www.messe-stuttgart.de/didacta/) in Halle 8, 8B48.

 

Termine auf der didacta am 15.02.2017 (Pressevertreter sind eingeladen):

 

  • 11:00 Uhr:  Vortrag „ScienceKids:Gesundheit entdecken“ - Handlungsorientiere Gesundheitsbildung in Primar- und Sekundarstufe I (Raum C.4.1.1)
  • 13:25 Uhr: ScienceKids-Talkrunde mit Staatssekretär Volker Schebesta MdL, Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, und Siegmar Nesch, stellv. Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg
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news-1573 Fri, 10 Feb 2017 13:15:11 +0100 Darmspiegelung schon ab 50 https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/darmspiegelung-schon-ab-50.html – vor allem für Männer! Ab dem Alter von 55 Jahren haben gesetzlich Krankenversicherte Anspruch auf eine Darmspiegelung zur Früherkennung von Darmkrebs. Eine gemeinsame Studie vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), der AOK Baden-Württemberg, der Bosch BKK und MEDI Baden-Württemberg legt nun nahe, diese Altersgrenze zu senken: Die Untersuchung ist routinemäßig schon ab dem Alter von 50 sinnvoll – insbesondere für Männer.

 

2002 wurde die Vorsorge-Darmspiegelung in das Krebs-Früherkennungsprogramm der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen. Ab dem Alter von 55 Jahren haben Versicherte Anspruch auf die Untersuchung, bei der eventuell entdeckte Krebsvorstufen sogleich entfernt werden können. Seither ist die Darmkrebs-Neuerkrankungsrate deutlich zurückgegangen – und zwar ausschließlich in der Altersgruppe, der das Screening angeboten wird.

 

„In den ersten zehn Jahren haben mehr als vier Millionen Menschen an einer Vorsorge-Darmspiegelung teilgenommen. Das hat nach unseren Berechnungen etwa 180.000 Darmkrebsfälle verhindert“, sagt Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum. Bei Menschen ohne familiäre Belastungen tritt Darmkrebs vor dem Alter von 50 Jahren äußerst selten auf. Danach steigt die Erkrankungsrate kontinuierlich an. Nationale und internationale Leitlinien empfehlen daher die Krebsvorsorge bereits ab 50 Jahren. „Durch die Zusammenarbeit mit der AOK Baden-Württemberg, der Bosch BKK und MEDI Baden-Württemberg hatten wir erstmals die Möglichkeit, an einer großen Bevölkerungsgruppe zu prüfen, welche Ergebnisse mit dem Angebot der Vorsorge-Darmspiegelung ab 50 Jahren zu erzielen sind“, so Brenner.

 

Seit 2017 ist ein Einladungsverfahren für die Früherkennung durch die Darmspiegelung ab dem Alter von 55 gesetzlich vorgesehen. Bundesweiter Vorreiter ist dabei seit Jahren das Facharztprogramm Gastroenterologie von AOK Baden-Württemberg und Bosch BKK. Dort wird das Einladungsschreiben bereits seit 2011 für Teilnehmer ab dem 55. Geburtstag und seit 2014 für Teilnehmer ab dem 50. Geburtstag umgesetzt.

 

Die Studienergebnisse bestätigen den Beteiligten die Richtigkeit des Weges: „Es wird eindeutig belegt, wie unverzichtbar Früherkennung bei Darmkrebs gerade auch bei Jüngeren ist. Wer an unserem Haus- und Facharztprogramm teilnimmt, kann die kostenlose Darmspiegelung bereits ab 50 Jahren in Anspruch nehmen. Ich empfehle dies nachdrücklich“, so der Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann.

 

Insgesamt 84.726 Versicherte der AOK Baden-Württemberg im Alter zwischen 50 und 54 Jahren erhielten in den Jahren 2014 und 2015 eine persönliche Einladung zu einer Früherkennungs-Darmspiegelung. Eingeladen wurden ausschließlich Personen, die in den Jahren zuvor keine Darmspiegelung beansprucht hatten, nicht an Krebs erkrankt und in das Hausarzt- oder das Facharztprogramm der AOK eingeschrieben waren.

 

1,9 Prozent der Angeschriebenen leisteten der Einladung Folge. Bei den insgesamt 1396 Untersuchungen wurden in 6,8 Prozent der Fälle Darmkrebs oder Darmkrebsvorstufen, so genannte fortgeschrittene Adenome, entdeckt und abgetragen.

Die Untersuchung offenbarte einen deutlichen Unterschied zwischen den Geschlechtern: Während bei nur 4,5 Prozent der Frauen dieser Altersgruppe Darmkrebs oder Vorstufen gefunden wurden, traten sie bei Männern mit 8,6 Prozent fast doppelt so häufig auf. Das heißt, die Ärzte entdeckten bei jeder zwölften Untersuchung von Männern zwischen 50 und 54 eine verdächtige Gewebeveränderung. Dagegen müssten bei Frauen dieser Altersgruppe 22 Darmspiegelungen durchgeführt werden, um einen relevanten Befund zu entdecken.

 

„Damit sind Darmkrebs und seine Vorstufen bei Männern dieser Altersgruppe sogar häufiger als bei den 55 bis 69-jährigen Frauen, bei denen die Darmspiegelung ganz selbstverständlich zum Krebsfrüherkennungsangebot gehört. Das ist ein überzeugender Grund dafür, die Altersgrenze für die Vorsorge-Koloskopie zumindest bei Männern schon vom 50. Geburtstag an routinemäßig anzubieten“, ist das Fazit Hermann Brenners. Andere Länder, etwa Österreich, haben die Vorsorgeuntersuchung bereits ab 50 Jahren in ihr Krebsfrüherkennungsprogramm aufgenommen.

 

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news-1569 Mon, 06 Feb 2017 10:53:09 +0100 Notfallversorgung https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/notfallversorgung.html Neue Fahrzeugklasse soll helfen, Leben zu retten Trotz umfangreicher Investitionen der Krankenkassen: Immer noch kommen zu viele Rettungswagen in Baden-Württemberg bei Notfalleinsätzen zu spät – zumindest gemessen an der sogenannten Hilfsfrist, die als wichtiger Teil der Rettungskette definiert, wie viel Zeit zwischen dem Notruf und ihrem Eintreffen der Rettungskräfte am Unglücksort verstreichen darf. Neben der wachsenden Zahl von Einsätzen liegt einer der Gründe im System: „Zu oft werden Rettungswagen für andere Zwecke wie beispielsweise Krankentransporte eingesetzt und stehen so nicht für wichtige Notfalleinsätze zur Verfügung“, vermutet Enrique-Dietrich Vetter, Rettungsdienst-Experte bei der AOK Baden-Württemberg. Ein neues Modell der AOK Baden-Württemberg verspricht Abhilfe.

 

In Baden-Württemberg werden jedes Jahr rund 800.000 Mal Patientinnen und Patienten, die nicht mehr selbstständig mobil sind, per Krankentransport von Klinik zu Klinik oder auch von zuhause zu einem Arzttermin gefahren. Zu oft, so Vetter, würden für diese sogenannten Krankentransporte Rettungswagen eingesetzt. „Dabei sind 50 Prozent der Krankentransporte unkritische Entlassfahrten von der Klinik nach Hause, für die selbst ein Krankenwagen eigentlich viel zu umfangreich ausgestattet ist.“ Das nehme der Notfallrettung die nötige Flexibilität, denn die verbleibenden Rettungswagen müssten dadurch häufig längere Wege zu den Notfallpatienten zurücklegen als nötig.

 

Gemeinsam mit dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Baden-Württemberg e. V. hat die Südwest-AOK daher eine neue Fahrzeugklasse entwickelt, die beispielsweise bei Klinikentlassungen oder Arztbesuchen zukünftig Transporte mit übernehmen soll. Der sogenannte KTW-light gewährleistet den Patienten die notwendige medizinische Sicherheit und die Trageunterstützung, benötigt allerdings weniger medizinische Ausstattung als Kranken- und Rettungswagen. „Wir gehen davon aus, dass der KTW-light schon in diesem Jahr zehn Prozent der Krankentransporte übernehmen wird und so die Krankenwagen und damit die Rettungswagen spürbar entlastet“, prognostiziert Vetter. Er wird bereits 2017 nahezu flächendeckend eingesetzt.

 

Der KTW-light ist mit zwei medizinisch geschulten Personen besetzt, von denen eine mindestens ein ausgebildeter Sanitäter oder eine ausgebildete Sanitäterin ist. An Bord finden sie alles, was sie für den Transport benötigen. Dazu gehören eine Krankenfahrtrage und ein Tragestuhl ebenso wie ein automatisierter externer Defibrillator (AED) für den Notfall. „Die Patientensicherheit besitzt für uns dabei oberste Priorität. Jeder KTW-light muss, bevor er zum Einsatz kommt, vom TÜV überprüft und abgenommen werden“, so Vetter. Im Unterschied zu Kranken- und Rettungswagen fällt der KTW-light allerdings nicht unter das Rettungsdienstgesetz. Er besitzt daher kein Blaulicht und ist nicht über Funk mit der Leitstelle verbunden.

 

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news-1565 Wed, 01 Feb 2017 13:01:24 +0100 Neue AOK-App https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/neue-aok-app-1.html Balancetrainer im Smartphone Ab sofort sind sämtliche Inhalte des AOK-Präventionsprogramms „Lebe Balance“ über eine neue App per Smartphone leicht verfügbar. Die Lebe Balance-App hilft bei der Stressbewältigung und führt den Nutzer mit angeleiteten Übungen, Tipps und kurzen Nachrichten durch den Alltag. „Die App ist wie ein Trainer, der einen dabei unterstützt, den Kopf frei zu bekommen und in stressigen Situationen ruhig zu bleiben", sagt Siegmar Nesch, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg.

 

Die Lebe Balance-App der AOK Baden-Württemberg ist ab sofort für Android und IOS in den jeweiligen App-Stores kostenlos verfügbar. „Mithilfe der App lernt der Nutzer Schritt für Schritt mit Stresssituationen umzugehen. Vorgegebene Übungen lassen sich über den Terminkalender des Smartphones in den Alltag integrieren, sodass die App zum täglichen Begleiter wird“, erläutert Siegmar Nesch, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Südwestkasse. Über eine begleitende Stimme erfährt der User beispielsweise, welchen Einfluss die Psyche auf die Gesundheit hat, wie Stress entsteht und wie der Körper darauf reagiert. Der Ablauf der verschiedenen Übungen zur richtigen Atmung oder zu Achtsamkeit ist vorgegeben. „Mit jeder Übung erreicht der Nutzer die nächste Stufe auf dem Weg zur seelischen Gesundheit. Dabei motiviert die App mit kurzen Push-Nachrichten und einem Belohnungssystem“, sagt Siegmar Nesch.

 

Die Lebe Balance-App greift insgesamt die Systematik und Inhalte des Basis-Seminars auf und hilft dabei, das Erlernte auf Dauer zu bewahren. Sie kann aber auch individuell ohne Seminar genutzt werden.

 

Das Lebe Balance Seminar, an dem seit der Einführung im Jahr 2013 rund 10.000 Menschen teilgenommen haben, wurde aktuell wissenschaftlich evaluiert. Über 1.800 Teilnehmer/innen der Seminare wurden befragt – vor der Seminarteilnahme, kurz danach sowie sechs und zwölf Monate später. Die Evaluation untersuchte die Wirksamkeit der Lebe-Balance-Kurse in einem kontrollierten Studiendesign, an dem alle Teilnehmer der Präventionskurse des Zeitraums Oktober 2013 bis Juni 2014 teilnahmen. Als Kontrollgruppe fungierten AOK-Versicherte, die keinen Lebe-Balance-Kurs besucht haben. Ein halbes Jahr nach Beginn der Kurse nahmen sich noch 68 Prozent der Studienteilnehmer mindestens einmal pro Woche Zeit für eine Achtsamkeitsübung. 83 Prozent von ihnen legten Wert auf wertschätzendes Kommunizieren, wie sie es in den Kursen erlernt hatten. Die Studienergebnisse können eine signifikante Reduktion der psychischen Belastung bei den Kursteilnehmern belegen, und im Vergleich zur Kontrollgruppe nahm auch deren Resilienz gegen seelisch belastende Ereignisse zu.

 

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news-1561 Fri, 27 Jan 2017 10:34:11 +0100 AOK Baden-Württemberg und Ärztepartner sind Vorreiter bei der digitalen Arztvernetzung https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-baden-wuerttemberg-und-aerztepartner-sind-vorreiter-bei-der-digitalen-arztvernetzung.html Test in Heilbronn läuft mit über 100 Ärzten Einen bisher beispiellosen Schritt hin zur flächendeckenden digitalen Vernetzung von Arztpraxen unternimmt die AOK Baden-Württemberg zusammen mit ihren Ärztepartnern im Land. "Was wir gemeinsam in der Region Heilbronn mit dem Ärzteverband MEDI Baden-Württemberg intensiv und erfolgreich erproben, soll den Grundstein für ein künftig landesweites Ärzte-Kommunikationsnetz legen", so der Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann, am Freitag (27.01.2017) im Rahmen des Landeskongresses Gesundheit, in Stuttgart.

 

Die AOK und ihre Ärztepartner seien nicht durch die Digitalisierung im Gesundheitswesen getrieben: "Das ist nicht durch Not, sondern durch gemeinsame Überzeugung und Verantwortung für Patientinnen und Patienten entstanden. Mit unseren Direktverträgen haben wir erstklassige Versorgungsstrukturen geschaffen und bauen diese selbstverständlich weiter aus. Dass auch vernetzte Online-Strukturen geschaffen werden müssen, ist nur logisch und geschieht mit ebenso hohem Anspruch", so Hermann weiter.

 

Die dazu seit über einem Jahr laufende Testphase in Heilbronn liefert den Vertragspartnern wichtige Erkenntnisse vor allem darüber, welche Strukturen ein künftig digital breiter angelegtes Netz haben muss, damit es Ärzten eine neue Qualität an Informationen und für deren Austausch untereinander liefern kann. Über 100 Haus- und Fachärzte aus insgesamt 60 Praxen mit knapp 10.000 AOK-versicherten Patientinnen und Patienten sind am Test beteiligt. Hermann: "Wir wollen jetzt endlich vom Faxstandard in Arztpraxen wegkommen. Da wir hier aber gemeinsam Neuland betreten, ist gute Überzeugungsarbeit das A und O. Schließlich geht es um den Arzt, sein Team und Patienten, und nicht nur um Computertechnik."

 

Dass die AOK Baden-Württemberg auch bei den Versorgungsstrukturen weiter nach vorn geht, zeigt die Tatsache, dass Verträge mit Rheumatologen und Diabetologen vor dem Abschluss stehen: "In der ersten Jahreshälfte noch wollen wir diese unter Dach und Fach haben", so Hermann weiter. Dass die AOK Baden-Württemberg auf dem richtigen Weg ist, zeigen auch die seit Jahren begleitenden Umfragen des Forschungsinstituts Prognos. Die neuesten Ergebnisse bestätigen, dass 91 Prozent der am Hausarztprogramm teilnehmenden AOK-Versicherten von der besseren Koordinierung durch den Hausarzt überzeugt sind.

 

 

 

Hinweis für die Redaktionen:

 

"Aktive Versorgungssteuerung und deren Zukunftsaussichten" sind Themen beim Landeskongress Gesundheit am 27. Januar 2017 auf der Landesmesse Stuttgart.

 

Informationen zum Haus- und Facharztprogramm der AOK Baden-Württemberg finden Sie unter diesem Link.

 

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news-1556 Wed, 25 Jan 2017 10:35:37 +0100 Mehr Geld für Caritas, Diakonie und Co. https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/mehr-geld-fuer-caritas-diakonie-und-co.html Pflegesatzkommission beschließt Plus von fast sechs Prozent für die ambulante Pflege Die Pflegesatzkommission für die ambulante Pflege in Baden-Württemberg (PSK ambulant) hat eine höhere Vergütung beschlossen: Ab Februar 2017 erhalten Leistungserbringer wie beispielsweise Diakonie und Caritas von den Pflegekassen durch das Anheben der Pflegesätze durchschnittlich 5,89 Prozent mehr für die ambulante Pflege. „Damit kann die Qualität in der ambulanten Pflege weiter verbessert werden. Sie wird durch gut ausgebildete Pflegerinnen und Pfleger erreicht, die an den richtigen Stellen eingesetzt werden und ausreichend Zeit für ihre wichtigen Aufgaben haben“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg und zugleich PSK-Vorsitzender im Südwesten.

 

Angemessene Vergütungssätze der Pflegedienste sowie gute Betreuung und Beratung sind auch ganz im Sinne der Diakonie Württemberg: „Wir sind uns mit der AOK Baden-Württemberg und den anderen Leistungsträgern einig, gemeinsam das neue System zum Wohle der Pflegebedürftigen und ihrer Familien umzusetzen und weiterzuentwickeln“, unterstreicht Adelheid Frank-Winter, Abteilungsleiterin Wirtschaftsberatung bei der Diakonie Württemberg.

 

Die Vereinbarung gilt bis Ende 2017 und ist auch ein deutliches Zeichen für das hohe, regionale Verantwortungsbewusstsein der Verhandlungspartner. Hermann: „Wenig Gespür für Anforderungen und Notwendigkeiten vor Ort können Vertragsverhandlungen zur unendlichen Geschichte werden lassen. Hier war das anders. Die PSK hat mit dem Blick für Realitäten einen tragfähigen Beschluss hinbekommen: Ein guter Tag für die ambulante Pflege im Land.“

 

Neben erhöhten Pflegesätzen verabschiedete die PSK ambulant auch eine neue Rahmenvereinbarung für die ambulante Pflege. Unter anderem sieht der nun beschlossene Rahmenvertrag neue abrechenbare Leistungen vor: So dürfen Pflegerinnen und Pfleger zukünftig auch bei der ganz praktischen Organisation des Alltags helfen und auf Wunsch der Pflegebedürftigen beispielsweise Friseurtermine vereinbaren oder bei der Suche einer Putzhilfe unterstützen.

 

Vor dem Hintergrund der seit Januar völlig neu geregelten Leistungen der Pflegeversicherung komme dem Abschluss eine besondere Bedeutung zu. Laut AOK-Chef Hermann werden durch das Gesetz der pflegebedürftige Mensch und seine individuelle Situation viel mehr in den Mittelpunkt gerückt: „Information und Beratung stehen hier an erster Stelle. Unsere Expertinnen und Experten in den 230 KundenCentern und den 14 CompetenceCentern Pflege im Land helfen dabei, die Leistungen der Pflegeversicherung schnell und sicher zu organisieren – wenn es die Situation erfordert, auch bei den Menschen zu Hause.“

 

Die AOK Baden-Württemberg bezahlt als Pflegeversicherung jährlich fast 2,5 Milliarden Euro an Leistungen für ihre Versicherten.

 

 

 

Hinweis für die Redaktionen:

Eine gleichlautende Pressemitteilung versendet die das Diakonische Werk Württemberg.

 

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news-1554 Tue, 24 Jan 2017 09:40:51 +0100 Mehr Geld von den Krankenkassen für die Kliniken https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/mehr-geld-von-den-krankenkassen-fuer-die-kliniken.html Über eine Viertelmilliarde mehr für die Krankenhäuser im Land Im laufenden Jahr zahlen die gesetzlichen Krankenkassen in Baden-Württemberg über 8,6 Milliarden Euro für die Krankenhausversorgung ihrer Versicherten. Damit erhalten die Krankenhäuser über 250 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Der größte Teil des Zuwachses geht auf die Erhöhung des Landesbasisfallwerts zurück, auf die sich die Krankenkassen und die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft geeinigt haben. Er steigt im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Prozent. Mit 115 Millionen Euro stemmt die Südwest-AOK den Löwenanteil der Zusatzkosten. „Die qualitativ hochwertige Versorgung der Patientinnen und Patienten besitzt für uns oberste Priorität. Der nun beschlossene Landesbasisfallwert stellt auch im Jahr 2017 die dafür ausreichende Finanzierung sicher“, erklärt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg.

 

Die rasche Einigung dokumentiere das große Verantwortungsbewusstsein der Verhandlungspartner. Hermann: „Die Preissteigerung von 2,4 Prozent bildet alle zu erwartenden Kostenentwicklungen 2017 ab. Krankenhäuser und Leistungsträger haben damit für dieses Jahr eine frühe und verlässliche Planungsgrundlage.“

 

Zugleich sei Versorgungsqualität nicht allein mit Geld herzustellen. „Patientinnen und Patienten sollten immer im qualitativ besten statt im nächstbesten Krankenhaus behandelt werden“, so Hermann. Die Krankenhausplanung müsse sich daher zukünftig stärker an der Qualität orientieren. „Wir brauchen eine stärkere Spezialisierung der Kliniken. Nicht jedes Krankenhaus muss alles anbieten.“ Die von der Landesregierung verfolgten Ziele, zukunftsfähige Strukturen zu fördern und Fördermittel nicht nach dem Gießkannenprinzip zu verteilen, seien richtig gesetzt und würden deshalb von der AOK Baden-Württemberg nachdrücklich unterstützt. Ein solches Vorgehen diene dem notwendigen Abbau von ineffizienten Doppelstrukturen und behielte gleichzeitig die Qualität der Leistungserbringung fest im Blick.

 

Hinweis an die Redaktionen:

Der zahlbare Landesbasisfallwert mit Ausgleichen wird zum 01.02.2017 um 2,4 Prozent von 3.272,21 Euro auf 3.350,01 Euro erhöht. Auf ihm beruhen die sogenannten Fallpauschalen, die maßgeblich für die Abrechnungen sind. Dadurch zahlen die Krankenkassen durchschnittlich mehr Geld pro Behandlung an die somatischen Krankenhäuser.

 

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news-1549 Fri, 20 Jan 2017 10:44:00 +0100 Zahl der Fehltage leicht gesunken https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/zahl-der-fehltage-leicht-gesunken.html Rückenleiden und psychische Störungen nehmen zu Der Krankenstand in Baden-Württemberg lag im Jahr 2016 bei 5,0 Prozent (2015: 5,1 Prozent) und ist damit gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. Dies ergab eine aktuelle Auswertung der AOK Baden-Württemberg über die krankheitsbedingten Fehlzeiten ihrer versicherten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Ursächlich für diese Entwicklung ist der Rückgang von Erkrankungen des Atmungssystems. Rückenleiden und Erkrankungen aufgrund von psychischen Belastungen sind dahingegen leicht gestiegen.

 

Der Anteil der Erkrankungen des Atmungssystems, also vor allem Er-kältungskrankheiten, lag mit 13,5 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitsta-ge (AU-Tage) etwas unter dem des vergangenen Jahres (14,3 Pro-zent). Besonders häufig wurden dabei „Akute Infektionen der oberen Atemwege“ und „Akute Bronchitis“ diagnostiziert. „Der vergleichswei-se milde Winter mit nahezu ausgeglichener Niederschlagsbilanz hat den Menschen nicht so sehr zugesetzt wie die langen, grauen und vor allem feuchten Winter der Jahre zuvor“, sagt die Ärztin und Psychotherapeutin bei der größten Südwestkasse, PD Dr. Sabine Knapstein. Die Erkältungskrankheiten liegen als Ursache für eine Arbeitsunfähigkeit an zweiter Stelle hinter den „Muskel- und Skeletterkrankungen“, worunter insbesondere Rückenerkrankungen zu verstehen sind. Diese schlagen bei den AOK-Versicherten mit 22,9 Prozent aller AU-Tage zu Buche und haben im Vergleich zu 2015 (21,2 Prozent) einen leichten Anstieg erfahren.

 

Mit 11 Prozent ist der Anteil der psychischen Störungen weiterhin hoch und hat den Ausfall aufgrund von Verletzungen (10,6 Prozent) als häufigste Ursache einer Krankschreibung für den Arbeitgeber vom dritten Platz verdrängt. Während der Anteil der Ausfälle von psychischen Störungen im Jahr 2015 noch bei 10,1 Prozent lag, stieg dieser Wert im abgelaufenen Kalenderjahr um fast einen Prozentpunkt an. „Psychische Belastungen und Störungen nehmen immer mehr zu. Obwohl die Zahl der Frühberentungen insgesamt zurückgeht, hat sich diese Zahl bei Menschen mit depressiven Störungen vom Jahr 2000 bis 2013 mehr als verdoppelt“, erläutert PD Dr. Sabine Knapstein.

 

Erster Ansprechpartner für Menschen mit Muskel- und Skeletterkran-kungen sowie für jene mit Depressionen ist der Hausarzt. Versicherte, die an der hausarztzentrierten Versorgung teilnehmen, profitieren bei diesen Krankheitsbildern zudem von den Facharztverträgen der AOK Baden-Württemberg. Sie stellen eine Versorgung sicher, die den Menschen als Ganzes im Blick hat. Die teilnehmenden Ärzte beraten ganz individuell und beziehen dabei neben den körperlichen .Aspekten auch psychische Befindlichkeiten und soziale Komponenten mit ein.

 

Anmerkung für die Redaktionen:

Der Analyse liegen die Daten von mehr als 2,2 Millionen AOK-versicherten Arbeitnehmern in Baden-Württemberg zugrunde. Der Krankenstand beschreibt die Arbeitsunfähigkeitstage im Kalenderjahr. So bedeutet dies für 2016, dass im Durchschnitt jedes AOK-Mitglied in Baden-Württemberg gut 18 Tage (5 Prozent der 365 Tage) arbeitsunfähig war. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) aller Arbeitsunfähigkeitstage sind auf die vier beschriebenen Krankheitsarten zurückzuführen.

 

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news-1539 Fri, 13 Jan 2017 13:43:02 +0100 Medizin der Zukunft https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/medizin-der-zukunft.html Neue Ansätze für bessere Patientenversorgung im Südwesten Der bundesweite Innovationsausschuss wählt acht zukunftsweisende Projekte unter Beteiligung der AOK Baden-Württemberg zur Förderung aus. Im Mittelpunkt der 2017 startenden Vorhaben steht eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Hausärzten, Fachärzten, Kliniken und Pflegeeinrichtungen. So sollen zum Beispiel digitale Lösungen dem drohenden Fachärztemangel im ländlichen Raum entgegenwirken. Das Gesamtfördervolumen, über dessen Vergabe der Innovationsausschuss entscheidet, liegt bei jährlich 300 Millionen Euro.

 

Aktuelle Studien zeigen, dass die Zahl der wichtigsten Fachärzte wie beispielsweise Hautärzte bis 2030 signifikant sinken wird. Digitale Innovationen versprechen Abhilfe. So erprobt die AOK Baden-Württemberg in dem Modellprojekt TeleDerm gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Tübingen und weiteren Partnern, wie Telemedizin die drohende Versorgungslücke schließen kann. Hierfür werden in 50 Praxen, die an der Hausarztzentrierten Versorgung der Südwest-AOK teilnehmen, sogenannte Telekonsilsysteme installiert, mit denen Hautveränderungen des Patienten in der Hausarztpraxis fotografiert und an teilnehmende Dermatologen zur Befunderstellung übermittelt werden. Dadurch kann in vielen Fällen ein persönlicher Termin beim Dermatologen entfallen. Zudem liegen die fachärztlichen Befunde schneller vor.

 

Das Vorhaben CoCare: Erweiterte koordinierte ärztliche Pflegeheimversorgung, das die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg gemeinsam mit der AOK Baden-Württemberg und anderen gesetzlichen Krankenkassen im Land aufsetzt, fördert die engere Zusammenarbeit zwischen Haus- und Fachärzten sowie dem Pflegepersonal. Ziel ist es, Pflegeheimbewohner vor unnötigen Krankenhausaufenthalten zu bewahren. Geplante Maßnahmen sind unter anderem gemeinsame elektronische Patientenakten und miteinander abgestimmte haus- und fachärztliche Visiten und Therapien.

 

Das Forschungsprojekt PAWEL – Patientensicherheit, Wirtschaftlichkeit und Lebensqualität: Reduktion von Delirrisiko und POCD nach Elektivoperationen im Alter widmet sich ebenfalls älteren Menschen. Studien zeigen, dass Patientinnen und Patienten über 70 Jahren nach einer Operation besonders häufig unter einer Verschlechterung ihrer psychischen oder kognitiven Gesundheit leiden und ein sogenanntes Delir entwickeln. Die Projektgruppe unter Leitung des Geriatrischen Zentrums des Universitätsklinikums Tübingen untersucht, wie sich ein Delir-Präventionsprogramm auf die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten auswirkt. Ziel ist es, durch engere Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Ärzten und den behandelnden Krankenhäusern Delire vermeiden oder ihre Zahl zumindest zu reduzieren.

 

Im Forschungsvorhaben PsychCare: Wirksamkeit sektorenübergreifender Versorgungsmodelle in der Psychiatrie wird die Zusammenarbeit von Haus- und Fachärzten sowie Kliniken bei psychiatrischen Behandlungen betrachtet. Unter Führung der Technischen Universität Dresden wird dabei untersucht, wie sich sektorenübergreifende Versorgungsmodelle in der Psychiatrie auf das Behandlungsergebnis aus Patientenperspektive und auf die Versorgungskosten auswirken.

 

Außerdem unterstützt die AOK Baden-Württemberg das Projekt TRANSLATE-NAMSE als Kooperationspartner. Im Projekt, das von der Charité Berlin und mehreren universitären Zentren für Seltene Erkrankungen durchgeführt wird, werden die vom Nationalen Aktionsbündnis für Menschen mit Seltenen Erkrankungen (NAMSE) im Jahr 2013 erarbeiteten Handlungsfelder, Empfehlungen und Maßnahmenvorschläge in die Praxis umgesetzt und bewertet.

 

Ergänzend unterzieht die AOK Baden-Württemberg im Rahmen des Innovationsfonds drei Vorhaben der alternativen Regelversorgung einer Evaluation. Hierzu zählen die Evaluation der Facharztverträge für Kardiologie sowie für Neurologie, Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie und die Evaluation der Integrierten Versorgung Gesundes Kinzigtal.

 


Hinweis an die Redaktionen:

Mehr zum Innovationsausschuss und über die geförderten Projekte finden Sie auf den Seiten des Gemeinsamen Bundesausschusses: innovationsfonds.g-ba.de

 

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news-1537 Thu, 12 Jan 2017 13:43:10 +0100 Kinder zeigen ihre Kochkünste https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/kinder-zeigen-ihre-kochkuenste.html Kochwettbewerb der AOK Baden-Württemberg für Kinder und Jugendliche auf der Slow Food Messe 2017 Bei der Slow Food Messe vom 20. bis 23. April 2017 in Stuttgart stellen Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 18 Jahren ihre Kochkünste unter Beweis. An allen vier Messetagen zeigen die Teilnehmer des AOK-Kochwettbewerbs, dass sie auf gesunde Lebensmittel und regionale Zutaten setzen und Spaß am Kochen haben. Die AOK Baden-Württemberg richtet den Wettbewerb zum 11. Mal in Kooperation mit Slow Food Deutschland e. V. aus. Darüber hinaus veranstaltet die größte Südwestkasse zwei Kochshows.

 

Beim Kochwettbewerb zwischen dem 20. und 23. April 2017 treten jeweils zwei Dreier-Teams gleichzeitig  an und bereiten in 45 Minuten (plus Vorbereitungszeit) ein Gericht zu. Eine Jury aus Vertretern der Meistervereinigung Gastronom Baden-Württemberg e. V., AOK-Ernährungsfachkräften, Slow Food Deutschland e. V. und EDEKA Südwest bewertet anschließend die Speisen und vergibt Bronze-, Silber- oder Gold-Medaillen und weitere Preise. Zudem wird die Teilnahme mit einer Urkunde belohnt.

 

Der Fokus der jungen Teilnehmer liegt bei ihren Rezepten auf gesunden Lebensmitteln und regionalen Produkten, die zur Jahreszeit passen. „Mit unserem Kochwettbewerb vermitteln wir Freude und Genuss an gesundem Essen. Die ideale Verbindung von Kochpraxis und „Selbst-Zubereiten“ der Speisen führt die Kinder und Jugendlichen an eine gesunde und nachhaltige Ernährung und an einen gesunden Lebensstil heran“, sagt Jutta Ommer-Hohl, Leiterin des Fachbereichs Gesundheitsförderung/Betriebliches Gesundheitsmanagement bei der AOK Baden-Württemberg.

 

Bewerben können sich Dreier-Teams in den Altersgruppen 10 bis 12 Jahre, 13 bis 15 Jahre und 16 bis 18 Jahre bis zum 24. Februar 2017. Die Bewerbungsunterlagen und weitere Informationen gibt es unter aok-bw.de/kochwettbewerb oder können per E-Mail unter AOK-Kochwettbewerb@bw.aok.de angefordert werden.

 

Neben dem Wettbewerb für Kinder und Jugendliche ist die AOK mit zwei Kochshows und dem AOK-Frauenlauf auf der Slow Food Messe präsent. Zur „Nacht der Sinne“ am Eröffnungsabend bereitet der Profi-Koch Jochen Burger gemeinsam mit der AOK-Ernährungsfachkraft Bettina Dürr gesunde leichte Nachspeisen zu. Und am 22. April geht es bei der Kochshow vor dem AOK-Frauenlauf um das Thema Superfoods für Sportler. Für den zum vierten Mal stattfindenden Frauenlauf kann man sich unter aok-bw.de/frauenlauf anmelden.

 

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news-1501 Tue, 03 Jan 2017 13:43:19 +0100 Mehr Ausbildung an Krankenhäusern im Land https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/mehr-ausbildung-an-krankenhaeusern-im-land.html AOK Baden-Württemberg investiert 112 Millionen Euro

Die AOK Baden-Württemberg erhöht ihren Förderbetrag und stellt 2017 für die Ausbildung nichtärztlicher Heilberufe an Krankenhäusern im Land mehr als 112 Millionen Euro im Ausbildungsfonds bereit. „Wir haben den Betrag um weitere 7 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr erhöht, denn der berufliche Nachwuchs ist uns ein großes Anliegen. Mit unseren Mitteln sichern wir weit über 5.000 Ausbildungsplätze für Krankenpflegerinnen und -pfleger, Hebammen und andere wichtige Heilberufe an Krankenhäusern“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg am 3. Januar 2017 in Stuttgart.

Mit ihrem Förderbetrag bringt die AOK Baden-Württemberg fast die Hälfte des landesweiten Fördertopfs für nichtärztliche Heilberufe alleine auf. Zusammen mit dem Anteil der anderen gesetzlichen Krankenkassen im Land erreicht der Ausbildungsfonds im laufenden Jahr einen Höchststand von einer viertel Milliarde Euro. Mit diesen Mitteln werden auch ungleiche Startbedingungen bei Krankenhäusern ausgeglichen. Hermann: „Wer ausbildet, darf dadurch keine Wettbewerbsnachteile erleiden. Der Ausbildungsfonds sorgt dafür und motiviert Krankenhäuser, sich verstärkt der Nachwuchsförderung anzunehmen.“ So gebe es im neuen Jahr landesweit insgesamt rund 11.500 Ausbildungsplätze für nichtärztliche Heilberufe, wozu neben Krankenpflegern/innen und Hebammen auch beispielsweise Diätassistenten/innen, Physiotherapeuten/innen und medizinisch-technische Assistenten/innen zählen.

Die Schulen für Gesundheitsberufe profitieren zudem vom Mehr an Fondsmitteln: „Für das laufende Jahr sind die Kostensteigerungen an den Schulen inklusive angemessener Gehaltserhöhungen für die Lehrkräfte berücksichtigt“, so Hermann abschließend.



Hinweis an die Redaktionen:

Der Ausbildungsfonds wird von allen Krankenkassen in Baden-Württemberg finanziert und von der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft verwaltet. Pro Krankenhauspatientin und -patient zahlen die Krankenkassen einen pauschalen Ausbildungszuschlag von 106,50 Euro. Insgesamt beläuft er sich 2017 auf 250 Millionen Euro. Die Gelder fließen an die ausbildenden Krankenhäuser.

 

 

 

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news-1489 Thu, 22 Dec 2016 13:43:43 +0100 AOK Baden-Württemberg: Online-Patientenquittung gefragt https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-baden-wuerttemberg-online-patientenquittung-gefragt.html Jährlich mehr als 180.000 Kostenauszüge abgerufen Versicherte der AOK Baden-Württemberg können jeweils eine sie selbst als Patient betreffende Aufstellung über die von Ärzten, Zahnärzten oder Apothekern erbrachten und der Südwest-AOK gegenüber in Rechnung gestellten Kosten bekommen. Die Leistungsbereiche wurden jetzt laut AOK um acht auf nunmehr 21 verschiedene Felder erhöht, in denen AOK-Versicherte eine sogenannte Patientenquittung selbst online abrufen können. Der Kostenauszug ist nicht nur ein weiterer Schritt in Richtung Transparenz im Gesundheitswesen. Da die Quittung auch Angaben über finanzielle Eigenbeteiligungen des Versicherten enthält, kann damit auch ein Nachweis im Rahmen der Steuererklärung leichter werden. Bisher wird das Angebot jährlich rund 180.000 Mal in Anspruch genommen, Tendenz steigend.

 

Bei den acht erweiterten Bereichen handelt es sich nach Angaben der AOK Baden-Württemberg um spezielle Abrechnungsfelder wie beispielsweise psychotherapeutische Leistungen, Hilfsmittel, Prävention sowie Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen. Den Zugang zur Patientenquittung erhalten Versicherte der AOK Baden-Württemberg im Internet über eine sichere Verbindung und durch Anmeldung im besonders gesicherten Bereich unter www.aok-bw.de/meineaok. Die Südwest-AOK lege hier einen besonders hohen Maßstab an Datenschutz an. So kann die jeweilige Aufstellung nur vom Versicherten selbst nach Eingabe seines persönlichen Passworts eingesehen werden. Das Ganze erfolge über das Online-KundenCenter „Meine AOK“ der AOK Baden-Württemberg unter Verwendung des sogenannten mTAN-Verfahrens mit Transaktionsnummern (TAN), wie sie vom Online-Banking bekannt sind.

 

Die Patienten-Quittung wurde durch den Willen des Gesetzgebers nach mehr Information und Transparenz eingeführt und ist im Sozialgesetzbuch geregelt. Die AOK Baden-Württemberg plant den Ausbau durch weitere abrufbare Leistungsbereiche, welche die sogenannten „Entgeltersatzleistungen“ wie zum Beispiel "Krankengeld" umfassen werden.

 

 

 

Zusatzinformationen für die Redaktionen

 

Die AOK Baden-Württemberg war im Jahr 2013 die erste der fünf größten gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland, die eine Patientenquittung online anbot. Alle Leistungsbereiche der AOK-Patientenquittung, die abgerufen werden können:

 

  • Ärztliche Leistungen
  • Ambulante Operationen
  • Arznei- und Hilfsmittel (Apotheke), Hilfsmittel sind hier bspw. Blutteststreifen, die über die Apotheke bezogen werden
  • Fahrkosten
  • Häusliche Krankenpflege
  • Haushaltshilfe
  • Heilmittel
  • Krankenhausleistungen
  • Zahnärztliche Leistungen (Zahnersatz, Kieferbruch/Kiefergelenkserkrankung, Parodontitis-Behandlung, Kieferorthopädie)

 

Die acht erweiterten Bereiche sind:

 

  • Ambulanzen an Psychotherapeutischen Ausbildungsstätten
  • Hilfsmittel, z. B. Hilfsmittel aus dem Sanitätshaus
  • Hochschulambulanzen
  • Kinderspezialambulanzen (bis 18 Jahre)
  • Prävention (Vorsorge), z. B. Kurszuschüsse externer Anbieter (sog. Primärprävention)
  • Psychiatrische Institutsambulanzen
  • Sozialpädiatrische Zentren – Diese Zentren bieten interdisziplinäre Diagnostik, Beratung und Therapie für Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen, Entwicklungsauffälligkeiten und für Kinder mit angeborenen oder erworbenen Behinderungen.
  • Vorsorge-/Rehabilitationsleistungen
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news-1 Wed, 14 Dec 2016 13:44:18 +0100 Geplante Arzneimittelreform: https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/geplante-arzneimittelreform.html AOK Baden-Württemberg fordert Nachbesserungen zum Nutzen der Versicherten Zur heutigen öffentlichen Anhörung im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestags zum GKV-Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz (AMVSG) findet die AOK Baden-Württemberg deutliche Worte. Vorstandsvorsitzender Dr. Christopher Hermann, der im Ausschuss als Sachverständiger auftritt, bewertet den vorliegenden Gesetzentwurf: „Auch wenn der Name des Gesetzes vielversprechend klingt – wird der aktuelle Entwurf so umgesetzt, steht der große Gewinner bereits fest: die Pharmaindustrie.“ Der Gesetzentwurf ist das Ergebnis des so genannten Pharmadialogs, den die Arzneimittelindustrie mit der Politik geführt hat. Außen vor blieben dabei vor allem die Belange der Versicherten. Vor allem der Trend steigender Arzneimittelpreise dürfte sich damit nahezu ungebremst fortsetzen. Zahlen der AOK Baden-Württemberg zeigen: Im patentgeschützten Bereich kostete die durchschnittliche Verordnung 2011 noch 176,45 Euro. Nur vier Jahre später sind es mit 325,74 Euro bereits rund 85 Prozent mehr.

Der wichtigste Grund für steigende Arzneimittelpreise und die damit zunehmenden Belastungen für die Krankenkassen und ihre Versicherten liegt im System. Nach wie vor können die Pharmaunternehmen im ersten Jahr nach der Zulassung – anders als in anderen EU-Ländern – hierzulande die Höhe der Preise ihrer Produkte nach eigenem Ermessen festlegen. Eine Bremse greift erst nach Ablauf von zwölf Monaten. Und dann geht das AMVSG allenfalls halbherzig gegen diese Kostenfalle vor. Es sieht eine Bremse für neue Medikamente bei einem erreichten Umsatz von 250 Millionen Euro vor. Ein Blick in die Statistik zeigt jedoch: In den vergangenen vier Jahren hätte diese Umsatzschwelle bei gerade einmal drei Präparaten gegriffen. „Eine Umsatzschwelle könnte allenfalls dann Sinn machen, wenn man sie viel niedriger, etwa bei 50 Millionen Euro ansetzen würde“, erklärt Hermann. „Richtiger wäre es allerdings, gleich vom ersten Tag an verhandelte Preise gelten zu lassen, etwa in Form rückwirkender Erstattungsbeträge.“

Auch an anderer Stelle verspricht der vorliegende Entwurf des AMVSG keine Verbesserungen – im Gegenteil. Die aktuelle Fassung sieht vor, dass der Erstattungsbetrag für verordnete Arzneimittel, die der GKV-Spitzenverband mit den Arzneimittelunternehmen aushandelt und den die Krankenkassen anschließend zu tragen haben, zukünftig geheim bleiben soll. Einblick sollen nur wenige direkt Beteiligte erhalten. Wer das ist, definiert das Gesetz allerdings nicht. Es droht eine Intransparenz, von der nur die Pharmakonzerne profitieren. „Vertraulichkeit mit Vorteilen für alle Beteiligten, die den Namen wirklich verdient, ist nur in Selektivverträgen direkt zwischen einzelnen Krankenkassen und pharmazeutischen Unternehmen umsetzbar. Selektive Vereinbarungen müssen daher deutlich aufgewertet werden“, fordert Hermann.

Insgesamt hielte es die AOK Baden-Württemberg für erforderlich, die Verhandlungskompetenz der einzelnen Kassen entscheidend zu stärken. Nur in Kenntnis der tatsächlichen regionalen Versorgungssituation ließen sich Verträge mit pharmazeutischen Unternehmen schließen, die den Ärzten Verordnungssicherheit geben und gewährleisten, dass die Patienten, die davon nachweislich profitieren, die für sie besten Medikamente zeitnah erhalten, so Hermann.

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news-3 Tue, 13 Dec 2016 13:44:38 +0100 AOK Baden-Württemberg weiterhin auf Erfolgskurs: https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-baden-wuerttemberg-weiterhin-auf-erfolgskurs.html Mit 4,195 Millionen Versicherten Höchststand erreicht / Beitragssatz mit 15,6 Prozent stabil unter dem Bundesdurchschnitt / Beitragssatz mit 15,6 Prozent stabil unter dem Bundesdurchschnitt Die AOK Baden-Württemberg setzt ihren Erfolgskurs konsequent fort und steigert die Zahl ihrer Versicherten 2016 um mehr als 150.000 auf einen Höchststand von 4,195 Millionen. Zugleich wird sie das Jahr 2016 mit einem Plus von über 114 Millionen Euro abschließen können. Damit bleibt der Beitragssatz der Südwest-AOK mit 15,6 Prozent auch im Jahr 2017 stabil unter dem Bundesdurchschnitt. Der Verwaltungsrat der AOK Baden-Württemberg hat dies in seiner Sitzung am Dienstag (13.12.2016) beschlossen und damit den konsequenten Qualitäts- und Stabilitäts-Kurs bestätigt.

„Die AOK Baden-Württemberg ist und bleibt nicht nur der Innovationstreiber im bundesdeutschen Gesundheitswesen. Sie ist in Zeiten des permanenten Wandels auch ein Fels in der Brandung. Die Sicherheit und Verlässlichkeit, die von der AOK Baden-Württemberg ausgeht, schätzen immer mehr Menschen als hohes Gut und machen den Spitzenplatz im Land aus“, so Peer-Michael Dick, alternierender Vorsitzender des Verwaltungsrats der AOK Baden-Württemberg.

Dass die erfolgreiche Geschäftspolitik der AOK im Land ganz auf Qualität und dem effizienten Einsatz der Finanzmittel basiert, zeigt das Beispiel der Arzneimittel. Durch Rabattverträge mit den Pharmaunternehmen konnte die größte Krankenkasse im Südwesten 2016 über 200 Millionen Euro einsparen. „Geld, das wir sinnvoll und zielbringend in bessere Versorgungsstrukturen für unsere Versicherten hier in Baden-Württemberg und nirgend anders investieren“, bestätigt der Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann. So werde das Präventionsangebot in den derzeit flächendeckend 36 AOK-Gesundheitszentren ausgebaut, außerdem werden weitere Direktverträge mit den Ärzten geschlossen.

Im Jahr 2017 strebe die größte Kasse im Land an, die Zahl ihrer Versicherten auf deutlich über 4,3 Millionen zu steigern und setze dabei weiterhin ganz auf Regionalität. „Wir sind da, wo die Menschen leben – 230-mal im ganzen Land. Deshalb investieren wir weiter dort, wo es der Versorgung der Menschen nützt – in den Regionen“, skizziert Hermann. Die AOK Baden-Württemberg rücke den Menschen in den Mittelpunkt ihres Handelns – gerade wenn es um Versorgungsstrukturen gehe. „Mit dem Facharztprogramm Urologie, das jetzt gestartet ist, sei die alternative Regelversorgung in Baden-Württemberg nochmals weiter ausgebaut. Das Urologieprogramm ist die konsequente Weiterentwicklung im bestehenden Hausarzt- und Facharztprogramm, das mit insgesamt fast 1,50 Millionen teilnehmenden Versicherten und über 5.600 Haus- und Kinderärzten sowie Fachärzten und Therapeuten 2016 ebenfalls einen Höchststand erreicht hat,“ so Hermann weiter. Wer an den Programmen teilnimmt, profitiere auch finanziell davon, denn die Zuzahlung für Arzneimittel entfalle und hätte die AOK-Versicherten im Land letztes Jahr um 32 Millionen Euro entlastet.

Zentrale Themen für die kommenden Jahre sind für den Chef der Südwest-AOK die Digitalisierung und die Demografie. „Das persönliche Gespräch mit dem Menschen ist und bleibt wichtig, auch im digitalen Zeitalter. Dennoch gehen wir auf konsequentem Weg digitale Innovationen an, die besonders für eine flächendeckend exzellente haus- und fachärztliche Versorgung auf dem Land wichtige Elemente bieten“, unterstreicht Hermann. Die Digitalisierung gehe auch einher mit einer Modernisierung der AOK Baden-Württemberg, von der die Versicherten unmittelbar profitieren. Das zeige etwa das Beispiel der stark nachgefragten elektronischen Patientenquittung, mit der Versicherte online die für sie erbrachten ärztlichen Leistungen und Ausgaben für Arznei-, Heil- und Hilfsmittel ersehen können.

„Die immer älter werdende Gesellschaft muss nicht zwangsläufig die immer kränkere sein“, beschreibt Hermann die demografischen Herausforderungen. Jedoch ließe sich die „Gesellschaft des langen Lebens“ nur bewältigen, wenn die Vernetzung zwischen den Versorgungsbereichen gelänge. „Zentrale Bausteine, um im Alter möglichst lange möglichst gesund zu bleiben, sind heute und zukünftig die bessere Durchlässigkeit der Versorgungsstrukturen und die Optimierung der Versorgungsqualität,“ so Hermann weiter.

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news-2 Tue, 13 Dec 2016 13:44:28 +0100 AOK erteilt Zuschläge: https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-erteilt-zuschlaege.html Tranche XVIII der Rabattverträge in den Startlöchern Die AOK-Gemeinschaft hat am Dienstag (13. Dezember) die Zuschläge für die 18. Tranche der Arzneimittelrabattverträge erteilt. Die Verträge starten am 1. Juni 2017. „Durch die großzügige Vorlaufzeit geben wir den beteiligten Unternehmen noch mehr Planungssicherheit“, sagte der Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg und Verhandlungsführer für die AOK-bundesweit ausgeschriebenen Rabattverträge, Dr. Christopher Hermann, am Dienstag in Stuttgart. „Unter Berücksichtigung unserer Vorabinformation Anfang Dezember haben die Unternehmen jetzt ein halbes Jahr zur Vorbereitung auf eine sichere Versorgung unserer Versicherten.“

„AOK XVIII“ beinhaltet die Zuschläge für 109 Fachlose. Davon hat die AOK 16 Fachlose im sogenannten Drei-Partner-Modell vergeben. Die Zuschläge verteilen sich auf bundesweit acht Gebietslose und gehen an insgesamt 38 pharmazeutische Unternehmen. Darunter sind mit der Orion Pharma GmbH und der GeneVida GmbH zwei neue AOK-Vertragspartner.

Die Verträge der 18. Tranche laufen vom 1. Juni 2017 bis zum 31. Mai 2019 und ersetzen die Kontrakte der 14. Tranche. Dabei sind besonders umsatzstarke Wirkstoffe wie zum Beispiel der Magensäurehemmer Omeprazol, der Cholesterinsenker Simvastatin und das Schmerzmittel Ibuprofen. Erstmals gibt es ab Juni 2017 AOK-Arzneimittelrabattverträge für das Antibiotikum Linezolid, den Wirkstoff Paricalcitol zur Osteoporose-Behandlung und für das Epilepsiemedikament Zonisamid.

Das AOK-Umsatzvolumen für die Arzneimittel der neuen Tranche liegt bei rund 1,8 Milliarden Euro pro Jahr (bezogen auf den Apothekenverkaufspreis).

„Die Arzneimittelrabattverträge tragen zuverlässig dazu bei, die nach wie vor steigenden Ausgaben für Medikamente im Zaum zu halten“, betonte Herrmann. „Allein von Januar bis Ende September dieses Jahres lagen die GKV-weiten Rabatterlöse nach aktuellen Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums bereits bei 2,81 Milliarden Euro. Das entspricht einem nochmaligen Plus von elf Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum.“ Im Gesamtjahr 2015 haben die gesetzlichen Krankenkassen dank der Verträge mit pharmazeutischen Herstellern rund 3,6 Milliarden Euro weniger für Arzneimittel ausgeben müssen.

Die Rabattverträge für Generika ermöglichen Einsparungen ohne Verlust an Qualität in der Arzneimittelversorgung. Das eingesparte Geld steht zum Beispiel für innovative Versorgungsformen zur Verfügung. Die Rabattverträge haben den Wettbewerb im Bereich der Generika deutlich in Schwung gebracht. Die laufenden AOK-Verträge decken rund zwei Drittel des Generikamarktes ab. Sie umfassen alle markt- und ausgabenrelevanten Wirkstoffe. Aktuell laufen Verträge für 275 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen mit einem jährlichen AOK-Umsatzvolumen von insgesamt rund fünf Milliarden Euro (Stand: Dezember 2016).

Weitere Informationen zu den Arzneimittelrabattverträgen der AOK

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news-4 Fri, 09 Dec 2016 00:00:00 +0100 Gemeinsame Pressemitteilung: Gesellschafterwechsel bei der AOK-Klinik GmbH https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/gemeinsame-pressemitteilung-gesellschafterwechsel-bei-der-aok-klinik-gmbh.html Rehakliniken in Baden-Württemberg gehören ab Januar 2017 zum Verbund der Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken mbH (cts) Ab dem 01. Januar 2017 gehören die drei Rehakliniken der AOK-Klinik GmbH, die AOK-Klinik Korbmattfelsenhof in Baden-Baden, die AOK-Klinik Schloßberg in Bad Liebenzell und die AOK-Klinik Stöckenhöfe in Wittnau bei Freiburg zum Verbund der Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken mbH (cts). Verwaltungsrat und Vorstand der AOK Baden-Württemberg haben der vollständigen Übernahme des Klinikverbunds mit seinen mehr als 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zugestimmt.

Die cts ist bereits seit dem 01. Januar 2014 strategischer Partner an der AOK-Klinik GmbH mit 49 Prozent Anteil. „Wir freuen uns sehr, dass wir das Vertrauen, das uns die AOK Baden-Württemberg im Rahmen dieser strategischen Partnerschaft geschenkt hat, mit Leben und passgenauen Konzepten erfüllen konnten“, sagt der Geschäftsführer des cts-Verbundes, Rafael Lunkenheimer. „Diese vertrauensvolle Zusammenarbeit hat die AOK Baden-Württemberg als bisherige Mehrheitsgesellschafterin überzeugt, uns die Verantwortung zu 100 Prozent zu übertragen – ein Ergebnis, das für Mitarbeitende, Patienten und beide Träger von großem Vorteil ist.“

„Uns waren und sind vor allem zwei Dinge ganz wichtig“, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. „Erstens, dass Patientinnen und Patienten auch weiterhin im Rahmen eines qualitativ hochwertigen medizinischen Konzepts versorgt werden. Und zweitens, dass für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AOK-Klinik GmbH eine langjährige Übernahmegarantie besteht. Mit der nun beschlossenen reibungslosen Übernahme ist beides gesichert und wir sind im Ergebnis sehr zufrieden.“

Die drei baden-württembergischen Fachkliniken für Anschlussrehabilitation und Rehabilitation werden seit Beginn der Partnerschaft mit der cts am 1. Januar 2014 gemeinsam von den beiden Geschäftsführern Claus Bannert und Christian Busche geführt. Busche ist gleichzeitig Geschäftsführer der cts-eigenen Sankt Rochus Kliniken in Bad Schönborn, mit denen die cts bereits über langjährige Erfahrungen im Bereich der medizinischen Rehabilitation verfügt.

Die cts ist ein soziales Dienstleistungsunternehmen unter dem Dach der katholischen Kirche, gegründet 1992 als gemeinnützige Trägergesellschaft vom Caritasverband Saarbrücken e.V. Der Tätigkeitsschwerpunkt liegt (mit 30 Einrichtungen und Akutkliniken) im Sozial- und Gesundheitssektor. Mehr als 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für die cts in den Bundesländern Saarland, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg tätig.

Weitere Informationen:

www.cts-mbh.de

www.aok-rehakliniken.de

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news-5 Tue, 29 Nov 2016 00:00:00 +0100 Qualitätsmonitor 2017: https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/qualitaetsmonitor-2017.html AOK Baden-Württemberg sieht Handlungsbedarf für mehr Krankenhaus-Qualität Anlässlich des am Dienstag (29.11.2016) in Berlin vorgestellten Qualitätsmonitors 2017 sieht Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, klaren Handlungsbedarf bei der Verbesserung der Krankenhaus-Qualität: „Patientinnen und Patienten in Baden-Württemberg müssen die bestmögliche Versorgung erhalten, die hierzulande verfügbar ist. Die Ergebnisse des Qualitätsmonitors zeigen, dass Herzinfarkt-Patienten qualitativ besser versorgt werden könnten, wenn sie im entsprechenden Krankenhaus behandelt werden.“

Der Qualitätsmonitor untersuchte für das Krankheitsbild „Herzinfarkt“ wesentliche Merkmale, die die medizinische Qualität beeinflussen können. Dazu gehören auch die Fallzahl und Strukturmerkmale der Kliniken. „Nicht jedes Krankenhaus führt jede Behandlung qualitativ gleich gut durch, das belegen erneut die Zahlen der Befragung. Zudem ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass neben qualifiziertem Personal und der richtigen Ausstattung einer Abteilung auch die Anzahl der behandelten Fälle über die Qualität der Leistung entscheidet“, so Hermann weiter. Deshalb sei es beispielsweise beim Thema Herzinfarkt bedenklich, wenn fast ein Drittel der 150 teilnehmenden Kliniken im Südwesten weniger als 34 Herzinfarkt-Patienten pro Jahr behandelten.

Krankenhausstrukturen seien historisch gewachsen und stünden oft konträr zu Qualitätsanforderungen. Die Krankenhäuser befanden sich oft im Konkurrenzkampf um Patienten und finanzielle Mittel. Hermann: „Deshalb sollten Leistungen, die eine besondere Expertise erfordern, an den besonders qualifizierten Krankenhausstandorten konzentriert werden“. Hierfür stelle der Krankenhausstrukturfonds auch Mittel für eine qualitätsorientierte Umstrukturierung der Krankenhauslandschaft zur Verfügung. Erst Mitte November hatte der Sozialausschuss des baden-württembergischen Landtags bestätigt, diese dafür einsetzen zu wollen.

Weitere Informationen zu qualitativ hochwertigen stationären Versorgungen können Versicherte im Krankenhausnavigator der AOK Baden-Württemberg finden. Hier sind vollständige Angaben zu allen Qualitätsindikatoren der ausgewählten Leistungsbereiche für die Versicherten aufbereitet. Jeder kann sich über Leistungen und Ausstattungen der Krankenhäuser informieren.

Anmerkungen für die Redaktion:

Rund 2.000 Krankenhäuser beteiligten sich bundesweit an der repräsentativen Befragung des WIdO mit den Schwerpunkten Herzinfarkt, Schlaganfall, Cholezystektomie, Operation bei hüftgelenknaher Femurfraktur, Mammachirurgie, Ovarektomie.

Weitere Informationen zum Qualitätsmonitor 2017 finden Sie auf der Seite des AOK-Bundesverbandes.

Unter diesem Link finden Sie den Krankenhausnavigator der AOK-Baden-Württemberg

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news-6 Wed, 23 Nov 2016 00:00:00 +0100 "Lieferprobleme sind keine Versorgungsprobleme" https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/lieferprobleme-sind-keine-versorgungsprobleme.html AOK Baden-Württemberg fordert Einführung einer Meldepflicht für Arzneimittellagerbestände „Wir brauchen eine offene Diskussion um eine transparentere Arzneimittelversorgung“, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg und Verhandlungsführer der bundesweiten AOK-Arzneimittelrabattverträge. „Dass Teile der Pharmalobby immer wieder Vorurteile gegen Rabattverträge und damit gegen Wettbewerb schüren und sie zur Ursache von Lieferengpässen erklären, ist Heuchelei.“ Schließlich sind gerade diese Verträge das einzige Instrument, Lieferausfälle unter Sanktion zu stellen. Durch die Verträge werden die gesetzlichen Krankenkassen zu Gunsten der Versicherten derzeit jährlich um 3,2 Milliarden Euro entlastet. Der in letzter Zeit wieder mehrfach erhobene Vorwurf, Arzneimittelrabattverträge würden Versorgungsprobleme verursachen, lege eine völlig falsche Fährte, so der Südwest-AOK-Chef weiter: „Lieferprobleme sind keine Versorgungsprobleme. Hier geht es um die Frage, weshalb es überhaupt vorkommt, dass manchmal eine Apotheke ein – rabattiertes oder auch nicht rabattiertes – Arzneimittel nicht unmittelbar beschaffen kann.“ Die AOK Baden-Württemberg sieht einen klaren Optimierungsweg in der Einführung einer Dokumentations- und Meldepflicht für den Handel mit Arzneimitteln.

Die langjährige Erfahrung mit dem Instrument der Rabattverträge habe gezeigt, dass deren Bedeutung weit über die mit ihnen verbundene Kostenersparnis hinaus gehe, so der AOK-Chef weiter. Zum Umfang der Verträge gehörten auch Lieferkonditionen und Vertragsstrafen, die dann fällig werden, wenn Hersteller ihre Pflichten nicht erfüllten: Liefert ein Rabattvertragspartner weniger von einem Arzneimittel als davon benötigt wird, verstößt er gegen seine Vertragspflichten; er riskiert Schadenersatzleistungen und Vertragsstrafen. „Deshalb sind unsere Rabattverträge der einzige Garant dafür, dass pharmazeutische Unternehmen stets ihr Möglichstes tun, um den deutschen Markt im benötigten Umfang zu beliefern“, erläutert Hermann. Verstoße ein Pharmaunternehmen gegen seine vertraglichen Pflichten, müsse es selbst für sein Versäumnis einstehen. Mit Blick auf die Angriffe gegen Rabattverträge pointiert der Vorstandsvorsitzende der Südwest-AOK: „Dem Angegriffenen auch noch die Schuld zuzuweisen – das schafft nur die Pharmaindustrie!“

Die Warenströme des Arzneimittelmarkts lassen sich derzeit in ihrer ganzen Komplexität nicht durchschauen. Pharmahersteller sind vielfach global agierende Unternehmen, weshalb Wirkstoffe und Medikamente mitunter an weit voneinander entfernten Standorten produziert werden. Zwischen den Herstellern und den einzelnen Apotheken ist der Großhandel angesiedelt, der (mehr oder weniger große) Vorräte einzelner Produkte vorhält. An welcher Stelle der langen Lieferkette sich ein Problem ereignet haben muss, wenn am Ende eine Apotheke ein bestimmtes Medikament nicht bieten kann, ist systematisch überhaupt nicht auszumachen. Lieferausfälle bei nicht vertraglich rabattierten Arzneimitteln können auch durch Apotheken nicht sinnvoll dokumentiert werden, da der Arzt – etwa bei patentgeschützten Arzneimitteln – ein anderes Arzneimittel verordnen muss, das dann abgerechnet wird. Das nicht gelieferte Arzneimittel erscheint gar nicht in den Abrechnungsdaten der Apotheke.

„Die AOK Baden-Württemberg spricht sich entschieden für eine transparente Lieferkette und transparente Vorratshaltung aus. Wir empfehlen der Politik dringend die Einführung einer Dokumentations- und Meldepflicht für bestellte und für gelieferte Mengen von Medikamenten auf Hersteller-, Großhandels- und Apothekenebene“, drängt AOK-Chef Hermann. „Online-Versandhäuser informieren ihre Kunden jederzeit, wo sich die Bestellung gerade befindet. Wieso sollte das die Arzneimittelbranche nicht mit ihren lebenswichtigen Produkten schaffen?“ Die AOK Baden-Württemberg sieht eine Lösung in einem softwaregestützten, branchenübergreifenden Warenwirtschaftssystem für Arzneimittel. „Mit klaren gesetzlichen Regeln und der passenden technischen Infrastruktur lässt sich die Verfügbarkeit einer Arzneimittelpackung lückenlos nachvollziehen“, sagt Hermann. „Die Zeiten offenkundig interessengeleiteter Schuldzuweisungen wären dann Vergangenheit.“

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news-7 Thu, 10 Nov 2016 00:00:00 +0100 Gesellschaft des langen Lebens: https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/gesellschaft-des-langen-lebens.html AOK Baden-Württemberg fordert mehr Vernetzung in der Versorgung Mehr Vernetzung zwischen den Versorgungsbereichen ist für die AOK Baden-Württemberg ein Schlüssel zur Bewältigung der Herausforderungen in der „Gesellschaft des langen Lebens“. Denn zentrale Bausteine dafür, um im Alter möglichst lange möglichst gesund zu bleiben, sind heute und zukünftig die bessere Durchlässigkeit der Versorgungsstrukturen und die Optimierung der Versorgungsqualität. „Die immer älter werdende Gesellschaft ist nicht automatisch die immer kränker werdende“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, im Rahmen der Veranstaltung „AOK im Dialog“ am Mittwochabend (09.11.2016) in Stuttgart.

Studien zeigen, dass statistisch bereits ab dem Alter von 50 Jahren das Risiko stetig ansteigt, chronisch zu erkranken. Für AOK-Chef Hermann kommt deshalb zu den notwendigen vernetzten Strukturen auch die Selbstverantwortung jedes Einzelnen für seine Gesundheit hinzu. Dieser weitere wesentliche Faktor ist für Prof. Dr. Andreas Kruse, Leiter des Instituts für Gerontologie an der Universität Heidelberg (IfG), unbestritten: „Wer frühzeitig einen gesunden Lebensstil pflegt, körperlich, kognitiv und sozial aktiv ist, sorgt für eine nachhaltige Gesundheit bis ins Alter vor“. Um Lebensqualität und Gesundheit im Alter zu erhalten, spielten eigene Kompetenzen, Ressourcen, gesellschaftliche, ​strukturelle und politische Faktoren eine wichtige Rolle. Kruse: „Wir müssen uns kritisch fragen, ob wir intensiv genug ​an der Schaffung von Versorgungsstrukturen arbeiten, die Lebensqualität und Gesundheit fördern und zwar in allen sozialen Schichten“. Ein sehr positives Beispiel für geglückte Vernetzung sei das Projekt ORBIT des IfG mit der AOK Baden-Württemberg. Hier werde die Verknüpfung rehabilitativer Elemente mit pflegerischen Interventionen in der stationären Pflege beispielgebend umgesetzt.

Zur Vermeidung von Pflegebedürftigkeit ist vor allem auch die geriatrische Rehabilitation eine zielführende Maßnahme. Diese sollte am besten mit einer systematischen Unterstützung pflegender Angehöriger einhergehen, denn knapp 70 Prozent der Pflegebedürftigen werden zu Hause von Angehörigen versorgt. Zur Unterstützung der Angehörigen bietet die AOK Beratungen, umfassende Unterstützung bei der Pflegeplanung und Pflegeschulungen an. „Die Beispiele für vernetzte Strukturen und vernetztes Denken sind sehr ermutigend und die AOK Baden-Württemberg wird diesen Weg konsequent weiter verfolgen“, bestätigt der Chef der Südwest-AOK. Prognosen des Statistischen Landesamtes zeigen, dass im Jahr 2030 über 400.000 Pflegebedürftige in Baden-Württemberg leben werden. Bereits in den letzten sechs Jahren nahmen die Leistungsausgaben der AOK Baden-Württemberg in der Pflegeversicherung um rund 45 % auf über 1,7 Milliarden Euro im Jahr 2015 zu.

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news-8 Thu, 03 Nov 2016 00:00:00 +0100 Frühzeitige Grippeimpfung für Menschen ab 60 https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/fruehzeitige-grippeimpfung-fuer-menschen-ab-60.html Vorbeugende Spritze schützt vor Influenzaerkrankung Die Grippezeit rückt näher und besonders für Menschen ab 60 Jahren besteht dann ein deutlich erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe. Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) empfiehlt besonders diesem Personenkreis eine Grippeimpfung. Zumal die Zahl der an Grippe erkrankten Versicherten der AOK Baden-Württemberg von 2011 bis 2015 jährlich um 20 Prozent gestiegen ist. Die freiwillige Impfung gegen Influenza ist nach wie vor die wirksamste Form der Grippevorbeugung. Das zeigt die AOK-Faktenbox, die auf www.aok-bw.de/faktenboxen veröffentlicht ist. Die Südwest-AOK übernimmt die Kosten für die Schutzimpfung für ihre Versicherten ohne Einschränkung.

„Bei Menschen, deren Abwehrsystem bereits durch eine Grippeinfektion geschwächt ist, kann zusätzlich eine oft lebensbedrohliche Lungenentzündung auftreten. 90 von 100 Grippetoten sind älter als 60 Jahre”, sagt PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin und Psychotherapeutin bei der Südwest-AOK. Die Grippeschutzimpfung könne die Erkrankungsraten um bis zu 50 Prozent verringern und bei Menschen über 60 Jahren auch das Risiko senken, an einer Grippeinfektion zu sterben. Wie wichtig die vorbeugende Spritze für ältere Menschen sein kann, belegen Studien, die in die AOK-Faktenbox eingeflossen sind.

In der in Zusammenarbeit mit dem Harding-Zentrum für Risikokompetenz am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung erstellten Faktenbox zeigt sich, dass nur 17 bis 45 von je 1.000 Senioren, die geimpft waren, binnen eines Jahres eine bestätigte Influenzaerkrankung hatten. Dagegen hatten 42 bis 128 von je 1.000 Senioren, die eine Scheinimpfung erhielten, eine Influenzaerkrankung.

Die Zahl der an Grippe erkrankten Versicherten der AOK Baden-Württemberg ist von 2011 bis 2015 jährlich um 20 Prozent gestiegen. Ein Grund mehr, dass sich vor allem die Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr schützen sollten. Dazu zählen Säuglinge und Kleinkinder, deren Immunsystem noch nicht ausgereift ist, sowie Senioren ab 60 Jahren und chronisch kranke Menschen aller Altersgruppen. Auch Schwangeren wird ab Beginn des zweiten Schwangerschaftsdrittels zur Impfung geraten.

Von insgesamt 74.437 Versicherten, die im vergangenen Jahr ambulant oder stationär mit Grippesymptomen behandelt wurden, waren 11.548 älter als 60 Jahre. „Dieser Altersgruppe empfehlen wir seit vielen Jahren, sich rechtzeitig gegen Influenza zu schützen“, sagt PD Dr. Sabine Knapstein.

Die Südwest-AOK hat auch in diesem Jahr wieder federführend für alle gesetzlichen Krankenkassen in Baden-Württemberg Vorkehrungen getroffen und ist gegen eine mögliche Influenzawelle gut gerüstet. So stehen aktuell 1,16 Millionen an rabattierten Grippeimpfdosen für die Versorgung der Versicherten zur Verfügung. Weitere Anlieferungen erfolgen nach Bedarf. Die AOK Baden-Württemberg übernimmt die Kosten für die Schutzimpfung für ihre Versicherten ohne Einschränkung.

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news-9 Tue, 18 Oct 2016 00:00:00 +0200 Ärztliche Kodierung von Diagnosen https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aerztliche-kodierung-von-diagnosen.html SWR-Fernsehbeitrag in der Kritik - AOK Baden-Württemberg wehrt sich gegen Manipulationsvorwürfe Der SWR-Beitrag zum Thema ärztliche Kodierung von Diagnosen in der Landesschau des SWR-Fernsehens am vergangenen Mittwoch (12.10.2016) hat ein rechtliches Nachspiel. Die AOK Baden-Württemberg hat den Sender wegen mehrerer unwahrer Tatsachenbehauptungen und Behauptungen Dritter abgemahnt und zur Unterlassung aufgefordert sowie eine Gegendarstellung verlangt, was der Sender jedoch heute (18.10.2016) abgelehnt hat. „Es ist für mich in keiner Weise nachvollziehbar, dass sich eine Anstalt des öffentlichen Rechts wie der SWR nicht in der Lage sieht, offensichtlich belegbare Fehler und unwahre Behauptungen einzugestehen. Das ist für ein Leitmedium sehr enttäuschend“, stellt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, heute (18.10.2016) in Stuttgart fest. Die AOK Baden-Württemberg habe eine einvernehmliche, außergerichtliche Lösung versucht. Nachdem der SWR wohl auf eine gerichtliche Auseinandersetzung beharre, werde die AOK jetzt unmittelbar alle weiteren zu Gebote stehenden rechtlichen Schritte ergreifen.

Im besagten TV-Beitrag hatte der SWR gegenüber der AOK Baden-Württemberg einen unbegründeten Manipulationsvorwurf erhoben und versucht, diesen durch einen Arzt vor der Kamera bestätigen zu lassen. Dessen Behauptung, dass eine Aufforderung seitens der AOK erfolgt sei, bei einem Patienten eine bestimmte Krankheit zu diagnostizieren, ist nach AOK-Angaben falsch und entbehrt jeder Grundlage. Die AOK Baden-Württemberg setzt keine Manipulationsanreize für Ärzte, damit sie Patientinnen und Patienten auf dem Papier angeblich kränker machen als sie sind.

Die AOK Baden-Württemberg stellt zudem fest, seit Jahren überhaupt kein Gespräch mit dem betreffenden Arzt geführt zu haben. Ebenso weist sie den Vorwurf, angeblich Druck auf den Arzt zu einer bestimmten Diagnoseerstellung ausgeübt zu haben, entschieden zurück. Richtig ist dagegen, dass aus den Abrechnungsdaten über längere Zeit keine Diagnose ersichtlich ist, die medizinisch auf Grund des Zulassungsstatus der verordneten Medikamente plausibel wäre.

Ein weiterer Stein des Anstoßes in der besagten SWR-Landesschausendung ist laut AOK die dort getroffene Behauptung, die AOK Baden-Württemberg habe bestritten, in Arztpraxen mit Ärzten auch über das Thema Kodierung überhaupt zu reden. Laut AOK Baden-Württemberg ist auch dies eine Falschbehauptung, denn sie habe darüber bereits wiederholte Male und begründet öffentlich über ihren Arztpartner-Service (APS) informiert. Bei den 14 AOK-Bezirksdirektionen in Baden-Württemberg sind seit fast 10 Jahren jeweils 5 - 6 geschulte APS-Experten tätig und informieren im Turnus von zwei bis drei Mal pro Jahr Arztpraxen persönlich. Dazu gehört vor allem die Beratung über Entwicklungen in den bestehenden und in neuen Arztverträgen, wie aktuell zu dem am 1. Oktober 2016 gestarteten Facharztvertrag „Urologie“ sowie über die DMP-Programme und in den Bereichen der rationalen Arznei- und Heilmitteltherapie. Die Kodierqualität ist in diesem Zusammenhang zukunftsgerichtet insbesondere dann Thema, wenn es etwa um versorgungsrelevante systematische Fehlkodierungen geht.

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news-10 Fri, 14 Oct 2016 00:00:00 +0200 AOK-Faktenbox räumt mit Mythen auf https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-faktenbox-raeumt-mit-mythen-auf.html Vitamin C hilft nicht vorbeugend gegen Erkältung Die Einnahme von Vitamin C zur Vorbeugung gegen Erkältungskrankheiten hat für Menschen bei normaler körperlicher Belastung keine Wirkung. Wirkungslos ist auch Vitamin E als Nahrungsergänzungsmittel (NEM) während der Schwangerschaft. Das zeigen zwei neue AOK-Faktenboxen, die auf www.aok-bw.de/faktenboxen veröffentlicht sind. Die AOK Baden-Württemberg empfiehlt anstelle von NEM eine ausgewogene, gesunde Ernährung.

„In der nasskalten Jahreszeit häufen sich Erkältungskrankheiten, weshalb viele Menschen zur Vorbeugung zusätzlich Vitamin C zu sich nehmen. Die Einnahme dieses Nahrungsergänzungsmittels ist aber wirkungslos“, sagt PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin und Psychotherapeutin bei der AOK Baden-Württemberg. Das zeigen Studien, die in die neue AOK-Faktenbox eingeflossen sind.

In der in Zusammenarbeit mit dem Harding-Zentrum für Risikokompetenz am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung erstellten Faktenbox zeigt sich, dass von 100 Menschen mit und ohne zusätzliche Einnahme von Vitamin C in drei Monaten 61 bis 63 Personen mindestens einmal unter einer Erkältung leiden. Nebenwirkungen, wie beispielsweise Magen-Darm-Beschwerden, treten laut Studienergebnissen bei der Verwendung von Vitamin C als NEM keine auf.

Anders sieht es bei der Einnahme von Vitamin E während der Schwangerschaft aus: Hier geben Studien Hinweise darauf, dass die zusätzliche Einnahme von Vitamin E als Nahrungsergänzungsmittel Bauchschmerzen begünstigen kann. Auf der anderen Seite existiert aber kein Hinweis für einen Nutzen der routinemäßigen Einnahme dieses Vitamins während der Schwangerschaft.

Für Apotheken, Drogerien und Supermärkte ist das Geschäft mit den frei verkäuflichen Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) lukrativ. Laut dem Ernährungsbericht 2012 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) nehmen etwa ein Viertel der Erwachsenen in Deutschland Nahrungsergänzungsmittel. Im Zeitraum April 2013 bis März 2014 lagen die Ausgaben für NEM bei rund einer Milliarde Euro (Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V.).

Anstelle von NEM rät Anja Ettischer, Ernährungswissenschaftlerin der AOK Baden-Württemberg, zu einer ausgewogenen Ernährung, die dem gesunden Erwachsenen in der Regel ausreichend Vitamine und andere Nährstoffe liefert. Mit einer überwiegend pflanzlichen Ernährung mit einem hohen Vollkornproduktanteil, zwei Portionen Seefisch pro Woche und geringen Mengen Fleisch und anderen tierischen Lebensmitteln, ist es am Einfachsten möglich, alle benötigten Nährstoffe aufzunehmen. „Eine vollwertige, vorwiegend pflanzenbetonte Mischkost ist zu empfehlen“, sagt Anja Ettischer.

Anmerkungen für die Redaktionen:

Die AOK Baden-Württemberg informiert zu regional verfügbaren Produkten (gesundheitsmanager.aok.de/bewusst-essen-saisonkalender-10002.php) und liefert Tipps zu gesundem Kochen (bw.aok.de/inhalt/aok-kochwerkstatt/).

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news-11 Tue, 11 Oct 2016 00:00:00 +0200 Stress-Studie der AOK bestätigt: https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/stress-studie-der-aok-bestaetigt.html Baden-Württembergs Studierende sind überdurchschnittlich belastet An Baden-Württembergs Hochschulen fühlen sich die Studierenden gestresster als im bundesweiten Durchschnitt. Bei den jetzt veröffentlichten Ergebnissen einer wissenschaftlichen Befragung von Studierenden landet Baden-Württemberg unter allen Bundesländern im oberen Drittel: 78 von 100 Studierenden fühlen sich spürbar gestresst – im bundesweiten Schnitt sind es 74 Prozent. „Das Thema Stress scheint Studierende im Südwesten wirklich zu bewegen, denn mit einer solch hohen Beteiligung von fast 6.000 Studierenden haben wir nicht gerechnet“, erläutert Studiengangsleiter Prof. Martin Voeth von der Universität Hohenheim. „Bei der Belastung der Studierenden könnte die landestypische Mentalität auch ein Faktor sein. Die Studierenden in Baden-Württemberg sind scheinbar einem höheren Erwartungsdruck ausgesetzt. Daneben können zusätzliche Belastungen wie etwa Nebentätigkeiten, eine angespannte finanzielle Lage und die schwierige Wohnungssituation eine Rolle spielen“, so Voeth. Hinzu komme, dass heute bereits der Kampf um die Master-Studienplätze für viele Studierende am ersten Tag des Bachelorstudiums beginne.

Zur Stressbewältigung wünschen sich 19,7 Prozent der Hochschüler Angebote von externen Organisationen. Die Mehrheit der Studierenden bevorzugt dabei eine persönliche Beratung. „Der erste Schritt ist, eigene Frühwarnzeichen für Stress zu bemerken und die Auslöser zu identifizieren. Um dem Stress entgegenzuwirken, sind psychologische Schutzfaktoren wichtig. Ein starkes soziales Umfeld, ein wohlwollender Umgang mit sich selbst, Durchhaltevermögen und Wissen darüber, was einem wirklich wichtig ist, können ausgleichend wirken und die innere Balance stärken“, so Prof. Martin Bohus vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim. Der Wissenschaftliche Direktor des ZI hat zusammen mit der AOK Baden-Württemberg das Stressbewältigungskonzept „Lebe Balance“ entwickelt.

Studierenden, die etwas gegen Stress tun wollen, bietet die AOK Baden-Württemberg neben Experten-Beratungen auch einen Onlinestresstest für Hochschüler an (aok-on.de/gesundheit-leben/stresstest). Außerdem hat die AOK Baden-Württemberg mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ein Angebot zur individuellen Stressbewältigung modellhaft durchgeführt, das flächendeckend für Studierende angeboten werden soll. In den Seminaren lernen die Hochschüler, mit mehr Gelassenheit flexibel auf Stresssituationen zu reagieren. Für die Teilnahme vergibt die technische Universität zwei sogenannte Credits, die als Leistungspunkte auf das Studium angerechnet werden. „Lebe Balance stärkt Schutzfaktoren für die psychische Gesundheit, die zu einer besseren Bewältigung von stressreichen Situationen beitragen. In der Evaluation des Konzepts verringerte sich die psychische Belastung der Teilnehmer und Teilnehmerinnen signifikant“, so Bohus weiter. Über einen Zeitraum von 12 Monaten wurde der Erfolg der Kurse bei 1.813 Teilnehmern in Baden-Württemberg evaluiert. Mit einer evaluierten Weiterempfehlungsquote von 82 Prozent ist Lebe Balance ein erfolgsversprechendes Konzept.

Information zur Erhebung

Rund 6.000 Hochschüler im Südwesten beteiligten sich an der repräsentativen Onlinebefragung der Universitäten Hohenheim und Potsdam im Auftrag der AOK. Insgesamt nahmen bundesweit rund 18.000 Studierende an der Studie teil.

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news-12 Fri, 30 Sep 2016 00:00:00 +0200 Bewährtes Modell geht in die nächsten Runden https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/bewaehrtes-modell-geht-in-die-naechsten-runden.html Arzneimittel-Tranche XVII startet am 1. Oktober / Tranche XVIII ausgeschrieben Zum 1. Oktober treten neue AOK-Arzneimittelrabattverträge in Kraft. Die Verträge der Tranche XVII ersetzen die Kontrakte der Ende September auslaufenden Tranche XIII. Die Versorgungsverträge für 54 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen laufen bis zum 30. September 2018. „Den Zuschlag erhielten 34 Pharmaunternehmen und Bietergemeinschaften“, sagt der Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg und Verhandlungsführer für die bundesweiten AOK-Arzneimittelrabattverträge, Dr. Christopher Hermann, am Freitag (30. September) in Stuttgart. Das AOK-Umsatzvolumen für die betreffenden Arzneimittel liegt bei 1,1 Milliarden Euro pro Jahr (Apothekenverkaufspreis).

Hermann äußert sich zum Vertragsstart zufrieden darüber, dass Union und SPD die erfolgreichen Arzneimittelrabattverträge im für 2017 geplanten Arzneimittelmarktgesetz nicht zur Disposition stellen: „Auch die Politik weiß, dass auf die Arzneimittelrabattverträge Verlass ist. Sie haben die gesetzlichen Krankenkassen nach den aktuellen Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums allein von Januar bis Ende Juni 2016 um mehr als 1,8 Milliarden Euro entlastet. Das sind nochmals fast zehn Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2015. Diese Summe geht 1:1 an die Versichertengemeinschaft.“ Die im Gesetzentwurf vorgesehenen gesetzlichen Vorbereitungsfristen für die Pharmaunternehmen seien ein gangbarer Weg. „Im Interesse unserer Versicherten räumen wir unseren Vertragspartnern ohnehin schon eine entsprechend lange Rüstzeit ein“, so der Vorstandschef.

Die AOK-Gemeinschaft setzt deshalb ihren klaren Kurs fort: Aktuell hat die AOK Baden-Württemberg die Ausschreibung für die nächste Tranche XVIII auf den Weg gebracht. Diese umfasst 109 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen. Dabei geht es im Wesentlichen um Anschlussverträge für die Ende Mai 2017 auslaufenden Kontrakte der Tranche XIV mit besonders umsatzstarken Präparaten wie Omeprazol (Magensäurehemmer), Simvastatin (Cholesterinsenker) oder Ibuprofen (Schmerzmittel). Erstmals ausgeschrieben werden zudem etwa das Antibiotikum Linezolid oder das Osteoporosemittel Paricalcitol. Das jährliche AOK-Umsatzvolumen (Apothekenverkaufspreis) für die ausgeschriebenen Arzneimittel liegt bei rund 1,8 Milliarden Euro. Die Angebotsfrist endet am 31. Oktober 2016. Die Verträge sollen vom 1. Juni 2017 bis 31. Mai 2019 laufen.

Die zum 1. Oktober 2016 startende Tranche AOK XVII im Überblick:

  • Laufzeit: 1. Oktober 2016 bis 30. September 2018
  • 54 Wirkstoffe/Wirkstoffkombinationen in 55 Fachlosen
  • 4 Wirkstoffe werden im Mehrpartnermodell vergeben
  • 34 erfolgreiche Pharmaunternehmen/Bietergemeinschaften
  • AOK-Umsatzvolumen pro Jahr: 1,1 Milliarden Euro

Die Ausschreibung der Tranche AOK XVIII im Überblick:

  • Laufzeit: 1. Juni 2017 bis 31. Mai 2019
  • 109 Wirkstoffe/Wirkstoffkombinationen in 111 Fachlosen
  • 16 Wirkstoffe werden im Mehrpartnermodell vergeben
  • AOK-Umsatzvolumen pro Jahr: 1,8 Milliarden Euro
  • Ende der Angebotsfrist: 31. Oktober 2016

Die Rabattverträge für Generika ermöglichen Einsparungen ohne Verlust an Qualität in der Arzneimittelversorgung. Das eingesparte Geld steht zum Beispiel für innovative Versorgungsformen zur Verfügung. Die Rabattverträge haben den Wettbewerb im Bereich der Generika deutlich in Schwung gebracht. Die laufenden AOK-Verträge decken rund zwei Drittel des Generikamarktes ab. Sie umfassen alle markt- und ausgabenrelevanten Wirkstoffe. Aktuell laufen Verträge für 272 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen mit einem jährlichen AOK-Umsatzvolumen von insgesamt rund fünf Milliarden Euro (Stand Oktober 2016).

Übersicht der laufenden AOK-Arzneimittelrabattverträge/Vertragspartner und weitere Informationen

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news-13 Thu, 29 Sep 2016 00:00:00 +0200 Repräsentative Befragung in Baden-Württemberg https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/repraesentative-befragung-in-baden-wuerttemberg.html Positives Arbeitsklima führt zu geringeren Fehlzeiten Eine positiv empfundene Unternehmenskultur kann zu geringeren krankheitsbedingten Fehlzeiten führen, das zeigt eine Telefonbefragung der GfK unter Erwerbstätigen in Baden-Württemberg im Auftrag der AOK: Wird das Arbeitsklima positiv erlebt, fehlen 44 Prozent der Befragten lediglich zwischen einem und sieben Tagen im Jahr. Wird das Arbeitsklima jedoch negativ erlebt, dreht sich das Verhältnis um: Jeder zweite jener Beschäftigen (49 %) fehlt dann mehr als zwei Wochen im Jahr. Nach Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin betrugen die volkswirtschaftlichen Kosten durch Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2014 circa 90 Milliarden Euro. „Fehlzeiten bringen aber auch organisatorische und persönliche Belastungen für Unternehmen und deren Mitarbeiter mit sich“, sagt PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin und Psychotherapeutin bei der AOK Baden-Württemberg. „Von einer guten Unternehmenskultur profitieren beide – eine wertschätzende Kommunikation und entsprechendes Führungsverhalten sind entscheidende Faktoren.“

Eine besondere Rolle spielt das Arbeitsklima als eine Dimension der Unternehmenskultur. Im Rahmen der Befragung wurde untersucht, wie die Kollegialität, das Verhältnis zu den Vorgesetzten, die interne Konkurrenz und die Offenheit im Unternehmen bewertet werden. Wenn diese Aspekte positiv erlebt werden, berichtet nur jeder Vierte (25 %) von psychischen Beschwerden. Herrscht jedoch ein negatives Arbeitsklima, sind drei von vier Personen (73 %) betroffen. Dieser Zusammenhang scheint in Baden-Württemberg stark überdurchschnittlich ausgeprägt zu sein – bundesweit sind es nur 55 Prozent.

Als wichtiger Aspekt des Arbeitsklimas wird das Loben von den Beschäftigten eingeschätzt: Doch lediglich die Hälfte der Beschäftigten wird für gute Arbeit gelobt. Für Frauen ist das Arbeitsklima wichtiger als für Männer (37 vs. 27 %) und für jüngere Arbeitnehmer bedeutsamer als für ältere (39 % vs. 28 %). Arbeitnehmer in kleinen Unternehmen mit bis zu 10 Personen (47 %) und Schüler und Azubis (55 %) legen ebenfalls großen Wert auf ein gutes Arbeitsklima.

In Baden-Württemberg findet jeder zweite Arbeitnehmer die Mitarbeiterorientierung (Förderung der Mitarbeiter und gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen) und das Problemlösungsverhalten (abwechslungsreiche Arbeit und Umgang mit Problemen) im Unternehmen sehr wichtig. Bei diesen Aspekten ist jedoch auch die Differenz zwischen Wunsch und Wirklichkeit besonders groß – so haben nur 35 Prozent der Befragten das Gefühl, dass die Mitarbeiterorientierung im Unternehmen als wichtig angesehen wird – beim Problemlösungsverhalten sind es sogar nur 33 Prozent.

„Führungskräfte prägen die Unternehmenskultur maßgeblich mit und haben damit Einfluss auf die Gesundheit ihrer Mitarbeiter. Zur Verringerung der Fehlzeiten bietet es sich an, die Unternehmenskultur zu untersuchen und Verbesserungsmöglichkeiten auszuloten“, so Knapstein weiter. „Die Etablierung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) kann zu einer positiven Unternehmenskultur beitragen und in Zeiten des zunehmenden Fachkräftemangels ein entscheidender Wettbewerbsvorteil für Unternehmen sein.“ Dass immer mehr Betriebe das BGM als geeignetes Instrument sehen, spiegeln auch die Zahlen der Gesundheitskasse wider: So erreichte die AOK im Jahr 2015 bereits 1.882 Betriebe in Baden-Württemberg mit entsprechenden Angeboten – das waren 14 Prozent mehr als im Vorjahr.

Insgesamt ist der Krankenstand bei den knapp zwei Millionen erwerbstätigen AOK-Mitgliedern in Baden-Württemberg im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken: Im ersten Halbjahr 2016 betrug er 5,2 Prozent; im ersten Halbjahr 2015 5,4 Prozent (Gesamtjahr 2015: 5,1%).

Anmerkung für die Redaktionen:

Die AOK Baden-Württemberg bietet als größte gesetzliche Krankenkasse im Südwesten beispielsweise Unterstützung beim Thema gesunde Führung an („Führung in Balance“). Die Experten der AOK beraten Unternehmen umfassend bei der Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements. Weitere Informationen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung der AOK Baden-Württemberg unter

www.aok-business.de/baden-wuerttemberg/gesundheit/unsere-angebote

Zur Umfrage

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat im Auftrag der AOK eine telefonische Repräsentativbefragung unter Erwerbstätigen in Baden-Württemberg zwischen 16 und 65 Jahren zum Thema „Unternehmenskultur und Gesundheit“ durchgeführt (n=500). Im Rahmen der Umfrage wurden verschiedene Aspekte der Unternehmenskultur abgefragt. Insgesamt wurden 32 einzelne Fragen gestellt, die acht verschiedene Dimensionen von Unternehmenskultur mit ihren Facetten wie Entscheidungsprozessen und Führungsstil, Mitarbeiterorientierung, Entlohnungsgerechtigkeit, Problemlösungsverhalten, Arbeitsklima im engeren Sinne, Wettbewerbsorientierung, Kundenorientierung und Unternehmensumwelt erfassen.

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news-14 Tue, 13 Sep 2016 00:00:00 +0200 AOK empfiehlt Auszeit von der Pflege und baut Beratungsteam aus https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-empfiehlt-auszeit-von-der-pflege-und-baut-beratungsteam-aus.html Forsa-Umfrage bestätigt: Jeder Dritte im Südwesten hat Pflegeerfahrungen Im Südwesten hat jeder dritte Einwohner Erfahrungen in der Pflege. Das stellt das Meinungsforschungsinstitut Forsa in seinen aktuellen Umfrageergebnissen fest. Die im Auftrag der AOK Baden-Württemberg durchgeführte Befragung ergab zudem, dass Pflegende hohen psychischen Belastungen ausgesetzt sind. An der Spitze stehen emotionale Betroffenheit (73 %), gefolgt von Gereiztheit (63 %), Müdigkeit (56 %) und dem Gefühl, allein zu sein (48 %). „Wer pflegt, darf selbst nicht zum Pflegefall werden. Es muss Platz für Auszeiten geben und die AOK Baden-Württemberg sorgt mit dafür“, bestätigt der Vorstandschef der Südwest-AOK, Dr. Christopher Hermann, am Dienstag (13.09.2016) in Stuttgart.

Wer in die Pflegethematik eingebunden ist, habe neben dem Dienst am Menschen auch eine gehörige Portion Verwaltungs- und Organi-sationsaufgaben zu bewältigen - oft gehe das Ganze an die Grenzen der Belastbarkeit. Schlafstörungen oder Depressionen könnten die Folgen sein. Hermann: „Oft geht der Einsatz auch nonstop über einen längeren Zeitraum. Jeder Zweite (50 %) hat mindestens zwei Jahre Pflegeerfahrung – knapp jeder Fünfte (19 %) sogar fünf Jahre oder mehr. Rund ein Drittel (30 %) kümmert sich darüber hinaus auch noch um eigene oder nahestehende Kinder.“

Eine teilweise Entlastung können Angebote für pflegende Angehörige bringen. Allein für deren psychische und physische Entlastung bietet die AOK Baden-Württemberg jährlich rund 450 Kurse und Gesprächskreise an. „Die Studie zeigt aber, dass lediglich 14 Prozent der Befragten die Pflegeberatung ihrer Pflegekasse bereits genutzt und nur neun Prozent einen Pflegekurs besucht haben“, so Hermann weiter. Die AOK setze deshalb auf die ab Januar 2017 geltenden Verbesserungen durch die Pflegereform. Dann haben auch pflegende Angehörige einen Rechtsanspruch auf eine individuelle Pflegeberatung. Die AOK Baden-Württemberg bereite sich bereits seit Monaten auf die umfassende Unterstützung ihrer Versicherten durch individuelle Beratung zu den Neuerungen ab 2017 vor. Hermann: „Wir haben unsere speziellen Beratungsteams auf 234 Vollzeitkräfte ausgebaut. Weitere Fachleute stehen in unseren 230 Kundencentern im ganzen Land zur Verfügung. Die Qualifizierungen hierzu sind in vollem Gange“.

Im Weiteren zeigen die Befragungsergebnisse, dass unter den im privaten Umfeld Pflegenden der Anteil der Frauen höher ist als der der Männer (35 % vs. 26 %) und sich die Pflegetätigkeit offenbar stärker belastend auswirkt: Frauen sind häufiger traurig (78 % zu 66 % bei Männern), müde (61 % vs. 48 %) oder fühlen sich allein (53 % vs. 42 %). Hier können Entlastungsangebote gegensteuern. Doch nur zehn Prozent der Frauen haben bislang das Angebot einer sogenannten Verhinderungspflege genutzt (vs. 17 % der Männer), bei der die Kosten für eine Ersatzpflegekraft von der Pflegekasse übernommen werden, wenn der pflegende Angehörige eine wohlverdiente Auszeit nimmt.

Von den 190.000 pflegebedürftigen Versicherten der AOK Baden-Württemberg werden 139.000 zu Hause gepflegt, was ohne Familien-angehörige nicht möglich wäre. So zeigt die Forsa-Studie, dass knapp jeder Zweite (44 %) in die private Pflege eines Elternteils eingebunden ist. Häufigster Grund, diese Aufgabe überhaupt zu übernehmen ist Nähe, also die enge Beziehung zum Pflegebedürftigen, was für 84 Prozent der Befragten ausschlaggebend ist. Dabei kümmern sie sich nicht alleine um ihren pflegebedürftigen Angehörigen, sondern teilen sich die Aufgaben oft mit anderen Familienmitgliedern (72 %). Jeder Vierte steht aber bei der privaten Pflege ohne jede Unterstützung anderer Familienangehöriger da.

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news-15 Thu, 04 Aug 2016 00:00:00 +0200 AOK-Hausarztvertrag in Baden-Württemberg https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-hausarztvertrag-in-baden-wuerttemberg.html Hausbesuche leichter gemacht - das 500. VERAHmobil ist gestartet Das VERAHmobil ist ein voller Erfolg. Heute wurde im Freiburger Autohaus Gehlert bereits das 500. VERAHmobil in Baden-Württemberg ausgeliefert. Der innovative Service kann von allen Hausärzten genutzt werden, die am AOK-Hausarztvertrag teilnehmen und eine Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAH) einsetzen. Sie führen häufig Hausbesuche bei chronisch kranken Patienten durch und entlasten den Hausarzt so wirkungsvoll.

Mit dem bundesweit ersten Hausarztvertrag von AOK Baden-Württemberg, baden-württembergischem Hausärzteverband und MEDI Baden-Württemberg sowie den daran angeschlossenen Facharztverträgen wurden seit 2008 systematisch neue Strukturen geschaffen, um die ambulante Patientenversorgung zu verbessern und dauerhaft zu sichern.

Das VERAHmobil ist ein Gemeinschaftsprojekt der drei Vertragspartner zur Verbesserung der Versorgung vor allem im ländlichen Raum. Bereits seit Mai 2013 können Hausärzte, die im AOK-Vertrag eine VERAH einsetzen, einen Kleinwagen zu besonders günstigen Konditionen leasen. Seit Ende 2015 gibt es auch elektro- oder erdgasangetriebene Fahrzeuge im Angebot. Für erstere gilt seit August auch die von der Bundesregierung verabschiedete Prämie von 4.000 Euro.

Für die Balinger Gemeinschaftspraxis Hausser nahm jetzt die VERAH Tanja Heldt den Schlüssel für das 500. VERAHmobil entgegen: „Ich halte das für eine sehr gute Idee, weil es eine Aufwertung unserer Arbeit und zusätzliche Motivation für die VERAH darstellt. Außerdem kann ich jetzt zu Hausbesuchen fahren ohne mein privates Auto nutzen zu müssen.“

Die VERAH übernimmt in Abstimmung mit dem Hausarzt patientennahe Tätigkeiten, unter anderem Hausbesuche, Medikamenten- oder Wundmanagement. „Das VERAHmobil kommt bei Ärzten und Patienten gleichermaßen gut an“, so Dr. Berthold Dietsche, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg. „Gerade durch die Übernahme von Routinehausbesuchen erfahren wir eine spürbare zeitliche Entlastung durch die VERAH und die Besuche werden mittlerweile von den meisten Patienten voll akzeptiert“. Das bestätigt auch Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI Baden-Württemberg und MEDI GENO Deutschland, in dessen Praxis das VERAHmobil bereits seit über fünf Jahren im Einsatz ist: „Unsere chronisch kranken und älteren Patienten können so noch besser versorgt werden, und bei diesen Patienten wird das VERAHmobil sehr positiv wahrgenommen.“

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news-16 Wed, 03 Aug 2016 00:00:00 +0200 Erster Facharztvertrag für Urologie im Südwesten unterzeichnet: https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/erster-facharztvertrag-fuer-urologie-im-suedwesten-unterzeichnet.html Mehr Zeit für Beratung bei sensiblen Erkrankungen Gerade bei urologischen Erkrankungen wie Blasenschwäche oder Prostatakrebs ist ein vertrauensvolles Verhältnis die Basis einer erfolgreichen Behandlung. Dort setzt der im Juli unterzeichnete neue Facharztvertrag von AOK Baden-Württemberg und Bosch BKK an: Neben moderner Apparatemedizin liegt der Fokus insbesondere auf mehr Zeit des Arztes für Information, Beratung und gemeinsamer Entscheidungsfindung als wesentliche Voraussetzungen für eine bessere Patientenversorgung. Vertragspartner auf ärztlicher Seite sind MEDI Baden-Württemberg, der Berufsverband der Deutschen Urologen (BDU) sowie die Arbeitsgemeinschaft der niedergelassenen Urologen (AGNU). Versicherte der beiden Krankenkassen können ab 1. Oktober von dem neuen Vertrag profitieren und mit einer Überweisung ihres Hausarztes einen teilnehmenden Urologen aufsuchen, wenn sie bereits am Hausarzt- und Facharztprogramm teilnehmen. Andernfalls ist noch eine Einschreibung in die beiden Programme nötig.

Themen wie Blasenschwäche sprechen viele Betroffene beim Arzt aus Scham oft nicht an. Aber auch die Vorbeugung von Harnsteinen sowie viele Aspekte der Männergesundheit in jedem Alter sind vornehmliche Beratungsthemen. Für ausführliche Arzt-Patienten-Gespräche fehlt im Praxisalltag bislang jedoch die Zeit. „Die Regelversorgung bietet auch bei den oftmals sehr sensiblen urologischen Erkrankungen keine passenden Antworten“, betont Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. „Wir leiten jetzt einen Paradigmenwechsel ein und sorgen dafür, dass der Urologe eine adäquate Honorierung erhält, damit er gemeinsam mit seinen informierten Patienten die bestmögliche Entscheidung treffen kann“, so Hermann. Die Vergütungsstruktur orientiert sich konsequent am Informations- und Beratungsbedarf.

„So erfordert beispielsweise die Prostatakrebs-Früherkennung ein ausführliches Gespräch, um gemeinsam mit dem Patienten zu einer Entscheidung zu kommen“, erläutert Dr. Michael Rug, Vorsitzender des BDU-Landesverbandes Baden. Der sogenannte PSA-Test, mit dessen Hilfe das Prostataspezifische Antigen (PSA) im Blut nachgewiesen werden kann, und der deshalb zur Früherkennung herangezogen wird, ist sehr empfindlich.

„Das führt einerseits dazu, dass bei gesunden Männern unter Umständen aufgrund eines Krebsverdachts weitere, zum Teil belastende Untersuchungen vorgenommen werden, bis der Verdacht ausgeräumt ist. Andererseits ist es möglich, dass Männer mit einer Krebsdiagnose konfrontiert werden, die eigentlich nicht behandlungsbedürftig ist. Unnötige Behandlungen können die Folge sein“, so Rug weiter.

Mehr Beratungszeit ist auch bei der Therapie von Prostatakrebs nötig, weil die Tumore sich in ihrer Aggressivität unterscheiden und ein differenziertes Vorgehen erfordern. „Bei den als ‚low risk‘ eingestuften Tumoren besteht eine sehr gute Prognose für den Patienten, so dass hier eine Operation oft nicht notwendig ist“, betont Dr. Robert Rudolph, Vorsitzender der AGNU. Da eine Prostataoperation außerdem mit einem Risiko möglicher Nebenwirkungen wie Impotenz oder Inkontinenz verbunden ist, empfehlen die medizinischen Leitlinien als eine Option die aktive Überwachung mit regelmäßigen Kontrolluntersuchungen. „Ziel des Vertrages ist es, durch eine partnerschaftliche Entscheidungsfindung mit dem Patienten mehr Betroffenen den Zugang zur aktiven Überwachung zu ermöglichen“, so Rudolph weiter.

„Mit dem Urologievertrag setzen wir weiter auf die erfolgreiche Strategie einer engen Verknüpfung von haus- und fachärztlicher Versorgung“, erklärt Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI Baden-Württemberg und MEDI GENO Deutschland. „Damit verbessern wir nachhaltig die Versorgung und können unseren Patienten unnötige Operationen oder Krankenhauseinweisungen ersparen“. Inhaltlich gehe es vor allem um eine gegenseitige, zeitnahe Information und eine strukturierte fachübergreifende Kooperation bei Diagnostik und Therapie. Für die höheren Qualitätsanforderungen und Mehrleistungen im Urologievertrag erhalten die teilnehmenden Fachärzte ein leistungsgerechtes Honorar ohne Fallzahlbegrenzung, das, wie bei allen Facharztverträgen, deutlich höher als in der Regelversorgung liegt. Je nachdem, wie stark sich die Erkrankung auf die individuelle Lebensgestaltung auswirkt, kann der Urologe als vertraglichen Zusatzservice auch den Sozialen Dienst der AOK oder die Patientenbegleitung der Bosch BKK in Anspruch nehmen.

Kontakt (Pressestellen):

AOK Baden-Württemberg – Telefon: 0711 2593-229

Bosch BKK – Telefon: 0711 811-30790

MEDI Baden-Württemberg – Telefon: 0711 806079-223

Weitere Informationen unter www.neue-versorgung.de

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news-17 Wed, 13 Jul 2016 00:00:00 +0200 Musterländle 2.0 https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/musterlaendle-20.html „Baden-Württemberg muss auch im Gesundheitswesen Nummer eins werden“ „Als Industrie- und als IT-Standort hat Baden-Württemberg international einen Namen, und aus seiner mittelständisch geprägten Wirtschaft sind zahlreiche Unternehmen hervorgegangen, die zu den Global Playern gehören“, charakterisiert Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, das Image des Südweststaats. „Es muss das Ziel sein, dass sich unser Land auch im Gesundheitswesen zur Nummer eins entwickelt. Die AOK wird die neue Landesregierung gerne dabei unterstützen, auch auf diesem Sektor zu einem bundesweiten Vorbild zu werden.“

Dass sich dieses Ziel nur gemeinsam erreichen lässt, unterstreicht Baden-Württembergs Minister für Soziales und Integration Manne Lucha: „Die Landesregierung hat den Anspruch, die Gesellschaft miteinander zu gestalten und nicht gegeneinander. Gerade im Gesundheitswesen sollten wir alle gemeinsam hart daran arbeiten, Partikularinteressen zu überwinden und stattdessen sektorenübergreifend Verantwortung für das große Ganze zu übernehmen.“

Die AOK Baden-Württemberg hat mit ihrer Konzeption der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) das Gesundheitswesen im Südwesten bereits nachhaltig positiv verändert. Mit den kürzlich veröffentlichten Untersuchungsergebnissen haben die Forscherteams der Universitäten Frankfurt/Main und Heidelberg die Überlegenheit der HZV im Vergleich zur herkömmlichen Regelversorgung belegt. Sie zeigen etwa für den Zeitraum von drei Jahren, dass Diabetikern durch die intensivere HZV-Betreuung mehr als 1.700 schwerwiegende Komplikationen wie Amputationen, Erblindungen oder Schlaganfälle erspart blieben. Bei Herzpatienten ließen sich allein in einem Jahr unnötige Krankenhauseinweisungen in 3.900 Fällen vermeiden. Insgesamt gelang es für die rund 1,4 Millionen Versicherten in der HZV insbesondere durch die intensivere Betreuung chronisch kranker Patienten im Jahr die Anzahl vermeidbarer Krankenhauseinweisungen um 14.000 zu senken.

„Vergleichbar erfolgreich würden wir auch gerne die Krankenhauslandschaft sehen“, erklärt AOK-Chef Hermann. „Dort beobachten wir weiterhin eine historisch gewachsene Über-, Unter- und Fehlversorgung. Im Jahr 2015 beispielsweise boten 100 baden-württembergische Krankenhäuser Operationen an Hüftgelenken an, aber nur 24 davon konnten uns mit überdurchschnittlicher Qualität beeindrucken“, führt Hermann aus. „Hier würden wir gern für unsere Versicherten mehr tun und über Selektivverträge diejenigen Kliniken unterstützen, deren Arbeit auch tatsächlich überzeugt.“ Aus AOK-Sicht empfiehlt sich eine entsprechende Steuerung auch vor dem Hintergrund der mangelnden Wirtschaftlichkeit vieler Krankenhäuser im Land. „Aus dem Krankenhaus Rating Report für 2016 wissen wir, dass gerade einmal 51 Prozent der Kliniken in Baden-Württemberg einen Jahresüberschuss erzielen. Unnötige Parallelstrukturen müssen daher durch planerische Vorgaben vermieden werden.“

Dr. Stefanie Joos, Professorin für Allgemeinmedizin an der Universität Tübingen, sieht auch Entwicklungspotenzial, wenn es um die ärztliche Versorgung in ländlichen Gebieten geht. „Der Landarzt von früher stirbt allmählich aus. Junge Medizinerinnen und Mediziner leben heute in veränderten familiären Strukturen und haben damit verbunden andere Erwartungen an ihr Arbeitsleben. Es wird auf lange Sicht nicht mehr in jedem kleinen Ort einen niedergelassenen Arzt geben.“ Stefanie Joos hält deshalb den Aufbau lokaler Gesundheitszentren nach internationalen Vorbildern für ratsam. „In solchen Zentren arbeiten Ärzte verschiedener Fachrichtungen und Gesundheitsberufe im Team miteinander und können sich, wenn es für den Patienten erforderlich ist, unmittelbar untereinander abstimmen. Die Hausarztzentrierte Versorgung ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg dahin, sowohl was die zentrale Rolle des Hausarztes angeht als auch den Einbezug medizinischer Fachberufe.“

Unverzichtbar für die Weiterentwicklung effizienter Versorgungsstrukturen ist aus Sicht der AOK Baden-Württemberg, mehr Tempo in die Digitalisierung des Gesundheitswesens zu bringen. „Wir brauchen eine digitale Agenda, für die sich alle Akteure gemeinsam an einen Tisch setzen müssen“, fordert AOK-Vorstand Hermann. Die Herausforderungen des Gesundheitswesens der Zukunft seien nur zu meistern, wenn anstelle von Modellprojekten endlich eine flächendeckende Umsetzung trete. „Dafür brauchen wir neben den erforderlichen finanziellen Mitteln aber vor allem eines: Ein klares Konzept zur Vernetzung.“

„In der Gesellschaft des langen Lebens“, fasst der AOK-Chef zusammen, „muss es im Gesundheitswesen eine flexible Versorgungslandschaft geben, die sich den veränderten Erfordernissen anpasst. Wir werden gemeinsam mit der neuen Landesregierung an dieser Versorgungslandschaft arbeiten.“

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news-18 Wed, 29 Jun 2016 00:00:00 +0200 Länger gesund im Alter https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/laenger-gesund-im-alter.html AOK Baden-Württemberg: Mehr Vernetzung von Versorgungsstrukturen dringend angezeigt „Wie lange wir im Alter möglichst gesund leben können, hängt wesentlich mit davon ab, wie Prävention, Rehabilitation und Pflege ineinander greifen“, betont Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg anlässlich des Kongresses „Alter plus drei“ am Mittwoch (29.06.2016) in Stuttgart. Damit es gar nicht oder möglichst spät zu Pflegebedürftigkeit komme, seien frühzeitig gezielte Maßnahmen in Prävention und Rehabilitation notwendig. Nach Modellrechnungen werde es bis zum Jahr 2030 einen Anstieg um 35 Prozent auf über 400.000 Pflegebedürftige im Südwesten geben. „Angesichts solcher Zahlen darf es nicht nur um die Leistungsfähigkeit in den drei Sparten gehen. Jetzt muss die Vernetzung in den Fokus und es bedarf gesteigerten Verantwortungsbewusstseins aller beteiligten Akteure“, appelliert Hermann.

Gemeinsames Ziel solle die Verbesserung der Strukturen und der Übergänge in den drei Sparten sein. „Wenn zum Beispiel nur in geschätzten fünf bis zehn Prozent der 1.500 Pflegeheime in Baden-Württemberg systematisch Ansätze von Rehabilitations- und Präventionsmaßnahmen stattfinden, wird die Handlungsnotwendigkeit deutlich“, so Hermann.

Unterstützt wird der Verantwortungsappell durch Professor Dr. Andreas Kruse, Leiter des Instituts für Gerontologie an der Universität Heidelberg: „Wir können schon heute den Nachweis erbringen, dass durch die Integration von Rehabilitation in die Pflege ein signifikanter Beitrag zur Verbesserung der Selbstständigkeit, der Selbstverantwortung und der Teilhabe von schwerstkranken und pflegebedürftigen Menschen geleistet wird.“ Die Praxis bestätigt, dass Maßnahmen der Rehabilitation auch für Menschen mit schwerer Pflegebedürftigkeit zur besseren Lebensqualität führen können: „Durch Übungen werden beispielsweise die Mobilität, die Sprache oder die Feinmotorik verbessert. Dadurch gewinnen die Bewohner mehr Selbstsicherheit und können ihren Alltag wieder mehr nach ihren Bedürfnissen gestalten“, weiß die Pflegekraft Jeanette Diefenbach vom Mannheimer Maria-Frieden-Pflegezentrum.

Der präventive Ansatz ist ebenso zentral. „Aktuelle Auswertungen zeigen, dass Prävention und Rehabilitation wirken, weil sie nachweislich Pflegebedürftigkeit verzögern oder vermeiden können“, bestätigt Professorin Dr. Cornelia Kricheldorff von der Katholischen Hochschule in Freiburg.

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news-19 Wed, 15 Jun 2016 00:00:00 +0200 8-Jahres-Bilanz: Hausarztzentrierte Versorgung im Südwesten untermauert Vorteile: https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/8-jahres-bilanz-hausarztzentrierte-versorgung-im-suedwesten-untermauert-vorteile.html Pro Jahr 3.900 vermiedene Klinikeinweisungen bei Herzkranken – Diabetiker vor 1.700 schweren Komplikationen bewahrt Die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) verbessert die Versorgung der Patienten und steigert die Effizienz – auf diese Kurzformel lassen sich die Ergebnisse nach acht Jahren zusammenfassen. Forscher der Universitäten Frankfurt/Main und Heidelberg be­legen für den bundesweit ersten HZV-Vertrag in Baden-Württemberg deutliche Vorteile im Vergleich zur herkömmlichen Regelversorgung. Erstmalig zeigt sich, dass Diabetikern durch die intensivere HZV-Betreuung in drei Jahren über 1.700 schwerwiegende Komplikationen wie Amputationen, Erblindungen oder Schlaganfälle erspart bleiben. Pro Jahr ergibt sich eine Reduktion unnötiger Krankenhauseinweisungen bei Herzpatienten von 3.900 Fällen. Die bessere Versorgung wird dabei auf effizienterem Niveau erreicht: 2015 lagen die Investitionen der AOK Baden-Württemberg in den Hausarztvertrag und die damit verknüpften Facharztverträge bei 530 Millionen Euro – 35 Millionen Euro weniger als in der Regelversor­gung angefallen wären.

Die Studie beweise, dass die politische Vorgabe zur Umsetzung der HZV erfolgreich gelingt,wenn die regionale Versorgungsgestaltung selbst in die Hand genommen wird: „Hausarztverträge verbessern die medizinische Versorgung, stärken die Rolle des Hausarztes als Gesundheitslotse und tragen zu einer spürbaren finanziellen Entlastung bei, indem Über-, Fehl- und Unterversorgung systematisch abgebaut werden“, bilanzieren die beiden Studienleiter Prof. Dr. Ferdinand Gerlach, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität Frankfurt/Main, und Prof. Dr. Joachim Szecsenyi, Ärztlicher Direktor der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung des Universitätsklinikums Heidelberg.

Chronische Krankheiten wie Diabetes mellitus oder Herzinsuffizienz und Mehrfacherkrankungen nehmen in Deutschland deutlich zu. Hier setzt die HZV an: Sie will die Hausarztrolle stärken, die Pa­tientenversorgung verbessern und die Ressourcen möglichst effizient nutzen. 2008 startete mit dem AOK-Hausarztvertrag in Baden-Württemberg bundesweit der erste HZV-Vertrag. Seit Beginn wird er von unabhängigen Wissenschaftlern insbesondere auf Unterschiede gegenüber der Regelversor­gung untersucht. „Es zeigt sich nun erstmalig, dass in der HZV-Gruppe bei 119.000 Diabetikern im Verlauf von drei Jahren gut 1.700 schwerwiegende Komplikationen wie Fußamputationen, Erblindungen oder Schlaganfälle vermieden werden können“, so Gerlach. Für Betroffene bedeuten diese Komplikationen eine weitaus größere Einschränkung ihrer Lebensqualität oder sogar eine verkürzte Lebensdauer als die Diabetes-Erkrankung an sich. Nach seiner Ansicht gibt es dafür zwei Gründe: Einerseits müssen Hausärzte für ihre Patienten strukturierte Chronikerprogramme, so genannte Disease-Management-Programme (DMP), anbieten. Die DMP-Rate liegt bei Diabetikern rund doppelt so hoch wie in der Vergleichsgruppe. Andererseits gibt es einen unabhängigen ‚HZV-Effekt‘, bedingt durch verschiedene Faktoren, der zu den positiven Versorgungseffekten beiträgt. So müssen die Hausärzte etwa regelmäßig

an strukturierten Qualitätszirkeln zur rationalen Pharmakotherapie teilnehmen.

Die Versorgungsforscher überprüften auch, wie sich die gestärkte Lotsenfunktion des Hausarztes auf die Anzahl vermeidbarer Krankenhauseinweisungen auswirkt. Diese sind wesentlich verantwortlich für einen kostspieligen ‚Drehtüreffekt‘, der für die Patienten besonders belastend ist und keinen Beitrag zur Genesung leistet. Von 2011 bis 2014 lag die Anzahl in der HZV pro Jahr jeweils um gut einen Prozentpunkt niedriger. Bezogen auf eine Million HZV-Versicherte sind dies insgesamt rund 40.000 Fälle. Davon entfallen allein pro Jahr rund 3.900 auf Koronare Herzerkrankung (KHK) und Herzinsuffizienz. „Ich führe diesen Rückgang eindeutig auf die intensivere und besser koordinierte Betreuung chronisch kranker Patienten durch den Hausarzt zurück”, erklärt Szecsenyi. „Jeder HZV-Patient hat pro Jahr im Schnitt drei Hausarztkontakte mehr, gleichzeitig nimmt die Anzahl ‚unkoordinierter Facharztkontakte‘ in der HZV ab“. 2014 lag dieser Wert in der HZV-Gruppe bereits 40 Prozent niedriger (1,6 vs. 2,7 Kontakte pro Jahr). Eine Erklärung hierfür ist auch die Abschaffung der Praxisgebühr 2013: In der Regelversorgung wurde die koordinierende Rolle des Hausarztes dadurch anders als in der HZV weiter geschwächt. Eine weitere Erkenntnis laut Szecsenyi: „Die HZV-Effekte sind konstant über mehrere Jahre. In der Mehrzahl der von uns untersuchten Versorgungsbereiche profitieren die Patienten sogar von Jahr zu Jahr mehr.“ Dazu tragen auch die Facharztverträge bei, die seit 2010 mit der HZV verbunden werden. So verringerte sich unter anderem die Anzahl von Operationen im Magen-Darm-Trakt um fast 30 Prozent. Dies entspricht bei 100 Patienten 2,36 Operationen pro Jahr.

Die wissenschaftliche Studie kommt darüber hinaus zu dem Ergebnis, dass die bessere Qualität in der HZV nicht im Widerspruch zur Wirtschaftlichkeit steht. „Hausarzt- und Facharztverträge sind seit jeher keine Sparverträge: Wir investieren konsequent in neue patientenorientierte Versorgungs-strukturen und diese Rechnung geht zum Wohle unserer Versicherten auf“, lautet das Resümee von

Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. 2015 betrugen unsere Investitionen in die Hausarzt- und Facharztverträge 530 Millionen Euro. Im Ergebnis liegen die jährlichen Gesamtkosten für die Versorgung der teilnehmenden Versicherten damit 35 Millionen Euro niedriger als für eine entsprechende Vergleichsgruppe in der Regelversorgung.

Für Dr. Berthold Dietsche ist die HZV „die mit Abstand wichtigste Errungenschaft der letzten 20 bis 30 Jahre“, so der Vorsitzende des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg. „Sie bietet den Hausärzten neue Rahmenbedingungen, die unseren Beruf umfassend aufwerten. In Baden-Württemberg gibt es heute kaum noch eine Praxis, der es ohne eine fest etablierte HZV gelingt, einen Nachfolger zu finden“. Das unterstreicht Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI Baden-Württemberg und MEDI GENO Deutschland: „Die Ergebnisse der Forscher bestätigen unsere praktischen Erfahrungen. Hausärzte und Fachärzte haben in der Regelversorgung gerade für ihre schwer kranken Patienten ein Budget, das schnell aufgebraucht ist, und die Patienten werden immer häufiger ins Krankenhaus abgeschoben. Bei den Hausarzt- und Facharztverträgen im Südwesten gibt es kein Budget und keine Fallzahlbegrenzungen, sondern eine Koordination der Behandlung zwischen Haus- und Fachärzten, die sich an gemeinsamen Behandlungsleitlinien orientiert. Dieses Konzept mit Haus- und Fachärzten erklärt viele positive Ergebnisse unserer Evaluation.“

Derzeit nehmen rund 4.000 Haus- und Kinderärzte und über 1.500 Fachärzte und Psychotherapeu­ten an den Verträgen im Südwesten teil. Sie verantworten gemeinsam die Versorgung von 1,4 Milli­onen HZV-Versicherten im AOK-Hausarztvertrag und rund 520.000 Versicherten im gemeinsamen Facharztprogramm von AOK Baden-Württemberg und Bosch BKK.

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news-20 Fri, 10 Jun 2016 00:00:00 +0200 AOK Baden-Württemberg reagiert mit Kopfschütteln: https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-baden-wuerttemberg-reagiert-mit-kopfschuetteln.html OLG Düsseldorf legitimiert Pharma-Dumpingangebot Mit völligem Unverständnis reagiert die AOK Baden-Württemberg auf eine Entscheidung des OLG Düsseldorf vom Mittwoch (08.06.2016), wonach ein Pharmaunternehmen sein Medikament im Ausschreibungsverfahren jetzt gratis anbieten darf und die AOKs die Schenkung annehmen müsse. „Mit dieser Entscheidung legitimiert das OLG Preisdumping und hat natürlich auch die Verantwortung für die Folgen am Markt zu tragen“, so der Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg und Verhandlungsführer für die bundesweiten AOK-Arzneimittelrabattverträge, Dr. Christopher Hermann. Mit dem OLG im Rücken könnte ein Pharmaunternehmen nun sein dreistes Geschäftsmodell verwirklichen und damit Marktverdrängung betreiben, die aller fairen wettbewerblichen Logik entbehre.

Zur OLG Entscheidung ist es gekommen, weil das inzwischen medienbekannte Pharmaunternehmen auf Preisdumping setzt und seine Antibabypille quasi kostenlos der AOK-Gemeinschaft anbietet. Das Unternehmen kann jetzt mit OLG-Freibrief ihre Gratis-Offerte über einen Rabattvertrag mit allen AOKs in den deutschen Markt drücken. Genau solche Auswüchse sollte das Vergaberecht verhindern. Trotzdem hat die Vergabekammer in erster Instanz beschlossen, dass die AOK das Angebot annehmen muss und jetzt ist das OLG dieser unverständlichen Grundhaltung gefolgt. Hermann: „Hier hat wohl niemand ausreichend realisiert, dass das Unternehmen mit dieser Null-Strategie vor hat, Wettbewerber in diesem Segment auszuschalten. Später kann es dann kassieren.“

Von den Krankenkassen werde die Antibabypille nämlich nur bis zum vollendeten 20. Lebensjahr bezahlt. Danach müssten die Frauen meist selbst zahlen und zwar den regulären Listenpreis. Viele Frauen werden dann aber nicht mehr zu einem anderen Anbieter wechseln.

Die OLG Entscheidung hebelt zudem die vergaberechtlich verankerte Auskömmlichkeitsprüfung der Angebote im Rahmen des Vergabeverfahrens aus. Laut AOK-Chef Hermann wäre vielmehr notwendig, dass solche Prüfungen in ihrer Stringenz gestärkt und nicht „anything goes“ eingeführt werde. „Es liegt uns bereits ein weiteres Angebot über eine Schenkung von Arzneimitteln vor. Wie wir uns dagegen noch rechtlich wehren können, müssen wir jetzt genauestens prüfen“, kündigt Hermann an.

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news-21 Wed, 08 Jun 2016 00:00:00 +0200 Repräsentative Forsa-Umfrage https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/repraesentative-forsa-umfrage.html Mehr als jeder dritte Baden-Württemberger fühlt sich durch sein Smartphone ab und zu gestresst E-Mails checken, WhatsApp-Nachrichten lesen oder Termine im Kalender prüfen – für viele Menschen ist der regelmäßige Blick auf das Smartphone heute ganz normaler Alltag. Seit vor zwanzig Jahren das erste Handy mit mobilem Internetzugang - das „Nokia 9000 Communicator“ - auf den Markt kam, hat sich das Leben vieler Menschen stark verändert. Rund drei Viertel der Deutschen ab 14 Jahren (74 Prozent) verwenden heute ein Smartphone (Bitkom). Der Nutzeranteil hat sich damit innerhalb von vier Jahren mehr als verdoppelt. Eine von der AOK in Auftrag gegebene repräsentative Forsa-Umfrage zeigt, dass sich mehr als jeder dritte Baden-Württemberger (36 Prozent) durch eingehende Mitteilungen oder Benachrichtigungen auf seinem Smartphone ab und zu gestresst fühlt.

„Der permanente Blick aufs Smartphone führt zu einer Unterbrechung der jeweiligen Tätigkeit und verlangt Multitasking – dies kann zu permanentem Stress führen. Auch die große Menge an Informationen, die man über das Smartphone erhält, kann ein Auslöser sein“, sagt PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin und Psychotherapeutin bei der AOK Baden-Württemberg. „Beklagt werden in diesem Zusammenhang Schlafstörungen, physische Beschwerden – wie Rückenschmerzen oder Magenschmerzen – aber auch psychische Erkrankungen wie Burnout und Depression.“

Wer sein Smartphone intensiv nutzt und mindestens einmal pro Stunde auf das Display schaut, fühlt sich häufiger durch eingehende Mitteilungen oder Benachrichtigungen gestresst als die unregelmäßigen Nutzer (46 Prozent vs. 22 Prozent). Besonders stark betroffen sind die 16- bis 29-Jährigen (46 Prozent). Knapstein: „Damit der Blick nicht dauernd aufs Smartphone fällt, kann es hilfreich sein, den Klingelton oder Vibrationsalarm auszuschalten, eine Armbanduhr zu tragen und einen normalen Wecker statt der Weckfunktion des Smartphones zu verwenden.“

Jeder fünfte (20 Prozent) Baden-Württemberger greift häufig abends im Bett noch einmal zu seinem Smartphone: Frauen öfter als Männer (24 Prozent vs. 16 Prozent) und Jüngere mehr als Ältere (46 Prozent vs. 4 Prozent). „Wenn man sich durch sein Smartphone gestresst fühlt, können Achtsamkeitsübungen helfen. Atmen Sie tief durch und konzentrieren Sie sich ganz auf sich selbst. Halten Sie kurz inne vor jeder neuen Herausforderung. Denn wer innehält macht eine bewusste Pause und nimmt sich, seine Sinne und Emotionen bewusst wahr. Dieses bewusste Wahrnehmen nennt man Achtsamkeit.“

Positiv ist, dass die Baden-Württemberger bei Treffen mit Freunden nicht so häufig aufs Display schauen (9 Prozent) und während der Mahlzeiten zuhause mit der Familie meist ganz darauf verzichten (81 Prozent „so gut wie nie“). „Täglich feste handyfreie Zeiten einzuplanen, ist sinnvoll. Noch besser ist es, sich gleich einen ganzen Tag pro Woche nur für die Familie oder Freunde freizuhalten – z.B. den Sonntag“, so Knapstein weiter.

Weitere Informationen:

Mit LebeBalance bietet die AOK Baden-Württemberg ein Präventionsprogramm, das psychischen Störungen vorbeugen soll und sich an gesunde Menschen richtet. Informationen zum Programm „Lebe Balance“ und hier insbesondere zum Aspekt „Achtsamkeit“ unter www.lebe-balance.de. Informationen für Arbeitgeber zum Thema Smartphonenutzung unter bit.ly/24yqwix

Quelle: Eine repräsentative Umfrage der AOK Baden-Württemberg, durchgeführt vom Meinungsforschungsinstitut Forsa. Befragt wurden insgesamt 505, nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählte, Smartphonenutzer im Alter von 16 bis 65 Jahren in Baden-Württemberg.

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news-22 Mon, 06 Jun 2016 00:00:00 +0200 AOK Baden-Württemberg widerspricht VAD: https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-baden-wuerttemberg-widerspricht-vad.html Reimporte können auch Mehrkosten bedeuten

„Es darf keinen Protektionismus für einzelne Akteure geben, der auf Kosten des gesunden Wettbewerbs geht“, kommentiert am Montag (06.06.) Dr. Christopher Hermann ein Statement des Verbands der Arzneimittelimporteure (VAD), das apotheke adhoc zitiert. Der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg war dafür kritisiert worden, dass er gemeinsam mit dem Deutschen Apothekerverband (DAV) die Reimportquote für Arzneimittel jüngst erneut als überholt bezeichnet hatte.

„Wenn die Reimportquote, wie vom VAD selbst dargestellt, seit Jah-ren übererfüllt ist, belegt dies doch, wie überflüssig solche planwirt-schaftlichen Instrumente sind“, argumentiert Hermann. „Die Apotheker übertreffen die Quote seit langem um mehr als das Doppelte.“ Mit den Reimporten sieht die AOK Baden-Württemberg auch keineswegs nur Einsparpotenzial verbunden: „Es wäre interessant, von Seiten des VAD zu erfahren, wie hoch die mit manchen Reimporten verbundenen Mehrkosten eigentlich sind – schließlich gibt es immer wieder welche, die sogar teurer sind als das Original. Wenn sich ein Verband so intensiv mit ihm fremden Themen wie Apothekenabschlag oder Rabattverträgen beschäftigt, zeigt das, dass ihm für sein eigenes Geschäftsmodell die überzeugenden Argumente endgültig ausgegangen sind“, ergänzt Hermann.

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news-23 Wed, 01 Jun 2016 00:00:00 +0200 Importquote für Arzneitmittel streichen: https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/importquote-fuer-arzneitmittel-streichen.html Mehr Sicherheit, weniger Bürokratie

Gemeinsame Pressemitteilung von AOK Baden-Württemberg und DAV

Die AOK Baden-Württemberg und der Deutsche Apothekerverband (DAV) fordern gemeinsam die Streichung der Importquote für Arzneimittel, die für alle Apotheken bei Einlösung von Rezepten für gesetzlich krankenversicherte Patienten verpflichtend ist. Die bestehende Vorgabe, mindestens fünf Prozent des Umsatzes mit Fertigarzneimitteln durch Importe zu bestreiten, ist längst nicht mehr zeitgemäß: Die Importquote bedeutet enormen bürokratischen Aufwand und gefährdet die Arzneimittelsicherheit für die Patienten. Zudem erzeugt sie in anderen Ländern Lieferengpässe für die heimische Bevölkerung. Die Einsparungen, die damit für die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) erzielt werden, fallen weit hinter die Volumina zurück, die mit anderen Instrumenten erreicht werden. Allein die Rabattverträge erlösen mit 3,6 Mrd. Euro (2015) fast das 30-fache dessen, was durch Quoten bei Importen erwirtschaftet werden kann.

„Der Apotheker braucht mehr Spielraum, um sich bei Sicherheitserwägungen im Einzelfall gegen ein Importmedikament entscheiden zu können. Denn lange, grenzüberschreitende Lieferketten erhöhen das Risiko für das Einschleusen von gefälschten Medikamenten. Leider sind Chargenrückrufe von Importarzneimitteln längst keine Einzelfälle mehr“, sagt dazu DAV-Vorsitzender Fritz Becker. „In der Apothekenpraxis zeigt sich ohnehin, dass Generika oft preiswerter sind als Importarzneimittel. Und die Bürokratie, die Quote für jede einzelne Kasse zu erfüllen, frisst Zeit, die der Apotheker besser in die Patientenbetreuung investieren kann“, so Becker weiter.

Die geltende gesetzliche Regelung beurteilt auch die AOK Baden-Württemberg als längst nicht mehr zeitgemäß. Ihr Vorstandsvorsitzender Dr. Christopher Hermann plädiert für mehr Handlungsspielraum von Kassen und Apothekern: „Der Gesetzgeber sollte die Reimportquote durch sinnvollere Maßnahmen ersetzen und Krankenkassen und Apothekerverbänden die Möglichkeit eröffnen, selbst zu handeln.“ Die bisherige Situation sei wettbewerbswidriger Marktdirigismus pur, urteilt Hermann: „Die Reimportquote ist reine Planwirtschaft und nützt vor allem den Reimporteuren selbst, reduziert aber Arzneimittelausgaben bei Krankenkassen nur minimal.“ Hermann weiter: „Die Importquote hat sich lange überholt, wir haben heute sehr viel intelligentere Steuerungsinstrumente.“

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news-24 Mon, 30 May 2016 00:00:00 +0200 Lungenkrebs holt Brustkrebs als Todesursache bei Frauen ein https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/lungenkrebs-holt-brustkrebs-als-todesursache-bei-frauen-ein.html Weniger jugendliche Raucher / Positive Entwicklung in der Krebstherapie Die Sterblichkeit aufgrund von Krebserkrankungen sinkt europaweit und auch in Deutschland. Mit einer Ausnahme: Die Zahl der Frauen, die neu an Lungenkrebs erkranken, und die Zahl derer, die daran sterben, steigt weiter deutlich an. Traurige Bilanz: Betrachtet man die altersstandardisierten Zahlen, hat die Erkrankung Brustkrebs bei den Todesursachen von Frauen in Deutschland eingeholt (Deutsches Krebsforschungszentrum). Eine Erhebung* der Versichertendaten der AOK Baden-Württemberg belegt jetzt, dass die Lungenkrebs-Neuerkrankungsrate bei Frauen seit 2009 jährlich durchschnittlich um 0,4 Prozent stieg, während die Brustkrebsrate im gleichen Zeitraum um 2,5 Prozent sank. Das teilte die Gesundheitskasse im Vorfeld des Welt-Nichtrauchertages (31. Mai 2016) heute mit und macht auf ihre Kurse zur Raucherentwöhnung aufmerksam. Positiv entwickelt sich dagegen das Rauchverhalten bei Jugendlichen, die seltener rauchen als je zuvor, und auch in der Krebstherapie gibt es neue Ansätze im Kampf gegen den Krebs.

Das Robert Koch-Institut sagt für 2016 insgesamt 55.300 Neuerkrankungen an Lungen- und Luftröhrenkrebs voraus. Obgleich Männer (35.000) insgesamt häufiger betroffen sind als Frauen (20.300), entwickeln sich die Zahlen gegenläufig: Bei den Männern gibt es einen Rückgang, bei den Frauen einen kontinuierlichen Anstieg. „Auch unsere Zahlen belegen diesen Trend“, sagt Privatdozentin Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg. „Im Zeitraum von sechs Jahren konnten wir bei Männern einen jährlichen Rückgang um durchschnittlich 1,4 Prozent feststellen, wohingegen bei Frauen die Neuerkrankungen jährlich um 0,4 Prozent gestiegen sind.“

„Hier zeigen sich veränderte Rauchgewohnheiten, denn Rauchen ist nach wie vor das Hauptrisiko für Lungenkrebs“, so Knapstein weiter. „Frauen geben das Rauchen seltener auf als Männer, und insbesondere im Alter zwischen 25 und 69 Jahren ist der Anteil der Raucherinnen sehr hoch und stieg bis 2003 kontinuierlich an.“ Ein Rauchstopp lohnt sich, da das Krebsrisiko danach langsam sinkt und sich nach 15 Jahren dem Risiko eines Nichtrauchers nähert. Die AOK bietet ihren Mitgliedern daher Kurse zur Raucherentwöhnung an und beteiligt sich an Kampagnen für das Nichtrauchen - zum Beispiel an der Aktion „Be smart, dont´t start“ in Zusammenarbeit mit vielen Schulen. Bei der chronisch obstruktiven Bronchitis (COPD) schlägt sich das Rauchverhalten ebenfalls sichtbar negativ nieder: Im Gegensatz zu früher sind heute mehrheitlich Frauen betroffen und die entsprechende Sterblichkeitsrate hat sich seit 1980 verdoppelt. Für COPD-Patienten bietet die Südwest-AOK das Behandlungsprogramm AOK-Curaplan COPD an.

Positive Entwicklungen zeigen sich bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen (12 bis 17 Jahren): Der Anteil der Raucher – egal ob weiblich oder männlich – ist nach aktuellen Angaben der Bundesregierung so niedrig wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen in den 1970er Jahren. Neue Hoffnung im Kampf gegen den Krebs macht auch die so genannte Immuntherapie, die zurzeit intensiv in Studien untersucht wird und auch gegen Formen von Lungenkrebs helfen kann. Ansatzpunkt ist, dass Tumorzellen sich oft verstecken und tarnen: So täuschen bösartige Zellen durch bestimmte Eiweiße auf ihrer Oberfläche vor, dass es sich bei ihnen um gesundes Gewebe handle, das von der Immunabwehr nicht angegriffen werden darf. Im Rahmen der Therapie werden diese Eiweiße blockiert, damit die Immunzellen den Krebs wieder erkennen und bekämpfen können. Wirksamkeit und insbesondere die Sicherheit der Anwendung müssen noch besser erforscht werden. Denn laut Krebsinformationsdienst spricht nicht jeder Krebspatient gut auf die Immuntherapie an. Insbesondere eine Heilung sollte nach derzeitigem Wissensstand nicht erwartet werden. Bei einem Teil der Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs könnte die Erkrankung jedoch für einen längeren Zeitraum unter Kontrolle gehalten werden. Auch die Nebenwirkungen sollten beachtet werden.

* Betrachtet wurden die Neuerkrankungen von Lungenkrebs und Brustkrebs in den Jahren 2009-2014. Im Jahr 2014 sind ca. 2.900 AOK-Versicherte neu an Lungenkrebs erkrankt. Dies entspricht einer altersstandardisierten Neuerkrankungsrate von 46,8 Erkrankten pro 100.000 Versicherten. Frauen sind seltener betroffen (altersstandardisierte Inzidenzrate: 28,8 pro 100.000) als Männer (70 pro 100.000). Bei Männern liegt der durchschnittliche jährliche Rückgang bei den Neuerkrankungen bei 1,4%, wohingegen bei Frauen eine durchschnittliche jährliche Steigerung der Neuerkrankungen um 0,4% zu beobachten ist.

Im Jahr 2014 sind ca. 3.700 weibliche AOK-Versicherte neu an Brustkrebs erkrankt. Dies entspricht einer altersstandardisierten Neuerkrankungsrate von 124,2 neu erkrankten Frauen pro 100.000 weiblichen Versicherten. Die Neuerkrankungen an Brustkrebs sind seit 2009 zurückgegangen, und zwar um durchschnittlich 2,5% pro Jahr bei den weiblichen Versicherten.

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news-25 Fri, 20 May 2016 00:00:00 +0200 AOK erteilt Zuschläge für Tranche XVII https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-erteilt-zuschlaege-fuer-tranche-xvii.html Versorgungssicherheit steht im Vordergrund Die AOK-Gemeinschaft hat am Freitag (20.Mai) die Zuschläge für die 17. Tranche der Arzneimittelrabattverträge erteilt. „Die Verträge mit insgesamt 30 schon seitherigen und neuen Partnerunternehmen starten erst am 1. Oktober. Damit geben wir den Unternehmen ausreichend Zeit zur Vorbereitung und hohe Planungssicherheit“, sagte der Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg und Verhandlungsführer für die bundesweiten Generikaverträge, Dr. Christopher Hermann, in Stuttgart.

„AOK XVII“ beinhaltet Zuschläge für 53 Fachlose. Die Verträge lösen die Kontrakte der Tranche AOK XIII ab und laufen vom 1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2018. Zu den umsatzstärksten Medikamenten der Tranche zählen das Diabetespräparat Metformin und der Blutdrucksenker Metoprolol. Insgesamt deckt die neue Tranche Arzneimittel mit einem AOK-Umsatzvolumen von rund einer Milliarde Euro ab.

Hermann wies darauf hin, dass die AOK für zwei Wirkstoffe keinen Zuschlag erteilt habe, weil die jeweiligen Angebote unwirtschaftlich gewesen seien. „Bei der Auswahl unserer Vertragspartner geht es eben nicht nur um einen guten Preis, sondern vor allem auch um eine zuverlässige Versorgung unserer Versicherten. Hinsichtlich der Versorgungssicherheit haben wir zudem wieder vier besonders häufig verordnete Medikamente im Drei-Partner-Modell vergeben“, so der Vorstandsvorsitzende.

Mit Blick auf Ergebnisse des jüngst beendeten Pharmadialogs der Bundesregierung warnte Hermann vor Eingriffen des Gesetzgebers in ein gut funktionierendes System: „Wenn sich die Pharmalobby mit ihrer Forderung nach einem verpflichtenden Drei-Partner-Modell durchsetzt, müssten viele Patientinnen und Patienten wieder deutlich häufiger unnötige Medikamentenwechsel hinnehmen. Zudem würde der wirtschaftliche Erfolg der Arzneimittelrabattverträge deutlich geschwächt. Das hätte alsbald zwangsläufig auch Folgen für die Höhe der Zusatzbeiträge von Versicherten.“

Die Rabattverträge für Generika ermöglichen deutliche Einsparungen ohne Verlust an Qualität in der Arzneimittelversorgung. Das eingesparte Geld steht zum Beispiel für innovative Versorgungsformen zur Verfügung. Aktuell laufen Verträge für 276 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen mit einem jährlichen AOK-Umsatzvolumen von insgesamt rund fünf Milliarden Euro. Die laufenden AOK-Verträge decken damit rund zwei Drittel des Generikamarktes ab. Die AOK-Gemeinschaft konnte 2015 1,5 Milliarden Euro durch Rabattverträge einsparen. Die gesetzlichen Krankenkassen insgesamt 3,6 Milliarden Euro.

Mehr Informationen hier

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news-26 Tue, 26 Apr 2016 00:00:00 +0200 AOK Baden-Württemberg: https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-baden-wuerttemberg-1.html Pflegestrukturen im Land gemeinsam gestalten Mit den Pflegestärkungsgesetzen (PSG) I und II hat der Gesetzgeber veränderte Rahmenbedingungen für alle Beteiligten geschaffen. Jetzt gilt es, die Pflegeprozesse anzupassen, neu zu ordnen und gezielt integriert vorzugehen. „Die Pflege wird sozusagen ein ganzes Stück weit neu erfunden, braucht die öffentliche Hand, Krankenkassen und die rund 1100 Kommunen im Land, die gemeinsam handeln und zukunftsfähige Strukturen schaffen“, so der Vorstandsvorsitzende der größten Kranken- und Pflegekasse im Südwesten, Dr. Christopher Hermann, am Dienstag (26.04.2016) anlässlich der Messe „Pflege Plus“ in Stuttgart. Vor dem Hintergrund aktueller Prognosen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg, wonach die Zahl der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2030 um 35 Prozent steigen würde, käme es besonders auf das konzertierte Vorgehen an.

Konsequent am Pflegebedürftigen orientierte Angebote gäbe es schon heute. Als Beispiel führt Hermann ein innovatives Konzept zur Weiterentwicklung der medizinischen ambulanten Versorgung im ländlichen Raum innerhalb der Hausarztzentrierten Versorgung an, die auch positiv auf die Pflegeinfrastruktur wirkt: Mit den VERAH (Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis) unterstützen über 1800 Fachkräfte mit 440 VERAHmobilen ältere Menschen in ihrem Zuhause.

Als weiteres Beispiel für integriertes Vorgehen nennt der AOK-Chef die derzeit 51 Pflegestützpunkte, mit denen das Land gut versorgt sei, und die unter verbindlichen Qualitätsaspekten bis 2018 auf 72 ausgebaut werden sollen. „Zusammen mit den Außenstellen in den Landkreisen sind es jetzt bereits 112 Stellen, an denen Experten über die Pflegeangebote in Baden-Württemberg beraten,“ betont Hermann. Dieses Angebot an Ratsuchende im Land könne beispielgebend für andere Bundesländer sein, so Hermann, der die Pflegezukunft vor Augen hat: Das sei zukunftsweisend und zeige, wie gemeinsam erfolgreich Strukturen für die vor uns liegenden Herausforderungen geschaffen würden.

Zusatzinformation:

Die Leistungsausgaben für die Pflegeversicherung stiegen bei der AOK-Baden-Württemberg von 2009 bis 2014 um 33 Prozent von 1,19 auf 1,58 Milliarden Euro. Zur Finanzierung der Leistungsverbesserungen werden mit der zweiten Stufe der Pflegereform ab Januar 2017 die Beiträge zur Pflegeversicherung um 0,2 Prozentpunkte angehoben. Dadurch stehen der Pflegeversicherung bundesweit ab 2017 jährlich 2,5 Milliarden Euro mehr für dauerhafte Leistungsverbesserungen in der Pflege zur Verfügung.

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news-27 Thu, 21 Apr 2016 00:00:00 +0200 HPV-Impfquote trotz offizieller Empfehlung niedrig https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/hpv-impfquote-trotz-offizieller-empfehlung-niedrig.html Analyse der AOK Baden-Württemberg: Nur jede dritte 20-Jährige gegen Gebärmutterhalskrebs geimpft Die AOK Baden-Württemberg macht im Vorfeld der Europäischen Impfwoche vom 24. bis 30. April 2016 darauf aufmerksam, dass nur jede dritte 20-Jährige gegen Gebärmutterhalskrebs geimpft ist (37 Prozent). Dies zeigt eine aktuelle Analyse* der Versichertendaten der Gesundheitskasse. Auch bundesweit sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) weniger als die Hälfte der Mädchen in Deutschland geschützt. Damit wird die Standardimpfung – trotz offizieller Empfehlung – deutlich seltener durchgeführt als andere: Bei Mumps und Röteln liegt die Quote bei 92 Prozent (RKI). Mit einer Entscheidungshilfe will die AOK jungen Frauen und ihren Eltern dabei helfen, mögliche Vor- und Nachteile abzuwägen (www.aok-bw.de/hpv).

Rund 4.700 Frauen erkranken jährlich in Deutschland an Gebärmutterhalskrebs. 1.500 bis 1.600 Frauen sterben an der Krankheit (RKI). Für die Entdeckung, dass Gebärmutterhalskrebs durch eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) ausgelöst werden kann, erhielt Professor Harald zur Hausen 2008 den Nobelpreis. Laut Weltgesundheitsorganisation werden der Krebs und dessen Vorstufen in 70 Prozent der Fälle durch die Infektion mit jenen Viren ausgelöst, vor denen die Impfung schützt. Auch Rauchen ist ein entscheidender Risikofaktor für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs.

Die Übertragung der Viren geschieht am häufigsten beim Geschlechtsverkehr. Kondome schützen laut Aussage der Deutschen Krebsgesellschaft nur unzureichend. Eine Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr ist Bestandteil der Vorbeugung und wird in Deutschland für Mädchen und junge Frauen zwischen neun und 14 Jahren empfohlen. In mehr als 90 Prozent der Fälle ist die Impfung gegen jene HP-Viren erfolgreich, gegen die überhaupt geimpft werden kann. Wie viele Fälle von Gebärmutterhalskrebs durch die Impfung tatsächlich verhindert werden können, wird aber erst in einigen Jahren feststehen. Da es noch weitere HP-Viren gibt, die Gebärmutterhalskrebs auslösen können, ist es wichtig, auch nach einer Impfung die Krebsfrüherkennungstermine wahrzunehmen: Der sogenannte PAP-Abstrich wird jungen Frauen ab 20 Jahren einmal jährlich angeboten.

Die Impfstoffe werden als sicher und verträglich eingestuft. Dennoch kann es zu Nebenwirkungen wie beispielsweise Übelkeit, Fieber, Schwindel, Muskelschmerz oder Überempfindlichkeitsreaktionen (unter anderem mit Atemnot) kommen. Um seltene Nebenwirkungen und eventuelle Langzeitschäden zu entdecken, muss die Sicherheit der Impfung noch über viele Jahre weiter beobachtet werden. Die Entscheidungshilfe der AOK hilft dabei, mögliche Vor- und Nachteile der HPV-Impfung abzuwägen (www.aok-bw.de/hpv).

* Die Analyse wurde exemplarisch am Geburtsjahrgang 1996 durchgeführt. Dieser sollte laut STIKO-Impfempfehlung in den Jahren 2008-2014 gegen HPV geimpft werden. Von 2008-2014 waren bei der AOK Baden-Württemberg 10.595 junge Frauen des Geburtsahrganges 1996 durchgängig bei der AOK versichert. Davon haben 3.902 junge Frauen die letzte Impfdosis erhalten, sind also vollständig geimpft.

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news-28 Thu, 21 Apr 2016 00:00:00 +0200 14 Prozent mehr Unternehmen setzen auf Gesundheitsangebote in ihren Betrieben https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/14-prozent-mehr-unternehmen-setzen-auf-gesundheitsangebote-in-ihren-betrieben.html Die Unternehmen im Land setzen zunehmend auf Gesundheitsinformationen ihrer Beschäftigten. Nach einer Erhebung der AOK Baden-Württemberg haben sich im Jahr 2015 fast 1.900 Betriebe im Südwesten mit insgesamt 350.000 AOK-versicherten Beschäftigten in der betrieblichen Gesundheitsförderung engagiert. Das sind fast 14 Prozent mehr als im Vorjahr.

„Das Gesundheitsbewusstsein steigt, und das ist gut so. Denn das bestätigt die Linie der AOK Baden-Württemberg, die auf persönliche Beratung setzt“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg. „Allein bunte Broschüren zu Gesundheitsthemen zu verteilen, genügt nicht. Es braucht ein ‚Gesundheitserlebnis‘, wie wir es beispielsweise mit dem Programm ‚Lebe Balance‘ zur psychischen Gesundheit umsetzen.“ Laut AOK fanden 57 der 223 Lebe-Balance-Kurse im vergangenen Jahr in Betrieben statt. Neu konzipiert hat die AOK Baden-Württemberg das Seminar „Führung in Balance“. Es richtet sich an Führungskräfte und ist ein Weiterbildungsangebot zur gesundheitsgerechten Mitarbeiterführung.

Insgesamt bot die AOK Baden-Württemberg im Jahr 2015 rund 5.300 Präventionskurse an, die von fast 60.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern besucht wurden. In Baden-Württemberg investierte die AOK 2015 für jeden ihrer Versicherten durchschnittlich 5,53 Euro in Präventionsmaßnahmen.

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news-29 Tue, 19 Apr 2016 16:10:58 +0200 Gesundheitskurse in Unternehmen zunehmend gefragt: https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/gesundheitskurse-in-unternehmen-zunehmend-gefragt.html 2015 über 25.000 Teilnehmer mehr  

Die Unternehmen im Land setzen zunehmend auf Gesundheitskurse für ihre Beschäftigten.

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news-30 Tue, 12 Apr 2016 00:00:00 +0200 Pharmadialog: AOK Baden-Württemberg sieht eigene Rabattvertragspraxis bestätigt https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/pharmadialog-aok-baden-wuerttemberg-sieht-eigene-rabattvertragspraxis-bestaetigt.html Dialog muss auch mit Krankenkassen erfolgen Die am Dienstag (12.04.2016) in Berlin vorgestellten Ergebnisse des Pharmadialogs gehen laut AOK Baden-Württemberg beim Thema “Liefersicherheit innerhalb der Rabattverträge“ nur in Ansätzen in die richtige Richtung: „Dass kompetente Krankenkassen beim Pharmadialog nicht einbezogen wurden, ist die eine kritische Sache. Die andere ist, dass zwar im Ergebnispapier des Pharmadialogs die Liefersicherheit innerhalb der Arzneirabattverträge auftaucht, im Ergebnis aber ohne Substanz bleibt“, so der Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg und bundesweiter Verhandlungsführer der AOK-Arzneimittelrabattverträge, Dr. Christopher Hermann, am Dienstag (12.04.2016) in Stuttgart.

Die Vermeidung von Lieferengpässen im patentfreien Arzneimittelmarkt sei mit Blick auf die Versicherten im ureigensten Interesse der gesetzlichen Krankenkassen. Hermann: „Zunächst gilt es festzuhalten, dass durch temporäre Lieferengpässe eines einzelnen Anbieters keineswegs die Versorgung der Patientinnen und Patienten gefährdet wird.“ Zur Liefersicherheit trage eine ausreichende Vorlaufzeit bis zum jeweiligen Vertragsstart bei, der die Lieferfähigkeit des pharmazeutischen Unternehmens sicherstellt. Diese Vorlaufzeit werde in den AOK-Verträgen ausnahmslos garantiert. Das Ergebnispapier des Pharmadialogs bleibe hierzu mit einer allgemeinen Aussage zu einem „6-Monats-Vorlauf“ im Ungewissen.

„Das muss präzisiert werden. Entscheidend für mehr Sicherheit ist der Start der Vorlaufzeit. Die 6-Monats-Frist muss zum Zeitpunkt starten, wenn das Pharmaunternehmen über den Zuschlag im Ausschreibungsverfahren vorab von den Krankenkassen informiert wird“, so Hermann weiter. Damit bleibe den Unternehmen jeweils ausreichend Zeit zur Sicherstellung der Lieferfähigkeit zum Vertragsstart.

Für die AOK Baden-Württemberg ist es unerlässlich, dass Krankenkassen direkt in den Pharmadialog mit einzubeziehen sind. Dies ergebe sich allein aus der Tatsache des Vertragsgeschehens. Derzeit laufen bundesweit Verträge der AOK-Gemeinschaft für insgesamt 276 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen mit einem jährlichen AOK-Umsatzvolumen von insgesamt 5 Milliarden Euro (Stand: April 2016). „Hier geht es um gute Rahmenbedingungen durch die Politik, um Transparenz und vor allem darum, die Patientinnen und Patienten in den Mittelpunkt zu rücken, die ein Anrecht darauf haben, ihre Arznei auch stets zeitnah zu erhalten“, so Hermann weiter.

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news-31 Wed, 06 Apr 2016 00:00:00 +0200 Gesundes Kinzigtal: Erfolgreicher Vertrag mit AOK wird fortgeführt https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/gesundes-kinzigtal-erfolgreicher-vertrag-mit-aok-wird-fortgefuehrt.html Neu: Mehr Koordination durch Harmonisierung der Selektivverträge und mehr Gestaltungsspielräume durch Budgetübernahme Die AOK Baden-Württemberg und die Managementgesellschaft Gesundes Kinzigtal GmbH haben sich auf die Fortführung des erfolgreichen Vertrags zur Integrierten Versorgung geeinigt. Der neue und unbefristete Vertrag gilt mit Wirkung zum 1. Januar 2016. Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg: „Gesundes Kinzigtal ist erfolgreich in der Region. Wir wollen es fortsetzen, weil unsere Versicherten von den umfangreichen und zusätzlichen Angeboten unserer Vertragspartner und der besseren Versorgungssteuerung profitieren.“ Die wissenschaftliche Begleitforschung zeigt, dass für die AOK-Versicherten im Kinzigtal die Über- und Unterversorgung reduziert und die Ergebnisqualität verbessert werden konnte.

Neu an dem Vertrag ist zum einen die für 2017 vorgesehene Vollbereinigung der vertragsärztlichen Vergütung und zum anderen die Harmonisierung mit den laufenden Verträgen zum AOK-HausarztProgramm, der sogenannten hausarztzentrierten Versorgung (HZV), und zum AOK-FacharztProgramm. „Mit diesen Neuerungen wollen wir sowohl den Patientennutzen durch eine vertragsübergreifend koordinierte Steuerung als auch die Wirtschaftlichkeit der Integrierten Versorgung weiter verbessern“, sagt Helmut Hildebrandt, Vorstand der OptiMedis AG und Geschäftsführer der Gesundes Kinzigtal GmbH.

Neu: Vollbereinigung und Harmonisierung der Integrierten Versorgung mit AOK-Haus- und AOK-FacharztProgramm

Die Vertragspartner haben vereinbart, ab 2017 die vertragsärztlichen Leistungen und das entsprechende Budget für die eingeschriebenen AOK-Versicherten vollumfänglich an die Managementgesellschaft auszugliedern. Gesundes Kinzigtal kann dann auch die Vergütungsstruktur für die kooperierenden Vertragsärzte und Psychotherapeuten selbst bestimmen. „Wir können und wollen die zukünftige Vergütung in Richtung weniger Bürokratie, mehr Pauschalen und mehr Prävention weiterentwickeln“, sagt Martin Wetzel, Facharzt für Allgemeinmedizin und Vorsitzender des Medizinischen Qualitätsnetzes Ärzteinitiative Kinzigtal e. V., das Mitgesellschafter der Managementgesellschaft ist. Das vertragsärztliche Budget im Kinzigtal wird alle budgetierten Leistungen innerhalb der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung sowie alle nicht budgetierten Einzelleistungen umfassen. Errechnet wird dieses auf der Grundlage der vier vorangegangenen Quartale. „Die seit 2005 praktizierte Budgetverantwortung für die AOK-Versicherten bleibt davon unberührt und bildet weiterhin die Grundlage für unser Modell zur Bemessung des Deckungsbeitrags“, betont Hildebrandt. Das Konzept zur Ermittlung des Deckungsbeitrags basiert auf einem versichertenindividuellen Norm-Ist-Kosten-Vergleich aller AOK-Versicherten in der Region Kinzigtal.

Des Weiteren werden die AOK-weit bestehenden Selektivverträge eingebunden. Der Vertrag zur Integrierten Versorgung im Kinzigtal und die Hausarzt- und Facharztverträge der AOK Baden-Württemberg schließen sich nicht mehr aus. Die Versicherten der AOK im Kinzigtal können sich parallel sowohl in die Integrierte Versorgung als auch in die Haus- und Facharztprogramme einschreiben. Dadurch wird die Steuerungs- und Koordinationsfunktion der Vertragsärzte im Kinzigtal noch weiter gestärkt.

Vertrag umfasst bewährte Versorgungselemente

Der neue Vertrag umfasst weiterhin die bewährten und umfangreichen Versorgungsleistungen wie sektorübergreifendes Versorgungsmanagement, Case Management, verhaltens- und verhältnisbezogene Prävention und Gesundheitsförderung, Förderung der Gesundheitsbildung der Versicherten (health literacy) sowie Zielvereinbarungen zwischen Arzt und Patient. Hiervon profitieren vor allem chronisch kranke und ältere Versicherte. Die Versorgungsqualität wird durch besondere vertragliche Anforderungen an ein umfassendes Qualitätsmanagement auf hohem Niveau sichergestellt.

Über die Gesundes Kinzigtal GmbH:

Die Gesundes Kinzigtal GmbH ist eine Gemeinschaftsgründung der OptiMedis AG und des Medizinischen Qualitätsnetzes Ärzteinitiative Kinzigtal e.V. (MQNK). Sie koordiniert und steuert die medizinische Gesamtversorgung für 33.000 Versicherte der Region Kinzigtal, für alle medizinischen Diagnosen und über alle Leistungserbringer hinweg. Grundlage ist ein im Jahr 2005 mit der AOK Baden-Württemberg geschlossener Vertrag zur Integrierten Versorgung. Diesem Vertrag hat sich die SVLFG (vormals LKK Baden-Württemberg) ein Jahr später angeschlossen.

Weitere Informationen unter www.gesundes-kinzigtal.de.

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news-32 Fri, 01 Apr 2016 00:00:00 +0200 Arzneimittelrabattverträge https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/arzneimittelrabattvertraege.html AOK Baden-Württemberg entlastet Versicherte um 32 Millionen Euro - Jetzt zwei neue Verträge gestartet Durch Arzneirabattverträge hat die AOK Baden-Württemberg im vergangenen Jahr knapp 207 Millionen Euro bei ihren Ausgaben einsparen können. „Diese Einsparungen tragen wesentlich zum erwarteten Rechnungsergebnis 2015 der AOK Baden-Württemberg mit einem Plus von 147 Millionen Euro bei. Wir können damit nicht nur die diesjährige Ausgabensteigerung abfedern, sondern auch weiterhin in den Ausbau der Versorgungsstrukturen investieren“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg und Verhandlungsführer für die bundesweiten Arzneimittelrabattverträge des AOK-Systems, am Freitag (01.04.2016) in Stuttgart.

Von den Einsparungen gebe die AOK Baden-Württemberg einen gehörigen Teil durch Zuzahlungsbefreiungen an Versicherte, die in der alternativen Regelversorgung der Hausarzt- und der Facharztverträge eingeschrieben sind, zurück. Hermann: „Diese Entlastung für unsere Versicherten machte vergangenes Jahr insgesamt 32 Millionen Euro aus.“

Zwei neue Vertragstranchen schließen an die Ende März ausgelaufenen Verträge der Tranche „AOK XII“ aus dem Jahr 2014 an. „AOK XV“ und „AOK XVI“ haben eine Laufzeit von jeweils zwei Jahren und beinhalten Verträge über zusammen 106 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen. „Bei den beiden neuen Verträgen sind auch wieder neue Wirkstoffe hinzu gekommen, die zwischenzeitlich patentfrei geworden sind und zu denen lebhafter Wettbewerb besteht. Dazu gehören zum Beispiel das Neuroleptikum Aripiprazol und das Herzmedikament Eplerenon“, erläuterte Hermann.

Die zum 1. April 2016 startenden Rabattverträge:

AOK XV:

• Laufzeit: 1. April 2016 bis 31. März 2018

• Verträge über 103 Wirkstoffe/Wirkstoffkombinationen in 105 Fachlosen (19 im Mehrpartnermodell vergeben)

• 45 Pharmaunternehmen/Bietergemeinschaften

• AOK-Umsatzvolumen: 1,9 Milliarden Euro

AOK XVI:

• Laufzeit: 1. April 2016 bis 31. März 2018

• Verträge über drei Wirkstoffe (alle im Mehrpartnermodell vergeben)

• 10 Pharmaunternehmen/Bietergemeinschaften

• AOK-Umsatzvolumen: 150 Millionen Euro

Die Rabattverträge für patentfreie Arzneimittel ermöglichen Einsparungen ohne Verlust an Qualität in der Arzneimittelversorgung. Das eingesparte Geld steht zum Beispiel für innovative Versorgungsformen zur Verfügung. Die Rabattverträge haben den Wettbewerb im Bereich des Generikamarktes deutlich in Schwung gebracht. Die laufenden AOK-Verträge decken rund zwei Drittel dieses Marktes ab. Sie umfassen alle markt- und ausgabenrelevanten Wirkstoffe. Aktuell laufen Verträge für 276 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen mit einem jährlichen AOK-Umsatzvolumen von insgesamt rund fünf Milliarden Euro (Stand April 2016).

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news-33 Tue, 15 Mar 2016 00:00:00 +0100 Gesunde Bandscheiben: https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/gesunde-bandscheiben.html Laufen und Liegen halten unsere Stoßdämpfer fit Der wunde Punkt bei vielen Deutschen ist der Rücken: Er nimmt uns krumm, dass wir rund sieben Stunden pro Tag sitzen – im Büro, im Auto, auf dem Sofa. Darin sind die Deutschen Weltmeister. Die Folge: Die Muskeln verspannen, die Bandscheiben trocknen quasi aus, vor allem bei langem Sitzen und Bewegungsmangel. Bei rund 85 von 100 Rückenschmerzpatienten ist daher mehr Bewegung und „Leben in Balance“ oft die beste Medizin, weil Muskeln und Bandscheiben dadurch gestärkt werden.

Um zu verstehen, warum Bewegung für den Rücken so wichtig ist, muss man wissen, wie die Wirbelsäule aufgebaut ist: 24 Wirbel, 23 Bandscheiben und rund 800 Muskelfasern machen den Rücken beweglich. Die Bandscheiben wirken wie Stoßdämpfer. Sie verfügen über eine feste Hülle aus Knorpelfasern und einen gelartigen Kern. „Dieser Kern saugt sich wie ein Schwamm immer wieder mit Nährflüssigkeit voll, insbesondere im Liegen. Wird die Wirbelsäule belastet, drückt das die Flüssigkeit heraus“, erläutert der Orthopäde Prof. Marcus Schiltenwolf von der Universitätsklinik in Heidelberg. Rhythmische Belastungen wie zum Beispiel Gehen oder Laufen sorgen dafür, dass sich die Bandscheiben zwischendurch immer wieder auffüllen. Einseitige Belastungen hingegen wie Sitzen oder Stehen lassen sie förmlich austrocknen. Schon kleine Veränderungen im Alltag wirken sich positiv auf die Rückengesundheit aus: Wer beim Telefonieren auf und ab geht, statt eine Mail zu schicken, beim Kollegen zwei Zimmer weiter vorbeischaut und Treppensteigen dem Aufzug vorzieht, hat schon eine Menge gewonnen. Noch besser ist es, in der Mittagspause eine Runde im Park zu drehen oder zusätzliche Bewegungseinheiten einzubauen. Ob Schwimmen, Gehen, Laufen oder Tanzen – erlaubt ist, was Spaß macht.

Rückenprobleme sind in Deutschland fast so häufig wie Erkältungskrankheiten. Nahezu jeder zweite Berufstätige klagt hin und wieder darüber. 2014 waren knapp 350.000 Versicherte der AOK Baden-Württemberg deshalb beim Arzt, Frauen etwas häufiger als Männer. Rund 200.000 davon klagten über sogenannten unspezifischen Rückenschmerz, bei dem sich keine klare Ursache finden lässt. Selbst ein Bandscheibenvorfall verursacht häufig keine Schmerzen. Untersuchungen zeigen, dass bei etwa jedem zweiten Menschen Veränderungen der Bandscheiben sichtbar sind. Die meisten machen nie Beschwerden. „Setzen wir Bildgebung ein, finden wir meist etwas. Patienten macht das Angst. Sie fürchten, diesen sichtbaren Schaden durch Bewegung zu verschlimmern. Das ist im Umgang mit Schmerzen nicht hilfreich“, betont Prof. Schiltenwolf. Was man auch wissen sollte: Eine Operation wirkt nur nachhaltig gegen Rückenschmerz, wenn sie die Ursache tatsächlich beseitigt. Andernfalls kommen die Schmerzen oft wieder. Wirklich notwendig ist sie bei etwa 1 von 100 Rückenschmerz-Patienten, meist nach Unfällen.

Unspezifische Rückenschmerzen rühren oft auch daher, dass sich Beruf und Familie nur schlecht vereinbaren lassen. Weil die Betroffenen das Gefühl haben, weder Job noch Familie gerecht zu werden, nehmen sie sich weniger Zeit für sich: die Bewegung bleibt auf der Strecke. Schon das setzt dem Rücken zu. So waren 2014 knapp 140.000 der AOK-Versicherten mit unspezifischem Rückenschmerz zwischen 20 und 64 Jahren alt. Besonders häufig klagten Menschen im Alter zwischen 50 und 55 Jahren über diese Art von Kreuzschmerz (rund 23.000). „Wenn man Stress hat, macht man sich klein, spannt die Muskeln an. Wenn man die nicht regelmäßig wieder entspannt, ist die Gefahr groß, dass Schmerzen entstehen“, erläutert der Experte. Schmerzmittel und Spritzen können zwar kurzfristig Abhilfe schaffen. Auf die Ursachen hat das aber keinen Einfluss. „Wichtig ist es, nach einer Blockade möglichst schnell wieder in Bewegung zu kommen“, rät der Experte. Der Patient selbst ist gefordert, muss wieder Gespür für seinen Körper entwickeln und Geduld haben. „Insbesondere hinter chronischem Rückenschmerz steckt fast nie ein körperliches Problem. Deshalb sollte nicht nur aus Sicht des Orthopäden nach den Ursachen gesucht werden“, betont Prof. Schiltenwolf. Der Facharztvertrag schafft die Möglichkeit, dass Ärzte und Therapeuten verschiedener Fachrichtungen in der Fallkonferenz Rückenschmerz gemeinsam den Patienten betrachten und über die Therapie beraten.

Langfristig gesehen sind kräftige Muskeln das A und O für den Halteapparat. „Um die zu bekommen, muss man mit seinem Körper arbeiten, sich bewegen“, betont Prof. Schiltenwolf. Damit auch die Last auf unseren Schultern nachlässt, sollte man die eigene Situation genau vergegenwärtigen: Gibt es Probleme im Beruf? Schwierigkeiten mit den Kindern? „Diesen Zusammenhang sehen Patienten oft nicht. Da sind wir Ärzte gefordert. Wir müssen die Betroffenen immer wieder motivieren, sich zu bewegen. Und sie ermuntern, an ihrer Situation etwas zu verändern“, so der Fachmann. Wer einmal Rückenschmerzen hatte, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit irgendwann wieder davon geplagt. „Deshalb sollten wir die Patienten auch dazu anleiten, mit den Schmerzen zu leben“, fügt er hinzu. Wie das gelingen kann, bekommen die 539 Orthopäden, die am Facharztvertrag Orthopädie der AOK Baden-Württemberg teilnehmen, in einer Fortbildung ganz praktisch vermittelt.

Mehr Bewegung im Alltag beugt Rückenschmerz effektiv vor. Bei Übergewicht abzunehmen, entlastet die Wirbelsäule. Wer die Gruppe als Unterstützung braucht, ist in den Sportvereinen vor Ort oder bei den Gesundheitsangeboten der AOK gut aufgehoben. Patienten im Facharztprogramm Orthopädie werden bei Bedarf vom AOK-Präventionsberater individuell zu den AOK-Gesundheitsangeboten beraten. Speziell auf Rückenschmerz-Patienten zugeschnitten ist das „AOK-Rückenkonzept“, ein wissenschaftlich validiertes Rückentraining an Geräten, welches an 46 Standorten in Baden-Württemberg angeboten wird. Wie gut das ankommt, zeigt eine Teilnehmerbefragung: Knapp 9 von 10 Befragten schätzen den Nutzen als hoch ein, 82 Prozent würden erneut teilnehmen und fast alle haben während des Trainings Übungen für zu Hause kennengelernt, die von 42 Prozent auch regelmäßig durchgeführt werden. Das Angebot im Bereich Rückengesundheit umfasst darüber hinaus Rückentraining, Functional Fitness, Nordic Walking, Gewichtsreduktion, Pilates, Yoga, Entspannungsübungen, Autogenes Training, Krafttraining und Anti-Stress-Programme.

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news-34 Wed, 02 Mar 2016 00:00:00 +0100 Starker Anstieg bei Atemwegserkrankungen https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/starker-anstieg-bei-atemwegserkrankungen.html AOK Baden-Württemberg: Krankenstand steigt von 4,9 auf 5,1 Prozent In Baden-Württemberg haben die krankheitsbedingten Fehlzeiten im letzten Jahr erneut leicht zugenommen, wie eine aktuelle Auswertung der AOK Baden-Württemberg zeigt. Der Krankenstand stieg bei den mehr als 2,1 Millionen AOK-versicherten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Baden-Württemberg im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr von 4,9 auf 5,1 Prozent (bundesweit: 5,3 Prozent). Für die Zunahme der Fehlzeiten im vergangenen Jahr sind insbesondere Atemwegserkrankungen verantwortlich, die um 20 Prozent zugenommen haben. Fast jeder Dritte war aufgrund dieser Diagnose mindestens einmal im Jahr krankgeschrieben – andere Krankheitsarten dagegen waren mehrheitlich rückläufig.

Im Durchschnitt waren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aufgrund von Atemwegserkrankungen 6,2 Tage krank geschrieben (bundesweit 6,6 Tage). Besonders die „Akuten Infektionen der oberen Atemwege“, also die klassische Erkältung, haben den Krankenstand nach oben getrieben. „2015 ist die Erkältungswelle in Baden-Württemberg vor allem in den ersten drei Monaten des Jahres aufgetreten“, sagt PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg. „Speziell im Februar gab es besonders viele erkältungsbedingte Krankschreibungen – der Wert lag in diesem Monat fast 98 Prozent über dem durchschnittlichen Wert der zehn Vorjahre.“ Typische Symptome einer Erkältung sind Husten, Schnupfen, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen.

Entfielen im Jahr 2014 aufgrund einer akuten Infektion der oberen Atemwege rein rechnerisch auf 100 AOK-Mitglieder in Baden-Württemberg 32 Arbeitsunfähigkeitsfälle, so waren es 2015 bereits 39,4 Fälle – eine Steigerung um 23 Prozent. Die Fallzahlen sind damit höher als jemals zuvor in den vergangenen zehn Jahren. Auf Grippeviren waren hingegen nur 3,5 Fälle je 100 Mitglieder zurückzuführen. Auffallend ist, dass vor allem Arbeitnehmer betroffen sind, die in ihren Berufen viel Kontakt mit Menschen haben, wie beispielsweise im Callcenter oder in der Kinderbetreuung und -erziehung.

Um einer Erkältung vorzubeugen, rät Dr. Sabine Knapstein: „Häufiges Händewaschen, regelmäßiges Lüften, gesunde Ernährung und Bewegung an der frischen Luft helfen dem Körper, eine Infektion abzuwehren. Auch Wechselduschen, Besuche in der Sauna und viel Schlaf stärken das Immunsystem. Auf Händeschütteln und Umarmungen sollte man während der Erkältungszeit dagegen eher verzichten. Auch Alkohol und Nikotin sollte man vermeiden, da sie das Immunsystem schwächen.“

Anmerkung für die Redaktionen:

Der Analyse liegen die Daten von mehr als 2,1 Millionen AOK-versicherten Arbeitnehmern in Baden-Württemberg zugrunde (bundesweit knapp 12 Millionen), die 2015 in fast 280.000 Betrieben (bundesweit 1,5 Millionen Betrieben) beschäftigt waren.

Der Krankenstand beschreibt die Arbeitsunfähigkeitstage im Kalenderjahr. So bedeutet dies für 2015, dass im Durchschnitt jedes AOK-Mitglied in Baden-Württemberg rund 19 Tage (5,1 Prozent der 365 Tage) arbeitsunfähig war.

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news-35 Wed, 02 Mar 2016 00:00:00 +0100 Landtagswahl 2016: https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/landtagswahl-2016.html AOK Baden-Württemberg stellt „Agenda Gesundheit“ vor Mit der „Agenda Gesundheit konkret“ stellt die AOK Baden-Württemberg ihre gesundheitspolitischen Forderungen an die neue Landesregierung vor. Zentrale Frage ist, wie das Gesundheitssystem heute gestaltet werden muss, um künftige Herausforderungen zu meistern. Bundesgesetze enthalten viele Bestimmungen, deren Details auf Landesebene zu regeln sind. Diese Spielräume sollten so genutzt werden, dass die Versorgungsstruktur in Baden-Württemberg die Herausforderungen der Zukunft antizipiert und berücksichtigt. Angesichts von Über-, Unter- und Fehlversorgung insbesondere im Krankenhausbereich brauche es Mut zur Veränderung. Herausforderungen sieht die AOK Baden-Württemberg im demografischen Wandel, in der wachsenden Multimorbidität und der Landflucht. Die Digitalisierung des Gesundheitswesens könne die negativen Folgen zum Teil kompensieren. Die Politik müsse dabei die Chancen neuer Technologien nutzen.

Die AOK Baden-Württemberg hat sich schon lange dem Ziel einer qualitativ hochwertigen Versorgung verschrieben und fordert die Politik dazu auf, das Thema Qualität ganz weit oben auf die politische Agenda zu setzen. Hier bietet sich mit der Umsetzung des Krankenhausstrukturgesetzes im Land die Chance, die Krankenhausplanung neu auszurichten, wenn alle Beteiligten konstruktiv und anhand von Qualitätskriterien zusammenarbeiten.

Qualität als wesentlichen Maßstab eines Krankenhauses zu machen, würde durch Zu- bzw. Abschläge dazu führen, die Krankenhauslandschaft zu verändern. Darüber hinaus bietet der Strukturfonds in Höhe von insgesamt einer Milliarde Euro, eine halbe Milliarde davon aus Beitragsgeldern, die Chance, ineffiziente Strukturen abzubauen.

Mit den beiden Pflegestärkungsgesetzen (PSG I und II) hat der Gesetzgeber Reformen verabschiedet, die die Versorgungssituation der Pflegebedürftigen verbessern können. So sorgt der mit dem PSG II eingeführte neue Pflegebedürftigkeitsbegriff künftig dafür, dass Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz genauso von den Leistungen der Pflegeversicherung profitieren wie Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Gut sei ebenfalls, dass pflegende Angehörige aufgrund des PSG I mehr Unterstützung erhalten. Auf Landesebene kann viel unternommen werden, um Familien in solchen Situationen weiterzuhelfen. Die AOK Baden-Württemberg ist hier seit Langem aktiv. Sie hilft Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen unter anderem mit eigenen kompetenten Pflegeberatern, Ratgebern, Foren, Service-Chats, einer Pflegedienst- und einer Pflegeheimsuche.

Die Zukunft der hausärztlichen Versorgung ist eines der wichtigsten gesundheitspolitischen Themen. Einigkeit bestehe darüber, dass das Berufsbild des Hausarztes aufgewertet werden muss, um für ausreichend Nachwuchs zu sorgen. Direktverträge zwischen Kassen und Ärzten tragen dazu bei. In Baden-Württemberg beteiligen sich fast 4.000 Haus- sowie Kinder- und Jugendärzte am AOK-HausarztProgramm. 1,4 Millionen eingeschriebene Versicherte profitieren davon, dass Hausärzte die Rolle des Lotsen im Gesundheitswesen übernehmen. Auch schließt die AOK mit Fachärzten Direktverträge ab. Ein Ziel: Unnötige Arztbesuche und Klinikeinweisungen vermeiden. Die bessere Vernetzung der Mediziner untereinander sowie eine wirtschaftlichere Arzneimittelversorgung sind weitere zentrale Ansatzpunkte dieser Verträge. Das auf Bundesebene in Kraft getretene Versorgungsstärkungsgesetz hat Direktverträge zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern auf eine neue gesetzliche Grundlage gestellt. Wichtig ist, dass bestehende Verträge fortgeführt werden können.

Ein wichtiges Thema ist die Versorgung von Flüchtlingen. Während diese in anderen Bundesländern eine elektronische Gesundheitskarte erhalten, hat die baden-württembergische Landesregierung noch keine entsprechende Vereinbarung auf den Weg gebracht. Dabei würde eine solche Lösung für Flüchtlinge, Ärzte und Kommunen eine Erleichterung bedeuten und den Bürokratieaufwand verringern. Als größte Krankenkasse im Land sieht es die AOK als eine humanitäre Pflicht, die Versorgung von Flüchtlingen möglichst bald zu verbessern.

Agenda Gesundheit Konkret

Hinweis für die Redaktionen:

Eine PDF-Datei der „Agenda Gesundheit“ ist an diese Pressemitteilung angehängt. Ihre Bestellung für Druckexemplare der „Agenda Gesundheit“ senden Sie bitte an presse@bw.aok.de.

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news-36 Thu, 25 Feb 2016 00:00:00 +0100 AOK-Selektivverträge in Baden-Württemberg: https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-selektivvertraege-in-baden-wuerttemberg.html Jeder fünfte Euro kommt der alternativen Regelversorgung zugute Hausarzt- und Facharztverträge sind in Baden-Württemberg eine fest etablierte Alternative zur KV-Regelversorgung. Auch für 2015 legten die Selektivverträge von AOK, Bosch BKK und Arztverbänden (MEDI Baden-Württemberg, Hausärzteverband, fachärztliche Berufsverbände) bei teilnehmenden Versicherten, Ärzten sowie der Honorarentwicklung deutlich zu: Bei der AOK Baden-Württemberg flossen im letzten Jahr bereits mehr als ein Fünftel der Ausgaben für die ambulante ärztliche Versorgung in die Selektivverträge. Derzeit verhandeln die Vertragspartner einen neuen Vertrag mit den Urologen sowie ein Rheumatologiemodul, das den bestehenden Orthopädievertrag ergänzt. Und mit Spannung erwarten die Vertragspartner in Baden-Württemberg die neuen Ergebnisse der dritten wissenschaftlichen Auswertung des AOK-Hausarztvertrages. Sie sollen am 15. Juni 2016 in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Das Honorarvolumen in der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) ist bei der AOK Baden-Württemberg im vergangenen Jahr um gut neun Prozent auf knapp 377 Millionen Euro gestiegen (+ 9,2 %). Im gemeinsamen FacharztProgramm mit der Bosch BKK stiegen die Vergütungen sogar um 25 Prozent auf rund 84 Millionen Euro. Das Gesamthonorarvolumen belief sich damit auf rund 461 Millionen Euro (+11,7 %). Die positive Entwicklung der Selektivverträge spiegelt sich auch in der Zahl teilnehmender Ärzte und Psychotherapeuten sowie eingeschriebener Versicherter wider: Ende 2015 nahmen insgesamt 5.380 Ärzte und Psychotherapeuten, davon 3.934 Haus- und Kinderärzte (+2,6 %) und 1.471 Fachärzte und Psychotherapeuten (+7,6 %) an den Selektivverträgen teil. Die Zahl der eingeschriebenen HZV-Versicherten stieg 2015 auf hohem Niveau weiter um 7,3 % auf insgesamt 1,361 Millionen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. In den Verträgen mit mittlerweile sechs Facharztgruppen nahm die Zahl der eingeschriebenen Versicherten von AOK und Bosch BKK 2015 um ein Drittel gegenüber dem Vorjahr zu. „Die vorliegenden Zahlen bestätigen uns auf unserem Weg einer umfassenden qualitätsorientierten ambulanten Versorgung. Seit 2011 ist der Vergütungsanteil der AOK-Selektivverträge an der ambulanten Versorgung bereits von rund 14 Prozent auf mittlerweile deutlich mehr als ein Fünftel angestiegen“, so der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg Dr. Christopher Hermann.

„Zu der positiven Entwicklung haben 2015 alle Facharztverträge beigetragen“, so Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI Baden-Württemberg und MEDI GENO Deutschland: „ Insbesondere der Orthopädievertrag als auch das Pädiatriemodul im HZV-Vertrag kommen sehr gut an, weil sie genau auf die regionalen Versorgungsbedürfnisse in Baden-Württemberg zugeschnitten sind. Den Praxen bieten sie mehr Planungssicherheit und eine bessere Bezahlung, während unsere Patienten insbesondere die strukturierte Vernetzung von Hausarzt- und Facharztpraxen schätzen.“Die Vertragspartner erwarten auch 2016 eine kontinuierliche Steigerung der Teilnahmezahlen – insbesondere durch zwei weitere Bausteine im FacharztProgramm, die derzeit in Verhandlung sind: der Urologie-Vertrag sowie das Zusatzmodul Rheumatologie im Orthopädievertrag.

Eine wesentliche Errungenschaft der HZV ist die Stärkung der koordinierenden Rolle des Hausarztes, so Dr. Berthold Dietsche, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg. Von den neuen Ergebnissen der mittlerweile seit fünf Jahren laufenden wissenschaftlichen HZV-Evaluation erwarte er zu dieser Fragestellung und zum Zusammenspiel mit den Fachärzten neue Erkenntnisse, die die Vorteile der Selektivverträge gegenüber der Regelversorgung in Zahlen und Fakten weiter untermauern.

Angesichts der hohen Zahl der teilnehmenden Hausärzte dürfe nach seiner Ansicht jedoch nicht vergessen werden, dass inzwischen jeder dritte Hausarzt in Baden-Württemberg älter als 60 Jahre ist und viele davon in nächster Zeit aus dem Berufsleben ausscheiden werden: Die Zahl der praktizierenden Hausärzte hat im Südwesten seit 2008 um rund acht Prozent abgenommen. Diese demographische Entwicklung mache auch vor der HZV nicht halt, erklärt Dietsche: „2016 wird es deshalb erstmalig zu einem leichten Rückgang bei der Zahl der eingeschriebenen Hausärzte kommen.“

Positiv bewertet er einen anderen Trend. In den HZV-Praxen steigt erfreulicherweise die Zahl der angestellten Ärztinnen und Ärzte kontinuierlich, was in den offiziellen Vertragsstatistiken noch gar nicht zum Ausdruck kommt. „Neben der HZV als wichtige Errungenschaft zur Aufwertung des Hausarztberufes sind verstärkt weitere gemeinsame Anstrengungen nötig, um den absehbar rückläufigen Hausarztzahlen wirksam zu begegnen“, so der Appell Dietsches.

Entwicklung des Hausarzt- und FacharztProgramms nach Fachgruppen1

1(FacharztProgramm seit 2013 inklusive Bosch BKK)

 

2008: HZV-Vertrag

2010: Kardiologie

2011: Gastroenterologie

2012: Psychotherapie

2013: Neurologie/Psychiatrie

2014: Orthopädie/Unfallchirurgie

2014: Kinder- und Jugendmedizin (Modul des HZV-Vertrages)

2016: in Verhandlung: Urologie/Rheumatologie

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news-37 Fri, 19 Feb 2016 00:00:00 +0100 Nach intensiven Verhandlungen steht Preis für Krankenhausversorgung 2016 fest https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/nach-intensiven-verhandlungen-steht-preis-fuer-krankenhausversorgung-2016-fest.html Krankenhäuser im Land erhalten 190 Millionen Euro mehr von den Krankenkassen Es geht um viel Geld, in diesem Jahr musste die Struktur der Krankenhausvergütung in Baden-Württemberg unter Beteiligung der Schiedsstelle festgesetzt werden: Insgesamt erhalten die Krankenhäuser im Land dieses Jahr 8,2 Milliarden Euro von den Krankenkassen. Allein die AOK Baden-Württemberg zahlt 85 Millionen Euro mehr als im vergangenen Jahr an die Krankenhäuser in Baden-Württemberg. „Im Ergebnis sind zwar hinterfragbare Kostensteigerungen eingerechnet, insgesamt geht der Abschluss aber in die richtige Richtung“, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. „Uns ist die finanzielle Schieflage mancher Krankenhäuser durchaus bewusst. Strukturelle Probleme in der Krankenhausversorgung in Baden-Württemberg sind aber nicht durch immer mehr Geld zu lösen. Was wir brauchen ist eine konsequente Umsetzung der mit dem Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) beabsichtigten Strukturreformen – hier sind jetzt alle gefordert: das Land, die Krankenhäuser und die Krankenkassen.“

Im Landesbasisfallwert sind Ausgleichszahlungen berücksichtigt worden, die als Einmaleffekt zu einer Absenkung führen. Diese Anpassung folgt bestehenden Vereinbarungen der einzelnen Krankenhäuser mit den Krankenkassen.

In den kommenden Jahren verändert sich durch das KHSG die Preisfindung deutlich. Hier haben die Krankenhäuser erhebliche zusätzliche Mittel in der politischen Diskussion durchgesetzt.

Im Rahmen der Strukturreform müssten Lösungen entwickelt werden, die effizient und wirtschaftlich seien und gleichzeitig die hohen Qualitätsstandards der Krankenhausversorgung sicher stellen.Hier sei auch der Wille der Krankenhausträger gefragt, über ihre eigene Region hinaus zu schauen und gute Lösungen für die Bevölkerung in Baden-Württemberg insgesamt zu finden. Auf Behauptungen, dass die Krankenhäuser in Baden-Württemberg besonders benachteiligt und dazu gezwungen seien, Personal abzubauen, entgegnet Hermann: „Über viele Jahre hinweg haben die Krankenhäuser in Baden-Württemberg einen weit höheren Preis für ihre Leistungen erhalten als Krankenhäuser in anderen Bundesländern. Dem entgegen stehen auf Dauer bundesdurchschnittliche Einnahmen der Krankenkassen – das kann nicht funktionieren.“

Die AOK fordert schon lange, dass die Krankenhausstrukturen zukunftsfähiger gestaltet werden, damit mehr Qualität in das System kommt und die Patienten profitieren. Den Strukturfonds, den die Bundesregierung mit dem Krankenhausstrukturgesetz verabschiedet hat, sieht Hermann als richtungsweisend. Die Länder würden in die finanzielle Mitverantwortung genommen und Investitionsentscheidungen würden erstmals im Einvernehmen mit den Krankenkassen getroffen. Auch die Krankenhäuser profitieren durch zusätzliche Finanzmittel: Über den Fonds können 2017 Mittel von bis zu 120 Millionen Euro für Baden-Württemberg abgerufen werden, um Krankenhausstrukturen zu verbessern. Voraussetzung für die Förderung ist, dass das Land mindestens 50 Prozent der Kosten übernimmt. „Wir erwarten, dass das Land Baden-Württemberg seiner finanziellen Mitverantwortung umfänglich nachkommt. Die Gelder müssen zwingend in sinnvolle Projekte, wie z. B. den Abbau von teuren Doppelstrukturen investiert werden“, so Hermann weiter.

Anmerkung für die Redaktionen:

Der zahlbare Landesbasisfallwert mit Ausgleichen wird nach Genehmigung des Beschlusses um rund 1,4 Prozent von 3226,64 Euro auf 3272,21 Euro erhöht. Auf ihm beruhen die sogenannten Fallpauschalen, die maßgeblich für die Abrechnungen sind. Dadurch erhalten die Krankenhäuser durchschnittlich mehr Geld pro Behandlung von allen Krankenkassen.

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news-38 Tue, 16 Feb 2016 00:00:00 +0100 AOK Baden-Württemberg schließt „Open-House-Verträge“ ab https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-baden-wuerttemberg-schliesst-open-house-vertraege-ab.html Wirtschaftlicher Einsatz von Blutzuckerteststreifen gesichert Auf dem Weg zu mehr Wirtschaftlichkeit bei der Versorgung mit Blutzuckerteststreifen hat die AOK Baden-Württemberg einen weiteren Schritt gemacht. Zu Beginn des Monats konnte sie mit LifeScan, Med Trust, Sanofi-Aventis und STADApharm Vereinbarungen schließen, die den Einsatz sämtlicher Teststreifen dieser Anbieter zu einem wirtschaftlichen Preis sicherstellt. Während der vierjährigen Vertragslaufzeit haben auch weitere Unternehmen die Möglichkeit, einen Vertrag mit der größten Krankenkasse in Baden-Württemberg zu schließen.

Seit längerem steigen die Ausgaben der AOK Baden-Württemberg für Blutzuckerteststreifen und erreichten im Jahr 2014 ein Rekordniveau von über 47 Millionen Euro. Für 2015 wird nach ersten eigenen Schätzungen diese Summe trotz weitgehend konstanter Zahl insulinpflichtiger Diabetiker nochmals übertroffen.

Mit den neuen Verträgen stellt die AOK Baden-Württemberg den Ärztinnen und Ärzten weitere wirtschaftliche Optionen bei der Verordnung von Blutzuckerteststreifen zur Verfügung. Für die Versicherten ändert sich nichts: Sie erhalten die Teststreifen nach wie vor ohne Mehrpreis. Grundsätzlich gilt für die Ärzte, zunächst den patientenindividuellen Bedarf an Teststreifen zu ermitteln und regelmäßig zu überprüfen. Benötigt ein Patient planbar größere Mengen an Teststreifen zur Blutzuckermessung, sollte der gesamte Quartalsbedarf auf einem Rezept verordnet werden.

Die AOK Baden-Württemberg hat den Abschluss der neuen Verträge zum Anlass genommen, auch allgemeine Informationen zur wirtschaftlichen Verordnungsweise von Blutzuckerteststreifen online zu stellen und die verordnenden Ärzte vor Vertragsstart entsprechend informiert.

Information zur wirtschaftlichen Verordnung von Blutzuckerstreifen

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news-39 Mon, 08 Feb 2016 00:00:00 +0100 Kinder kochen kulinarisch https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/kinder-kochen-kulinarisch.html AOK-Kochwettbewerb für Kinder und Jugendliche auf der Slow Food Messe 2016 Bei der Slow Food Messe vom 31. März bis zum 3. April 2016 in Stuttgart können junge Küchenprofis zeigen, dass sie auf gesunde Ernährung mit frischen Produkten setzen und dass Kochen Spaß macht. Den Rahmen dafür bietet der AOK-Kochwettbewerb für Kinder und Jugendliche von 10 bis 18 Jahren, der über alle vier Messetage läuft. Die AOK Baden-Württemberg richtet den Wettbewerb zum 10. Mal in Kooperation mit Slow Food Deutschland e. V. aus.

Jeweils zwei Dreier-Teams treten gegeneinander an und werden in etwa 45 Minuten (plus Vorbereitungszeit) ein Gericht zubereiten, das eine Jury aus Ernährungsexperten und Meisterköchen nach vorher bekannten Kriterien bewertet. Die wichtigsten Vorgaben: Die Zutaten sollen für eine gesunde und auf Nachhaltigkeit bedachte Ernährung stehen und daher möglichst frisch sein, aus der Region kommen und in die Jahreszeit passen. „Wenn sich Kinder schon früh in einer Küche wohl fühlen, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie zu gesunden Essgewohnheiten finden. Uns ist es wichtig, ihnen von klein auf das Wissen und gemeinsam mit unseren Partnern das praktische Können zu vermitteln, das sie für einen gesunden Lebensstil benötigen“, erläutert Jutta Ommer-Hohl, Leiterin des Fachbereichs Gesundheitsförderung/Betriebliches Gesundheitsmanagement bei der AOK Baden-Württemberg, die Hintergründe der Aktion.

Am Wettbewerb, der drei Altersgruppen anspricht, können 20 Teams teilnehmen. Jedes Team kocht um eine Gold-, Silber- oder Bronzemedaille. Bereits bei der Bewerbung sind die Rezeptideen der Juniorköche gefragt. Eine fachkundige Jury trifft die Auswahl der Teams, die dann beim Wettbewerb auf der Messe im Rampenlicht stehen. Bewerbungsschluss ist am 19. Februar 2016. Alle Informationen und die Anmeldeunterlagen zum Wettbewerb gibt es unter www.aok-bw.de/kochwettbewerb.

Neben dem Wettbewerb für Kinder und Jugendliche ist die AOK auch mit zwei Kochshows auf der Slow Food Messe präsent. „Achtsam kochen – mit allen Sinnen genießen“ ist die Aufgabe, der sich Profi-Koch Guy Graessel am 31. März stellt, und am 2. April führt die Stabhochspringerin Marie Sophie Hindermann „Gesundes Snacking für Freizeitsportler“ vor.

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news-40 Thu, 04 Feb 2016 00:00:00 +0100 AOKs schreiben Generika in Höhe von 1,1 Milliarden Euro aus: https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aoks-schreiben-generika-in-hoehe-von-11-milliarden-euro-aus.html „Arzneimittelverträge sind weiterhin effizientestes Kostendämpfungsmittel“ Stuttgart/Berlin, 04.02.2016 Die AOK-Gemeinschaft hat jetzt im Europäischen Amtsblatt die Ausschreibung der 17. Tranche der bundesweiten Rabattverträge für Generika veröffentlicht. AOK XVII umfasst demnach 58 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen (59 Fachlose). Die Verträge lösen überwiegend die Kontrakte der Tranche AOK XIII ab. Sie sollen am 1. Oktober 2016 starten und bis zum 30. September 2018 laufen.

Die pharmazeutischen Unternehmen können bis zum 7. April 2016 Angebote für einzelne oder alle der acht regionalen Gebietslose abgeben. „Bei der Auswahl unserer Vertragspartner geht es beileibe nicht nur um den Preis, sondern insbesondere um eine sichere Versorgung unserer Versicherten. Die Zuverlässigkeit eines Unternehmens ist deshalb ein entscheidendes Auswahlkriterium“, sagte der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg und Verhandlungsführer für die bundesweiten AOK-Arzneimittelrabattverträge, Dr. Christopher Hermann, am Donnerstag in Stuttgart.

Vier Fachlose für besonders häufig verordnete Medikamente schreibt die AOK-Gemeinschaft in der neuen Runde im Drei-Partner-Modell aus. „Damit gehen wir in puncto Lieferfähigkeit absolut auf Nummer sicher“, betonte Hermann. Zu den Wirkstoffen, für die jeweils drei Partnerunternehmen gesucht werden, gehören der Blutdrucksenker Metoprolol und das Diabetes-Präparat Metformin. Insgesamt umfasst die neue Runde nach Darstellung Hermanns einen AOK-Umsatz von zuletzt rund 1,1 Milliarden Euro/Jahr.

„Es ist kein Geheimnis, dass die Pharmalobby nicht nur am Verfahren zur Nutzenbewertung neuer Medikamente sägt, sondern auch auf das vorzeitige Ende des gesetzlichen Herstellerrabatts und des Preismoratoriums drängt“, sagte Hermann mit Blick auf die vierte Runde des „Pharmadialogs“ der Bundesregierung. Allein der Wegfall des Preismoratoriums würde die Ausgaben der Krankenkassen aber voraussichtlich um mehr als drei Milliarden Euro jährlich in die Höhe treiben. „Deshalb bleiben die Arzneimittelverträge für die finanzielle Stabilität der gesetzlichen Krankenversicherung von zentraler Bedeutung“, so Hermann. „Während einzelne Pharmaunternehmen mit ihren Preisen für neu zugelassene Arzneimittel offenbar die Grenzen der Belastungsfähigkeit der Beitragszahler austesten wollen, sind unsere Verträge eine sichere Bank in puncto wirksamer Ausgabensteuerung.“

Die jüngsten Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums geben Hermann recht: Danach haben die Krankenkassen dank der Rabattverträge von Januar bis einschließlich September 2015 rund 2,54 Milliarden Euro weniger für Medikamente ausgeben müssen. Die Effekte der Verträge lagen damit nochmals 13 Prozent über denen der ersten drei Quartale 2014.

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Die Rabattverträge für Generika ermöglichen Einsparungen ohne Verlust an Qualität in der Arzneimittelversorgung. Das eingesparte Geld steht zum Beispiel für innovative Versorgungsformen zur Verfügung. Aktuell haben die elf AOKs in Deutschland gemeinsame Verträge für 278 generische Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen abgeschlossen. Die AOK-Verträge decken rund zwei Drittel des Generikamarktes und ein Umsatzvolumen von rund fünf Milliarden Euro ab.

Mehr Informationen zu den Arzneimittelrabattverträgen

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news-41 Fri, 29 Jan 2016 00:00:00 +0100 E-Health-Gesetz: Ein lernendes System https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/e-health-gesetz-ein-lernendes-system.html AOK Baden-Württemberg fordert rasche Umsetzung „Wir arbeiten daran, dass das E-Health-Gesetz ein Erfolg werden kann“, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Mit dem Jahr 2016 ist das seiner Ansicht nach längst überfällige Gesetz in seine Umsetzungsphase getreten: Ab Juli sollen Ärzte und Krankenkassen endlich mit der ersten Anwendung, dem Online-Abgleich der Versicherten-Stammdaten auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK), beginnen. Ein zielgerichteter Umgang mit dem Gesetz hat dabei für den AOK-Chef oberste Priorität: „Wir müssen das E-Health-Gesetz als lernendes System betrachten, dessen Schwachstellen sich nachbessern lassen.“

Bislang tauscht in der Bundesrepublik nicht mal jeder vierte Allgemeinmediziner Daten digital aus, wie Zahlen der EU-Kommission belegen. Zum Vergleich: In Dänemark sind es heute bereits mehr als 92 Prozent. In den Vorgaben des E-Health-Gesetzes (EHG) erkennt die AOK Baden-Württemberg die Chance, die Digitalisierung des Gesundheitswesens endlich voranzubringen. Das sei gerade in Baden-Württemberg wichtig, findet der AOK-Chef: „Das Land nimmt noch keine Spitzenposition in der Digitalisierung ein, und das ist für Baden-Württemberg untypisch.“ Dabei hat die AOK Baden-Württemberg bereits eine Vorreiterrolle übernommen: Im Rahmen der Haus- und Facharztverträge bietet die AOK Baden-Württemberg ihren Versicherten in der Region Heilbronn schon die elektronische Arzt-zu-Arzt-Kommunikation mit der Softwarelösung "ViViAN". Derzeit nehmen ca. 100 Haus- und Fachärzte sowie mehr als 4.000 AOK-Versicherte an diesem Piloten teil.

Noch sind Projekte wie "ViViAN" Insellösungen. Dem AOK-Vorstandschef geht es um eine flächendeckende Infrastruktur ohne Lücken: „Eine zukunftsorientierte Versorgung ohne digitale Anbindungen und ohne offene Schnittstellen ist nicht denkbar“. Deshalb komme es nun darauf an, die Erkenntnisse aus solchen Einzelprojekten für das Ziel der Vernetzung des Gesundheitswesens auch wirklich zu nutzen. Hermann: „Die Patientensicherheit hat bei allem Vorrang, und dennoch gehören nicht die Gefahren, sondern die Chancen ins Zentrum des Vorgehens. Das braucht umfassende Aufklärung und Beratung.“

Was Akzeptanzfragen betreffe, seien die Verbraucher schon einen guten Schritt weiter. Nach aktuellen Erkenntnissen des Sachverständigenrats für Verbraucherfragen*) würden gerade die Verbraucher dem Gesundheitswesen Neuentwicklungen abverlangen. In Deutschland hätten über vierzig Prozent mindestens eine App aus dem Gesundheits- oder Fitness-Spektrum installiert. Jeder Dritte könne sich zudem vorstellen, die so erhobenen Gesundheitsdaten mit der Krankenversicherung zu teilen.

Die AOK Baden-Württemberg ist Unterstützer des Landeskongresses Gesundheit, der die Digitalisierung im Gesundheitswesen thematisieren wird. Er findet am 29. Januar 2016 auf der Landesmesse Stuttgart statt.

*) Digitale Welt und Gesundheit [...] Veröffentlichtungen des Sachverständigenrats für Verbraucherfragen. Januar 2016. S. 13.

Informationen zur Veranstaltung:

1. Landeskongress Gesundheit Baden-Württemberg

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news-42 Wed, 13 Jan 2016 00:00:00 +0100 Schwerstkranke Kinder und Jugendliche besser versorgt: https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/schwerstkranke-kinder-und-jugendliche-besser-versorgt.html Kassen schließen 1. Vertrag zur spezialisierten ambulanten Palliativversorgung junger Patienten Künftig werden schwerstkranke Kinder und Jugendliche in Baden-Württemberg durch spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) besser betreut und versorgt. Bis Ende 2016 sollen ergänzend zur bestehenden Palliativversorgung insgesamt fünf spezialambulante Palliativteams im Land entstehen. Den besonderen Belangen jüngerer Menschen kann so besser Rechnung getragen werden. Die Teams haben das Ziel, die Lebensqualität und die Selbstbestimmung von schwerstkranken Kindern und Jugendlichen zu verbessern und ihnen in ihrer gewohnten Umgebung ein menschenwürdiges Leben solange es geht zu ermöglichen. Hierfür sollen sie eng mit den beteiligten Pflegediensten und Ärzten zusammenarbeiten, beraten und koordinieren. Die Krankenkassen im Land haben sich dafür auf eine Empfehlungsvereinbarung mit der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG) geeinigt, die als Grundlage für die Verträge der fünf spezialambulanten Palliativteams im Land dient.

„Familien benötigen in dieser Ausnahmesituation besonders viel Aufmerksamkeit und Zuwendung”, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. „Die SAPV ergänzt sinnvoll das bestehende Angebot von Fachärzten, Krankenhäusern, Therapeuten und Pflegediensten und optimiert die Versorgung jüngerer, schwerkranker Patientinnen und Patienten“, so Hermann. Insbesondere zusätzlich belastende Krankenhausaufenthalte sollen den Betroffenen erspart bleiben. Die Teams setzen sich aus Ärzten und Pflegekräften zusammen und sorgen für gebündelte Kompetenz in Sachen Palliativversorgung.

Zielgruppe sind schwerstkranke sowie sterbenskranke Kinder und Jugendliche, die eine aufwändige medizinische und pflegerische Versorgung benötigen. Auch in Pflegeheimen, Hospizen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe soll die SAPV erbracht werden.

Bereits im ersten Quartal 2016 gehen die ersten SAPV-Teams in Stuttgart, Ulm-Ravensburg und Freiburg an den Start. Im April sollen Teams in Tübingen und im Laufe des Jahres in Heidelberg folgen.

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news-43 Mon, 21 Dec 2015 00:00:00 +0100 Ausgezeichnete Entwicklungsmöglichkeiten https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/ausgezeichnete-entwicklungsmoeglichkeiten.html AOK Baden-Württemberg gewinnt HR Excellence Award Für ihr neues Kompetenzmodell ist die AOK Baden-Württemberg im Dezember in Berlin mit dem HR Excellence Award 2015 ausgezeichnet worden. Um den vom Fachmagazin „Human Resources Manager“ vergebenen Preis haben sich in diesem Jahr 450 Unternehmen in 21 Kategorien beworben. Ausgezeichnet werden Unternehmen, die herausragende Leistungen oder innovative Projekte im HR-Bereich vorweisen können. In der Kategorie „Kompetenz- und Performancemanagement“ war sich die Jury einig: Das neue Modell der AOK Baden-Württemberg stellt die Weichen für eine starke Zukunft. Erstmals unternehmensweit transparent, schafft es Orientierung für Mitarbeiter und Führungskräfte über die Erwartungen im Unternehmen, fördert Eigeninitiative und Führungskultur und ist die strategische Basis für eine sinnhafte und ganzheitliche Personalentwicklung.

Einen motivierenden Zugang zum neuen Modell bietet das Kompetenz-Haus im unternehmenseigenen Intranet. Es zeigt, was an welcher Stelle im Unternehmen gefordert wird und enthält eine Vielzahl an sinnhaften Tools/Werkzeugen, die dabei helfen, die geforderten Kompetenzen mit Leben zu füllen.

Baden-Württembergs größte Krankenkasse schafft damit für ihre rund 10.000 Beschäftigten erstmals einen unternehmensweit transparenten Entwicklungsrahmen, der vor allem die Selbstverantwortung und den Unternehmergeist von Mitarbeitern und Führungskräften fördert. Denn für dauerhaften Erfolg braucht es selbstbewusste Beschäftigte, die gerne Verantwortung übernehmen und selbst einschätzen können, was an ihrem Platz im Unternehmen das Beste für das Gesamtunternehmen ist. Dazu gehört Eigeninitiative, Mut und die Überzeugung, mit der eigenen Arbeit täglich etwas Sinnvolles für die Entwicklung des Unternehmens zu leisten. Ein hoher Anspruch. Doch mit dem neuen Kompetenzmodell wird diese gewünschte Grundhaltung nahbar. Bin ich konfliktfähig? Kenne ich den Markt genau? Bin ich veränderungsfähig? 25 Schlüsselkompetenzen zählt und klassifiziert das Modell für Karriereschritte aller Persönlichkeiten, die bei der AOK Baden-Württemberg arbeiten und vorankommen möchten.

Rechnerisch hat schon jeder zweite AOK-Mitarbeiter einen Blick auf das neue Kompetenzmodell geworfen: Im unternehmenseigenen Intranet wurde die Erklär-Seite des Modells bis Dezember etwa 5000 Mal angeklickt.

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news-44 Mon, 21 Dec 2015 00:00:00 +0100 AOK Baden-Württemberg fördert 2016 Ausbildung für Gesundheitsberufe mit mehr als 105 Millionen Euro https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-baden-wuerttemberg-foerdert-2016-ausbildung-fuer-gesundheitsberufe-mit-mehr-als-105-millionen-euro.html Für die Ausbildung von rund 11.300 Auszubildenden in der Krankenpflege, der Geburtshilfe und weiteren Gesundheitsberufen im Südwesten zahlt die AOK Baden-Württemberg im Jahr 2016 mehr als 105 Millionen Euro. Insgesamt beläuft sich der Ausbildungsfonds für nichtärztliche Heilberufe auf mehr als 231 Millionen Euro. „Wir tragen damit weiterhin den Löwenanteil an der Finanzierung der Ausbildung für 2016“, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. „Der Ausbildungsfonds steigt in seiner Höhe auch, weil die Vergütung für die Hebammenausbildung verbessert wird und insgesamt wesentlich mehr Ausbildungsstellen gefördert werden.“

Für das Jahr 2016 wurden ca. 300 zusätzliche Ausbildungsstellen in den nichtärztlichen Heilberufen vereinbart. Der Chef der Südwest-AOK erkennt darin eine sinnvolle Investition in die Zukunft: „Der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften im Gesundheitswesen wird in den kommenden Jahren weiter steigen.“

Die gesetzlichen Krankenkassen in Baden-Württemberg finanzieren zwölf verschiedene Ausbildungsgänge nichtärztlicher Heilberufe. So bilden die Krankenhäuser im Südwesten neben Krankenpflegerinnen und Krankenpflegern beispielsweise auch in der Diätassistenz und in der Physiotherapie aus.

Hinweis an die Redaktionen:

Der Ausbildungsfonds wird von der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft verwaltet und von allen Krankenkassen in Baden-Württemberg finanziert. Pro Patient belastet jedes Krankenhaus den Krankenkassen einen Ausbildungszuschlag von 98,38 Euro, unabhängig davon, ob es ausbildet oder nicht. Dieser Zuschlag wird an den Fonds weitergeleitet und von dort an die tatsächlich ausbildenden Krankenhäuser verteilt.

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news-45 Fri, 18 Dec 2015 00:00:00 +0100 Pflegereform: Erste Verbesserungen schon ab 2016 https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/pflegereform-erste-verbesserungen-schon-ab-2016-1.html Erste Verbesserungen schon ab 2016 Die AOK Baden-Württemberg begrüßt die Umsetzung des zweiten Pflegestärkungsgesetzes, das heute im Bundesrat final verabschiedet wurde. „Damit ist die größte Reform seit dem Start der Pflegeversicherung vor 20 Jahren endlich auf den Weg gebracht“, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Maßgebliche Verbesserungen sind längst überfällig: „Durch den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff und die Einführung von fünf Pflegegraden ist ab 2017 die grundsätzliche Gleichstellung aller Pflegebedürftigen gewährleistet, unabhängig davon, ob die Beeinträchtigung körperlicher, seelischer oder geistiger Natur ist“, so der Chef der Südwest-AOK. Kein Leistungsberechtigter werde schlechter gestellt. Diese wichtige Änderung greife ab dem 1. Januar 2017. Aber auch zum 1. Januar 2016 treten schon einige Verbesserungen für die Pflegebedürftigen und pflegende Angehörige in Kraft.

71 Prozent der Pflegebedürftigen werden von Angehörigen in der eigenen Häuslichkeit gepflegt. Genau diese bedarfs- und bedürfnisorientierte Pflegeleistung soll und wird bereits mit Beginn des Jahres 2016 stärker gefördert. Menschen, die zu Hause von ihren Angehörigen betreut und gepflegt werden und dafür Pflegegeld erhalten, profitieren dann schon von einigen Mehrleistungen. So beispielsweise in der sogenannten Verhinderungspflege und in der Kurzzeitpflege: Ist der pflegende Angehörige zeitweise wegen Krankheit, Urlaub oder ähnlichem verhindert und kann die Pflege nicht übernehmen, spricht man von Verhinderungspflege. Diese kann dann durch Freunde, Verwandte oder Pflegedienste erfolgen. Wahlweise kann diese vorübergehende Pflege auch als Kurzzeitpflege in einem Pflegeheim stattfinden. Sowohl für die Verhinderungspflege als auch für die Kurzzeitpflege steht jeweils ein Budget von bis zu 1612 Euro zur Verfügung, das individuell kombiniert werden kann. Neu ist: Ab 2016 wird das Pflegegeld auch bei Kombination der Verhinderungs- und Kurzzeitpflege für die gesamte Zeit zur Hälfte weiterbezahlt.

Für pflegende Angehörige wird zudem die Arbeitslosenversicherungspflicht eingeführt. Damit ist auch nach Beendigung einer Pflege die soziale Absicherung über die Arbeitslosenversicherung gewährleistet.

Hintergrundinformation:

Die Leistungsausgaben für die Pflegeversicherung stiegen bei der AOK-Baden-Württemberg von 2009 bis 2014 um 33 Prozent von 1,19 auf 1,58 Milliarden Euro. Zur Finanzierung der Leistungsverbesserungen werden mit der zweiten Stufe der Pflegereform die Beiträge zur Pflegeversicherung um 0,2 Prozentpunkte angehoben. Dadurch stehen der Pflegeversicherung bundesweit ab 2017 jährlich 2,5 Milliarden Euro mehr für dauerhafte Leistungsverbesserungen in der Pflege zur Verfügung.

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news-46 Tue, 15 Dec 2015 00:00:00 +0100 AOK Baden-Württemberg wächst weiter - jetzt 4,05 Millionen Versicherte https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-baden-wuerttemberg-waechst-weiter-jetzt-405-millionen-versicherte.html Überschuss von 131 Millionen Euro erwirtschaftet/Beitragssatz 2016 unter dem Durchschnitt Die AOK Baden-Württemberg wächst weiter und steigert ihre Versichertenzahl im ablaufenden Jahr um über 90.000 auf nunmehr insgesamt 4,05 Millionen Versicherte. Auch auf der Finanzseite ist die AOK im Land vital und gesund. Sie wird das Haushaltsjahr 2015 mit einem Überschuss von 131,7 Millionen Euro abschließen. Sie kann damit nicht nur die im kommenden Jahr erwarteten Ausgabensteigerungen deutlich abfedern, sondern auch weiterhin in den Ausbau der Versorgungsstrukturen investieren. Zwar verursachen neue Gesetze aus Berlin einen zusätzlichen Kostenschub, der bei der Südwest-AOK im Jahr 2016 allein mit fast 70 Millionen Euro zu Buche schlagen wird. Trotzdem konnte der AOK-Verwaltungsrat daher am Dienstag (15.12.2015) auf Vorschlag des Vorstandes für 2016 eine Anhebung des Beitragssatzes um lediglich 0,1 Prozentpunkte auf 15,6 Prozent beschließen. Damit bleibt die Südwest-AOK unterhalb des vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) festgestellten bundesdeutschen Durchschnittssatzes von 15,7 Prozent.

„Die AOK Baden-Württemberg ist im Wettbewerb um Qualität und Service bestens aufgestellt. Sie unterstreicht auch 2016 ihren Führungsanspruch im GKV-Markt“, betont die alternierende Vorsitzende des Verwaltungsrats der AOK Baden-Württemberg der Versichertenvertreterseite, Monika Lersmacher. Dies ergebe sich auch aus der Tatsache, dass es mit einem Teil der erwirtschafteten Überschüsse möglich ist, die in 2016 erwarteten Steigerungen der Ausgaben beispielweise im Feld der Arzneimittel auszugleichen und somit den Zusatzbeitrag, der nur von den Versicherten gezahlt wird, unter dem Bundesdurchschnitt zu halten.

Spürbare Zeichen werden von den Investitionen im neuen Jahr ausgehen, die die AOK wieder für bessere Versorgungsstrukturen und mehr Transparenz durch die Direktverträge mit den Ärztepartnern tätigen kann: „Wir stellen die Versicherten in den Mittelpunkt unseres Handelns. Sie profitieren von den vernetzten Strukturen und beispielsweise auch von der Terminvergabe beim Facharzt innerhalb von maximal 14 Tagen. Der Facharztvertrag Urologie wird im Frühjahr 2016 an den Start gehen und unsere alternative Versorgungslandschaft weiter komplettieren“, betont der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann. Bereits mehr als jeder Dritte AOK-Versicherte im Land sei in den Haus- oder Facharztverträgen eingeschrieben.

Die AOK Baden-Württemberg beschäftigt im Land 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Als fünftgrößte Kranken- und Pflegekasse in Deutschland bewegt sie ein Haushaltsvolumen von insgesamt 15 Milliarden Euro und gibt pro Tag 38 Millionen Euro für GKV-Leistungen für ihre Versicherten aus.

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news-47 Tue, 08 Dec 2015 00:00:00 +0100 Selektivverträge mit weit über 5.000 teilnehmenden Ärzten in Baden-Württemberg mustergültig https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/selektivvertraege-mit-weit-ueber-5000-teilnehmenden-aerzten-in-baden-wuerttemberg-mustergueltig.html Gesundheitsminister Gröhe bestätigt Qualität und Patientennutzen Dass der Hausarztvertrag und die Facharztverträge von AOK, Hausärzteverband und MEDI in Baden-Württemberg zu einer besseren Betreuung der Patienten führen, haben bereits zwei wissenschaftliche Studien der Universitäten Frankfurt/Main und Heidelberg eindeutig belegt. Nun kommt die Bestätigung des Bundesgesundheitsministers, Hermann Gröhe, hinzu. Bei seinem Gespräch mit den Vertragsspitzen am Dienstag (08.12.2015) in Stuttgart ließ Gröhe keine Zweifel aufkommen: „Selektivverträge können die Versorgung der Patienten verbessern. Denn sie bauen Brücken zwischen den Versorgungsbereichen und Fachrichtungen und fördern die Zusammenarbeit, zum Beispiel von Haus- und Fachärzten, im Sinne der Patienten. Deshalb haben wir bereits im vergangenen Jahr die Gestaltungsspielräume bei der hausarztzentrierten Versorgung (HZV) erweitert. Mit dem Versorgungsstärkungsgesetz wurden die Abschlüsse von Selektivverträgen weiter erleichtert. Die AOK und ihre ärztlichen Partner liefern ein sehr gutes Beispiel dafür, wie die ambulante ärztliche Versorgung gestärkt werden kann.“

Im Gespräch mit den Vertragspartnern wurde schnell klar, dass die Verträge sich gleichermaßen durch Qualitätsorientierung, Patientennutzen und Wirtschaftlichkeit auszeichnen. Sie sind nicht nur Garanten für eine flächendeckende und zukunftsweisende medizinische Versorgung im Land, sondern leisten angesichts eines drohenden Hausarztmangels auch einen gewichtigen Beitrag zur Steigerung der Attraktivität des Arztberufes. Die Südwestzahlen sind eindrucksvoll: So nehmen derzeit rund 1,4 Millionen Versicherte sowie fast 4.000 Haus- und Kinderärzte am AOK-Hausarztvertrag teil. An den Facharztverträgen, bei denen neben der AOK auch die Bosch BKK Vertragspartner auf Kassenseite ist, sind rund 1.500 Fachärzte und über eine halbe Million Versicherte Teilnehmer.

Die Rechnung der Vertragspartner im Südwesten, eine bessere Alternative zur herkömmlichen Versorgung zu etablieren, ist voll aufgegangen: „Gesundheitspolitische Ziele, wie die Stärkung der niedergelassenen Ärzte, hohe Qualitätsorientierung für unsere Versicherten und eine bessere Vernetzung sind in Baden-Württemberg damit Wirklichkeit“, resümiert Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Gerade chronisch kranke Menschen profitierten nachweislich von der strukturierteren Versorgung – etwa durch Reduzierung vermeidbarer Krankenhauseinweisungen und rationalere Arzneimitteltherapie.

„Die HZV ist die wichtigste Errungenschaft der letzten Jahrzehnte und aus den Hausarztpraxen nicht mehr wegzudenken“, ergänzt Dr. Berthold Dietsche, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg, „sie bringt mit der einfachen Vergütungsordnung endlich eine planbare, angemessene und feste Bezahlung, so dass wir uns voll auf die Belange unserer Patientinnen und Patienten konzentrieren können.“

Die Vertragspartner kündigten im Austausch mit dem Minister an, ihren Vertragsweg konsequent weiter zu gehen. Mit den Urologen soll im kommenden Jahr bereits die siebte Facharztgruppe eingebunden werden. Gerade durch die Facharztverträge profitieren die Patienten von der strukturierteren Zusammenarbeit zwischen Haus- und Fachärzten: „Termine innerhalb von 14 Tagen oder schneller, mehr Zeit für Patientengespräche und die Förderung innovativer Behandlungsmethoden sind handfeste Vorteile, die sich daraus ergeben“, fasst Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI Baden-Württemberg und MEDI GENO Deutschland zusammen. Die bessere Vernetzung der Haus- und Facharztpraxen wollen die Vertragspartner künftig noch stärker befördern und pilotieren hierfür derzeit innovative IT-Strukturen.

Die Verträge im Südwesten setzen auch auf zukunftsorientierte Teamstrukturen in den Praxen. Dazu tragen vor allem speziell weitergebildete Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis (VERAH) bei, die den Hausarzt wirkungsvoll entlasten, etwa bei der Durchführung von Routinehausbesuchen. Mittlerweile sind 2.255 VERAHs in Baden-Württemberg im Einsatz – das ist knapp ein Drittel aller VERAHs bundesweit (7.155). Dafür steht den HZV-Praxen mit dem VERAHmobil ein von den Vertragspartnern geförderter Kleinwagen zur Durchführung von Hausbesuchen zur Verfügung. In den Facharztverträgen in Baden-Württemberg wurde 2014 das Pendant zur VERAH in Form der Entlastungsassistentinnen in der Facharztpraxis (EFA) eingeführt. EFAs übernehmen ebenfalls delegationsfähige Aufgaben und tragen dadurch zur Arztentlastung und zur weiteren Verbesserung der Patientenversorgung bei.

Kontakt (Pressestellen):

AOK Baden-Württemberg – Telefon: 0711 2593-229

MEDI Baden-Württemberg – Telefon: 0711 806079-223

Hausärzteverband Baden-Württemberg – Telefon: 0172 201 0390

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news-48 Fri, 04 Dec 2015 00:00:00 +0100 Zusatzversicherungen: https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/zusatzversicherungen.html AOK Baden-Württemberg und Allianz kooperieren Die AOK Baden-Württemberg hat mit der Allianz Private Krankenversicherung und der Allianz Leben einen Kooperationsvertrag zur privaten Krankenzusatzversorgung geschlossen. Ab Januar 2016 können Versicherte der größten Krankenkasse in Baden-Württemberg die Leistungen des Solidarsystems mit sinnvollen Produkten und speziellen Angeboten der Allianz aufstocken.

„Wir haben ein Angebot geschaffen, das die sehr guten und umfassenden Leistungen unserer gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung ergänzt. Dabei haben wir uns für einen Partner entschieden, der uns durch seinen hervorragenden Service überzeugt“, sagt Siegmar Nesch, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg.„Unsere Versicherten werden von Vorteilen profitieren, die nur möglich sind, wenn zwei große Partner zusammenarbeiten.“ In die Kooperation bringt die Allianz zu den 230 KundenCentern der AOK im Land ihr flächendeckendes Agenturnetz ein: „Wir sind in Baden-Württemberg mit rund 1000 Agenturen vertreten“, erklärt Dr. Birgit König, Vorstandsvorsitzende der Allianz Private Krankenversicherung (APKV), „können damit gemeinsam einen persönlichen Service und eine individuelle Beratung vor Ort sicherstellen und sind so unseren Kunden noch näher.“ Dr. Markus Faulhaber, Vorstandsvorsitzender der Allianz Lebensversicherung, ergänzt: „Wir werden die Kunden der AOK mit den Allianz-Produkten überzeugen.“

Zum Portfolio der Kooperation werden Versicherungsmodule zur Zahnversorgung, zum Reiseschutz, zur Pflege, zur medizinischen Betreuung ambulant und im Krankenhaus sowie eine Sterbegeldversicherung mit Assistanceleistungen gehören. Außerdem werden die Partner für die kieferorthopädische Behandlung von Kindern ein exklusives Zusatzpaket anbieten.

„Wir sind uns sicher, dass wir mit der Allianz eine gute Allianz für unsere Kunden eingehen“, pointiert AOK-Vorstandsvize Siegmar Nesch.

Information für Journalisten

Die AOK Baden-Württemberg versichert mehr als 4 Millionen Menschen im Land und zahlt mehr als 14 Milliarden Euro pro Jahr an Leistungen in der Kranken- und Pflegeversicherung.

Der Allianz Private Krankenversicherung vertrauen über 2,5 Millionen Versicherte. Die Allianz Lebensversicherung ist die größte Lebensversicherungsgesellschaft Deutschlands.

Pressekontakte:

Allianz Deutschland AG

Pressestelle, Telefon 089 3800-16486, alexandra.kusitzky@allianz.de

AOK Baden-Württemberg

Pressestelle, Telefon 0711 2593-229, presse@bw.aok.de

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news-49 Tue, 24 Nov 2015 00:00:00 +0100 AOK-Hausarztvertrag in Baden-Württemberg: https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/aok-hausarztvertrag-in-baden-wuerttemberg-1.html VERAHmobil-Service startet mit erweitertem Angebot durch Wegen der großen Nachfrage verlängern die Vertragspartner vorzeitig das innovative Mobilitätskonzept VERAHmobil um drei weitere Jahre. Außerdem wird ab sofort die Auswahl auch um elektro- oder erdgasangetriebene Fahrzeuge erweitert. Derzeit sind in Baden-Württemberg bereits 440 VERAHmobile im Rahmen des AOK-Hausarztvertrags im Einsatz.

Der 2008 in Baden-Württemberg geschlossene erste Vertrag zur hausarztzentrierten Versorgung (HZV) nach § 73b SGB V vergütet seit Beginn bereits den Einsatz einer Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAH), um insbesondere die Versorgung chronisch kranker Patientinnen und Patienten zu erleichtern. Mittlerweile sind 2.255 VERAHs in Baden-Württemberg im Einsatz – das ist knapp ein Drittel aller VERAHs bundesweit (7.155). Sie können den Hausarzt insbesondere durch die Übernahme von Routine-Hausbesuchen wirkungsvoll unterstützen.

Genau dort setzt auch das 2013 von den Vertragspartnern gemeinsam entwickelte Mobilitätskonzept zur Unterstützung der HZV-Praxen an. Ein speziell gestalteter Kleinwagen kann zu besonders günstigen Konditionen geleast werden, weil die Vertragspartner 300 Euro pro Quartal übernehmen. Der Service wurde zunächst auf drei Jahre angelegt. Mittlerweile nutzen bereits 440 Praxen dieses innovative Angebot. „Aufgrund der positiven Resonanz haben die Vertragspartner entschieden, das Angebot vorzeitig um weitere drei Jahre zu verlängern. Zeitgemäß wurde es um zwei umweltfreundliche Modelle erweitert“, so Dr. Berthold Dietsche, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg.

„Zukünftig werden immer mehr chronisch Kranke versorgt werden müssen. Wenn wir die Hausärzte als Lotsen wollen, müssen wir Strukturen schaffen, die eine abgestimmte Versorgung auch zu Hause bei den Patientinnen und Patienten ermöglicht“, unterstreicht Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg.

"Der Service ist ein gutes Beispiel für sinnvolle Ergänzungen des HZV-Vertrages“, kommentiert Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI Baden-Württemberg. Er war einer der ersten Hausärzte, die das VERAHmobil für ihre Praxis bestellt haben. „Der Hausarzt wird entlastet und für unsere VERAH stellt es einen zusätzlichen Motivationsfaktor dar“. Das kann auch Sabrina Link aus Freiburg bestätigen. Die VERAHmobil-Nutzerin war von an Anfang an begeistert: „Das VERAHmobil ist sehr wichtig. Ich kann damit zu den Hausbesuchen fahren und brauche mein privates Auto nicht nutzen. Es ist klein und handlich und mit der Navigation finde ich die Straßen schnell. Es ist perfekt, ein super Auto.“

Kontakt (Pressestellen):

AOK Baden-Württemberg – Telefon: 0711 2593-229

MEDI Baden-Württemberg – Telefon: 0711 806079-223

Hausärzteverband Baden-Württemberg – Telefon: 0172 201 0390

Weitere Informationen unter: www.VERAH-mobil.de.

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news-50 Mon, 23 Nov 2015 00:00:00 +0100 Gut vorbereitet gegen Influenza: https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/gut-vorbereitet-gegen-influenza.html 1,32 Millionen Grippeimpfdosen stehen für Versorgung in Baden-Württemberg bereit Nach den ungewöhnlich milden Temperaturen Mitte November ist es nur eine Frage der Zeit, wann die saisonale Grippe das Land erfasst. Die Südwest-AOK hat federführend für alle gesetzlichen Krankenkassen in Baden-Württemberg Vorkehrungen getroffen und ist gegen eine mögliche Influenzawelle – wie zu Beginn des Jahres – gut gerüstet. So stehen aktuell 1,32 Millionen an rabattierten Grippeimpfdosen für die Versorgung der Versicherten zur Verfügung. „Das zeigt einmal mehr, dass nur eine klare Lieferverpflichtung mit einem zuverlässigen Vertragspartner eine sichere Versorgung garantiert“, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg.

Insgesamt ist die Impfbereitschaft der gesetzlich Krankenversicherten in Baden Württemberg erfreulich gestiegen. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt ist laut Südwest-AOK der Bedarf an Impfstoffen für den Grippeschutz genauso hoch, wie für die gesamte vergangene Grippeschutzimpfsaison.

Die freiwillige Impfung gegen Influenza ist nach wie vor die wirksamste Form der Grippevorbeugung. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut in Berlin eine Impfung gegen die Virusgrippe Influenza vor allem für chronisch Kranke, Menschen ab dem 60. Lebensjahr, Schwangere und Menschen mit erhöhter Gefährdung. Experten raten, eine Impfung bis Ende November vorzunehmen. Die eigentliche Grippewelle tritt in Deutschland meist zwischen Anfang Januar und Ende März auf. Für gesetzlich Krankenversicherte ist die Impfung kostenlos.

Die AOK Baden Württemberg bietet einen besonderen Service: Unter der kostenlosen Rufnummer 0800 10 50 501 beantworten rund um die Uhr Fachexperten Fragen zur Grippeschutzimpfung und anderen Themen.

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news-51 Fri, 20 Nov 2015 00:00:00 +0100 Lesen wirkt sich gut auf die Gesundheit aus https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/lesen-wirkt-sich-gut-auf-die-gesundheit-aus.html AOK beteiligt sich am Vorlesetag für Kinder Vorlesen steht bei Kindern auch im digitalen Zeitalter hoch im Kurs. Ob spannende Kurzgeschichten oder ernste Kinderromane, Vorlesen vermittelt Kindern Geborgenheit, regt die Fantasie an und hilft ihnen dabei, gesund aufzuwachsen. Darum beteiligt sich die AOK auch am zwölften„BundesweitenVorlesetag“ der Stiftung Lesen. In Baden-Württemberg erreicht sie dabei mit 82 Aktionen über 1200 Kinder.

Vorlesen erweitert den Wortschatz und trägt dazu bei, dass Kinder gut lesen und schreiben lernen, weil sie so Lust bekommen, selbst zu lesen. Studien zeigen, dass Erwachsene, die in ihrer Kindheit erfolgreich ans Lesen herangeführt wurden, später mehr und häufiger lesen. Das hat positive Auswirkungen auf Alltagskompetenzen im ganzen Leben: Routinierte Leser finden leichter zu einer gesunden Lebensweise.

In Baden-Württemberg finden am 20.11. mehr als 80 Vorlesestunden von AOK-Mitarbeitern statt. Damit unterstützt die AOK Baden-Württemberg die Stiftung Lesen beim zwölften „Bundesweiten Vorlesetag“. Die Gesundheitskasse beteiligt sich seit 2009 an dieser Veranstaltung. Seit 2013 ist die AOK auch Mitglied im Stifterrat der Stiftung Lesen und engagiert sich verstärkt für die Förderung der Lesekompetenz.

Mit der Veranstaltung will die Stiftung Lesen jedes Jahr im November bei Kindern und Erwachsenen die Lust aufs Lesen oder Vorlesen wecken. Ins Leben gerufen wurde die Aktion von der Stiftung Lesen, der Wochenzeitung „Die Zeit“ und der Deutschen Bahn. Nahezu 83.000 Vorleserinnen und Vorleser beteiligten sich im vergangenen Jahr am „Bundesweiten Vorlesetag“, darunter viele Prominente aus Politik, Kultur und Medien.

Mehr Informationen zur Aktion gibt es im Internet:

www.vorlesetag.de

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news-52 Tue, 17 Nov 2015 00:00:00 +0100 Digitalisierte Versorgung https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/digitalisierte-versorgung.html AOK Baden-Württemberg fordert flächendeckende Vernetzung im Gesundheitswesen „In Dänemark darf ein Patient regelhaft sicher sein, dass sein neuer Hausarzt weiß, was der frühere über den Zustand des Kniegelenks bereits herausgefunden hat“, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. „In Deutschland muss der neue Arzt erst einmal nachfragen, worum es eigentlich geht.“ Der Chef von Baden-Württembergs größter Krankenkasse spielt damit auf die mangelhafte Vernetzung im deutschen Gesundheitswesen an. Zahlen der EU-Kommission belegen, dass in Dänemark 92 Prozent der Allgemeinmediziner untereinander Daten digital austauschen, während es in der Bundesrepublik gerade 24 Prozent sind. Hermann fordert mit Nachdruck eine flächendeckende Vernetzung der Versorgungslandschaft in Deutschland.

Eigentlich hatte der Gesetzgeber im Fünften Sozialgesetzbuch bereits den 1. Januar 2006 für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) festgeschrieben. Einer intelligenten Karte, die Ärzten, Patienten und Kassen den Austausch von Gesundheitsdaten erleichtern soll. Zehn Jahre später können die Strukturen einer Vernetzung noch immer nicht genutzt werden. Im Herbst 2015 – zuletzt mit einer Expertenanhörung am 4. November – hat der Bundestag den Weg für das sogenannte „E-Health-Gesetz“ freigemacht. Das „Gesetz für sichere digitale Kommunikation im Gesundheitswesen“ soll endlich verbindliche Fristen für die Einführung von Anwendungen zur Karte schaffen. Praktisch möglich ist der Datenaustausch zwischen den Akteuren des Gesundheitssystems aber noch lange nicht. AOK-Vorstandschef Hermann: „Ärztinnen und Ärzte, Kassen und Patienten können sich auch deshalb nicht vernetzen, weil das Softwaresystem, das eine bestimmte Praxis im Einsatz hat, vielfach gar nicht kompatibel zu dem der Nachbarpraxis ist.“ Nur vereinzelte Projekte belegen derzeit, dass es auch anders gehen kann.

Anfang 2015 startete unter Federführung der AOK Baden-Württemberg und der MEDIVERBUND AG, die bereits seit vielen Jahren im Rahmen des AOK-Facharztprogramms zusammenarbeiten, ein gemeinsames Projekt mit dem „Praxisnetz Heilbronn“. Es zeigt regional, was ein flächendeckend digitalisiertes Versorgungsnetzwerk im Gesundheitswesen einmal leisten könnte. Bis heute haben sich im Heilbronner Raum über 100 Haus- und Fachärzte aus mehr als 50 Praxen unter Einsatz der Softwarelösung „ViViAN“ („Virtuelle Vernetzung im Arztnetz“) vernetzt. Fast 4.000 Versicherte sind bereits in die Netzpatientenakte eingeschrieben. Die Mediziner verwalten die Daten ihrer Patientinnen und Patienten dezentral mit der eigenen Praxissoftware, medizinische Befunde tauschen sie untereinander – nach Einwilligung der Versicherten – über eine gemeinsame Schnittstellenanwendung digital aus. Von der regionalen Netzpatientenakte profitieren neben Ärztinnen und Ärzten vor allem die Patienten: Ihre Krankengeschichte ist allen Beteiligten stets umfassend bekannt, Doppel- oder Mehrfachuntersuchungen werden vermeidbar, und die Kommunikation zwischen den einzelnen Arztpraxen läuft insgesamt mit deutlich weniger Reibungsverlusten. Der vom E-Health-Gesetz geforderte Medikationsplan ist als Online-Tool bereits Bestandteil des Pilotprojekts. Durch einen integrierten Medikations-Check werden unerwünschte Wechsel- und Nebenwirkungen deutlich reduziert.

Für AOK-Vorstandschef Hermann ist das Heilbronner Projekt nur der Einstieg. Er will vergleichbare Strukturen im landesweiten Maßstab: „Wir möchten, dass die digitale Versorgungslandschaft nicht nur in Heilbronn funktioniert. Anstelle von Insellösungen brauchen wir die möglichst breite, flächendeckende Vernetzung unseres Gesundheitswesens.“

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news-53 Thu, 12 Nov 2015 00:00:00 +0100 Spitzengespräch bringt Durchbruch zum Ausbau der Pflegestützpunkte im Land https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/spitzengespraech-bringt-durchbruch-zum-ausbau-der-pflegestuetzpunkte-im-land.html Künftig bis zu 72 Stützpunkte und klare Qualitätsanforderungen Spitzenvertreter der Kranken- und Pflegekassen sowie der kommunalen Landesverbände haben sich am Donnerstag (12.11.2015) auf ein deutlich dichteres Netz an Pflegestützpunkten in Baden-Württemberg geeinigt. So soll die Anzahl mittelfristig um 24 zusätzliche Pflegestützpunkte auf dann insgesamt 72 im Land steigen. „Die Einigung bezieht sich auf die zwei wesentlichen Kriterien, nämlich einerseits eine eindeutig am Bedarf orientierte Erhöhung um 50 Prozent. Andererseits wird es ebenso klare Qualitätskriterien für die Zulassung der weiteren Stützpunkte geben“, so der Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Pflegestützpunkte und Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann, am Donnerstag (12.11.2015) in Stuttgart.

Für die kommunalen Landesverbände ist die jetzt erzielte Einigung ein wesentlicher Schritt, um den erhöhten Bedarf an Koordination und Beratung in Pflegefragen befriedigen zu können: „Hier sind die Kommunen stark gefordert, denn die wohnortnahe Versorgung sichert die Lebensqualität von Pflegebedürftigen“, so Joachim Walter, Präsident des Landkreistages Baden-Württemberg. Alle beteiligten Spitzenvertreter begrüßen deshalb die Einigung auf das Ausbaukonzept, das stärker als bisher die Beratung, Koordinierung und Vernetzung als Aufgabe der Pflegestützpunkte definiert. Wesentlich hierbei sei, dass die Konzeption zur Weiterentwicklung immer ein gesamtes Kreisgebiet umfasst und dass im Antragsverfahren der Nachweis des Bedarfs erbracht werden muss.

Teil des Ausbaukonzeptes soll auch ein Qualitätskonzept sein, das von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg bis zum Frühjahr 2016 erarbeitet wird. Dieses Konzept solle dann Grundlage für die Beurteilung der Anträge zum weiteren Ausbau von Pflegestützpunkten sein. Zwei der 24 neuen Stützpunkte würden bereits unmittelbar auf den Weg gebracht. In der Stadt und im Landkreis Karlsruhe sollen jetzt jeweils sogenannte Pilotstandorte eingerichtet werden, die für Erprobung und Entwicklung des Qualitätskonzeptes der Dualen Hochschule dienen. Die dazu notwendigen Beschlüsse wird der Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft Pflegestützpunkte am 26. November 2015 fassen. Für die Einrichtung eines Pflegestützpunktes haben sich die Spitzenvertreter auf einen neuen Förderbetrag ab 2016 in Höhe von 84.000 Euro geeinigt. Die Finanzierung wird zu zwei Drittel von den Kranken- und Pflegekassen sowie zu einem Drittel vom jeweiligen Stadt- oder Landkreis aufgebracht.

Pressekontakte:

AOK Baden-Württemberg, Pressestelle, Telefon 0711 2593 – 229

E-Mail: presse@bw.aok.de

Vdek Baden-Württemberg, Pressestelle, Telefon 0711 239 54-0

E-Mail: lv-baden-wuerttemberg@vdek.com

Landkreistag Baden-Württemberg, Telefon 0711 22462-12

E-Mail: herdes@landkreistag-bw.de

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news-54 Tue, 10 Nov 2015 00:00:00 +0100 Zuschläge für Generika erteilt: Umsatzvolumen in Höhe von 1,7 Milliarden Euro https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/zuschlaege-fuer-generika-erteilt-umsatzvolumen-in-hoehe-von-17-milliarden-euro.html AOK-Rabattverträge garantieren Wettbewerb Die AOK-Gemeinschaft hat jetzt die Zuschläge für bundesweite Arzneimittelrabattverträge erteilt. Mit einem Umsatzvolumen von rund 1,7 Milliarden Euro wird die nunmehr 15. Tranche zum 1. April 2016 an den Start gehen. „Wir haben für insgesamt 104 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen, aufgeteilt in 106 Fachlose, Verträge mit 45 Pharmaunternehmen abgeschlossen. Darunter sind auch ein Unternehmen aus Österreich und erneut einige Newcomer. Die AOK-Rabattverträge bleiben damit Garant für einen lebendigen Wettbewerb“, sagte der Verhandlungsführer für die Generika-Verträge, Baden-Württembergs AOK-Vorstandschef Dr. Christopher Hermann, am Dienstag in Stuttgart.

Die neuen Verträge starten Anfang April 2016 und laufen über zwei Jahre bis zum 31. März 2018. Für 21 Fachlose, die besonders häufig verordnet werden, hat die AOK Verträge im Mehr-Partner-Modell geschlossen, 86 wurden exklusiv an einzelne Unternehmen vergeben. Die Zuschläge betreffen Medikamente, deren Umsatzvolumen innerhalb der AOK-Gemeinschaft rund 1,7 Milliarden Euro beträgt (Basis: Apothekenverkaufspreis). Zu den besonders umsatzstarken Präparaten der Tranche zählt unter anderem der Magensäure-Hemmer Pantoprazol.

Gegenstand der Ausschreibung waren in erster Linie Anschlussverträge für die Ende März 2016 auslaufenden Kontrakte der Tranche 12. Hinzugekommen sind einzelne Wirkstoffe, die zwischenzeitlich patentfrei geworden sind. Dazu gehören zum Beispiel das Neuroleptikum Aripiprazol und das Herzmedikament Eplerenon.

Für fünf der Ende Juli ausgeschriebenen 119 Fachlose wurden keine Angebote abgegeben. Fünf weitere Fachlose wurden vor Ablauf der Angebotsfrist ausgegliedert. Diese Verfahren für die Fachlose Hydromorphon, Oycodon, Morphin, Metamizol natrium und Levetiracetam sind noch nicht abgeschlossen.

Die Rabattverträge für Generika ermöglichen Einsparungen ohne Verlust an Qualität in der Arzneimittelversorgung. Das eingesparte Geld steht zum Beispiel für innovative Versorgungsformen zur Verfügung. Die Rabattverträge haben den Wettbewerb im Bereich der Generika deutlich in Schwung gebracht. Allein die AOK-Gemeinschaft hat dank der Verträge in den vergangenen acht Jahren (2007 bis Ende 2014) knapp vier Milliarden Euro weniger für Medikamente ausgeben müssen. 2013 und 2014 betrugen die Minderausgaben jeweils rund 1,15 Milliarden Euro.

Mehr Informationen zu den Arzneimittelrabattverträgen

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news-55 Thu, 29 Oct 2015 00:00:00 +0100 Große Unterschiede bei Komplikationsraten https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/grosse-unterschiede-bei-komplikationsraten.html Krankenhausnavigator um Informationen zur Qualität von Prostataoperationen erweitert Die AOK hat ihr Angebot des AOK-Krankenhausnavigators erweitert und bietet in ihrem Internetportal unter www.aok.de/krankenhausnavigator ab sofort auch Informationen über die Qualität von Prostataoperationen. „Der Klinikvergleich zeigt, dass es in Deutschland große Unterschiede bei den Komplikationsraten bei Prostataoperationen gibt“, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. „Die Mehrheit der Kliniken in Baden-Württemberg hat gut oder sogar sehr gut abgeschnitten, aber leider gibt es auch einige Häuser, die in der Qualität zurückbleiben. Ein Blick auf die Komplikationsraten insgesamt zeigt, dass Baden-Württemberg sich im Bundesvergleich in der Urologie auf durchschnittlichem Niveau bewegt – hier ist noch deutlich Luft nach oben“, so Hermann. Die Ergebnisse machten erneut deutlich, wie wichtig es sei, dass Qualität endlich als Kriterium in die Krankenhausplanung einfließt und so den Patienten zugute komme. Hier setzt das Krankenhaus-Strukturgesetz an – aus Sicht der Südwest-AOK ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung.

Das Prostatakarzinom ist mit 26 Prozent der Neuerkrankungen die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland. Vor einer erforderlichen Operation stehen die Patienten vor der Wahl eines guten Krankenhauses. Hier hilft der AOK-Krankenhausnavigator schnell und übersichtlich, ein geeignetes Krankenhaus zu finden. Die Qualitätsergebnisse auf der Grundlage von QSR („Qualitätssicherung mit Routinedaten“) stehen nun für zwei neue Leistungsbereiche zur Verfügung – sowohl für die Radikale Prostatektomie, die Entfernung der Prostata bei Prostatakarzinom, als auch für die operative Behandlung des Benignen Prostatasyndroms, der gutartigen Vergrößerung der Prostata.

Für die Ergebnisse des AOK-Krankenhausnavigators zum Benignen Prostatasyndrom (BPS) wurden mit dem QSR-Verfahren über 44.100 Fälle aus den Jahren 2011 bis 2013 aus über 420 Kliniken ausgewertet. Die Gesamtkomplikationsrate lag bei diesen Fällen bei insgesamt 17,9 Prozent. Doch es gibt große Schwankungen zwischen den Kliniken. Beim besten Viertel der Krankenhäuser hatten höchstens 13,2 Prozent der Patienten Komplikationen. Bei dem Viertel der Krankenhäuser mit den höchsten Komplikationsraten waren hingegen mindestens 22,5 Prozent der Patienten betroffen. In Baden-Württemberg wurden 51 Kliniken ausgewertet: Die Komplikationsrate lag leicht über dem Bundesdurchschnitt.

Bei der Radikalen Prostatektomie (RPE) wurden für den gleichen Zeitraum über 15.500 Fälle aus 220 Krankenhäusern ausgewertet. Die Gesamtkomplikationsrate lag bei 19,3 Prozent. Auch hier zeigen sich große Unterschiede zwischen den Häusern. Während im besten Viertel der Kliniken höchstens 12,6 Prozent der Patienten Komplikationen erlitten, waren es im Viertel der Kliniken mit den höchsten Komplikationsraten mindestens 27,4 Prozent, also mehr als doppelt so viele. In Baden-Württemberg lag die Komplikationsrate bei 19,9 Prozent und damit etwas über dem bundesweiten Durchschnitt. Insgesamt wurden 34 Kliniken ausgewertet.

Zu den ausgewerteten Komplikationen gehören beispielsweise erneute Eingriffe an Prostata, Harnröhre oder Harnleiter während des Krankenhausaufenthaltes beziehungsweise bis zu einem Jahr danach. Auch allgemeine Komplikationen wie Lungenembolien oder Herzinfarkte werden ausgewertet.

Neben Informationen zu Prostataoperationen enthält der AOK-Krankenhausnavigator bereits QSR-Klinikbewertungen zu planbaren Operationen an Hüft- und Kniegelenken, bei Oberschenkelbrüchen, dem Einsetzen eines Herzkatheters, der Entfernung der Gallenblase und zu Blinddarm-OPs. Für diese Operationen wurden die Ergebnisse jetzt aktualisiert. Hier schneiden die Kliniken in Baden-Württemberg auch weiterhin überdurchschnittlich gut ab. So erhielten bei der Entfernung der Gallenblase 35 Prozent der Kliniken eine Bewertung mit drei Bäumchen – im Vergleich zum Bundesdurchschnitt mit 20 Prozent. Im AOK-Krankenhausnavigator kennzeichnen „Bäumchen-Symbole“ auf einen Blick die Bewertung: Überdurchschnittlich gut bewertete Einrichtungen erhalten drei Bäumchen, während gute beziehungsweise weniger gut bewertete Einrichtungen zwei oder lediglich ein Bäumchen erhalten. Patienten können sich für jeden dieser Eingriffe die Anzahl der Bäumchen anzeigen lassen.

Hinweis für die Redaktionen:

Zur Messung der Qualität verwendet die AOK seit 2010 das Verfahren „Qualitätssicherung mit Routinedaten“ (QSR). Das QSR-Verfahren ermöglicht eine Langzeitbetrachtung von Behandlungsergebnissen, die über den Krankenhausaufenthalt hinausgeht. Neben den Daten aller Krankenhäuser bezieht sie ebenso die der ambulanten Versorgung mit ein. So lassen sich unerwünschte Ereignisse analysieren, die innerhalb eines Jahres nach der Entlassung aus dem Krankenhaus auftreten. Ein aufwendiges statistisches Verfahren, das unter anderem das Alter, das Geschlecht und vorbestehende Grunderkrankungen von Patienten berücksichtigt, sorgt für einen ausgewogenen Krankenhausvergleich. Das QSR-Verfahren wird vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) gemeinsam mit medizinischen Experten entwickelt und geht auf eine Initiative des AOK-Bundesverbands, der HELIOS Kliniken, des WIdO und des Forschungs- und Entwicklungsinstituts für das Sozial- und Gesundheitswesen Sachsen-Anhalt (FEISA) zurück.

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news-56 Wed, 28 Oct 2015 00:00:00 +0100 Südwest-AOK zum E-Health-Gesetz: https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/suedwest-aok-zum-e-health-gesetz.html Rahmenbedingungen werden verbessert – Verbindlichkeit erhöhen Deutschland hinkt bei der elektronischen Vernetzung im Gesundheitswesen hinterher. Bislang tauschen lediglich 24 Prozent der deutschen Allgemeinmediziner Daten digital aus, wie der Index für digitale Wirtschaft und Gesellschaft der EU-Kommission 2015 belegt. Bessere Bedingungen für die digitale Vernetzung will der Gesetzgeber ab 2016 mit dem „Gesetz für sichere digitale Kommunikation im Gesundheitswesen“ (E-Health-Gesetz) schaffen und der elektronischen Gesundheitskarte einen Schub verschaffen. Anfang November 2015 sollen Experten im Bundestag dazu gehört werden.

Für die AOK Baden-Württemberg bringt das Gesetz zwar insgesamt bessere Rahmenbedingungen, „wenn die Akteure aber weiterhin eher die Bedenken, als die Möglichkeiten fokussieren, dann werden die Versicherten auch weiterhin kaum von digitalen Innovationen profitieren können und mehr Effizienz und Transparenz im Gesundheitssystem bleiben ein frommer Wunsch. Das können wir uns nicht leisten“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg, am Mittwoch (28.10.2015) in Stuttgart.

Wenn das Gesetz wie vorgesehen zum 1. Januar 2016 in Kraft tritt, sieht es verbindliche Fristen für Anwendungen rund um die elektronische Gesundheitskarte vor, etwa für die Nutzung von Notfalldaten. Jedoch hält die AOK für die organisatorische Umsetzung von digitalen Strukturen insgesamt ein entschiedeneres Vorgehen für notwendig. Es sei nicht nachvollziehbar, dass das IT-Netz im Gesundheitswesen nach zehn Jahren Arbeit und einer Milliarde Euro Investitionen aus Beitragszahlermitteln immer noch nicht funktioniere. Deshalb brauche es endlich mehr Verbindlichkeit. Diese könne künftig erlangt werden, wenn Herstellung und Betrieb der Infrastruktur etwa in den Zuständigkeitsbereich des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) oder der Bundesnetzagentur im Kontext einer Aufgabenerweiterung übertragen würde. Die Forderung der Südwest-AOK zielt vor allem auf eine verlässliche Einführung der Online-Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Krankenkassen, die ab Juli 2016 flächendeckend funktionieren soll.

Völlig anachronistisch erscheint der AOK Baden-Württemberg auch die geplante Regelung zum Medikationsplan. Patienten, denen ihr Arzt mindestens drei verschiedene Medikamente verordnet, hätten Anspruch auf einen Ausdruck des Planes. Hermann: „Eine elektronische Gesundheitskarte und ihre digitale Nutzung kann doch nicht über einen Papierausdruck sichergestellt werden. Hier muss entschieden nachgebessert werden.“

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news-57 Wed, 21 Oct 2015 00:00:00 +0200 Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/gesundheitsversorgung-von-fluechtlingen.html Südwest-AOK für Rahmenvereinbarung mit dem Land Die dauerhafte Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen braucht nach Ansicht der AOK Baden-Württemberg dringend Klarheit in den Strukturen und den Abläufen. Dazu sei eine Rahmenvereinbarung, die das Land mit allen Krankenkassen in Baden-Württemberg schließe, im Gespräch. Die Vereinbarung regle den Einsatz einer elektronischen Gesundheitskarte (eGK), den Leistungsumfang für Flüchtlinge und die Erstattung der Kassenaufwendungen durch das Land.

Laut AOK verlaufen die bisherigen Beratungen zu einer Landesregelung unter Leitung des Ministeriums für Integration mit dem Staatsministerium und den Fachministerien für Inneres, Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren sowie für Finanzen und Wirtschaft einerseits und mit den Ärzteverbänden andererseits konstruktiv. Über die Grundrichtung bestehe Einigkeit, Flüchtlingen im Land nach Verlassen der Erstaufnahmeeinrichtung den Zugang zum Gesundheitssystem durch die Nutzung einer elektronischen Gesundheitskarte zu ermöglichen. Damit solle der Bürokratieaufwand so gering wie möglich gehalten werden, weil auf bewährte Strukturen zurückgegriffen werde, was Städte und Gemeinden nachhaltig von Verwaltungsaufgaben entlaste.

Zum Leistungsumfang kann nach Auffassung aller Beteiligten aufgrund der gesetzlichen Vorgaben nicht das volle Leistungsspektrum gehören, wie es einem Versicherten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zustehe. Es gehe aber laut AOK um eine pragmatische Lösung, die in jedem Fall die niederschwellige Sicherstellung aller notwendigen medizinischen Versorgung garantiere, die sich aus dem besonderen Bedarf von Flüchtlingen in schwierigen Lebensumständen ergebe. Dies sei auch rechtssicher zwischen Land und Krankenkassen zu vereinbaren. Für weitergehende Leistungen, wie beispielsweise Vorsorgekuren oder Haushaltshilfe sollte es ein Genehmigungsverfahren geben. Von „praktischen Problemen“ bei der Sicherstellung des Leistungsumfangs, wie in den Medien vereinzelt berichtet, könne deshalb keine Rede sein.

Einen besonderen Kostenschub in der GKV, wie derzeit an der Öffentlichkeit spekuliert werde, sieht die AOK nicht. Die Vereinbarung sei im Gegenteil Voraussetzung für effiziente Rahmenbedingungen, damit neben den ohnehin entstehenden Gesundheitskosten für Flüchtlinge durch die Nutzung bewährter Strukturen ineffiziente Bürokratieschleifen und hohe Verwaltungsaufwände eingespart werden könnten. Nach den Vorstellungen der AOK könnte die Vereinbarung kurzfristig geschlossen werden und spätestens zum 1. Dezember 2015 in Kraft treten.

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news-58 Mon, 19 Oct 2015 00:00:00 +0200 Osteoporose-Patienten in Baden-Württemberg - gut beraten im Orthopädievertrag https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/osteoporose-patienten-in-baden-wuerttemberg-gut-beraten-im-orthopaedievertrag.html Fokus des Vertrages auf „sprechender Medizin“ Der Orthopädievertrag im Rahmen des Facharztprogramms nach § 73c SGB V von AOK Baden-Württemberg, Bosch BKK und MEDI Baden-Württemberg bietet für Patientinnen und Patienten mit Osteoporose eine Reihe von Vorteilen. Der Fokus des Vertrages liegt neben den notwendigen Untersuchungen auf der „sprechenden Medizin“. Dadurch haben teilnehmende Ärzte deutlich mehr Zeit für eine ausführliche Beratung und ganzheitliche Betreuung ihrer Patienten. Auch die wichtige Knochendichtemessung, sofern medizinisch indiziert, übernehmen die beiden Krankenkassen. Der Vertrag kommt bei den Ärzten sehr gut an: Mittlerweile zählt der 2014 gestartete Vertrag 535 teilnehmende Orthopäden, Unfallchirurgen und Chirurgen.

Eine Knochendichtemessung ist die einzige Möglichkeit, um den Beginn einer Osteoporose frühzeitig festzustellen und eine schwere Erkrankung durch gezielte Therapiemaßnahmen noch rechtzeitig zu verhindern. Für alle Patienten, die im Facharztprogramm von AOK Baden-Württemberg und Bosch BKK eingeschrieben sind, werden die Kosten dafür übernommen. Eine Erstattung ist nicht – wie dies in der Regelversorgung der Fall ist – an die Voraussetzung gebunden, dass mit einer Osteoporose-Therapie bereits begonnen wurde. Damit ist gewährleistet, dass die Untersuchung rechtzeitig erfolgt und notwendige weitere Maßnahmen eingeleitet werden können.

Paradigmenwechsel in der Versorgung: Ausführliche Beratung im Fokus

Nicht nur in Fragen der Früherkennung haben die Partner mit ihrem vor zwei Jahren unterzeichneten Vertrag einen Paradigmenwechsel eingeleitet: Mehr Zeit für eine umfassende Beratung, weniger unnötige apparative Diagnostik und Therapie, Förderung der Eigeninitiative der Patienten, angemessenes Honorar sowie eine bessere Koordination mit den Hausärzten sind wesentliche Vertragselemente. „Wir sorgen mit unserem Facharztvertrag dafür, dass der Orthopäde wieder Zeit für seine Patientinnen und Patienten hat, so dass eine umfassende Therapie möglich wird, die den ganzen Menschen im Blick hat“, fasst es Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg zusammen.

Dr. med. Burkhard Lembeck, Sprecher des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) in Baden-Württemberg kommentiert: „Für Osteoporose-Patienten gehören ausführliche Aufklärung und Beratungen zu Lebensstiländerungen zu einer guten Versorgung: Dazu zählen Tipps zu abwechslungsreicher Bewegung, Empfehlungen zu kalzium- sowie Vitamin D-reicher Ernährung und konkrete Ratschläge zur Sturzprophylaxe“.

Wichtig sei auch, dass der Vertrag eine umfassende leitlinienorientierte Basisdiagnostik ermögliche, wie das Beispiel Knochendichtemessung zeige. Entsprechend dem wissenschaftlich neuesten Stand wurden auch die Gesundheitsangebote der AOK Baden-Württemberg gezielt ausgerichtet; und der Orthopäde unterstützt den Patienten mithilfe des grünen Rezepts, die richtigen Bewegungsangebote bei Osteoporose zu finden.

Dr. med. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI Baden-Württemberg betont: „Die Leistungen der Ärzte, auch die technischen Leistungen, werden besser bezahlt, und es gibt keine Budgetgrenzen im Vertrag“. So betrug der durchschnittliche Fallwert für ausschließlich konservativ tätige Ärzte im vierten Quartal 2014 86 Euro und für operativ tätige Ärzte 111 Euro (exklusive Sachkosten). Verglichen mit dem durchschnittlichen KV-Fallwert entspricht dies einem Plus von mehr als 40 Prozent.

Regelmäßige Qualitätszirkel

Bestandteil des Facharztvertrags ist auch die regelmäßige Teilnahme an Qualitätszirkeln: „Zum Start gab es auch skeptische Stimmen; aber der kollegiale Austausch und die strukturierte, auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Fortbildung wird von den Ärzten inzwischen gut angenommen“, berichtet Lembeck.

Aktuell steht das Thema Osteoporose auf dem Fortbildungsplan. Da vor allen Dingen ältere und zum Teil auch multimorbide Menschen von Osteoporose betroffen sind, gilt es hierbei auch einen sorgfältigen Blick auf die Verträglichkeit und die Wechselwirkungen zu richten. So ist es häufig ausreichend, dass das notwendige Kalzium über die Nahrung aufgenommen wird, statt über Tabletten. Ein nicht unerheblicher Teil der Patienten erhält zusätzlich Protonenpumpenhemmer, die wiederum das Osteoporose-Risiko erhöhen können; diese können oft ausschleichend abgesetzt werden. Die beiden Beispiele zeigen auch, wie wichtig die kontinuierliche und enge Zusammenarbeit mit dem am Hausarztvertrag teilnehmenden HZV-Arzt ist. Wichtiger Bestandteil dieser verbindlichen Zusammenarbeit ist ein vollständiger Medikationsplan, der allen Beteiligten hilft: Der Hausarzt hat als Lotse den notwendigen Gesamtüberblick, der Orthopäde erhält wichtige Zusatzinformationen und die Osteoporose-Patienten profitierten von einer abgestimmten und sicheren Therapie.

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news-59 Fri, 09 Oct 2015 00:00:00 +0200 Vor dem Rücken knickt die Seele ein https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/vor-dem-ruecken-knickt-die-seele-ein.html Emotionale Belastungen verursachen lange Fehlzeiten Psychische Erkrankungen bringen in den Unternehmen im Südwesten die längsten Ausfallzeiten hervor. Darauf weist die AOK Baden-Württemberg hin. Im Jahr 2014 ließen sich 24,6 Fehltage pro Krankheitsfall auf Angstzustände, Depressionen, Suchtprobleme und andere seelische Erkrankungen zurückführen. Zum 10. Oktober, dem Internationalen Tag der seelischen Gesundheit, hebt Baden-Württembergs größte Krankenkasse den besonderen Stellenwert der inneren Ausgeglichenheit hervor: Mit ihrem 2013 geschaffenen Präventionsprogramm „Lebe Balance“ unterstützt die AOK seitdem die Resilienz von inzwischen mehr als 15.000 Menschen.

Weshalb melden sich Mitarbeiter in Baden-Württemberg am häufigsten krank? Weil der Rücken schmerzt? Weil sie sich in der Freizeit verletzt haben? Oder weil ihnen als Kettenrauchern regelmäßig die Luft wegbleibt? Letzteres ist keineswegs die wichtigste Ursache für einen entschuldigenden Anruf beim Chef. Nur 6,1 Krankheitstage waren 2014 durch Atemwegserkrankungen begründet. Schäden des Muskel- und Skelettapparats sorgten an 15,9 Tagen für verwaiste Bürostühle. Nach Verletzungen von AOK-Versicherten mussten behandelnde Ärzte an durchschnittlich 16,5 Tagen gelbe Zettel ausfüllen, und 19,7 Tage entfielen auf Probleme des Herz-/Kreislaufsystems. Seelische Leiden hielten aber an 24,6 Fehltagen Betroffene davon ab, an ihren Arbeitsplatz zu kommen.

Menschen, die bislang keine Erfahrungen mit psychischen Leiden machen mussten, tun gut daran, ihre Resilienz dagegen frühzeitig zu festigen, denn diese ist trainierbar.

Im Jahr 2013 setzte die AOK Baden-Württemberg ein Präventionsprogramm auf, das sich an noch gesunde Versicherte richtet. „Lebe Balance“ soll die Widerstandskraft gesunder Menschen gegen psychische Belastungen verbessern, damit sie lernen, mit stressigen Situationen im Alltag umzugehen. Die Ergebnisse einer Evaluation, die die AOK Baden-Württemberg unter 1000 ihrer bislang 15.000 Teilnehmer von Lebe-Balance-Kursen durchgeführt hat, belegen die Erfolge des Programms. Prof. Dr. Martin Bohus, Wissenschaftlicher Direktor am Zen­tralinstitut für Seelische Gesundheit, das „Lebe Balance“ mitentwickelt hat, zieht eine positive Bilanz: „Die psychische Belastung unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer sinkt signifikant. Wir können also aus wissenschaftlicher Sicht die Wirksamkeit des Programms bestätigen.“

„Lebe Balance“ zielt auf einen achtsamen Umgang mit der eigenen Person ab. Dasselbe Ziel verfolgt der Internationale Tag der seelischen Gesundheit, der am 10. Oktober stattfindet. Sein diesjähriges Schwerpunktthema "Dignity in Mental Health" fordert einen würdevollen Umgang mit der Gesundheit. Auch so lässt sich innere Balance umschreiben.

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news-60 Thu, 24 Sep 2015 00:00:00 +0200 Entspannungstechniken können helfen https://aok-bw-presse.de/landesweite-presseinfos/lesen/entspannungstechniken-koennen-helfen.html Nächtliches Zähneknirschen gefährdet Gesundheit Ein erholsamer Schlaf ist wichtig, um ausgeruht in den neuen Tag zu starten. Knirschen, klappern, pressen und mahlen sind jedoch die typischen nächtlichen Geräusche beim Zähneknirschen. Negative Auswirkungen auf die Zähne und den gesamten Körper können die Folge sein. Nach einer aktuellen Erhebung der AOK Baden-Württemberg befanden sich im Jahr 2014 mehr als 113.000 der Versicherten – rund 3 Prozent – wegen Zähneknirschens in Behandlung. Anlässlich des Tages der Zahngesundheit am 25. September macht die größte gesetzliche Kasse im Südwesten darauf aufmerksam, dass Entspannungstechniken gegen das Zähneknirschen helfen können.

Die gesunde Grundposition für die Zähne ist nachts die sogenannte „Ruhe-Schwebelage“, in der sich die Zähne gerade noch nicht berühren und der gesamte Kauapparat frei von Druck ist. Beim nächtlichen Zähneknirschen (Bruxismus) handelt es sich um einen unbewussten Vorgang, bei dem Kiefer und Zähne zusammengepresst oder aneinander gerieben werden. Der Druck, der dabei entstehen kann, liegt um ein Zehnfaches über dem normalen Druck beim Kauen und entspricht einem Gewicht von bis zu hundert Kilogramm.

Das Zähneknirschen kann negative Auswirkungen auf die Zähne und den gesamten Körper haben: Vor allem die Schneide- und Eckzähne können abgeschliffen und der Kieferknochen geschädigt werden; Zähne können sich lockern. Zudem kann es zu Verspannungen und Kopf-, Ohren- oder Nackenschmerzen kommen. Da der Vorgang unbewusst geschieht, werden die Knirschlaute oft als erstes vom Lebenspartner bemerkt.

Grund ist zumeist eine psychische Üb