Mediaportal AOK Baden-Württemberg http://example.com Mediaportal AOK Baden-Württemberg-RSS-Beschreibung de-de Mediaportal AOK Baden-Württemberg Sat, 28 Nov 2020 06:44:39 +0100 Sat, 28 Nov 2020 06:44:39 +0100 Mediaportal AOK Baden-Württemberg news-4027 Wed, 11 Nov 2020 15:52:56 +0100 AOK Baden-Württemberg belegt beim Handelsblatt-Vergleich einen Spitzenplatz Südwestkasse überzeugt mit Bestnoten bei Kundenservice und Leistungsangebot Die AOK Baden-Württemberg landet bei einem aktuellen Vergleich von 71 gesetzlichen Krankenkassen im Handelsblatt in der Spitzengruppe. Für das Ranking hat das Deutsche Finanz-Service-Institut (DFSI) die Krankenkassen in den Teilbereichen Kundenservice, Leistungsangebot und Finanzkraft untersucht und dabei Preise sowie Angebote bewertet. Beim Vergleich der regional geöffneten Krankenkassen erhielt die AOK Baden-Württemberg im Gesamtergebnis das höchste DFSI-Rating AA+ und belegt mit der Bestnote „Sehr gut“ den dritten Platz.

Beim „Leistungsangebot“ hat das DFSI neun Teilbereiche bei den Krankenkassen beurteilt und mit bis zu 100 Punkten bewertet: Prävention, Besondere Versorgung, Zusatzleistungen, digitale Leistungen, Transparenz, Zahn, Wahltarife, alternative Medizin und das Bonusprogramm. Die Südwestkasse erreicht hier mit dem höchsten DFSI-Rating „AA+“ die Bestnote „Sehr gut“ und landete auf Platz drei. Bei der „Besonderen Versorgung“ bekommt die AOK Baden-Württemberg mit 95,4 Punkten fast die Maximalpunktzahl und liegt mit Abstand an der Spitze.

Für den Teilbereich „Kundenservice“ wurden die Kriterien „Service“, Geschäftsstellennetz“ und „Kundenperformance“ betrachtet und nach einer Gewichtung mit insgesamt bis zu 100 Punkten bewertet. Die größte gesetzliche Krankenkasse im Südwesten erzielt hier 90,6 Punkte, belegt mit dem höchsten Ranking „AAA“ die Bestnote „Exzellent“ und landet hier ebenfalls auf dem dritten Platz bei den regional geöffneten Kassen.

In der Kategorie „Finanzkraft“ blickt das DSFI auf die sieben Kriterien „Liquidität“, „vorhandenes Vermögen“, Deckungsbeitrag Verwaltungskosten und Verwaltungskosten je Versicherte“, „Qualität der Gewinn- und Verlustrechnung“, Mitgliederentwicklung“, „Transparenz“ und „Beitragsstabilität“. Hier kann die AOK Baden-Württemberg mit stabilen Beiträgen sowie wachsenden Mitgliederzahlen punkten und erzielt mit dem DFSI-Rating „AA“ die Note „Gut“.

Das DFSI Rating hat zusammen mit dem Online-Dienst www.gesetzlichekrankenkassen.de, auf Basis eines von Branchenexperten und Vertretern der Kassen entwickelten Fragebogens und eigenen Umfragen, die umfangreichste Datenbasis zur Leistung, Kundenservice und Finanzkraft der bundesweiten und regional geöffneten Kassen erhoben.

Das Rating vom DFSI finden Sie hier: http://www.dfsi-institut.de/rating/96/unternehmensqualitaet-der-gesetzlichen-krankenkassen-2020-21

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news-3845 Tue, 29 Sep 2020 13:46:17 +0200 Heilung mit ganzem Herzen Zehn Jahre AOK-FacharztProgramm Von Frank Brunner

Kurz nach acht Uhr gibt Jürgen Sauer noch mal richtig Gas. Kraftvoll tritt der 66-Jährige in die Pedale, so als gehe es um sein Leben. Genau genommen stimmt das auch. Schweißperlen glänzen auf seiner Stirn und dem nackten Oberkörper. Sauer strampelt und keucht – und kommt doch keinen Meter voran. Es ist ein Montagmorgen im Untersuchungsraum der kardiologischen Gemeinschaftspraxis in Bietigheim-Bissingen. Sauer sitzt auf einem Ergometer – mit Elektroden an Brust und Bauch absolviert er das obligatorische Belastungs-EKG. Der Test ist Teil seiner jährlichen Vorsorgeuntersuchung. „Wegen meines stark vergrößerten Herzens bin ich als junger Mann bei der Bundeswehr ausgemustert worden“, erinnert sich Sauer. Seit einiger Zeit leidet er auch noch an Herzrhythmusstörungen. Während er seine Pumpe ankurbelt, steht neben ihm Dr. Paloma Villena und schaut zufrieden auf den Monitor. Die Kardiologin analysiert Blutdruck, Herzfrequenz und Leistungsvermögen: „125 Watt pro Stunde – das ist eine leicht überdurchschnittliche Leistung für Menschen in Herrn Sauers Alter.“ Sauer strahlt. Gleich wird Villena ein ausführliches Gespräch mit ihm führen. Und das ist keine Selbstverständlichkeit heutzutage.

Kürzere Wartezeiten, längere Termine

Oft suchen mehr Patientinnen und Patienten Rat, als die Facharztpraxen bewältigen können. Die Konsequenz: Die Wartezeit für einen Termin ist lang, und die Zeit für einen persönlichen Kontakt zwischen Ärztinnen und Ärzten und ihren Patientinnen und Patienten ist knapp. Mitglieder der AOK Baden-Württemberg bekommen im Cardio Centrum Ludwigsburg-Bietigheim schneller einen Termin und mehr Zeit mit den behandelnden Medizinerinnen und Medizinern. „Die AOK honoriert unsere Arbeit besser, und deshalb kann ich Behandlungen – etwa ambulante Implantationen von Herzschrittmachern – durchführen, die andere Kassen nicht übernehmen“, erklärt Villena. Außerdem könne sie in den Sprechstunden ihre Diagnosen und Therapien noch ausführlicher erläutern. Hintergrund dieser Vorteile sind die sogenannten Facharztverträge. Diese Vereinbarungen setzen auf die „hausarztzentrierte Versorgung“ und verknüpfen die haus- und die fachärztliche Behandlung zu einer ganzheitlichen ambulanten Versorgung. Haus- und Facharzt informieren einander gegenseitig mit ausführlichen Arztbriefen. Vor allem chronisch Erkrankte profitieren von dieser Art der Zusammenarbeit: Sie ersparen sich unnötige Klinikaufenthalte, müssen weniger lange auf Behandlungen warten, werden besser beraten, besser versorgt. Neben den erforderlichen technischen und diagnostischen
Leistungen honoriert das FacharztProgramm in besonderer Weise das persönliche Arzt-Patienten-Gespräch – und damit die Möglichkeit der individuellen Beratung etwa zur Krankheitsbewältigung und zur Prävention.

In Bietigheim-Bissingen hat Jürgen Sauer die Zielgerade erreicht. Erschöpft steigt er vom Rad, streift sich sein Shirt über, folgt Paloma Villena ins Sprechzimmer und setzt sich. „Ich habe diese Zwischenschläge außerhalb des normalen Herzrhythmus – woher kommt das?“, fragt er. Seine Ärztin erklärt ihm ausführlich Ursachen und Folgen dieser Störung. „In Ihrem Fall ist das harmlos”, betont Villena, verschreibt ihm aber eine symptomatische Therapie. Erleichtert atmet Sauer auf. Körperlich aktiv war er schon immer; er arbeitete als Drucker und Lagerist, spielte Fußball, trainiert mittlerweile im Fitnessstudio. Früher besuchte er verschiedene kardiologische Praxen. Doch vor einem Jahr empfahl ihm sein Hausarzt die Gemeinschaftspraxis von Paloma Villena und ihren Kolleginnen und Kollegen. Dafür wechselte Sauer von der Regelversorgung in einen Facharztvertrag. „Eine gute Entscheidung“, findet er. Er müsse seine Krankheitsgeschichte nicht immer wieder neu erzählen, das Vertrauensverhältnis sei besser. Mit seinen positiven Erfahrungen ist Jürgen Sauer nicht allein. Eine wissenschaftliche Evaluationsstudie der Goethe-Universität Frankfurt/Main analysierte das Modell, an dem sich neben der AOK Baden-Württemberg unter anderem auch der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen, die Bosch BKK und Medi Baden-Württemberg beteiligen. Ein Team um Professor Ferdinand Gerlach, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Uni Frankfurt, resümiert, dass bei Herzinsuffizienz und der koronaren Herzkrankheit die Inanspruchnahme von Fachärztinnen und Fachärzten deutlich gezielter erfolgt als bei der herkömmlichen Versorgung. So liege die Überweisungsquote im Facharztvertrag bei fast 100 Prozent, in der Regelversorgung nur bei rund zwei Drittel. Die Studie belegt außerdem, dass es bei der Vermeidung unnötiger Krankenhausaufenthalte und Liegezeiten für die untersuchten Indikationen signifikante Unterschiede zugunsten des Facharztvertrags gibt und dass eine bessere ambulante Versorgungssteuerung, basierend auf passgenauen regionalen Strukturen, nachhaltig zu eindeutigen Qualitätsvorteilen bei geringeren Kosten führt.

In ihrer Praxis erklärt Paloma Villena ihrem Patienten Jürgen Sauer detailliert die Ergebnisse der Untersuchung. „Ihre Cholesterinwerte sind recht gut“, lobt die Kardiologin. Auch die Ultraschalluntersuchung der Halsschlagader zur Schlaganfallvorsorge stimmt sie optimistisch. „Die Carotis-Duplex- Sonografie wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht
übernommen, im AOK-Facharztprogramm dagegen schon.“

Paloma Villena – roter Arztkittel, rote Brille, Lachfalten um die Augen – redet schnell. Aber nicht, um Zeit zu sparen. Sie will einfach sehr viele Hinweise an Jürgen Sauer weitergeben. Vor fast 30 Jahren landete die gebürtige Spanierin mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in der Bundesrepublik, wo sie promovierte, anschließend im Krankenhaus arbeitete und seit 2008 als niedergelassene Kardiologin praktiziert.

Gute Zusammenarbeit seit zehn Jahren
Vor zehn Jahren halfen Villenas Kolleginnen und Kollegen bei der Entwicklung des Facharztvertrags. „Wir sind eine der größeren kardiologischen Praxen in Baden-Württemberg, deshalb war es sinnvoll, dass wir uns an dem Projekt beteiligen.“ Bis heute betont sie die gute Zusammenarbeit mit der AOK Baden-Württemberg. Wichtig ist ihr, dass sich Patienten nicht auf eine Ärztin bzw. einen Arzt festlegen müssen. „Wenn Sie unzufrieden mit mir sind, Herr Sauer, können Sie jederzeit wechseln“, sagt Villena lachend. Jürgen Sauer schüttelt den Kopf: „Ich wechsle nicht.“ Der Rentner gehört zu den gesunden Versicherten in Villenas Praxis. Typisch für Patientinnen und Patienten mit kardiologischen Erkrankungen sind Stenosen der Herzkranzgefäße, Herzschwächen und schwere Herzrhythmusstörungen. Bei solchen Erkrankungen sei eine engmaschige Kontrolle extrem wichtig, wie sie durch die Facharztverträge garantiert werde.

An diesem Montag behandelt Dr. Villena 13 Patientinnen und Patienten – ein vergleichsweise ruhiger Tag. Normalerweise kommen zu Wochenbeginn mehr Akutpatienten ohne Termin, die am Wochenende Schmerzen in der Brust verspürt haben und die nun Klarheit über ihre Gesundheit haben möchten. Dann sitzt schon mal die doppelte Zahl an Ratsuchenden im
Warteraum. „Ein Hausarzt hat am Tag noch viel mehr Patienten – dafür führen wir aufwendigere Untersuchungen durch“, sagt Villena.

Viele Fachrichtungen sind Teil des Programms
Facharztverträge existieren nicht nur für die Kardiologie. Auch in der Gastroenterologie, PNP (Psychotherapie, Neurologie und Psychiatrie), Orthopädie, Urologie, Diabetologie, Rheumatologie und Nephrologie garantieren die Facharztverträge eine ausgezeichnete Patientenversorgung und bessere Arbeitsbedingungen für die Ärztinnen und Ärzte in Baden-
Württemberg.

Paloma Villena ist in Bietigheim-Bissingen am Ende ihrer Sprechstunde mit Jürgen Sauer angekommen. „Bitte warten Sie noch einen Augenblick“, wendet sie sich an ihn. Und tippt die letzten Zeilen ihres Berichts für Sauers Hausarzt in den Computer, sendet ihn an den Drucker und sagt: „Den Bericht können Sie gleich mitnehmen.“ Jürgen Sauer wirkt zufrieden. „Bis nächstes Jahr“, sagt er und eilt zum Ausgang. Schon tritt der nächste Patient in Villenas Behandlungszimmer – und in ihrem Gesicht ist wieder das strahlende Lächeln zu sehen.

 

Diesen und weitere Beiträge finden Sie in unserem diesjährigen Unternehmensbericht "Heute schon an übermorgen denken".

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news-3841 Mon, 28 Sep 2020 11:17:36 +0200 In eigener Sache: Neuer Unternehmensbericht online Heute schon an übermorgen denken Von Johannes Bauernfeind und Alexander Stütz

Für die aktuelle Ausgabe des Unternehmensberichts der AOK Baden-Württemberg haben wir bereits vor der Corona-Pandemie das Schwerpunktthema Nachhaltigkeit gewählt, das für das Gesundheitssystem, unsere Arbeit und das Wohl unserer Versicherten von großer Bedeutung ist. Kaum ein anderer Begriff hat in der Öffentlichkeit zuletzt so viel Aufmerksamkeit erfahren – stark befeuert von der medialen Berichterstattung und der „Fridays for Future“-Bewegung. Ein gesellschaftlicher Bewusstseinswandel ist seitdem deutlich zu spüren. Nachhaltigkeit bedeutet, mit Ressourcen wirtschaftlich, ökologisch und sozial verantwortungsvoll umzugehen. Denn es geht um nichts weniger als um unsere Zukunft. Wir möchten den folgenden Generationen eine intakte Umwelt, eine beständige Wirtschaft und ein krisensicheres Gesundheitssystem hinterlassen.

Dann kam die Corona-Pandemie, die die Anfälligkeit unseres Systems offenbart hat. Seitdem das Virus Anfang des Jahres Deutschland erreichte, hat es das gesamte Land in den Krisenmodus katapultiert. Infektionszahlen und Todesfälle schnellten in die Höhe. Die Einschränkung des gesellschaftlichen Lebens, Abstands- und Hygieneregeln verändern den Alltag bis heute. Die Situation ist ein Stresstest für uns alle. Doch während andere Länder unter der Last der Infektionswelle in ihren Grundfesten erschüttert wurden, bewies das deutsche Gesundheitssystem – trotz aller Schwächen – seine Belastbarkeit. Auch wenn nicht absehbar ist, ob das Virus in weiterer Ausprägung zurückkommt.

Oft reagieren Menschen reflexartig auf Krisen und damit einhergehende Probleme. Sie justieren, reparieren und flicken, was anfällig erscheint. Doch unter „Nachhaltigkeit“ verstehen wir als AOK Baden-Württemberg die Ausrichtung des eigenen Handelns an den zukünftigen Herausforderungen, nicht nur an Momentaufnahmen. Anstatt zu reagieren, möchten wir heute schon agieren. Zwar lässt sich nicht jede Krise voraussagen – das hat das Coronavirus gezeigt –, doch mit dem demografischen Wandel und dem Klimawandel oder auch dem
Fachkräftemangel stehen wir, unabhängig von Corona, weiterhin vor riesigen Herausforderungen.

Unser Ziel ist es daher, Versorgung, Gesundheitsprävention und auch unser eigenes Unternehmen so nachhaltig wie möglich zu gestalten. Wir teilen unsere Erfahrungen und Werte darüber hinaus mit unseren Partnern im Gesundheitssektor. Begleiten Sie uns auf unserem Weg in eine nachhaltige Zukunft!

Der vollständige Unternehmensbericht steht zum Download bereit.

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news-3808 Thu, 03 Sep 2020 11:30:24 +0200 Krankenhauszukunftsgesetz: Die Richtung stimmt aber Zukunft der Krankenhäuser bleibt unklar Ein Kommentar Am gestrigen Mittwoch (02.09.) beschloss das Bundeskabinett den Entwurf seines Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG). Im Kern geht es dabei um die Digitalisierung in den Kliniken. Die ist überfällig. So stark sich die Krankenhäuser während der Corona-Pandemie bislang in Fragen der medizinischen Qualität erweisen, so deutlich wird, wie sehr sie im Vergleich zu anderen Bereichen des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens IT-seitig abgehängt sind. Das beginnt bei einer Zettelwirtschaft zur Patientenverwaltung und Dokumentation und endet bei mangelnden Angeboten telemedizinischer Natur.

Dass der Bund mit dem KHZG nun massiv in die Investitionshoheit der Länder eingreift, wie er es auch schon bei der Auflage des Krankenhausstrukturfonds tat, ist daher nur folgerichtig. Auch dass der Kabinettsentwurf das Öffnen von Bundesschatullen an die finanzielle Beteiligung der Länder koppelt, ist richtig. Und doch geht die Bundesregierung hier den zweiten Schritt vor dem ersten. Denn bevor, wie nun geplant, Milliarden mit der Gießkanne über den Kliniken ausgeleert werden, wäre es unbedingt notwendig, zunächst einmal über die zukünftig notwendigen Krankenhausstrukturen im Gesamten zu sprechen. In Ländern wie Baden-Württemberg gibt es den politischen Willen dazu. Und entsprechend wirkungsvoll greift hier auch das Instrument des Krankenhausstrukturfonds. In vielen anderen Bundesländern sieht das leider anders aus. Dass dort die finanziellen Mittel des nun vorgesehenen Krankenhauszukunftsfonds ebenso wirkungslos in der Fläche versickern oder gar nicht erst abgerufen werden wie die des Krankenhausstrukturfonds, erscheint leider wahrscheinlich.

Die digitale Ertüchtigung der Krankenhäuser ist deshalb erst dann sinnvoll, wenn klar ist, welche Krankenhäuser in der Zukunft überhaupt wo gebraucht werden. Außerdem müssen aus Sicht der AOK Baden-Württemberg Doppelfinanzierungen ausgeschlossen werden, da der neu eingerichtete Krankenhauszukunftsfonds in seinen Zielsetzungen nicht vollständig überschneidungsfrei mit dem bereits bestehenden Krankenhausstrukturfonds ist. So wären beispielsweise die telemedizinischen Netzwerkstrukturen in beiden Fonds förderfähig. Hier muss der Gesetzgeber für eine Klarstellung sorgen.

Die (fortgesetzten) Ausgleichszahlungen für die Krankenhäuser und die Pflege sind grundsätzlich nachvollziehbar. Die Finanzierung pandemiebedingter Lasten ist jedoch originäre Aufgabe des Staates und sollte nicht den Beitragszahlern aufgebürdet werden.

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news-3805 Wed, 02 Sep 2020 11:06:25 +0200 Kinder - Pandemitreiber in Schule und Kindergarten? Erkältungssymptome bei Kindern und Jugendlichen in Zeiten der Corona-Pandemie Interview mit Dr. Roland Fressle, Landesverbandsvorsitzender Baden-Württemberg des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ e.V.) und praktizierender Kinder- und Jugendarzt in Freiburg

Viele Eltern haben Sorge vor einer zweite Corona-Infektionswelle, aber vor allem auch davor, ob ihre verschnupften Kinder, die es ab Herbst wieder vermehrt geben wird, in die Schulen und Kindergärten dürfen. Nach wochenlangem Ausfall des Schulunterrichts und der Betreuung in Kindergärten im Frühjahr, fürchten viele Eltern erneut zwischen die Doppelbelastung Familie und Beruf zu geraten. Das Sozialministerium hat Ende Juli zusammen mit dem Landesgesundheitsamt Empfehlungen zum Umgang mit Erkältungs- und Krankheitssymptomen bei Kindern und Jugendlichen herausgegeben, um eine möglichst klare Regelung nach den Sommerferien 2020 zu haben.

Wie stellt sich die aktuelle Situation in den Kinderarztpraxen in Baden-Württemberg dar? Sind auch in den Praxen der Kinder- und Jugendärzte wieder ansteigende Infektionszahlen zu beobachten?
Dr. Fressle: „Die Situation verändert sich von Tag zu Tag. Bisher sind – bezogen auf Kinder und Jugendliche – keine großen Anstiege der Infektionszahlen zu beobachten. Insgesamt betrachtet sieht die Situation etwas anders aus. Die Zahlen des Robert-Koch-Instituts zeigen, dass die Infektionszahlen wieder steigen. Gleichzeitig muss man aber auch sagen, dass derzeit mehr Tests durchgeführt werden. Was den Kinder- und Jugendärzten mehr Sorge bereitet ist, dass die klassische Infekt-Welle erst nach den Sommerferien im Herbst und Winter kommt. Und Corona ist nicht zu unterscheiden von „normalen“ Erkältungen. Annähernd die Hälfte der Kinder zeigt zudem keine Symptome.“

Glauben Sie, dass eine Anpassung der Regelung des Sozialministeriums und des Landesgesundheitsamts zum Umgang mit Erkältungs- und Krankheitssymptomen bei Kindern und Jugendlichen im Herbst notwendig sein wird?
Dr. Fressle: „In Krisensituationen sind immer Anpassungen notwendig und es ist nichts in Stein gemeißelt. Wenn wir aber die angesprochene Regelung – an der der BVKJ intensiv mitgearbeitet hat – nicht gemacht hätten, dann müsste man alles bald wieder zumachen. Das kann auf keinen Fall das Ziel sein.“

Die Politik hat beschlossen, die sog. Kinderkrankentage für Eltern v.a. auch wegen Corona zu erhöhen, um Beruf und Familie besser vereinbaren zu können. Was halten Sie davon?
Dr. Fressle: „Ich begrüße diesen Beschluss. Die Kinder und Familien müssen uns das wert sein. Jemand muss die Kinder betreuen, wenn sie krank sind. Während des Lockdowns konnten die Kinderkrankentage bis zu 2 Wochen per Telefon bescheinigt werden. Das war eine sinnvolle Lösung. Jetzt müssen alle Patientinnen und Patienten aber wieder persönlich bei uns vorgestellt werden. Das heißt aber, dass wir aus unserer Sicht oft unnötige Vorstellungsanlässe in den Praxen haben. Genau dies sollte aber weiterhin verhindert werden. Das die Möglichkeit der kontaktlosen Beantragung und Verlängerung außer Kraft gesetzt wurde erschließt sich mir nicht. Sie müssen sich vorstellen, dass im Praxisalltag eine strikte Trennung bei Behandlungen, Wartesituationen etc. notwendig ist. Wir müssen uns zum Beispiel Schutzkleidung an- und ausziehen und wenn jetzt durch die Aufhebung der Regelung mehr Personen in die Praxis kommen ist das kontraproduktiv und mit dem Praxisalltag nur schwer vereinbar.

Was können bzw. müssen Eltern tun, wenn ihr Kind einen Schnupfen oder Erkältungssymptome hat?
Dr. Fressle: „Wenn die Eltern den Eindruck haben, dass das Kind mehr als übliche Erkältungs- oder andere Krankheitssymptome hat, dann sollten sie erstmal telefonisch Kontakt mit dem Kinder- und Jugendarzt oder ihrem Hausarzt aufnehmen. Hier kann man schon sehr gut vorsteuern. Außerdem sollte in diesen Zeiten nur ein Elternteil mit dem erkrankten Kind in die Praxis kommen zum Beispiel auch ohne Geschwisterkinder. Der Grundsatz lautet möglichst wenig Menschen gleichzeitig in der Praxis zu haben, um Ansteckungen zu vermeiden. Und da spielt der telefonische Kontakt eine enorm wichtige Rolle.“

Ein Blick zurück, wie war die Situation zw. März und Mai/Juni. Gab es viele Infektionen von Kindern mit Covid 19?
Dr. Fressle: „Es gab ganz wenig Infektionen bei Kindern und Jugendlichen, viele Studien zeigen niedrige Prävalenzraten (Anmerk.: Kennzahl für die Krankheitshäufigkeit). Ich sagte ja bereits, dass viele Kinder auch keine Symptome zeigen. Vieles an dieser neuartigen Krankheit ist bis heute noch nicht erforscht und genau verstanden. Durch die Schließung der Kindergärten und Schulen ab Mitte März gab es andererseits kaum andere Infekte. Wenn man so will war das ein positiver Nebeneffekt.“

Sind Kinder als „Pandemietreiber“ einzuschätzen?
Dr. Fressle: „Nein, das sind sie auf keinen Fall. Dieser harte Lockdown mit wochenlangen Schließungen von Bildungseinrichtungen ist sehr zwiespältig zu betrachten. Zwar konnte so die erste Welle erfolgreich eingedämmt werden, aber Kindern und Jugendlichen steht Betreuung und Bildung zu. Außerdem haben wir in dieser Zeit auch Kinder aus den Augen verloren, die in der Kita, der Schule oder bei uns in den Praxen aus unterschiedlichsten Gründen besser immer mal gesehen werden. Stichworte Misshandlungen, mangelnde Förderung, „Medienjunkies“ etc. Was bedeutet das für die Zukunft? Wir müssen sogenannte „lokale Brand- oder Glutnester“ gezielt bekämpfen und einzelne Klassen oder Gruppen schließen. Pauschale Schließungen ganzer Kitas oder Schulen sind immer schwierig. Das Ganze spielt sich vor einer gesellschaftspolitischen Situation ab, die diskutiert werden muss. Schließlich haben wir aber auch die Gesundheit der Lehrer und Erzieher zu schützen. Insgesamt wünsche ich mir einen ausgeglichenen Umgang mit der Pandemie – mit Augenmaß und gesundem Menschenverstand. Wir dürfen nicht in Hysterie und Aktionismus verfallen, müssen aber andererseits die Sorgen und Ängste der Menschen ernst nehmen und dürfen die Gefahren durch das Coronavirus nicht unterschätzen.“

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news-3786 Thu, 20 Aug 2020 14:46:00 +0200 AOK Baden-Württemberg für den Umweltpreis für Unternehmen 2020 des Landes Baden-Württemberg nominiert Südwestkasse ist in der finalen Auswahl für begehrte Umweltschutz-Auszeichnung Die AOK Baden-Württemberg hat sich mit ihrem strategischen Umweltmanagement „greenAOK“ für die finale Runde beim „Umweltpreis für Unternehmen 2020“ des Landes Baden-Württemberg qualifiziert und damit Chancen auf die begehrte Auszeichnung. Seit 2013 entwickelt die AOK Baden-Württemberg das strategische Umweltmanagement „greenAOK“, das nach ISO 14001 zertifiziert ist und auf dem Umweltbewusstsein der Südwestkasse basiert. Der Umweltschutz ist bei der AOK Baden-Württemberg eng in die Unternehmensstrategie eingebettet. Herausragende Projekte sind unter anderem die "Bäum dich auf" Klimachallenge, das Projekt ARIN (Agile Raum- und Infrastrukturnutzung), ein elektrifizierter Fuhrpark und eine eigene Ladeinfrastruktur oder Nachhaltigkeitskriterien in Ausschreibungen.

Bislang haben sich 17 Unternehmen, die durch eine vom baden-württembergischen Umweltministerium eingesetzten Jury beurteilt wurden, für die letzte Runde im Auswahlverfahren des Umweltpreises qualifiziert. Die Südwestkasse ist in der Kategorie „Handel und Dienstleistung“ des Umweltpreises nominiert, daneben wird der Preis auch in den Kategorien „Handwerk“, „Industrieunternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitenden“ und „Industrieunternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden“ vergeben. Außerdem wird der Jurypreis „Kreislaufwirtschaft“ und ein Sonderpreis für Leistungen von Non-Profit-Organisationen verliehen. Die Sieger werden durch Umweltminister Franz Untersteller bei einer Preisverleihung am 9. Dezember in Stuttgart bekannt gegeben.

Mehr Informationen zu greenAOK: www.aok.de/bw/greenaok

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news-3774 Mon, 03 Aug 2020 16:19:55 +0200 AOK Baden-Württemberg begrüßt Corona-Tests bei Reiserückkehrern Südwestkasse sieht jedoch Klärungsbedarf bei der Kostenfrage Ab heute sind am Flughafen Stuttgart bereits Test für Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten möglich und auch in weiteren Flughäfen in Baden-Württemberg sowie im Straßen-, Bahn- und Busverkehr sollen kostenlose Tests ermöglicht werden. Die AOK Baden-Württemberg begrüßt die Testpflicht. Dass die Tests auch bei Reiserückkehrern ohne Corona-Symptome durchgeführt werden, ist ein sinnvoller Beitrag zum Bevölkerungsschutz. Doch Bevölkerungsschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und die Kosten für die Tests können nicht den Beitragszahlern der gesetzlichen Krankenkassen und den Arbeitgebern auferlegt werden. Die privaten Krankenversicherungen müssen sich an den Lasten der Corona-Pandemie stärker beteiligen. „Es ist bedauerlich, dass die privaten Krankenversicherer ihrer gesellschaftlichen Verantwortung während der Corona-Pandemie bisher nur teilweise gerecht werden“, sagt Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. „Die ausgeweiteten Corona-Tests bei asymptomatischen Patienten sind ein Beispiel dafür, deren Finanzierung selbst für Privatversicherte kommt allein aus dem GKV-Gesundheitsfonds.“ Die Refinanzierung der Testkosten bei Reiserückkehrern über den Gesundheitsfond hält die Südwestkasse für den falschen Weg. In jedem Fall müssten die Kosten zumindest durch einen zusätzlichen Bundeszuschuss aus Steuermittel finanziert werden, da Infektionsschutz eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung sei.
Mehr zur Verteilung der Lasten in der Corona-Pandemie finden Sie hier.

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news-3677 Wed, 20 May 2020 15:02:08 +0200 AOK Baden-Württemberg öffnet schrittweise ihre Standorte im Land AOK-KundenCenter bieten wieder persönliche Beratung vor Ort Die AOK Baden-Württemberg bietet seit heute (20.05.2020) wieder persönliche Gespräche für ihre Versicherten in AOK-KundenCentern an. Die Beratungstermine werden im Vorfeld mit den Kundinnen und Kunden telefonisch vereinbart und in den einzelnen AOK-KundenCentern aller 14 Bezirksdirektionen durchgeführt. Versorgung

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news-3671 Thu, 14 May 2020 09:11:00 +0200 AOK Baden-Württemberg ist starke Stütze in schwierigen Zeiten Bestnote für Südwestkasse bei der Absicherung von Familien und aktiven Älteren In einem aktuellen Vergleich von Focus-Money, in dem das Magazin Leistungen und Service von gesetzlichen Krankenkassen bewertet, erhält die AOK Baden-Württemberg Bestnoten. Im Ranking von 71 allgemein geöffneten Krankenkassen schneidet die Südwestkasse in den Kategorien „Top-Kasse für Familien“ und „Top-Kasse für aktive Ältere“ mit der Bestnote „exzellent“ ab und kann in fünf weiteren Kategorien ebenfalls mit hervorragenden Noten punkten.

Die höchste Benotung „exzellent“ erreichte die AOK Baden-Württemberg als Top-Kasse für Familien sowie für aktive Ältere und setzte sich bei diesen Profilen an die Spitze der bundesweit und regional geöffneten gesetzlichen Krankenkassen, die in der Studie untersucht wurden. In beiden Gruppen erreichte die Südwestkasse auch eine hohe Punktzahl bei der Langfristwertung und ist somit von 2011 bis 2020 dort in den Top 5 vertreten. Für beide Zielgruppen wurden Kriterien in den Feldern „Besondere Versorgung/Versorgungsmanagement“, „Zusatzleistungen“, „Zusatzleistungen und „Serviceleistungen“ betrachtet. Bei den Familien flossen zudem „individuelle Gesundheitsförderung“, „Bonusprogramme“ und Auslandsschutz“ in die Bewertung ein. Bei den aktiven Älteren wurden noch Kriterien aus den Felder „Vorteilsprogramme“ und „Zahnmedizin“ bewertet. Mit der Note „sehr gut“ konnte sich die AOK Baden-Württemberg auch als Top-Kasse für Sportler, junge Leute, Selbstständige und für Anspruchsvolle ebenfalls weit oben im Ranking platzieren. Für Preisbewusste sowie Anhänger der Alternativmedizin wurde die Südwestkasse mit „gut“ bewertet.

In der Studie hat Focus-Money den acht verschieden Personengruppen Leistungen zugeordnet, die über den gesetzlich festgelegten Katalog der gesetzlichen Krankenkassen hinausgehen und für die jeweiligen Zielgruppen einen Mehrwert bedeuten. Anhand der zahlreichen Daten des unabhängigen Portals www.gesetzlichekrankenkassen.de und selbst erhobener Daten hat das Deutsche Finanz-Service Institut (DFI) ermittelt, welche Krankenkassen die höchste Übereinstimmung mit den jeweiligen Profilen aufweisen.

Mehr Informationen auf https://www.gesetzlichekrankenkassen.de/kasse/7/AOK+BadenW%C3%BCrttemberg

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news-3633 Mon, 27 Apr 2020 15:20:54 +0200 Zecken kennen keine Corona-Kontaktbeschränkung AOK Baden-Württemberg warnt vor Gefahren durch Zeckenbisse Nach milden Wintern ist die Gefahr von Zeckenbissen besonders hoch und die Gefahr an einem Zeckenstich zu erkranken ist nicht zu unterschätzen. Besonders in der aktuellen Corona-Pandemie, bei der viele Menschen unter Einhaltung der empfohlenen Kontaktbeschränkungen Spaziergänge und Freizeitaktivitäten in der Natur machen, könnten die Erkrankungen durch Zeckenbisse ansteigen.

Zecken lauern in Wald und Wiesen besonders in hohen Gräsern sowie Büschen und können die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sowie auch die Borreliose übertragen. Rund 1 bis 5 Prozent der Zecken tragen laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) das FSME-Virus in sich, das zu Meningitis, Enzephalitis, Myelitis (Hirnhaut- bzw. Gehirn- oder Rückenmarksentzündung) führen kann. Doch gegen dieses Virus gibt es eine Schutzimpfung, die von Experten besonders in den Risikogebieten, zu denen fast alle Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg gehören, empfohlen wird. Die Kosten für Überprüfung und Auffrischung des Impfschutzes übernimmt die AOK Baden-Württemberg bei ihren Versicherten. Bei der Borreliose, die Hautrötungen, Arthritis Meningitis, und den Befall von Nervensystem und Herz verursachen kann, gibt es dagegen keinen Impfschutz. Darum ist beim Aufenthalt im Grünen trotz FSME-Impfung Vorsicht geboten, auch wenn nicht jeder Zeckenbiss eine Borreliose-Infektion bedeutet.
 
„Der beste Schutz ist die Vermeidung von Zeckenstichen“ rät Dr. Leslie Trautrims-Michelitsch, Ärztin und Fachbereichsleiterin Behandlungsmanagement bei der AOK Baden-Württemberg. „Die richtige Kleidung wie geschlossene Schuhe, Strümpfe und lange Hosen wie auch das Absuchen des Körpers nach Zeckenstich nach Aufenthalten in der Natur sind wichtige Vorsichtsmaßnahmen.“ Falls man trotzdem einen Zeckenstich am Körper bemerkt, sollte der Parasit mit einer speziellen Pinzette oder Karte entfernt werden. Je schneller dies geschieht umso geringer ist die Gefahr, dass Erreger in den Körper gelangen. Ein roter Rand um den Einstich deutet auf eine Borreliose-Infektion hin und Betroffene sollten sofort zum Arzt gehen.

„Da die FSME-Impfung den einzigen wirksamen Schutz vor einer FSME Erkrankung darstellt, sollte vor allem in Risikogebieten wie zum Beispiel in Baden-Württemberg jeder Einzelne die Risiken und Nutzen sorgfältig abwägen,“ rät Trautrims-Michelitsch. „Als Schutz gegen Zecken ist neben allgemeinen Verhaltensmaßnahmen auch die Impfung für Personen, die sich viel im Freien bewegen, sinnvoll.“ In Baden-Württemberg wurden laut Robert-Koch-Institut (RKI) im Jahr 2019 164 FSME-Erkrankungen gezählt. Die FSME-Impfquote liegt laut AOK-Statistik bei 21,5 Prozent und damit leicht über dem vom RKI ermittelten Wert von 20,9 Prozent bei den Schuleingangsuntersuchungen in Baden-Württemberg.
Zu allen Impfungen beraten Hausärzte sowie Kinder- und Jugendärzte/innen. Auch die telefonische Beratung am AOK-MedTelefon steht allen Versicherten der Südwestkasse zur Verfügung – die kostenlose 24-h-Hotline für Ihre Gesundheit berät zu allen Impfungen sowie zu Reiseschutzimpfungen unter der Nummer 0800 10 50 501.

Karte FSME-Risikogebiete laut Robert Koch-Institut, Februar 2020:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/F/FSME/Karte_Tab.html 

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news-3565 Wed, 08 Apr 2020 10:36:52 +0200 AOK Baden-Württemberg baut Online-KundenCenter in der Corona-Krise aus Bereits über 125.000 Versicherte nutzen neue Funktionalitäten mit dem Smartphone oder im Internet Um die Kommunikation mit ihren Versicherten in der Corona-Krise zu erleichtern, hat die AOK Baden-Württemberg die Kapazitäten bei der telefonischen und Online-Beratung ausgebaut. Mit dem Projekt „Online-KundenCenter“ erweitert die Südwestkasse die Möglichkeiten für ihre Kunden und bietet online neue Funktionalitäten.

Der erste Schritt zur Nutzung des Online-KundenCenters „Meine AOK“ erfolgt seit April auch mit der vereinfachten Sofortregistrierung, die telefonisch mit dem Kundenberater durchgeführt werden kann. Die Zweifaktor-Authentifizierung bietet dabei einen sicheren und schnellen Weg zur Datenübermittlung, den man auch vom Online-Banking kennt. Nach der Registrierung können dann persönliche Daten, wie zum Beispiel Adresse, Telefonnummer oder Bankverbindung, geändert werden. Auch Dokumente, wie Krankmeldungen oder Anträge, können Versicherte mit dem Smartphone fotografieren und bequem auf die Plattform laden. Der Upload eines Bildes oder die Bestellung einer neuen elektronischen Gesundheitskarte (eGK) sind Funktionen, die von den Versicherten ebenfalls gerne genutzt werden und inzwischen über alle Endgeräte zur Verfügung stehen. Seit Anfang April ist dies auch über die App mit dem Smartphone möglich.

Im persönlichen Postfach auf „Meine AOK“ können Kunden direkt Fragen stellen und Kundenberater haben die Möglichkeit Dokumente mit den Versicherten auszutauschen und bereitzustellen, wie zum Beispiel eine Ersatzbescheinigung für die eGK. Digitale Anträge und Bescheinigungen, wie zum Beispiel die Befreiung von der gesetzlichen Zuzahlung, der Antrag zur Aufnahme von Familienversicherten und die Beitragsbescheinigung für das Finanzamt sind weitere Funktionen des Online-KundenCenters, die Versicherten häufig nutzen. „Meine AOK“ schafft zusätzliche Transparenz durch die schnelle Einsicht in Versicherungs- und Entgeltzeiten und informiert zu abgerechneten Leistungen von Leistungserbringern.

Im letzten Jahr hat sich die Zahl der registrierten Nutzer nahezu verdoppelt, aktuell (07.04.2020) nutzen über 125.000 Personen das Online-KundenCenter. Wöchentlich registrieren sich rund 2.800 Versicherte neu über die Website www.meine.AOK.de oder die gleichnamige App, die kostenlos im Google Play Store sowie im App-Store von Apple verfügbar ist.

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news-3561 Fri, 03 Apr 2020 13:39:19 +0200 Info-Hotline: Bereits 800 Anrufe zum Coronavirus AOK-MedTelefon bietet Hilfestellung zu akuten Fragen Gehöre ich zur Risikogruppe? Wie kann ich mich schützen? Was soll ich tun, wenn ich mit einer an COVID-19 erkrankten Person in Kontakt war? Soll ich mich testen lassen und wenn ja, wo? Das sind die häufigsten Fragen, die derzeit beim AOK-MedTelefon zum Thema Coronavirus eingehen. Rund 800 Menschen haben seit Beginn der Pandemie Rat und Hilfe bei der Info-Hotline 0800 1050501 gesucht und gefunden. Damit nimmt der Service der AOK Baden-Württemberg eine echte Lotsenfunktion ein.

„Unsere wichtigste Aufgabe war es von Beginn an, die Ratsuchenden zu beruhigen und mit den wichtigsten Informationen zur Übertragung des Virus zu versorgen. Besonders wichtig sind in diesem Zusammenhang Hinweise auf die notwendigen Hygienemaßnahmen“, erklärt Dr. Leslie Trautrims-Michelitsch, Leiterin des Behandlungsmanagements der AOK Baden-Württemberg. „Die Unsicherheit war vor allem zu Beginn der Pandemie sehr groß.“ 

Auch in Baden-Württemberg setzte schon früh ein großer Ansturm auf Arztpraxen ein, der zu einer hohen Belastung des Gesundheitssystems führte. Viele Menschen wollten sich auf eine Infektion testen lassen – ob mit oder ohne Anzeichen einer Erkrankung. Am Ende der Winterferien kehrten zudem viele Ski-Urlauber mit Erkältungs- oder Grippesymptomen aus Risikogebieten zurück. „In dieser Situation galt es zu vermeiden, dass Covid-19-Infizierte das Virus in die Arztpraxen tragen und es weiter verbreiten“, erklärt Trautrims-Michelitsch. Nach wie vor gelte deshalb: Kein Arztbesuch ohne vorherigen Anruf in der Praxis.

Viele Anrufer suchen Entscheidungshilfen: Soll ich den Arzt kontaktieren, oder nicht? Ist für mich ein Test zu empfehlen? Bei der Beratung orientiert sich das Expertenteam aus Ärzten und medizinischen Fachkräften an den Informationen des Robert-Koch-Instituts. „Wir informieren uns laufend über die neuesten Entwicklungen und Erkenntnisse“, so Trautrims-Michelitsch. Die wichtigsten Ratschläge seien weiterhin: Freiwillige häusliche Isolierung bei Symptomen von Atemwegsinfektionen, mindestens eineinhalb Meter Abstand halten zu anderen Personen, häufiges Händewaschen und Einhalten der Hust- und Niesetikette.

Am meisten Sorgen machen sich mittlerweile chronisch Kranke, die vor allem wissen möchten, ob sie zur Risikogruppe für schwere Verläufe gehören. Vor allem diese Anrufer motivieren die Experten ausdrücklich, zu Hause zu bleiben. Dafür sollten alle Hilfsangebote angenommen werden. Trautrims-Michelitsch: „Wenn jemand für Sie einkaufen gehen möchte, nehmen Sie dieses Angebot an! Ein gesunder Egoismus ist da angebracht“.

Das AOK-MedTelefon steht den Versicherten der AOK Baden-Württemberg rund um die Uhr kostenfrei zur Verfügung: Telefon 0800 1050501

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news-3556 Tue, 31 Mar 2020 12:11:01 +0200 Krankenhauslandschaft: AOK Baden-Württemberg erstattet Forderungen vorzeitig Fast zwölfeinhalb Millionen Euro werden früher ausgezahlt Den Krankenhäusern kommt während der Corona-Pandemie eine besondere Bedeutung für die Versorgung der Bevölkerung zu. Die AOK Baden-Württemberg unterstützt sie dabei durch pauschal vereinbarte Vereinfachungen zur Abrechnung ihrer Leistungen. Insgesamt 12,4 Millionen Euro hat die AOK Baden-Württemberg deshalb schon vor Fälligkeit an Kliniken des Landes überwiesen.

Das am 29.03.2020 in Kraft getretene COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz des Bundes wird die Liquidität der Kliniken spürbar verbessern. Im Interesse ihrer Versicherten ist die AOK Baden-Württemberg aber bereits am 20. März auf die Krankenhäuser zugegangen und hat ihnen kurzfristige Lösungen für die Begleichung demnächst fälliger Forderungen angeboten. Die liquiden Mittel, die den Krankenhäusern auf diese Weise vorzeitig zur Verfügung stehen, können die Kliniken in die Bewältigung der jetzt anstehenden herausfordernden Aufgaben investieren.

 

 

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news-3486 Wed, 25 Mar 2020 17:39:49 +0100 Unternehmen: Keine Schieflage durch Sozialversicherungsbeiträge AOK Baden-Württemberg ermöglicht unbürokratische Beitragsstundungen Die AOK Baden-Württemberg will verhindern, dass Standards aus normalen Zeiten während der Corona-Krise zu einer Existenzbedrohung für Unternehmen werden und sich damit zu einer Gefahr für den Fortbestand von Arbeitsplätzen entwickeln. Sie stundet die Arbeitgeberanteile von 1. März bis 30. April 2020 im Bedarfsfall schnell und unbürokratisch.

Für viele Selbstständige/Arbeitgeber bedeutet die Corona-Pandemie nicht nur eine Bedrohung der persönlichen Gesundheit, sondern auch eine ihrer wirtschaftlichen Existenz. Die Lohnkosten laufen auch weiter für die Angestellten von Gaststätten, Friseuren oder Kinos – und mit den Lohnkosten fallen auch Arbeitgeberanteile für die Krankenversicherung an. Bundes- und Landesregierungen haben mittlerweile umfassende Hilfsmaßnahmen für Unternehmen beschlossen, die die finanziellen Auswirkungen mildern sollen. Unternehmen, die ihre jetzt anfallenden Sozialversicherungsbeiträge nicht zahlen können, haben ab sofort die Möglichkeit, formlos eine Stundung für den Zeitraum vom 1. März bis 30. April 2020 zu beantragen.

Die AOK Baden-Württemberg empfiehlt allen Antragstellern, ihre Situation kurz und nachvollziehbar zu schildern. So erübrigen sich zeitraubende Rückfragen. Die Entscheidung über eine Stundung erfolgt zeitnah in einer Einzelfallentscheidung.

Formlose Anträge nehmen die Firmenkundenberater der AOK Baden-Württemberg entgegen.

weitere Informationen

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news-3484 Tue, 24 Mar 2020 14:40:32 +0100 Corona-Krise: AOK Baden-Württemberg erstattet Botengänge von Apotheken Unterstützende Maßnahmen müssen auf regionale Besonderheiten zugeschnitten sein Im Zuge der Corona-Krise hat die AOK Baden-Württemberg am 20.03.2020 Maßnahmen getroffen, die den Apotheken ihre tägliche Arbeit massiv erleichtern. Zur Versorgung der Menschen, die ihr Haus nicht verlassen können oder dürfen, erhalten die Apotheken zudem eine Bezahlung für Botengänge. Das gibt es nur bei uns.


Auf sämtliche Herausforderungen vor Ort im Zuge der Corona-Pandemie mit Zentralisierungsbestrebungen zu reagieren, bedeutet, regionale Besonderheiten der Länder zu vernachlässigen. Bezahlte Botengänge zum Beispiel sind in einem Flächenland wie Baden-Württemberg sinnvoll – andere setzen möglicherweise auf Versandhandel, auch der kann die Apotheke vor Ort entlasten.


Die Mehrzahl der in Apotheken vorrätigen Arzneimittel wurde aufgrund von Rabattverträgen bevorratet, die Hersteller dieser Arzneimittel haben ihre Produktion auf einen hohen Marktanteil ausgerichtet und sich entsprechend mit Vorräten ausgestattet. Diese Arzneimittel müssen weiterhin für die Versorgung zur Verfügung stehen!

 

 

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news-3417 Wed, 05 Feb 2020 16:59:31 +0100 AOK Baden-Württemberg als beste regionale Krankenkasse ausgezeichnet Spitzenplatz der Südwestkasse bei bundesweitem Krankenkassen-Ranking In einem aktuellen Vergleich von Focus-Money, in dem das Magazin Leistungen, Beiträge und Service der gesetzlichen Krankenkassen analysiert, steht die AOK Baden-Württemberg auf dem Siegertreppchen: In einem der größten und detailliertesten deutschen Krankenkassenvergleiche belegt die Südwestkasse in der Gesamtwertung bundesweit den dritten Platz und ist die beste regional geöffnete Krankenkasse. In fünf Kategorien erhielt die AOK-Baden-Württemberg die Bestnote „hervorragend“ und war auch in weiteren fünf Kategorien auf den vorderen Rängen. Damit hat die AOK aus dem Südwesten die Topplatzierung aus dem Vorjahr als bestplatzierte regionale Kasse verteidigt.
In der 14. Auflage des großen Krankenkassentests untersucht Focus-Money die 70 gesetzlichen Krankenkassen, die für die Allgemeinheit geöffnet sind. Die AOK Baden-Württemberg erhielt in den Kategorien „Gesundheitsförderung“, „Service“, „Transparenz“ „Zusatzleistungen“ und „Besondere Versorgung“ die Bestnote „hervorragend“ und legte so den Grundstein für den Spitzenplatz. Mit weiteren Bewertungen „sehr gut“ oder „gut“ in den Kategorien „Finanzen“, „Wahltarife“, „Bonus-/Vorteilsprogramm“, „Alternative Medizin“ und „Digitale Leistungen“ baute die Südwestkasse ihren Vorsprung vor anderen regionalen Krankenkassen weiter aus. Grundlagen für die Bewertungen im Ranking waren Daten, die bis zum 15. Januar 2020 auf dem Portal www.gesetzlichekrankenkassen.de gemeldet wurden sowie Daten aus den Bereich Finanzen, die Focus-Money mit dem Deutschen Finanz-Service Institut im Sommer 2019 erhoben hat.

Bei der Betrachtung zum Aspekt „Empfehlungen von Ärzten und Kunden“ landete die AOK Baden-Württemberg ganz vorne. Hierbei flossen die Erfahrungen von allein 14.100 Ärzten und Zahnärzten ein. Zudem wurden Kunden zur Gesamtzufriedenheit und zur Weiterempfehlungsabsicht an Freunde und Bekannte befragt. Bei Ärzten wie bei Kunden belegte die AOK Baden-Württemberg den Spitzenplatz bei den Krankenkassen mit über zwei Millionen Mitgliedern und bestätigte erneut ihre Spitzenposition.

Mehr Informationen auf www.gesetzlichekrankenkassen.de

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news-3329 Thu, 28 Nov 2019 14:03:32 +0100 Wenig überraschend, doch bemerkenswert: Pharmalobby nutzt globale Lieferengpässe für Forderungen nach mehr Geld Aus einer Ende November veröffentlichten Arbeit eines beauftragten Instituts zieht die Generikalobby die Erkenntnis, „Rabattverträge im Exklusivmodell gefährden die Arzneimittelversorgung“. Die Feststellung des Auftraggebers ist einigermaßen bemerkenswert, hatte die Lobby ihre aktuelle These doch selbst noch 2014 – sechs Jahre nach Beginn der ersten Exklusivverträge – öffentlich als Mythos bezeichnet. Tatsächlich sind Arzneimittelengpässe vor allem dann gefährlich, wenn keine gleichwertigen Versorgungsalternativen zur Verfügung stehen. Dass diese Konstellation allerdings ein Ausnahmefall bleibt, bestätigt die Auftragsarbeit für die Generikalobby selbst.

Die Arbeit untersucht die Frage, wie häufig im Jahr 2017 ein austauschbares Arzneimittel mit dem Hinweis auf eine Lieferunfähigkeit abgegeben wurde. Wie die Autoren ausführen, war das im Jahr 2017 bei 0,6 Prozent aller für die Analyse betrachteten Verordnungen der Fall. Anders ausgedrückt: Die von dem Lobbyverband zitierte Arbeit sagt aus, dass für 99,4 Prozent der Verordnungen die gewünschten Arzneimittel lieferbar waren.

Lässt sich mit solchen Zahlen nachweisen, dass Rabattverträge Versorgungssicherheit gefährden? Wohl kaum. Eher zeigen die Ergebnisse, dass die Generikalobby ein selbstverschuldetes, globales Problem für die öffentliche Diskussion in Deutschland mit einem marginalen Anteil von 4 Prozent des weltweiten Generikamarktes zur letztlichen Forderung nach mehr Geld nutzt.

Gegen die von der Lobby geforderten, zwingenden Mehrfachvergabe sprechen überzeugende Argumente:

  • Großkonzerne können bei der Mehrfachvergabe ihren Marktanteil durch Marketingmaßnahmen beeinflussen.
  • Verpflichtende Mehrfachvergaben begünstigen taktisches Bieten, da die zu gewährenden Rabatte bei mehreren Zuschlagsgewinnern sinken.
  • Gerade kleine und mittelständische Unternehmen verlieren ihre Planungssicherheit, weshalb Großkonzerne die eigentlichen Gewinner der Mehrfachausschreibungen sein müssen.
  • Lohnherstellung ist bei europäischen Generikaanbietern die Regel. Unter 193 in Europa tätigen Herstellern finden sich nur 11 meist kleinere, die tatsächlich für sich selbst produzieren. Von den Arzneimitteln zu 230 generischen Wirkstoffen werden 93 Prozent in der EU ausschließlich über Lohnhersteller produziert. Die meisten pharmazeutischen Unternehmer in Deutschland haben noch nie ein Arzneimittel selbst hergestellt. Ein Mehrpartnermodell bedeutet daher nur im Ausnahmefall, dass die Produktion auf mehrere Schultern verteilt werden kann.

Am Ende verdrängen generelle Mehrfachvergaben kleinere Anbieter zugunsten der Großkonzerne aus dem Markt. Anbieteroligopole wären absehbar, ein Vorteil für die Versorgungssicherheit wäre damit gerade nicht verbunden.

Nachdem die AOK-Gemeinschaft in den ersten Jahren der Rabattverträge tatsächlich auch auf das Mehrpartnermodell als Vertragsstandard gesetzt hatte, kam sie aufgrund der damit gemachten Erfahrungen schnell davon ab: Gerade kleinere Anbieter hatten überzeugende Argumente für ein grundsätzlich exklusives Ausschreibungsdesign.

Die Generikalobby lenkt die Aufmerksamkeit weg von der Verantwortung der Generikahersteller. Im Interesse der Patientinnen und Patienten sind diese Manöver nicht. Viel mehr bedarf es Lösungen, damit aus globalen Lieferengpässen keine negativen Folgen für die Versorgung in Deutschland entstehen. Engpässe müssen bereits dann, wenn sie absehbar sind, für eine zentrale Stelle transparent werden. Ebenso sollten pharmazeutische Unternehmen wie bereits die Apotheken und der pharmazeutische Großhandel zur Vorratshaltung verpflichtet werden.


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news-3306 Mon, 25 Nov 2019 12:33:40 +0100 Wissenschaftlich bestätigt: AOK-Gesundheitsförderung erstklassig Das unabhängige IGES Institut bescheinigt den AOK-Präventionsaktivitäten Bestnoten. Dies zeigt der heute (25.11.2019) erstmals veröffentlichte AOK-Qualitätsbericht Prävention. Insbesondere streichen die Wissenschaftler, die auch die Felder Partizipation, Reichweite, Ganzheitlichkeit und Qualitätsmanagement untersuchten, die hohe Qualifikation der AOK-Präventionsfachkräfte heraus. Allein die AOK Baden-Württemberg beschäftigt über 500 ausgebildete Bewegungs- und Ernährungsexperten, die Unternehmen, Kitas, Schulen, Kommunen und Patientinnen und Patienten im ganzen Land beraten und unterstützen.

„Als AOK Baden-Württemberg haben wir uns eine systematische Gesundheitsförderung in allen Lebenslagen und in jedem Kontext – sei es Kindergarten, Schule, Betrieb oder individuell – auf die Fahnen geschrieben“, so Jutta Ommer-Hohl, die bei der größten Kasse im Südwesten den Fachbereich Gesundheitsförderung leitet. „Unser Ziel ist es, mit unserem Knowhow Menschen in tragfähigen und erfolgreichen Netzwerken zusammenzubringen, die langfristig zu einem gesünderen Lebensstil und damit zu einem geringeren Erkrankungsrisiko führen.“ So werde das Programm JolinchenKids mittlerweile in rund 350 Kitas in Baden-Württemberg umgesetzt, das Programm ScienceKids in 1.000 Schulen. Und 2018 hätten mehr als 50.000 Baden-Württembergerinnen und Baden-Württemberg einen der fast 5.000 Kurse zu Ernährung, Bewegung, Entspannung und Stressmanagement sowie psychischer Gesundheit besucht. „Im gleichen Jahr haben wir fast 10.000 Unternehmen bei der Initiierung oder Weiterentwicklung der betrieblichen Gesundheitsförderung begleiten dürfen“, so Ommer-Hohl. Das große Vertrauen, das sich in diesen Zahlen widerspiegele, verstehe man als Ansporn und große Verantwortung. „Wir werden nicht müde, unsere Präventionsangebote immer weiter zu verbessern und vor allem immer neue regionale Netzwerke mit weiteren Partnern zu knüpfen.“ Denn je engmaschiger die Gesundheitsförderung als wichtige gesellschaftliche Aufgabe umgesetzt werde und je früher sie ansetze, desto größer sei die Chance der Menschen im Land, gesund alt zu werden.

Der vollständige AOK-Qualitätsbericht Prävention „Für ein gesünderes Deutschland“ steht zum Download bereit.

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news-3299 Thu, 14 Nov 2019 15:06:11 +0100 Spitzenplatz für AOK Baden-Württemberg bei bundesweitem Vergleich gesetzlicher Krankenkassen Südwestkasse kann bei Kundenservice, Finanzkraft und Leistungsangebot punkten Bei einem aktuellen umfangreichen Vergleich von 73 allgemein geöffneten gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland, der von Deutschen Finanz-Service Institut (DFSI) durchgeführt und im Handelsblatt veröffentlicht wurde, hat die AOK Baden-Württemberg Bestnoten erzielt. Die Südwestkasse erreichte die Note „Sehr gut“, die beste vergebene Wertung bei den regional geöffneten Anbietern, und belegt bundesweit in dieser Kategorie Platz drei. Beurteilt wurden beim Gesamtergebnis das Leistungsangebot, die Finanzkraft und der Kundenservice der Krankenkassen.

Im Teilbereich „Kundenservice“, bei dem das Geschäftsstellennetz, der Kundenservice und die Kundenperformance bewertet wurde, erhielt die AOK Baden-Württemberg das beste Prädikat „exzellent“. Auch in der Kategorie „Besondere Versorgung“ lag die AOK Baden-Württemberg mit 94,6 von 100 Punkten mit Abstand an der Spitze.

Gemessen an der Zahl der Menschen, die bei den untersuchten Krankenkassen versichert sind, deckt das DFSI-Rating 99,5 Prozent des deutschen Markts ab und gilt hinsichtlich Marktbreite und Umfang der Prüfkriterien als das bisher ausführlichste, das je durchgeführt wurde.

Das Rating vom DFSI finden Sie hier

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news-3211 Thu, 07 Nov 2019 14:07:49 +0100 Wissenschaftliche Analyse: Rabattverträge steigern Liefersicherheit Arzneimittelversorgung: Politik darf der Pharmalobby nicht auf den Leim gehen Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WidO) veröffentlichte heute (07.11.2019) eine fundierte Analyse der Lieferfähigkeit von Arzneimitteln und der Konzentration im Arzneimittelmarkt in Deutschland.

Erneut wird mit der heute veröffentlichten Analyse des WidO wissenschaftlich fundiert belegt, dass Arzneimittelrabattverträge die Versorgungssicherheit der Versicherten mit Arzneimitteln verbessern und den Wettbewerb im Arzneimittelmarkt beleben. So erhöhen die Arzneimittelrabattverträge der AOK nachgewiesenermaßen die ohnehin schon hohe Lieferfähigkeit im Generikamarkt von 99,3 Prozent auf 99,7 Prozent. Zugleich nahm die Konzentration im deutschen Generikamarkt seit 2006 um über 40 Prozent ab. Die Große Koalition ist gut beraten, sich diesen wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen nicht zu verschließen - und sich von der Pharmalobby nicht an der Nase herumführen zu lassen: Das Märchen groß angelegter Engpässe ist leider sehr eingängig.

Für ein durch Arzneimittelhersteller selbst verursachtes Problem durch Einschränkung des Rabattvertragswettbewerbs – und damit mehr Geld - belohnt werden zu wollen, ist schlicht dreist. Deutschlands marginale vier Prozent am globalen Arzneimittelmarkt machen deutlich, dass die Forderung nach mehr Geld in Deutschland globale Lieferprobleme nicht beeinflussen kann.

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news-3180 Mon, 04 Nov 2019 16:32:50 +0100 Initiative für mehr Versorgungsqualität im Krankenhaus AOK schreibt Qualitätsverträge für Hüft-Endoprothetik aus Als erste Kasse im Land hat die AOK Baden-Württemberg zum 01.11.2019 Qualitätsverträge zur Optimierung der Hüft-Endoprothetikversorgung in Kliniken ausgeschrieben, die eine spürbare Verbesserung der Behandlung der Versicherten zum Ziel haben. Sie setzt damit ihre Bestrebungen nach mehr Versorgungsqualität und einer sektorenübergreifenden Versorgung konsequent fort und möchte hierfür mit den qualitativ besten Kliniken in Baden-Württemberg zusammenarbeiten.

Der Qualitätsvertrag nach § 110 a SGB V ist im Rahmen eines Open-House-Verfahrens auf www.dtvp.de ausgeschrieben. Die Bewerbung der Kliniken kann bis zum 31.10.2020 erfolgen. Grundlage des Vertrags ist ein umfassendes Behandlungskonzept, das die AOK Baden-Württemberg unter Einbeziehung externer Fachexperten entwickelt hat.

Durch die Verzahnung mit dem Facharztvertrag Orthopädie sowie dem Programm AOK proReha nach Hüft- oder Knie-Endoprothetik, soll mit den Qualitätsverträgen die sektorenübergreifende Versorgungskette geschlossen werden und die Versicherten der AOK Baden-Württemberg können so eine orthopädische Versorgung auf höchstem Qualitätsniveau erwarten.

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news-3164 Tue, 29 Oct 2019 09:19:32 +0100 Krankenhäuser: Qualität stimmt – und könnte noch besser werden Mindestmengen-Transparenzliste gibt Patientinnen und Patienten Orientierung Die Qualitätssicherung in den baden-württembergischen Krankenhäusern entwickelt sich erfolgreich. Dies bestätigt die aktuelle Mindestmengen-Transparenzliste, die die AOK Baden-Württemberg heute (29.10.2019) veröffentlichte: Im Land führen nur die Kliniken bestimmte Operationen durch, die gemessen an der Zahl der Eingriffe, der sogenannten Mindestmenge, die notwendige Übung haben oder eine Ausnahmegenehmigung aufgrund der Mindestmengenregelung besitzen. Verbindliche Mindestmengen gelten derzeit bundesweit für Leber- und Nierentransplantationen, komplexe Eingriffe an Speiseröhre und Bauchspeicheldrüse, künstliche Kniegelenke, Stammzelltransplantationen sowie die Versorgung von Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 1.250 Gramm. „Die Mindestmengen-Transparenzliste gibt den Menschen einen guten Anhaltspunkt, welche Kliniken die größte Erfahrung bei bestimmten Eingriffen besitzen“, so Nadia Mussa, Fachbereichsleiterin Krankenhausversorgung bei der AOK Baden-Württemberg. „Sie kann damit ein wichtiger Anhaltspunkt bei der Auswahl der passenden Klinik sein, wenn zum Beispiel Eingriffe bei künstlichen Kniegelenken anstehen.“

Trotz des positiven Ergebnisses dürfe man nun nicht die Hände in den Schoß legen, so Mussa weiter. „Gerade weil die Mindestmengen nachgewiesenermaßen einen erfolgreichen Beitrag zur Qualitätssicherung in der Fläche leisten, sollte ihr Einsatz im Interesse der Patientinnen und Patienten sukzessive weiterentwickelt und ausgeweitet werden.“ Auf wissenschaftlicher Basis müssten, so Mussa, die bestehenden Regelungen immer wieder auf den Prüfstand gestellt sowie neue Bereiche definiert werden, in denen zukünftig ebenfalls Mindestmengen greifen sollten. Ein Blick in die Mindestmengentransparenzliste zeige zudem, dass bei einzelnen Leistungsbereichen innerhalb einer Stadt mehrere Leistungserbringer dieselbe Leistung mit unterschiedlichen Fallzahlen anbieten. Hier bestehe Potenzial für weitere Leistungsbündelungen, ohne das Versorgungslücken entstehen, mit dem Effekt weiterer Qualitätsverbesserungen durch mehr Erfahrung.

 

Hinweis an die Redaktionen:
Die Mindestmengen-Transparenzliste der AOK Baden-Württemberg enthält alle Krankenhäuser im Land, die die jeweiligen Leistungen im Jahr 2020 erbringen dürfen. Zum Download.

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news-3135 Mon, 30 Sep 2019 15:08:47 +0200 Medizinische Leistungen sichern AOK Baden-Württemberg Spitzenplatz Südwest-AOK ist beste regionale Krankenkasse für Familien Die Experten des Deutschen Finanz-Service Instituts haben im Auftrag der Zeitschrift Focus 81 gesetzliche Krankenkassen, die für die Allgemeinheit geöffnet sind, auf den Prüfstand gestellt und bestätigt: Die AOK Baden-Württemberg ist die beste regionale gesetzliche Kasse für Familien. Mit der Bestnote „Hervorragend“ und 62,8 Punkten in sechs Kategorien belegt die Südwestkasse den Spitzenplatz unter den untersuchten regional tätigen Kassen und bietet für Familien im Südwesten nachweislich viele Vorteile und eine bestmögliche Versorgung.

Insbesondere Themen, die Familien besonders am Herzen liegen, wurden im Test der Krankenkassen betrachtet und gingen in das Urteil der Experten ein: In der Kategorie „Besondere Versorgung“ zum Beispiel die Erkrankungen von Neugeborenen oder spezielle Kindererkrankungen wie ADHS, bei den „Zusatzleistungen“ zum Beispiel Brustkrebsvorsorge, Hebammenrufbereitschaft, erweiterte Jugenduntersuchungen oder Schutzimpfungen. Zudem wurden die Themenfelder „Gesundheitsförderung“, „Bonusprogramme“, „Auslandsservice“ und „Service“ in den Blick genommen.

Alle Leistungen und Vorteile der AOK Baden-Württemberg für Familien unter
https://www.aok.de/pk/bw/familie/

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news-3127 Tue, 24 Sep 2019 10:08:05 +0200 Arzneimittelausgaben sind 2018 auf 41,2 Milliarden Euro gewachsen Kostensteigerungen gehen vor allem auf patentge-schützte Medikamente zurück Die jährlich wachsenden Arzneimittelausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) haben neue Rekorde erreicht. Zu diesem Schluss kommt der heute erscheinende Arzneimittelverordnungsreport des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Betrugen die Ausgaben der GKV im Jahr 2017 bundesweit noch rund 40 Milliarden Euro, wuchsen sie im Folgejahr um eine weitere Milliarde auf 41,2 Milliarden Euro. „Die Hauptursache dafür sind teure patentgeschützte Arzneimittel“, sagt der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann: „Seit 2011 hat sich der Umsatz mit den teuren Präparaten bei der AOK Baden-Württemberg verdoppelt, und ‚teuer‘ nennen wir ein Arzneimittel erst, wenn die einzelne Packung mehr als 500 Euro kostet!“

Allein von 2017 auf 2018 stieg bei der AOK Baden-Württemberg der Umsatz der hochpreisigen Arzneimittel um 5,3 Prozent. Was das heißt, erläutert AOK-Chef Hermann, indem er den Kostenaufwand der hochpreisigen Arzneimittel in Relation zum übrigen Arzneimittelmarkt setzt: „Weniger als ein Prozent aller verordneten Arzneimittel machen über 38 Prozent der gesamten Arzneimittelausgaben aus. Das ist ein Unding! Auf dem Markt der generischen Arzneimittel können wir über unsere Rabattverträge steuernd eingreifen und erzielen seit Jahren Einsparungen, die die Solidargemeinschaft der Versicherten entscheidend entlasten. Wie lange die Gemeinschaft aber noch in der Lage sein wird, die Mondpreise des patentgeschützten Marktes zu tragen, weiß niemand.“

Besonders problematisch: Anders als in den meisten europäischen Staaten wird in Deutschland nicht bereits beim Marktzugang über die Erstattungsfähigkeit und den Preis entschieden. In den ersten zwölf Monaten nach Markteintritt eines neu zugelassenen Arzneimittels können die Hersteller dafür jeden Preis verlangen, der ihnen zusagt. „Die gesetzlichen Krankenkassen müssen diesen Preis vollständig erstatten, egal wie hoch er ist und welchen tatsächlichen Nutzen das Medikament stiftet“, verdeutlicht Hermann. Erst nachdem das erste Jahr auf dem Markt vorüber ist, wird für das neue Arzneimittel der dann verbindliche GKV-Erstattungspreis - abhängig vom Zusatznut-zen gegenüber der bisherigen Therapie - festgelegt. Hermann: „Bis dahin dürfen uns die Pharmahersteller melken, so viel sie wollen. Damit die Therapie mit Arzneimitteln auch in Zukunft bezahlbar bleibt, muss das Verfahren der Nutzenbewertung und Preisfindung weiterentwickelt werden.“

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news-3123 Fri, 20 Sep 2019 11:40:12 +0200 Bundesratsdebatte über Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) am Freitag AOK-Südwest-Chef Hermann: „Versuch, die Quadratur des Kreises zu schaffen“ Am heutigen Freitag (20.09.) berät der Bundesrat über den Gesetzesentwurf zum Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG). Dieser sieht unter anderem eine Kompetenzverschiebung vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) zum Innovationsausschuss vor. Dazu Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg: „Wieder einmal versucht das Bundesgesundheitsministerium, funktionierende Mechanismen der Selbstverwaltung durch Gesetzesänderungen zu unterlaufen.“ Am Beispiel des Innovationsfonds werde erneut deutlich, dass die Große Koalition den Realitätsbezug verloren habe, wenn es um die Übertragung von ,Laborbedingungen‘ auf das ‚Echtleben‘ gehe. „Das ist nicht weniger als ein erneuter Versuch, die Quadratur des Kreises zu schaffen“, so Hermann.

 

Der Innovationsausschuss soll gemäß Kabinettsfassung des DVG innerhalb von drei Monaten nach Vorlage der projektbezogenen Ergebnisberichte Empfehlungen aussprechen, ob die neue Versorgungsform oder einzelne Ansätze daraus in die Regelversorgung zu überführen sind. Wird die Zuständigkeit beim G-BA gesehen, müssen innerhalb von zwölf Monaten Vorgaben zur Aufnahme in die Regelversorgung beschlossen werden.

 

Durch die geplante Regelung würden neue Parallelwege eröffnet, die eine Vorabentscheidung unter größtem Zeitdruck durch ein Gremium vorsehen, in dem neben der Selbstverwaltung auch die Administration von Bundesgesundheitsministerium (BMG) und Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sitzen. „Der G-BA wäre nur noch Erfüllungsgehilfe und könnte lediglich noch über das Wie zur Aufnahme in die Regelversorgung entscheiden“, kritisiert Hermann.

 

Als wesentlichen Schwachpunkt des Gesetzentwurfs sieht die AOK Baden-Württemberg auch, dass die Fortführung erfolgreich durchgeführter Innovationsfondsvorhaben innerhalb der Selektivverträge im Gesetzesentwurf keine Rolle spiele. Hier böte sich für viele Ansätze das größte Potential, da Selektivverträge regionale Steuerungs- und Gestaltungsspielräume ermöglichten, die in der Regelversorgung nicht vorgesehen seien, so Hermann weiter. „Gerade unter Laborbedingungen evaluierte Vorhaben, die ein hohes freiwilliges Engagement aller Beteiligten zur Grundlage haben, brauchen in der breiteren Implementierung Willen und Wollen überzeugter Partner zur klaren Steuerung – ansonsten sind Evaluationsergebnisse überhaupt nicht übertragbar.“

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news-3110 Fri, 13 Sep 2019 13:26:38 +0200 Experten diskutieren in Berlin über die Zukunft der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum Hermann: „Das Rezept kann nur eine Menüfolge sein.“ Ärzte könnten vor allem im ländlichen Raum bald rar werden. Rund jeder vierte niedergelassene Arzt in Baden-Württemberg ist schon über 60 Jahre alt und damit nah am Rentenalter. Und laut aktuellen Befragungsergebnissen des änd (Ärztenachrichtendienstes) planen bundesweit 67 Prozent der niedergelassenen Ärzte, ihre Tätigkeit als Vertragsarzt früher als geplant zu beenden. Über mögliche Lösungen der Versorgung im ländlichen Raum diskutierte der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg Dr. Christopher Hermann gestern in Berlin mit Experten im Rahmen der Veranstaltungsreihe „AOK im Dialog“.

Für den Vorstandsvorsitzenden der AOK Baden-Württemberg Dr. Christopher Hermann liegt das Rezept gegen die drohenden Versorgungsprobleme in den ländlichen Regionen auf der Hand: „Wir benötigen die Sicherstellung einer sehr guten bedarfsgerechten hausärztlichen regionalen Grundversorgung. Diese kann aber nur geschaffen werden, wenn wir die Rahmenbedingungen für den Ärztenachwuchs attraktiv gestalten.“ Zwei wesentliche Aspekte hierfür seien die Honorargestaltung mit Aufwertung der sprechenden Medizin und Gestaltungsfreiräume für die Akteure vor Ort. Beispielhaft sei das Haus- und Facharztprogramm, dessen überlegene Strukturen auch einem Ärztemangel in ländlichen Regionen entgegenwirke. Von der mehrfach wissenschaftlich belegten hohen Qualität des Programms, an dem 7.500 Haus-, Kinder- und Fachärzte teilnehmen, profitieren mittlerweile mehr als 1,6 Millionen Versicherte in ganz Baden-Württemberg.

„Alle Beteiligten, die Kommunen, Kassenärztliche Vereinigungen und wir als große Krankenkasse müssen gemeinsam an einem Strang ziehen, passgenaue Lösungsmodelle entwickeln, die dann in den jeweiligen Regionen verwirklicht werden. Gesundheitliche Versorgung spielt sich regional ab“, betonte der Chef der Südwest-AOK. Das Rezept der AOK könne deswegen nur eine Menüfolge sein. Und dazu seien – anders als das Sprichwort weissagt – viele Köche nötig, die Hand in Hand arbeiten würden.



Hinweis an die Redaktionen:

Die repräsentative Umfrage führte der änd (Ärztenachrichtendienst) im Zeitraum vom 19. bis 25. August 2019 per E-Mail anhand eines Fragebogens mit 1.956 niedergelassenen Haus- und Fachärzten im gesamten Bundesgebiet durch. Dies entspricht 1,7 Prozent der insgesamt 117.472 niedergelassenen Ärzte in Deutschland (Statistik der Bundesärztekammer, Dezember 2018).

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news-3104 Tue, 10 Sep 2019 15:18:48 +0200 Buchautor Uwe Hauck: "Ich stehe dazu." Uwe Hauck ist Blogger und Autor des Buches "Depression abzugeben". Gerade tourt er mit seiner Tochter und ihrem Buch "Lieber Papa, bist du jetzt verrückt?" durch Deutschland. Für uns schreibt er zum heutigen Welttag der Suizidprävention über seine ganz persönliche Sicht auf das Thema.

 

Ich stehe dazu, dass ich einen Suizidversuch begangen habe. Das verwundert viele. Denn leider ist auch heute noch ein Suizidversuch oder gar ein Suizid etwas, worüber man wenn überhaupt, nur sehr wenig spricht.

Dabei wäre es dringend angeraten, das Narrativ rund um Suizidversuche zu überdenken. Passiert es bei einem Promi, wird gerätselt, kurz Prävention und Aufklärung gefordert (neben dem obligatorischen Satz in allen Artikeln: „Normalerweise berichten wir nicht über Suizidversuche“ und einer Liste von Hilfstelefonnummern) aber das Ganze verläuft sich dann unglaublich schnell. Manchmal wird es noch schlimmer, wenn bei einem Amoklauf der Verdacht einer psychischen Krankheit besteht. Dann wird sehr schnell die Verbindung zwischen der Tat, der potentiellen psychischen Problematik und einem erweiterten Suizid hergestellt.

Wer in einer Lebenskrise ist, die sie oder ihn so sehr belastet, dass Gedanken über Suizid entstehen, der braucht Hilfe, braucht Unterstützung. Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, oft ist die Angst vor der Reaktion auf das Bekenntnis so groß, dass sie oder er das lieber mit sich alleine ausmacht.

Wir brauchen dringend einen anderen Umgang mit dem Thema Suizidversuch. Denn nur wenn ich mich nicht vor Repressalien fürchte, wenn eine so tiefe persönliche Krise mich nicht daran hindert, mich mit meinen Gedanken zu öffnen, dann wende ich mich an Hilfseinrichtungen oder die Telefonseelsorge.
Ich sehe den Fakt eines Suizidversuchs nach wie vor mit vielen Vorurteilen und Stigmatisierungen belastet, die uns daran hindern, aktivere Prävention zu betreiben. Und ein Teil davon ist sicher auch noch die weiterhin vorhandene Stigmatisierung psychischer Erkrankungen wie Depression oder Angststörung. Nein, nicht jeder psychisch Kranke ist gleich gefährlich. Es ist sogar so, dass psychisch Kranke eher noch zum Opfer von Mobbing oder Gewalt werden. Wer aber Angst hat vor Ausgrenzung, vor Stigmatisierung, der macht die psychischen Probleme mit sich selbst aus und das kann nur viel zu leicht in einem Suizidversuch enden.

Ich habe keine Formel, keine Lösung für die Frage des richtigen Umgangs. Aber ich habe einen Wunsch und einen Weg, wie wir hier weiter kommen können. Ein runder Tisch von Politik, Medien, Fachleuten und auch von Angehörigen von Suizidopfern und eben auch mit psychischen Problemen Kämpfenden wäre dringend angeraten. Wir brauchen bei dem Thema mehr Offenheit, mehr Geschichten von dem, was mit dem Umfeld passiert, wenn der Versuch gelingt aber und vor allem auch viel mehr positive Beispiele von gescheiterten Versuchen, aus denen die Betroffenen stärker und mit einem positiveren Weg hervorgegangen sind. Denn es gibt nicht nur den Nachahmereffekt, auch Werther-Effekt genannt.

 Es gibt eben auch den Papageno-Effekt, der dann greift, wenn ein Suizidüberlebender aus erster Hand zeigt, dass eine Suizidversuch nichts besser macht, sondern für noch mehr Leid sorgt, gleichzeitig aber auch, dass daraus eine neue, eine bessere Sicht auf das Leben und ggf. die eigene Leidensgeschichte und daraus resultierende neue Lebenswege entstehen können.

Es hat ein paar Tage gebraucht, aber als ich nach meiner Einlieferung in eine psychiatrische Klinik (ein Schritt, den ich hätte viel früher machen sollen, es aber aus Angst und Scham nicht getan habe) auf das Geschehene zurückgeblickt habe, war ich sehr schnell für die Hilfe dankbar UND, dass es nicht geklappt hat.

Und was mir am Meisten geholfen hat, war eine Gespräch mit einer Angehörigen, die ihren Partner durch einen Suizid verloren hatte. Dieses sehr offene, sehr ehrliche Gespräch hat uns beiden sehr geholfen, schon alleine, weil man endlich über das Geschehene sprechen konnte.

Wir müssen die Stigmatisierung durch Verschweigen beenden und gemeinsam nach neuen Wegen des Umgangs mit Suizidgefahren  suchen. Das wird keine leichte Aufgabe, aber eine, die wir endlich angehen müssen, um mehr Suizide zu verhindern und die Angst vor dem Annehmen von Hilfe zu reduzieren.

Denn eins sollte sich jeder klar machen. Sich bei einer psychischen Krise Hilfe zu suchen, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein sehr starker Schritt.

 

Hinweis:
Wer Hilfe sucht, findet auch Unterstützung beim Sozialen Dienst der AOK Baden-Württemberg.

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news-3096 Mon, 02 Sep 2019 15:11:42 +0200 AOK Baden-Württemberg investiert mit konstant hohem Ausbildungsangebot in die Zukunft 238 Auszubildende starten ins Berufsleben Die AOK Baden-Württemberg investiert weiter in die Zukunft. Heute nehmen 238 junge Menschen im ganzen Land ihre Ausbildung bei der größten Krankenkasse Baden-Württembergs auf. Damit bildet das Unternehmen aktuell 663 aus, um den Fachkräftenachwuchs vor Ort zu sichern. Für 2020 sind bereits 250 Ausbildungsplätze geschaffen.

Eine Ausbildung oder ein duales Studium bei der AOK Baden-Württemberg bietet hervorragende Entwicklungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten: Am beliebtesten und auch 2019 mit 185 Plätzen am stärksten vertreten, ist die klassische duale Ausbildung zur bzw. zum Sozialversicherungsangestellten. Den Absolventinnen und Absolventen dieser Ausbildung stehen danach alle Türen zur Weiterqualifizierung etwa zur AOK-Betriebswirtin bzw. zum AOK-Betriebswirt offen. Auf Platz zwei folgt mit 30 Plätzen das Berufsbild „Kaufleute für Dialogmarketing“, das junge Leute speziell für Aufgaben im Außendienst vorbereitet. Die drei Ausbildungsplätze Kaufleute für Büromanagement werden für die interne Organisation der AOK ausgebildet. Für die sensible Arbeit im Sozialen Dienst der AOK Baden-Württemberg werden 16 Studienplätze für „Soziale Arbeit im Gesundheitswesen“ an der dualen Hochschule angeboten, weitere vier Studienplätze für Wirtschaftsinformatik bzw. BWL-Gesundheitsmanagement stehen an der Dualen Hochschule zur Verfügung. Landesweit unterstützen 16 Ausbildungsleiterinnen und Ausbildungsleiter in den regionalen Bezirksdirektionen und über 300 Fachausbilderinnen und -ausbilder die Auszubildenden in der täglichen Praxis.

Bewerbungen für den Ausbildungsstart 2020 sind noch möglich. Informationen unter https://www.aok.de/ag/bw/schueler/

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news-3088 Tue, 27 Aug 2019 13:15:00 +0200 Einfühlungsvermögen und Sozialkompetenz Rund 200 Fachkräfte engagieren sich im Sozialen Dienst der AOK Baden-Württemberg Für Menschen in schwierigen Lebenslagen sind schon die einfachsten Dinge oft viel zu kompliziert. Wer unter Depressionen leidet, den Verlust nahestender Angehöriger verkraften muss oder mit Alkoholproblemen ringt, geht an Herausforderungen des eigenen Lebens weder analytisch noch entspannt heran. Das Gesundheitssystem ist schon für Gesunde schwer genug zu verstehen, Menschen in Krisensituationen überfordert es oft genug restlos.

Die AOK Baden-Württemberg hilft Versicherten mit ihrem Sozialen Dienst, wenn ihnen in Zeiten der Krankheit oder der Pflegebedürftigkeit das eigene Leben über den Kopf wächst. Gut 200 Fachkräfte in 14 CompetenceCentern bewahren Ratsuchende davor, ins ganz tiefe Loch zu fallen. Der Soziale Dienst hilft Versicherten und ihren Angehörigen bei sozialen, beruflichen und familiären Belastungen. Über 21.000 Beratungsgespräche und Beratungsprozesse - darunter mehr als 7.500 Hausbesuche - kamen allein im Jahr 2018 zustande.

Die Geschäftsstellen der AOK Baden-Württemberg helfen vor Ort dabei, ersten Kontakt zum Sozialen Dienst aufzunehmen, Online-Informationen finden sich unter aok.de

Audio-Beiträge

Die beiden Audio-Beiträge unter "Anhänge" dürfen von Redaktionen frei verwendet werden. Auf Wunsch stellen wir die Beiträge auch in anderen Audio-Formaten bereit. Außerdem kann die Pressestelle bei Bedarf auch weiteres Schnittmaterial zur Verfügung stellen.

 

 

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news-3066 Fri, 02 Aug 2019 12:11:16 +0200 Wachsende Unterstützung für ehrenamtliche Sterbebegleiterinnen und -begleiter Gesetzliche Krankenkassen fördern ambulante Hospizdienste im Land mit mehr als 11,5 Millionen Euro für das Jahr 2019 Die gesetzlichen Krankenkassen in Baden-Württemberg stellen den ambulanten Hospizdiensten für dieses Jahr über 11,5 Millionen Euro bereit. Das ist rund eine Million Euro mehr als im vergangenen Jahr. Über 7.000 erwachsene Patientinnen und Patienten und über 300 Kinder im Land haben im vergangenen Jahr das Angebot der Sterbebegleitung zu Hause aufgegriffen – insgesamt über 5 Prozent mehr als im Vorjahr.

 

„Eine gute regionale Versorgungsqualität für unsere Versicherten zu gewährleisten, fängt für uns bei der Geburt an und darf am Lebensende nicht aufhören. Vielen Menschen ist es ganz wichtig, zu Hause sterben zu dürfen und sie wollen dabei natürlich bestens versorgt und begleitet sein“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. „Uns ist es ein Anliegen, die Arbeit der ambulanten Hospizdienste und ihrer ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu unterstützen und deren breite Aufstellung im Land zu sichern.“

 

Frank Winkler von der B 52-Verbändekooperation Baden-Württemberg: „Ziel der Förderung durch die gesetzlichen Krankenkassen ist es, die ehrenamtliche Tätigkeit zu unterstützen. Unser Beitrag trägt dem Wunsch vieler schwerstkranker Menschen Rechnung, die letzte Zeit des Lebens daheim zu verbringen. Damit würdigen wir die verantwortungsvolle und gesellschaftlich sehr wichtige Aufgabe. Insbesondere die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer zeigen ein vorbildliches Engagement. Die Krankenkassen danken insbesondere den vielen ehrenamtlichen Sterbebegleitern.“

 

Mit 147 ambulanten Hospizgruppen, die eine Förderung beantragt hätten, sei die ambulante Palliativversorgung im Land gut aufgestellt, so Frank Winkler. „Darauf kann und darf man sich aber nicht ausruhen. Deswegen ist es uns sehr wichtig, diese positive Entwicklung weiter zu stärken und den wertvollen ambulanten Baustein in der Hospiz- und Palliativversorgung kontinuierlich weiter zu entwickeln.“

 

Hermann: „Eine verlässliche und qualifizierte Begleitung der sterbenden Menschen und ihres Umfeldes in den eigenen vier Wänden oder an den Orten, an denen sie ihre letzte Lebensphase verbringen, zu ermöglichen, bedeutet, ein letztes Stück Lebensqualität zu bieten. Wir leisten gern unseren Beitrag dazu.“

 

 

 

Pressekontakt:

 

AOK Baden-Württemberg

 

Pressestelle

 

presse@bw.aok.de

 

Telefon             0711 2593 - 229

Telefax             0711 2593 - 100

 

www.aok-bw-presse.de

 

 

 

BKK Landesverband Süd

Carlos Philipp

 

Telefon:            07154 1316 - 340

 

 

 

IKK classic

Pressestelle Baden-Württemberg, Ludwigsburg

Bettina Uhrmann

 

Telefon:            07141 9404 - 231

 

 

 

KNAPPSCHAFT

Regionaldirektion München

Gisbert Frühauf

 

Telefon:            089 38175 - 405

 

 

 

Verband der Ersatzkassen (vdek)

Landesvertretung Baden-Württemberg, Stuttgart

Frank Winkler

 

frank.winkler@vdek.com

 

Telefon:            0711 23954 – 19

 

www.vdek.com/LVen/BAW.html

 

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news-3055 Fri, 12 Jul 2019 09:28:30 +0200 Wissenschaftliche Studie: Bedarf an Pflegekräften wächst rasant Prävention im Pflegeheim gewinnt an Bedeutung

Im Jahr 2040 brauchen die Pflegeheime und -dienste in Baden-Württemberg fast doppelt so viel Personal wie heute, um der wachsenden Zahl der Pflegebedürftigen auch zukünftig gerecht werden zu können, so der aktuelle Pflege-Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). „Es sind nicht einfach höhere Gehälter, die mehr junge Menschen für den Pflegeberuf begeistern könnten“, so Andreas Schmöller, Fachbereichsleiter Rehabilitations- und Pflegemanagement bei der AOK Baden-Württemberg. „Neben guten Arbeitsbedingungen und vernünftiger Entlohnung kommt es auch ganz wesentlich darauf an, dass Pflegefachkräfte in ihrem Arbeitsalltag darin aktiv unterstützt werden, gesund und leistungsfähig und damit auch motiviert bleiben zu können.“ In direktem Zusammenhang damit stehe die Gesundheit und Zufriedenheit der Bewohnerinnen und Bewohner. 

„Wenn wir die Lebensqualität und das Wohlbefinden der Bewohnerinnen und Bewohner sowie ihrer Angehörigen weiter verbessern können und zugleich die Gesundheitsförderung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter systematisch aufsetzen, erzielen wir einen doppelten Effekt, der sich für alle Beteiligten positiv auf die Qualität der Pflege auswirken wird“, ergänzt Schmöller. Die AOK Baden-Württemberg starte deshalb ein entsprechendes Programm, das mit Prof. Dr. Wolfgang Schlicht, emeritierter Sport- und Gesundheitswissenschaften der Universität Stuttgart, konzipiert und ausgearbeitet wurde. Es biete den Pflegeeinrichtungen individuell auf die Rahmenbedingungen der Organisation abgestimmte Optionen, Prävention nachhaltig zu etablieren. Die AOK Baden-Württemberg werde die Unternehmen im Rahmen des Programms mit einem spezialisierten Expertenteam in dem Prozess der Organisationsentwicklung beraten und begleiten.

„Unser Ziel ist es, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen so weiterzubilden, dass jede Einrichtung zukünftig einen eigenen Gesundheitsmanager besitzt, der das Wohlergehen der Bewohnerinnen und Bewohner und der Kolleginnen und Kollegen im Blick hat und aktiv aus der eigenen Expertise heraus diese systematisch fördern kann“, so Schmöller. Denn entscheidend sei, von Beginn an Wege zu finden, die Maßnahmen dauerhaft im beruflichen Alltag umsetzen können. Nur so entstehe nachhaltig mehr Lebensqualität für alle. Wichtig sei zudem, fordert Schmöller, auch für die Fachkräfte in der ambulanten Pflege rasch vergleichbare Programme aufzusetzen.

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news-3050 Tue, 09 Jul 2019 15:39:06 +0200 Stärkung der Regionen – Ein Rezept gegen Ärztemangel im Ländlichen Raum? Die Zahl der Ärztinnen und Ärzte in Deutschland steigt, das zeigt die jährliche Statistik der Bundesärztekammer. Am 31. Dezember 2018 waren es genau 392.402 tätige Mediziner, das sind 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Gut für die Großstädte und Ballungszentren in Deutschland. Aber leider wollen die wenigsten jungen Ärzte nach ihrem Medizinstudium aufs flache Land. Im Ländlichen Raum droht besonders bei den Hausärzten ein echter Engpass. Was sind die Gründe und was lässt sich gezielt dagegen tun? Darüber haben gestern Abend (08.07.) Experten aus dem Gesundheitswesen bei der Veranstaltung „AOK Baden-Württemberg im Dialog“ in der Stuttgarter Staatsgalerie diskutiert.

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news-3044 Wed, 03 Jul 2019 10:00:33 +0200 Prävention: Regionale Steuerung statt bundesweiter Gießkanne Rund 50 Millionen Euro für Gesundheitsförderung in Baden-Württemberg Die AOK Baden-Württemberg hat im abgelaufenen Jahr rund 50 Millionen Euro in Präventionsmaßnahmen ihrer Versicherten investiert. „Prävention gewinnt in einer Gesellschaft des langen Lebens besondere Bedeutung“, so Jutta Ommer-Hohl, Fachbereichsleiterin Gesundheitsförderung der AOK Baden-Württemberg. „Wer von klein auf und kontinuierlich etwas für seine Gesundheit tut, schafft die besten Grundlagen für ein Altern in Gesundheit.“ Deshalb liege einer der Schwerpunkte der Gesundheitsförderung der AOK Baden-Württemberg in der Zusammenarbeit mit Sportvereinen, Kitas, Schulen und Hochschulen.

Wichtig sei, so Ommer-Hohl, nicht einfach nur Geld auszugeben, sondern es zielgerichtet und mit nachweisbaren Ergebnissen zu investieren. „Durch unsere starke regionale Verwurzelung kennen wir die konkreten Bedürfnisse vor Ort und können sie durch unsere über Jahre hinweg gewachsenen vertrauensvollen Partnerschaften mit Vereinen, Kitas, Schulen und Hochschulen passgenau bedienen.“ So sei beispielsweise von unabhängiger Seite wissenschaftlich erwiesen, dass das AOK-Präventionsprogramm JolinchenKids die Motorik von Kindern in den rund 350 teilnehmenden Kitas spürbar verbessere. Eine zentralistische Verteilung im Gießkannenprinzip dagegen, bei der jemand irgendwo in der Republik entscheide, wo welche Präventionsmaßnahme angeboten oder unterstützt würde, führe zwangsläufig zu weniger guten Resultaten.

Die AOK Baden-Württemberg beschäftigt in den Bereichen Ernährung, Bewegung, Entspannung/Stressmanagement und psychische Gesundheit aktuell über 500 Präventionsfachkräfte, die Unternehmen und Partner wie Kindertagesstätten, Schulen, Sportvereine, Gemeinden und Pflegeeinrichtungen individuell beraten.

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news-3025 Thu, 27 Jun 2019 13:13:32 +0200 Hermann zu Länderinitiative gegen Importquote: „Exzellent vorgelegt“ AOK Baden-Württemberg begrüßt Anrufung des Vermittlungsausschusses „Der Gesundheitsausschuss des Bundesrats hat exzellent vorgelegt“, urteilt der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann. „Wir unterstützen die Initiative der Länder Brandenburg und Thüringen voll und ganz, über die Plenarsitzung vom 28. Juni den Vermittlungsausschuss anzurufen und damit das Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelverordnung (GSAV) weiter zu verbessern. Die Quotensubvention von fragwürdigen Arzneimittelimporten wird nicht dadurch sinnvoller, dass die Bundesregierung sie im GSAV durch weitere bürokratische Winkelzüge zusätzlich verkompliziert“, stellt Hermann klar. „Wenn dieses Steinzeitinstrument dem Gesundheitsminister nicht durch Argumente auszureden ist, können wir das demokratische Regulativ des Vermittlungsausschusses nur begrüßen.“

Das GSAV hatte am 6. Juni mitsamt einer Regelung, die die Importförderquote nochmals verkompliziert, den Bundestag passiert. Das Protokoll des Gesundheitsausschusses des Bundesrats hält nun dazu fest: „Die Vorschrift stellt eine nicht mehr erforderliche bürokratische Doppelregulierung mit vergleichsweise geringem Einsparpotential dar. Zugleich ist der durch sie beförderte Parallelimportmarkt ein Einfallstor für Arzneimittelfälschungen in den deutschen Markt.“ AOK-Chef Hermann: „Wir weisen gemeinsam mit vielen Kennern der Materie auf den Zusammenhang zwischen staatlicher Importförderung und möglichen Risiken für die Arzneimittelsicherheit der Patientinnen und Patienten seit langer Zeit mit Nachdruck hin. Die Versorgungssicherheit darf nicht den wirtschaftlichen Interessen weniger Importeure geopfert werden. Es wäre fatal, wenn durch einen faulen Kompromiss, wie ihn die Bundesregierung bei der Importquote vorsieht, das Ziel verfehlt wird, das mit dem aktuellen Arzneimittelgesetz eigentlich erreicht werden soll: Mehr Sicherheit in der Versorgung.“

In jüngster Zeit seien in Großbritannien Fälschungen des oralen Gerinnungshemmers Xarelto aufgedeckt worden, führt Hermann weiter aus. Das BfArM hatte am 5. Juni gemeldet, dass bei einem Parallelimporteur eine vollständige Fälschung des Arzneimittels identifiziert worden sei. „Xarelto gehört keiner der beiden Arzneimittelgruppen an, die in dem vom Bundestag verabschiedeten GSAV-Entwurf als Ausnahmen von der Regel definiert wurden“, so Hermann. „Der Vorgang zeigt, dass im Interesse der Versorgungssicherheit an einer vollständigen Abschaffung der Importsubventionierung kein Weg vorbeiführt. Wir setzen jetzt darauf, dass die Länder im Interesse der Patientensicherheit votieren und dem Gesetz in der jetzigen Form ihre Zustimmung verweigern.“

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news-3019 Mon, 24 Jun 2019 14:35:19 +0200 Hörgeräte: Regionalität Entscheidungsfaktor Nummer 1 Gesundheitsversorgung spielt sich regional ab – auch bei Hörgeräten. Für die Versicherten der AOK Baden-Württemberg ist Wohnortnähe der entscheidende Faktor bei der Wahl des Hörakustikers. Dies ergab eine aktuelle Befragung des GKV-Spitzenverbandes, deren Ergebnisse heute (24.06.) vorgestellt wurden. „Regionaler Gestaltungswille und die Kenntnis der konkreten Bedürfnisse vor Ort ergeben einfach eine bessere Hilfsmittelversorgung der Menschen im Land“, so Kyriake Mastroyannis, verantwortlich für die Hilfsmittelversorgung bei der AOK Baden-Württemberg. „Regionalität ist und bleibt ein wichtiger Garant, um entsprechende Versorgungsverträge im Interesse unserer Versicherten zu schließen.“

Insgesamt zeichnet die vorliegende Befragung rund zwei Jahre nach Inkrafttreten des Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetzes (HHVG) ein positives Bild der Qualität von Hörhilfen. Demnach zeigen sich rund 80 Prozent der befragten Versicherten der AOK Baden-Württemberg mit ihrem Hörgerät zufrieden – unabhängig davon, ob sie selbst aufgezahlt haben oder nicht. „Dies bestätigt uns in unserer Überzeugung, dass die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlten Hörgeräte höchste Ansprüche erfüllen“, so Mastroyannis. „Im Interesse unserer Versicherten sehen wir es positiv, dass unsere fortlaufenden Bemühungen um ein Mehr an Qualität auch bei ihnen ankommen.“ Nachholbedarf bestehe bei der vertraglich vereinbarten Beratung durch die Leistungserbringer. „Nur gute zwei Drittel der Befragten geben an, aktiv über die Möglichkeit einer für sie aufzahlungsfreien Versorgung mit modernen und qualitativ hochwertigen Hörgeräten, die dem aktuellen Stand der Technik entsprechen, informiert worden zu sein.“ Hier werde die AOK Baden-Württemberg mit den Hörakustikern ins Gespräch gehen und eine durchgehend aktive Beratung einfordern. Zudem werde man die Beratungsleistungen in Stichproben überprüfen.


Hinweis an die Redaktionen:
Für die Erhebung werteten das Sozialwissenschaftliche Umfragezentrum der Universität Duisburg-Essen und opta data im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes die Antworten von 3.457 Versicherte von 14 gesetzlichen Krankenkassen aus, die ein Hörgerät tragen.

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news-2997 Tue, 04 Jun 2019 17:29:50 +0200 Vernetzung in der regionalen Versorgung macht den Unterschied Wissenschaftskongress „Alter plus 3“: Prävention, Rehabilitation und Pflege als Ganzes denken und umsetzen „Wir können zeigen, dass es grundlegende regionale Unterschiede gibt, was den Anteil geriatrischer Patientinnen und Patienten angeht. Um einer möglichen Unterversorgung entgegenzuwirken, sind differenzierte regionale Versorgungsangebote zielführend“, fasst Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg zusammen. Der Wissenschaftskongress „Formel Zukunft – Alter plus 3“ am Dienstag (04.06.2019) stellt die alternde Gesellschaft in den Mittelpunkt. „Gerade in einer Gesellschaft des langen Lebens müssen wir weg vom Kästchendenken in Sektoren. Wir brauchen vernetzte Versorgungskonzepte und den Mut neue Wege zu gehen“, betont Hermann. „Gesundheitsversorgung geschieht vor Ort. Zusammen mit unseren Partnern entwickeln wir vorhandene Strukturen evidenzbasiert und systematisch ausgearbeitet weiter – das funktioniert nicht mit zentralistischen Vorgaben aus Berlin.“

 

Der Heidelberger Psychologe und Gerontologe Professor Andreas Kruse vom Institut für Gerontologie der Uni Heidelberg denkt regional, vernetzt und patientenorientiert: „Das Individuum muss sich auf sein Älterwerden und Alter vorbereiten. Dies gilt mit Blick auf alle Lebensbereiche, von der Gesundheit über die soziale Netzwerkbildung bis hin zur finanziellen Planung und zum Wohnen.“ Kruse stellte auf dem Stuttgarter Kongress ein „Positionspapier Altern“ vor, das die seelisch-geistige Entwicklung als lebenslangen Prozess behandelt. Dabei stützt sich Kruse auf eine qualitative Befragung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der AOK Baden-Württemberg zu Aspekten der Versorgung älterer Menschen. In einem Mixed-Methods-Ansatz kombiniert die AOK Baden-Württemberg die qualitativen Aussagen des Gerontologen Kruse mit den Ergebnissen einer quantitativen forsa-Umfrage unter mehr als 500 Teilnehmern. Der große Teil der Befragten erwartet von seiner Kranken- und Pflegekasse, dass bestimmte Angebote auf die Bedürfnisse Älterer zugeschnitten sein sollten, zum Beispiel Beratung zur Bewältigung von Alltagsproblemen (72 %), Vermittlung von Facharztterminen oder Pflegediensten (69 %) sowie Gesundheitskurse (70 %). AOK-Vorstandschef Hermann sieht in diesen Zahlen seinen Ansatz bestätigt: „Wir können es uns nicht mehr leisten, die drei zentralen Versorgungsbereiche und Angebote der Prävention, Rehabilitation und Pflege separat zu denken und brauchen für fundierte Angebote, die in eine gute Versorgungszukunft führen, die wissenschaftlich basierte Weiterentwicklung. Deshalb investiert die AOK Baden-Württemberg seit Jahren in innovative Forschung und moderne, individuell und regional für die Versicherten zugeschnittene Angebote.“

 

Auch Baden-Württembergs Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha stellt die Notwendigkeit der Überwindung der Sektoren insbesondere auch für ältere Menschen heraus: „Essenziell ist aus meiner Sicht: Wir müssen viel stärker vom Patienten her, wir müssen verstärkt regional und vernetzt denken – und wir müssen noch mehr das Wissen und die Kompetenz aller handelnden Akteure nutzen. Unser Land ist auch dank der AOK Baden-Württemberg hier bundesweit Vorreiter“, so der Minister weiter. Bereits im Geriatriekonzept 2014 des Landes, das unter anderem auch die AOK Baden-Württemberg mitentwickelt hatte, seien wohnortnah organisierte, ambulant vor stationär ausgerichtete, eng miteinander vernetzte und durchgängig gestaltete Versorgungsstrukturen zugrunde gelegt worden. „Prävention muss also ebenso wie Akutmedizin, Pflege, Rehabilitation und Palliativmedizin in unserem Land in die Versorgung geriatrischer Patienten mit einbezogen sein.“

 

„Die Gesellschaft des langen Lebens ist längst Realität“, resümiert AOK-Chef Hermann zum Stuttgarter Alterskongress. „Wir befinden uns mitten in einer Entwicklung, die die gesamte Gesellschaft umkrempelt – vom Arbeitsmarkt bis zum Rentensystem. Überall sind passende Lösungen gefragt. Auf dem Gesundheits- und Pflegesektor kennt diese niemand besser als die verantwortlichen Akteure vor Ort.“

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news-2995 Fri, 31 May 2019 10:37:20 +0200 Hermann: „Politische Nebelkerzen sparen den Versicherten keinen einzigen Cent“ AOKs stehen für regionale Versorgungssteuerung – Neue Arzneimittelverträge starten im Juni „Vielfach hat man den Eindruck, das sogenannte Faire-Kassenwahl-Gesetz von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wird vor allem deshalb beklatscht, weil man missgünstig auf die guten Finanzerfolge der AOKs blickt“, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. „Diese Ergebnisse fallen uns aber nicht einfach in den Schoß. Sie sind Folge einer klugen regionalen Versorgungssteuerung.“

 

Als Beleg führt der AOK-Chef die Arzneimittelrabattverträge ins Feld, für deren Ausschreibung in acht verschieden großen Gebietslosen Hermann als Verhandlungsführer beauftragt ist. Die 21. Tranche der Verträge tritt zum 1. Juni in Kraft. „Allein die Zuzahlungsbefreiung rabattierter Produkte im Bereich der Hausarztzentrierten Versorgung und der Facharztverträge hat den Versicherten der AOK Baden-Württemberg im letzten Jahr mehr als 35 Millionen Euro gespart. Politische Nebelkerzen sparen dagegen keinen einzigen Cent.“ Die Erlöse aus den Arzneimittelrabattverträgen für Generika hätten es den elf AOKs auch im vergangenen Jahr ermöglicht, in innovative regionale Gesundheitsangebote zu investieren. 2018 habe die AOK-Gemeinschaft durch die Verträge mit Pharmaunternehmen insgesamt 1,79 Milliarden Euro bei den Ausgaben für Medikamente einsparen können. 2017 waren es 1,66 Milliarden.

 

„Von unseren fairen Arzneimittelrabattverträgen profitieren einerseits mittelständische Pharmaunternehmen und andererseits sind sie vor allem auch die Basis für eine gute regionale Versorgung“, fährt Hermann fort. „Diesen Weg wollen wir auch in Zukunft konsequent weitergehen. Doch die Pläne von Minister Spahn für eine erzwungene bundesweite Öffnung aller Krankenkassen würden bei Umsetzung für viele erfolgreiche regionale Versorgungsprojekte auf Dauer das Aus bedeuten.“

 

Zum 1. Juni treten neue AOK-Arzneimittelrabattverträge in Kraft. Die Tranche XXI ersetzt auslaufende Verträge, beinhaltet aber auch Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen, die zum ersten Mal ausgeschrieben wurden. Die neuen Verträge decken ein jährliches Umsatzvolumen bei allen AOKs von rund 2,3 Milliarden Euro ab (Apothekenverkaufspreis). An der neuen Tranche sind 35 erfolgreiche Pharmaunternehmen oder Bietergemeinschaften beteiligt. 20 Fachlose wurden im Mehrpartner-Modell vergeben. Dazu zählen der Magensäurehemmer Omeprazol, der Cholesterinsenker Simvastatin, die Schmerzmittel Diclofenac und Tramadol sowie mehrere Blutdrucksenker.

 

 

 

Die zum 1. Juni 2019 startende Tranche AOK XXI im Überblick:

 

  • Laufzeit: 1. Juni 2019 bis 31. Mai 2021.
  • Verträge über 117 Wirkstoffe/Wirkstoffkombinationen in 118 Fachlosen.
  • 20 Fachlose im Mehrpartnermodell vergeben.
  • 35 Pharmaunternehmen/Bietergemeinschaften beteiligt.
  • AOK-Umsatzvolumen: 2,3 Milliarden Euro pro Jahr.

 

 

 

Hintergrund:

 

Die Rabattverträge für Generika ermöglichen Einsparungen ohne Verlust an Qualität in der Arzneimittelversorgung. 2018 haben die gesetzlichen Krankenkassen auf diesem Weg rund 4,4 Milliarden Euro einsparen können. Der Anteil der elf AOKs lag bei 1,79 Milliarden Euro. Das eingesparte Geld steht zum Beispiel für innovative Versorgungsformen zur Verfügung. Die Rabattverträge sorgen zudem nachhaltig für Wettbewerb im Bereich der Generika. Die Verträge der AOKs decken zwei Drittel des Generikamarktes ab und umfassen alle markt- und ausgabenrelevanten Wirkstoffe. Mit Inkrafttreten von AOK XXI laufen Verträge für 292 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen (in 297 Fachlosen) und acht Gebietslosen mit einem jährlichen AOK-Umsatzvolumen von 5,7 Milliarden Euro (Apothekenverkaufspreis).

 

 

 

Mehr Informationen: aok-rabattvertraege.de

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news-2993 Wed, 29 May 2019 15:08:31 +0200 Hermann: „Alte Eisen gehören nur eines – verschrottet“ AOK Baden-Württemberg: Gesetzliche Arzneiimportsubventionierung ganz abschaffen – keine halbgaren Regelungen „Maßgebliche Experten des Gesundheitswesens sind sich längst darin einig, dass die gesetzlich betriebene Subventionierung der Importquote von Arzneimitteln ein Uraltinstrument ist, das schnellstens verschrottet gehört, und jetzt beschäftigt sich die Große Koalition plötzlich mit neuen halbgaren Änderungen“, so Dr. Christopher Hermann, Vorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Hermann weist den jetzt bekannt gewordenen Änderungsantrag zum Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) entschieden zurück. Demnach sollen zukünftig eine Handvoll ausgewählter Arzneimittel von der Quotensubvention für Importe ausgenommen werden. Demgegenüber hatten Apothekerverbände, verfasste Ärzteschaft und AOK Baden-Württemberg, aber auch namhafte Wissenschaftler und Vertreter der forschenden Pharmaindustrie wiederholt dringend angemahnt, die gesetzliche Importförderquote endlich insgesamt aus dem Verkehr zu ziehen.

 

Lediglich einige ausgewählte Arzneimittelgruppen aus der staatlich angeordneten Importsubventionierung herauszunehmen, so der AOK-Chef weiter, löse die Probleme in der Versorgung für Patientinnen und Patienten nicht: „Die Große Koalition bewegt sich in Richtung Qualität der Versorgung bei den betroffenen Arzneimitteln allenfalls millimeterweise. Potenzielle Qualitätsprobleme werden aber für die Vielzahl der importierten Arzneimittel weiter außer Acht gelassen.“ Offensichtich solle es grundsätzlich weiterhin dabei bleiben, dass subventionierte Importarzneimittel, die ursprünglich nie für den deutschen Markt produziert wurden, mit ihren langen intransparenten Lieferketten über Grenzen hinweg eine sichere Arzneimittelversorgung gefährden können. Unsachgemäße Lagerung und mehrfache Umverpackung ließen durch die Importquote weiterhin das Risiko steigen, dass solche Medikamente auf dem deutschen Markt besonders lukrativ und risikoarm verbreitet werden könnten. „Der unbekannte Umgang mit importierten Medikamenten ist aber“, so Hermann abschließend, „eines der Kernprobleme der Arzneimittelskandale der vergangenen Jahre. Hier hilft nur konsequentes Handeln der verantwortlichen Politik, keine halbgare Scheinlösung.“

 

 

 

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news-2982 Tue, 28 May 2019 09:29:36 +0200 Zwei neue Online-Pflegekurse AOK Baden-Württemberg erweitert digitales Unterstützungsangebot für pflegende Angehörige Die AOK Baden-Württemberg erweitert ihr Online-Unterstützungsangebot für pflegende Angehörige durch zwei neue Online-Pflegekurse zu den Themen “Alzheimer & Demenz” und “Wohnen und Pflege im Alter”.

Als erste von elf Landes-AOKen unterstützt die AOK Baden-Württemberg bereits seit Juni 2018 pflegende Angehörige auch online. Unter https://online-pflegekurse.bw.aok.de bietet die AOK Baden-Württemberg allen Pflegepersonen kostenlose Online-Pflegekurse, eine Pflegestützpunktsuche und einen Pflegekompass, um sich auf die häusliche Pflege vorzubereiten. Mit dem Update im Mai 2019 werden zwei neue Online-Pflegekurse in das Angebot integriert.

Seit dem Going Live im Juni 2018 sind die Nutzerzahlen stetig gestiegen. Das evaluierte Kursangebot – entwickelt und betrieben durch Töchter & Söhne Gesellschaft für digitale Helfer mbH – erfreut sich wachsender Beliebtheit. Die Zufriedenheitswerte aus verschiedenen Nutzerumfragen sind durchgehend sehr gut. So schätzen zum Beispiel 96 Prozent der befragten Teilnehmer die Online-Pflegekurse als gelungen ein. Darüber hinaus würde fast jeder Teilnehmer (98 Prozent) die Online-Pflegekurse an einen Bekannten weiterempfehlen.

Mit den beiden neuen Online-Pflegekursen “Alzheimer & Demenz” und “Wohnen und Pflege im Alter” wird das Angebot um zwei Spezialthemen erweitert. Dabei erfahren Pflegende alles, worauf es bei der Pflege zu Hause ankommt. Tipps und konkrete Handlungsstrategien helfen dabei, Überbelastung zu vermeiden. Insbesondere der Umgang mit Menschen mit Demenz wird tiefgreifend besprochen. Ebenso werden die unterschiedlichsten Wohnformen und -möglichkeiten diskutiert und je nach Ausgangssituation beschrieben und erklärt. Begleitet werden die Kursteilnehmer durch einen jederzeit erreichbaren qualifizierten Expertenrat.

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news-2973 Thu, 16 May 2019 16:43:23 +0200 Zuzahlungsbefreiungen lassen sich jetzt online checken OHA – Ein Auskunftssystem für Apotheken Die AOK Baden-Württemberg hat zum Mai 2019 ein neues Online-Angebot für Apotheken freigeschaltet: OHA. Das Kürzel steht für „OnlineHintergrundAuskunft“. Das Angebot hilft Apothekern dabei, herauszufinden, ob Kunden, die ein Rezept einlösen, zuzahlungsbefreit sind, oder nicht.


Zuzahlungsbefreit oder nicht? Eine verbindliche Antwort auf diese Frage erforderte in der Vergangenheit einen Anruf in den AOK-ServiceCentern oder in den AOK-KundenCentern. Jetzt gibt es die entscheidende Information via Internet.


Apotheken können sich mit ihrem jeweiligen Institutionskennzeichen für OHA und einer gültigen Mail-Adresse registrieren. Für diese Anmeldung sind die Institutionskennzeichen aller in Deutschland zugelassenen Apotheken freigeschaltet. Nach der erfolgreichen Registrierung genügt für das Apothekenpersonal die Eingabe einer Krankenversicherungsnummer, um schnell herauszufinden, ob für einen Kunden eine Zuzahlungsbefreiung nach § 62 SGB V vorliegt. Überprüfen lassen sich damit Zuzahlungsbefreiungen für das aktuelle, das abgelaufene und das folgende Jahr.


OHA hat seinen Praxistest bereits bestanden: Bevor die AOK Baden-Württemberg die Plattform für die Apotheker-Öffentlichkeit freigeschaltet hat, fand eine mehrmonatige Pilotphase statt, an der sechs Apotheken mitgewirkt haben.


zur OnlineHintergrundAuskunft OHA


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news-2970 Wed, 15 May 2019 09:17:51 +0200 Twankenkhaus - die Vision für das optimale Krankenhaus AOK Baden-Württemberg im Gespräch mit Dr. Ulrike Koock vom Verein (in Gründung) #twankenhaus Interview der AOK Baden-Württemberg mit Frau Dr. Ulrike Koock vom Verein (in Gründung) #twankenhaus:

1.Wer sich online zu Gesundheitsthemen informiert, trifft immer öfter auf den Begriff  twankenhaus und online auf  den Hashtag #twankenhaus – wer oder was ist twankenhaus?

Wir sind ein Zusammenschluss von Menschen, die in unserem Gesundheitswesen in den unterschiedlichsten Berufen arbeiten und für bessere Rahmenbedingungen kämpfen - für die Patienten*innen und die Arbeitnehmer. Das Twankenhaus entstand aus dem Wunsch heraus, das perfekte Krankenhaus zu konzipieren. Natürlich können wir aktuell kein Krankenhaus bauen. Aber wir können als Team aus Pflegefachkräften, Ärzte*innen, Therapeuten*innen und Sanitäter*innen auf Missstände aufmerksam machen und Lösungsvorschläge entwickeln.
Das Twankenhaus fußt auf drei Säulen: Zum einen gibt es den theoretischen Diskurs über die Missstände und mögliche Lösungsansätze. Diese erarbeiten und veröffentlichen wir schließlich in Positionspapieren. Und damit unsere Arbeit nicht nur theoretischer Natur ist, haben wir Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen gebildet, unter anderem zum Beispiel „Gesundheitsbildung“ und „Rettungsdienst“. Die Vereinsgründung ist beantragt, die Satzung steht, der Vorstand wird bald gewählt, der Twitter-Account hat etwa 6600 Follower, wir haben eine Homepage und regelmäßige Telefonkonferenzen. Wir sind sehr aktiv und mit vielen Verantwortlichen rund um Krankenhaus und Gesundheitswesen im Gespräch.

2. Was sind die Ziele vom Twankenhaus?

Unser Gesundheitssystem ist zu sehr auf Wirtschaftlichkeit ausgerichtet. Wenn der Patient als „Ware“ oder Investment gesehen wird, ist das gefährlich für ihn und auch für die Arbeitnehmer im Krankenhaus, die diesen Weg mitgehen müssen. Personalmangel an allen Ecken und Enden, Liegezeiten, die sich nicht nach den Bedürfnissen der Erkrankten, sondern nach den Fallpauschalen richten, fehlende Ausbildung und mangelnde Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Das sind Probleme, die gelöst werden müssen. Wir möchten mit der Erfahrung von vielen Beteiligten Lösungsvorschläge entwickeln, die den Patienten und den Arbeitnehmern im Gesundheitswesen zugutekommen. Basisdemokratisch mit Hilfe und der Meinung von allen, die mitreden möchten, entwickeln wir durch unsere moderne und unkonventionelle Arbeitsweise über die sozialen Medien und intensiven Diskurs unsere Positionspapiere.

3. Da gibt es ja eine gemeinsame Schnittmenge mit der AOK Baden-Württemberg, zum Beispiel bei der sektorenübergreifenden Versorgung. Wo sehen Sie in dem Themenfeld gute Ansätze?


Wir sind für eine stärkere Zusammenarbeit der verschiedenen Fachdisziplinen untereinander und von Haus- und Fachärzten mit den Krankenhäusern. Das würde die Qualität der Patientenversorgung erhöhen. Es gäbe unterschiedliche Ansatzpunkte: Zum einen muss die haus- und fachärztliche, ambulante Versorgung sichergestellt sein, damit die Patienten ihre Grundversorgung haben. Offene Sprechstunden zu erzwingen halten wir für den falschen Weg, denn in überfüllten offenen Sprechstunden haben Ärzte keine Zeit für eine patientenorientierte Medizin. Wenn die Grundversorgung erfüllt ist, kann ein Krankenhaus sich um die Patienten kümmern, die intensivere Therapie benötigen. Gerade bei chronisch erkrankten Patienten ist eine integrierte Versorgung entscheidend, da oft mehrere Fachärzte oder Kliniken beteiligt sind. Daher muss unbedingt auch über Digitalisierung gesprochen werden. Weil nur im Rahmen der Digitalisierung die Behandler, egal ob Pflegefachkräfte, Therapeuten oder Ärzte, Zugriff auf die Daten haben und nicht jeder der Behandler „seine Baustelle“ bedient. Die Behandler müssen quasi am digitalen runden Tisch sitzen und die beste Therapie für den Patienten finden. Gemeinsam mit dem Patienten, denn gestärkte Patientenkompetenz erhöht durch Zuversicht und Mitarbeit den Heilerfolg.
Die Digitalisierung birgt viele Chancen. Über die Risiken darf man aber nicht hinwegsehen und der Schutz der Daten muss unbedingt gewährleistet sein. Wir erhoffen uns von der Digitalisierung eine Arbeitserleichterung, die so noch nicht gegeben ist, weil auch hier interprofessionelle Zusammenarbeit das Problem darstellt. Dass es geht, zeigen uns positive Beispiele aus dem Ausland. So könnten Patient*innen und Behandler*innen einen großen Nutzen aus dieser Technologie ziehen. Der Schlüssel ist wie in allen Bereichen interprofessionelles Arbeiten, es braucht hierfür Fachleute aus der Medizin, der Informatik, der Medizintechnik und dem Datenschutz, damit sensible Daten verantwortungsvoll behandelt werden. Die Unsicherheit diesbezüglich ist verständlicherweise hoch.

4. Und wo gibt es noch Nachholbedarf?

Der Prävention sollte ein noch höherer Stellenwert zugesprochen werden, denn Prävention heißt ja, Krankheiten zuvorzukommen. Ansätze gibt es diesbezüglich einige. Wir setzen uns zum Beispiel für die Gesundheitsbildung in der Bevölkerung ein. Die aktuelle Medizin ist auf das Heilen von Krankheit ausgerichtet. Besser wäre es, Krankheit erst gar nicht entstehen zu lassen. Und hier kann man ganz früh ansetzen: Ernährung in Kindergärten und Schulen verbessern und lehren, Bewegung und Sport ausbauen, Erste-Hilfe in jungen Jahren beibringen. Und auch bei denjenigen, die schon Patienten*innen sind, ist Prävention wichtig. Man nennt es Sekundärprävention, wenn nach einer Erkrankung Folgeschäden minimiert werden sollen. Zum Beispiel die frühe Mobilisation nach einer Operation, damit Patienten*innen nicht immobil werden und Folgekrankheiten entwickeln. Das darf man nun nicht verwechseln mit den zu schnellen Entlassungen, die es leider häufig gibt. Nein, Patienten*innen benötigen unter Anleitung im Rahmen ihrer Kräfte und Möglichkeiten eine Therapie, die sich auch im ambulanten Sektor zuhause fortsetzt. Wo wir wieder bei der sektorenübergreifenden Versorgung wären. Die „sprechende Medizin“, also das Gespräch zwischen Arzt und Patient, muss außerdem besser vergütet werden, damit mehr Zeit für Patienten*innen genommen werden kann. Das schafft Vertrauen und stärkt die Patientenkompetenz. Aufklärung, Bildung, verbesserte Rehabilitation, ambulante Pflege stärken, die Kompetenzen der Notfallsanitäter*innen erweitern - das alles entastet auch die Krankenhäuser. Natürlich kostet Prävention Geld. Aber langfristig lohnt sich das Engagement.

5. Wie können Krankenkassen dazu beitragen, damit sich die Arbeitsbedingungen in den Kliniken verbessern?

Es gibt multiple Ansatzpunkte, wie man Krankenhäuser entlasten und damit die Arbeitsbedingungen verbessern kann.  Dazu gehört zum Beispiel die Stärkung des ambulanten Sektors bei chronisch kranken Patienten, der Ausbau der ambulanten Pflege sowie die Unterstützung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes.
Oft werden chronisch kranke Patient*innen in die Krankenhäuser eingewiesen, weil es ein sogenanntes Versorgungsproblem im ambulanten Sektor gibt: Es ist dort schlicht niemand da, der sich um die Menschen kümmert und das Problem wird auf die Kliniken abgewälzt.
In der ambulanten Pflege stehen Pflegekräfte enorm unter Zeitdruck. Niemand kann einen schwer kranken Menschen in wenigen Minuten effektiv pflegerisch unterstützen. Hier muss ebenfalls angesetzt werden.
Der Ärztliche Bereitschaftsdienst oder die an Krankenhäuser angebundene Notdienstpraxen fungieren oft als „Wellenbrecher“, um die Notaufnahmen zu entlasten.
Ferner können sich Krankenkassen beispielsweise noch stärker an der Bildung und Aufklärung beteiligen und so die Gesundheitskompetenz der Versicherten erhöhen. Bonusprogramme für Seminare und Prävention gibt es von vielen Kassen ja bereits und das kann sicherlich erweitert werden.

6. Wie sehen Sie die Zukunft der Krankenhäuser?

Wir haben mit dem Twankenhaus unser ideales Krankenhaus definiert: Multiprofessionelles Arbeiten auf Augenhöhe, denn kein Arzt*in kann ohne die Pflege handeln, keine Pflege ohne Therapeuten und ohne fähige Sanitäter*innen sind die Patienten „draußen“ schlechter versorgt. Das optimale Krankenhaus handelt abseits von der Ökonomisierung der Patienten*innen und der Gesundheit. Wichtig ist die gemeinsame Entscheidungsfindung mit den Patienten*innen und diese in Entscheidungsprozesse einzubinden. Uns liegt konkret am Herzen, die Patientenkompetenzen zu erweitern. Die ambulante Versorgung sollte an die Krankenhäuser besser angebunden werden, zum Beispiel auch durch eine Stärkung und einen Ausbau der regionalen, niedergelassenen Ärzte. Die Zusammenarbeit von stationärem und ambulanten Sektor ist entscheidend.

7. Was muss sich ändern, um den Patienten*innen eine bestmögliche Versorgung zu bieten?


Es geht um weniger wirtschaftlichen Druck und mehr Zeit. Zeit für Patienten*innen, Zeit für Bildung, Zeit für Privatleben. Es geht um mehr Personal in allen Bereichen, denn auch die Gesundheit der Mitarbeiter ist entscheidend, wenn Patienten optimal versorgt werden wollen. Es geht um mehr Aus-, Fort- und Weiterbildung, denn nur kompetente Mitarbeiter leisten gute Versorgung. Es geht um Stärkung der Patienten*innenkompetenz. Es gibt eine schöne Weisheit: „Der äußere Arzt behandelt, der innere Arzt heilt.“ Gesundheit ist nicht nur apparative Medizin. Gesundheit ist ein Stärken der Prävention und ein Stärken der Ressourcen.

Vielen Dank Dr. Ulrike Koocke  für das Gespräch! Wir sind gespannt, wie #twankenhaus im Gesundheitswesen wirkt und die Bedingungen für Patienten*innen und Mitarbeiter*innen in den Kliniken verbessert. Mehr Informationen zu #twankenhaus unter www.twnknhs.de


Für eine bessere sektorenübergreifende Versorgung hat die AOK Baden-Württemberg bundesweit beachtete Projekte entwickelt und umgesetzt, wie zum Beispiel die Hausarztzentrierte Versorgung mit den angeschlossenen Facharztverträgen oder das patientenorientierte Einweisungs- und Entlassmanagement VESPEERA.


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news-2967 Tue, 14 May 2019 15:30:00 +0200 Infektionen im Krankenhaus vorbeugen Forschungsprojekt gegen Multiresistente Erreger startet in Heidenheim Seit April 2019 testet das Klinikum Heidenheim im Rahmen des Forschungsprojekts STAUfrei vor geplanten Operationen auf Multiresistente Erreger (MRE). Dabei handelt es sich um ein vom Innovationsfonds mit ca. 2,8 Millionen Euro gefördertes Forschungsprojekt, das im Landkreis Heidenheim durchgeführt und von der AOK Baden-Württemberg als größte Krankenkasse im Land als Partner unterstützt wird. Multiresistente Erreger gelten nach wie vor als große Herausforderung im Gesundheitswesen. Als sogenannter „Krankenhauskeim“ ist insbesondere der gegen das Antibiotikum Methicillin resistente MRSA bekannt. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland bei der Bekämpfung der Keime hinter den Vorzeigeländern aus Skandinavien und den Niederlanden. Allein bei der AOK Baden-Württemberg gab es im Jahr 2018 rund 3820 Fälle von MRSA-Infektionen. Die meisten dieser Keime kommen jedoch von außen in die Krankenhäuser.

 

Im Rahmen des Projekts werden Patienten, die zu einem geplanten Eingriff ins Klinikum Heidenheim gehen, daher bereits vor dem Eingriff von ihrem behandelnden Arzt auf einen bestimmten Bakterienstamm, den Staphylococcus aureus, getestet. Dieser Keim verursacht besonders nach operativen Eingriffen häufig Infektionen. Um Infektionen auch nach der Operation zu vermeiden, werden Patienten bei STAUfrei nach dem Krankenhausaufenthalt weiter betreut. Dazu erhalten sie bei Behandlungsbeginn einen Patientenpass, der allen an der Behandlung beteiligten Ärzten zeigt, wie der Behandlungsstatus des Patienten aussieht.

 

Die Laufzeit des Projekts beträgt insgesamt drei Jahre. Dabei werden die Effekte auf die Infektionsraten im Landkreis gemessen und ausgewertet, wie viele zusätzliche Kosten und welche Kosteneinsparungen dadurch entstehen. Ziel ist, dass sich die Anzahl der Übertragungen in der Klinik reduziert, und dass weniger Wundinfektionen auftreten. Basierend auf dieser Evaluation bewertet der Gemeinsame Bundesausschuss in Berlin dann, ob das Projekt auf ganz Deutschland ausgeweitet werden soll.

 

Hintergrundinformationen zu STAUfrei:

STAUfrei ist ein sektorenübergreifendes Projekt. Da es sich um ein Forschungsprojekt handelt, sind neben Klinik und niedergelassenen Arztpraxen auch Universitäten beteiligt, um den Erfolg der Maßnahmen zu messen. Zudem unterstützen Krankenkassen, unter ihnen als größter Partner die AOK Baden-Württemberg, bzw. ihre Verbände das Projekt. Die Kliniken Heidenheim gGmbH sind Konsortialführer und koordinieren das gesamte Projekt.

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news-2966 Tue, 14 May 2019 09:50:00 +0200 Neues Angebot der AOK Baden-Württemberg: Ärztliche Zweitmeinung bei Kinderorthopädie Mehr Sicherheit bei der Entscheidung für die optimale Behandlungsmethode Wer mit einer lebensverändernden Diagnose konfrontiert wird, hat Ängste und ist unsicher – vor allem bei der Frage nach der optimalen Behandlungsmethode. Die AOK Baden-Württemberg bietet ihren Versicherten darum eine umfangreiche Unterstützung bei der Einholung einer unabhängigen ärztlichen Zweitmeinung an. Seit April können Versicherte der Südwestkasse auch im Bereich der Kinderorthopädie erfahrene Spezialisten/innen hinzuziehen, um mehr Sicherheit bei der Entscheidung für die optimale Behandlungsmethode zu bekommen. Dieses Angebot im Bereich Kinderorthopädie erweitert die strukturierte ärztliche Zweitmeinung im Fachgebiet Orthopädie aufgrund der starken Nachfrage der Versicherten.

Bei folgenden kinderorthopädischen Erkrankungen und Deformitäten kann eine strukturierte ärztliche Zweitmeinung eingeholt werden: angeborene Formabweichungen von Hüfte oder Füßen (Deformitäten), Abweichung der Gewebestruktur des Skeletts vom normalen Bild (Dysplasien) und Seitabweichung der Wirbelsäule von der Längsachse mit Rotation (Skoliosen). In den rund 230 Kundencentern der AOK Baden-Württemberg oder über das AOK-Med-Telefon unter 0800 1050501 erhalten die Versicherten erste Beratung zu ihren Fragen. Nach Prüfung durch ein Ärzteteam der AOK Baden-Württemberg bekommen sie bei Bedarf schnellstmöglich einen Termin bei einem Spezialisten, der den Erstbefund nochmals beurteilt und in einem persönlichen Gespräch zu den Behandlungsmöglichkeiten berät. Die renommierten Experten/innen im Fachgebiet Kinderorthopädie stehen den Versicherten in verschiedenen baden-württembergischen Kliniken zur Verfügung.

Eine ärztliche Zweitmeinung bietet die AOK Baden-Württemberg ihren Versicherten in folgenden medizinischen Fachgebieten: Orthopädie und Unfallchirurgie, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Neurochirurgie, Onkologie, Urologie, Kardiologie, Herzchirurgie sowie Gynäkologie und Geburtshilfe. Mehr Informationen zum Angebot der strukturierten ärztlichen Zweitmeinung der AOK Baden-Württemberg finden Sie hier.

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news-2961 Mon, 13 May 2019 14:01:28 +0200 Hermann: „Es geht um Sicherheit, nicht um Klientelpolitik zu Gunsten von Importeuren“ Becker: „‘Bastelpackungen‘ verunsichern Apothekenkunden“ / AOK Baden-Württemberg und Apotheker für Abschaffung der Subventionsquote für Importarzneimittel „Nichts wird besser, wenn man ein ineffektives Bürokratiemonster noch komplexer macht“, kommentiert Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, die geplante Änderung der Subventionsklausel für Importarzneimittel. „Das ist nicht nur ein bürokratischer Irrweg, es ist vor allem für Patienten schnell gefährlich und finanziell nutzlos.“ Der AOK-Chef warnt davor, jetzt gerade im neuen Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) an jener Klausel festzuhalten, die wiederholt das Haupteinfallstor für die Machenschaften von Hehlerbanden und Arzneimittelfälschern gewesen sei. „Die Interessen von ein paar Subventionsgewinnlern dürfen nicht schwerer wiegen als die Arzneimittelsicherheit. Es geht um Patienten, nicht darum, einem andauernden Problemmarkt per gesetzlicher Quote Umsatz und Gewinn zu garantieren.“

Das Misstrauen, das in der AOK gegen quotengeförderte Importarzneimittel herrscht, teilen viele Apotheker. Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands und Präsident des Landesapothekerverbands Baden-Württemberg, beschleicht immer wieder ein ungutes Gefühl, wenn er einen Blick auf die „Bastelpackungen“ wirft, die dank der Quote regulär über den Beratungstisch in der Apotheke wandern können: „Es verunsichert unsere Kunden, wenn Blisterpackungen schräg ausgeschnitten sind, Schachteln mit irgendwelchen Etiketten überklebt wurden oder widersprüchliche Angaben über die enthaltene Arzneimittelmenge auf der Packung stehen. Wir möchten unsere Arbeit nicht durch unseriös wirkende Produkte diskreditiert sehen.“ Ungern erinnert sich Becker an ein Erlebnis mit einem Kunden zurück, der die Apotheke verlassen hatte, um einige Zeit später in Begleitung der Polizei zurückzukehren: Ihn hatte die Aufmachung eines Importarzneimittels entsprechend verunsichert.

Dr. Christopher Hermann ergänzt, die gesetzliche Quotenförderung reize mutmaßliche Betrüger geradezu an, über lange, intransparente Lieferketten quer durch den Kontinent Arzneimittelfälschungen auf den deutschen Markt zu bringen. Ihr Geschäft ist gerade in Deutschland dank der gesetzlichen Quotenförderung besonders lukrativ. Der Bundesrat habe diese Mechanik durchschaut und deshalb nur folgerichtig gehandelt, als er Mitte März die Streichung der Importförderklausel gefordert habe, führt Hermann aus. „Wir appellieren nun dringend an die Abgeordneten des Bundestags, sich in ihren parlamentarischen Beratungen dieser Forderung anzuschließen!“ So sprach sich zuletzt auch die Taskforce ‚Lunapharm‘ nachdrücklich für die Streichung der Reimportförderklausel aus, als Konsequenz aus dem aufgedeckten Skandal um nach Brandenburg eingeschleuste Problemarzneimittel zur Krebsbehandlung. „Das ist ein Fall, der in aller Deutlichkeit zeigt, wie gefährlich eine bürokratische Regelung ist, die Interessen der Reimportlobby Vorrang vor der Arzneimittelsicherheit gewährt“, warnt Hermann. „Es ist hohe Zeit, politisch die notwendigen Konsequenzen zu ziehen!“

 

Die Fotos unter "Bilder und Grafiken" stammen von der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK). Sie zeigen, wie Importarzneimittel aussehen können.

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news-2962 Mon, 13 May 2019 14:01:28 +0200 Hermann: „Es geht um Sicherheit, nicht um Klientelpolitik zu Gunsten von Importeuren“ (Kopie 1) Becker: „‘Bastelpackungen‘ verunsichern Apothekenkunden“ / AOK Baden-Württemberg und Apotheker für Abschaffung der Subventionsquote für Importarzneimittel „Nichts wird besser, wenn man ein ineffektives Bürokratiemonster noch komplexer macht“, kommentiert Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, die geplante Änderung der Subventionsklausel für Importarzneimittel. „Das ist nicht nur ein bürokratischer Irrweg, es ist vor allem für Patienten schnell gefährlich und finanziell nutzlos.“ Der AOK-Chef warnt davor, jetzt gerade im neuen Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) an jener Klausel festzuhalten, die wiederholt das Haupteinfallstor für die Machenschaften von Hehlerbanden und Arzneimittelfälschern gewesen sei. „Die Interessen von ein paar Subventionsgewinnlern dürfen nicht schwerer wiegen als die Arzneimittelsicherheit. Es geht um Patienten, nicht darum, einem andauernden Problemmarkt per gesetzlicher Quote Umsatz und Gewinn zu garantieren.“

Das Misstrauen, das in der AOK gegen quotengeförderte Importarzneimittel herrscht, teilen viele Apotheker. Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands und Präsident des Landesapothekerverbands Baden-Württemberg, beschleicht immer wieder ein ungutes Gefühl, wenn er einen Blick auf die „Bastelpackungen“ wirft, die dank der Quote regulär über den Beratungstisch in der Apotheke wandern können: „Es verunsichert unsere Kunden, wenn Blisterpackungen schräg ausgeschnitten sind, Schachteln mit irgendwelchen Etiketten überklebt wurden oder widersprüchliche Angaben über die enthaltene Arzneimittelmenge auf der Packung stehen. Wir möchten unsere Arbeit nicht durch unseriös wirkende Produkte diskreditiert sehen.“ Ungern erinnert sich Becker an ein Erlebnis mit einem Kunden zurück, der die Apotheke verlassen hatte, um einige Zeit später in Begleitung der Polizei zurückzukehren: Ihn hatte die Aufmachung eines Importarzneimittels entsprechend verunsichert.

Dr. Christopher Hermann ergänzt, die gesetzliche Quotenförderung reize mutmaßliche Betrüger geradezu an, über lange, intransparente Lieferketten quer durch den Kontinent Arzneimittelfälschungen auf den deutschen Markt zu bringen. Ihr Geschäft ist gerade in Deutschland dank der gesetzlichen Quotenförderung besonders lukrativ. Der Bundesrat habe diese Mechanik durchschaut und deshalb nur folgerichtig gehandelt, als er Mitte März die Streichung der Importförderklausel gefordert habe, führt Hermann aus. „Wir appellieren nun dringend an die Abgeordneten des Bundestags, sich in ihren parlamentarischen Beratungen dieser Forderung anzuschließen!“ So sprach sich zuletzt auch die Taskforce ‚Lunapharm‘ nachdrücklich für die Streichung der Reimportförderklausel aus, als Konsequenz aus dem aufgedeckten Skandal um nach Brandenburg eingeschleuste Problemarzneimittel zur Krebsbehandlung. „Das ist ein Fall, der in aller Deutlichkeit zeigt, wie gefährlich eine bürokratische Regelung ist, die Interessen der Reimportlobby Vorrang vor der Arzneimittelsicherheit gewährt“, warnt Hermann. „Es ist hohe Zeit, politisch die notwendigen Konsequenzen zu ziehen!“

 

Die Fotos unter "Bilder und Grafiken" stammen von der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK). Sie zeigen, wie Importarzneimittel aussehen können.

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news-2952 Thu, 02 May 2019 14:47:25 +0200 Mehr Sicherheit bei Krankenhauswahl: Positivtransparenzliste für Baden-Württemberg Die AOK Baden-Württemberg veröffentlicht zum 02.05.2019 die aktuelle Mindestmengen-Positivtransparenzliste, die den Menschen im Land eine wichtige Orientierung bei der Wahl ihres Krankenhauses für bestimmte Eingriffe bietet.

Mindestmengen-Positivtransparenzliste – hinter diesem Begriff steckt ein Instrument der Qualitätssicherung für bestimmte Leistungen in Krankenhäusern. Zum Schutz der Patienten dürfen demnach nur Krankenhäuser Leber- und Nierentransplantationen, komplexe Eingriffe an Speiseröhre und Bauchspeicheldrüse, Operationen künstlicher Kniegelenke, Stammzelltransplantationen sowie die Versorgung von Frühchen mit einem Geburtsgewicht unter 1.250 Gramm durchführen, die die notwendige Erfahrungskompetenz aufweisen. Die Mindestmenge steht für eine Mindestanzahl an Eingriffen und damit verbundener Erfahrung und dient so der Risikominimierung. In Krankenhäusern, in denen die Mindestmengen nicht erfüllt werden, ist unter anderem das Sterberisiko laut Studien signifikant höher.

Die Liste steht am Ende dieser Seite zum Download bereit.

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news-2935 Mon, 15 Apr 2019 14:12:57 +0200 DAK-Chef brilliert mit fehlendem Fachwissen Nur Regionalkassen noch in der Fläche präsent „Das eigene bewusste oder unbewusste Versorgungsversagen gegenüber den eigenen Versicherten mit der Behauptung kaschieren zu wollen, der Wettbewerb sei ungerecht, ist an Unverfrorenheit kaum zu überbieten“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, zu Aussagen des Vorstandsvorsitzenden der DAK, Andreas Storm, die die Stuttgarter Zeitung in ihrer Freitagsausgabe (12.04.2019) zitiert. Die Wahrheit sei dagegen, dass sich die DAK ebenso wie die meisten anderen bundesweiten Kassen mehr und mehr aus der wohnortnahen gesundheitlichen Versorgung, Betreuung und Beratung der Menschen im Land zurückziehe.

Allein die Zahl der Anlaufstellen für Versicherte vor Ort spricht Bände. Wer in ganz Baden-Württemberg auf einer Fläche von über 35.000 Quadratkilometern gerade noch vierzig Geschäftsstellen unterhält, tut gut daran, sich in Bezug auf Regionalität und Vor-Ort nicht als Regionalversteher aufzuspielen. Besonders bedenklich ist, dass der Chef der drittgrößten gesetzlichen Krankenkasse offenbar nicht einmal den Ordnungsrahmen der gesetzlichen Krankenversicherung richtig kennt. Denn anders als Herr Storm es darstellt, kann jeder, der bei der AOK Baden-Württemberg versichert ist, es auch bei einem Umzug in ein anderes Bundesland bleiben. So sieht es das Fünfte Sozialgesetzbuch vor. Herr Storm sollte dies doch gelegentlich mal wieder zur Hand nehmen.

„Die Menschen im Land schätzen die bestehende Freiheit, zwischen mehr als 70 Bundeskassen und regional verwurzelten Kasse wählen zu können“, kommentiert die AOK Baden-Württemberg. So entscheiden sich immer mehr Menschen, ihre gesundheitliche Versorgung der AOK Baden-Württemberg anzuvertrauen – derzeit über 4,45 Millionen, mehr als jemals zuvor. Die AOK Baden-Württemberg ist davon überzeugt, dass ihre Versicherten insbesondere die Nähe zu ihnen und den Ärzte- und Gesundheitspartnern schätzen, die es der größten Kasse im Südwesten ermöglichen, in ihren rund 230 KundenCentern individuell und vor Ort zu beraten und effektive und auf die Region angepasste Versorgungsstrukturen zu schaffen. So profitieren die mehr als 1,6 Millionen Teilnehmer des Haus- und Facharztprogramms, das die AOK Baden-Württemberg gemeinsam mit MEDI und dem Hausärzteverband seit mehr als zehn Jahren erfolgreich auf- und ausbaut, wissenschaftlich erwiesenermaßen gesundheitlich von dieser alternativen Regelversorgung. Dass die Landesaufsicht ein Auge mehr zudrückt als das Bundesversicherungsamt, wie Storm behauptet, ist falsch. Denn die Aufsichten tauschen sich zwei Mal im Jahr intensiv aus, um ihre Aufsichtstätigkeit miteinander abzugleichen. Dies hat auch die Bundesregierung immer wieder bestätigt.

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news-2933 Fri, 12 Apr 2019 09:22:25 +0200 Öffentliche Warnmeldung vor gefährlichem Potenzmittel „Rammbock“ Regierungspräsidium Tübingen warnt vor der Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittel Das Regierungspräsidium Tübingen warnt vor der Einnahme eines als rein natürlich bezeichneten Nahrungsergänzungsmittel, das unter der Bezeichnung „Rammbock“ unter anderem über den Internethandel und Wettbüros vertrieben wurde und wird. Das Produkt enthält entgegen den angegebenen Inhaltsstoffen den Wirkstoff „Sildenafil“, der zur Behandlung von Erektionsstörungen des Mannes eingesetzt wird und der nur nach vorheriger ärztlicher Verordnung eingenommen werden darf. Der Wirkstoff „Sildenafil“ ist zudem in einer erhöhten Dosierung festgestellt worden. Die Einnahme des Mittels kann zu erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen und schlimmstenfalls tödliche Wirkung haben.

Das Regierungspräsidium geht davon aus, dass der Vertrieb in ganz Deutschland erfolgt ist. Personen, die das Mittel „Rammbock“ erworben bzw. erhalten haben, werden gebeten, diese Mittel über den Hausmüll zu entsorgen.

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news-2926 Thu, 04 Apr 2019 11:00:00 +0200 25 Jahre Wegemacher für gesundes Leben Die AOK Baden-Württemberg prägt seit 25 Jahren das Gesundheits- und Pflegegeschehen im Südwesten wesentlich mit und lotet mit ihren Partnern in der Verantwortung für Millionen Menschen die Gestaltungsmöglichkeiten in der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung aus.


Im April 1994 hat sich die AOK Baden-Württemberg aus mehreren Dutzend einzelner AOKs zu einem Unternehmen formiert, das über eine insgesamt mehr als 100-jährige Erfahrung verfügte.

Bewährtes klar erkennen, aber genauso neue Wege ausmachen und dabei immer ganz nah an den Bedürfnissen der Versicherten sein, das macht unsere Haltung und den gemeinsamen Erfolg unserer 10.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus. Als WEGEMACHER für gesundes Leben gehen wir in eine erfolgreiche Zukunft.

wegemacher.de

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news-2924 Tue, 02 Apr 2019 09:58:56 +0200 Resolution gegen Zentralismus und Gleichmacherei in der GKV Verwaltungsrat der AOK Baden-Württemberg fordert mehr regionalen Versorgungswettbewerb und lehnt reinen Preiswettbewerb strikt ab Der Verwaltungsrat der AOK Baden-Württemberg hat sich am Dienstag (02.04.2019) einstimmig gegen die Zentralisierung im Gesundheitswesen in dem von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vorgelegten Gesetzentwurf zur Kassenwahl ausgesprochen. Damit werde die bewährte regionale Gesundheitsversorgung gefährdet.

Die vorgesehene Ausgrenzung der ehrenamtlichen und regional verwurzelten Vertreter der Verwaltungsräte der Krankenkassen aus dem Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbandes sei dabei nur die Spitze des Eisbergs. „Insbesondere das Vorhaben, regionale gesetzliche Krankenkassen zwangsweise bundesweit zu öffnen, ist unzumutbar und wird strikt abgelehnt. Wir brauchen nicht weniger, sondern endlich mehr Versorgungswettbewerb“, kritisiert Monika Lersmacher, die alternierende Vorsitzende des Verwaltungsrats der AOK Baden-Württemberg. Der Entwurf ziele allein auf Preiswettbewerb und würde zu einem bundesweiten Scheinwettbewerb auch zwischen elf AOKs führen. Offensichtlich solle aber der Weg zu zentralistischen Strukturen freigemacht werden, die letztendlich zu Lasten der Versorgung der Versicherten in den Regionen gehen werden. Mit der Hausarztzentrierten Versorgung und den damit eng vernetzten Facharztverträgen beweise die AOK Baden-Württemberg seit mehr als zehn Jahren, dass regional verankerte Vertragslösungen mit regionalen Partnern zu einer besseren Versorgung für die Versicherten führen.


Eine passgenaue gesundheitliche Versorgung könne nur in regionaler Verantwortung gelingen. Denn nur wer vor Ort ist, könne die Bedürfnisse der Menschen erkennen und auf dieser Grundlage mit Partnern zielgenau gestalten.

Gute Versorgung erfordere Lösungen, die die jeweiligen regionalen Rahmenbedingungen einbeziehen. Deshalb seien im Gesundheitswesen mehr und nicht weniger Gestaltungsmöglichkeiten der Länder sowie der Selbstverwaltung auf Landesebene notwendig. Monika Lersmacher: „Es darf keine Abschaffung regionaler Versorgungsstrukturen geben! Eine zwingende bundesweite Öffnung regionaler Krankenkassen kommt einer Abschaffung regionaler Versorgungsstrukturen gleich und dies geht mit einer Verschlechterung passgenauer Versorgung der Patientinnen und Patienten einher und wird am Ende auf dem Rücken kranker Menschen ausgetragen.“

Für die AOK-Verwaltungsratsvorsitzende zielt der von Bundesgesundheitsminister Spahn vorgelegte Referentenentwurf auf die Gleichmacherei der Krankenkassen, die nicht zu mehr Wettbewerb führe, sondern die Existenz vieler Krankenkassen und damit zahlreiche Arbeitsplätze und die Versorgung der Versicherten aufs Spiel setze: „Dieser Referentenentwurf setzt falsche Anreize für den Wettbewerb und zerstört Strukturen – es ist die Blaupause eines Falsche-Kassenwettbewerb-Gesetzes.“

 

Hinweis an die Redaktionen:

Der Verwaltungsrat ist das wichtigste Organ der Selbstverwaltung der AOK Baden-Württemberg. Das aus 30 Versicherten- und Arbeitgebervertretern (Beitragszahler) bestehende Gremium ist ehrenamtlich tätig. Es ist paritätisch je zur Hälfte mit Vertretern beider Gruppen besetzt. Die Selbstverwalter/-innen auf der Versichertenseite kommen aus den Gewerkschaften und anderen selbstständigen Arbeitnehmerorganisationen. Auf Arbeitgeberseite stellen die Arbeitgebervereinigungen und ihre Verbände die Mitglieder des Verwaltungsrates. Der Verwaltungsrat wird alle sechs Jahre durch Sozialversicherungswahlen ermittelt. Die Arbeitgeber- und Versichertenvertreter im Verwaltungsrat stellen je einen Vorsitzenden. Beide wechseln sich jährlich im Amt des Vorsitzes ab.

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news-2913 Thu, 28 Mar 2019 15:38:01 +0100 Gesund altern als Herausforderung Die Gruppe der Über-80-Jährigen unter den Älteren wächst am stärksten, laut dem statistischen Bundesamt sind es in Deutschland bis 2060 rund 9 Millionen – mehr als jeder Zehnte in Deutschland. Umso wichtiger ist es, dass diese Menschen durch den Ausbau qualitativ hochwertiger Versorgung, Prävention und Rehabilitation in jeder Lebensphase möglichst gesund und fit durchs Leben gehen und dann auch im hohen Alter so selbständig wie möglich sein können. Wie lange wir im Alter möglichst gesund sind, hängt wesentlich davon ab, wie Prävention, Rehabilitation und Pflege ineinandergreifen.

Gezielte Maßnahmen in Prävention und Rehabilitation sind notwendig, damit es gar nicht oder möglichst spät zu Pflegebedürftigkeit kommt. Denn viele Risikofaktoren wie Übergewicht oder Bewegungsmangel, die beispielsweise die Entstehung von Tumorerkrankungen begünstigen und für koronare Herzerkrankungen, Diabetes Typ-2 oder Erkrankungen des Bewegungsapparates verantwortlich sein können, entstehen schon im Kindesalter. Auch die Vermittlung von Gesundheitskompetenz sind wesentliche Faktoren um zu erreichen, dass die Menschen möglichst lange gesund bleiben: Rund ein Drittel der Tumorerkrankungen ließe sich laut Schätzung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg vermeiden, wenn ausreichend Krebsprävention betrieben würde. Sogar jede zweite wäre laut DKFZ vermeidbar, wenn neben des Präventionspotentials auch Krebsfrüherkennungs- und Krebsvorsorgemaßnahmen ausgeschöpft würden.

Hinweis an die Redaktionen:
Mit diesen und weiteren Aspekten des Älterwerdens befasst sich das interdisziplinäre Symposium „Altern: Biologie und Chancen“ der Heidelberger Akademie der Wissenschaften vom 28. bis 30. März 2019 unter anderem mit einem Vortrag „Die Gesellschaft des langen Lebens“ von Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Mehr zum Symposium unter www.hadw-bw.de .

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news-2911 Thu, 28 Mar 2019 09:53:18 +0100 Digitalisierung: Kliniken international abgeschlagen Der aktuelle Krankenhaus-Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeichnet ein dramatisches Bild der Digitalisierung in deutschen Kliniken, vor allem in kleineren mit unter 200 Betten. Ihr Digitalisierungsgrad liegt, so der Krankenhaus-Report, fast 65 Prozent unter dem EU-Durchschnitt. In Baden-Württemberg hat über die Hälfte der Kliniken 200 Betten oder weniger. Allerdings, so Nadia Mussa, Fachbereichsleiterin Krankenhausversorgung bei der AOK Baden-Württemberg, müsse man sicherlich jedes Haus einzeln betrachten. „Digitale Anwendungen wie beispielsweise ein elektronischer Medikationsplan können maßgeblich zu einer höheren Patientensicherheit beitragen“, so Mussa weiter. „Schon heute und noch mehr morgen wird das Maß der Digitalisierung ein wichtiger Bestandteil von Qualität eines Krankenhauses sein.“

Krankenhäuser, die die Möglichkeiten der Digitalisierung nicht sinnvoll nutzen, könnten damit wettbewerbliche Nachteile erleiden. Laut einer aktuellen Befragung des Meinungsforschungsinstituts forsa wählen bereits jetzt 98 Prozent der Baden-Württemberger ihr Krankenhaus nach Qualitätskriterien aus. Wohnortnähe spielt dagegen nur für 54 Prozent eine übergeordnete Rolle.

 

Hinweis an die Redaktionen:

Für den Krankenhaus-Report „Das digitale Krankenhaus“ untersuchten Wissenschaftler der TU Berlin den Digitalisierungsgrad in 167 Kliniken in ganz Deutschland.

 

 

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news-2907 Tue, 26 Mar 2019 09:51:50 +0100 Faire-Kassenwahl-Gesetz: Bundesgesundheitsminister setzt weiter auf Zentralismus und Dirigismus Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, kritisiert den Referentenentwurf zum Faire-Kassenwahl-Gesetz (GKV-FKG) scharf:

"Gesundheitliche Versorgung spielt sich regional ab. Denn wer vor Ort ist, kennt Bedürfnisse und Bedarfe der Menschen vor Ort besser und kann auf dieser Grundlage zielgenau gestalten. Andernfalls entscheiden Menschen irgendwo in der Republik ohne tiefe Kenntnis über die regionalen Versorgungsstrukturen und -notwendigkeiten konkret in Baden-Württemberg. Das Haus- und Facharztprogramm, das wir gemeinsam mit dem Hausärzteverband und MEDI Baden-Württemberg seit einem Jahrzehnt erfolgreich leben und das wissenschaftlich erwiesen zu besserer Versorgung für die Patienten führt, ist das beste Beispiel dafür, dass regionale Gestaltungsbereitschaft und -kompetenz zwingend sind, um Qualität, Struktur und Vernetzung im Interesse der Versicherten zu verbessern.

Herr Spahn will elf AOKs in den bundesweiten Scheinwettbewerb stellen, ob ihm die Zentralisierung in einer Bundes-AOK vorschwebt, weiß ich nicht. Um effiziente und qualitativ hochwertige Versorgungsstrukturen wie zum Beispiel eine hausarztzentrierte Versorgung aufzusetzen, sind aber regionale Verwurzelung und die Kenntnis der Bedürfnisse der Menschen vor Ort unerlässlich.

Als AOK Baden-Württemberg definieren wir uns nicht vor allem über einen Wettbewerb um den niedrigsten Preis, sondern über die bestmögliche Versorgungsqualität. Dabei setzen wir seit Jahren auf Beitragsstabilität und -wirtschaftlichkeit – und das bei einem attraktiven Beitragssatz. Die Menschen im Land geben uns recht. Mittlerweile vertrauen fast 4,5 Millionen Baden-Württemberger ihre gesundheitliche Versorgung der AOK Baden-Württemberg an, so viele wie nie zuvor.

Die aktuelle Gesetzgebung des Bundesgesundheitsministers zeichnet sich durch klare Tendenzen zu noch mehr Zentralismus und Dirigismus aus. Schauen Sie auf die neuen Regelungen zur Heilmittelversorgung im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) oder das Vorhaben der Aushebelung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), wie es der Referentenentwurf zum Implantateregister-Errichtungsgesetz (EDIR) vorsieht. Aber es gilt auch: Es kommt kein Gesetz so aus dem parlamentarischen Prozess, wie es hineingeht. Ich gehe davon aus, dass sich die besseren Argumente durchsetzen und Herr Spahn mit seinen Allmachtsphantasien letztlich Schiffbruch erleiden wird."

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news-2898 Mon, 18 Mar 2019 09:09:38 +0100 Forsa-Befragung: Pflegende genießen im Land hohes Ansehen Laut einer repräsentativen Forsa-Befragung der AOK Baden-Württemberg bewundern 87 Prozent der Baden-Württemberger die Pflegekräfte für ihre Arbeit Die Bevölkerung im Südwesten ist voller Anerkennung für Pflegekräfte, wie eine repräsentative Forsa-Befragung der AOK Baden-Württemberg bestätigt: 87 Prozent der Baden-Württemberger bewundern die Pflegekräfte für ihre Arbeit. „Menschen, die auf Betreuung, Unterstützung und Pflege angewiesen sind und diese auch auf gute Weise erleben, würdigen diese Hilfen. Zu Recht werden die, die kompetent beraten, engagiert unterstützen, professionell oder ehrenamtlich betreuen und pflegen immer mehr geachtet – es sind wichtige Aufgaben, denn sie sorgen für Lebensqualität für jeden einzelnen und tragen zum sozialen Frieden in unserer Gesellschaft bei“, so Britta March, Referatsleiterin Pflege und Beratung in der Pflege der AOK Baden-Württemberg.

Dennoch hat das Image des Pflegeberufes auch andere Seiten. Laut Forsa-Befragung könnten sich nur fünf Prozent der 18- bis 60-Jährigen, die noch nicht in der professionellen Pflege gearbeitet haben, vorstellen, in der Altenpflege zu arbeiten. Unter den 18- bis 29-Jährigen sind es sogar nur drei Prozent. Hauptgrund für die ablehnende Haltung ist laut der Befragten die mutmaßlich zu schlechte Vergütung (62 Prozent) „Die Entlohnung der Pflegekräfte muss differenziert betrachtet werden. Das allgemeine Bild, Pflegende seien unterbezahlt, trifft in dieser Pauschalität nicht zu“, so March.

Den Bericht der Forsa-Befragung finden Sie hier, die Tabellen der Forsa-Befragung finden Sie hier.

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news-2896 Sat, 16 Mar 2019 11:00:00 +0100 Regionale Apothekenstatistik unterstreicht Bedarf an innovativen Versorgungskonzepten Die AOK Baden-Württemberg nimmt Apothekenzahlen unter die Lupe Wie ist es um die Versorgung vor Ort mit Arzneimitteln in Baden-Württemberg bestellt? Die AOK Baden-Württemberg hat dazu eine Apothekenstatistik nach Landkreisen und kreisfreien Städten erstellt. Das Ergebnis: Die Apothekenverteilung in Baden-Württemberg ist ausgesprochen heterogen. In ländlichen Regionen sind Apotheken wesentlich weniger präsent als in Ballungszentren. Innovative Versorgungskonzepte können die Versorgung auf dem Land verbessern.

In der Bundesrepublik insgesamt sind Apotheken meistens sehr gut zu erreichen. Dies hat bereits im Jahr 2013 eine Studie des Thünen-Instituts für Ländliche Räume zeigen können: Fast 60 Prozent der Menschen konnten demnach innerhalb von 15 Minuten zu Fuß zu einer Apotheke gelangen. Nur 0,16 Prozent der Menschen wohnen weiter als 15 Kilometer von der nächsten Apotheke entfernt. Wer in Deutschland eine Apotheke braucht, wird innerhalb einer durchschnittlichen PKW-Fahrtzeit von vier Minuten an einer vorbeikommen. Während in der Bundesrepublik 24 Apotheken auf je 100.000 Einwohner kommen, sind es in Baden-Württemberg 23. In Europa reicht die Spanne extrem weit von 87 Apotheken je 100.000 Einwohner in Griechenland bis 8 in Dänemark.

Als große Krankenkasse im Südwesten ist die AOK Baden-Württemberg in einem Bundesland erfolgreich, das markante Unterschiede zwischen städtisch definierten Metropolregionen und großflächig ländlich geprägten Regionen aufweist. So versorgt in der Universitätsstadt Freiburg eine öffentliche Apotheke 548 AOK-Versicherte. Im flächenmäßig mehr als neun Mal größeren Landkreis Biberach kommen dagegen mit 2.122 rund viermal so viele AOK-Versicherte auf eine Apotheke. Die Apothekendichte in ländlicher Umgebung ist viel weiter geknüpft als in den Städten.

AOK Baden-Württemberg für innovative Versorgungslösungen

Die erheblichen Stadt-Land-Unterschiede in der Apothekendichte sind auch eine Folge des verbindlichen Preisbildungssystems für verschreibungspflichtige Arzneimittel. Das Festpreissystem, das auf den Einkaufspreis der Apotheke eine staatlich vorgegebene Packungs- und eine Notdienstpauschale sowie einen prozentualen Aufschlag vorsieht, führt dazu, dass rezeptpflichtige Arzneimittel in jeder Apotheke den gleichen Preis haben. Umsatzsteigerungen können Apotheker somit primär über die Menge der verkauften Arzneimittelpackungen erwirtschaften. Die aber sehen vor allem in der Nachbarschaft einer Arztpraxis ganz anders aus, und so lassen sich Apotheker lieber in der City nieder als in einer Kleinstadt.

Patienten aus ländlichen Regionen mit geringem Verordnungsvolumen werden oft schon heute von den Botendiensten umliegender Apotheken versorgt, wenn in der unmittelbaren Nähe keine Offizin ansässig ist. Durch den Ausbau neuer Versorgungskonzepte kann Baden-Württemberg auch hier zur Vorreiterregion für Deutschland werden. Digitale Rezeptsammelstellen, die telefonisch oder per Messenger mit einer Apotheke in Kontakt stehen, werden derzeit bereits erprobt. Patienten können ihre Rezepte von dort aus unmittelbar nach dem Arztbesuch digital an die ihnen genehme Apotheke übermitteln. Diese versorgt die Patienten über Botengänge und holt die Originalrezepte regelmäßig an der Sammelstelle ab. So wird unkomplizierte und schnelle Versorgung auch auf dem Land besser ermöglicht.

Zudem steht die Einführung des elektronischen Rezepts nun endlich in den Startlöchern. Die Digitalisierung bietet gerade für die Versorgung im ländlichen Raum auch hier große Chancen. Die AOK Baden-Württemberg spricht sich für eine Lockerung der Apothekenbetriebsordnung und des Mehrbesitzverbotes in Regionen mit niedriger Apothekendichte aus. Damit könnten weitere sinnvolle Versorgungskonzepte realisiert und eine innovative Versorgung im Interesse der Patientinnen und Patienten auf den Weg gebracht werden.

 

 

Stadt / LandkreisAnzahl ApothekenAnzahl AOK-VersicherteAOK-Versicherte je Apotheke
Freiburg i. Br.13272.287548
Heidelberg10162.489619
Baden-Baden5938.903659
Karlsruhe171113.698665
Konstanz10271.801704
Schwäbisch Hall59110.7361.877
Freudenstadt3871.5671.883
Tuttlingen3057.8761.929
Alb-Donau-Kreis612.5122.085
Biberach4391.2522.122

Die Auswertung der Apothekendichte bezieht sich auf die über 4,4 Millionen Versicherten der AOK Baden-Württemberg und somit auf fast jeden zweiten Einwohner Baden-Württembergs.


Vom 15. bis 16. März findet in Stuttgart die Interpharm statt. Die Interpharm ist Deutschlands wichtigste pharmazeutische Fortbildungsmesse. Am 16. März 2019 nimmt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, dort an einer Podiumsdiskussion zur apothekenpolitischen Lage teil. Er diskutiert zwischen 10:30 und 11:30 Uhr mit Fritz Becker, Biggi Bender und Karin Maag.

Interpharm

Programm

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news-2871 Tue, 05 Mar 2019 09:52:00 +0100 Fastenzeit – viele Wege des Verzichts Am Aschermittwoch beginnt die traditionelle Fastenzeit bis zum Osterwochenende. Das traditionelle Fasten sieht zwar nicht den kompletten Verzicht auf feste Nahrung vor, sondern den Verzicht auf Fleisch, Wurst, Alkohol und gegebenenfalls Süßigkeiten. Viele nehmen diesen Startschuss und das nahende Frühjahr aber zum Anlass, um mit dem sogenannten Heilfasten, also einem vollständigen Nahrungsentzug, überflüssige Pfunde loszuwerden. Heilfasten sollte dabei immer mit dem Hausarzt besprochen und von ihm begleitet werden, da der abrupte Verzicht auf Nahrung auch für gesunde Menschen eine Belastung bedeutet.

Denn erst nach mehrtägigem Fasten kann das Gehirn die Energieversorgung umschalten. In der Anfangsphase baut der Körper deshalb verstärkt körpereigenes Eiweiß aus der Muskulatur ab, die dadurch geschwächt wird. „Gewichtsabnahme ist beim Heilfasten nur ein netter Nebeneffekt, sollte aber nicht Ziel des Fastens sein, da der Gewichtsverlust nicht nachhaltig ist“, erklärt Anja Ettischer, Ernährungswissenschaftlerin bei der AOK Baden-Württemberg. „Der Körper drosselt den Energieverbrauch auf Sparflamme und Dank Jo-Jo-Effekt kommen die verlorenen Pfunde spätestens an Ostern und Pfingsten wieder auf die Hüften. Nur eine Ernährungsumstellung führt zu dauerhaftem Gewichtsverlust“, so Ettischer.

Allerdings kann Fasten den Auftakt für eine bewusstere und gesündere Ernährung bilden. Wer gesund ist, kann auf sogenanntes Intervallfasten setzen, bei dem es zwei Varianten gibt:  Das Intervallfasten, bei dem an zwei Tagen pro Woche maximal 600 Kalorien zu sich genommen werden, an den übrigen Tagen wird die Kalorienzufuhr gegebenenfalls etwas vermindert, aber ansonsten „normal“ gegessen. Die andere Form des Intervallfastens sieht vor, dass man über 8 Stunden des Tages verteilt die Tagesration an fester Nahrung zu sich nimmt, in den verbleibenden 16 Stunden des Tages hingegen nichts isst. Ob hierfür das Frühstück oder das Abendessen ausgelassen wird, ist eine Typfrage. „Aus gesundheitlicher Sicht können gesunde Erwachsene die in letzter Zeit häufig angepriesene Form des Intervallfastens 16:8 auch über einen längeren Zeitraum durchführen. Natürlich sollte bei den übrigen Mahlzeiten alle wichtigen Nährstoffe in Form einer gesunden, abwechslungsreichen Kost auf den Tisch kommen und viel getrunken werden“, erklärt Ettischer. „Die bewusste Auszeit kann dabei helfen, auf unnötige Kalorien wie abendliche Snacks vor dem Fernseher zu verzichten und somit auch dauerhaft überflüssige Pfunde zu verlieren“, so die Ernährungswissenschaftlerin. Diese Art des Fastens ist gesellschaftskompatibel, weil man ohne Probleme am Mittagessen und wahlweise beim Abendessen oder Frühstück mit der Familie teilnehmen kann und nichts verboten ist.

Ohne Rücksprache mit dem Hausarzt kann übrigens jeder auf den Konsum von Fast Food und Süßigkeiten verzichten. Und auch die reduzierte Nutzung von Smartphone und Fernsehen sind moderne Formen des Fastens.

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news-2872 Tue, 05 Mar 2019 09:52:00 +0100 Fastenzeit – viele Wege des Verzichts Am Aschermittwoch beginnt die traditionelle Fastenzeit bis zum Osterwochenende. Das traditionelle Fasten sieht zwar nicht den kompletten Verzicht auf feste Nahrung vor, sondern den Verzicht auf Fleisch, Wurst, Alkohol und gegebenenfalls Süßigkeiten. Viele nehmen diesen Startschuss und das nahende Frühjahr aber zum Anlass, um mit dem sogenannten Heilfasten, also einem vollständigen Nahrungsentzug, überflüssige Pfunde loszuwerden. Heilfasten sollte dabei immer mit dem Hausarzt besprochen und von ihm begleitet werden, da der abrupte Verzicht auf Nahrung auch für gesunde Menschen eine Belastung bedeutet. Denn erst nach mehrtägigem Fasten kann das Gehirn die Energieversorgung umschalten. In der Anfangsphase baut der Körper deshalb verstärkt körpereigenes Eiweiß aus der Muskulatur ab, die dadurch geschwächt wird. „Gewichtsabnahme ist beim Heilfasten nur ein netter Nebeneffekt, sollte aber nicht Ziel des Fastens sein, da der Gewichtsverlust nicht nachhaltig ist“, erklärt Anja Ettischer, Ernährungswissenschaftlerin bei der AOK Baden-Württemberg. „Der Körper drosselt den Energieverbrauch auf Sparflamme und Dank Jo-Jo-Effekt kommen die verlorenen Pfunde spätestens an Ostern und Pfingsten wieder auf die Hüften. Nur eine Ernährungsumstellung führt zu dauerhaftem Gewichtsverlust“, so Ettischer.

Allerdings kann Fasten den Auftakt für eine bewusstere und gesündere Ernährung bilden. Wer gesund ist, kann auf sogenanntes Interfallfasten setzen, bei dem es zwei Varianten gibt:  Das Intervallfasten, bei dem an zwei Tagen pro Woche maximal 600 Kalorien zu sich genommen werden, an den übrigen Tagen wird die Kalorienzufuhr gegebenenfalls etwas vermindert, aber ansonsten „normal“ gegessen. Die andere Form des Intervallfastens sieht vor, dass man über 8 Stunden des Tages verteilt die Tagesration an fester Nahrung zu sich nimmt, in den verbleibenden 16 Stunden des Tages hingegen nichts isst. Ob hierfür das Frühstück oder das Abendessen ausgelassen wird, ist eine Typfrage. „Aus gesundheitlicher Sicht können gesunde Erwachsene die in letzter Zeit häufig angepriesene Form des Intervallfastens 16:8 auch über einen längeren Zeitraum durchführen. Natürlich sollte bei den übrigen Mahlzeiten alle wichtigen Nährstoffe in Form einer gesunden, abwechslungsreichen Kost auf den Tisch kommen und viel getrunken werden“, erklärt Ettischer. „Die bewusste Auszeit kann dabei helfen, auf unnötige Kalorien wie abendliche Snacks vor dem Fernseher zu verzichten und somit auch dauerhaft überflüssige Pfunde zu verlieren“, so die Ernährungswissenschaftlerin. Diese Art des Fastens ist gesellschaftskompatibel, weil man ohne Probleme am Mittagessen und wahlweise beim Abendessen oder Frühstück mit der Familie teilnehmen kann und nichts verboten ist.

 
Ohne Rücksprache mit dem Hausarzt kann übrigens jeder auf den Konsum von Fast Food und Süßigkeiten verzichten. Und auch die reduzierte Nutzung von Smartphone und Fernsehen sind moderne Formen des Fastens.
 

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news-2868 Thu, 28 Feb 2019 11:57:53 +0100 Tipps gegen den Faschingskater Der Power-Smoothie für den Aschermittwoch Der Kater nach dem Faschingswochenende oder am Aschemittwoch ist in den meisten Fällen die Folge eines großen Wasser- und Mineralstoffverlustes, der in der Regel auf einen hohen Alkoholkonsum am Vorabend zurückzuführen ist. Alkohol führt meist zu Kopfschmerzen und Übelkeit und es gibt nur ein wirksames Mittel gegen den Kater: Auf Alkohol verzichten, zumindest weitgehend. Mit den folgenden Tipps lässt sich der Kater im besten Fall vermeiden oder – wenn es doch zu viel Alkohol war – zumindest zähmen.

Eine gute Basis:
Schon vor der Party eine gute Grundlage schaffen. Experten empfehlen, eine ausgewogene Mahlzeit vorher und immer wieder etwas Herzhaftes zwischendurch zu essen. Fetthaltige Speisen, wie Raclette oder Eintopf sorgen frühzeitig für eine solide Basis im Magen und verzögern im Körper die anschließende Aufnahme von Alkohol.

Viel Wasser trinken:
Da Alkohol dem Körper Wasser entzieht, sollte im Voraus und zwischen den alkoholhaltigen Getränken ausreichend Mineralwasser oder stilles Wasser getrunken werden. Und am besten auch nochmal vor dem Schlafen ein Glas Wasser trinken. So kann der Körper das Flüssigkeitsdefizit besser ausgleichen.

Zeit lassen beim Trinken:
Es dauert einige Zeit, bis sich der Alkohol bemerkbar macht. Deshalb ist es so gefährlich, in kurzer Zeit viel Alkohol zu trinken. Denn auch wenn man keinen Alkohol mehr zu sich nimmt steigt der Alkoholspiegel noch einige Zeit an.

Nicht durcheinander trinken:
Auch die Auswahl der Getränke ist wichtig: Hochprozentiges sollte man besser meiden. Süße alkoholhaltige Mix-Getränke verführen dazu, zu viel und zu schnell zu trinken. Auch damit sollte man also vorsichtig umgehen. Und noch ein Ratschlag: Nicht zu viele verschiedene Getränke nacheinander trinken. Offenbar scheint der Kater danach besonders ausgeprägt zu sein.

Frische Luft:
Ein Spaziergang an der frischen Lust bringt den Kreislauf in Schwung und wirkt Kopfschmerzen entgegen. Wer ein bisschen mehr machen möchte, kann zum Beispiel eine Radtour oder eine kleine Lauf- oder Walkingstrecke im Grünen absolvieren.

Wenn der Kater nicht zu zähmen ist:
Macht sich der Kater am Morgen danach trotzdem bemerkbar, braucht unser Körper Salz und ungesättigte Fettsäuren – auch wenn der Abbau des Alkohols dadurch nicht beeinflusst werden kann. Deshalb empfehlen sich als Frühstück gesalzene Brühe, der klassische Rollmops oder ein Rührei. Kohlenhydrate, beispielsweise Kartoffeln oder Nudeln, liefern Energie, um den Alkohol rasch abzubauen. Reichlich Tee und Wasser gleichen den Flüssigkeitshaushalt des Körpers aus und beschleunigen die Entgiftung. Leckere Smoothies sind nicht nur vitamin- und mineralstoffreich – sie sorgen auch dafür, dass man schnell wieder sein Immunsystem aufbaut!

Unser Tipp: Der Power-Smoothie für den Aschermittwoch

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news-2857 Wed, 20 Feb 2019 11:58:01 +0100 AOK Baden-Württemberg nimmt Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen stärker in den Fokus Südwest-AOK investiert dort zusätzlich 20 Millionen Euro und setzt auf Arztentlastung und Web-Anwendungen Dass mit dem Hausarztvertrag und den Facharztverträgen im Südwesten deutschlandweit einzigartige und spürbar bessere Strukturen geschaffen wurden, zeigen aktuelle Befragungsergebnisse des Meinungsforschungsinstituts forsa. Danach sind drei von vier Baden-Württemberger mit der Hausarztdichte im Land zufrieden (76 Prozent), bei der Facharztversorgung sind es immerhin 55 Prozent. „Was wir gemeinsam mit dem Hausärzteverband und MEDI Baden-Württemberg über zehn Jahre hinweg etabliert und konsequent vorangetrieben haben, ist schlichtweg eine nachhaltig bessere Versorgung. Mittlerweile nehmen 1,6 Millionen Versicherte und 7.500 Haus-, Kinder- und Fachärzte daran teil“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg.

 

Auch wenn die Herausforderungen für die ärztliche Versorgung vor allem in ländlichen Regionen noch nicht konkret spürbar seien, erkennbar seien sie allemal. Hermann: „Ein Drittel der Hausärzte in Baden-Württemberg wird innerhalb der nächsten fünf Jahren voraussichtlich in Ruhestand gehen, außerdem ist mit der Gesellschaft des langen Lebens auch ein wachsender Bedarf an medizinischer Betreuung verbunden. Wir nehmen die ländlichen Regionen deshalb jetzt stärker in den Fokus.“ Die Idee einer Regionalkomponente in der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung lehne er in diesem Zusammenhang deutlich ab. „Gelder wie die zusätzlichen 20 Millionen Euro, mit denen wir die Versorgung auf dem Land fördern, zukünftig dirigistisch in tendenziell überversorgte Metropolen zu pumpen, wäre gegen das Interesse der Versicherten.“

 

Dr. Berthold Dietsche, Vorstand des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg, bestätigt die schwieriger werdende Situation auf dem Land: „Wir empfehlen ländlichen Gemeinden, in denen sich ein Nachfolgeproblem abzeichnet, sich frühzeitig mit dem ansässigen Hausarzt in Verbindung zu setzen und ihn bei Bedarf bei der Suche eines Praxisnachfolgers zu unterstützen.“ Derzeit seien beispielsweise 20 Gemeinden in Baden-Württemberg über die Internetplattform Perspektive Hausarzt auf der Suche nach einem Hausarzt.

 

Das allein, sind sich die Partner einig, werde aber nicht genügen. Vielmehr müssten auch die Strukturen vor Ort weiter angepasst und verbessert werden. Einen Teil der Lösung sehen sie in der konsequenten Entlastung der Ärzte. Als Beispiel führt Dietsche die VERAHs (Versorgungsassistentinnen und -assistenten in der Hausarztpraxis) an. „Sie unterstützen die Hausärztinnen und -ärzte, indem sie beispielsweise Patienten mit chronischen Erkrankungen regelmäßig in ihrer häuslichen Umgebung besuchen und ihnen dabei helfen, den Umgang mit ihrer Krankheit im Alltag zu meistern“, so Dietsche. Aktuell seien für die Versicherten der AOK Baden-Württemberg 2.200 VERAHs im Einsatz. Wichtiger Baustein sei PraCMan, ein Hausarztpraxis-basiertes Case Management für chronisch kranke Patienten. Es ermögliche den VERAHs durch Software Assessments, Hilfeplanung und Monitoring eine engmaschige Betreuung dieser Versicherten unter Supervision des Hausarztes. 520 VERAHs, die vor allem in ländlichen Regionen tätig sind, stehe für ihre Tätigkeit zudem ein Fahrzeug zur Verfügung, das die Ärzte, die am Hausarztprogramm der AOK Baden-Württemberg teilnehmen, zu vergünstigten Konditionen leasen könnten.

 

Einen vergleichbaren Ansatz gibt es für die Fachärzte. „Nach Vorbild der VERAH übernehmen im Haus- und Facharztprogramm der AOK Baden-Württemberg aktuell mehr als 300 Entlastungsassistentinnen und -assistenten in der Facharztpraxis (EFA) delegationsfähige Aufgaben und tragen dadurch zur Arztentlastung und zur weiteren Verbesserung der Patientenversorgung bei“, so Dr. Norbert Smetak, Stellvertretender Vorsitzender bei MEDI Baden-Württemberg.

 

„Neben der Entlastung der Ärzte wollen wir die strukturierte Zusammenarbeit von Haus- und Fachärzten noch weiter verbessern“, so Hermann. Wie dies gelingen könne, zeige beispielhaft TeleDerm. Dabei werden auffällige Hautveränderungen in der Hausarztpraxis fotografiert und an teilnehmende Hautärzte übermittelt. Innerhalb von nur 48 Stunden erhält der Hausarzt einen Befund und kann auf dieser Grundlage, falls notwendig, weitere Behandlungsschritte einleiten. „Digitale Möglichkeiten wie diese werden wir weiter, wo sie sinnvoll und akzeptiert sind, als wichtigen Baustein der zukünftigen gesundheitlichen Versorgung ausloten“, so der AOK-Chef. Entscheidend sei jedoch, dass sie in vertrauensvolle zwischenmenschliche Strukturen eingebettet seien. Dazu biete das Haus- und Facharztprogramm der AOK Baden-Württemberg beste Voraussetzungen.

 

 

 

Hinweis an die Redaktionen:

Für die repräsentative Erhebung führte das Meinungsforschungsinstitut forsa im Zeitraum von Januar bis Februar 2019 computer-gestützte Telefoninterviews mit 519 Baden-Württembergerinnen und Baden-Württembergern durch.

 

Die vollständigen Befragungsergebnisse sowie weitere Informationen zu PraCMan, TeleDerm und VERAH stehen im Mediaportal der AOK Baden-Württemberg www.aok-bw-presse.de zum Download bereit.

 

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news-2834 Fri, 15 Feb 2019 08:51:07 +0100 Verwaltungsrat der AOK Baden-Württemberg wählt neuen Vorstandsvorsitzenden Johannes Bauernfeind neuer Chef der Südwest-AOK ab 01.01.2020 „Der Verwaltungsrat freut sich, dass mit Johannes Bauernfeind eine hervorragend geeignete Persönlichkeit ab 2020 in der Nachfolge von Herrn Dr. Christopher Hermann an die Spitze der AOK Baden-Württemberg tritt“, so die alternierende Vorsitzende des Verwaltungsrats der AOK Baden-Württemberg, Monika Lersmacher, am Freitag (15.02.2019) nach der Sondersitzung des höchsten Gremiums der mit 4,45 Millionen Versicherten weitaus größten Kranken- und Pflegekasse im Land. Damit sind durch den Verwaltungsrat frühzeitig die Weichen dafür gestellt worden, dass die AOK Baden-Württemberg ihren erfolgreichen Wachstumskurs der letzten Jahre auch zukünftig nahtlos fortsetzen könne. „Die Wahl von Herrn Bauernfeind ist ein klares Signal dafür, dass wir auf Kontinuität in der auf Qualität und Stabilität angelegten Geschäftspolitik der AOK Baden-Württemberg setzen.“

 

Auf seiner Sondersitzung hatte der Verwaltungsrat den 52-jährigen Johannes Bauernfeind einstimmig zum neuen Vorsitzenden der AOK Baden-Württemberg ab 01.01.2020 gewählt. Bauernfeind folgt dem seit Oktober 2011 auf dieser Position amtierenden Dr. Hermann (64), dessen Vertrag Ende des Jahres ausläuft. Johannes Bauernfeind, von Hause Diplom-Volkswirt, ist bei der AOK Baden-Württemberg seit vielen Jahren in verschiedenen Führungspositionen verantwortlich tätig, zunächst als Fachbereichsleiter Krankenhaus und Leiter der von ihm selbst aufgebauten Stabsstelle Versorgungscontrolling und Analytik in der Hauptverwaltung in Stuttgart, in den letzten fünf Jahren als Geschäftsführer der Bezirksdirektion Neckar-Fils mit Sitz in Esslingen. Bauernfeind kennt damit sowohl die strategischen als auch die operativen Notwendigkeiten und Herausforderungen für die fünftgrößte Krankenkasse in Deutschland im hart umkämpften Krankenversicherungsmarkt in geradezu vorbildlicher Art und Weise.

 

Der Verwaltungsrat verbindet, so die alternierende Vorsitzende abschließend, mit seiner Entscheidung die Gewissheit, dass die AOK Baden-Württemberg auch zukünftig zum Wohle ihrer Versicherten und Beitragszahler die herausragende Stellung im Konzert der Kassen in Deutschland festigen und Gesundheits- und Pflegepolitik in Baden-Württemberg entscheidend mitprägen wird.

 

 

 

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news-2829 Thu, 07 Feb 2019 15:03:56 +0100 GSAV-Entwurf geht nicht weit genug AOK Baden-Württemberg plädiert weiterhin für völlige Abschaffung der Importquote Wenn im Jahr 2018 der deutsche Arzneimittelmarkt im Blickpunkt stand, ging es zumeist um Vorkommnisse, die besser nicht vorgekommen wären. Das Bundesgesundheitsministerium reagierte darauf inzwischen mit dem Entwurf eines „Gesetzes für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung“, kurz GSAV. Es soll genau das erreichen, was sein Name nahelegt: Die Sicherheit in der Arzneimittelversorgung erhöhen.


In Baden-Württemberg, in der Schweiz und in Ungarn ließen Ende Januar Ermittler Wohnungen, Büros und Apotheken durchsuchen. Hintergrund der Ermittlungen waren gefälschte Krebsarzneimittel, die aus dem EU-Ausland nach Deutschland importiert wurden.


Gerade die intransparenten Importwege von Arzneimitteln, die nicht für den deutschen Markt hergestellt wurden, stellen eine Gefahr für die Versorgungssicherheit dar. Darüber sind sich mittlerweile fast alle an der Arzneimittelversorgung beteiligten Akteure einig. Der Import-Weg war im vergangenen Jahr auch im Kontext der Ereignisse in Brandenburg ein Einfallstor für gestohlene und gefälschte Arzneimittel. Im Spätsommer und im Herbst 2018 haben sich die AOK Baden-Württemberg, der Deutsche Apothekerverband und die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg gemeinsam für eine Abschaffung der Importquote stark gemacht.


Der im Kabinett verabschiedete GSAV-Entwurf sieht vor, dass importierte Arzneimittel in den Apotheken bevorzugt abgegeben werden sollen. Er zielt darauf ab, die bestehende Importförderklausel auf ein neues, dreigestuftes Verfahren umzustellen. Die problematische Quotensubvention bliebe dabei weiterhin bestehen. Den bürokratischen Aufwand in den Apotheken würde ein dreistufiges System nicht verringern.


Eine differenzierte Preisabstandsregelung für Importarzneimittel mag für Viele als zaghafter Schritt in die richtige Richtung erscheinen, eine Abschaffung der Importquote und eine Stärkung des direkten Wettbewerbs bleiben aus Sicht der AOK Baden-Württemberg aber weiterhin die einzig sinnvollen Optionen.

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news-2827 Thu, 07 Feb 2019 10:48:20 +0100 Hervorragende Ergebnisse Dickes Lob für die Servicequalität der AOK Baden-Württemberg Die Versicherten der AOK Baden-Württemberg sind mehr als zufrieden mit dem Service ihrer Krankenkasse. Das bestätigt die Marktforschung in eigener Sache. Ein neutraler Kassenvergleich gelangt derzeit zur gleichen Erkenntnis.


Die AOK Baden-Württemberg lässt monatlich von einem Marktforschungsunternehmen telefonische Interviews zur Kundenzufriedenheit durchführen. Hinzu kommen weitere Interviews, in denen es um die nachträgliche Bewertung von Dienstleistungen geht, die AOK-Kunden von ihrer Krankenkasse abgerufen haben. Aus beiden Befragungen lässt sich ein Zufriedenheitsindex ermitteln. Je näher sich dieser am Wert 1 befindet, desto höher ist der ermittelte Grad an Zufriedenheit. Im Jahr 2018 bewegte sich der Index auf dem Wert 1,94, was bedeutet, dass 80 Prozent der befragten Versicherten zufrieden waren mit dem Service der AOK Baden-Württemberg.


Am positivsten bewerteten die Befragten die Freundlichkeit der Mitarbeiter. Sie erreicht den Wert 1,52. Auch die Zeit, die sich die Mitarbeiter für die Anliegen der Versicherten nehmen, erreicht mit 1,69 ein sehr gutes Niveau. Daneben stellen vor allem Aspekte wie Erreichbarkeit (1,68), Öffnungszeiten (1,84) und Wartezeiten (1,85) die Versicherten sehr zufrieden.


Was die intern beauftragte Untersuchung herausfand, bestätigt auch der aktuelle Kassenvergleich des Magazins FOCUS Money, der in der Februar-Ausgabe 2019 erschienen ist. Die AOK Baden-Württemberg findet sich in der Gesamtwertung auf dem ersten Platz der regional geöffneten Krankenkassen. Einen weiteren ersten Platz sichert sie sich im Bereich „Servicequalität“ und erhält damit das Siegel „hervorragend“.


Als „hervorragend“ wertet FOCUS Money außerdem die Kriterien „Digitale Leistungen“, „Transparenz“ und „Besondere Versorgung“.

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news-2825 Wed, 06 Feb 2019 11:17:12 +0100 Angst und Depression in der Schwangerschaft besser erkennen Durch Innovationsfonds gefördertes Projekt Mind:Pregnancy schließt Versorgungslücke Depressionen in Schwangerschaften sollten kein Tabuthema sein. Allein bei der AOK Baden-Württemberg wurde bei mehr als 4.000 Frauen die 2017 ein Kind geboren haben, in der Schwangerschaft eine Depression diagnostiziert, das entspricht über 9 Prozent. Das durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesauschusses (G-BA) geförderte Projekt Mind:Pregnancy will Schwangere gezielt auf Störungen der Stimmungslage untersuchen lassen und damit eine Versorgungslücke schließen.  In diesem Programm für mehr Achtsamkeit in der Schwangerschaft haben Versicherte Schwangere der AOK Baden-Württemberg und weiterer teilnehmenden Kassen ab sofort die Möglichkeit, sich auf Anzeichen von Depressionen, Ängsten und Stress untersuchen zu lassen.  Zeigt sich in dieser ersten Untersuchung durch den behandelnden Frauenarzt, dass eine schwangere Frau eine starke psychische Belastung hat, wird sie durch Mitarbeiter der an dem Projekt teilnehmenden Universitäts-Frauenkliniken Heidelberg und Tübingen kontaktiert und bekommt direkt psychologische Hilfe. Schwangere, die mildere Anzeichen von Störungen der Stimmungslage zeigen, werden eingeladen, an einem onlinebasierten Selbsthilfeangebot zur Achtsamkeit teilzunehmen. „Unter Depressionen, Stress und Ängsten – darunter auch ganz konkreter Angst vor der Geburt selbst – leidet nicht nur die Schwangere selbst. Auch für Kind und Familie ist die Erkrankung eine große Belastung“, erklärt Dr. Stephanie Wallwiener, Projektleiterin und Privatdozentin an der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg. Mind:Pregnancy soll Schwangere dabei unterstützen Depressions- und Angstsymptome zu erkennen und zu reduzieren und dadurch auch positiv auf eine natürliche und komplikationsarme Geburt hinzuwirken.
Weitere Informationen unter www.mindpregnancy.de

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news-2813 Mon, 28 Jan 2019 15:04:54 +0100 Die meisten vertrauen dem Hausarzt – und sich selbst forsa-Befragung wertet Zufriedenheit mit dem deutschen Gesundheitssystem aus

Eine im Dezember 2018 abgeschlossene Online-Umfrage von forsa hat sich mit der Zufriedenheit baden-württembergischer Patienten mit dem deutschen Gesundheitssystem befasst. Ausgewertet wurden die Antworten von 1009 gesetzlich Krankenversicherten. Im Großen und Ganzen fühlten sich drei Viertel der Befragten gut aufgehoben, in der Bewertung zeigten sich aber individuelle Unterschiede, die viel mit den persönlichen Lebensumständen zu tun haben. Dazu zählt auch die Haltung zu den Möglichkeiten der Telemedizin, die gleichfalls Gegenstand der Umfrage war.

 

Von den befragten Frauen und Männern äußerten sich 46 Prozent zufrieden über das deutsche Gesundheitssystem, 26 Prozent waren sogar außerordentlich zufrieden. Ein Großteil dieser Zufriedenheit scheint das Verdienst der Hausärzte zu sein, denn 85 Prozent der gesetzlich Versicherten gab an, sich bei Beschwerden zuerst an sie zu wenden. Gute Noten gaben zwei Drittel der Befragten zwar auch den Fachärzten, bemängelten jedoch, dass Facharztbesuche oft erst nach langen Wartezeiten für einen Termin möglich seien. Bei Teilnehmern des AOK-FacharztProgramms fallen die Wartezeiten überschaubar aus, denn sie bekommen innerhalb von zwei Wochen einen Termin beim Facharzt, in dringenden Fällen sogar am gleichen Tag.


Wie wichtig das Thema der Wartezeit für Patienten ist, hängt nicht zuletzt von den jeweiligen Lebensumständen ab. Gerade Berufstätige, die Arztbesuche mit ihren Arbeitszeiten in Einklang bringen müssen, empfinden schwierige Terminabstimmungen als hohe Belastung. Unzufrieden mit den Wartezeiten waren 73 Prozent der Berufstätigen aus der Befragung, bei den nicht Berufstätigen waren es elf Prozent weniger.


Die Verantwortung für die eigene Gesundheit sieht die Mehrheit der Befragten aus der forsa-Umfrage bei sich selbst: 72 Prozent geben an, dass sie gerade aus dem Wissen um die eigene Verantwortung ein Gefühl der Sicherheit beziehen. Nur 19 Prozent leiten dieses Gefühl von Sicherheit vor allem aus der Erwartung ab, im Notfall gut versorgt zu werden. Als Pessimisten erweisen sich nur 6 Prozent, die der Meinung sind, dass weder sie selbst noch andere viel für sie tun können, wenn ein Notfall eintritt.


Telemedizin: Noch Luft nach oben


Zur Telemedizin gibt es derzeit einige Modellprojekte in Baden-Württemberg. Die Befragten zeigen sich aber noch skeptisch: Erst 44 Prozent von ihnen können sich eine Video-Sprechstunde als vollwertige Alternative zum Arztbesuch vorstellen. Befragten unterhalb der Altersgrenze von 30 Jahren stehen dieser Möglichkeit offener gegenüber als ältere Befragte, Männern sagt sie eher zu als Frauen. So könnten sich 49 Prozent der Männer, aber nur 39 Prozent der Frauen mit dem Gedanken an eine Video-Sprechstunde anfreunden. Mehr als die Hälfte – nämlich 52 Prozent – sind es nur in der Gruppe der 19- bis 29-jährigen Männer.

 

Am Ende der Seiten unter "Dokumente" finden sich der Ergebnisbericht der zitierten forsa-Befragung sowie eine tabellarische Auswertung dazu.

 

 

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news-2807 Tue, 22 Jan 2019 16:53:51 +0100 Hilfe in besonderen Lebenssituationen Interview mit Sabrina Münch vom Sozialen Dienst der AOK Baden-Württemberg Schwere Krankheiten und damit verbundene Pflegebedürftigkeit können Betroffene und ihre Angehörigen vor enorme soziale und familiäre Belastungen stellen. Wenn zu einer einschneidenden Diagnose wie Brustkrebs noch weitere belastende Faktoren kommen z.B. die notwendige Betreuung von Kindern, weil kein anderes Familienmitglied übernehmen kann, brauchen viele jemanden, der sie an die Hand nimmt und als Wegweiser durch den Dschungel von Anträgen und Möglichkeiten führt und so ganz konkrete Hilfestellungen leisten kann. Dies und noch viel mehr gehört zum Aufgabengebiet von Sabrina Münch, Diplom-Sozialpädagogin beim Sozialen Dienst der AOK Baden-Württemberg:

Frau Münch, worin besteht denn Ihre Hauptaufgabe?

„Ganz klar im Finden von individuellen Lösungen für Menschen in besonderen Lebenssituationen. Dazu gehört die Beratung von Menschen mit psychischen Erkrankungen, Sucht- oder Krebserkrankungen, die aufgrund weiterer Belastungen oder ungünstiger Umstände die Situation nicht alleine bewältigen und koordinieren können. Dabei geht es um eine ganzheitliche Betrachtung des Menschen und seines Umfelds, um eine stabile Gesamtversorgung herstellen zu können. Daher findet z.B. der Großteil unserer Pflegeberatungen bei den Menschen daheim oder dann im KundenCenter vor Ort statt. Kehrt jemand beispielsweise nach einem Schlaganfall nach Hause zurück und ist weiterhin auf Pflege angewiesen, helfen wir vom Sozialen Dienst indem wir über Leistungen informieren und diese dann auch beantragen und koordinieren: Wir sprechen mit dem Pflegedienst, kümmern uns falls nötig um eine häusliche Hilfe und arbeiten auch mit anderen Netzwerkpartnern wie der Rentenversicherung oder dem Landratsamt zusammen. Wir stellen wo nötig auch Kontakt zu Selbsthilfegruppen her. Und ganz wichtig; Wir nehmen uns Zeit für Sorgen und Ängste und kümmern uns ganz individuell um jeden Betroffenen und dessen Familie.“

Gibt es weitere typische Fälle, um die sich der Soziale Dienst kümmert?

„Zielgruppen Sozialer Arbeit sind insbesondere sozial Benachteiligte, chronisch kranke Menschen, Behinderte oder von Behinderung bedrohte Menschen sowie Menschen mit multimorbiden Krankheitsbildern und einem komplexen individuellen Versorgungs- und Hilfebedarf, den sie selbst nicht oder nur ungenügend bewältigen. Typische Fälle gibt es nicht und schon gar kein 0815-Vorgehen. Wenn wir an der Haustür stehen, wissen wir selbst noch nicht, was uns erwartet und wie die Bedürfnisse der Leute aussehen. Daher sind wir vom Sozialen Dienst auch immer maximal gefordert, weil es immer neue Herausforderungen und andere Umstände gibt. Wir bieten unsere Hilfe an, wenn wir beispielsweise vom Krankenhaussozialdienst über eine Entlassung informiert werden, weil klar ist, dass der Patient zuhause Unterstützung benötigt, aber kein Angehöriger da ist, der das organisieren kann. Oder die Kollegen im AOK KundenCenter machen uns auf Kunden aufmerksam, die unsere Hilfe benötigen. Das ganze Angebot ist aber freiwillig seitens der Versicherten – sprich, wer keine Unterstützung von uns möchte, muss auch keine in Anspruch nehmen. Das kommt manchmal bei älteren Menschen vor, und solange keine akute Gefährdung besteht, werden wir dann auch nicht tätig.“


Was qualifiziert Sie für diese Aufgabe?
„Die Voraussetzung um beim Sozialen Dienst der AOK Baden-Württemberg arbeiten zu dürfen, ist ein abgeschlossenes Studium der Sozialpädagogik mit staatlicher Anerkennung. Bei mir war das ein duales Studium „Soziale Arbeit im Gesundheitswesen“ bei der AOK Baden-Württemberg mit Praxisphasen in der AOK vor Ort. Alle Mitarbeiter haben regelmäßig Seminare zu Gesprächsführung, lösungsorientierter Beratung, Deeskalationsschulungen, fachliche Weiterbildungen (bspw. Sozialrecht) oder eine Zusatzausbildung zur qualifizierten Pflegeberatung mit mehrtägigen Hospitationen im Pflegebereich. Ebenfalls verfügen circa 40 Kolleginnen und Kollegen über eine zertifizierte Weiterbildung für die psychoonkologische Beratung. Das rüstet uns gut für die komplexen und vielfältigen Aufgaben.“


Was berührt Sie in Ihrem Arbeitsalltag am meisten?

„Die Beratung von jungen Menschen, besonders wenn sie unheilbar erkrankt sind und nicht mehr lange zu leben haben. Wenn dann der verzweifelte Partner mit kleinen Kindern die Tür öffnet, geht mir das besonders nahe. Das spornt mich andererseits aber auch an, mein Bestes zu geben, um de Situation für die Familie erträglicher und leichter zu machen. Auch die Einsamkeit von älteren Pflegebedürftigen, bei welchen wir oft der einzige Ansprechpartner sind, berührt mich immer wieder sehr.“

Das klingt nach einer großen emotionalen Herausforderung - wie schaffen Sie es, da abends abzuschalten?
„Wir Kolleginnen und Kollegen sprechen nach schwierigeren Beratungsgesprächen immer darüber und beraten uns gegenseitig, sei es im Büro oder direkt nach der Beratung am Telefon. Während der ersten beiden Berufsjahre haben wir eine berufsbegleitende Supervision um das erlebte besser zu verarbeiten und uns emotional selbst zu schützen und abgrenzen zu können. Ich gebe alles – aber nach Feierabend bin ich selbst an der Reihe, sonst bin ich am nächsten Tag ja auch nicht fit um weiterzumachen. Und wir bekommen auch ganz viel zurück an Dankbarkeit und positiver Rückmeldung -  viele Patienten sind wirklich froh, dass es uns gibt und spiegeln uns das auch und wir merken, dass wir viel Gutes bewirken.“

Jedes Jahr beraten die circa 200 Diplom-Sozialpädagogen des Sozialen Dienstes 20.000 Betroffene und deren Angehörige. Zugang bekommen Versicherte über das KundenCenter, dieses leitet falls nötig an den Sozialen Dienst weiter.

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news-2801 Fri, 18 Jan 2019 09:37:55 +0100 Fehltage steigen leicht an Im Jahr 2018 fehlten die bei der AOK Baden-Württemberg versicherten Berufstätigen im Schnitt 18,6 Tage Der Krankenstand im Südwesten ist nach aktuellen Zahlen der AOK Baden-Württemberg im Vergleich zu den beiden zurückliegenden Jahren leicht gestiegen. Die AOK Baden-Württemberg verzeichnete 2018 im Schnitt pro Mitglied 18,6 Fehltage. Das sind 0,4 Tage mehr als 2017 und 0,2 Tage mehr als 2016. Der Krankenstand ist mit 5,1 Prozent im Vergleich zu 2017 um 0,1 Prozent höher.

 

Wie die aktuellen Zahlen zeigen, sind bei Mitgliedern der AOK Baden-Württemberg insgesamt 3,37 Millionen Fälle von Arbeitsunfähigkeit und 35,84 Millionen Fehltage registriert worden. Die Erwerbspersonen in Baden-Württemberg waren 2018 durchschnittlich (1,8-mal) etwas häufiger krankgeschrieben als im Vorjahr (1,7-mal). Für die krankheitsbedingten Fehltage sind besonders Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes (22,0 Prozent), Krankheiten des Atmungssystems (14,3 Prozent), psychische Störungen (11,3 Prozent) sowie Verletzungen (10,5 Prozent) verantwortlich. Während die Zahlen für Verletzungen nahezu unverändert geblieben sind, belegt die aktuelle Auswertung bei den Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems (z. B. Rückenschmerzen, sonstige Bandscheibenschäden und Schulterläsionen) einen leichten Rückgang. Die Zahl der krankheitsbedingten Fehltage, die auf psychische Störungen zurückzuführen sind, ist in den letzten Jahren kontinuierlich leicht angestiegen, und auch die Zahl für Krankheiten des Atmungssystems hat sich leicht erhöht.

 

„Bei den krankheitsbedingten Fehlzeiten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer liegen Probleme des Bewegungsapparats, aber insbesondere Rückenleiden, mit Abstand an der Spitze. Jeder vierte Krankheitstag in Baden-Württemberg ist mittlerweile auf Rückenschmerzen zurückzuführen“, sagt PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg. „Zu den Hauptursachen für Rückenbeschwerden zählen Bewegungsmangel, Fehlhaltungen und einseitige Belastungen im Alltag und im Beruf“, erklärt die Expertin mit sportmedizinischer Zusatzqualifikation. Untersuchungen zeigen, dass regelmäßiges körperliches Training wie zum Beispiel Walking, Beweglichkeits- und Krafttraining Arbeitsunfähigkeit wegen chronifizierender Rückenschmerzen deutlich verringert. „Der Arzt sollte den Patienten daher gut informieren und ihn aktiv einbeziehen zur Vorbeugung von Rückenschmerzen und zur Linderung bestehender Beschwerden“, erläutert PD Dr. Sabine Knapstein. Beides orientiert sich an den individuellen Ursachen der Beschwerden und den Risikofaktoren. Die Versorgung im Rahmen des Orthopädie-Vertrags der AOK Baden-Württemberg berücksichtigt unter anderem auch diese wissenschaftlichen Erkenntnisse; AOK-Haus- und FacharztProgramm fördern gemeinsam die engere Vernetzung und den interdisziplinären Austausch der teilnehmenden Ärzte.

 

Mehr als die Hälfte der Mitglieder der AOK Baden-Württemberg (55,9%) war 2018 mindestens einmal krankgeschrieben. Dies entspricht ungefähr den Werten der Jahre 2017 und 2016. Um die Gesundheit der Beschäftigten zu fördern und sie für dieses Thema zu sensibilisieren, bietet die AOK Baden-Württemberg neben typischen gesundheitsförderlichen Maßnahmen auch Maßnahmen zur Verbesserung der Führungs- und Unternehmenskultur, des Betriebsklimas, der Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf bei der Betreuung der Betriebe an. Oft reichen schon wenige Maßnahmen, um rückenschonender zu arbeiten und einseitige Belastungen am Arbeitsplatz zu vermeiden.

 

 

Anmerkung für die Redaktionen:

Der Analyse liegen die Daten von mehr als 2,5 Millionen AOK-versicherten Arbeitnehmern in Baden-Württemberg zugrunde. Der Krankenstand beschreibt die Arbeitsunfähigkeitstage im Kalenderjahr. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) aller Arbeitsunfähigkeitstage sind auf die vier beschriebenen Krankheitsarten zurückzuführen.

 

 

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news-2799 Thu, 17 Jan 2019 14:10:44 +0100 Kinder und Familien stärken für eine gesunde Gewichtsentwicklung Innovationsfonds fördert digital gestütztes Behandlungsprogramm für Kinder und Jugendliche mit Übergewicht oder Adipositas und ihre Familien Wissenschaftler des Universitätsklinikums Tübingen freuen sich mit der Landeshauptstadt Stuttgart, der AOK Baden-Württemberg und dem Land Baden-Württemberg über die Förderbekanntmachung des Innovationsfonds. Das von Dr. Florian Junne (Medizinische Universtitätsklinik Tübingen) und Prof. Dr. Stefan Ehehalt (Gesundheitsamt Stuttgart) federführend beantragte Projekt „Stufenmodell Adipositas-Therapie im Kindes- und Jugendalter (STARKids)“ wird über vier Jahre mit insgesamt ca. 4,6 Millionen Euro gefördert.

„Das Leitmotiv des Projekts ist es, Kinder und Familien zu stärken für eine gesunde Gewichtsentwicklung“ sagt Dr. Junne. Das Projekt startet voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2019. Es wird mit Unterstützung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) e. V. in Kinderarztpraxen im Rahmen des Vertrages zur hausarztzentrierten Versorgung (HZV-Vertrag) der AOK Baden-Württemberg und ihrer Vertragspartner durchgeführt. Stuttgarts Sozialbürgermeister Werner Wölfle ist sehr erfreut über die Förderzusage: „Die Förderung dieses wichtigen Projekts ist auch als Ausdruck der hervorragenden und zukunftsgerichteten Arbeit des öffentlichen Gesundheitsdienstes der Landeshauptstadt Stuttgart und des Landes Baden-Württemberg zu sehen.“

In Deutschland sind ca. zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen übergewichtig. Diese Entwicklung betrifft auch Kinder und Jugendliche: 15 Prozent sind übergewichtig, sechs Prozent leiden an Adipositas. Viele von ihnen tragen schon im Kindesalter ein erhöhtes Risiko für körperliche und seelische Begleit- und Folgeerkrankungen. Für die Behandlung fehlen in Deutschland bis dato flächendeckende strukturierte ambulante und leitliniengerechte Versorgungsangebote.

„Im Rahmen des nun geförderten neuen Versorgungsmodells STARKids sollen übergewichtige Kinder und Jugendliche, die in den HZV-Vertrag der AOK Baden-Württemberg eingeschrieben sind, in den Kinder- und Jugendarztpraxen identifiziert und in einem ersten Schritt auf bereits bestehende Grund- und Folgeerkrankungen untersucht werden“, erklärt Professor Ehehalt. Die Betroffenen werden daraufhin zu einem einjährigen digital gestützten Schulungsprogramm eingeladen, das auch spielerische Elemente (Gamification) beinhaltet. Hier lernen die Betroffenen und ihre Familien beispielsweise, sich gesundheitsfördernd zu ernähren und zu bewegen und ggf. motivationale Barrieren als Familien zu überwinden. Die Kinder und ihre Eltern erhalten dabei neben dem strukturierten Kontakt mit der Kinderarztpraxis Zugang zu einem innovativen Online-Angebot, das die Inhalte der Schulungen vertieft und erweitert. Über eine Feedback-Funktion der Plattform können Kinderund Jugendärzte Verlaufskontrollen durchführen. Erweist sich der Verlauf als ungünstig, werden die Betroffenen zu einer weiteren Schulung eingeladen. Zudem bietet ihnen das örtliche Gesundheitsamt in dieser intensivierten Stufe eine individuelle Beratung bzgl. weiterführender Therapieangebote an.

„Wir wollen ein innovatives Angebot zur Verfügung stellen, dass zielgruppengerecht und zeitgemäß ist und das den Familien und Kindern vor allem auch Freude machen kann in der Anwendung“ sagt Dr. Junne. Im Erfolgsfall kann eine verbesserte Gewichtsentwicklung der Kinder und Jugendlichen erzielt, die Lebensqualität und soziale Teilhabe langfristig erhöht und das Risiko für Folge- und Begleiterkrankungen gesenkt werden.

Ansprechpartner:

Dr. med. Florian Junne
Medizinische Universitätsklinik Tübingen, Innere Medizin VI
Osianderstr. 5
72076 Tübingen
+49 7071 29 86714
florian.junne@med.uni-tuebingen.de

apl. Prof. Dr. med. Stefan Ehehalt
Gesundheitsamt
Schloßstraße 91
70176 Stuttgart
stefan.ehehalt@stuttgart.de

Dr. Jörg Schweigard
AOK Baden-Württemberg
Presselstr. 19
70191 Stuttgart
0711-2593-229
presse@bw.aok.de

Universitätsklinikum Tübingen
1805 gegründet, gehört das Tübinger Universitätsklinikum zu den führenden Zentren der
deutschen Hochschulmedizin. Als eines der 33 Universitätsklinika in Deutschland trägt es
zum erfolgreichen Verbund von Hochleistungsmedizin, Forschung und Lehre bei. Weit über
400 000 stationäre und ambulante Patienten aus aller Welt profitieren jährlich von dieser
Verbindung aus Wissenschaft und Praxis. Die Kliniken, Institute und Zentren vereinen alle
Spezialisten unter einem Dach. Die Experten arbeiten fachübergreifend zusammen und
bieten jedem Patienten die optimale Behandlung ausgerichtet an den neuesten
Forschungsergebnissen. Das Universitätsklinikum Tübingen forscht für bessere Diagnosen,
Therapien und Heilungschancen, viele neue Behandlungsmethoden werden hier klinisch
erprobt und angewandt.

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news-2789 Mon, 14 Jan 2019 11:25:53 +0100 AOK Baden-Württemberg beruft Beirat Digitalisierung Breites Expertengremium begleitet digitalen Transformationsprozess Die AOK Baden-Württemberg hat einen Beirat aus Experten der Gesundheits- und Digitalwirtschaft berufen, der den Vorstand ab sofort in allen Fragen des weiteren digitalen Transformationsprozesses der größten Krankenkasse im Südwesten beraten wird. „Dass sich die fünftgrößte Krankenkasse in Deutschland bei der digitalen Transformation für die Anregungen und Impulse externen Sach- und Fachverstandes öffnet, begrüße ich als mutigen und richtigen Schritt“, so Prof. Dr.-Ing. Prof. e. h. Wilhelm Bauer, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, der in der konstituierenden Sitzung des Beirats zum Vorsitzenden gewählt wurde. Gesundheit sei ebenso wie Digitalisierung ein Megathema. Deren Entwicklung würden unsere Gesellschaft auf Jahre weiter prägen. Daher halte er es für zielführend, möglichst viele unterschiedliche Blickwinkel zu berücksichtigen, wie es der neue Beirat exemplarisch ermögliche.

 

Ausgaben in Höhe von 34 Milliarden Euro, so eine aktuelle Studie, hätte das deutsche Gesundheitswesen 2018 durch Digitalisierung vermeiden können. Zugleich stehe noch jeder vierte Deutsche dem Gedanken ablehnend gegenüber, seine Gesundheitsdaten mit Ärzten, Kliniken und der Krankenkasse zu teilen, wie ein großes Beratungsunternehmen kürzlich in einer repräsentativen Befragung ermittelte. „Mehr digitale Prozesse können die Gesundheits- und Pflegeversorgung der Menschen im Land spürbar verbessern“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Zugleich gelte: „Qualität schlägt Geschwindigkeit.“ Man müsse Chancen und Risiken jederzeit aufmerksam im Auge behalten und vor allem den Mehrwert für Versicherte und Patienten in den Mittelpunkt aller digitalen Innovationen rücken.

 

Zusammensetzung des Beirats Digitalisierung:

• Prof. Dr. Ing.-Prof. e. h. Wilhelm Bauer, geschäftsführender Leiter Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

• Dr. med. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender MEDI

• Harry Gatterer, Geschäftsführer Zukunftsinstitut

• Prof. Dr. Christoph Igel, Leiter Educational Technology Lab am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz

• Dr. rer. pol. Ilona Köster-Steinebach, Geschäftsführerin Aktions-bündnis Patientensicherheit

• Prof. Dr. Jörg Martin, Medizinischer Geschäftsführer Regionale Kliniken Holding RKH

• Dr. Alexander Schachinger, Geschäftsführer EPatient RSD

• Frank Stratmann, digitaler Berater und Blogger

• Roland Hamm, Versichertenvertreter

• Götz Anselm Maier, Arbeitgebervertreter

 

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news-2786 Fri, 11 Jan 2019 14:16:27 +0100 AOK Baden-Württemberg bietet Transparenz und Wissen zu Behandlungen Online-Patientenquittung zeigt Kosten der letzten fünf Jahre Versicherte der AOK Baden-Württemberg haben mit der AOK-PatientenQuittung Einblick in ihre persönlichen Gesundheitskosten der letzten fünf Jahre, soweit sie der Krankenkasse vorliegen. Bis 2018 zeigte die AOK-PatientenQuittung die von Leistungserbringern, wie zum Beispiel Ärzten, Apotheken oder Krankenhäusern, geleisteten Investitionen für die letzten 24 Monate an.

Der erweiterte Einblick bietet noch mehr Transparenz in die eigenen Gesundheitskosten und stärkt so die Gesundheitskompetenz. Neben der höheren Transparenz für die Versicherten ermöglicht die Patientenquittung auch den Blick auf Eigenleistungen bei Krankheit und kann so im Rahmen der Steuererklärung hilfreich sein. Bisher nutzen bereits rund 70.000 Patienten diesen Service, der auch Informationen zu speziellen Abrechnungen wie psychotherapeutischen Leistungen, Hochschulambulanzen, Prävention oder Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen enthält und auch auf mobilen Endgeräten funktioniert.

Nach der Anmeldung auf dem gesicherten Website-Bereich „Meine AOK“ der AOK Baden-Württemberg steht den Versicherten die Online-Patientenquittung zur Verfügung. Der Zugang erfolgt mit Verwendung von Transaktionsnummern durch das sogenannte mTAN-Verfahren, wie es beispielsweise beim Onlinebanking eingesetzt wird. Dabei wird beim Aufruf der Patientenquittung eine Transaktionsnummer an das Mobiltelefon des Versicherten gesendet, die nach erfolgreicher Eingabe zur Einsicht berechtigt. Mit diesem Verfahren sind die sensiblen Daten bestens geschützt.
Mehr dazu unter www.AOK-bw.de/patientenquittung

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news-2773 Fri, 04 Jan 2019 15:51:08 +0100 Mehr Wettbewerb für effizientere Krankenhauslandschaft Aktuelle Studie stützt Forderungen der AOK Baden-Württemberg Die Analyse „Das deutsche Gesundheitswesen auf dem Prüfstand“ der Unternehmensberatung PwC fordert, nur „systemrelevante“ Krankenhäuser zu schützen und mehr marktwirtschaftlichen Wettbewerb unter den anderen Häusern zu fördern. Denn, so die Studie, aktuell gebe es Überkapazitäten in den Ballungsräumen und Großstädten. Das sehen auch die Verantwortlichen der AOK Baden-Württemberg so: „Das Problem zeigt sich zum Beispiel bei der Versorgung von sehr kleinen Frühgeborenen (mit einem Geburtsgewicht unter 1.250 g) in Baden-Württemberg deutlich,“ sagt Nadia Mussa, Fachbereichsleiterin Krankenhausversorgung der AOK Baden-Württemberg. „Es gibt zu viele Häuser mit relativ geringer Leistungsmenge, was hohe Kosten für Technik und Personal zur Folge hat.“ Gemeinsam mit der Unternehmensberatung Boston Consulting Group hat die Südwest-Kasse ermittelt, dass die auf Frühgeborene spezialisierten Krankenhäuser um 20 Prozent reduziert werden könnten – bei guter Erreichbarkeit und verbesserter Qualität. „Nicht jede Klinik muss alles können, zumal komplexe Behandlungen nur von dafür ausgestatteten Häusern durchgeführt werden sollten, die spezielles Fachpersonal vorhalten und aufgrund hoher Fallzahlen die entsprechende Erfahrung nachweisen können“, so Mussa.

Auch eine Umstellung der Finanzierung von Krankenhäusern fordert die PwC-Studie und trifft bei der AOK Baden-Württemberg auf offene Ohren. Die bisher geteilte Finanzierung der Kliniken – Betriebskosten werden über die Krankenkassen und Investitionen über die Bundesländer finanziert – sorgt oft für Konflikte. „Wenn die Finanzierung von Investitionen und Betriebskosten aus einer Hand kämen, würde das im System ‚Krankenhaus‘ mehr Transparenz und Kontrolle ermöglichen“ so Mussa. Trotz hoher Ausgaben und Versorgung auf hohem Niveau im deutschen Gesundheitswesen liefert das System nur mittelmäßige Ergebnisse, wie OECD-Statistiken regelmäßig zeigen. „Die zersplitterte Krankenhauslandschaft in Baden-Württemberg ist eine Hypothek auf die zukünftige Qualität und Finanzierbarkeit der stationären Versorgung,“ so Mussa. „Wir benötigen auch in Baden-Württemberg eine stärkere Spezialisierung bei den Krankenhäusern, um die bislang gute Qualität der stationären Versorgung in Zukunft zu halten.“

Hier geht es zur WiDO-Studie „Studien belegen: Qualität ist Erfahrungssache“.

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news-2752 Wed, 19 Dec 2018 12:02:42 +0100 „Einiges muss in der Pflege hinterfragt, manches neu gedacht werden“ Knapp 400.000 Pflegebedürftige in Baden-Württemberg stellen das Gesundheitswesen vor neue Herausforderungen Nach aktuellen Veröffentlichungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg waren im Dezember 2017 398.612 Menschen im Südwesten pflegebedürftig im Sinne des Pflegegesetzes. Der Anstieg um 21,4 % (plus 70.315 Pflegebedürftige), im Vergleich zur letzten Erhebung aus dem Dezember 2015, verdeutlicht die Herausforderungen rund um die Pflege, die auf das Gesundheitswesen und unsere Gesellschaft zukommen. „Prognosen gehen von einem weiteren Anstieg der Pflegebedürftigen aus, die institutionalisierte Pflege in Baden-Württemberg wie auch in der gesamten Republik steht darum vor großen Herausforderungen“, sagt Andreas Schmöller, Fachbereichsleiter Rehabilitations- und Pflegemanagement bei der AOK Baden-Württemberg. „Es gibt keine Erfahrungen und somit auch keine Blaupause, wie die Gesellschaft diese Herausforderung gut lösen kann.“

Drei Viertel (75,8 Prozent) der Pflegebedürftigen in Baden-Württemberg wurden zum Stichtag zu Hause gepflegt. 56,9 Prozent der Pflegegeldempfänger wurden ausschließlich von Angehörigen gepflegt und 18,9 Prozent von ambulanten Pflegediensten betreut. Knapp ein Viertel (24,1 Prozent) der Betroffenen wurden vollstationär in Heimen versorgt. Nach Angaben des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg standen für die ambulante und stationäre Versorgung der Pflegebedürftigen 1.122 ambulante Pflegedienste sowie 1.777 voll- bzw. teilstationäre Pflegeheime im Land zur Verfügung.

Mit den zunehmenden Herausforderungen in der Pflege wird deutlich, dass die bestehende Struktur dringend weiterentwickelt werden muss, um auch in Zukunft qualitativ hochwertige Pflege sicherzustellen. „Einiges muss in der Pflege hinterfragt, manches neu gedacht werden“, ist sich Andreas Schmöller sicher. „Die institutionalisierte Pflege muss sich verändern. Die starre Trennung zwischen Leistungen der Krankenversicherung und denen der Pflegeversicherung entspricht immer weniger der Lebensrealität der Versicherten. Gleiches gilt für die aktuell zwingende Wahl zwischen Pflege in den eigenen vier Wänden oder Pflege im Heim. Um individuelle Antworten auf die unterschiedlichen Lebensentwürfe der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen geben zu können, ist die enge Kooperation aller Akteure gefragt: Leistungserbringer und Leistungsträger, wie auch Städte, Gemeinden und Kommunen.
Mehr zu den aktuellen Zahlen der Pflege in Baden-Württemberg finden Sie hier.

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news-2750 Wed, 19 Dec 2018 11:40:51 +0100 Rauchfrei ins neue Jahr starten Gewohnheiten aufgeben erfordert starken Willen Zu den beliebtesten Neujahrsvorsätzen gehört für viele Raucher alle Jahre wieder, das Rauchen aufzuhören. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der AOK Baden-Württemberg bezeichnen sich immerhin 15 Prozent der Baden-Württemberger als „regelmäßige Raucher“ und weitere 7 Prozent als „Gelegenheitsraucher“. Unter den befragten Nichtrauchern gaben dabei 30 Prozent an, früher geraucht zu haben. Was so manchem scheinbar umgehend gelingt, ist für den anderen eine enorme Herausforderung. Wir haben mit Thorsten Kapitzki-Nagler, Suchtexperte bei der AOK-Baden-Württemberg, gesprochen:

„Wie setzte ich denn meinen guten Vorsatz, mit dem Rauchen aufzuhören, in die Tat um? Am 1.1. einfach nicht rauchen?“

Kapitzki-Nagler: „Mark Twain soll gesagt haben ‚Rauchen aufhören ist kinderleicht. Ich habe es schon 100 Mal geschafft‘ und er hatte Recht. Die meisten Raucher brauchen wirklich mehrere Anläufe und Versuche, und bevor Sie nach der besten Strategie fragen: Es gibt da keinen Königsweg! Jeder muss für sich selbst einen Weg finden. Retrospektiv sagen viele Ex-Raucher, dass für sie ausschlaggebend der unbedingte Wille war, aufzuhören. Und genau der zählt.“

„Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg?“

Kapitzki-Nagler: „Im Prinzip ja. Allerdings erschweren körperliche wie psychische Abhängigkeit das Ganze. Menschen handeln ja vernünftig, in ihrer eigenen inneren Logik. Das heißt, sie scheinen für sich einen enormen Vorteil beim Rauchen zu empfinden, der die ja nun jedem bekannten Nachteile - seien es die gesundheitlichen oder auch die finanziellen - schlägt. Rauchen bietet dem Raucher subjektiv beispielsweise Entspannung, Stressabbau, gesellschaftliche Vorzüge, Genuss, weniger Appetit.... Das heißt, Betroffene müssen sich ihrer Motive klarwerden, an ihnen arbeiten und für sich selbst eine Alternative schaffen und dies auch wirklich wollen. Für den einen geht der Weg über Yoga, dem nächsten hilft es, gewohnte Muster zu durchbrechen und z. B. statt Kaffee trinken etwas anderes zu tun, um den Automatismus Kaffee-Kippe zu umgehen. Manchen helfen auch alternative Heilmethoden wie Akkupunktur oder Hypnose, um ihren Willen mit dem Rauchen aufzuhören, zu verstetigen.“

„Gibt es körperliche Abhängigkeit?“

Kapitzki-Nagler: „Grundsätzlich ja. Das kommt natürlich auch auf die Konsummenge und das Konsummuster an – aber starke Raucher, und dazu zählt man ab ca. 15 Zigaretten täglich, merken das durchaus auch körperlich. Jedes Suchtmittel bedient das Belohnungssystem im Gehirn und greift in die Stoffwechselvorgänge ein. Um körperliche Entzugserscheinungen zu mildern, gibt es pharmakologische aber auch psychologische Unterstützungsstrategien. Je nach Ausprägung der körperlichen Abhängigkeit und dem Vorhandensein anderer Risikofaktoren kann es hilfreich sein, sich den Rat seines Hausarztes zu holen.“

„Gibt es weitere Tipps und Tricks?

Kapitzki-Nagler: „Gut sind markante Zeitpunkte, die dabei helfen, alte Muster und Gewohnheiten zu durchbrechen. So zum Beispiel ein Umzug oder auch eine geplante Schwangerschaft oder eine Reise. Aber natürlich auch der Jahreswechsel, da sind Sie im Zweifel nicht allein mit ihrem Vorhaben – und wenn die Freundin oder ein Familienmitglied gleich mitmacht, umso besser.“

„Wann hat man es denn geschafft?“

Kapitzki-Nagler: „Frühestens nach 10 bis 13 Wochen kann man sagen, dass die Betroffenen auf einem guten Weg sind und ihr Verhalten dauerhaft ändern und die neuen Gewohnheiten beibehalten. Vorher ist man höchstens auf dem Weg zum Nichtraucher.“

 

Quelle: Die repräsentative Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der AOK Baden-Württemberg durchgeführt. Befragt wurden zwischen dem 29. Juni und dem 12. Juli 2018 insgesamt 1.010 nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählte Personen ab 18 Jahren in Baden-Württemberg.

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news-2747 Mon, 17 Dec 2018 11:38:10 +0100 Mehr Transparenz im Pharmamarkt dringend notwendig Neues Gesetz zur Arzneimittelaufsicht zeigt in die richtige Richtung Positive Aspekte sieht Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, in dem heute bei der Verbändeanhörung im Gesundheitsausschuss diskutierten Referentenentwurf des Gesetzes für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV). „Das Gesetz stärkt in einem ersten Schritt die Arzneimittelaufsicht und die Arzneimittelrabattverträge als wirksames Steuerungsinstrument“, unterstreicht Hermann. Rabattverträge sorgten für die Planungssicherheit beim Hersteller und maßgeblich für die Versorgungssicherheit der Patientinnen und Patienten, indem ausreichend Packungen für den deutschen Markt zur Verfügung stehen.

 

Dass der Gesetzesentwurf die Rolle des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) grundsätzlich stärkt, zeigt für Hermann deutlich in die richtige Richtung. Die AOK Baden-Württemberg habe sich nicht erst seit den Arzneimittelskandalen des Sommers 2018 für deutlich mehr Transparenz im Arzneimittelmarkt eingesetzt und dabei auch die Kernforderung erhoben, dass die Pharmaindustrie dem BfArM in allen versorgungsrelevanten Belangen auskunftspflichtig sein müsse. „Wenn das BfArM künftig auch Namen und Anschrift von Wirkstoffherstellern auf seinem Internetportal angeben muss, bringt das tatsächlich etwas mehr Licht in den Pharmamarkt.“ Doch nicht nur Pharmaunternehmen sollten Lieferprobleme verpflichtend melden – alle Akteure der Handelskette (auch Großhandel und Apotheken) müssten ebenso verpflichtet werden, dem Bundesinstitut als Trustcenter regelmäßig ihre Lagerbestände zu übermitteln, fordert Hermann. Um überhaupt erst abschätzen zu können, wie groß ein etwaiges Problem ist, hält der AOK-Chef zudem eine Nachhaltung der im Markt befindlichen Packungsmengen verschreibungspflichtiger Arzneimittel für überfällig.

 

Ein weiterer erster Schritt in die richtige Richtung sei es auch, dass das Bundesgesundheitsministerium bei der Importförderquote die Einsparungsgrenze von 15 Euro endlich abschaffen möchte.

 

Die noch ausstehende Zustimmung von Bundestag und Bundesrat im parlamentarischen Verfahren vorausgesetzt, könnte das GSAV im Sommer 2019 in Kraft treten.

 

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news-2740 Wed, 12 Dec 2018 11:24:29 +0100 Psychisch kranke Jugendliche besser versorgt Modellvorhaben für intensive ambulante Betreuung verhindert Psychiatrieaufenthalte für Heranwachsende Rund 14.400 Versicherte der AOK Baden-Württemberg im Alter von 16 bis 24 Jahren leiden unter schweren Störungen der Emotionsregulation wie Borderline-Störungen, ausgeprägte ADHS, Störungen des Sozialverhaltens, posttraumatische Belastungsstörungen oder schwere Essstörungen. In den vergangenen 5 Jahren stieg die Anzahl der Versicherten mit solchen Diagnosen um 34 Prozent. Um die psychiatrische Versorgung zu verbessern und zu vermeiden, dass sich die Krankheitsbilder verschlechtern und chronisch werden, initiiert die AOK Baden-Württemberg gemeinsam mit dem Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim und dem BKK Landesverband Süd ein neuartiges Modellvorhaben. „Eine intensive ambulante Betreuung mit festen Ansprechpartnern steht dabei im Vordergrund. Diese soll dazu beitragen, dass weniger Klinikaufenthalte nötig sind und Krisen der jungen Leute rechtzeitig erkannt und behandelt werden“, so Nadia Mussa, Leiterin des Fachbereichs Krankenhausversorgung bei der AOK Baden-Württemberg.

 

Im Jahr 2017 wurden mehr als 900 Versicherte der AOK Baden-Württemberg im Alter von 16 bis 24 Jahren aufgrund von Störungen der emotionalen Regulation im Krankenhaus behandelt. 42,5 Prozent von ihnen waren länger als sechs Wochen im Krankenhaus. „Häufig sind lange und wiederholte Aufenthalte in der Psychiatrie notwendig, was gerade für junge Menschen sehr belastend ist und einen Bruch in ihrer Biografie bedeutet“, so Mussa.

 

Etwa 75 Prozent der schweren psychiatrischen Erkrankungen beginnen in der Adoleszenz, d.h. in einem Alter von 16 bis 24 Jahren. Der frühe Beginn dieser Störungen stellt die Betroffenen vor die Herausforderung, die zentralen Aufgaben des Erwachsenwerdens unter deutlich erschwerten Bedingungen zu bewältigen: „Die Entwicklung der eigenen Identität, Werte und Ziele sowie die Anpassung an wechselnde soziale Bedingungen, müssen unter dem Einfluss von psychischen Erkrankungen gestaltet werden. Hierfür benötigen die Betroffenen Unterstützung durch ein Netz an Therapeuten und Ärzten“, erklärt Professor Dr. Martin Bohus, Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Psychiatrische und Psychosomatische Psychotherapie am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim, der gemeinsam mit Professor Dr. Tobias Banaschewski, Ärztlicher Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie, für das Modellvorhaben und das therapeutische Konzept verantwortlich ist.

 

Vor allem der Übergang von der Kinder- und Jugendpsychiatrie zur Erwachsenenpsychiatrie belaste häufig die Behandlung: „Hier setzt das Modellvorhaben an, indem ein sogenanntes Track-Konzept etabliert wird. Über einen langen Zeitraum haben die Patientinnen und Patienten feste Ansprechpartner, die ihnen zur Seite stehen. Dadurch können viele Krisen vermieden bzw. rechtzeitig erkannt werden, um früh zu intervenieren. Durch diese intensive Begleitung während der gesamten Adoleszenz erreichen wir nachhaltige Behandlungserfolge und vermeiden unnötige Aufenthalte in der Klinik“, so Banaschewski.

 

Katrin Erk, Kaufmännischer Vorstand des ZI, lobt das Engagement der Projektpartner für eine verbesserte Versorgung: „Wir begrüßen es sehr, dass die AOK Baden-Württemberg und der BKK Landesverband Süd mit dem Modellvorhaben innovative Behandlungskonzepte des ZI aufgreift und hierfür die vom Gesetzgeber geschaffenen flexiblen Finanzierungsmöglichkeiten nutzen.“

 

Das Modellvorhaben startete im Herbst 2018, hat eine Laufzeit von 8 Jahren und wird wissenschaftlich evaluiert.

 

 

 

 

Zusätzliche Informationen für Journalisten zum Modellvorhaben:

Der Fokus des Modellvorhabens liegt auf einer Intensivierung der ambulanten Behandlung. Hierfür wird ein sogenanntes Track-Konzept auf Basis der „Dialektisch Behavioralen Therapie“ eingeführt: Im Zentrum der Behandlung steht die Vermittlung von spezifischen Fähigkeiten zur Stresstoleranz, Emotionsregulation, Selbstakzeptanz und zwischenmenschlicher Kompetenz. Die Patientinnen und Patienten erhalten ergänzend zur regulären ambulanten Behandlung in der Hochschulambulanz Gruppentherapien und die Möglichkeit der Behandlung zu Hause (Home Treatment) sowie ein kontinuierliches erlebnispädagogisch basiertes Programm. Hier werden zum Beispiel wöchentliche Gruppenabende, Wochenendaktivitäten oder gemeinsame Ausfahrten angeboten. Bei Stabilisierung der Patienten und nach Abschluss der Einzel- und Gruppentherapien in der Hochschulambulanz erfolgt die kontinuierliche begleitende Betreuung der Patienten über onlinegestützte Kontaktaufnahmen sowie quartalsweise Termine bei Bedarf. Durch diesen langfristig angelegten Behandlungsverlauf und dem damit verbundenen dauerhaften Patientenkontakt können akute Krisen reduziert bzw. kann umgehend dem Bedarf entsprechend behandelt werden.

 

 

Das Modellvorhaben basiert auf der innovativen therapeutischen Arbeit am Adoleszentenzentrum des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim. Das Adoleszentenzentrum ist eine gemeinsame Behandlungseinheit der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin sowie des Instituts für Psychiatrische und Psychosomatische Psychotherapie. Durch die enge Zusammenarbeit dieser drei Abteilungen finden Patienten hier erstmals in Deutschland ein störungsspezifisches und kontinuierliches Behandlungsangebot über die komplette Phase der Adoleszenz.

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news-2739 Wed, 12 Dec 2018 10:24:56 +0100 Zweite ärztliche Meinung: Wichtige Entscheidungshilfe für Patienten Ärzte können jetzt Zulassung zur Abrechnung von Zweitmeinung beantragen Nachdem der Anspruch auf eine Zweitmeinung bei planbaren Eingriffen mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz vom 16.07.2015 als neue vertragsärztliche Leistung in § 27b SGB V festgeschrieben wurde, sind nun die Verfahrensregeln des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) in Kraft getreten. Ärzte können bei ihrer Kassenärztlichen Vereinigung ab sofort eine Genehmigung zur Abrechnung von Zweitmeinungen beantragen.

Die Zweitmeinung ist eine unabhängige, neutrale ärztliche Meinung, die Patienten zur Notwendigkeit eines geplanten Eingriffs sowie zu Behandlungsalternativen beraten soll. Sie umfasst die Durchsicht vorliegender Befunde des behandelnden Arztes, ein Anamnesegespräch sowie körperliche Untersuchungsleistungen. Ein rechtlicher Zweitmeinungsanspruch gilt für Versicherte aller gesetzlichen Krankenkassen und besteht vorerst bei zwei Indikationen: Eingriffe an den Gaumen- und/oder Rachenmandeln sowie bei Gebärmutterentfernungen.

Ärztinnen und Ärzte, die eine Zweitmeinung abgeben, müssen die vom G-BA festgelegten Anforderungen an die besondere, eingriffsspezifische Qualifikation erfüllen. Sie müssen eine Facharztbezeichnung aus dem jeweiligen Fachgebiet haben und mindestens fünf Jahre in Vollzeit (bei Teilzeit entsprechend mehr) in der Patientenversorgung dieses Fachgebiets tätig gewesen sein. Zudem dürfen keine Interessenkonflikte vorliegen, die einer Unabhängigkeit der Zweitmeinung entgegenstehen. Darum darf der Arzt, der die Zweitmeinung abgibt, nicht den Eingriff an dem begutachtenden Patienten vornehmen.

„Wir begrüßen die Möglichkeit einer ärztlichen Zweitmeinung, die durch den Gesetzgeber geschaffen wurde, denn Sie hilft Patientinnen und Patienten einzuschätzen, ob ein Eingriff notwendig ist oder es Behandlungsalternativen gibt“, sagt Dr. Leslie Trautrims-Michelitsch, Fachbereichsleiterin Behandlungsmanagement bei der AOK-Baden-Württemberg. „Unabhängig von der gesetzlichen Zweitmeinung, bietet die AOK Baden-Württemberg ihren Versicherten über ihre Satzung ein breites Angebot zur ärztlichen Zweitmeinung, das weit über den gesetzlichen Anspruch hinausgeht.“

Mehr zur Zweitmeinung der AOK Baden-Württemberg finden Sie hier

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news-2734 Fri, 07 Dec 2018 14:30:56 +0100 Die eGK – es kann nur eine geben Ab 1. Januar 2019 können Praxen nur noch die neue eGK auslesen Die Versicherten der AOK-Baden-Württemberg haben in den letzten Wochen und Monaten von Ihrer Krankenkasse ein Schreiben mit der neuen elektronischen Gesundheitskarte (eGK) per Post bekommen. Der Gesetzgeber hat dafür gesorgt, dass Arztpraxen, Psychotherapeuten, Krankenhäuser, Apotheken und Krankenkassen sicher vernetzt werden und das geschieht sicher und datenschutzgerecht über die Gesundheitskarte.

Mit der neuesten Generation der Karte, die oben rechts die Kennung „G 2“ oder „G 2.1“ hat, wird vieles einfacher. Die Versichertenstammdaten, die im Kartenchip gespeichert sind, werden bei jedem Arzt, der bereits an die Telematik-Infrastruktur angeschlossen ist, abgeglichen und gegebenenfalls automatisch aktualisiert. Versichertendaten, wie zum Beispiel der Wohnort nach einem Umzug, sind so immer aktuell. Ebenso werden der Versichertenstatus und die Gültigkeit der Karte überprüft, um Missbrauch zu vermeiden.

Für die Zukunft sind noch weitere Funktionen der eGK geplant, wie zum Beispiel ein Notfalldatensatz, ein elektronischer Medikationsplan, ein elektronischer Organspendeausweis und eine PIN, mit der der Versicherte den Zugriff auf seine medizinischen Daten individuell freigeben kann.

Ab Januar 2019 ist nur noch die aktuelle Generation der Gesundheitskarte gültig, darum sollten Versicherte die alte Karte an die Krankenkasse zurückgeben. Diese kümmert sich dann um ein umweltschutz- und datenschutzgerechtes Recycling der eGK. Mehr zur neuen eGK sehen Sie hier.

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news-2729 Wed, 05 Dec 2018 11:29:33 +0100 Baden-Württemberg fordert Versorgungsreserve für Impfstoffe und Arzneimittel Nach erneutem Impfstoffmangel verlangen Spitzen des Gesundheitswesens im Land Konsequenzen  

Gemeinsame Pressemitteilung

AOK Baden-Württemberg
Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg
Landesapothekerverband Baden-Württemberg

 

Der diesjährige Mangel an Grippeimpfstoffen sorgt für Diskussionen im Land. Spitzenvertreter aus dem Gesundheitswesen fordern jetzt Konsequenzen.

Der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann, sieht die Pharmaunternehmen und den Großhandel zwar in der Pflicht, Abhilfe schaffen müsse allerdings der Bund: „Die Impfstoffhersteller haben ihre Zusage an die Politik, die im Zusammenhang mit der Abschaffung der Lieferverträge der Kassen zu Impfstoffen gegeben wurde, nicht eingelöst. An die Stelle der Planungssicherheit ist offensichtlich die Sorge um Überkapazitäten getreten.“ Hermann weiter: „Wir reden hier nicht über irgendwelche Produkte, sondern über unverzichtbare Bestandteile unserer Gesundheitsversorgung. Wenn der Gesetzgeber die Impfstoffhersteller derart aus ihrer Pflicht entlässt, muss er selbst für die Versorgungssicherheit eintreten. Das kann durch Einlagerung von Reservekapazitäten durch den Bund erfolgen.“

Auch Fritz Becker, Präsident des Landesapothekerverbandes, sieht die Lösung in einer nationalen Impfstoff- und Arzneimittelreserve. „Die Apotheken können nur die Impfstoffe ausgeben, die sie bekommen. Offensichtlich scheint das Laissez-faire-System nicht zu funktionieren. Wir fordern daher eine nationale Reserve an wichtigen Impfstoffen und anderen Arzneimitteln, in der wir etwa den Bedarf von mehreren Monaten vorhalten, die Liefereng-pässe überbrücken und die hohe Importabhängigkeit in diesem Bereich ausgleichen können. Wir sehen hier die Arzneimittelhersteller und den Großhandel in der Umsetzungspflicht, die Kosten dafür muss der Bund tragen. Für saisonale Impfstoffe muss ein fixer, für alle verbindlicher Zeitplan her, damit die sinnvollen Vorbestellphasen besser genutzt werden können.“

Dr. Norbert Metke, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, bringt den Unmut der Ärzteschaft zum Ausdruck. „Seit diesem Jahr haben wir wieder die gleiche Situation wie vor den Kassen-Lieferverträgen: Es sind nicht genügend Impfstoffe gegen die Grippeviren vorhanden. Aktuell haben unsere Ärzte bereits den Großteil ihrer Impfstoffe verbraucht. Gemeinsam werden wir dafür Sorge tragen, die verfügbaren Restbestände auch entsprechend der Versorgung zukommen zu lassen. So fragen wir die noch vorhandenen Impfdosen bei unseren Mitgliedern ab und stellen die Information über eine entsprechende Plattform unseren Mitgliedern zur interkollegialen Versorgung der zu Impfenden zur Verfügung. Die gleiche Situation kann auch bei anderen Arzneimitteln auftreten. Kritisch wird es, wenn dann keine Alternative verfügbar ist wie etwa bei patentgeschützten Arzneimitteln. Wir haben kein Verständnis, dass es in einem der höchst entwickelten Staaten der Welt nicht möglich ist, ausreichend Impfstoff und Arzneimittel zur Verfügung zu stellen. Wir wollen gar nicht daran denken, was passiert, wenn wir einmal eine plötzliche Epidemie haben. Hier besteht unbedingt dringender Handlungsbedarf.“

 

 

Kontakt (Pressestellen):

 

Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg

Telefon: 0711 7875-3419

 

AOK Baden-Württemberg

Telefon: 0711 2593-229

 

Landesapothekerverband Baden-Württemberg

Telefon: 0711 22334-77

 

 

 

 

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news-2727 Tue, 04 Dec 2018 12:07:57 +0100 Handy und Digitalisierung stressen Arbeitnehmer Jeder zweite Baden-Württemberger hat Probleme beim Einschlafen Die zunehmende Digitalisierung in der Arbeitswelt, ständige Erreichbarkeit auf dem Diensthandy sowie das Verschwimmen der Grenzen zwischen Privat- und Berufsleben fordern ihren Tribut. Eine aktuelle Umfrage der Universität St. Gallen hat erneut bestätigt, dass Arbeitnehmern, die IT- und Kommunikationstechnik in ihrer Freizeit beruflich nutzen, weniger zufrieden sind und sich emotional erschöpft fühlen. Auch im Südwesten haben Arbeitnehmer offensichtlich mit diesen Herausforderungen der Digitalisierung zu kämpfen, denn eine Forsa-Studie, die im letzten Jahr von der AOK Baden-Württemberg beauftragt wurde, bestätigt, dass 52 Prozent der Baden-Württemberger Probleme beim Einschlafen haben: Bei 4 Prozent der Befragten ist dies sehr häufig der Fall, bei 10 Prozent häufig und weiteren 38 Prozent fällt das Einschlafen ab und zu schwer. Eine mögliche Ursache für diese Probleme sind auch in der Flexibilisierung der Arbeitswelt und der damit verbundene Nutzung von Handy, Tablet oder Notebook bis in die Nacht zu suchen. In Baden-Württemberg nutzen laut Forsa-Umfrage zwei Drittel der Bürger ab 18 Jahre (65 Prozent) abends einen Computer, ein Notebook, ein Tablet oder ein Smartphone – bei den Jüngeren ist der Anteil erwartungsgemäß höher als bei den Älteren. 30 Prozent dieser Personen schalten es zwei bis drei Stunden vor dem Schlafengehen aus oder auf Standby. 44 Prozent nutzen das Gerät bis kurz vor dem ins Bett gehen und 23 Prozent sogar noch im Bett.

„Meist tragen mehrere Faktoren zu Schlafstörungen bei, unter anderem seelische Belastungen wie beruflicher und familiärer Stress oder Geldsorgen, aber auch der Lebensstil und Erkrankungen, beispielsweise Depressionen oder Schilddrüsenüberfunktion, spielen eine Rolle“, so Privatdozentin Dr. Sabine Knapstein, Ärztin und Psychotherapeutin der AOK Baden-Württemberg. Häufig erschweren Stress und seelische Belastungen das Ein- und Durchschlafen und nicht selten sind die Gründe dafür in der zunehmenden Digitalisierung in der Arbeitswelt und der ständigen Erreichbarkeit der Arbeitnehmer zu suchen. Die gute Nachricht dabei: Schlafstörungen klingen oft ab, sobald die Belastung nachlässt. Halten Belastungen jedoch lange Zeit an oder bleiben die Schlafstörungen darüber hinaus bestehen, sollte man den Hausarzt aufsuchen.
Mehr in der Studie über die Einschlafprobleme der Baden-Württemberger finden Sie hier.

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news-2695 Wed, 28 Nov 2018 15:54:59 +0100 AOK Baden-Württemberg in der Spitzengruppe beim Handelsblatt-Ranking Bestnoten bei Leistung und Kundenservice Beim aktuellen Ranking des Deutschen Finanz-Service Instituts (DFSI), das im Handelsblatt veröffentlicht wurde, erzielte die AOK Baden-Württemberg in einem Vergleich von 75 gesetzlichen Krankenkassen einen Platz in der Spitzengruppe. Mit 85,6 Punkten in der Gesamtwertung und der Bestnote „sehr gut“ platzierte sie sich hinter einem bundesweiten Wettbewerber als beste regionale Krankenkasse.

Für die Gesamtnote im Ranking hat das Deutsche Finanz-Service Institut (DFSI) die Kriterien Leistung, Kundenservice und Finanzkraft betrachtet und mit je einem Drittel gewichtet. In der Kategorie „Leistung“ wurde untersucht, welche Kassen mehr als den gesetzlich vorgeschriebenen Standard zum Beispiel durch besondere Gesundheitsförderung bieten. In der Kategorie „Service“ wurden insbesondere Aspekte wie der Kundenservice, die Anzahl der Servicestellen oder die Unterstützung bei Fragen wie zum Beispiel bei Behandlungsfehlern betrachtet. Beim Kriterium „Finanzkraft“ wurde untersucht, ob die Krankenkasse finanziell so gut aufgestellt ist, dass sie auch in schlechteren Zeiten ohne Beitragserhöhungen auskommt.

Ihren Spitzenplatz im Ranking begründet die AOK Baden-Württemberg durch den Kundenservice, mit dem die Südwestkasse bei den Themen „Service und Geschäftsstellennetz“ jeweils zu den Top-Drei gehört. Beim Leistungsangebot hatte die Südwestkasse bei vielen Unterkriterien die Nase weit vorn, zum Beispiel bei Zusatzleistungen, digitale Leistungen, Transparenz, alternative Versorgung und besondere Versorgung. Beim Kriterium „Finanzkraft“ konnte die AOK Baden-Württemberg mit einem stabilen Beitrag und wachsenden Mitgliederzahlen punkten. Das gesamte Ranking sehen Sie hier.

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news-2680 Wed, 21 Nov 2018 14:19:33 +0100 Wenn die Nase juckt und der Hals kratzt Vorbeugende Maßnahmen helfen die Erkältung zu vermeiden Wenn die Tage kürzer werden und Wintermäntel wieder Saison haben, werden auch die Wartezimmer bei den Allgemeinärzten wieder voller. Viele Versicherte sitzen dann mit den Symptomen einer klassischen Erkältung im Wartezimmer – 2017 war rund jeder dritte AOK-Versicherte in Baden-Württemberg erkältet.

Im Gegensatz zur echten Grippe, die durch Influenza-Viren ausgelöst wird, plötzlich beginnt und meistens von starkem Krankheitsgefühl, Allgemeinsymptomen und Fieber begleitet wird, startet die gewöhnliche Erkältung eher schleichend. Erste Symptome sind meist ein Kratzen im Hals, Schnupfen, Husten und selten leicht erhöhte Temperatur bzw. Fieber. Im Gegensatz zur Grippe verläuft die Erkältung typischerweise harmloser und klingt meist nach einigen Tagen wieder ab. Aber bei Menschen mit schwachem Immunsystem oder Kleinkindern kann auch eine Erkältung zu gravierenden gesundheitlichen Komplikationen führen.

Darum ist Vorbeugung wichtig: „Vor Atemwegsinfekten schützen vor allem Händewaschen, genügend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung. Auch wer häufig an die frische Luft geht, mehrmals am Tag die Wohnung gut lüftet und engen Kontakt zu anderen Menschen meidet, kann Erkältungen vorbeugen“, sagt Dr. Hans-Peter Zipp, Kinder- und Jugendarzt bei der AOK Baden-Württemberg. Wichtige vorbeugende Maßnahmen, um das das Risiko einer Erkältungsinfektion zu verringern, ist außerdem das Gesicht nicht mit den Händen zu berühren. Der Verzehr von frischem Obst und Gemüse kann die Abwehrkräfte stärken.

Und für alle, die von der ersten Erkältungswelle schon erwischt wurden gibt es einen einfachen Rat: Viel Ruhe und Schlaf. Denn Medikamente wirken bei einer Erkältung nicht gegen die Krankheitserreger, sondern sollen die Beschwerden lindern.

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news-2664 Tue, 20 Nov 2018 10:54:20 +0100 Baden-Württemberger trinken laut Forsa-Umfrage zu viel Alkohol Knapp die Hälfte der Baden-Württemberger ist für Werbeverbot von Alkohol Jeder dritte Baden-Württemberger (32 Prozent) trinkt mindestens einmal die Woche Bier, jeder vierte Wein oder Sekt, wohingegen andere Alkoholika wie Schnaps oder Likör von 7 Prozent der Befragten wöchentlich konsumiert werden. Männer trinken tendenziell häufiger und mehr Bier als Frauen, Frauen bevorzugen Wein und Sekt. Beide Gruppen liegen dabei häufig im als riskant eingestuften Bereich. Zu diesen Ergebnissen kommt eine von der AOK Baden-Württemberg in Auftrag gegebene repräsentative Forsa-Umfrage. Gesundheitliche Probleme wie Übergewicht oder Bluthochdruck, die durch Alkoholkonsum negativ beeinflusst werden können, haben nach eigenen Angaben dabei 11 Prozent der Befragten.

 

„Als riskant gilt ein Alkoholkonsum von im Durchschnitt mehr als einem Standardglas pro Tag bei Frauen und mehr als durchschnittlich zwei Standardgläsern pro Tag bei Männern. Als Standardglas gelten ein kleines Glas Bier oder ein kleines Glas Wein. Frauen und Männer sollten an mindestens zwei Tagen pro Woche ganz auf Alkohol verzichten“, erklärt PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin und Psychotherapeutin bei der AOK Baden-Württemberg. Jede vierte Baden-Württembergerin trinkt mindestens ein Mal die Woche Wein oder Sekt, 10 Prozent mindestens drei Mal die Woche. Die riskante Menge ist laut der Umfrage für viele schnell erreicht: 37 Prozent der Frauen, die angaben, mindestens ein Mal die Woche zu Wein oder Sekt zu greifen, bleiben bei einem einzigen Glas – 41 Prozent trinken zwei Gläser. „Das ist für Frauen bei einem besonderen Anlass noch im Rahmen, wenn an anderen Tagen verzichtet wird“, so PD Dr. Knapstein. 13 Prozent der Frauen, die mindestens einmal pro Woche zu Wein oder Sekt greifen, trinken allerdings drei Gläser und 6 Prozent mehr als drei Gläser Wein oder Sekt. Männer trinken im Vergleich zu Frauen demnach etwas weniger häufig Wein und Sekt: 21 Prozent mindestens einmal pro Woche, 8 Prozent mindestens drei Mal wöchentlich, dafür aber mehr: Fast jeder Zweite, der mindestens einmal pro Woche zu Wein oder Sekt greift, trinkt dann zwei Gläser und 28 Prozent drei oder mehr Gläser Wein.

 

Jeder fünfte männliche Baden-Württemberger trinkt mindestens drei Mal in der Woche Bier, bei den Frauen sind das im Vergleich nur 6 Prozent. Mehr als jeder Dritte Baden-Württemberger (39 Prozent), der mindestens einmal pro Woche Bier trinkt, konsumiert dann 0,6 bis 1 Liter und jeder Zehnte sogar mehr als einen Liter und liegt damit im riskanten Bereich. Nur 16 Prozent der Baden-Württembergerinnen trinken mindestens ein Mal in der Woche Bier. Davon nehmen dann 28 Prozent mehr als 0,6 Liter Bier zu sich.

 

Die Gründe für riskanten Alkoholkonsum können sehr unterschiedlich sein. „Bei Jugendlichen spielen beispielsweise Identitätsfindung, Gruppendruck, das Austesten von Grenzen und der Ablöseprozess vom Elternhaus sowie die Verfügbarkeit von Alkohol eine Rolle“, erläutert PD Dr. Knapstein. In diesen Jahren bilde sich ein Konsummuster heraus, das häufig in Grundzügen auch im Erwachsenenalter beibehalten werde. Dass Alkohol gesellschaftlich akzeptiert, billig zu haben und leicht verfügbar ist, fördert den Konsum auch bei Erwachsenen. Er gilt als Stimmungsmacher. „Gefährlich wird es, wenn man Alkohol konsumiert, um Stress oder Wut zu vergessen. Von älteren Menschen weiß man auch, dass sie damit häufig auf aktuelle Schwierigkeiten reagieren, wie beispielsweise das Gefühl der Leere nach dem Wechsel vom Berufsleben in den Ruhestand, den Verlust des Lebenspartners oder das Gefühl der Einsamkeit“, berichtet PD Dr. Knapstein.

 

Auswirkung auf die Gesundheit hat das Trinkverhalten aus Sicht der Befragten eher weniger: 11 Prozent derer, die mindestens einmal im Monat Alkohol trinken, haben gesundheitliche Probleme, die vom Alkoholkonsum mit beeinflusst werden, zum Beispiel Übergewicht (5 Prozent), Magenprobleme (4 Prozent) oder Bluthochdruck (3 Pro-zent). Rund jeder zehnte Baden-Württemberger (11 Prozent) war in den letzten fünf Jahren schon einmal so betrunken, dass er nicht mehr wusste, was er tat, oder auf Hilfe von anderen angewiesen war. Die deutliche Mehrheit (88 Prozent) hatte dagegen eigenen Angaben zufolge in den letzten fünf Jahren keinen derartigen „Vollrausch“. Dieser ist laut PD Dr. Knapstein unbedingt zu vermeiden: „Es wurde mehrfach nachgewiesen, dass exzessiver Alkoholkonsum verschiedenste Formen und Abstufungen gesundheitlicher und sozialer Probleme verursachen kann. Er erhöht das Risiko für diverse Krebsarten, neurologische und psychische Störungen, kardiovaskuläre und Magen-Darm-Krankheiten, perinatale Erkrankungen, Alkoholvergiftungen, Unfälle, Suizide und durch Gewalt verursachte Todesfälle.“

 

Doch auch wer die gesundheitlich unbedenklichen Grenzen überschreitet, schädigt seinen Körper und senkt die Lebenserwartung deutlich. „Stress sollte kein Grund sein, regelmäßig zum Feierabendbier zu greifen. Denn er lässt sich auch anders abbauen, zum Beispiel durch körperliche Bewegung. Laufgruppen, Sportvereine oder auch der Besuch im Fitnessstudio schaffen zudem soziale Kontakte und wirken Vereinsamung entgegen“, sagt PD Dr. Knapstein. Die AOK Baden-Württemberg bietet zahlreiche Bewegungs- und Entspannungskurse und hat mit dem Programm ‚Lebe Balance‘ ein Angebot für Menschen, die mit Achtsamkeits- und Entspannungsübungen ihre psychische Gesundheit stärken möchten.

 

Fast jeder zweite Baden-Württemberger (49 Prozent) ist für ein generelles Werbeverbot für alkoholische Getränke. Frauen befürworten dies häufiger als Männer, Ältere häufiger als Jüngere. Befragte, die selbst keine alkoholischen Getränke konsumieren, sind überdurchschnittlich häufig dafür, Werbung für alkoholische Getränke komplett zu verbieten. Gut jeder Dritte (35 Prozent) lehnt dagegen solch ein generelles Werbeverbot ab und weitere 16 Prozent sind unentschlossen.

 

Quelle: Die repräsentative Online-Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der AOK Baden-Württemberg durchgeführt. Befragt wurden zwischen dem 29. Juni und dem 12. Juli 2018 insgesamt 1010 nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählte Internetnutzer ab 18 Jahren in Baden-Württemberg.

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news-2663 Mon, 19 Nov 2018 10:45:44 +0100 Baden-Württemberger fordern Zigaretten-Werbeverbot Knapp jeder Vierte im Südwesten raucht – der Durchschnitt liegt bei 14 Zigaretten oder Zigarillos am Tag Die deutliche Mehrheit (68 Prozent) der Baden-Württemberger findet, dass Werbung für Tabakwaren komplett verboten werden sollte. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der AOK Baden-Württemberg in Auftrag gegebene repräsentative Forsa-Umfrage. „Ein Verbot ist auch mit Blick auf die immer jünger werdenden Einstiegsraucher sinnvoll, denn insbesondere jüngere Menschen lassen sich durch Werbung leicht beeinflussen. Diese Gruppe ist besonders gefährdet, da das Risiko lebenslanger Tabakabhängigkeit und die Schwere der gesundheitlichen Folgen mit sinkendem Einstiegsalter steigen“, sagt Dr. Manuela Pfinder, Suchtexpertin bei der AOK Baden-Württemberg. Je mehr Zigarettenwerbung Kinder und Jugendliche sehen würden, desto höher sei die Wahrscheinlichkeit, dass sie selber mit dem Rauchen beginnen.

 

Trotz abschreckender Bilder auf Tabakwaren ist die Zahl der Raucher in Baden-Württemberg noch immer sehr hoch. Das belegen die Zahlen der Forsa-Studie, wonach sich 15 Prozent der Baden-Württemberger als „regelmäßige Raucher“ und weitere 7 Prozent als „Gelegenheitsraucher“ bezeichnen. Im Durchschnitt werden 14 Zigaretten oder Zigarillos am Tag geraucht: Knapp jeder dritte Raucher (29 Prozent) konsumiert pro Tag bis zu fünf Zigaretten/Zigarillos. Jeweils 18 Prozent nennen eine Stückzahl zwischen sechs und zehn beziehungsweise elf und fünfzehn. Fast ebenso viele (17 Prozent) rauchen täglich 16 bis 20 Zigaretten/Zigarillos. Knapp jeder Zehnte (9 Prozent) nennt eine Stückzahl von mehr als 20, also mehr als eine ganze Packung. 7 Prozent der Raucher sagen, dass sie weder Zigaretten noch Zigarillos rauchen, sondern ausschließlich E-Zigaretten, Shisha, Zigarre oder Pfeife.

 

Nach Ansicht von Dr. Manuela Pfinder ist vor allem das junge Einstiegsalter der Tabakkonsumenten alarmierend. Laut Forsa-Umfrage liegt das Einstiegsalter bei knapp 90 Prozent der Befragten vor dem 21. Lebensjahr: 14 Prozent im Alter zwischen 18 und 20 Jahren, 29 Prozent mit 16 oder 17 Jahren und 32 Prozent mit 14 oder 15 Jahren. 13 Prozent waren sogar noch jünger. „Es ist nachgewiesen, dass junge Leute, die vor Vollendung des 21. Lebensjahres mit dem Rauchen angefangen haben, ein deutlich erhöhtes Risiko lebenslanger Tabakabhängigkeit haben. Tabakrauch enthält mindestens 3.500 toxische chemische Substanzen, von denen bereits 55 als karzinogen befunden wurden. Aktives und passives Rauchen haben immense gesundheitliche Folgen wie COPD, Lungenkrebs, frühzeitige Mortalität und viele andere Krankheiten“, sagt die Expertin der AOK Baden-Württemberg. Die Effekte des Rauchens seien in frühen Lebensphasen besonders gravierend und resultierten häufig in gesundheitlichen Langzeitschädigungen. Aus diesem Grunde solle Tabakrauchabstinenz bereits zu Beginn menschlichen Lebens gefordert werden, nämlich ab der pränatalen Phase.

 

Die Hoffnung der Politik, mit abschreckenden Bildern auf Tabakwaren, Raucher vom Rauchen abzubringen, wird durch die Forsa-Studie zerschlagen. 90 Prozent der regelmäßigen Raucher gaben an, die Bilder eher nicht abschreckend zu finden. „Diese Maßnahme hat dementsprechend nicht zum gewünschten Ergebnis geführt. Dafür könnte aber ein Werbeverbot für Zigaretten und Tabakwaren dazu führen, dass in Zukunft weniger Menschen überhaupt erst mit dem Rauchen anfangen“, sagt Dr. Manuela Pfinder.

 

Mit dem bundesweiten Wettbewerb „Be smart, don’t start“ für rauchfreie Schulklassen will die AOK Baden-Württemberg gemeinsam mit ihren Partnern Schülerinnen und Schüler der sechsten bis achten Klassen für die gravierenden gesundheitlichen Folgen des Rauchens sensibilisieren und deren Einstieg ins Rauchen verhindern. Für alldiejenigen, die bereits rauchen und damit aufhören möchten, bietet die AOK Baden-Württemberg Entwöhnungskurse an.

 

Quelle: Die repräsentative Online-Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der AOK Baden-Württemberg durchgeführt. Befragt wurden zwischen dem 29. Juni und dem 12. Juli 2018 insgesamt 1.010 nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählte Internetnutzer ab 18 Jahren in Baden-Württemberg.

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news-2647 Fri, 16 Nov 2018 14:47:36 +0100 Erster Schritt zur echten Wahlfreiheit: Beamte in der GKV Baden-Württemberg bewertet eine Umsetzung des „Hamburger Modells“ als schwierig Im Norden der Republik haben Beamtinnen und Beamte seit August 2018 mehr Optionen, wenn es um die Entscheidung für die Krankenversicherung geht: Hamburg bietet Neu-Beamten neben der Kombination aus privater Krankenversicherung und Beihilfe auch die Möglichkeit in die gesetzliche Krankenversicherung einzutreten und bezahlt die Hälfte der gesetzlichen Beiträge. Im Süden sieht man diesen Weg noch skeptisch: Nach einer Landtagsanfrage bewertet das Finanzministerium Baden-Württemberg eine Umsetzung des „Hamburger Modells“ als schwierig. Neben verfassungsrechtlichen Bedenken sieht man vor allem kurz- und mittelfristig finanzielle Mehrbelastungen, die derzeit noch nicht abschätzbar seien.
Für die Verantwortlichen in Hamburg dagegen ist das Glas nicht halb leer, sondern halb voll – nach übergangsweise Mehrkosten wird in der Hansestadt Kostenneutralität durch diese Öffnung der GKV erwartet. Auch in der AOK Baden-Württemberg sieht man das „Hamburger Modell“ als möglichen ersten Schritt hin zu einem einheitlichen, integrierten Versicherungsmarkt. Das sogenannte Duale System von GKV und PKV ist historisch überholt. Mit einer echten Wahlfreiheit für Beamtinnen und Beamte kann die Politik einen einheitlichen Rahmen für den solidarischen Wettbewerb zwischen allen Krankenkassen schaffen.

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news-2621 Fri, 09 Nov 2018 13:34:30 +0100 Neues Versorgungsmodul Internistische Rheumatologie im FacharztProgramm kommt gut an Moderne Rheumatherapie braucht deutlich mehr Zeit für ausführliche Gespräche und individuelle Beratung Am 08. November 2017 ist der Vertrag zum Versorgungsmodul Internistische Rheumatologie im Rahmen des FacharztProgramms von der AOK Baden-Württemberg und Bosch BKK unterschrieben worden. Ärzte, Rheumatologische Fachassistentinnen und Patienten sind sich einig, dass dort bundesweit erstmals die Ansprüche an eine moderne ambulante Rheumatherapie adäquat abgebildet sind. Neben schnellerem Zugang zu qualitätsgesicherter Diagnostik und Therapie bietet es vor allem mehr Zeit für ausführliche Gespräche und individuelle Beratung.

In den ersten beiden Quartalen seit Start wurden schon rund 4.000 Patienten behandelt. Dr. Michaela Bellm aus dem „Rheumaärzte MVZ“ in Bruchsal ist eine von derzeit landesweit 25 teilnehmenden Rheumatologen. Der gute Zuspruch sei auch ein Zeichen dafür, dass in der Öffentlichkeit das Bewusstsein gestiegen ist, dass rheumatologische Erkrankungen und auch Verdachtsfälle frühzeitig in die Hände von erfahrenen Rheumatologen gehören. „Wir bieten hierfür eigens eine sogenannte ‘Rheumasuchsprechstunde’ an und kommunizieren das auch gegenüber den Hausärzten in unserer Region”, so Bellm, „für den Hausarzt ist ein Rheumapatient schließlich immer ein Einzelfall, während wir in unseren rheumatologischen Praxen jeden Tag  30 bis 40 Menschen mit Rheuma sehen.“

Diese Frühdiagnostik brauche, ebenso wie die laufende Betreuung durch qualifizierte Ärzte und ihre Praxisteams, Zeit. Genau hier setzt die innovative Vergütungssystematik im Vertrag an. Im Gegensatz zur Regelversorgung honoriere er die nötige Zeit, um die Patienten gründlich beraten zu können. Ist die Diagnose gestellt, kann eine frühzeitige medikamentöse Behandlung die Erkrankung heute stoppen. Die Entscheidung über die richtige Therapie muss im ausführlichen Gespräch mit dem Patienten bzw. der Patientin erfolgen. Dies und die regelmäßige Anpassung der Therapie an Krankheitsverlauf und Lebenssituation sind ein fortwährender Prozess. Darüber hinaus wird zum Nutzen richtiger körperlicher Aktivität, ausgewogener Ernährung, Gewichtsoptimierung und Nikotinstopp beraten.

Viele Alltagsfragen können die Betroffenen auch mit der Rheumatologischen Fachassistentin (RFA) besprechen. Eine von ihnen ist Patricia Czerwinski im MVZ von Dr. Bellm: „Wir sind gut informiert und hochmotiviert, das spüren unsere Patientinnen und Patienten auch.“ Sie begrüßt es deshalb, dass die Vertragspartner seit Juli 2018 auch die Zusatzausbildung der “Entlastungsassistentin in der Facharztpraxis” (EFA®) fördern. Diese entlastet den Arzt durch die Übernahme delegationsfähiger Leistungen, insbesondere bei Schulungen und in der Patientenbetreuung in Spezialsprechstunden. Sie trägt somit wesentlich zu einer intensiveren Versorgung bei, zum Beispiel bei Fragen zu Bewegungsangebote vor Ort oder wie mit dem Rauchen aufgehört werden kann. Denn Nikotin belastet nicht nur das Herz-, Kreislaufsystem, sondern verstärkt auch auch Gelenkbeschwerden und Knochenschwund. Die Schulung StruPi (strukturierte Patienteninformation), die an drei Abendterminen stattfindet, kann von den teilnehmenden Ärzten über das Rheumamodul abgerechnet werden.

Die Teilnahme am Rheumamodul bringt den Betroffenen eine finanzielle Entlastung. Monatlich etwa 30 bis 50 Euro für notwendige Medikamente waren es bei N. Schmidt, die sie teilweise aus eigener Tasche zahlen musste. Die 37-jährige Rheumapatientin von Dr. Bellm ist seit Jahresbeginn Teilnehmerin am FacharztProgramm. „Seitdem fallen die Zuzahlungen bei meinen Rezepten weg. Das ist schon eine ordentliche Stange Geld”, sagt sie. Es sei beruhigend zu wissen, dass auch weitere Leistungen – wenn die Indikation besteht – wie Knochendichtemessungen bezahlt werden. Alle AOK- und Bosch BKK-Patienten profitieren darüber hinaus von den Vorteilen des eng verzahnten AOK- bzw. Bosch BKK-HausarztProgramms. So erhält der Hausarzt möglichst frühzeitig, spätestens jedoch innerhalb von 14 Tagen einen strukturierten Befundbericht inklusive aktualisiertem Medikationsplan. Dr. Ewald Unteregger, als Experte des Hausärzteverbands bei den Vertragsverhandlungen beteiligt, erklärt: „Es gibt bundesweit zu wenig Rheumatologen, und wir versprechen uns durch die definierten Schnittstellen zwischen Haus- und Facharztvertrag zukünftig eine deutliche Verkürzung der Wartezeiten für unsere Patienten, weil wir gemeinsam Behandlungswege und den Zugang zum Facharzt vereinfacht haben.“

Dr. Bellm lobt, dass das Rheuma-Modul auch die Fortschritte auf dem Gebiet der Rheumatologie angemessen abbildet. Hierbei sei hilfreich, dass auch in anderen Fachgebieten in den vergangenen Jahren das Bewusstsein für Rheuma als eine Systemerkrankung gewachsen ist, die mit anderen Erkrankungen interagiert und sogar ein eigenständiges Risiko für Begleiterkrankungen birgt. „Eine rheumatische Entzündung im Körper erhöht etwa das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall, ebenso wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder erhöhtes Cholesterin”, erklärt sie. Gleichzeitig müssen Arzneimittelinteraktionen mit anderen Medikamenten beachtet werden. Deshalb begrüßt sie es sehr, dass der Vertrag auch einen Multimorbiditätszuschlag für die Behandlung von Patienten mit Begleiterkrankungen bzw. mitbetroffenen Organen vorsieht.

Vertragspartner des Moduls Internistische Rheumatologie im AOK-Facharztvertrag
Orthopädie/Rheumatolgie in Baden-Württemberg
:
AOK Baden-Württemberg, Berufsverband niedergelassener Chirurgen (BNC), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU), Bosch BKK, MEDI Baden-Württemberg, Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh e.V.) in enger Abstimmung mit der Rheumaexperten BW eG

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news-2617 Thu, 08 Nov 2018 14:00:07 +0100 Fortbestand der acht Krebsberatungsstellen im Land auch für 2019 gesichert Die Bundesregierung hat immer noch nicht die Finanzierung der Krebsberatungsstellen geregelt. Ein Gesetzgebungsverfahren dazu steht seit 2016 aus. Wie bereits in den Vorjahren springt die AOK Baden-Württemberg gemeinsam mit der Landesregierung, der Deutschen Rentenversicherung und den übrigen gesetzlichen Krankenkassen auch für 2019 in die Bresche. „Denn“, so Andreas Schmöller, verantwortlich für das Rehabilitations- und Pflegemanagement bei der größten Kasse im Südwesten, „die psychosoziale Unterstützung der Patientinnen und Patienten und ihren Familien ist für die Bewältigung ihrer Krankheit enorm wichtig.“

Nur durch das seit 2016 andauernde Engagement, aus einem Schulterschluss der gesetzlichen Krankenkassen und der Deutschen Rentenversicherung gemeinsam zwei Drittel der jährlich insgesamt 1,2 Millionen Euro für den Fortbestand der Krebsberatungsstellen zu übernehmen, können diese weiter ihre wichtigen Dienste leisten. Das verbleibende Drittel steuert das Land Baden-Württemberg bei. Allein die AOK Baden-Württemberg zahlt 2018 fast eine Viertel Million Euro an die Krebsberatungsstellen und stellte aufgrund von Fehlbeträgen jeweils neben dem „GKV-Finanzierungsanteil“ einen zusätzlichen Betrag in Höhe von 50.000 Euro zur Verfügung. Damit können die Krebserkrankten und ihre Angehörigen weiter auf die qualifizierte Unterstützung der Krebsberatungsstellen in Baden-Württemberg bauen.

Die Diagnose Krebs stürzt Erkrankte und deren Angehörige unvermittelt in eine Krise, der Unterstützungsbedarf dieser Menschen ist besonders groß. Im Interesse aller Krebspatientinnen und -patienten fordert die AOK Baden-Württemberg, dass die Krebsberatungsstellen durch die Bundespolitik endlich als Regelleistung festgeschrieben werden.

Die AOK Baden-Württemberg begleitet Versicherte bei der Krebsberatung zusätzlich mit dem Programm ‚AOK-Curaplan Brustkrebs‘. Dabei werden Brustkrebs-Patientinnen von 40 psychoonkologisch ausgebildeten Beraterinnen intensiv auf ihrem schwierigen Weg begleitet. Im Jahr 2017 wurden 815 Frauen betreut.

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news-2610 Fri, 02 Nov 2018 16:05:07 +0100 Hausarztzentrierte Versorgung in Baden-Württemberg – Ein Erfolgsmodell In der Ausgabe 11/2018 von Implicon - Gesundheitspolitische Analysen - werden die Vorteile der Hausarztzentrierten Versorgung basierend auf den Evaluationsergebnissen analysiert Zehn Jahre nach dem Start der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) durch die AOK Baden-Württemberg, dem Hausärzteverband und Medi haben die Institute für All­ge­mein­medizin der Universitäten Frankfurt und Heidelberg die dritte Evaluation für die Jahre 2011 bis 2016 vorgelegt. Sie bestätigt die beiden vorangegangenen Unter­su­chun­gen und zeigt erstmals auch Hinweise auf eine geringfügige Verlängerung der Lebenszeit von Versicherten, die an der HZV teilnehmen.

Alle in der Evaluation gemes­senen medizinischen Versorgungsparameter zeigen teils deutliche, vor allem nach­hal­tige Verbesserungen insbesondere beim Management chronischer Erkran­kun­gen. Erreicht wird dies über eine intensivere Versorgung und Koordination durch Haus­ärzte, die konsequente Einbindung von Fachärzten, die Aufwertung der Medizi­ni­schen Fachangestellten und Investitionen in Fortbildung der Ärzte. Ab 2019 wollen die Partner der HZV gezielt in den Ausbau der digitalen Infrastruktur investieren.

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news-2608 Fri, 02 Nov 2018 13:38:14 +0100 Frühzeitig gegen Herzschwäche vorbeugen Anlässlich des Weltmännertages empfiehlt die AOK Baden-Württemberg, die Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung von Gesundheitsstörungen zu nutzen In Baden-Württemberg wurden im Jahr 2017 insgesamt 206.917 AOK-Versicherte aufgrund einer Herzinsuffizienz behandelt. Obwohl sich statistisch gesehen mehr Frauen (113.478) als Männer (93.439) behandeln lassen, steigen die Behandlungszahlen in den letzten Jahren nur noch bei den Männern. Während die Zahlen bei den Frauen von 2014 bis 2017 um 0,5 Prozent gesunken sind, steigerten sich diese bei den Männern um 17,6 Prozent. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Herzinsuffizienz bei den Männern in Deutschland die fünfhäufigste Todesursache.

Bei einer Herzinsuffizienz handelt es sich um eine mangelnde Pumpleistung des Herzens. Bei einem Vorwärtsversagen reicht die Pumpleistung nicht aus, um den Körper mit sauerstoffreichem Blut zu versorgen. Bei einem Rückwärtsversagen kommt es zu einem Rückstau des Blutes. Das kann zu Wassereinlagerungen in der Lunge oder in den Beinen führen. Herzinsuffizienz kann zu Atemnot - etwa beim Treppensteigen -, zu einer verminderten Leistungsfähigkeit oder auch zu Herzrhythmusstörungen führen.

Anlässlich des Weltmännertages am 3. November 2018 empfiehlt die AOK Baden-Württemberg, die Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung von Gesundheitsstörungen zu nutzen. Ab dem 35. Lebensjahr können Männer und Frauen alle zwei Jahre für einen Check zum Arzt.

Neben der regelmäßigen Kontrolle durch den Hausarzt, kann auch jeder selbst etwas dafür tun, das Risiko einer Herzinsuffizienz zu senken. „Eine gesunde Lebensführung mit ausreichender Bewegung, eine gesunde, fettarme Ernährung, mäßiger Alkoholkonsum, Reduzierung von Übergewicht und der Verzicht auf Nikotin können das Risiko vermindern, eine Herzinsuffizienz zu entwickeln. Auch wenn die Diagnose einmal gestellt ist: Gezielte Vorbeugung und eine Veränderung der Lebensgewohnheiten können den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen“, sagt PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg. Wichtig bei dieser Erkrankung, die die Lebensqualität vieler Menschen einschränke, sei es außerdem, dass der behandelnde Arzt regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchführe und gegebenenfalls Fachärzte hinzuziehe.

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news-2605 Tue, 30 Oct 2018 16:17:46 +0100 Süß und Sauer: Weshalb wir Menschen Halloween lieben Was ist eigentlich Gruseln – physiologisch betrachtet?

Gelegenheiten wie Halloween ermöglichen es uns Menschen, uns sozusagen im geschützten Raum Gefahren auszusetzen. Rational wissen wir, dass von den gruseligen Gestalten an Halloween oder den Monstern in einer Geisterbahn keine wirkliche Gefahr ausgeht. Trotzdem spult unser Körper die gewohnten Reaktionen ab: Er schüttet zunächst Stresshormone aus und - für die Freude am Nervenkitzel besonders wichtig – nach der überstandenen Gefahr zur Belohnung Glückshormone. Möglich ist das, weil die Hinregionen, die für die Ausschüttung dieser Hormone zuständig sind, nicht zwischen simulierter und realer Gefahr unterscheiden können. Von dieser Ambivalenz zwischen rationalem Verstehen und instinktiven Reaktionen lebt der ‚Nervenkitzel‘, den wir empfinden.


Was passiert im Körper, wenn wir z.B. von einer gruseligen Gestalt erschreckt werden?

Der Körper startet ein automatisches ‚Stressprogramm‘, das uns Menschen seit der Urzeit das Überleben gesichert hat. Unser Körper stellt uns höchst effizient und in kürzester Zeit ein hohes Maß an Energie zur Verfügung. Wir werden wacher, aufmerksamer und unsere Reaktionsgeschwindigkeit ist deutlich erhöht.

Unser Körper schüttet Stresshormone dazu aus, die zu verschiedenen körperlichen Reaktionen führen. Dazu gehören, dass der Herzschlag sich beschleunigt, der Blutdruck steigt, die Atmung sich beschleunigt, die Muskeln sich anspannen und die Pupillen sich weiten. Ziel dieser unbewussten Handlung unseres Körpers ist es, sich auf die Alternativen Kampf oder Flucht vorzubereiten.


Das war’s schon?

Nicht ganz! Denn nach dem ganzen Stress belohnt uns unser Körper mit der Ausschüttung von Endorphinen, also Glückshormonen. Die sorgen dafür, dass wir uns auch eine ganze Weile nach dem Gruseln noch euphorisiert fühlen. Aber Endorphine können noch mehr: Sie lindern Schmerzen, lassen uns besser schlafen, machen uns sexuell aktiver, dämpfen den Hunger, stärken das Immunsystem und – auch wenn das paradox klingen mag – sie beugen Stress vor.

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news-2592 Fri, 19 Oct 2018 13:40:29 +0200 Leichter Rückgang bei Osteoporose AOK Baden-Württemberg: Prävention beginnt bereits im Kindes- und Jugendalter Welt-Osteoporosetag: Osteoporose ist die am weitesten verbreitete Knochenerkrankung im Alter. Laut dem Robert Koch Institut leiden etwa 15 Prozent der Frauen ab einem Alter von 50 Jahren und 6 Prozent der Männer in der gleichen Altersgruppe unter Osteoporose. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 150.693 Versicherte der AOK Baden-Württemberg (132.181 Frauen, 18.512 Männer) aufgrund einer Osteoporose-Erkrankung stationär oder ambulant behandelt. Mit Blick auf die Zahlen aus den zurückliegenden fünf Jahren lässt sich ein leichter Rückgang dieser Knochenerkrankung erkennen. Der Anteil ist seit 2013 um durchschnittlich 1,6 Prozent pro Jahr gesunken.

Allerdings ist der Anteil aller Versicherten der AOK Baden-Württemberg, die sich aufgrund einer Osteoporose im Jahr 2017 behandeln ließen, mit 3,47 Prozent immer noch relativ hoch. Umso wichtiger ist eine frühzeitige Behandlung, um drohende folgenschwere Knochenbrüche, chronische Schmerzen, Behinderung und Pflegebedürftigkeit zu vermeiden. Eine Behandlung mit verschiedenen Medikamenten in Kombination mit einer Bewegungstherapie kann gegen das Fortschreiten der Krankheit helfen. „Für Osteoporose-Patienten gehören ausführliche Aufklärung und Beratungen zu Lebensstiländerungen zu einer guten Versorgung. Dazu zählen Hinweise zu abwechslungsreicher Bewegung mit Förderung der Muskelkraft und Koordination, Empfehlungen zu gesunder Ernährung und Nikotinstop. Auch sollten ältere Menschen möglichst einen Body-Mass-Index von 20 nicht unterschreiten und darauf aufbauend auch Ratschläge zur Sturzprophylaxe. Dazu zählt zum Beispiel, eventuell sturzfördernde Medikamente zu überdenken wie Beruhigungsmittel beziehungsweise damit bewusst umzugehen“, sagt PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg.

Auch wenn die Krankheit im Kindes- und Jugendalter nahezu keine Rolle spielt, empfiehlt Dr. Knapstein, mit der Prävention bereits in jungen Jahren zu beginnen: „Eine frühzeitige und lebenslange Prävention durch regelmäßige Bewegung ist für den Erhalt der Knochengesundheit unabdingbar. Regelmäßige körperliche Aktivitäten zur Stärkung der Muskulatur und damit auch der Knochen in der Kindheit führen zu einer höheren Knochenmasse und sind somit ein wichtiger Beitrag zur Osteoporoseprävention.“

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news-2588 Thu, 18 Oct 2018 15:19:04 +0200 Gerlach: Baden-Württemberg als Vorreiter der interdisziplinären Versorgung Am morgigen Freitag (19.10.2018) diskutiert der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR) mit gesundheitspolitischen Vertretern aus Baden-Württemberg, Bayern und Hessen die Ergebnisse seines jüngsten Gutachtens. Im Mittelpunkt stehen auch Vorschläge zur Verbesserung der sektorenübergreifenden Versorgung. Prof. Dr. Ferdinand Gerlach, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Goethe‐Universität Frankfurt am Main, sieht aufgrund seiner Forschungsergebnisse das Haus- und Facharztprogramm der AOK Baden-Württemberg bei der interdisziplinären Versorgung als Vorreiter: „Es wäre gut, wenn das, was hier bereits praktiziert wird, auch bundesweit Beachtung finden würde.“

Prof. Dr. Gerlach, was zeichnet Ihrer Ansicht nach das Haus- und Facharztprogramm besonders aus?

Prof. Dr. Ferdinand Gerlach: „Eine Besonderheit der hausarztzentrierten Versorgung in Baden-Württemberg ist die enge Verknüpfung mit inzwischen sechs ebenfalls strukturierten Facharztverträgen. Der ansonsten im deutschen Gesundheitswesen stark ausgeprägten Fragmentierung, die auf vielfältige Weise für mangelnde Effektivität und Effizienz verantwortlich ist, wird hier gezielt entgegengewirkt.“

Könnten Sie das etwas konkreter ausführen?

F.G.: „Es wird erstmals eine neue Qualität der Zusammenarbeit von Haus- und Fachärzten ermöglicht. So gibt es zum Beispiel regelhaft gezielte, auf der Basis von Versorgungspfaden sinnvoll koordinierte Überweisungen, eine explizite Orientierung an evidenzbasierten, qualitativ hochwertigen Entscheidungsgrundlagen und interdisziplinäre Fallkonferenzen.“

Und was bedeutet das für die Patientinnen und Patienten?

F.G.: „Für das Jahr 2016 wurden Patienten mit unspezifischem Rückenschmerz anhand verschiedener Indikatoren im Vergleich zur Regelversorgung untersucht, die im Rahmen des 2014 gestarteten Orthopädievertrages behandelt werden. Dabei haben wir relevante Unterschiede festgestellt. Die Vorteile zeigten sich unter anderem bei der Häufigkeit der Chronifizierung des unspezifischen Rückenschmerzes oder bei der Vermeidung unnötiger Krankenhausaufenthalte.“


Prof. Dr. med. Ferdinand M. Gerlach ist Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Goethe‐Universität Frankfurt am Main und Vorsitzender des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen.


Hinweise für die Redaktionen:
Vor zehn Jahren schlossen Hausärzteverband, MEDI und AOK Baden-Württemberg den ersten HZV-Vertrag (Hausarztzentrierte Versorgung). Mittlerweile nehmen knapp 5.000 Haus- und Kinderärzte und 2.500 Fachärzte und Psychotherapeuten an den Verträgen im Südwesten teil. Sie verantworten gemeinsam die Versorgung von 1,6 Millionen HZV-Versicherten und mehr als 625.000 Versicherten im gemeinsamen Facharztprogramm von AOK Baden-Württemberg und Bosch BKK.

Weitere Informationen sowie aktuelle Evaluationsergebnisse stehen zum Download bereit.

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news-2584 Thu, 18 Oct 2018 10:02:46 +0200 Was fehlt: Faire Krankenkassenbeiträge für ALG-II-Empfänger Der Deutsche Bundestag berät heute (18.10.2018) abschließend über das Versichertenentlastungsgesetz (GKV-VEG). Ein wichtiges Thema, das die Regierungsparteien in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart hatten, fehlt jedoch: die Anpassung der Krankenkassenbeiträge für ALG-II-Empfänger.

Ein Forschungsgutachten des IGES Instituts im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums bestätigte Ende 2017: Gemessen an den Gesundheitsausgaben über alle Gruppen der ALG-II-Bezieher zahlt der Bund den gesetzlichen Krankenkassen jährlich rund 9,6 Milliarden zu wenig. Damit wird eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe auf die Solidargemeinschaft der GKV-Beitragszahler abgewälzt. Der Staat muss hier seiner Finanzverantwortung nachkommen und kostendeckende Beiträge bezahlen.

Der Gesundheitsausschuss des Bundesrates hatte bereits in seiner Empfehlung zum GKV-VEG für die 970. Sitzung des Bundesrates am 21.09.2018 angemahnt, die Beiträge des Bundes für ALG-II-Empfänger schrittweise der Realität anzupassen. Bislang blieb auch dieser Ruf im Bundesgesundheitsministerium unerhört.

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news-2572 Fri, 12 Oct 2018 15:54:57 +0200 Welthospiztag: Die Bedürfnisse jedes einzelnen sind wichtig Sterben gehört zum Leben dazu. Kein einfaches Thema, doch die Hospizkultur bringt viel Gutes in die Schwere, die das Ende des Lebens für alle Beteiligten immer in sich trägt. Mit Britta March, Pflegeexpertin der AOK Baden-Württemberg, sprachen wir anlässlich des 30. Welthospiztages (13.10.2018) über die große Bedeutung der palliativen Begleitung.


Britta March, was leitet die AOK Baden-Württemberg bei einem so wichtigen wie sensiblen Thema der Palliativversorgung?


Britta March: Grundsatz ist für uns im täglichen Handeln die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen. Der Leitgedanke, dass jeder Mensch ein Recht auf ein Sterben unter würdigen Bedingungen hat, spiegelt unsere Haltung wider. Sie ist für uns ein Versprechen an unsere Versicherten, sie bis zum Lebensende zu begleiten. Insofern beschreibt das Motto des diesjährigen Welthospiztages „Weil du wichtig bist“ sehr gut auch unsere Haltung – für den einzelnen Versicherten immer wieder erlebbar zu machen: Du bist wichtig, du bist uns wichtig.


Was heißt das konkret für den einzelnen?


B.M.: Gelebte Hospizkultur heißt für uns, für eine verlässliche individuelle Versorgung am Lebensende Sorge zu tragen. Hierbei geht es um Themen wie Vertrauen, Geborgenheit, Nähe, Aufräumen und Abschied nehmen. Die AOK Baden-Württemberg nimmt sich dem an und gestaltet gemeinsam mit den weiteren Partnern im Gesundheitswesen maßgeblich die palliative Versorgung. Und im ganzen Land existiert zwischenzeitlich eine Vielzahl von Unterstützungs- und Versorgungsangeboten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene wie Hospize, ambulante Hospizdienste, spezialisierte ambulante Palliativdienste, Palliativstationen in Krankenhäusern sowie deren Brückenpflege. Tagtäglich leisten Ehrenamtliche im Team mit Berufsgruppen verschiedenster Professionen wertvolle Hospizarbeit. Hospizarbeit deren Qualität sich insbesondere auch an der Zufriedenheit von Sterbenden sowie An- und Zugehörigen orientiert.


Was sind die aktuellen Herausforderungen in der palliativen Versorgung?


B.M.: Ein wichtiger zukunftsweisender Baustein zur Verfestigung des Hospizgedankens in unserer Gesellschaft ist die aktuelle Implementierung von Beratungsangeboten zur physischen, psychischen, sozialen und religiösen bzw. spirituellen Unterstützung sowie zu pflegerischen Maßnahmen und medizinischen Behandlungen in Vorbereitung auf die letzte Lebensphase in vollstationären Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung. Wir als AOK Baden-Württemberg haben es uns zum Ziel gesetzt, eine Palliativversorgung, die den Bedürfnissen der Betroffenen gerecht werden kann, landesweit aktiv zu gestalten und im Sinne einer ganzheitlichen Versorgung zu befördern.



Hinweis an die Redaktionen:
Die AOK Baden-Württemberg informiert online über Beratungs- und Hilfsangebote der Hospiz- und Palliativversorgung. Das Internetangebot umfasst mehr als 8.000 Einträge, darunter stationäre Hospize, Hospizdienste und Palliativstationen sowie Teams der Spezialisten in der ambulanten Palliativversorgung (SAPV).

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news-2569 Thu, 11 Oct 2018 13:56:45 +0200 Welt-Rheumatag: Früherkennung und Rauchverzicht AOK-FacharztProgramm fördert die Beratung und Unterstützung des Rheuma-Patienten durch den Arzt Anlässlich des Welt-Rheumatags am 12. Oktober 2018 weist die AOK Baden-Württemberg darauf hin, dass eine frühe Diagnose und Therapieeinleitung von entscheidender Bedeutung für den weiteren Verlauf einer Rheumaerkrankung sind. In Deutschland sind schätzungsweise zwei Prozent der erwachsenen Bevölkerung und rund 15.000 Kinder und Jugendliche von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen betroffen. Landesweit zählte die AOK Baden-Württemberg im Jahr 2016 183.508 Versicherte, die aufgrund von Rheuma behandelt wurden. Die meisten Betroffenen sind zwischen 75 und 79 Jahre alt.

„Der Begriff ‚entzündlich-rheumatische Erkrankungen‘ bezeichnet eine Gruppe sehr unterschiedlicher, oft chronisch verlaufender Krankheiten. Bei diesen Erkrankungen greift das Immunsystem eigenes Körpergewebe an. Die entzündlichen Reaktionen betreffen vor allem den Bewegungsapparat, können aber auch innere Organe wie Herz und Niere schädigen. Beispiele für solche Erkrankungen sind die rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew und der systemische Lupus erythematodes“, erklärt PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg. Bei fortgeschrittenem Rheuma könnten schon einfache Tätigkeiten schwerfallen. Dazu zählten zum Beispiel Körperpflege, das Essen mit Messer und Gabel oder das Schließen von Knöpfen. Andere Beschwerden, die im Zusammenhang mit der Rheumaerkrankung stehen wie zum Beispiel Schmerzen und Abgeschlagenheit könnten für die Betroffenen sehr belastend sein.

Ein Mittel, den Krankheitsverlauf etwas weniger schlimm zu gestalten, kann Nikotinverzicht sein. „Rauchen trägt zur Entstehung einer rheumatoiden Arthritis bei und kann den Verlauf der Erkrankung ungünstig beeinflussen. Bei Rheumatikern, die nicht rauchen, wirken Rheumamedikamente besser als bei Rauchern. Rheumakranke Raucher brauchen daher mehr Medikamente. Studien belegen auch, dass die Zerstörung der erkrankten Gelenke bei Rauchern aggressiver verläuft als bei Nichtrauchern“, sagt Knapstein. Die Versorgung von Rheumakranken im Rahmen des AOK-FacharztProgramms fördert deshalb auch ganz bewusst die Beratung und Unterstützung des Patienten durch den Arzt mit dem Ziel des Rauchverzichts.

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news-2561 Tue, 09 Oct 2018 10:43:50 +0200 10 Jahre Hausarztvertrag in Baden-Württemberg Umfassend besser versorgt und erste Hinweise auf Überlebensvorteile Gemeinsame Pressemitteilung

 

Es ist im deutschen Gesundheitswesen ein absolutes Novum, dass Wissenschaftler über eine Dekade forschen, Langzeiteffekte erkennen und beschreiben können. Im Südwesten der Republik ist es in der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) der AOK Baden-Württemberg und ihrer ärztlichen Partner gelebte Realität. Die Ergebnisse der Universitäten Frankfurt/Main und Heidelberg belegen: HZV-Teilnehmer werden besser versorgt, und erstmals sind auch Hinweise auf Überlebensvorteile erkennbar. Von der intensiveren Betreuung profitieren vor allem chronisch Kranke, die mit 60 Prozent das Gros der 1,6 Millionen freiwilligen HZV-Teilnehmer stellen. Laut Forschungsergebnissen entfallen pro Jahr allein 1,2 Millionen unkoordinierte Facharztkontakte. Herzpatienten bleiben jährlich rund 46.000 Krankenhaustage erspart. Diabetiker werden in sechs Jahren vor ca. 4.000 schweren Komplikationen wie Amputationen oder Schlaganfällen bewahrt. Weitere Versorgungsverbesserungen erwarten die Vertragspartner durch nutzenbringende, digitale Strukturen, die ab 2019 eingerichtet werden und sukzessive die knapp 5.000 HZV-Ärzte mit rund 2.500 Ärzten und Psychotherapeuten in den angeschlossenen Facharztverträgen in Baden-Württemberg untereinander digital vernetzen.

 

Für Diabetiker wirken die geregelten HZV-Strukturen besonders positiv, insbesondere wenn es sich um Folge- und Begleiterkrankungen dreht: „Unsere Analysen zeigen sehr deutlich, dass bei HZV-Patienten mit Diabetes mellitus deutlich weniger und zeitlich später schwerwiegende diabetesbedingte Komplikationen auftreten. Konkret kommen bei Diabetikern in der HZV Dialyse, Erblindung und Amputationen sowie auch Herzinfarkte und Schlaganfälle seltener vor“, so Prof. Dr. Ferdinand Gerlach, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität Frankfurt/Main.

 

Ein sehr bemerkenswerter Effekt sei der signifikante Überlebensvorteil zugunsten der HZV-Versicherten. „Wir können zwar, durch die Evaluationsmethodik bedingt, noch nicht alle möglichen Einflussfaktoren auf das Überleben von Patienten kontrollieren. Dennoch zeigt sich bei Betrachtung des Fünfjahreszeitraums 2012 bis 2016, dass das Risiko zu versterben in der HZV geringer ist, als in der Regelversorgung. Das zugrundeliegende statistische Überlebenszeitmodell weist eine Zahl von knapp 1.700 vermiedenen Todesfällen in der HZV aus“, erklärt Prof. Dr. Joachim Szecsenyi, Ärztlicher Direktor der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung des Universitätsklinikums Heidelberg.

 

Den Hauptgrund dafür, dass sich die Politik trotz aller positiver Forschungsergebnisse bis heute in der Umsteuerung in Richtung mehr Versorgungswettbewerb überhaupt nicht bewegt hat, sieht der Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann, in Kurzatmigkeit und fehlendem Mut der politischen Verantwortlichen: „Die Politik hat sich seit Jahren fest in immer mehr Klein-Klein eingerichtet und greift mit Gesetzen und Vorgaben wie jetzt wieder mit dem TSVG noch tiefer in die Regulierungskiste. Das ist nicht unsere Welt. Wir haben längst den schnellen, unkomplizierten Arztzugang, die intensivere Betreuung, bessere Vergütung und die klare Aufwertung der sprechenden Medizin am Netz.“ Investitionen von 618 Millionen Euro im Jahr 2017 in die Alternative Regelversorgung seien laut AOK-Chef hervorragend angelegtes Geld. Die AOK Baden-Württemberg hätte im gleichen Zeitraum in der Regelversorgung glatte 50 Millionen Euro mehr ausgegeben – bei nachweisbar schlechterer Versorgung der Versicherten. Hermann: „Und selbstverständlich bleiben wir nicht stehen. Mit Nephrologie, Pulmologie und HNO wird die Alternative Regelversorgung 2019 um weitere Facharztgebiete erweitert, und die Vernetzung in Richtung Krankenhausversorgung werden wir im nächsten Jahr im Bereich Knie- und Hüft-OPs starten.“

 

Für Dr. Berthold Dietsche, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg, liegt der Erfolg der letzten zehn Jahre vor allem darin, dass „die HZV nachhaltig die richtigen Antworten auf Kernprobleme der ärztlichen Selbstverwaltung gibt“. Dazu zähle vor allem eine leistungsgerechte Honorierung ohne Budgetierung, eine einfache Abrechnung für die nur noch zwei Stunden, statt zwei Tage benötigt werde und ein verbindliches Einschreibesystem. Dieses sei die Voraussetzung für eine wirksame Versorgungssteuerung. Pro Jahr 2,1 Millionen mehr Hausarztkontakte und 1,2 Millionen weniger unkoordinierte Facharztkontakte in der HZV im Vergleich zur Regelversorgung zeigten, dass die Koordination funktioniert. Mit der HZV sei es darüber hinaus gelungen, eine konsequente Verpflichtung zur Fortbildung mit hausärztlichen Themen zu etablieren. Vier spezielle Fortbildungen pro Jahr seien Pflicht. Aus Sicht von Dietsche sei die HZV-Teilnahme außerdem ein entscheidender Wettbewerbsvorteil bei der Nachfolgeplanung. Praxen mit einem hohen Anteil an HZV-Patienten steigerten ihren Wert und seien grundsätzlich attraktiver für den Ärztenachwuchs. Sie gäben einerseits Planungssicherheit für Investitionen und laufende Kosten, andererseits fördere die HZV Teamstrukturen und arbeitsteilige Strukturen – Kriterien, die für junge Ärztinnen und Ärzte einen hohen Stellenwert hätten.

 

Wichtig sei auch eine strukturierte und verbindliche Anbindung an die Facharztebene, wie Dr. Norbert Smetak, stellvertretender Vorsitzender von MEDI Baden-Württemberg und BNK-Bundesvorsitzender unterstreicht: „In den Haus- und Facharztverträgen gibt es eindeutige Regelungen bezüglich des Zeitrahmens, in dem ein Patient eine Behandlung bekommen muss. Das ist deswegen möglich, weil in diesen Verträgen, im Gegensatz zum Kollektivvertrag, jeder Behandlungsfall bezahlt und nicht bei Überschreitung eines Budgets einfach gestrichen und damit nicht bezahlt wird. Das macht nicht nur die Terminservicestellen überflüssig, sondern der Patient kann sich weiterhin an den Arzt seines Vertrauens wenden, statt weitervermittelt zu werden.“

 

Die HZV und die Facharztverträge seien auf die Versorgung akuter und chronischer Krankheiten ausgerichtet und die Schnittstellen zwischen den beiden Versorgungsebenen abgestimmt, so Smetak. „Aber bisher findet der Austausch von Arztbriefen in der Regel immer noch per Post oder Fax statt“, betont er mit Blick auf das kommende IT-Vernetzungsprojekt. Diese Tatsache und das jahrelange Gerangel auf Bundesebene um die elektronische Gesundheitskarte seien Grund genug, die Vernetzung auf Landesebene zu forcieren, so die Vertragspartner unisono. Kaum eine der derzeit zahlreichen IT-Initiativen im deutschen Gesundheitswesen könne auf eine vergleichbare Vertragskonstruktion und eine seit zehn Jahren gelebte und eingespielte, analoge Vernetzung zurückgreifen.

 

Auf Basis der dort entwickelten und gelebten „Kultur der Zusammenarbeit“ sollen ab dem ersten Quartal 2019 zunächst mit drei IT-Anwendungen sukzessive digitale Strukturen aufgebaut werden, um die Qualität der Alternativen Regelversorgung auch online nachhaltig zu sichern: das sind der elektronische Arztbrief, die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (E-AU) und das elektronische Medikationsdossier (Hauskomet). Der E-Arztbrief wird erstmals klar definierte Informationen bei Überweisung und Rücküberweisung strukturiert, und damit digital verarbeitbar, in Echtzeit zur Verfügung stellen. Die E-AU vereinfacht und beschleunigt die Verarbeitung, sodass zum Beispiel Krankengeld noch schneller an die langzeiterkrankten Versicherten überwiesen werden kann. Das hausärztlich koordinierte Medikationsdossier zeigt allen an der Behandlung beteiligten Praxen die medikamentöse Therapie an. Änderungen oder Ergänzungen von Fachärzten werden so lange unter Vorbehalt angezeigt und protokolliert, bis sie vom Hausarzt bestätigt und übernommen werden.

 

Derzeit nehmen knapp 5.000 Haus- und Kinderärzte und 2.500 Fachärzte und Psychotherapeuten an den Verträgen im Südwesten teil. Sie verantworten gemeinsam die Versorgung von 1,6 Millionen HZV-Versicherten und mehr als 625.000 Versicherten im gemeinsamen Facharztprogramm von AOK Baden-Württemberg und Bosch BKK.

 

Video "Zehn Jahre bessere Versorgung"

 

 

Kontakt (Pressestellen):

 

AOK Baden-Württemberg
Telefon: 0711 2593-229

 

MEDI Baden-Württemberg
Telefon: 0711 806079-223

 

Hausärzteverband Baden-Württemberg
Telefon: 0172 201 03 90

 

Weitere Informationen

Neue Versorgung

 

 

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news-2556 Fri, 05 Oct 2018 09:47:50 +0200 Bitte keine Doppelfinanzierung am Krankenhausbett! Im laufenden Jahr wird allein die AOK Baden-Württemberg über 4 Milliarden Euro für den Betrieb der Krankenhäuser im Land ausgeben. Bereits heute erhalten die Kliniken in Baden-Württemberg damit genügend Geld von den Krankenkassen, um ausreichend Personal zu beschäftigen und angemessen zu bezahlen. Das geplante Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) sieht vor, dass die gesetzlichen Krankenkassen und ihre Versicherten die den Krankenhäusern entstandenen Pflegepersonalkosten über gesonderte Budgets finanzieren. Damit ist sichergestellt, dass die anfallenden Kosten für Pflegekräfte 1:1 finanziert werden. Dies gilt für alle Tarifsteigerungen sowie für jegliche Steigerungen der Vollkräfte in der Pflege. Auch die übrigen Personalkosten sind über den Landesbasisfallwerte vollumfänglich vergütet, sodass es keines weiteren Zuschlags bedarf.

Mit dem Pflegezuschlag sollte sichergestellt werden, dass Pflegepersonalkosten ausreichend vergütet werden und Anreize bestehen, eine angemessene Pflegepersonalausstattung vorzuhalten. Wenn nun die Pflegekosten gesondert durch die gesetzlichen Krankenkassen und ihre Versicherten vergütet werden sollen, bleibt für eine Zuschlagsregelung daneben kein Raum mehr. Ein Fortbestehen des Pflegezuschlags würde in diesem Zusammenhang eine ungerechtfertigte Doppelfinanzierung der Krankenhäuser und Doppelbelastung der Beitragszahler bedeuten. Zudem bedeuten bereits die Neuregelungen im PpSG zur vollständigen Refinanzierung von Tarifsteigerungen aufgrund der damit verbundenen Anreize für die Tarifvertragsparteien absehbar eine erhebliche Belastung für die gesetzlichen Krankenkassen und ihre Versicherten.

Das Volumen des Pflegezuschlags in Höhe von 500 Mio. Euro stammt ursprünglich aus dem Versorgungszuschlag. Der Versorgungszuschlag hatte die Intention, das Abschlagsvolumen des Mehrleistungszuschlags zu neutralisieren. Der Mehrleistungsabschlag existiert nicht mehr. Damit ist auch der Neutralisierungsbedarf entfallen.

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news-2553 Thu, 04 Oct 2018 16:42:36 +0200 Baden-Württemberger radeln mehr als 4 Millionen Kilometer zur Arbeit und sparen fast 760.000 kg Kohlendioxid Mehr als 10.300 Baden-Württemberger haben von Mai bis August 2018 an der Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ teilgenommen. Die gemeinsame Aktion der AOK Baden-Württemberg und des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) soll Menschen dazu motivieren, das Fahrrad für den Weg zur Arbeit zu nutzen. Dabei radelten die Teilnehmer in Baden-Württemberg 4.008.948 Kilometer. Das entspricht im Vergleich mit einem durchschnittlichen PKW einer CO2-Ersparnis von rund 760.000 Kilogramm und einem zusätzlichen Kalorienverbrauch von ca. 95.681.300 Kalorien. Die Vorteile für die Teilnehmer liegen auf der Hand: Wer dem täglichen Stau entgeht, hat weniger Stress. Außerdem hat regelmäßiges Radfahren positive Auswirkungen auf die Gesundheit: Die Ausdauer wird verbessert und der Kalorienverbrauch angekurbelt. Schon 30 Minuten moderates radeln reichen laut AOK-Experten aus, um Herz- Kreislauferkrankungen vorzubeugen.

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news-2548 Mon, 01 Oct 2018 13:44:22 +0200 Keine Zunahme von Depressionen Die AOK Baden-Württemberg unterstützt Betroffene und ihre Angehörigen mit zwei Online-Trainingsprogrammen 15. Europäischer Depressionstag: Depressive Erkrankungen zählen zu den häufigsten Krankheiten in Deutschland. Knapp vier Millionen Deutsche sind an Depressionen erkrankt. Im Jahr 2017 waren 465.382 Versicherte der AOK Baden-Württemberg wegen einer Depression in ambulanter oder stationärer Behandlung. Dies entspricht 10,72 Prozent aller Versicherten. Seit 2014 hat sich die Behandlungsprävalenz pro Jahr nicht verändert. Lediglich ein Drittel der in Deutschland Erkrankten erhält jedoch laut Angaben von EDD (European Depression Day) professionelle Hilfe. Dies liege vor allem an Unwissen, Vorurteilen und dem immer noch vorherrschenden Stigma psychischer Erkrankungen.

„Anzeichen für eine Depression sollten vom Hausarzt aktiv erfragt werden. Denn viele Patienten berichten von sich aus zunächst von eher unspezifischen körperlichen Beschwerden wie Schlaflosigkeit, Abgeschlagenheit, diffusen Kopfschmerzen, Magen-Darm-Problemen oder einem Druckgefühl in Hals und Brust. Der Arzt stellt dazu meist zwei Fragen: Hat sich der Betroffene im vergangenen Monat häufig niedergeschlagen, bedrückt, traurig oder gar hoffnungslos gefühlt? Und: Hatte er in dieser Zeit deutlich weniger Freude an Dingen, die er sonst gerne macht? Ergeben sich aus den Antworten Hinweise auf eine Depression, folgen weitere Schritte zur Sicherung der Diagnose“, sagt PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin und Psychotherapeutin bei der AOK Baden-Württemberg.

Versicherte der AOK Baden-Württemberg, die an einer Depression erkrankt sind, können am FacharztProgramm Psychotherapie, Neurologie und Psychiatrie der AOK Baden-Württemberg teilnehmen. Dies ermöglicht eine schnelle, strukturierte und flexibel auf die Bedürfnisse der Patienten zugeschnittene Behandlung. „Zu den Zielen der Behandlung gehört unter anderem, dass sich die Beschwerden der Depression verringern und sich die Krankheit zurückbildet, dass weitere depressive Episoden ebenso verhindert werden wie eine Selbsttötung und dass die Betroffenen wieder an ihrem beruflichen und sozialen Leben teilhaben“, so Knapstein.

Unterstützung erhalten Betroffene und ihre Angehörigen zusätzlich mit zwei Online-Trainingsprogrammen der AOK Baden-Württemberg. Sie können begleitend zum Einsatz kommen, aber eine Therapie nicht ersetzen. Das Online-Trainingsprogramm „MoodGym“ kann Menschen mit depressiven Beschwerden dabei unterstützen, an der Behandlung mitzuarbeiten.

Der „Familiencoach Depression“ unterstützt Angehörige, Partner, Freunde und andere Bezugspersonen von erkrankten Erwachsenen dabei, mit den typischen Beschwerden einer Depression bei den Erkrankten umzugehen.

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news-2546 Mon, 01 Oct 2018 13:16:29 +0200 Stürze im Alter können verhindert werden AOK-Programm „Sturzprävention in Pflegeheimen“ reduziert Brüche und Operationen Eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) zeigt, dass Hüftfrakturen wie ein Oberschenkelhalsbruch die mit Abstand häufigsten Knochenbrüche in hohem Alter sind — mit fatalen Folgen: Zehn Prozent der Patienten sterben innerhalb von 30 Tagen nach dem Sturz, rund ein Fünftel kommt nach dem Unfall nicht mehr auf die Beine und muss in eine Pflegeeinrichtung ziehen.

Damit es gar nicht erst zu einer Knie- oder Hüftgelenks-OP kommt, führt die AOK Baden-Württemberg gemeinsam mit Pflegeinrichtungen das Programm „Sturzprävention in Pflegeheimen“ durch. Mehr als die Hälfte der Pflegeheimbewohner stürzt mindestens ein mal pro Jahr. Das sind in baden-württembergischen Pflegeheimen rund 40.000 Stürze. Die meisten davon ziehen komplizierte und langwierige Brüche nach sich. Gerade Stürze und deren Folgen werden von den Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeeinrichtungen als ein wesentliches Problem beschrieben.

Solche Stürze können bereits durch einfache Maßnahmen verhindert werden. Wesentliche Inhalte der AOK-Sturzprävention sind deshalb die Qualifizierung des Pflegepersonals, eine Analyse des Sturzgeschehens, die Umgebungsgestaltung, die Pflegeorganisation sowie das Balance- und Krafttraining. Die Sicherheit der älteren Menschen im Alltag wird gestärkt und dadurch auch die Angst reduziert. Oberschenkelbrüche und Krankenhauseinweisungen können vermieden werden. Laut AOK-Angaben wurden bereits über 700 Einrichtungen im Land geschult.

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news-2530 Fri, 21 Sep 2018 10:24:04 +0200 Baden-Württemberg: Frauen trinken gesünder als Männer Forsa-Umfrage ermittelt für die AOK das Trinkverhalten der Baden-Württemberger Laut einer aktuellen repräsentativen forsa-Befragung im Auftrag der AOK Baden-Württemberg trinkt etwas mehr als ein Fünftel der Menschen im Land mindestens einmal pro Woche zuckerhaltige Erfrischungsgetränke. Wenngleich die überwältigende Mehrheit der Befragten in erster Linie zu Mineral- oder Leitungswasser greift, sind zuckerhaltige Erfrischungsgetränke vor allem bei Männern und jungen Erwachsenen angesagt. „Unter ernährungswissenschaftlichen Gesichtspunkten sind Wasser, ungezuckerte Kräuter- und Früchtetees die besten Durstlöscher und Flüssigkeitslieferanten“ so Gabriele Weidner, Ökotrophologin bei der AOK Baden-Württemberg. „Getränke, die wie beispielsweise Limonaden mit Zucker gesüßt sind, enthalten einfach nur unnötige Kalorien – und können deshalb zu Übergewicht beitragen.“ Das wüssten die meisten Menschen auch. Nur halten würden sie sich nicht immer daran.

Dies gilt offenbar besonders für männliche Befragte. Altersübergreifend nehmen 29 Prozent der männlichen Umfrageteilnehmer und 32 Prozent der 18- bis 29-Jährigen mindestens einmal pro Woche Cola, Limonade oder vergleichbare Getränke zu sich, elf Prozent der Männer und 14 Prozent der jungen Erwachsenen tun es sogar fast täglich. Bei Frauen und Menschen über 60 Jahren ist der Anteil deutlich geringer. 67 Prozent der weiblichen Befragten und 82 Prozent der Älteren verzichten sogar komplett auf die ungesunden Getränke.

Mehr zum Thema:
Bloggerin Hannah Frey über Zuckerfallen und wie es gelingt, den Zuckerkonsum zu reduzieren
Bloggerin Annelina Waller über gutes Essen und weshalb Zucker auf die Stimmung drückt


Hinweis an die Redaktionen:
In einer im Juni und Juli 2018 durchgeführten repräsentativen forsa-Befragung im Auftrag der AOK Baden-Württemberg gaben 1010 in Privathaushalten lebende deutschsprachige Personen über 18 Jahren Auskunft zu ihren Essgewohnheiten und ihrem Trinkverhalten.

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news-2526 Fri, 21 Sep 2018 09:40:33 +0200 Mehr als 90.000 Demenzkranke – Tendenz steigend Online-Pflegekurse bieten Angehörigen wichtige Unterstützung Zum 24. Mal ist am 21. September 2018 der Welt-Alzheimer-Tag. In einer stetig älter werdenden Gesellschaft spielt diese Erkrankung eine immer größere Rolle. Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland etwa 200.000 Menschen neu an einer Demenz. Rund zwei Drittel der Demenzen entfallen auf die Alzheimerkrankheit. In Baden-Württemberg wurden im Jahr 2016 insgesamt 91.840 Versicherte der AOK Baden-Württemberg (58.726 Frauen, 33.114 Männer) aufgrund einer Demenzerkrankung stationär oder ambulant behandelt.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Zahl der Menschen, die von Demenz betroffen sind, in den nächsten Jahren weiterwachsen wird, da die Gruppe der über 80-Jährigen, die am schnellsten wachsende Gruppe unserer Gesellschaft ist. Schon heute gehören Demenzen zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen im Alter. Und ihr Vorkommen nimmt mit steigenden Lebensjahren stark zu.

„Demenz wird als Oberbegriff für unterschiedliche Krankheiten verwendet, von denen die bekannteste und häufigste Alzheimer ist. Man spricht dann von einer Demenz, wenn der Betroffene seit mindestens sechs Monaten unter einer Gedächtnisstörung kombiniert mit der Beeinträchtigung mindestens einer weiteren Hirnleistung leidet, die zu deutlichen Störungen im Alltagsleben führt“, sagt PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg. Außer dem Gedächtnis könnten auch Denken, Orientierung, Lernfähigkeit, Sprache und Urteilsvermögen beeinträchtigt sein. Oft würden diese Einschränkungen von Persönlichkeits- und Verhaltens-Veränderungen begleitet.

Für eine optimale Versorgung ist es wichtig, dass Hausarzt und Facharzt gut vernetzt sind. Dafür schafft die AOK Baden-Württemberg mit dem FacharztProgramm die Rahmenbedingungen. Unterstützung bietet zudem der Soziale Dienst der AOK. 60 von 100 Demenzkranken werden in Privathaushalten von Familienmitgliedern versorgt. Das bedeutet, dass fast jeder zweite Pflegebedürftige, der von Angehörigen zu Hause betreut wird, dement ist. Häufig sind es Frauen, die etwa sechs bis zehn Stunden täglich für die Pflege des betroffenen Angehörigen aufwenden. „Die kognitiven Einschränkungen des Betroffenen, aber auch Symptome wie Wahn, Schlafstörungen und Aggressivität, die im Zusammenhang mit einer Demenz auftreten können, belasten viele Pflegende und schränken deren Lebensqualität stark ein“, sagt PD Dr. Sabine Knapstein.

Um pflegende Angehörige zu unterstützen, bietet die AOK Baden-Württemberg Pflegeberatung und Pflegekurse an. Weil nicht jeder die Möglichkeit hat, vor Ort an solchen Kursen teilzunehmen, gibt es inzwischen auch Online-Pflegekurse der AOK.

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news-2524 Thu, 20 Sep 2018 16:32:05 +0200 Neue Arzneimittel kommen immer teurer Ausgaben für hochpreisige Medikamente haben sich in den letzten sechs Jahren verdoppelt Die Ausgaben für Arzneimittel steigen GKV-weit immer weiter an. Im Jahr 2017 lagen sie um 1,4 Milliarden Euro über denen des Vorjahres, eine Steigerung von fast vier Prozent. Die Hauptursache dieses Kostenanstiegs liegt in einem Fehlkonstrukt der Preisbildung für den patentgeschützten Markt begründet: Neue patentgeschützte Medikamente sind dabei fast immer auch teure Medikamente.


Als „teuer“ gelten in der AOK Baden-Württemberg Arzneimittel, bei denen der Verkaufspreis der einzelnen Packung oberhalb der Richtgröße von 500 Euro liegt. Alleine von 2016 auf 2017 sind die Ausgaben für solche Medikamente bei der AOK Baden-Württemberg um 8,3 Prozent angestiegen. In den letzten sechs Jahren haben sich die Ausgaben in diesem Marktsegment sogar mehr als verdoppelt. Wurden im Jahr 2011 rund 3,7 Millionen Euro für Arzneimittel mit hohem Packungspreis ausgegeben, so lagen die Ausgaben im Jahr 2017 bereits bei rund 7,5 Millionen Euro.


Was die Kostenentwicklung in die Höhe treibt, ist das geltende Preisbildungsverfahren: In den ersten zwölf Monaten nach Markteintritt eines neuen Arzneimittels wird jedes neu zugelassene Produkt von der GKV in vollem Umfang erstattet. Der Phantasie des Herstellers sind für die Höhe des Preises dabei keine Grenzen gesetzt. Erst nach Ablauf eines Jahres gibt der Gesetzgeber der GKV die Möglichkeit, in Abhängigkeit des nachgewiesenen Zusatznutzens zur bisherigen Standardtherapie einen für die Zukunft geltenden Arzneimittelpreis festzulegen. Lässt sich ein Zusatznutzen nicht nachweisen, erstatten die gesetzlichen Krankenkassen nur die Kosten der bisherigen Standardtherapie. Bis zu diesem Zeitpunkt hat die Solidargemeinschaft der Gesetzlichen Krankenversicherung aber die vom Hersteller festgelegten Preise bereits zwölf Monate lang bezahlt.


Im Interesse ihrer Versicherten fordert die AOK Baden-Württemberg seit langem, dass nutzenorientierte Arzneimittelpreise rückwirkend ab Markteintritt gelten müssen.


Der zum 20. September 2018 erschienene Arzneiverordnungs-Report 2018 behandelt das Thema hochpreisiger Arzneimittel ausführlich:

Arzneiverordnungs-Report 2018

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news-2518 Wed, 19 Sep 2018 11:47:46 +0200 Maßgebliche Rolle in der geriatrischen Rehabilitation Die AOK Baden-Württemberg investiert gezielt mehr Geld in die qualifizierte Rehabilitation Am 19. September 2018 findet im Geriatrischen Zentrum des Universitätsklinikums Tübingen der 27. Geriatrietag des Landes Baden-Württemberg statt. Auf dem Posium wird Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg als über das landesweite Geriatriekonzept referieren.

Wir sprachen vorab mit Lena Weidinger, Referatsleiterin Rehabilitation und Teilhabe, über die Herausforderungen einer immer älter werdenden Gesellschaft, die Rolle der AOK Baden-Württemberg in Bezug auf die geriatrische Rehabilitation und die Chancen durch die Digitalisierung für diesen speziellen Bereich der Medizin.

Worin bestehen die größten Herausforderungen einer immer älter werdenden Gesellschaft?

Lena Weidinger: "Wir leben in einer Gesellschaft des langen Lebens und gleichzeitig sind die für Gesundheitsleistungen vorhandenen Ressourcen begrenzt. Für uns besteht daher die größte Herausforderung darin, dass wir unsere Versicherten frühzeitig erreichen und diesen Angebote machen können, die helfen, Krankheiten zu verhüten, abzuwenden oder deren Verschlimmerung zu verhindern. Um effizient mit den Ressourcen umzugehen, müssen Prävention, Akutmedizin, Rehabilitation und Pflege miteinander vernetzt werden und sinnvoll ineinandergreifen. Die AOK Baden-Württemberg denkt bei der Gestaltung von Versorgung an alle Versicherte – in jedem Alter – und entwickelt bedarfsorientierte Angebote und Strukturen. Ob bei der HZV-KinderReha, bei Beratung in schwierigen Lebenssituationen wie beispielsweise nach einer Krebsdiagnose oder bei der Geriatrischen Rehabilitation – überall finden sich hierzu tolle und bereits gelebte Beispiele."

Wie können diese Herausforderungen in der Geriatrie bewältigt werden?

Lena Weidinger: "Gemeinsam! Es braucht mehr Vernetzung im Gesundheitssystem, denn es braucht weniger Denken in Sektoren und mehr übergreifende Konzepte und Ansätze. Damit auch die künftigen, höheren Bedarfe abgedeckt werden können, braucht es nicht nur die Vermeidung von Stillstand, sondern eine sinnvolle Weiterentwicklung und Anpassung der Angebote. Die AOK Baden-Württemberg setzt dabei seit vielen Jahren auf die innovative Zusammenarbeit mit Vertragspartnern und der Wissenschaft „im Ländle“ und hat beispielsweise neben dem Konzept AOK-proReha Geriatrie, das unseren Versicherten eine medizinische Rehabilitation auf hohem Niveau garantiert, als einzige Krankenkasse ein eigenständiges Angebot für pflegende Angehörige."

Welche Rolle spielt die AOK Baden-Württemberg in Bezug auf die geriatrische Rehabilitation?

Lena Weidinger: "Die AOK Baden-Württemberg spielt in der geriatrischen Rehabilitation die maßgebliche Rolle. Wir stehen zum Geriatriekonzept in Baden-Württemberg als Versorgungskonzept, bekennen uns zur geriatrischen Rehabilitation und verfolgen das Ziel der Sicherung einer zukunfts- und leistungsfähigen Versorgung. Ein Lösungsweg, den die AOK Baden-Württemberg hierfür anbietet, ist das evidenzbasierte und leitlinienorientierte Behandlungskonzept AOK-proReha Geriatrie, welches in Zusammenarbeit zwischen der AOK Baden-Württemberg, Wissenschaft und der Praxis entwickelt wurde. Die AOK Baden-Württemberg investiert hier gezielt mehr Geld in die qualifizierte Rehabilitation auf Basis eines fairen leistungsorientierten Vergütungsmodells. Wir sind hier freiwillig unterwegs und gehen bewusst einen anderen Weg als alle anderen Krankenkassen, für derartige Projekte haben wir keinen gesetzlichen Auftrag, wir tun es trotzdem und tun es gern, denn so sichern wir nachhaltig und zukunftsfähig eine wichtige Versorgungsstruktur in Baden-Württemberg."

Welchen Stellenwert nimmt die Digitalisierung innerhalb der Geriatrie ein?

Lena Weidinger: "Die Digitalisierung von einzelnen Arbeitsschritten unterstützt uns heute bereits in der Kommunikation mit Rehabilitationskliniken und dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung. Durch elektronische Datenübermittlungen werden Informationen praktisch ohne Zeitverzug ausgetauscht und auch Bürokratie reduziert. Die dadurch gewonnene Zeit investieren wir sinnvoll in die Beratung und Betreuung unserer Versicherten."

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news-2515 Wed, 19 Sep 2018 09:19:38 +0200 Jeder Zehnte 2017 an Depression erkrankt Neues Onlinetool unterstützt Angehörige Die Zahl der Baden-Württemberger, die unter Depressionen leiden, bleibt auf konstant hohem Niveau. Dies zeigt eine aktuelle Auswertung der AOK Baden-Württemberg. Demnach wurde bei mehr als jedem zehnten im vergangenen Jahr eine Depression diagnostiziert. Häufig belastet eine Depression nicht nur den Erkrankten, sondern auch seine Angehörigen, weil die Beschwerden dieser Erkrankung den gemeinsamen Alltag beeinflussen und die Angehörigen nicht wissen, wie sie helfen können. Um betroffene Familien zusätzlich zu unterstützen, startet die AOK Baden-Württemberg ein neues Onlineprogramm: den „Familiencoach Depression“. Er hilft Angehörigen, Partnern, Freunden und andere Bezugspersonen von erkrankten Erwachsenen, mit den typischen Beschwerden einer Depression wie gedrückter Stimmung, Interessensverlust, Freudlosigkeit und Antriebsmangel umzugehen. Der Online-Coach kann auch dazu beitragen, Krisensituationen und Suizidgedanken zu erkennen und sich rechtzeitig professionelle Unterstützung zu holen.

„Es ist wünschenswert, Angehörige bei der Behandlung eines depressiven Patienten mit einzubeziehen, weil sie den Erkrankten im Alltag erleben“, sagt PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin und Psychotherapeutin bei der AOK Baden-Württemberg. Viele Patienten berichteten beim Arztbesuch zunächst von eher unspezifischen körperlichen Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Problemen odereinem Druckgefühl in Hals und Brust. „Deshalb sollten depressive Beschwerden vom Hausarzt aktiv erfragt werden. Oft führen die Antworten auf zwei Fragen auf die richtige Spur: Hat sich der Betroffene im vergangenen Monat häufig niedergeschlagen, bedrückt, traurig oder gar hoffnungslos gefühlt? Und: Hatte er in dieser Zeit deutlich weniger Freude an Dingen, die er sonst gerne macht?“, erläutert die Medizinerin.

Solche Warnzeichen nehmen häufig auch Angehörige wahr. Der „Familiencoach Depression“ vermittelt ihnen Wissen über die Krankheit und deren Behandlung. Wissenschaftliche Studien haben belegt, dass dies die Belastung und das eigene Erkrankungsrisiko der Angehörigen senken und die Rückfallrate der Patienten reduzieren kann.

Das Onlinetool entwickelt hat federführend Prof. Dr. Elisabeth Schramm vom Universitätsklinikum Freiburg. Die Psychologin ist eine anerkannte Expertin der störungsspezifischen Psychotherapie depressiver Patienten unter Einbindung ihrer Angehörigen. Unterstützt wurde sie dabei von einem Team weiterer Experten, die in unterschiedlichen Gebieten der Depressionsbehandlung tätig sind. Das Programm enthält vier unabhängig voneinander nutzbare Trainingsbereiche. Interessierte bekommen dort Tipps für den Umgang mit depressiv Erkrankten im Alltag, lernen, auch auf sich selbst zu achten, erfahren, wie sie die Beziehung zum Erkrankten stärken können und erhalten Informationen zu Ursachen, Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten.

Mit dem „Familiencoach Depression“ ergänzt die AOK ihr Angebot von Online-Coaches wie das Selbsthilfeprogramm „moodgym“ zur Prävention und Linderung depressiver Symptome. Das interaktive Onlineangebot, das sich nun speziell an die Angehörigen wendet, ist kostenfrei und anonym unter der Adresse www.familiencoach-depression.de verfügbar.

Weiterführende Information:
Der Facharztvertrag für die Bereiche Psychotherapie, Neurologie und Psychiatrie, den die AOK Baden-Württemberg mit Ärzten und Psychotherapeuten abgeschlossen hat, ermöglicht den teilnehmenden Patienten eine schnelle, strukturierte und flexibel auf die Bedürfnisse der Patienten zugeschnittene Behandlung.

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news-2509 Thu, 13 Sep 2018 11:49:07 +0200 GKV und PKV: Echte Wahlfreiheit für Beamtinnen und Beamte gefordert „Das Hamburger Modell, bei dem seit 1. August 2018 Beamtinnen und Beamte in Hamburg den hälftigen Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung vom Dienstherrn erstattet bekommen, ist genauso in anderen Ländern und für den Bund machbar“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg.

In der Gesetzlichen Krankenversicherung können sich Beamtinnen und Beamten grundsätzlich dann versichern, wenn die im Sozialgesetzbuch festgelegten Zugangsvoraussetzungen erfüllt sind. Das ist der Fall, wenn sie nach einer versicherungspflichtigen Beschäftigung in den Beamtenstatus wechseln und gewisse Mindestversicherungszeiten erfüllen: Der Versicherte muss in den letzten fünf Jahren vor dem Ausscheiden mindestens 24 Monate oder unmittelbar vor dem Ausscheiden ununterbrochen mindestens zwölf Monate in der gesetzlich krankenversichert gewesen sein. Eine Weiterversicherung ist zudem innerhalb von drei Monaten möglich, wenn ein bisher familienversichertes Kind in den Beamtenstatus wechselt und die bisherige Familienversicherung deshalb beendet wird.

Allerdings leistet der Dienstherr keinen „Arbeitgeberanteil“ am Krankenversicherungsbeitrag. Denn anders als in Hamburg, wo Beamtinnen und Beamten seit dem 1. August 2018 die Beiträge zur GKV hälftig vom Dienstherrn erhalten können, tragen sie ansonsten überall in Deutschland, so auch in Baden-Württemberg, den vollen Beitrag zur Gesetzlichen Krankenversicherung, also Versicherten- und „Arbeitgeberbeitrag“, zu 100 Prozent alleine.

„Das sogenannte duale System von GKV und PKV ist historisch überholt und lässt insbesondere für Beamtinnen und Beamte keine echte Wahlfreiheit zu“, so Hermann. „Der Politik muss es darum gehen, mittel- und langfristig einen einheitlichen Rahmen für den solidarischen Wettbewerb zwischen den Krankenkassen und somit einen integrierten Versicherungsmarkt zu schaffen. Wettbewerb und Wahlfreiheit für die Versicherten würden dadurch gestärkt. Dies ist ein möglicher erster Schritt hin zu einem einheitlichen und integrierten Versicherungsmarkt.“

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news-2507 Thu, 13 Sep 2018 11:37:59 +0200 Berufsstarter: Gemeinsam mit Rückenwind zum Erfolg Auch bei der AOK Baden-Württemberg begann am 1. September das neue Ausbildungsjahr. Heute (13.09.2018) kommen die „Neuen“ erstmals an einem Ort zusammen. Bei der AzubiOlympiade 2K18 messen sich in Untersteinbach die über 200 Berufsstarterinnen und -starter mit weiteren 250 Auszubildenden und dual Studierenden in Disziplinen wie Kegeln, Dosenwerfen oder Hindernislauf. Der Sieg steht weniger im Vordergrund, vielmehr geht es um das gegenseitige Kennenlernen und das spielerische Erleben der Werte und Identität der AOK Baden-Württemberg. „Wir wollen das Gemeinschaftsgefühl der Neuen untereinander und mit dem Unternehmen insgesamt stärken“, so Tobias Abel, Vorsitzender der Gesamt-Jugend- und Auszubildendenvertretung der AOK Baden-Württemberg. So solle ihnen auch von Seite der Mitarbeitervertretung der Start und das rasche Eingewöhnen und Wohlfühlen erleichtert werden.

Die AzubiOlympiade 2K18 beginnt um 9 Uhr und läuft bis zum späten Nachmittag.

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news-2496 Fri, 07 Sep 2018 13:50:00 +0200 Vitamintabletten helfen Herz und Hirn nicht Gesunde Ernährung und Bewegung sind laut Experten vielversprechender Laut Experten der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) senken Vitaminpillen nicht das Risiko an einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt zu erkranken. In einer Übersichtstudie, die aktuell veröffentlicht wurde, haben Forscher 18 Studien mit mehr als zwei Millionen Teilnehmern ausgewertet. Das Ergebnis stützt die Resultate zahlreicher Studien aus den vergangenen Jahren: Unabhängig von Einnahmezeitraum, Alter, Geschlecht, Raucher/Nichtraucher oder der sportlichen Aktivität haben Nahrungsergänzungsmittel keinerlei Auswirkungen auf das Risiko einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt zu erleiden. Weitaus vielversprechender zur Vorbeugung gegen Gefäßerkrankungen sind nach Aussagen der DSG-Experten gesunde Ernährung sowie Sport und Bewegung. Zur Vorbeugung von Herz-Kreislauferkrankungen und Schlaganfall wird generell eine mediterrane Ernährung mit einem hohen Anteil an Gemüse und Obst sowie ausreichend körperliche Bewegung empfohlen. Zu den Risikofaktoren, die beeinflussbar sind, zählen Übergewicht, Bewegungsmangel, Nikotin- sowie Alkoholkonsum. Welcher Nachholbedarf in Deutschland mit Blick auf regelmäßige körperliche Bewegung besteht, zeigt eine aktuelle Veröffentlichung der Weltgesundheitsorganisation (WHO): 2016 lag die Quote der Bewegungsmuffel in Deutschland bei 42 Prozent. Als körperlich ausreichend aktiv gilt laut WHO, wer sich pro Woche zweieinhalb Stunden bewegt oder 75 Minuten Sport treibt. Für eine optimale Gesundheitsprävention sollten es mindestens fünf Stunden Bewegung pro Woche oder zweieinhalb Stunden Sport sein.

Ursache eines Herzinfarkts sind meist hochgradige Verengungen oder gar ein kompletter Verschluss eines Herzkranzgefäßes. „Von 100.000 Menschen in Deutschland wird pro Jahr bei rund 300 ein Herzinfarkt diagnostiziert. Zum Vergleich: In Schweden oder auch in Japan sind es weniger als 100 von 100.000 pro Jahr.  Bei der Interpretation dieser Zahlen sind jedoch regionale Gegebenheiten zu berücksichtigen“, berichtet Dr. Jan Paulus, Arzt bei der AOK Baden-Württemberg. Eine Ernährungsumstellung, angepasste Bewegung und Nikotinstopp können sich auch bei bereits Erkrankten günstig auf den Verlauf auswirken. Die AOK bietet ihren Versicherten im Rahmen von Haus- und FacharztProgramm eine Versorgung an, bei der sich Hausarzt und behandelnder Kardiologe bei der Therapie besonders eng abstimmen.
Ein Schlaganfall wird durch eine plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn ausgelöst. Dadurch entsteht ein Sauerstoffmangel, in dessen Folge Nervenzellen absterben. Die Hirnfunktionen und damit die Steuerung des Körpers werden dadurch stark beeinträchtigt. „Bewusstseinsstörungen, halbseitige Lähmungen und Ausfallerscheinungen des Sprech- oder Sehvermögens können die Folge eines Schlaganfalls sein“, erläutert Dr. Jan Paulus.

Die rasche Akutversorgung in spezialisierten Krankenhausabteilungen, sogenannten Stroke Units, hat die Sterblichkeit sowie das Risiko bleibender Behinderungen durch einen Schlaganfall gesenkt. Da bei einem Schlaganfall eine Unterversorgung von Hirnregionen mit Blut und Sauerstoff auftritt und dabei Gehirnzellen absterben, beginnt der Wettlauf gegen die Zeit bereits mit den ersten Symptomen. In Baden-Württemberg wurde mit Unterstützung der AOK eine neue Schlaganfall-Konzeption erarbeitet, um Patienten mit Verdacht auf einen Schlaganfall besser zu versorgen. An 49 Standorten weist die Website des baden-württembergischen Ministeriums für Soziales und Integration entsprechende Einrichtungen für Schlaganfallpatienten aus (Stand: 01.08.2017). Doch bevor der Patient medizinisch versorgt werden kann ist es wichtig, dass Laien Symptome eines Schlaganfalls sicher erkennen und entsprechend schnell reagieren können. Die FAST-Methode unterstützt beim Erkennen der typischen Symptome: www.aok.de/pk/bw/inhalt/schlaganfall-symptome-richtig-deuten/

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news-2486 Thu, 30 Aug 2018 14:47:49 +0200 Immer mehr Baden-Württemberger leiden unter Migräne Anzahl der betroffenen Männer wächst Immer mehr Menschen in Baden-Württemberg sind mit Migräne-Erkrankungen in ärztlicher Behandlung, das zeigen Zahlen der AOK Baden-Württemberg: 130.637 Patientinnen und Patienten der Krankenkasse, bei der fast jeder zweite im Land versichert ist, waren 2017 mit der Diagnose „Migräne“ in ambulanter oder stationärer Behandlung. Die Dunkelziffer liegt nach Meinung von Experten noch deutlich höher, da viele Betroffene die Symptome mit Selbstmedikation behandeln und nicht zum Arzt gehen. Die Zahl der Betroffenen stieg von 2013 bis 2017 altersstandardisiert im Durchschnitt jedes Jahr um 2,2 Prozent.

„Wie häufig Migräne-Attacken auftreten, ist individuell sehr unterschiedlich,“ sagt PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg. „Manchen Betroffenen haben sie regelmäßig für mehrere Tage im Monat, bei anderen sind die Abstände sehr unregelmäßig. Eine Diagnose ist fast immer bereits anhand der typischen Symptome möglich.“ Darum ist ein Besuch beim Hausarzt empfehlenswert, nur so kann die bestmögliche Therapie im Einzelfall erfolgen. Über zwei Drittel der Betroffenen sind Frauen, aber auch immer mehr Männer leiden unter Migräne. Die Zahl der erkrankten Männer in Baden-Württemberg stieg in den letzten fünf Jahren durchschnittlich um 2,9 Prozent auf 27.221 Fälle.

Die Ursachen für Migräne, die sich mit Symptomen wie Kopfschmerzattacken, Übelkeit, Lärm- und Lichtempfindlichkeit äußern, sind nicht bekannt – allerdings kann auch eine genetische Veranlagung eine Rolle spielen. Um Migräne-Anfälle zu verhindern, sollten auslösende Faktoren wie zum Beispiel Stress, Schlafmangel oder zu wenig Flüssigkeitsaufnahme vermieden werden.

Mehr Informationen rund um das Thema Migräne und wie sie vermieden werden kann unter www.aok.de/pk/bw/  und www.migraeneliga.de  

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news-2477 Wed, 22 Aug 2018 12:08:15 +0200 Vorsorgevollmacht – Entscheidungen in Ihrem Sinn Ein Formular für (fast) alle Fälle Niemand beschäftigt sich gerne mit Krankheit, Alter oder damit, dass er vielleicht eines Tages die eigenen Angelegenheiten nicht mehr regeln könnte. Doch nicht jeder ist bis ins hohe Alter noch so gesund und fit, dass er weiterhin völlig selbständig leben und für sich entscheiden kann. In einer Notsituation oder wenn Entscheidungen nicht mehr selbst getroffen werden können ist eine Vorsorgevollmacht eine wichtige Voraussetzung, damit im Sinne des Betroffenen gehandelt wird. Wenn zum Beispiel ein Angehöriger einen Schlaganfall erleidet und danach nicht mehr geschäftsfähig ist, kann es schnell kompliziert werden. Denn rechtlich verbindliche Erklärungen kann er in diesem Fall nicht mehr abgeben. Und wer für ihn handeln kann und darf, ist dann zunächst meist völlig unklar.

„Mit der Vorsorgevollmacht bestimmt man im Vorhinein, welche Person seines Vertrauens wichtige Entscheidungen für einen treffen darf, wenn man selbst dazu nicht mehr in der Lage ist“, sagt Christine Schneider, Referatsleiterin Patientenrechte bei der AOK Baden-Württemberg. „Es ist ein Irrtum zu glauben, dass sich der Ehepartner oder die Kinder automatisch um alles kümmern dürfen – sie sind ohne eine ausdrückliche Vollmacht zur rechtlichen Vertretung nicht befugt.“ Ein Vertreter sollte ohne Zeitverzögerung in eine medizinische Behandlung, die dem Willen des Betroffenen entspricht, einwilligen können. Auch sollte er gegenüber Heimleitern verhandlungsfähig sein und gegenüber der Kranken- und Pflegeversicherung tätig werden können. Dafür ist es entscheidend, rechtzeitig Vorsorge getroffen zu haben.

Doch für manche Fälle reicht eine Vorsorgevollmacht allein nicht aus, um Entscheidungen für eine andere Person zu treffen: So ist zum Beispiel die Möglichkeit zur Einwilligung in eine freiheitsentziehende Maßnahme ausdrücklich in der schriftlichen Vollmacht zu nennen und es ist eine zusätzliche Genehmigung des Betreuungsgerichts erforderlich. Und bei höchstpersönlichen Rechtsgeschäften, wie z. B. das Verfassen eines Testamentes, ist eine Stellvertretung durch einen Bevollmächtigten gar nicht zulässig.

Weitere Informationen und Formulare rund um die Vorsorgevollmacht, sowie die Unterschiede zur Betreuungsverfügung oder Patientenverfügung finden Sie unter https://bit.ly/2N5TvsY und https://www.bmjv.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Betreuungsrecht.html

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news-2471 Tue, 21 Aug 2018 14:34:13 +0200 Baden-Württemberg ist Schlusslicht bei Masern-Impfung WHO besorgt: Zahl der Maserninfektionen steigt europaweit Die Infektionen und Erkrankungen mit Masern sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dramatisch gestiegen: Im ersten Halbjahr 2018 wurden mit 41.000 Fällen 70 Prozent mehr Infektionen als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum (24.000 Infektionen) registriert. Zwar ist die Impfrate der Kinder in Europa seit 2016 von 88 auf 90 Prozent gestiegen, doch nach Angaben der WHO bestehen große Unterschiede. In manchen Regionen liege die Quote über dem 95-Prozent-Ziel der Organisation, in anderen seien es nicht einmal 70 Prozent. „Ziel der WHO ist es, die Masern weltweit auszurotten. Nord- und Südamerika, aber auch viele Länder Osteuropas und einige Länder im südlichen Afrika sind inzwischen ganz frei von Masern. In Deutschland hingegen erkranken jedes Jahr einige hundert Menschen daran“, berichtet Privatdozentin Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg. Baden-Württemberg liegt zwar beim europäischen Blick auf die Impfzahlen im Mittelfeld, beim deutschlandweiten Vergleich ist das Bundesland aber auf dem letzten Platz. Die offiziellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zeigen bundesweit einen leichten Anstieg der Masern-Impfquote bei der Schuleingangsuntersuchung. Von 96,4 Prozent (1. Impfung) und 91,5 Prozent (2. Impfung) in 2010 stieg die Quote auf 97,1 Prozent (1. Impfung) und 92,9 Prozent (2. Impfung) in 2016. In beiden Vergleichsjahren lag Baden-Württemberg im Ländervergleich auf dem letzten Platz. 2010 waren 94,1 Prozent (1. Impfung) und 87,6 Prozent (2. Impfung) der Kinder bei der Schuleingangsuntersuchung gegen Masern geimpft. 2016 lag die Zahl dann bei 95,2 Prozent (1. Impfung) und 89,5 Prozent (2. Impfung).

Krankheiten wie Masern, aber auch Mumps oder Röteln, werden oftmals nicht ernst genug genommen und einzelne Stimmen stellen die Impfungen an sich in Frage. Aber die Erfolge konsequenter Impfkampagnen in der Bekämpfung schwerer Erkrankungen sind eindrucksvoll, darum rät die AOK Baden-Württemberg dringend zur Masern-Impfung. „Alle Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sollten zweimal gegen Masern geimpft sein“, sagt PD Dr. Sabine Knapstein. „Über 18-Jährige, die einen unklaren Impfstatus haben und ebenso Personen, die nach 1970 geboren und nur einmal geimpft wurden, sollten sich einmalig gegen Masern impfen lassen, vorzugsweise mit einem Impfstoff, der gegen Masern, Mumps und Röteln immunisiert.“Masern sind eine Krankheit, die sehr ansteckend ist und leicht übertragen werden kann. Weil die Erkrankung kurzfristig die körpereigene Immunabwehr schwächt, kann bei 1 bis 6 von 100 Erkrankten zusätzlich eine Lungenentzündung auftreten. Lungenentzündungen sind auch die häufigste Ursache für Todesfälle, die im Zusammenhang mit einer Masernentzündung stehen. Bei 10 von 10.000 Masernkranken kann es zu Gehirnentzündungen kommen. Meist tritt diese Komplikation bei Jugendlichen und Erwachsenen auf. In sehr seltenen Fällen kann es bei Kindern, die im Alter von bis zu fünf Jahren an Masern erkrankt sind, Jahre später zu einer schleichenden Zerstörung von Gehirnzellen kommen, die zum Tode führt. Mehr zu den Impfungen und den Leistungen der AOK unter https://www.aok.de/pk/bw/inhalt/impfen-alle-leistungen-im-ueberblick-3/ 

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news-2463 Wed, 15 Aug 2018 15:33:25 +0200 Weniger Pillen mit höherem Risiko in Baden-Württemberg Empfängnisverhütung: Ärzte verordnen weniger risikoreiche Pillen Die Verordnung von risikoreicheren Verhütungs-Pillen für junge Frauen bis 20 Jahren ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Das zeigt eine aktuelle Analyse der GKV-Verordnungsdaten durch das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO). Der Anteil der kombinierten oralen Kontrazeptiva mit einem höheren Risiko für Thrombosen und Embolien lag in Baden-Württemberg 2017 bei 56,0 Prozent, während es 2012 noch bei 68,2 Prozent war. Bundesweit fiel der Verordnungsanteil der risikoreicheren Pillen im selben Zeitraum von 67,1 Prozent auf 55,5 Prozent.

Seit 2014 empfiehlt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), dass Ärzte besonders jungen Frauen, die das erste Mal die Pille einnehmen, Präparate mit einem geringeren Risiko für die Bildung von Thrombosen und Embolien verschreiben sollen. Die Wirkstoffkombinationen der risikoreicheren Antibabypillen erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Blutgerinnsel in den Venen, sogenannte Thrombosen. Deren gefährlichste Folge kann dann eine Lungenembolie sein.

Frauen, die die Pille einnehmen, sollten auf typische Anzeichen einer Thrombose oder Embolie achten und bei entsprechenden Anzeichen umgehend einen Arzt aufsuchen. Symptome können starke Schmerzen im Bein, Schwellungen des Beines oder ein Spannungs- oder Schweregefühl im Bein sein. Auch eine bläulich-rote Verfärbung oder Glänzen der Haut am Bein können Zeichen einer Thrombose sein. Bei einer Lungenembolie sind plötzliche Atembeschwerden oder Atemnot, atemabhängiger Brustschmerz und Herzrasen typische Symptome.

Mehr Informationen zu Nutzen und Risiken der verschiedenen Pillenvarianten sind in der AOK-Faktenbox www.aok.de/faktenboxen verfügbar.

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news-2458 Fri, 10 Aug 2018 10:50:00 +0200 Studien belegen: Qualität ist Erfahrungssache Spezialisierung der Krankenhäuser in Baden-Württemberg ist nötig Wer ein künstliches Knie benötigt oder eine andere planbare Operation vor sich hat, sollte sich gut informieren, in welcher Klinik er den Eingriff durchführen lässt. Nachweislich ist vor allem dort die Qualität sehr gut, wo ausreichend Erfahrung und Expertise auch auf Grund hoher Fallzahlen vorliegen.

Das nächstgelegene Krankenhaus ist nicht immer das am besten geeignete. So zeigt der Qualitätsmonitor 2018 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WiDO), dass Patientinnen und Patienten in Baden-Württemberg nicht immer die optimale Versorgung bekommen und die Qualitätsunterschiede unter den Kliniken enorm sind. Wesentliche Faktoren sind laut Studie die Erfahrung der Klinik und der Operateure beim jeweiligen Eingriff sowie der postoperativen Versorgung.

Um die bislang gute Qualität der stationären Versorgung stabil zu halten, benötigen auch baden-württembergische Krankenhäuser in Zukunft einen höheren Grad der Spezialisierung. In den Niederlanden sind seit vielen Jahren Mindestmengen für planbare stationäre Leistungen vorgeschrieben. Dort lässt sich ein Zusammenhang zwischen der Durchführungshäufigkeit und der Behandlungsqualität nachweisen. So konnte durch die Zentralisierung von Bauchspeicheldrüseneingriffen zum Beispiel ein Rückgang der Sterblichkeit von 9,8 Prozent auf 5,1 Prozent beobachtet werden.

Dass eine Spezialisierung der Krankenhäuser die Qualität der Behandlungsergebnisse verbessern kann, ist vielfach bestätigt. Die Patientinnen und Patienten in Baden-Württemberg sind dazu bereit. Eine forsa-Befragung aus dem Jahr 2018 zeigt, dass mehr als vier von fünf Befragten im Land eine weitere Anfahrt in Kauf nehmen würden, um bei einem planbaren Eingriff von einem Spezialisten stationär behandelt zu werden. Fast zwei Drittel der Baden-Württemberger würden dafür weiter als 50 Kilometer fahren. Den Menschen in Baden-Württemberg kommt es offenbar auf die Qualität und nicht auf die Entfernung zum Krankenhaus an.

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news-2450 Thu, 09 Aug 2018 11:19:30 +0200 Zeckensommer 2018 beschert uns die größte Anzahl an Zecken der letzten zehn Jahre Der deutsche Südwesten ist beliebt bei mittelständischen Unternehmen, bei Touristen und – bei Zecken. Viele Regionen gelten hier seit langer Zeit als Gebiete mit hoher Zeckendichte. Die kleinen Spinnentiere finden in den Wiesen und ausgedehnten Wäldern des Südens ideale Lebensbedingungen, zumal sie warme Temperaturen lieben. Im Sommer 2018 kommt nun alles zusammen: In Baden-Württemberg als dem ohnehin schon wärmsten Bundesland, klettern die Temperaturen auf bis zu 39 Grad. In seinen zeckenfreundlichen Biotopen lässt die Hitze in diesem Jahr noch mehr Krabbeltiere schlüpfen als sonst. 2018 wird damit zu einem Zeckenjahr.

Ein Forscherteam des Deutschen Instituts für Infektionsforschung (DZIF) und des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr hat sich in jüngster Zeit vor allem mit dem Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus) beschäftigt, einer besonders weit verbreiteten Zecken-Art. Die Wissenschaftler kamen im Frühjahr zu der Prognose, dass der Holzbock 2018 in Süddeutschland wesentlich häufiger vorkommen wird als in früheren Jahren. Im Jahr 2017 konnte das Team auf einer standardisierten Messfläche 180 Holzböcke zählen. Für den Sommer 2018 sagten die Forscher für eine gleich große Fläche 443 Zecken voraus.

Zecken leben im Wald, entlang von Waldrändern und auf schattigen Wiesen, aber auch in Grünanlagen mit Büschen und Bäumen. Sie ernähren sich vom Blut von Wirbeltieren. Um auf einen Wirt zu gelangen, klettert die Zecke auf eine erhöhte Stelle wie zum Beispiel einen Grashalm oder ein Gebüsch. Dort wartet sie in einer Höhe von weniger als einem Meter, bis ein Tier oder ein Mensch vorbeikommt und lässt sich vom künftigen Wirt quasi aufstreichen. Unwahr ist dagegen die weit verbreitete Ansicht, Zecken ließen sich von Bäumen fallen. Auch springen können sie nicht.

Zum Problem werden Zecken für Menschen, weil sie über ihren Speichel und über ihre Beißwerkzeuge Krankheitserreger übertragen können. FSME und Borreliose sind die beiden Erkrankungen, für deren Übertragung Zecken gefürchtet werden.

Borreliose

Dr. Simon Dally, Biologe bei der AOK Baden-Württemberg, erklärt, woran Betroffene Infektionen durch Zeckenbisse erkennen können: „Meist tritt an der Einstichstelle eine juckende Rötung der Haut auf, die einige Tage später wieder verschwindet. Dabei handelt es sich um eine normale Reaktion, nicht um das Anzeichen einer Borreliose. Die sogenannte Wanderröte ist hingegen auf eine Borreliose-Infektion zurückzuführen. Sie tritt einige Tage, manchmal auch erst einige Wochen, nach einem Zeckenstich auf. Diese deutliche ringförmige Hautrötung ist oft im Zentrum blasser als am Rand. Der rote Ring wandert dann allmählich nach außen. In einigen Fällen erscheint nur eine unspezifische Hautrötung, die wandert. Tritt dies ein, sollte der Hausarzt zur Abklärung aufgesucht werden.“

Behandelt wird Borreliose in der Regel mit Antibiotika. Meist heilt sie komplett aus. Ohne Antibiotikabehandlung ist das Risiko für einen schweren Verlauf erhöht. Dann kann es in der Folge zu einer Neuroborreliose mit Lähmungserscheinungen, Nervenentzündungen oder einer Gehirnhautentzündung kommen. Selten entwickelt sich nach einer unbehandelten Borreliose auch eine Lyme-Arthritis mit Entzündungen und Schwellungen der Gelenke. Beide Erkrankungen können mit Antibiotika behandelt werden und bleiben meist ohne Spätfolgen.

FSME

Die andere von Zecken übertragene Infektion ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis, die vor allem unter ihrer Abkürzung FSME bekannt ist. Bei ihr handelt es sich um eine Virus-Infektion. Simon Dally: „Anders als bei Borreliose-Bakterien gibt es gegen die FSME-Viren eine Impfung, sie wird in Risikogebieten vor allem für Personen empfohlen, die sich viel im Freien aufhalten.“

Im Jahr 2016 wurden insgesamt 15.563 Versicherte der AOK Baden-Württemberg aufgrund einer Borreliose-Erkrankung (stationär oder ambulant) behandelt. Betroffen waren 8.702 Frauen und 6.861 Männer. Am häufigsten betroffen ist die Altersgruppe der 55- bis 59-Jährigen und die Gruppe der 75- bis 79-Jährigen. Der Anteil der Betroffenen steigt mit zunehmendem Alter an. Eine Ausnahme bilden Kinder im Alter zwischen fünf und neun Jahren, unter denen der Anteil bereits über dem der 10- bis 14-Jährigen liegt. Ab dem 80. Lebensjahr fällt der Anteil der Betroffenen wieder ab.

Vorbeugung hilft

Wer den Sommer in seinen vier Wänden verbringt, wird keinen Zecken begegnen. Wer sich aber viel im Freien aufhält, sollte sensibel für mögliche Gefahren sein. Zum Schutz vor Stichen und möglichen Infektionen sollten bei Aktivitäten und Aufenthalten auf Wiesen, im Wald, an Waldrändern sowie in Grünanlagen mit Büschen und Bäumen geschlossene Schuhe, lange Hosen und Oberbekleidung mit langen Ärmeln getragen werden. Zusätzlich kann man sich schützen, wenn man die Hosenbeine in die Socken steckt. Hilfreich sind vor allem helle Hosen, weil sich auf ihnen Zecken als dunkle Punkte leicht erkennen lassen.

Zecken entfernen

Wer trotz aller Vorsicht eine Zecke findet, die sich in einer Hautstelle festgesetzt hat, sollte sich so verhalten, wie es AOK-Arzt Dally empfiehlt: „Hat eine Zecke gestochen, sollte sie so schnell wie möglich mit einer Zeckenpinzette oder Zeckenkarte entfernt und die Wunde sorgfältig desinfiziert werden. Dabei sollte die Zecke möglichst nicht gedreht werden. Auf keinen Fall sollte man sie vor dem Entfernen mit Öl oder Klebstoff beträufeln, weil dies dazu führen könnte, dass die Zecke mögliche Krankheitserreger abgibt.“

 

 

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news-2448 Wed, 08 Aug 2018 15:11:45 +0200 EU-weite Umfrage zur Sommerzeit Zeitumstellung kann auch gesundheitliche Folgen haben Erstmals befragt die EU-Kommission in diesem Jahr die gesamte Bevölkerung der Europäischen Union nach deren Meinung zur Zeitumstellung. Die Online-Abstimmung läuft unter https://ec.europa.eu/info/consultations/2018-summertime-arrangements_de noch bis zum 16. August und soll als Grundlage für einen möglichen Vorschlag zur Abschaffung der Sommerzeit dienen. Die Zeitumstellung ist umstritten, denn neben der oftmals angezweifelten Energieeinsparung bringt sie auch erheblichen Aufwand und birgt gesundheitliche Risiken: Probleme mit dem Schlaf, dem Wohlbefinden und der Gesundheit, ausgelöst durch die Zeitumstellung, beeinflussen das tägliche Leben und mindern die Lebensqualität für viele Menschen.

Zahlen der AOK Baden-Württemberg zeigen, dass Schlafstörungen ein weit verbreitetes Problem sind. Im Jahr 2016 waren 187.279 Versicherte der AOK Baden-Württemberg wegen Schlafstörungen in ambulanter oder stationärer Behandlung. Die Krankheitshäufigkeit steigt mit zunehmendem Alter an, Frauen und Männer sind zu etwa gleichen Anteilen betroffen. „Bis zu 20 von 100 Menschen haben Probleme mit dem Ein- oder Durchschlafen. Frauen und ältere Menschen haben besonders häufig Schlafstörungen und auch chronische Schlafprobleme. Sie können aber in jedem Alter auftreten, sogar bei kleinen Kindern“, sagt PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg. „Ein fester Zeitplan und klare Gewohnheiten unterstützen den Schlaf-Wach-Rhythmus. So sollte man möglichst immer zur gleichen Zeit ins Bett gehen und zur gleichen Zeit aufstehen. Grundsätzlich sollte man jedoch erst dann ins Bett gehen, wenn man sich müde fühlt. Entspannungstechniken wie zum Beispiel autogenes Training oder progressive Muskelentspannung müssen zwar zunächst erlernt werden, sind aber langfristig sehr erfolgversprechend.“

Mehr Informationen zum Schlaf der Baden-Württemberger finden Sie in einer Forsa-Umfrage der Südwest-AOK.

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news-2441 Tue, 07 Aug 2018 12:50:28 +0200 Temperaturrekord in Baden-Württemberg Kinder und Babys vor Hitze schützen Die Hitzewelle erreicht ihren vorläufigen Höhepunkt im Südwesten, bis zu 39 Grad werden laut Wetterdienst in der 32. Kalenderwoche erwartet. Diese Temperaturen können die Gesundheit gefährden, bei zu langem und ungeschütztem Aufenthalt im Freien können Hitzschlag, Sonnenstich und Dehydrierung  die Folgen sein.

Ein besonderes Augenmerk sollten Eltern deswegen auf die Babys und Kleinkinder haben, da deren Wärmeregulierungsvermögen noch nicht so stark ausgeprägt ist und ihre Körpertemperatur besonders schnell über 40 Grad ansteigen kann.  „Kleine Kinder toben auch trotz Höchsttemperaturen noch gerne“, so PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg. „Bei Temperaturen über 35 Grad ist es ratsam, das Spielen und Toben im Freien auf die frühen Morgenstunden oder den Abend zu verlegen und die Kinder nie der direkten Sonne auszusetzen“, so Knapstein. „Sonnencremes mit Lichtschutzfaktor 50 und Kopfbedeckung sollten für Kinder draußen Standard sein.“ Außerdem sei es wichtig, auf dem Spielplatz oder auf Autofahrten immer genug Wasser bei sich zu haben und darauf zu achten, dass die ganze Familie genug trinkt. „Mit Säuglingen sollte man, falls möglich, tagsüber während der größten Hitze im Haus bleiben, öfters stillen oder, falls nötig, zusätzlich Wasser oder ungesüßten Fencheltee anbieten“, so Knapstein. Tabu sei es in jedem Fall, Säuglinge oder Kinder allein im Auto zurückzulassen, schon kurze Verzögerungen könnten ausreichen, und es könne für die im Auto Zurückgelassenen lebensgefährlich werden. 

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news-2432 Wed, 01 Aug 2018 15:38:54 +0200 Echter Qualitätswettbewerb: Beihilfe für gesetzlich versicherte Beamte jetzt möglich "Hamburger Modell" ist der richtige Schritt zu echtem Wettbewerb der Krankenkassen In Hamburg erhalten Beamte, die freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert sind, ab heute (1. August 2018) erstmals einen Zuschuss. Die neue Regelung sieht vor, dass das Land wie bei Angestellten nun auch bei Ihren Beamten den halben Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung übernimmt. In Deutschland waren die Beiträge zur GKV von Beamten bisher in allen Bundesländern alleine zu tragen. Darum sehen viele Experten das sogenannte „Hamburger-Modell“ als einen richtigen Schritt zu einem echten Wettbewerb aller Krankenkassen um die beste Qualität. Bei der AOK Baden-Württemberg wird diese Entwicklung sehr positiv gesehen. Die größte Krankenkasse im Südwesten fordert seit Langem mehr Gestaltungsspielraum, der durch die schrittweise Einführung eines integrierten und einheitlichen Versicherungsmarkts ermöglicht wird sowie mehr Qualität in die Versorgung bringt. Beamte versichern sich in Deutschland bisher überwiegend bei einer privaten Krankenversicherung und erhalten, je nach Familiensituation und Bundes- bzw. Landesrecht, 50 bis 80 Prozent der bezahlten Gesundheitsleistungen von ihrem Dienstherrn erstattet. In Hamburg war vor allem ein Motiv für die Neuregelung, dass der Dienstherr sich nicht an den Beiträgen einer gesetzlichen Krankenkasse beteiligt und dies für viele Beamte ein großes Hindernis für die Wahl einer gesetzlichen Krankenkasse darstellt.

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news-2423 Fri, 27 Jul 2018 15:24:36 +0200 AOK Baden-Württemberg übernimmt Hepatitis-B-Impfung Als wichtigster Schutz gegen eine Hepatitis-B-Infektion gilt die Hepatitis-B-Impfung Chronische Hepatitis B und C betreffen 325 Millionen Menschen weltweit und auch in Deutschland sind schätzungsweise bis zu 600.000 Menschen erkrankt. Im Jahr 2017 sind 968 Hepatitis-C- und 876 Hepatitis-B-Nachweise im Südwesten gemeldet worden. Anlässlich des Welt-Hepatitis-Tags am 28. Juli 2018 ruft das Regierungspräsidium Stuttgart zur Impfung gegen Hepatitis auf.

Leberentzündungen durch Hepatitis B- und C-Viren können chronisch werden. Unbehandelt können beide Infektionen zu Leberzirrhose, Leberkrebs und Tod führen. Eine rechtzeitige Diagnose kann dies verhindern. Chronische Hepatitis B ist gut kontrollierbar und Hepatitis C ist heute fast immer heilbar.

Als wichtigster Schutz gegen eine Hepatitis-B-Infektion gilt die Hepatitis-B-Impfung. Die AOK Baden-Württemberg übernimmt die Hepatitis-B-Impfung für ihre Versicherten. Bei „besonders gefährdeten Personengruppen“ ist es eine Pflichtleistung, für alle anderen Personen ist es eine Satzungsleistung.

Die Gesundheitsberichterstattung des Bundes spricht von einer Impfquote der Kinder mit vorgelegtem Impfausweis bei Einschulungsuntersuchungen im Jahre 2016 von 87,3 Prozent.

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news-2420 Fri, 27 Jul 2018 11:53:38 +0200 Feiern ja, Komasaufen nein Zahlen der AOK Baden-Württemberg zeigen Rückgang der jugendlichen Komasäufer In Baden-Württemberg haben seit dieser Woche die Sommerferien begonnen und viele Jugendliche nutzen die freien Tage, um feiern zu gehen, sei es auf dem Sommerfest, im Park, auf einer Aussichtsplattform, auf der Abschlussfahrt mit der Schule oder mit dem Sportverein oder im ersten Urlaub ohne die Eltern. Gefeiert wird dabei oft mit viel Alkohol und ab und zu enden diese Abende dann im Krankenhaus. Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) trinken Jugendliche mit etwa 13 Jahren erstmals Alkohol und erleben ihren ersten Rausch noch vor ihrem 14. Geburtstag. Ein riskanter Alkoholkonsum ist laut Robert Koch-Institut bei knapp 16 Prozent der Jugendlichen zwischen 11 und 17 Jahren festzustellen, regelmäßiges Rauschtrinken bei 11,5 Prozent. Laut einiger Studien gibt es Hinweise darauf, dass Jugendliche, die besonders früh beginnen, Alkohol zu trinken und viel Alkohol konsumieren, ein erhöhtes Risiko haben, im späteren Leben einen problematischen Umgang mit Alkohol oder sogar eine Alkoholabhängigkeit zu entwickeln.

Doch die gute Nachricht ist, dass die Krankenhausaufenthalte bei den jugendlichen Versicherten der AOK Baden-Württemberg aufgrund von Komasaufen in den letzten Jahren kontinuierlich weniger geworden sind. Die Krankenhausfallrate bei jugendlichen Komatrinkern ist in den letzten fünf Jahren um jährlich 4,7 Prozent gesunken. Die schlechte Nachricht ist aber, dass sich Jugendliche noch immer bis zur Besinnungslosigkeit betrinken. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 1.091 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren mit der Diagnose „Komasaufen“ in ein Krankenhaus eingeliefert. „Rauschtrinken ist ein gesundheitlich besonders riskantes Trinkmuster, welches akute Schäden wie Alkoholvergiftungen und Verletzungen sowie Gewalt - auch gegenüber Dritten - verursachen kann. Langfristig können Alkoholabhängigkeit und vielfältige organische Schäden Folgen des Rauschtrinkens sein“, warnt Dr. Jan Paulus, Arzt bei der AOK-Baden-Württemberg.

Weil Jugendliche im Umgang mit Alkohol noch unerfahren sind, ihr Körper aber noch nicht ausgereift ist, sind sie anfälliger für gravierende gesundheitliche Schäden bei einem übermäßigen Konsum. Ihr Körper kann den Alkohol nur sehr langsam abbauen, weshalb schon geringe Mengen zu schweren Schäden und Vergiftungen führen können. Das sogenannte Rauschtrinken stellt dabei ein besonderes Risiko dar. Hinzu können soziale Probleme kommen wie zum Beispiel Schwierigkeiten in der Schule oder Auseinandersetzungen mit Freunden oder Eltern als Folge des Alkoholkonsums im Jugendalter. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts ist bei jungen Männern im Alter zwischen 15 und 29 Jahren jeder vierte Todesfall auf Alkohol zurückzuführen. Bei Frauen in dieser Altersgruppe ist es jeder zehnte Todesfall. Alkohol kann zudem die körperliche und geistige Entwicklung beeinträchtigen und sich nachteilig auf die körperliche Fitness und den Muskelaufbau auswirken.

Die AOK Baden-Württemberg fördert seit Jahren die suchtpräventiven Projekte der kommunalen Suchtbeauftragten in den Stadt- und Landkreisen. Wird ein Jugendlicher mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert, wird nach Möglichkeit noch während des Krankenhausaufenthalts ein Suchtbeauftragter informiert. Dieser kontaktiert dann die betroffenen Jugendlichen, um frühzeitig geeignete und individuelle Suchtpräventionsmaßnahmen einleiten zu können.

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news-2415 Wed, 25 Jul 2018 16:28:38 +0200 Hundstage – Tipps für die heißen Tage Was in den nächsten Tagen und Wochen zu beachten ist und wie man sich bei großer Hitze am besten verhält Jetzt wird es heiß in Deutschland. Am 23. Juli haben die Hundstage begonnen – oft die heißeste Zeit des Jahres und 2018 mit bis zu 35 Grad. Sommerliche Hitzeperioden werden im Volksmund oft Hundstage genannt. Kalendarisch umfassen sie die Zeit vom 23. Juli bis zum 23. August. Diese Wetterperiode wurde nach dem Hundsstern Sirius, dem Hauptstern des Sternbildes „Großer Hund“, am Morgenhimmel benannt, der in der Antike in den Morgenstunden der heißesten Sommertage aufging.  

Freibadbetreiber, Eisverkäufer oder Cabriofahrer freuen sich, doch die hochsommerlichen Temperaturen bergen auch Gefahren, die oftmals tödlich enden können. Laut des Statistischen Landesamtes starben 2017 in den Monaten Juni, Juli und August fast 1.400 Baden-Württemberger aufgrund von Hitze. Todesursachen, die bei Hitze besonders zunehmen, sind insbesondere in den Bereichen „Krankheiten des Kreislaufsystems“, „Psychische und Verhaltensstörungen“ sowie „Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten“ zu finden. Zu den psychischen und Verhaltensstörungen gehört die Todesursache „Demenz“. Davon betroffen sind in der Regel hochbetagte Menschen, bei denen das Durstempfinden gestört sein kann. Viele Patienten mit Demenz werden zu Hause gepflegt. Daher ist es bei anhaltender Hitze wichtig, dass die Pflegenden ein wachsames Auge darauf haben, wie viel der Erkrankte tatsächlich trinkt.

Was in den nächsten Tagen und Wochen zu beachten ist, wie man sich bei großer Hitze am besten verhält und welche Vorsichtsmaßnahmen zu treffen sind, darüber sprachen wir mit Dr. Jan Paulus, Arzt bei der AOK Baden-Württemberg:

Welche Lebensmittel sind geeignet für heiße Tage, welche nicht?
„Wie es in den Mittelmeerländern vorgelebt wird, sind kalte Suppen, Salate und fettarme Gerichte mit viel Gemüse im Sommer eine gute Wahl. Weil bei starker Hitze auch mehr geschwitzt wird, benötigen wir mehr Flüssigkeit als gewohnt. Diese kann zum Teil auch über die Nahrung aufgenommen werden. Dafür eignen sich besonders gut wasserhaltige Obst- und Gemüsesorten wie beispielsweise Melone, Gurke und Tomate. Grundsätzlich enthält Rohkost auch mehr Flüssigkeit als gekochtes Gemüse.“

Welche Getränke sind gut für den Körper?
„Wie auch bei anderen Wetterlagen nimmt man Flüssigkeit am Besten über Wasser zu sich. Das darf gerne auch geschmacklich aufgepeppt werden, zum Beispiel mit einer Scheibe unbehandelter Zitrone oder Limette, einigen Minzblättern oder auch einem Stück Salatgurke. Gut geeignet sind auch ungesüßte Tees, insbesondere Früchte- und Kräutertees, die zudem auch leicht gekühlt gut schmecken. Der Mehrbedarf an Flüssigkeit ist bei großer Hitze nicht zu unterschätzen: Die sonst empfohlenen 1,5 - 2 Liter reichen bei Sommerhitze oft nicht mehr aus. Gesunde können die Trinkmenge daher unbesorgt um einen Liter steigern. Bei bestimmten Erkrankungen, wie beispielsweise einer Herzschwäche oder auch bestimmten Nierenleiden, sollten die Betroffenen unbedingt mit ihrem Arzt klären, ob sie die Trinkmenge steigern sollten und welche zusätzliche Menge für sie verträglich ist."

Welche Kleidung ist besonders bei Hitze geeignet?
„Bei Sommerhitze ist luftige, weite und helle Kleidung aus Naturfasern geeignet. Grundsätzlich wird bei einem Aufenthalt im Freien dazu geraten, zum Schutz vor der Sonne eine Kopfbedeckung zu tragen. Galt das früher vor allem für kleine Kinder und Senioren, gilt diese Empfehlung inzwischen auch für alle anderen Altersgruppen.“

Welchen Menschen macht die Hitze besonders zu schaffen?
„Besonders ältere Menschen können aus unterschiedlichen Gründen gefährdet sein. Manche trinken bei Hitze zu wenig, weil ihr Durstempfinden vermindert ist. Manche haben Vorerkrankungen, zum Beispiel Herzerkrankungen, weshalb ihnen die Hitze besonders zu schaffen macht. Und es gibt Pflegebedürftige, die auf Hilfe angewiesen sind, wenn sie genügend trinken sollen. Hitze und Sonne können aber auch andere Schäden verursachen. Eltern sollten auf ihre Babys und Kleinkinder ein besonders wachsames Auge haben, weil ihr Körper die Temperatur noch nicht so gut regulieren kann. Besonders häufig treten in Hitzeperioden Sonnenstich und Hitzschlag auf. Zu den häufigsten Anzeichen für einen Sonnenstich zählen Kopfschmerzen, Übelkeit mit Erbrechen, eine erhöhte Körpertemperatur bis hin zu leichtem Fieber und ein hochroter und heißer Kopf, aber auch Unruhe, Abgeschlagenheit, Schwäche und Schwindel. Bei einem schweren Sonnenstich können zudem Bewusstseinsstörungen, Nackensteifigkeit und in seltenen Fällen auch Krampfanfälle auftreten. Oft treten diese Beschwerden allerdings erst Stunden nach dem Aufenthalt in der Sonne auf. Typisch für einen Hitzschlag sind Fieber über 40 Grad, ein schneller Puls, Schwindel oder auch Übelkeit. Weil bei einem Hitzschlag der Körper keinen Schweiß mehr produzieren kann, ist die Haut heiß und trocken, möglicherweise auch gerötet. Ein extremer Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall, weil der Kreislauf völlig zusammenbrechen kann. Bei ersten Anzeichen helfen kühlen, ausruhen und trinken. Besonders gefährdet sind Menschen, die sich bei Hitze in engen, schlecht gelüfteten Räumen aufhalten, Sportler, die bei extremer Hitze trainieren und chronisch kranke Menschen. Was auch immer wieder nicht bedacht wird: Keinesfalls sollte man Säuglinge oder Kleinkinder bei Sonne allein im Auto lassen. Das kann sich ganz schnell aufheizen und so zur tödlichen Falle werden.“

Sport: Was ist sinnvoll? Was schadet eher?
„Bei starker Hitze und Sonne ist es auch für Sportler ratsam, stets eine Kopfbedeckung zu tragen. Generell sollte übermäßige Anstrengung zumal in der prallen Sonne vermieden werden. Denn das könnte zu einem Hitzschlag führen. Wer gesund ist, muss aber nicht auf seinen Sport verzichten. Wichtig ist es jedoch, seine Aktivitäten auf morgens oder abends zu verlegen, dann ist es nicht so heiß und die Ozonbelastung niedriger. Grundsätzlich sollte man vor und nach dem Sport ausreichend trinken. Das ist bei Hitze natürlich besonders wichtig.“

Was hilft, um mit der Hitze besser zurecht zu kommen?
„Luftige Kleidung, leichte Kost und ausreichend Flüssigkeit helfen, mit der Hitze besser zurecht zu kommen. Wer sich draußen aufhält, sollte den Schatten suchen. Um sich vor Sonnenbrand zu schützen, sollte man sich bei jedem Aufenthalt im Freien gut mit Sonnenschutzmittel eincremen. Denn auch im Schatten kann man einen Sonnenbrand bekommen. Die Haut vergisst nichts und langfristig gesehen erhöhen Hautschädigungen durch zu viel Sonne das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Auch im Schatten sollten beim Eincremen der Gesichtspartie Ohren und Augenlider nicht vergessen werden. Bei pflegebedürftigen Menschen ist es wichtig, dass Angehörige und Betreuer besonders darauf achten, dass alte Menschen unter Berücksichtigung der bestehenden Erkrankungen ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen.“

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news-2412 Wed, 25 Jul 2018 16:07:13 +0200 Arzneimittel: Importquote ist ein zahnloses Bürokratiemonster „Die Reimportquote schützt das Geschäftsmodell der Reimporteure durch quasi staatlich verordnete Umsatzgarantien“, so Dr. Christopher Hermann am heutigen Mittwoch (25.07.2018) in Stuttgart. „Diese – indirekte – Subventionierung eines Marktteilnehmers bedarf der besonderen Legitimation. Die ist nicht ersichtlich.“ Die Importquote verpflichtet Apotheken, im Bereich rezeptpflichtiger Medikamente zu mindestens fünf Prozent Parallelimporte an ihre Kunden abzugeben. Im Interview spricht sich der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg erneut für ihre Abschaffung aus.

Welche Auswirkungen haben Reimporte auf Patienten im europäischen Ausland wie z. B. Rumänien, Bulgarien, Portugal, wo die Kaufkraft wesentlich geringer ist?
Der Arzneimittelmarkt ist europaweit hoch intransparent. Inwiefern die deutsche Importquote zu Arzneimittelengpässen in anderen EU-Ländern führt, bleibt deshalb im Dunkeln. Fakt ist aber: Die gesetzlichen Krankenkassen versorgen in Deutschland rund 72 Millionen Menschen. Wird deren Arzneimittelbedarf auch durch Importe aus anderen EU-Ländern gedeckt, liegt nahe, dass dies zu Lasten der Versorgung der Menschen in anderen Ländern mit niedrigeren Arzneimittelpreisen geht.

Besteht – auch aufgrund der Importquote – ein Risiko durch gefälschte, gestohlene oder falsch umgepackte Medikamente?
In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Informationen der Behörden, dass gefälschte Arzneimittel über den Weg der Importe in den deutschen Markt gelangt sind. Erst kürzlich deckte das ARD-Magazin Kontraste einen mit hoher krimineller Energie aufgezogenen Betrug mit Krebsmedikamenten aus Griechenland auf – mit nicht absehbaren Folgen für die Patientinnen und Patienten in Deutschland und Griechenland. Insofern ist es durchaus denkbar, dass auch die Importquote ein Einfallstor für gefälschte Arzneimittel ist.

Inwiefern ist die Quote noch ein wirksames Sparinstrument für die Krankenkassen? Wie hoch sind die Einsparungen durch Reimporte bei der AOK?
Für das Gesamtjahr 2017 hat die AOK Baden-Württemberg durch Reimporte ganze 7 Millionen Euro weniger für Arzneimittel ausgeben müssen. Zum Vergleich: Im selben Jahr hat das Unternehmen durch Arzneimittelrabattverträge fast 230 Millionen Euro eingespart. Dies zeigt: Arzneimittelrabattverträge als einziges marktwirtschaftliches Instrument im GKV-Pharmabereich sind auch gleichzeitig der wirksamste Weg, die Ausgaben der Versichertengemeinschaft für Arzneimittel zu dämpfen. Bürokratiemonster aus der planwirtschaftlichen Steinzeit der Arzneimittelausgabensteuerung in der GKV müssen im 21. Jahrhundert endgültig ausgemustert werden.

Was spricht denn überhaupt noch für die Importquote und warum sollte man die Arzneimittelimporte mit einer gesetzlich festgelegten Quote fördern?
Bei ihrer Einführung Anfang des Jahrhunderts war das Ziel der Importquote, das Preisniveau von Arzneimitteln in Deutschland zu senken. Zu diesem Zeitpunkt war die Importquote tatsächlich ein taugliches Instrument. Denn damals gab es bei vielen Wirkstoffen keinerlei funktionierenden Wettbewerb. Das hat sich geändert: Arzneimittelrabattverträge haben bei vielen Arzneimitteln zu ganz anderen Marktgegebenheiten und Preisen geführt. Die Importquote als planwirtschaftliches Instrument ist heute schlicht überflüssig.

Inwiefern würden die Patientinnen und Patienten im Land von einer Abschaffung der Importquote profitieren?
Die Reimportquote bedeutet für alle Beteiligten, vor allem für Apotheker, einen ganz erheblichen bürokratischen Aufwand. Sie müssen zunächst prüfen, ob ein Importarzneimittel, das die Anforderungen der Quote erfüllt, überhaupt verfügbar ist. Andernfalls muss die Apotheke dies auf dem Rezept kenntlich machen, um keinen Malus zu riskieren. Zudem muss die Importquote für jede einzelne Krankenkasse erfüllt werden. Im Sinne der Versorgungsqualität sollten die Apotheker diese Zeit viel eher in die Beratung der Patientinnen und Patienten investieren können.

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news-2411 Wed, 25 Jul 2018 15:45:20 +0200 Hermann unterstützt Becker: Importquote überflüssig Der Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann, und der DAV-Vorsitzende Fritz Becker sind sich einig: Die Importquote bringe nichts, außer Aufwand. Hermann: „Die Quote ist ein bürokratisches Monster und trägt zur dringend notwendigen Transparenz im Markt Nullkommanix bei.“ Und was die effizienten Instrumente zur Steuerung der Arzneimittelausgaben betreffe, ist die Quote weder zweit- noch drittbeste Lösung, sondern Teil des Problems der europaweiten Intransparenz über Versorgungswege und Versorgungssicherheit bei Arzneimitteln. „2017 hat die AOK Baden-Württemberg durch Reimporte ganze 7 Millionen Euro weniger für Arzneimittel ausgegeben, was aber mit jeder Menge überbordender Bürokratie verbunden war. Im selben Jahr führten die Arzneimittelrabattverträge zu Entlastungen von 230 Millionen Euro“, so Hermann weiter. Sein Fazit: „Vermeintliche Steuerungsinstrumente aus der planungswirtschaftlichen Steinzeit gehören nicht ins 21. Jahrhundert, sondern abgeschafft.“

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news-2408 Wed, 25 Jul 2018 14:04:59 +0200 Reha für Ältere? Macht Sinn! Das Landessozialgericht in Stuttgart hat aktuell entschieden: Demenzkranke dürfen nicht per se von Reha-Maßnahmen ausgeschlossen werden. Ein gutes Zeichen! Denn auch ältere Patientinnen und Patienten profitieren – vor allem, wenn die Rehabilitation speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Dies zeigt das Beispiel AOK proReha Geriatrie. Das Behandlungskonzept soll nach einem Oberschenkelhalsbruch vor allem die Menschen wieder fit machen für ihr Leben zuhause, die älter sind und unter mehreren Krankheiten gleichzeitig leiden.

In den Kooperationskliniken erarbeiten die Teams aus Ärzten, Pflegedienst und Therapeuten für jeden Patienten einen individuellen Rehaplan, der auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen fußt – und vor allem sein alltägliches Umfeld in den Mittelpunkt nimmt. Welche motorischen Fähigkeiten sind besonders wichtig? Gilt es, viele Stufen zu steigen? Wohnt der Patient an einem Hang, so dass er häufig Steigungen meistern muss?

Die Erfolge sind erfreulich – insbesondere für die Patientinnen und Patienten. So sank der Anteil der Rehabilitandinnen und Rehabilitanden, bei denen die Rehabilitationseinrichtung nach der Entlassung Probleme sieht, deutlich. Tendenziell können mehr Menschen in ihr gewohntes Umfeld statt ins Pflegeheim entlassen werden. Ein schöner Nebeneffekt: Urininkontinenz kommt deutlich seltener vor, was an besser abgestimmten Medikationsplänen liegt, mit denen die Patientinnen und Patienten die Rehaklinik verlassen.

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news-2407 Wed, 25 Jul 2018 13:04:52 +0200 Beitragssatz der AOK Baden-Württemberg bleibt 2019 im vierten Jahr stabil Der Verwaltungsrat des Unternehmens hat heute (25.07.2018) den weiteren Stabilitätskurs der AOK Baden-Württemberg bestätigt. Angesichts der soliden Haushaltslage mit einem deutlichen Plus 2017 von gut 290 Millionen Euro wird die AOK Baden-Württemberg ihren Beitragssatz 2019 auch im vierten Jahr in Folge bei 15,6 Prozent stabil halten können.

Diese Stabilitätsprognose fußt auf einer Analyse, der die heute aufgrund der absehbaren gesetzlichen Änderungen realistisch abschätzbaren Ausgabenbelastungen zugrunde liegen. Diese sind beherrschbar, weil praxiserprobte Qualitäts- und Ausgabensteuerungsinstrumente konsequent bei der AOK Baden-Württemberg zum Einsatz kommen. Ein Beispiel sind die Arzneimittelrabattverträge, die bei der AOK Baden-Württemberg allein im vergangenen Jahr zu Entlastungen von 230 Millionen Euro führten.

Ein weiterer wesentlicher Stabilitätsfaktor ist der ungebrochene Wachstumskurs der Südwest-AOK. Allein in diesem Jahr ist die Versichertenzahl bereits erneut um 84.000 Kundinnen und Kunden gestiegen. Mit ihrem hohen Versichertenplus steuert die AOK Baden-Württemberg unaufhaltsam auf eine neue Höchstmarke seit Einführung der Wahlfreiheit 1996 von 4,45 Millionen Versicherten zu.

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news-2405 Wed, 25 Jul 2018 09:10:05 +0200 Notaufnahmegebühr? Bessere Strukturen heißt die Lösung! Die AOK Baden-Württemberg lehnt die Forderung der KBV nach einer "Notfallaufnahmegebühr" entschieden ab Die AOK Baden-Württemberg lehnt die jüngste Forderung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) nach einer Gebühr zur Vermeidung überflüssiger Besuche in der Notaufnahme von Kliniken entschieden ab.

Versicherte zu bestrafen ist keine Lösung und die Idee „Praxisgebühr“ ist weder neu noch innovativ. Stattdessen lautet die Aufgabe bessere Strukturen zu schaffen. Ansätze liegen in einer Weiterentwicklung der Honorarregelungen für ambulante Ärzte sowie der Krankenhaus- und Rettungsdienstfinanzierung, um Fehlanreize in den Ambulanzen zu vermeiden. Hierzu gehört auch eine qualitativ hochwertige Steuerung der Patienten auf die richtige Versorgungsstufe.

Die Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) in Baden-Württemberg zeigt, dass es auch ohne finanzielle Zwangsmaßnahmen geht, die Versicherten besser im Versorgungssystem zu steuern. Die AOK Baden-Württemberg stärkt in der HZV die zentrale Steuerungs- und Koordinierungsfunktion der rund 4.000 teilnehmenden Haus- und Kinderärzte. Diese steuern nachhaltig die rund 1,6 Millionen Patientinnen und Patienten, die in der HZV eingeschrieben sind, auch hinsichtlich der Inanspruchnahme fachärztlicher Leistungen.

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news-2396 Mon, 16 Jul 2018 14:47:38 +0200 Zumeldung - Modellvorhaben Sektorenübergreifende Versorgung Sektorenunabhängige Versorgung auf Grundlage effizienter und qualitätsorientierter Strukturen ist im Interesse der Menschen Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, bewertet die heute (16.07.2018) vorgestellten Ergebnisse des Modellprojekts des Ministeriums für Soziales und Integration zur sektorenübergreifenden Gesundheitsversorgung positiv: „Wir begrüßen sehr das integrierte Vorgehen, das dem Projekt zugrunde liegt. Die Ergebnisse bestätigen die Erfahrungen der AOK Baden-Württemberg: Eine für Baden-Württemberg und seine Regionen maßgeschneiderte sektorenunabhängige Versorgung auf Grundlage effizienter und qualitätsorientierter Strukturen ist im Interesse der Menschen die richtige Antwort auf die sich wandelnde Gesellschaft. Im zehnten Jahr unseres Haus- und Facharztprogramms erleben 1,6 Millionen Versicherte tagtäglich, wie viel besser Versorgungspfade sind, die von den starren Grenzen der Sektoren befreit sind.“

Dies haben alle unsere bisherigen wissenschaftlichen Evaluationen des Haus- und Facharztprogramms gezeigt. Der nächste Schritt müsse nun die Digitalisierung sein. Denn die Vernetzung von Menschen kombiniert mit der Vernetzung von Daten lege die Voraussetzung für ein erfolgreiches Zusammenspiel der Bereiche ambulante und stationäre Versorgung, Pflege, Prävention und Rehabilitation. „Um innovative Versorgung zu gewährleisten, müssen die ordnungspolitischen Weichen klar in Richtung Qualitätswettbewerb gestellt und regionale Versorgungssteuerung seitens der Politik weiter gefordert und gefördert werden“, so der AOK-Chef.

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news-2362 Wed, 04 Jul 2018 11:51:53 +0200 Teledermatologie: Zukunftsweisende digitale Vernetzung zwischen Haus- und Hautarzt Schneller Informationsaustausch zwischen Haus- und Facharzt Keine Überweisung oder Terminsuche, kein langwieriges Anreisen oder Wartezeiten, stattdessen ein schneller Informationsaustausch zwischen Haus- und Facharzt – die Telemedizin eröffnet neue Möglichkeiten, die medizinische Versorgung insbesondere auf dem Land zu verbessern. Hierzu zählt das seit 01. Juli 2018 gestartete Projekt TeleDerm, von dem Patientinnen und Patienten mit Hauterkrankungen oder -veränderungen profitieren. Das Verfahren ist einfach: In der Hausarztpraxis wird unter Einhaltung des Datenschutzes die veränderte Hautstelle fotografiert und die Bilder übers Internet dem Hautarzt übermittelt. Innerhalb von 48 Stunden erhalten die Patientinnen und Patienten von ihrem Hausarzt eine Diagnose, auch die weitere Therapie wird in der Hausarztpraxis durchgeführt. „Das Projekt mit seiner digitalen Technik ermöglicht eine schnellere Behandlung und bringt im Rahmen der Hausarztzentrierten Versorgung die Vernetzung der Versorgungsebenen zwischen Haus- und Facharzt voran“, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. „In Verbindung mit einem vertrauensvollen Patient-Arzt-Verhältnis kann hier die Technik ihr positives Potenzial voll entfalten“, so der AOK-Chef weiter.

 

In dem zum 01. Juli 2018 angelaufenen Projekt TeleDerm wird nun ein Jahr lang beobachtet, in welchem Maß die Zahl der Überweisungen an Dermatologen durch die digitale Vernetzung im Vergleich zu einer Kontrollgruppe zurückgeht. Des Weiteren wird erhoben, inwieweit die Wartezeiten beim Hautarzt für jene Kranken sinken, die auf eine fachärztliche Versorgung angewiesen sind. Untersucht wird auch, wie zufrieden Patientinnen und Patienten sowie Ärztinnen und Ärzte mit dieser Versorgungsform sind. Insgesamt 50 Praxen, die an der Hausarztzentrierten Versorgung teilnehmen, beteiligen sich in den vier Landkreisen Böblingen, Calw, Rottweil und Zollernalb an TeleDerm. Die Praxen sind bereits mit der notwendigen Technik ausgestattet, die von geschultem Personal eingesetzt wird. Seit dem 1. Juli können teilnehmende Hausärzte zusammen mit den Bildern und Beschwerdebefunden über eine sichere Datenleitung Rat von Dermatologen anfordern. Gefördert wird das Projekt aus dem Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses. Ergebnisse werden bis Mitte 2020 erwartet.

 

Das Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung des Universitätsklinikums Tübingen ist die projektführende Institution. Für Projektleiterin Prof. Dr. Stefanie Joos, Allgemeinmedizinerin sowie Ärztliche Direktorin des Instituts, liegen die Vorteile für Arzt und Patient auf der Hand: „Die Betroffenen müssen weder lange auf einen Facharzttermin warten, noch weite Wege in Kauf nehmen. In den meisten Fällen können sie dank Teledermatologie eine zuverlässige Diagnose und Therapieempfehlungen auch bei ihrem Hausarzt erhalten.“

 

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news-2349 Wed, 27 Jun 2018 14:57:28 +0200 AOK Baden-Württemberg zum zweiten Sondergutachten Morbi-RSA Weiterentwicklung durch mehr regionalen Versorgungswettbewerb Die AOK Baden-Württemberg sieht angesichts der jetzt bekannt gewordenen ersten Ergebnisse aus dem zweiten Sondergutachten des wissenschaftlichen Beirats zur Weiterentwicklung des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs (Morbi-RSA) beim Bundesversicherungsamt keinen grundsätzlichen und kurzfristigen Änderungsbedarf.

Laut AOK Baden-Württemberg müssten Krankenkassen jetzt deutlich mehr Versorgungswettbewerb in den Regionen praktizieren. Nur auf die Ausgleichswirkungen des Morbi-RSA zu vertrauen, könne längst nicht mehr genügen. Hier sei echtes Management gefragt, vor Ort bessere Versorgungsqualität, effizientere und vernetzte Strukturen zu schaffen. Nur so gelangen Patientinnen und Patienten wirklich in den viel beschworenen Mittelpunkt des Geschehens.


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news-2346 Tue, 26 Jun 2018 11:05:10 +0200 Weltdrogentag 2018 "Zu 100 Prozent vermeidbar!" Den 26. Juni hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen bereits im Jahr 1987 zum "Weltdrogentag" ernannt, um auf den Missbrauch von Substanzen aufmerksam zu machen, die Abhängigkeiten erzeugen können. Entsprechend umständlich liest sich denn auch der volle Name des Aktionstags: "Internationaler Tag gegen Drogenmissbrauch und unerlaubten Suchtstoffverkehr" ("International Day against Drug Abuse and Illicit Trafficking").

Mit eigenen Zahlen kann die AOK Baden-Württemberg ein breites Spektrum des Drogenkonsums belegen: Im Jahr 2017 erhielten insgesamt 3.097 ihrer Versicherten im Krankenhaus eine Spezifische Qualifizierte Entzugsbehandlung und hatten zusätzlich mindestens eine Haupt- oder Nebendiagnose auf psychische Störungen und Verhaltensstörungen durch Opioide, Cannabinoide, Kokain, andere Stimulanzien (vor allem Methamphetamin), Halluzinogene oder multiplen Substanzgebrauch. 451 Versicherte der AOK Baden-Württemberg haben 2017 eine Sucht-Rehabilitation durchgeführt, worunter auch Maßnahmen des Alkoholentzugs subsumiert werden.

Schädigungen durch Drogen gehören zu den wenigen gesundheitlichen Risiken, die Menschen ebenso bewusst wie vollständig verhindern können. Im gesamten Gesundheitswesen nehmen Schädigungen durch Drogenkonsum damit eine Sonderstellung ein: "Eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien demonstriert die gravierenden Folgen des Drogenkonsums – und dazu zählen auch legale Drogen wie Alkohol und Tabak - in der Schwangerschaft", sagt Dr. Manuela Pfinder vom Fachbereich Gesundheitsförderung der AOK Baden-Württemberg. "Die durch den Drogenkonsum verursachten irreversiblen Schädigungen bei Embryo und Fötus sind zu 100 Prozent vermeidbar. Aus diesem Grund beginnt Prävention dort, wo menschliches Leben beginnt, nämlich bereits in der pränatalen Phase.“

Website der Vereinten Nationen zum Weltdrogentag

 

 

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news-2339 Thu, 21 Jun 2018 11:19:20 +0200 Behandlungsfehler Schicksal oder Kunstfehler: Was tun, wenn die Behandlung nicht erfolgreich ist? Jede Krankheit bedeutet eine große Belastung für die betroffenen Patienten - physisch wie auch psychisch. Besondere Belastungen treten auf, wenn die Behandlung, die eigentlich als heilende Maßnahme gedacht ist, nicht ordnungsgemäß durchgeführt wird. Schlimmstenfalls geht es den Betroffenen in so einem Fall hinterher schlechter als vorher.

Rund 1.500 vermutete Behandlungsfehler sind im Jahr 2016 bei der AOK Baden-Württemberg aufgelaufen, 2017 waren es dann etwa 1.650. Davon wurden 799 Fälle auf Wunsch der Versicherten überprüft (2016: 761 Fälle). In 29 Prozent der untersuchten Fälle hat sich der Verdacht auf einen Behandlungsfehler tatsächlich erhärtet. Die Zahlen der auffälligen und untersuchten Vorfälle steigt in den letzten Jahren kontinuierlich, was zumindest darauf hindeutet, dass  Patienten dem Thema zunehmend sensibler begegnen.

Faktenbox zum Thema Behandlungsfehler (pdf-Dokument)

Wenn die ärztliche Kunst versagt, brauchen Patienten Hilfe. Experten der AOK Baden-Württemberg beraten Versicherte und bieten konkrete Hilfe für die  möglichen weiteren Schritte an. Die AOK Baden-Württemberg betreut ihre Versicherten über das AOK-MedTelefon unter der zentralen Rufnummer 0800 1050501. Kontaktieren können sie die AOK-Experten außerdem unter der Adresse behandlungsfehler@bw.aok.de per E-Mail.

Expertin zum Thema Behandlungsfehler ist Denise Juraske von der AOK Baden-Württemberg. In unserem Audio-Beitrag erklärt sie, was Versicherte tun sollten, wenn sie den Verdacht haben, dass ihr Arzt oder das Pflegepersoanl einen Fehler gemacht haben könnten.

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news-2321 Wed, 13 Jun 2018 11:59:38 +0200 TK und AOK Baden-Württemberg sprechen sich für einheitliche Gesundheitsakte aus Baas und Nesch auf Digital Health Summit Die Techniker Krankenkasse (TK) und die AOK Baden-Württemberg setzen sich für eine Standardisierung der Gesundheitsakten für Versicherte in Deutschland ein. Gemeinsames Ziel sei es, dass alle Aktenlösungen einheitlichen technischen Standards folgten, forderten Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK, und Siegmar Nesch, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, auf dem Digital Health Summit der CEBIT. Nur so sei gewährleistet, dass die unterschiedlichen Lösungen der Krankenkassen miteinander kompatibel sind und sich keine Insellösungen etablieren.

 

Das gemeinsame Ziel von TK und AOK Baden-Württemberg ist es, die Akteure im Gesundheitswesen über die Sektorengrenzen hinweg zu vernetzen, und so die Versorgung der Versicherten zu optimieren. Bislang liegen medizinische Daten isoliert voneinander bei Ärzten, Krankenhäusern, Therapeuten oder Krankenkassen. Diese Daten bieten jedoch nur einen Mehrwert für die Versorgung der Versicherten, wenn sie sinnvoll zusammengeführt und genutzt werden können. Das bedeutet, dass die Versicherten die Datenhoheit über ihre persönlichen Gesundheitsinformationen besitzen müssen, um selbst bestimmen zu können, wann sie wem Zugriff darauf gewähren. Damit diese digitale Vernetzung aller Akteure im Gesundheitswesen möglich wird, müssen die bestehenden technischen Lösungen sinnvoll zusammengeführt werden.

 

"Es ist gut, dass Krankenkassen hier die Führungsposition übernommen haben und das Thema Gesundheitsakte voranbringen", sagt Dr. Jens Baas. Das dürfe aber nicht zu einer Vielzahl von Einzellösungen führen. "Die Digitalisierung macht dort Sinn, wo sie den Versicherten und ihrer Gesundheitsversorgung einen Mehrwert bringt. Die großen Potenziale der Digitalisierung können wir heben, wenn wir gemeinsam auf die Kompatibilität der technischen Lösungen setzen", sagt Siegmar Nesch. Es sei wichtig, dass Aktenlösungen und Gesundheitsnetzwerke so gestaltet werden, dass die Daten portabel sind. "Wir schaffen offene Standards, sodass ein Versicherter seine Daten bei einem Kassenwechsel problemlos mitnehmen kann", sagt Baas. Um es Versicherten zu ermöglichen, ihre Gesundheits- und Krankheitsdaten strukturiert und übersichtlich an einem Ort zu speichern und selbst zu managen, hat die TK gemeinsam mit IBM den digitalen Datentresor TK-Safe entwickelt. Über ihr Smartphone können TK Versicherte sicher auf ihre Gesundheitsinformationen zugreifen und ihre Daten verwalten.

 

Die AOK-Gemeinschaft hat in den Modellregionen Mecklenburg-Vorpommern und Berlin ihr digitales Gesundheitsnetzwerk gestartet. Über die Plattform können Patienten, niedergelassene Ärzte und Kliniken Gesundheitsdaten digital miteinander austauschen. Es schafft damit die technische Grundlage für die sektorenübergreifende Vernetzung. Der Versicherte bleibt dabei jederzeit Herr seiner Daten, die nur fließen, wenn er sein Einverständnis für den Datenaustausch gegeben hat. „Starke Vernetzung der Patienten mit ihren Ärzten und den Ärzten untereinander, mehr Qualität und klare Struktur sind das Gebot der Stunde und dies kann durch digitale Anwendungen enorm befördert werden“, so Nesch.

 

 

 

Hinweis für die Redaktionen:

Die Techniker Krankenkasse und die AOK-Gemeinschaft versichern rund 37 Millionen Menschen in Deutschland. Das entspricht etwa jedem zweiten gesetzlich Versicherten in Deutschland.

 

 

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news-2317 Tue, 12 Jun 2018 16:55:13 +0200 AOK-Chef fordert allgemeinverbindliche Tarifverträge in der Pflege Fachkräftemangel - ein großes Problem in vielen Pflegeeinrichtungen. Damit sich daran etwas ändere, müssten die in der Pflege tätigen Mitarbeiter mindestens den tariflich festgelegten Lohn bekommen, fordert Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg: "Ich halte es für richtig, wenn die Politik endlich das Thema angeht, Tarifverträge in der Pflege für allgemeinverbindlich zu erklären, denn in der Tat ist es so, dass die Tarifpartner von sich aus hierzu keine adäquate Vereinbarung hinkriegen."

Der AOK-Chef kommentiert damit die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des SWR, der im Mai 2018 eine telefonische Umfrage unter 1.009 Deutschen ab 18 Jahren durchgeführt hat. 78 Prozent der Befragten gaben darin an, sie seien bereit, mehr Geld in die Pflegeversicherung einzuzahlen, wenn dies zu einer spürbaren Verbesserung der Pflege beitrage.

Hermann sieht die Bezahlung aber nicht als den einzigen wichtigen Punkt. Mittelfristig gehe es vor allem auch darum, über das neue Pflegeberufegesetz die Qualität der Ausbildung für Pflegekräfte zu stärken.

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news-2299 Tue, 05 Jun 2018 09:23:14 +0200 Zahl möglicher Behandlungsfehler steigt um 10 Prozent AOK Baden-Württemberg hilft Versicherten bei Verdachtsfällen Rund 1.650 vermutete Behandlungsfehler (2016: 1.500) sind bei der AOK Baden-Württemberg im Jahr 2017 aufgelaufen – ein Plus von 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Davon wurden 799 Fälle auf Wunsch der Versicherten (2016: 761) geprüft und in 29 Prozent dieser Fälle (2016: 21 Prozent) hat sich der Verdacht auf einen Behandlungsfehler erhärtet. Auch beim Medizinischen Dienst der Krankenversicherung Baden-Württemberg stieg die Zahl der Verdachtsfälle um über 11 Prozent: 2017 wurden im Auftrag der Krankenkassen 4.751 Fälle (2016: 4.262) gutachterlich auf einen Behandlungsfehler geprüft. Demnach hinterfragen Patientinnen und Patienten bei entsprechendem Verdacht medizinische Leistungen öfter und nehmen dabei die Beratung der gesetzlichen Krankenkassen in Anspruch. „Experten der AOK Baden-Württemberg unterstützen unsere Versicherten bei einem möglichen Behandlungsfehler und bieten neben der Beratung konkrete Hilfe bei möglichen weiteren Schritten“, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. „Dass Versicherte diese Unterstützung stärker als bisher annehmen, spiegelt die wachsende Sensibilisierung für dieses Thema wider.“

Nach einer medizinischen Behandlung soll es Patienten bessergehen und im Idealfall können sie geheilt werden. Bleibt beides aus, kann es auch an einem Behandlungsfehler liegen. Ein Behandlungsfehler liegt zum Beispiel dann tatsächlich vor, wenn eine durchgeführte Maßnahme nicht dem medizinischen Standard ent-spricht oder die berufsfachliche Sorgfalt vermissen lässt. Das kann durch mangelnde Aufklärung im Patientengespräch, bei der Diagnostik, bei der Therapieauswahl, der Behandlung selbst oder bei der Koordinierung und Überwachung eines Eingriffs auftreten. Bereits seit mehr als 16 Jahren hilft die AOK Baden-Württemberg bei Verdachtsfällen ihren Versicherten und hat bisher bei 8.500 möglichen Behandlungsfehlern fachlich beraten.

In den erhärteten Verdachtsfällen werden neutrale fachärztliche Gutachten von der AOK Baden-Württemberg in Auftrag gegeben, die den Versicherten kostenfrei zur Verfügung stehen. Besonders oft müssen sich die beauftragten Fachgutachten mit Fällen aus Orthopädie/Unfallchirurgie (23 Prozent) und Allgemeiner Chirurgie (21 Prozent) auseinandersetzen. Danach folgen Zahnheilkunde (inklusive Mund/Kiefer/Gesichts-Chirurgie) mit 11 Prozent sowie Innere Medizin und Frauenheilkunde/Geburtshilfe mit jeweils 8 Prozent.

Einen Anspruch auf Schadenersatz haben Versicherte, wenn ein Behandlungsfehler ursächlich für einen gesundheitlichen Schaden ist. Die Beweislast liegt dabei beim Versicherten. „Eine erleichterte Beweisführung ist immer wieder in der Diskussion, ist aber bisher von der Politik nicht aufgegriffen worden“, ergänzt Hermann.

Hinweis an die Redaktionen:
Bei einem Verdacht auf Behandlungsfehler helfen die Experten der AOK Baden-Württemberg ihren Versicherten, klären den Sachverhalt und zeigen Möglichkeiten für das weitere Vorgehen auf. Kontakt: Denise Juraske, Telefon 0711 2593-723, E-Mail denise.juraske@bw.aok.de

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news-2297 Tue, 05 Jun 2018 08:57:03 +0200 Zumeldung zum Arztreport der Barmer Psychische Erkrankungen bei jungen Erwachsenen auf konstantem Niveau Insgesamt wurden 2016 64.236 Versicherte der AOK Baden-Württemberg im Alter zwischen 18 und 25 Jahren aufgrund einer psychischen Erkrankung stationär oder ambulant behandelt. Das entspricht einem Anteil von 14,9 Prozent. Von 2014 bis 2016 ist die Zahl derjenigen, die aufgrund einer psychischen Erkrankung behandelt wurden, nahezu konstant geblieben (0,6 Prozent jährliche Steigerung). Lediglich bei den jungen Männern gab es einen leichten Anstieg (1,86 Prozent).

Mit rund 40.000 Diagnosen nehmen Depressionen 2016 bei den 18- bis 25-Jährigen einen hohen Stellenwert ein. Diese Zahl schließt einmalige depressive Episoden ebenso ein wie wiederkehrende Depressionen.
Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen folgen mit rund 29.500 Diagnosen. Hinter dieser Diagnose können sich höchst unterschiedliche Ausprägungen verbergen. Das reicht von Belastungsreaktionen, die beispielweise nach einem Unfall auftreten können, über Anpassungsstörungen, wie sie sich zum Beispiel nach einem Wechsel von der Schule an die Universität einstellen können, bis hin zu schweren posttraumatischen Belastungsstörungen.
Angststörungen wurden 2016 bei rund 23.000 der 18- bis 25-jährigen AOK-Versicherten in Baden-Württemberg diagnostiziert.

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news-2290 Tue, 29 May 2018 15:13:16 +0200 Immer mehr hochpreisige Medikamente Ein Jahr nach Einführung des „Gesetzes zur Stärkung der Arzneimittelversorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung" (AMVSG) wird deutlich: der Umsatzanteil der Hochpreis-Arzneimittel wächst weiter rasant.  Die Ausgaben für teure Präparate mit einem Apothekenverkaufspreis von mehr als 500 Euro pro Packung sind bei der AOK Baden-Württemberg von 2012 bis 2017 um 66 Prozent gestiegen, die Anzahl der Verordnungen hingegen wuchs lediglich um 21 Prozent. 2017 machten Hochpreismedikamente bereits mehr als 40 Prozent der Netto-Arzneimittelausgaben der AOK Baden-Württemberg aus, 2012 waren es noch 29 Prozent.

Grund hierfür: Die Hersteller setzen im ersten Jahr nach der Zulassung den Medikamentenpreis selbst fest. Auch wenn später festgestellt wird, dass der Preis nicht angemessen war, ist die Differenz zwischen „Mondpreis“ und angemessenem Preis durch den Hersteller grundsätzlich nicht zurück zu zahlen. Der Plan, den späteren Erstattungspreis ab einer Umsatzschwelle von 250 Millionen Euro im ersten Jahr rückwirkend gelten zu lassen, wurde im parlamentarischen Verfahren fallengelassen und trat nicht in Kraft.

Ein anderes Instrument könnte dem Ausgabenanstieg sinnvoll entgegenwirken und gleichzeitig einen Anreiz für Hersteller schaffen, um innovative Arzneimittel zu entwickeln: durch eine rückwirkende Festlegung des Erstattungsbetrages nach der Nutzenbewertung könnten Hersteller nur noch für echte Innovationen hohe Preise durchsetzen. Der Grundsatz „der Preis folgt dem (Zusatz-) Nutzen“ würde dann gelten.

 

 

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news-2259 Fri, 18 May 2018 09:38:57 +0200 Notfallversorgung Zuallererst Frage der Qualität, nicht des Geldes Wer in Deutschland als Notfall in ein Krankenhaus eingeliefert wird, hat das Recht, bestmöglich versorgt zu werden. Je nach Art des Notfalles soll die stationäre Versorgung der Patienten deshalb zukünftig in Krankenhäusern der verschiedenen Notfallstufen stattfinden. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat kürzlich ein Konzept vorgelegt, das entsprechende Qualitätsmerkmale festlegt.

Mit dem Notfallstufenkonzept hat der G-BA den gesetzlichen Auftrag aus dem Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) vom 01.01.2016 umgesetzt, ein System von Notfallstrukturen, einschließlich einer Stufe für die Nichtteilnahme an der Notfallversorgung festzulegen. Je nach Einordnung in die Stufen bekommen die Krankenhäuser Zuschläge oder im Fall der Nichtteilnahme an der Notfallversorgung Abschläge. Damit werden die an den jeweiligen Stufen orientierten Aufwendungen für die Notfallversorgung zielgerichtet finanziert.

Die konkrete Ausgestaltung legen GKV-Spitzenverband und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) in einer Vereinbarung auf Bundesebene fest. Die Beratungen zur Ausgestaltung von Vergütungszu- und -abschlägen haben gerade erst begonnen. Von den Abgeordneten ein Gesetz für die Verhinderung von Abschlägen für die Krankenhäuser einzufordern, die zukünftig nicht an der Notfallversorgung teilnehmen, wie es die DKG aktuell tut, ist unseriös.

Es ist im Interesse der Patienten, wenn sie darauf vertrauen können, im Notfall in einem Krankenhaus versorgt zu werden, das dafür personell und apparativ gut ausgestattet ist und dafür auch die nötige Vergütung erhält.

Bisher gab es keine Notfallstufen. Die Krankenhäuser haben selbst entschieden, ob sie an der Notfallversorgung teilnehmen oder nicht, auch, ob sie sich kurzfristig von der Notfallversorgung abmelden. Die Aufwendungen für die Notfallversorgung der Patienten war in den Fallpauschalen abgebildet. 

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news-2258 Thu, 17 May 2018 14:26:29 +0200 Zumeldung - Cannabis-Report Aktuelle Zahlen und Einschätzungen zum Gesetz Cannabis als Medizin. Seit Inkrafttreten des Gesetzes „Cannabis als Medizin“ am 10.03.2017 sind bei der AOK Baden-Württemberg insgesamt 1745 Anträge eingegangen. Die aktuelle Genehmigungsquote liegt bei 82,5 %. Alle eingehenden Anträge werden sorgfältig geprüft und in der Regel dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) zur Begutachtung vorgelegt. Dieser begutachtet die Anträge nach einem einheitlichen verbindlichen Begutachtungsleitfaden. Die für die Begutachtung beim MDK notwendigen Angaben werden mit einem Arztfragebogen (https://www.kvbw-admin.de/api/download.php?id=2740) beim Vertragsarzt angefordert.

Knapp die Hälfte aller Anträge wurden zur Behandlung von unterschiedlichsten Schmerzzuständen gestellt. Bei Krebserkrankungen werden neben der Behandlung von Schmerzen auch häufig Anträge für die Behandlung der Kachexie oder chemotherapieinduziertem Erbrechen gestellt. Eine weitere wesentliche Indikationen ist die Behandlung von Spastiken bei Multipler Sklerose. Auch bei psychiatrischen Krankheitsbildern werden Therapieversuche unternommen. Darüber hinaus findet sich noch eine Vielzahl weiterer Erkrankungen.

„Bis auf einige Ausnahmen gibt es für die meisten anderen potenziellen medizinischen Anwendungsgebiete von Cannabinoiden derzeit nur wenig Evidenz“, sagt Susanne Braun, Apothekerin bei der AOK Baden-Württemberg. Um Erkenntnisse über die Wirkung von Cannabis zu medizinischen Zwecken zu gewinnen und somit eine Grundlage für die Entscheidung über die dauerhafte Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkasse zu haben, wurde die Teilnahme an einer nicht interventionellen anonymisierten Begleiterhebung verpflichtend in das Gesetz aufgenommen. „Aufgrund des fehlenden Wirkungsnachweises lässt das Gesetz bisher auch keine Einschränkung auf bestimmte Indikationen zu. Deshalb erachten wir die Begleiterhebung und deren Ergebnisse als besonders wichtig“, sagt Braun.

Bei den genehmigten Anträgen verteilen sich die Darreichungsformen wie folgt: Cannabisblüten: 33 %, Dronabinol (Tropfen, Kapseln): 56 % und Fertigarzneimittel (Sativex®, Canemes®): 11 %. Susanne Braun: „Viele Ärzte bevorzugen die Verordnung von Dronabinol und Fertigarzneimitteln, da die Anwendung für den Patienten einfacher ist und die Therapie besser gesteuert werden kann.“

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news-2229 Wed, 02 May 2018 16:12:12 +0200 Zumeldung - 2.000 Ärzte fordern Maßnahmen gegen Fehlernährung Die AOK Baden-Württemberg unterstützt die Initiative der Ärzte Die AOK Baden-Württemberg unterstützt die Initiative der Ärzte, von der Bundesregierung wirksame Maßnahmen gegen Fehlernährung zu fordern. „Unsere Zahlen zeigen, dass Versicherte, die bereits rund um ihren 30. Geburtstag krankhaft übergewichtig sind und eine Diabetesdiagnose haben, in den folgenden 10 bis 15 Jahren deutlich häufiger als Nicht-Diabetiker zusätzlich Bluthochdruck, Erkrankungen des Herzens, des Blutgefäßsystems sowie der Gelenke entwickeln und an einer Depression erkranken“, sagt Privatdozentin Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg und Ernährungsmedizinerin. Von den rund 423.000 Diabetikern, die 2016 bei der AOK Baden-Württemberg versichert waren, hatten mehr als 145.000 krankhaftes Übergewicht (Adipositas). Das ist mehr als jeder Dritte.

„Mehr als 90 von 100 Diabetikern haben Diabetes Typ 2. Mit dem Anstieg von Überernährung und Bewegungsmangel in der Gesellschaft steigt auch die Zahl der Typ-2-Diabetiker deutlich an“, betont PD Dr. Sabine Knapstein. Um körperlichen Schäden wie zum Beispiel Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und weiteren Erkrankungen wirksam vorzubeugen, haben Gewichtsnormalisierung und körperliche Aktivität hohe Priorität. „Umso wichtiger ist es, früh die Grundlagen für eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung zu legen. Dafür ist es notwendig, zu Verhaltensänderungen zu motivieren sowie Eltern und Kindern die entsprechende Gesundheitskompetenz zu vermitteln“, erklärt PD Dr. Sabine Knapstein.

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news-2222 Fri, 27 Apr 2018 16:16:38 +0200 Wissenschaftliche Forschung belegt: Versorgungssicherheit durch Arzneirabattverträge gewährleistet Kein Zusammenhang zwischen Lieferengpässen und Rabattverträgen Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) hat am Freitag (27.04.2018) die Effizienz der Arzneirabattverträge eindeutig bestätigt. Für Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg und Verhandlungsführer für die bundesweiten AOK-Arzneirabattverträge, profitiere gerade die Versorgungssicherheit von einem geregelten Arzneimittelmarkt: „Entgegen ständig wiederholter Aussagen der Pharmalobby gibt es keinen Zusammenhang zwischen Lieferengpässen und exklusiven Rabattverträgen.“ Die von den Herstellern gemeldeten Lieferengpässe betreffen fast ausschließlich den Klinikbereich, in dem es keine Rabattverträge gebe. Im rabattvertragsgeregelten ambulanten Arzneimittelmarkt sei dagegen die Lieferfähigkeit ausgezeichnet. Lediglich bei 0,6 Prozent der abgegebenen Fertigarzneimittel dokumentierten die Apotheken ein Lieferversagen des Herstellers und geben dann ein gleichwertiges, austauschbares Arzneimittel ab.

 

Auch jüngsten Forderungen nach einer generellen Ausschreibung von Rabattverträgen unter drei Anbietern (Mehrfachausschreibung/Mehrpartnermodell) erteilt Hermann eine Absage. Zwei Bundesländer übernähmen damit unreflektiert die Argumente der Pharmahersteller, die durch Mehrpartnermodelle den Wirkmechanismus der Rabattverträge aushebeln wollten. Die WIdO-Forschung weise nach, dass seit Einführung der Rabattverträge die Marktkonzentration deutlich abgenommen habe. „Mehrpartnermodelle hingegen fördern genau jene Marktkonzentration, die die Politik eigentlich bekämpfen möchte. Gerade kleinere Unternehmen können in einem Mehrpartnermodell ihren Absatz und damit ihren Angebotspreis nicht planen und werden so aus dem Markt verdrängt“, erklärt Christopher Hermann.

 

Unter marktwirtschaftlichen Aspekten – so Hermann weiter – sei das Interesse führender Pharmahersteller an möglichst hohen Arzneimittelpreisen sicher nachvollziehbar, die Politik jedoch sei besser beraten, wenn sie sich gemeinsam mit der Gesetzlichen Krankenversicherung für die Interessen der Versicherten einsetze. Hermann weiter: „Die AOKs haben 2017 durch ihre Arzneimittelrabattverträge über 1,6 Milliarden Euro eingespart und diese Gelder wieder in die Versorgung ihrer Versicherten investiert. Unsere Ausgaben für Medikamente sind 2017 nur um 0,9 Prozent je Versichertem gestiegen, der GKV-Schnitt liegt bei 2,8 Prozent. Hohe Preise sind also nicht in Stein gemeißelt, auch wenn viele Anbieter das gerne so sehen würden.“

 

Pressemeldung des WIdO als pdf-Download

 

 

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news-2216 Wed, 25 Apr 2018 09:52:05 +0200 Serie Stress: Stressforscher: "Druck annehmen und aushalten lernen" Statistiken zeigen: Stress ist ein breites gesellschaftliches Phänomen, das sich durch alle Bevölkerungsgruppen zieht. Ob als Arbeitnehmer, als Eltern oder als Popstar – wachsende Anforderungen an Flexibilität und Leistungsfähigkeit und das Risiko der Überforderung können jeden treffen: „Grundlage der menschlichen Psyche ist es, sozial eingebunden zu sein. Doch unsere heutige, sehr mobile Welt kann zwischenmenschliche Netzwerke gefährden“, so Prof. Martin Bohus vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim. Stressforscher Bohus warnt allerdings davor, Drucksituationen gänzlich aus dem Weg zu gehen. Denn sie könnten auch positiv wirken: „Wenn man die Erfahrung macht, dass man Belastungen durchstehen und lösen kann, verbessert man seine Stressresistenz.“ Sein Rat: „Raus aus der psychischen Schonhaltung. Auf sich selbst achten, Nein sagen lernen - klar. Aber auch Ja sagen lernen und Stress auch einfach mal annehmen und aushalten.“

Welche Bedeutung das soziale Umfeld für einen erfolgreichen Umgang mit Stress haben kann, unterstreicht die Musikerin Judith Holofernes, Ex-Front-Frau der erfolgreichen Band „Wir sind Helden“: „Am Ende der Wir-sind-Helden-Zeit war ich rückblickend betrachtet mit mindestens einem Bein im Burnout. Schlafstörungen, Auflösungswünsche, Phasen von Traurigkeit. Ich bin froh, dass ich in dieser Zeit gute Freunde hatte, die mich wachgerüttelt haben.“ Dass die eigenen Erfahrungen mit Drucksituationen für die Stressresistenz wichtig sind, betont auch Deutschrocker Heinz Rudolf Kunze: „Nach 38 Jahren im Musikgeschäft habe ich gelernt, mit meinem Stress umzugehen. Das war für mich überlebenswichtig. Andernfalls wäre ich gar nicht so weit gekommen.“

Im Programm „Lebe Balance“ der AOK Baden-Württemberg erlernen die Teilnehmer auch, ihre persönlichen Schutzfaktoren im Alltag zu stärken und ihr Leben intensiver nach ihren Werten auszurichten.



Prof. Martin Bohus, Judith Holofernes und Heinz Rudolf Kunze traten am 17.04.2018 gemeinsam bei der Premiere der Veranstaltung „Sprechstunde im Theaterhaus“ auf.

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news-2197 Tue, 10 Apr 2018 09:56:35 +0200 Serie Stress: Heinz Rudolf Kunze: „Ich lebe in der Gewissheit, dass die Panik mich jeden Tag wieder packen könnte.“ Rock-Urgestein Heinz Rudolf Kunze ist einer der Gäste der „Sprechstunde im Theaterhaus“. Gemeinsam mit der Musikerin Judith Holofernes und dem Stressforscher Prof. Martin Bohus gibt er am 17.04. um 19:30 Uhr exklusive Einblicke in sein Gefühlsleben. Mit uns sprach er schon heute über Stress und sein persönliches Stressempfinden.

Herr Kunze, Sie verdienen Ihren Lebensunterhalt seit mehr als 35 Jahren mit Musik. Wie schafft man es, dem Druck der Branche so lange Stand zu halten?

Heinz Rudolf Kunze: „Der Druck ist da, sicher. Die Frage ist, wie man mit dem Druck umgeht. Mir gelingt das seit einigen Jahren sehr gut. Das hat mit dem Alter zu tun. Es hat aber gerade auch damit zu tun, dass ich schon so lange dabei bin. Wenn ich heute auf die Bühne gehe, kenne ich die Erwartungshaltung meines Publikums. Die Besucher meiner Konzerte sind sehr treu. Sie wissen, was sie von mir erwarten können. Dafür bin ich dankbar, denn das ist nicht selbstverständlich. Durch die lange gemeinsame Zeit – ich auf der Bühne, die Zuhörer im Saal – hat sich ein tiefer Rapport zwischen uns gebildet, der mich heute entspannt in meine Auftritte hineingehen lässt.

Das war aber nicht immer so. Gerade zu Beginn meiner Karriere litt ich unter furchtbarem Lampenfieber. Ich bin froh, das hinter mir gelassen zu haben.“

Sie hatten Ende der 1980er bis Mitte 1990er wiederholt mit Panikattacken zu kämpfen. Schaut man in Ihre Diskografie, scheint das Ihre Schaffenskraft nicht eingeschränkt zu haben.

HRK: „In meinem Beruf als Künstler haben mich die Panikattacken überhaupt nicht gebremst. Auch in dieser Zeit habe ich eine ganze Reihe weiterer Alben veröffentlicht, zwei Musicals für die deutsche Sprache adaptiert, mein Bowie-Buch geschrieben. Mein Körper hat sich einen ganz komischen Kanal gesucht. Die Panik kam immer nur, wenn ich allein zuhause war. Ich stand da oder saß und konnte mich einfach nicht mehr bewegen – solange, bis ich nicht mehr allein war. Das ging so über Jahre hinweg. Bis die Panik eines Tages einfach nicht mehr auftauchte.“

Das Ende Ihrer Panikattacken klingt unspektakulär. War es das?

HRK: „Ja und Nein. Ja, weil ich eine hervorragende Therapeutin hatte – die eigentlich gar nichts gemacht hat. Sie hat dagesessen, mich reden lassen, still zugehört, hin und wieder eine Bemerkung eingeworfen, mich weiterreden lassen. Und das war offenbar genau das, was ich brauchte. Davor hatte ich schon zwei andere Therapeuten ausprobiert, die Behandlungen aber nach einer Weile abgebrochen. Es waren zwar hochinteressante Gespräche, die haben mich nur leider überhaupt nicht weitergebracht (lacht).

Nein, weil ich die Tatsache, dass ich seit 20 Jahren keine Panikattacke mehr hatte, nicht als Ende der Panik empfinde. Ich lebe in der Gewissheit, dass sie jeden Tag zurückkehren könnte.“

Woraus schöpften Sie in dieser Zeit Ihren Lebensmut?

HRK: „Meine Bestätigung und meinen Antrieb lieferte mir meine Arbeit. Ich habe einfach einen wunderschönen Beruf. Er ist zwar anstrengend, und wir Musiker geben auf der Bühne sehr viel von uns. Aber es kommt eben auch vom Publikum viel zurück. Für mich ist Applaus wie Sonnenlicht – ein Genuss und Seelenstreichler.

Mit dem Top-Hit „Dein ist mein ganzes Herz“ wurden Sie mit einem Schlag in Deutschland einem breiten Publikum bekannt. Wie groß war für Sie der Druck, nachlegen zu müssen?

 HRK: „Wie es der Zufall wollte, stieg ich kurz nach der Goldenen Schallplatte gemeinsam mit dem Financial Controller meines damaligen Plattenlabels in den Aufzug. Einer, der mir zuvor nicht einmal guten Tag gesagt hatte. Ich habe dem Label zwar auch zu Beginn meiner Karriere keine Verluste eingebracht, aber eben auch keine riesigen Gewinne. Jetzt hatte er mich plötzlich auf dem Schirm – und verabschiedete sich aus dem Lift mit den Worten: ‚Ab jetzt zähle ich auf Sie.‘ Von der Seite kam also Druck.

 Ich dagegen empfand gar keinen Druck, ganz im Gegenteil. Das Wissen, so etwas Großes erreicht zu haben, gab mir Kraft und Selbstvertrauen. Ich tankte aus diesem Erfolg vor allem Energie und Bestätigung.“

 Es folgten viele weitere Publikumserfolge. Die Bandbreite Ihrer Diskografie ist riesig. Woraus ziehen Sie auch nach all den Jahren noch Inspiration?

HRK: „Ich brauche keine Inspiration aus irgendwas zu ziehen. Meine Texte finden mich, nicht umgekehrt. Ich bin da wie ein Medium. Ich sitze in meinem Sessel und lese oder mit meiner Familie beim Essen – und auf einmal muss ich aufspringen, in mein Arbeitszimmer gehen und einen Text schreiben, der mir gerade unvermittelt in den Sinn kam.“

Stress kann auch aus sozialem Druck entstehen. Wie gehen Familie und Freunde damit um, wenn Sie das gemeinsame Essen plötzlich unterbrechen und Ihre Aufmerksamkeit nicht mehr Ihren Lieben, sondern ganz der Musik gehört? Tolerieren die das?

HRK: „Zum Glück, ja. Sonst wären es für mich auch nicht die richtigen Freunde.“

Sie werden in diesem Jahr 62 Jahre alt – und geben mehr und auch längere Konzerte als jemals zuvor. Haben Sie keine Sorge, sich und Ihren Körper mit diesem Pensum zu überfordern?

HRK: „Ich hoffe, ich kann das noch sehr lange machen. Heute fühle ich mich auf der Bühne mit meinem Publikum wohler denn je. Und derzeit habe ich nicht das Gefühl, dass sich das in absehbarer Zeit ändern könnte. Eine ganz wichtige Rolle spielt dabei auch mein Management, mit dem ich schon sehr lange und vertrauensvoll zusammenarbeite. Die achten schon darauf, dass ich nicht verbrenne.“

Herr Kunze, wir wünschen Ihnen, dass Sie noch sehr lange auf der Bühne stehen und Musik machen und freuen uns sehr auf den 17.04. und die Sprechstunde im Theaterhaus mit Ihnen.

 

Über die Anzeichen von Stress und wie man den Auswirkungen auf die Gesundheit präventiv entgegenwirken kann, dazu findet ein anregender Talk im Theaterhaus Stuttgart statt. Die beiden Musiker Judith Holofernes und Heinz Rudolf Kunze sowie der wissenschaftliche Experte Professor Martin Bohus diskutieren gemeinsam über Methoden zum Abschalten. Ein Abend, der durch die Live-Auftritte der beiden Songwriter alles andere als stressig wird, sondern viele Anregungen zum Umdenken liefert und zugleich einen spannenden Einblick in das Künstlerleben von Holofernes und Kunze gibt

Termin: 17. April 2018 um 19.30 Uhr im Theaterhaus Stuttgart, Siemensstraße 11, Stuttgart

Weitere Informationen und Tickets unter: www.Sprechstunde-im-Theaterhaus.de

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news-2191 Fri, 06 Apr 2018 09:21:55 +0200 Serie Stress: Fußballprofi Baumann: „Diese Zeit, in der man sich nicht körperlich betätigt, empfinde ich als stressig.“ Am 17.04.2018 geben die Musiker Judith Holofernes und Heinz Rudolf Kunze bei der "Sprechstunde im Theaterhaus" Einblicke in ihren beruflichen und privaten Stress und ihren persönlichen Umgang damit. Stress gibt es nicht nur im Musikgeschäft, er geht jeden an. Mit dem Torhüter Oliver Baumann, seit seinem Wechsel zur TSG 1899 Hoffenheim im Sommer 2014 einer der Dauerbrenner beim Bundesligisten, sprachen wir über den Druck im Profisport – und mit welchen individuellen Rezepten er ihm Stand hält.

Als junger Fußballprofi ist man – anders als die Altersgenossen, die noch im Studium stehen oder nach ihrer Ausbildung gerade erste Schritte im Beruf gehen – schon mittendrin, steht jedes Wochenende unter dem Druck eines Ligaspiels, unter der Woche im Konkurrenzkampf um einen Platz im Kader. Hätten Sie sich manchmal gewünscht, den Stress des Profifußballers gegen den eines „ganz normalen“ jungen Mannes zu tauschen?


Oliver Baumann: „Nein, ich hätte nie tauschen wollen. Es war immer mein Traum, in der Bundesliga zu spielen und darauf habe ich immer hingearbeitet. Natürlich musste ich dafür auch einiges opfern, aber ich habe es nie bereut – im Gegenteil. Natürlich spürt man den Druck als Profifußballer, aber diesen Druck kann man auch in positive Energie, Emotion oder Gedanken umwandeln. Als Beispiel: Es ist einfach geil, in einem großen Stadion vor so vielen Menschen zu spielen. Unser Beruf bringt Druck mit sich, denn wir wollen erfolgreich sein und die Fußballfans unterhalten.“

Spätestens wenn der Stadionsprecher die Mannschaftsaufstellungen ins Mikrofon brüllt, beginnt es bei zehntausenden Fans im Stadion und noch mehr an den Fernsehschirmen zu kribbeln. Wenn Sie als Profifußballer dagegen den Rasen betreten, haben Sie sich schon tagelang auf das Spiel eingestimmt und vorbereitet, haben taktische Anweisungen im Kopf, Informationen über ihre Gegenspieler, gehen in den folgenden 90 Minuten in unzählige Zweikämpfe, müssen in Sekundenbruchteilen ständig Entscheidungen treffen. Was sind für Sie persönlich die stressigsten Situationen vor und während eines Ligaspiels?

O.B.: „Vor einem Spiel ist es die Phase, bevor ich meine gewohnten Abläufe absolviere. Also die Zeit vor dem Ankommen im Stadion, dem Umziehen in der Kabine, dem Aufwärmen und der unmittelbaren Vorbereitung auf den Anpfiff. Das klingt vielleicht merkwürdig, da man in dieser Zeit ja eigentlich Ruhe hat, aber diese Zeit, in der man sich nicht körperlich betätigt, empfinde ich als stressig. Während des Spiels ist für mich als Torhüter am stressigsten, das gesamte Spiel über angespannt, fokussiert und konzentriert zu sein. Ich möchte immer zur richtigen Zeit die bestmögliche Entscheidung treffen. Das ruft schon ein Stresslevel hervor.“

Viele Menschen finden erst im Lauf Ihres Berufslebens und im fortgeschrittenen Alter den für sie individuell passenden Umgang mit ihrem beruflichen Stress. Als Fußballprofi bleibt nicht viel Zeit, diese Lebenserfahrung zu sammeln. Was sind Ihre Rezepte, mit Ihrem stressigen Job umzugehen? Und wie haben Sie sie gefunden?

O.B.: „Durch die vielen Spiele, die permanente Wiederholung der Spielsituationen – auch im Training – sammelt man Erfahrung und weiß mit der Zeit, wie der eigene Körper am besten mit Anspannung und Entlastung umgeht. Nach einer Partie spiele ich zu Hause zum Beispiel ganz gerne Playstation, um wieder runterzukommen und mich zu entspannen. Wir arbeiten mit unserem Sportpsychologen Prof. Dr. Jan Mayer bei der TSG Hoffenheim immer wieder an unserer Konzentrationsfähigkeit – zum Beispiel mit Hilfe verschiedener Apps. Darüber hinaus eignen wir uns die Fähigkeit an, den Druck positiv zu sehen und entsprechend damit umzugehen.“

Auch ein Profisportler hat ein Privatleben. Was sind für Sie persönliche stressige Situationen in ihrem Alltag jenseits des Berufs? Und wie lösen Sie diesen Stress für sich auf?

O.B.: „Das Reflektieren hilft dabei sehr. Der positive Bundesliga-Stress führt dazu, dass man mit dem Alltagsstress besser umgehen kann. Termin- oder Zeitdruck ist dafür ein gutes Beispiel. Damit kann ich dann abseits des Fußballs sehr gut umgehen und das entsprechend einordnen.“

Zum Abschluss: Sie sind Vorbild für viele junge Kicker, die von einer Profikarriere träumen. Welchen Tipp können Sie ihnen geben, um die richtige Balance zwischen Ehrgeiz, der oft zu selbstgemachtem Stress führt, und der nötigen, aber nicht übertriebenen Hang-Loose-Attitüde zu finden?

O.B.: „Die gesunde Mischung macht es. Ich finde, man sollte immer danach streben, sich zu verbessern. Damit geht viel Disziplin einher. Trotzdem darf man den Spaß am Fußball oder generell am Sport niemals verlieren. Talent und auch das nötige Glück sind weitere wichtige Bausteine, aber vor allem auch der Ehrgeiz. Am Ende des Tages wird einem Talent aber der nötige Antrieb fehlen, wenn der Spaß zu kurz kommt.“


Über die Anzeichen von Stress und wie man den Auswirkungen auf die Gesundheit präventiv entgegenwirken kann, dazu findet ein anregender Talk im Theaterhaus Stuttgart statt. Die beiden Musiker Judith Holofernes und Heinz Rudolf Kunze sowie der wissenschaftliche Experte Professor Martin Bohus diskutieren gemeinsam über Methoden zum Abschalten. Ein Abend, der durch die Live-Auftritte der beiden Songwriter alles andere als stressig wird, sondern viele Anregungen zum Umdenken liefert und zugleich einen spannenden Einblick in das Künstlerleben von Holofernes und Kunze gibt.

Termin: 17. April 2018 um 19.30 Uhr im Theaterhaus Stuttgart, Siemensstraße 11, Stuttgart

Weitere Informationen und Tickets unter: www.Sprechstunde-im-Theaterhaus.de

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news-2186 Wed, 04 Apr 2018 09:51:32 +0200 Restaurantkritiker Dollase: „Die Verteufelung der Discounter ist keine Strategie für die Zukunft.“ In diesen Tagen findet auf der Messe Stuttgart wieder der „Markt des guten Geschmacks – die Slow Food Messe“ statt. Auch in diesem Jahr werden rund 100.000 Besucher erwartet. Was die sich dort anschauen, hat mit der Wirklichkeit auf den meisten deutschen Tellern allerdings nur wenig zu tun. Mit Jürgen Dollase, einem der besten Restaurantkritiker Deutschlands, sprachen wir darüber, woran das liegt – und wie es sich ändern könnte.

Herr Dollase, allein durch das Internet verfügen die Menschen in Deutschland heute über mehr Informationen zu „guter“ Ernährung als jemals zuvor. Weshalb nehmen „Zivilisationskrankheiten“ wie Adipositas und Diabetes auch hierzulande dennoch immer weiter zu?

Jürgen Dollase: „Das ist eine Frage der Qualität der Informationen und des Wissens. Im Internet findet sich gerade im kulinarischen Bereich extrem viel Halbwissen, und man kann nur dann einigermaßen damit zurechtkommen, wenn man in der Lage ist, die Informationen ein wenig zu sortieren und zu bewerten. Informationen sind auch immer nur Details, die man sich bei Bedarf schnell zusammensuchen kann. Wichtiger ist eine Art ganzheitliches kulinarisches Bewußtsein, mit dem man einen für alle sinnvollen Zusammenhang zwischen eigener Person, Ökologie und Gesellschaft herstellen kann. Ohne diesen Zusammenhang wird es keine wesentlichen Veränderungen im kulinarischen Verhalten geben.“

56 Prozent der Baden-Württemberger finden, dass die Hersteller auf Verpackungen unzureichend über den Zuckergehalt auf ihren Produkten informieren. Halten Sie diesen Vorwurf für gerechtfertigt?

J.D.: „Natürlich finde ich es gut, wenn Verbraucher auf allen gesundheitlich relevanten kulinarischen Informationen bestehen. Aber auch hier geht es wieder mehr um das kulinarische Bewußtsein als um technische Details. Und da müßte sich bei vielen industriellen Produkten erst einmal die Frage stellen, ob sie nicht ein in gewisser Weise abhängig machendes, künstlich überwürztes Geschmacksbild produzieren. Darin sehe ich eine noch größere Gefahr als bei einer isolierten Betrachtung von zu viel Zucker oder Salz. Wenn wir verlernen, wie zurückhaltend und fein natürliche Produkte schmecken und wenn wir immer nur „die volle Dröhnung“ industriell überwürzter Produkte brauchen, beginnen wir, den Kampf um Gesundheit, eine gute Ernährung und Genuß zu verlieren.“

Fastfood-Ketten gehen mit Dumping-Preisen auf Kundenfang. 1,99 Euro für einen Burger oder 3,49 Euro für ein „komplettes“ Gericht (Burger, Pommes Frites, Getränk). Wie können die Menschen dennoch davon überzeugt werden, daheim und frisch zu kochen?

J.D.: „Zu den Preisen muß ich auf den oben genannten Zusammenhang verweisen. Wenn industrielle Produkte und Fast Food abhängig machen sollen, spielt natürlich auch ein Kampfpreis als Mittel des Verdrängungswettbewerbes eine Rolle. – Andererseits: wenn man bei einem Fastfood-Restaurant an der Kasse ansteht, kann man sich sehr darüber wundern, wie viel Geld tatsächlich für Mutter, Vater, Kinder ausgegeben wird. Auch an Supermarktkassen staune ich oft darüber, wie viel Geld für salzige und süße Snacks ausgegeben wird und wie wenig für frische Produkte. Zur Lösung solcher Probleme wird man eines Tages – da bin ich mir ziemlich sicher – die Steuern anders gestalten und frische Grundprodukte bevorteilen. Vielleicht wird es einmal eine Staffelung geben, bei der ein Industrieprodukt um so mehr besteuert wird, je mehr Zusatzstoffe es enthält. – Das Problem der Überzeugung bleibt eine große Aufgabe, die noch nicht gelöst ist. Kurz gesagt: das Gute muß preislich und gleichzeitig von der geschmacklichen Attraktivität her konkurrieren können.“

Beim Discounter kosten Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse einen Bruchteil dessen, was beim Metzger oder auf dem Wochenmarkt verlangt wird. Empfehlen Sie dennoch, einen Bogen um Discounter zu machen? Und falls ja, weshalb?

J.D.: „Nein, ich empfehle nicht, einen Bogen um die Discounter zu machen, sondern daran zu arbeiten, daß sie gute Produkte aus fairer Produktion und fairem Vertrieb über ihre Möglichkeit, große Mengen einzukaufen, erschwinglicher machen. Dazu werden die Preise – darüber darf man sich keine Illusionen machen – ein Stück steigen müssen, und es wird notwendig sein, Einkauf und Vertrieb wieder bzw. noch stärker zu regionalisieren. Wenn man – was die Discounter ja versuchen – Warenvielfalt anbieten will, kann man nicht nur mit Erzeugern zusammenarbeiten, die bundesweit alle Filialen einer Kette beliefern können. Die Verteufelung der Discounter (aus welchen Gründen auch immer) ist keine Strategie für die Zukunft.“

Die Schere zwischen Arm und Reich geht in Deutschland immer weiter auseinander. Und vor allem die Ärmeren, so die Studien, ernähren sich schlecht. Ist gute Ernährung eine Frage des Geldes?


J.D.: „Nein. Gute Ernährung ist eine Frage der Bildung, des Wissens, des Know How. Wer gedankenlos und unreflektiert durch sein Alltagsleben trudelt, wird das erst recht auch im kulinarischen Bereich tun. Allerdings schützt auch das, was wir allgemein unter „guter Bildung“ verstehen nicht automatisch vor einem problematischen kulinarischen Verhalten. Die „alte“ Bildung hat viele Beschränkungen. Wir brauchen eine neue Bildung (und im übrigen auch ganz dezidiert eine neue Politik – vermutlich mit einem neuen Typus von Politiker), die z.B. auch in der Lage ist, das schon erwähnte ganzheitliche kulinarisches Verhalten zu ermöglichen. – Auf einen engen kulinarischen Rahmen bezogen ist hervorragendes Essen mit sehr, sehr wenig Geld möglich. Aber – dazu muß man sich auch deutlich von industriellen Geschmäckern entfernen und ein Know How an Zubereitungsarten etc. besitzen, mit dem man wirklich etwas anfangen kann. Ein paar Rezepte zu beherrschen reicht da nicht aus.“

Viele Kinder wissen heute nicht mehr, wie Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse vor der industriellen Verarbeitung aussehen und/oder schmecken. Was empfehlen Sie gegen diese Entwicklung?

J.D.: „Ich setze einmal voraus, daß „Kochen und Essen“ (so mein Vorschlag) irgendwann ein ganz normales Schulfach wird. Wesentlich ist auch die Sozialisation von frühesten Kindesbeinen an. Kinder sollten immer „dabei sein“, eine Vielzahl von Produkten und Gerichten probieren, früh vergleichen lernen, früh Entscheidungen treffen. Ich glaube, daß z.B. die kulinarische Unterforderung von Kindern und Jugendlichen durch „kinderfreundliche“, simplifizierte Rezepte etc. ein falscher Weg ist. Sie sollten so früh wie möglich kochen lernen und vor allem früh entscheiden können, wie gut etwas schmeckt und nach welchen „Eingriffen“ es gut schmeckt. Dazu muß vor allem die Attraktivität des häuslichen Geschehens rund ums Essen erheblich gesteigert werden – z.B. durch gemeinsames Essen und Kochen als feste Institution.“

Als einer der einflußreichsten Restaurantkritiker bewerten Sie regelmäßig Gourmet-Restaurants, die sich viele Menschen nicht leisten können. Woran erkennt der Otto-Normalverbraucher, ob sein Stamm-Restaurant „gute“ Küche anbietet?

J.D.: „Das sind zwei sehr verschiedene Aspekte. Daß sich viele Menschen Gourmet-Restaurants nicht leisten können, halte ich für ein beliebtes, aber wenig zutreffendes Klischee. Mit den Ticketpreisen für Rockkonzerte oder den Preisen für Kino und Diskotheken kommt man schon durchaus in die Nähe von den Preisen eines Gourmetrestaurants. Außerdem reden wir nicht von täglicher Verpflegung, sondern von anregenden kulinarischen Ereignissen allererster Güte, die man sich ab und zu leisten sollte. Wir selber haben früher für solche Besuche gespart. – Punkt zwei: wenn „Otto Normalverbraucher“ seine Lieblingsküche ißt, wird er sie für gut halten. Ob sie auch vor etwas strengeren Kriterien bestehen kann, wird er vermutlich kaum ermitteln können. Aber – ich habe da natürlich ein paar Kniffe auf Lager. Einmal sollte man jede Küche meiden, bei der man den Eindruck hat, sie arbeite vorwiegend mit industriellen Produkten, die nur noch erwärmt und zusammengelegt werden. Diese Küchen, die im Grunde wie Imbißstuben mit vorgefertigten Produkten aus dem Tiefkühlfach, der Dose oder dem Glas arbeiten, gibt es auch im bürgerlichen Bereich noch häufig. Außerdem sollten die Produkte erkennbar frisch sein. Und Fleisch oder Fisch, die gut sind, schmecken auch dann gut, wenn man sie ganz alleine ißt, also auch die Saucen und Beilagen wegläßt. Gut ist eine Küche auch dann, wenn sie nicht stark gewürzt ist und man den Eigengeschmack der Produkte klar erkennen kann, gut ist sie auch dann, wenn sich keine Überlagerungen ergeben, also etwa eine zu starke Sauce den Fleischgeschmack überlagert. Mit solchen kleinen Checks kommt man schon recht weit bei der Beurteilung der Qualität eines „normalen“ Restaurants.“

Hand aufs Herz: Wie oft sehnen Sie sich nach Pommes rot-weiß? Wie sieht Ihr persönlicher Ernährungsplan abseits der Restaurant-Tests aus?

J.D.: „Pommes rot-weiß? Nie! Auch die Sehnsucht nach ähnlichen „Ausrutschern“ hält sich sehr in Grenzen. – Mein persönlicher Ernährungsplan sieht seit Jahrzehnten immer noch ganz ähnlich aus. Wenn es eben geht, koche ich und das mit unterschiedlichen Intentionen und unterschiedlichen, durchaus nicht immer kostspieligen Produkten mal traditionelle Gerichte, mal Modernes, mal ganz Neues. Wenn ich koche, halte ich es für Zeitverschwendung, wenn es nicht so gut wie möglich wird.“



Jürgen Dollase ist Restaurantkritiker, Buchautor (aktuell: Pur, präzise, sinnlich: Ganzheitlicher Genuss - die Zukunft des Essens und Journalist. Als solcher betreibt er derzeit die Plattform eat-drink-think, auf der er auch schon einmal Kochtipps für die Studenten-WG gibt.

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news-2185 Tue, 03 Apr 2018 11:44:55 +0200 Arzneimittelrabattverträge bremsen Ausgabenanstieg „Effizientes Arzneimittelmanagement trägt wesentlich zum Erfolg der AOK bei“ „Die Arzneimittelrabattverträge sind Marktwirtschaft vom Feinsten und das erfolgreichste Instrument zur Ausgabensteuerung. Die AOKs konnten 2017 durch solche Verträge mit pharmazeutischen Unternehmen über 1,6 Milliarden Euro einsparen, die direkt der Versichertengemeinschaft zugutekommen“, betont Dr. Christopher Hermann, Vorsitzender des Vorstandes der AOK Baden-Württemberg und Verhandlungsführer für die bundesweiten AOK-Rabattverträge, zum Start der inzwischen 19. Vertragstranche. Die AOK-Ausgaben für Medikamente seien 2017 lediglich um 0,9 Prozent je Versicherten gestiegen. Das sei der niedrigste Wert unter den Krankenkassen. Der GKV-Schnitt liege bei einem Anstieg von 2,8 Prozent.

Die zum 1. April in Kraft getretene große Vertragstranche für 118 generische Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen beinhaltet neben den Produkten der auslaufenden Tranchen XV und XVI zehn Generika, die erstmals ausgeschrieben wurden. Darunter befinden sich mehrere Präparate gegen Bluthochdruck und zur Behandlung von HIV-Infektionen, zur Vorbeugung von Nebenwirkungen einer Chemotherapie und zur medikamentösen Therapie bei Depressionen. Partner der AOKs sind 49 Pharmaunternehmen und Bietergemeinschaften. Das jährliche AOK-Umsatzvolumen der 19. Tranche beziffert AOK-Chef Hermann auf fast zwei Milliarden Euro.

 

Die zum 1. April 2018 gestartete Tranche „AOK XIX“ im Überblick:

  • Laufzeit: 1. April 2018 bis 31. März 2020
  • Verträge über 118 Wirkstoffe/Wirkstoffkombinationen
    in 121 Fachlosen (23 im Dreipartnermodell vergeben)
  • 49 erfolgreiche Pharmaunternehmen/Bietergemeinschaften
  • jährliches AOK-Umsatzvolumen: 1,98 Milliarden Euro

 

Hintergrund:

Die Rabattverträge für Generika ermöglichen Einsparungen bei gleichbleibend hoher Qualität in der Arzneimittelversorgung. Das eingesparte Geld steht zum Beispiel für innovative Versorgungsformen zur Verfügung. Die Rabattverträge sorgen zudem nachhaltig für Wettbewerb im Bereich der Generika. Die AOK-Verträge decken zwei Drittel des Generikamarktes ab und umfassen alle markt- und ausgabenrelevanten Wirkstoffe. Mit Inkrafttreten von AOK XIX laufen aktuell Verträge für 282 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen (in 288 Fachlosen) mit einem jährlichen AOK-Umsatzvolumen von insgesamt rund 5,2 Milliarden Euro.

Mehr Informationen:  aok-rabattvertraege.de

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news-2182 Tue, 03 Apr 2018 09:55:33 +0200 Serie Stress: Warnzeichen frühzeitig erkennen Unser Leben ist schneller geworden, anspruchsvoller und komplizierter. Da wäre es sehr außergewöhnlich, wenn man sich nicht auch manches Mal gestresst fühlen würde. Um diese stressigen Zeiten gut zu überstehen, braucht es zum einen das richtige Handwerkszeug zur Stressbewältigung und zum anderen ein waches Auge für die ersten Frühwarnzeichen, um im Stress-Strudel nicht unterzugehen. Wie dies funktioniert, erklärt Prof. Martin Bohus vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim:

„Menschen reagieren ganz unterschiedlich auf Stress. Die einen sind auch bei hoher Arbeitsbelastung und ausgefülltem Privatleben noch fröhlich, andere haut schon die kleinste Krise um. Manche stopfen sich in stressigen Zeiten Schokolade tafelweise in sich hinein, andere greifen gar zu Alkohol und Zigaretten. Manche reagieren gereizt und schotten sich ab, andere drohen zu erstarren. Die einen laufen unter Stress zu Hochform auf, andere verlieren völlig die Orientierung“, erklärt Bohus. Auch wenn es so viele unterschiedliche Reaktionen auf Stress gibt, wie die Menschen verschieden sind, so gibt es doch ein Stufenmodell, das für alle gilt:

Drei Stufen
In einem ersten Schritt ist es wichtig, die eigenen Verhaltensmuster in Stress-Situationen zu kennen. „Wie reagiere ich selbst, wenn ich unter Stress stehe?“. Sind es eher die körperlichen Symptome wie Kopfschmerzen und Herzrasen oder zeigen sich „vegetative“ Störungen wie Schlafstörungen, Heißhunger oder Bewegungsunruhe? Oder aber sind es Ängste, Konzentrationsstörungen oder sonstige grübelnde Gedanken, die einem den Kopf zermartern. Oft ist es auch eine Mischung von allem. Wichtig ist, die eigenen Stress-Reaktionen zu kennen“, betont Bohus.

Im nächsten Schritt geht es darum, den richtigen Umgang mit Stress und Belastungen zu finden. „Die Stress-Reaktionen sind die ersten Alarmglocken, sie sollten uns wachrütteln. Sie zeigen uns, dass Körper und Psyche gestresst sind und wir eigentlich dringend etwas unternehmen sollten, um diese belastende Situation zu verändern. Übersieht man diese Signale, läuft das Stress-System schnell auf Hochtouren und der Akku ist leer. Vielleicht hat man die Alarmglocken überhaupt nicht hören können oder wollen. Oder man hat sich über Jahre ungünstige Verhaltensmuster antrainiert, die vielleicht auf kurze, selten aber auf lange Sicht wirklich helfen“, erklärt Bohus. Auch hier helfe der fürsorgliche Beobachter. Er unterstütze dabei, die Befindlichkeiten wahrzunehmen und zu erkennen, sobald man unter Stress gerät. Auch sei es sinnvoll, sich schon früh gesunde Verhaltensmuster anzueignen, um dann im Stressmoment nicht alles noch schlimmer zu machen. Hierzu gehören laut Bohus Zeit für Entspannung, Aktivitäten mit Freunden, gesundes Essen, ausreichend Bewegung und erholsamer Schlaf. Besonders in stressigen Zeiten werden diese Dinge oft vernachlässigt. Dabei wären sie gerade dann ein wichtiger Ausgleich.

„Ist die Maschine zu lange heiß gelaufen, können erste psychische Störungen auftreten. Jeder dritte Erwachsene ist mindestens einmal im Leben von einer solchen behandlungsbedürftigen Störung betroffen. Manche bringen schon mit der Geburt eine größere Anfälligkeit mit, andere sind schlicht resistenter gegen Stress“, so Bohus. Ob man bei erkennbaren Symptomen von Burnout oder gar einer Depression spreche, sollte man den Fachleuten überlassen. Auch die Behandlung gehöre in die Hände von erfahrenen Psychotherapeuten.


Über die Anzeichen von Stress und wie man den Auswirkungen auf die Gesundheit präventiv entgegenwirken kann, dazu findet ein anregender Talk im Theaterhaus Stuttgart statt. Die beiden Musiker Judith Holofernes und Heinz Rudolf Kunze sowie der wissenschaftliche Experte Professor Martin Bohus diskutieren gemeinsam über Methoden zum Abschalten. Ein Abend der durch die Live-Auftritte der beiden Songwriter alles andere als stressig wird, sondern viele Anregungen zum Umdenken liefert und zugleich einen spannenden Einblick in das Künstlerleben von Holofernes und Kunze gibt.

Termin: 17. April 2018 um 19.30 Uhr im Theaterhaus Stuttgart, Siemensstraße 11, Stuttgart

Weitere Informationen und Tickets unter: www.Sprechstunde-im-Theaterhaus.de

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news-2180 Thu, 29 Mar 2018 10:15:01 +0200 Serie Stress: Berufseinstieg: „Was will mir dieses junge Ding über das Leben sagen?“ Simone Maier begann 2013 ihre Ausbildung als Bankkauffrau bei der BW Bank. Heute betreut sie in der Filiale Bad Cannstatt 17.000 Privatkunden – und stemmt nebenbei ihre Weiterbildung zur Bankfachwirtin. Für Privates und Familie bleibt da wenig Zeit. Und dennoch hat sie für sich ihre Balance gefunden.

Frau Maier, Sie betreuen 17.000 Kunden. Das macht rein rechnerisch pro Arbeitstag rund 250 Kunden. Wie kriegen Sie das hin?

Simone Maier: "Im Jahr führe ich mehrere hundert persönliche Gespräche, die, um jedem Einzelfall gerecht zu werden, vorbereitet und nachbereitet werden wollen. Und nicht alle sind erfreulich, weil es hin und wieder auch um Existenzen geht. Der eine oder andere Kunde wird da auch schon einmal sehr emotional mir gegenüber."

Wie gehen Sie als junger Mensch damit um?

S.M.: "Ich habe gelernt, mich in mein Gegenüber hineinzuversetzen. Deshalb nehme ich emotionale Ausbrüche der Kunden heute vor allem als Hilfeschrei wahr. Und ich versuche zu helfen, so weit es meine Richtlinien zulassen. Andererseits fällt es mir schwerer, ältere Menschen – zum Beispiel im Alter meines Vaters – zu beraten, weil ich mir vorstelle, was mein Vater dazu sagen würde."

Nämlich?

S.M.: "Was will mir dieses junge Ding denn über das Leben sagen? (lacht) Das sind Zweifel, mit denen ich mit Unterstützung meines Teamleiters nach und nach umzugehen lerne."

Dennoch: Ihre Eltern scheinen für Sie wichtige Bezugspunkte zu sein.

S.M.: "Definitiv. Ich telefoniere zwei Mal pro Woche mit meiner Mutter und meinem Vater, was mir sehr gut tut."

Und die restlichen fünf Tage der Woche?

S.M.: "Samstags absolviere ich von acht Uhr bis 15 Uhr meine Weiterbildung zur Bankfachwirtin und lerne unter der Woche regelmäßig am Abend."

Mitunter schwierige Kundengespräche, Weiterbildung am Wochenende, Lernen unter der Woche. Bleibt da noch Zeit für Entspannung und Regeneration?

S.M.: "Ich treffe mich, so oft es geht, abends mit Freunden im Restaurant oder in einer Bar – und versuche dabei, nicht über die Arbeit zu reden. Diese Termine plane ich übrigens ganz strategisch, um gar nicht in die Versuchung zu kommen, abends auf dem Sofa abzuhängen." (lacht)

Frau Maier, vielen Dank für dieses Gespräch. Und weiterhin viel Erfolg bei der Beratung Ihrer Kunden und Ihrer Weiterbildung.


Über die Anzeichen von Stress und wie man den Auswirkungen auf die Gesundheit präventiv entgegenwirken kann, dazu findet ein anregender Talk im Theaterhaus Stuttgart statt. Die beiden Musiker Judith Holofernes und Heinz Rudolf Kunze sowie der wissenschaftliche Experte Professor Martin Bohus diskutieren gemeinsam über Methoden zum Abschalten. Ein Abend der durch die Live-Auftritte der beiden Songwriter alles andere als stressig wird, sondern viele Anregungen zum Umdenken liefert und zugleich einen spannenden Einblick in das Künstlerleben von Holofernes und Kunze gibt.

Termin: 17. April 2018 um 19.30 Uhr im Theaterhaus Stuttgart, Siemensstraße 11, Stuttgart

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news-2171 Tue, 27 Mar 2018 09:35:27 +0200 Serie Stress: "Wenn Stress zur Panik wird. Mein Leben im Alarmzustand" Ein Gastbeitrag von Autor und Blogger Uwe Hauck

Die Diagnose der Ärzte in der psychiatrischen Klinik lautete auf schwere, wiederkehrende Depression und generelle Angststörung. Irgendwie war es erleichternd, nach einem allumfassenden und völligen Zusammenbruch auf meiner Arbeitsstelle, der sogar in einen Suizidversuch mündete, endlich dem Kind einen Namen geben zu können.

Es hatte eigentlich schon mit der ersten Arbeitsstelle jenseits des Universitätsbetriebs begonnen. Plötzlich wurde bewertet, kontrolliert, formal eingesperrt. Alles, was ich an Forschung und Studium geschätzt hatte, wurde von Regeln und Bürokratie überlagert. Und dann kam, bei meinem zweiten Arbeitgeber dieses eine Gespräch. Man lieferte Kritik, setzte mich unter Druck, drohte gar mit disziplinarischen Maßnahmen bis hin zur Kündigung. Das mündete in einen Nervenzusammenbruch. Schließlich hatten wir gerade ein Haus gekauft und erwarteten das dritte Kind. Von diesem Tag an geriet ich in eine Leistungsspirale, die mir letztlich fast das Leben geraubt hätte. Nichts war mehr gut genug, ich wollte alles noch etwas besser machen. Aus Angst vor Abwertung, vor Versagen. Der Druck wurde von Jahr zu Jahr größer, aber ich erkannte ihn nicht, weil ich ihn mir selbst auferlegte. Die Jahresgespräche gerieten für mich zu Dramen, vor denen ich bereits Tage davor Panik hatte. Jedes kritische Wort, jede Beurteilung konnte in mir mittlerweile eine Panikattacke auslösen.

Gelegentlich wird die Bedeutung von Stress für die Ausbildung einer Angststörung oder einer Depression verneint. Ich kann für mich sicher sagen, meine Depression, meine Panikattacken wurden erst durch den Stress, den Druck im Beruf, die Angst vor Verlust der Existenz bedrohlich.

Die Klinik war nach einem Suizidversuch  für mich die Rettung. Hier konnte ich frei von Druck und Leistungsförderungen wieder zu mir kommen. Aber es brauchte Zeit, bis das Hamsterrad endlich stillstand. Bis ich mir eingestehen konnte, eine Depression zu haben und das nicht als Schwäche zu sehen, sondern als lebensbedrohende und schwere Erkrankung. Und ich musste vieles erst wieder lernen. Nein sagen war da noch das “einfachste”. Meinen Wert nicht mehr nur aus dem ziehen, was ich tue war und ist für mich elementar wichtig. Zu lange war ich abhängig von den Urteilen anderer über mich, konnte jedes kritische Wort eine allumfassende Panikattacke auslösen.

Ich vertrete im Gegensatz zu manch anderer Meinung die Position, dass mit der wichtigste Verursacher von Depressionen und Ängsten Stress ist. Nicht zwangsweise beruflicher Stress, obwohl dieser der Gefährlichere ist, da man ihm nur sehr schwer entkommt, besteht doch immer der Anspruch auf Spitzenleistung, die dann im nächsten Jahr schon als Standard gesehen wird.

Wir leben mittlerweile in einer Realität, die von immer mehr Druck, immer höherem Leistungsdenken geprägt ist. Dem gilt es entgegenzuwirken, zu hinterfragen, wie drängend Aufgaben wirklich sind. Denn nur, wenn wir wieder Zeit für uns finden, den Druck rauszunehmen lernen, können wir das persönliche Risiko einer psychischen Krankheit auf Grund von Stress senken.

Ich habe meine Prioritäten nach den Aufenthalten geändert. Als Autor habe ich mit “Depression abzugeben.” ein Buch geschrieben, das hoffentlich andere Menschen berührt, zu sich kommen lässt und dazu motiviert,  sich Hilfe zu suchen, sollte der Stress, der Druck bereits übermächtig sein.

Das Buch war quasi eine Art Aufarbeitung meiner Erlebnisse nach dem Zusammenbruch und meinem Weg zurück ins Leben. Zurück in ein anderes, ein besseres Leben. Und die Rolle als  Autor ist auch ein Stück Befreiung. Denn jetzt ist da ein weiterer Aspekt meines Lebens, der jenseits von Erwerbsarbeit liegt aber für mich die Möglichkeit bietet, meine Kreativität frei auszuleben, die ich zuvor unter dem rationalen  Panzer eines Informatikers versteckt gehalten habe.

Und ich schöpfe meinen Wert nicht mehr aus dem, was ich tue, sondern daraus, dass ich lebe. Der Mensch hat einen inhärenten Wert durch seine pure Existenz. Dieser ist weder hinterfragbar noch verleugbar. Leistung ist wichtig, aber nicht lebenswichtig.


Uwe Hauck ist freier Autor und Blogger. Nach einem Studium der Computerlinguistik und Künstlichen Intelligenz und einem anschließenden Stipendium arbeitete er von 1997 bis heute bei verschiedenen IT-Dienstleistern. Hauck veröffentlichte bisher zwei Sachbücher und aktuell einen Tatsachenroman. In „Depression abzugeben“ berichtet er über seinen Suizidversuch und die darauf folgenden Klinikaufenthalte und versucht, Depressionen etwas von ihrem Stigma zu nehmen.


Über die Anzeichen von Stress und wie man den Auswirkungen auf die Gesundheit präventiv entgegenwirken kann, dazu findet ein anregender Talk im Theaterhaus Stuttgart statt. Die beiden Musiker Judith Holofernes und Heinz Rudolf Kunze sowie der wissenschaftliche Experte Professor Martin Bohus diskutieren gemeinsam über Methoden zum Abschalten. Ein Abend der durch die Live-Auftritte der beiden Songwriter alles andere als stressig wird, sondern viele Anregungen zum Umdenken liefert und zugleich einen spannenden Einblick in das Künstlerleben von Holofernes und Kunze gibt.

Termin: 17. April 2018 um 19.30 Uhr im Theaterhaus Stuttgart, Siemensstraße 11, Stuttgart

Weitere Informationen und Tickets unter: www.Sprechstunde-im-Theaterhaus.de

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news-2168 Fri, 23 Mar 2018 15:38:32 +0100 Serie Stress: Geschäftsführer und Bundesliga-Trainer: „Auch mein Tag hat nur 24 Stunden.“ Jürgen Schweikardt kennt Stress und Druck seit Jahren. Während seiner Zeit als aktiver Spieler war er ein erfolgreicher Handballer – unter anderem beim TVB 1898 Stuttgart. Seine ganze Leidenschaft gehört dem Verein auch nach dem Abschluss seiner Profi-Laufbahn. Heute ist er Geschäftsführer des Bundesligisten - und aktuell auch Trainer der Profimannschaft.

Was sind Ihre persönlichen Stresstreiber?

Jürgen Schweikardt: "Meine Tätigkeit als TVB-Geschäftsführer ist definitiv sehr vielseitig: die zweigleisige Planung der neuen Saison, Presse-, Sponsoren und Verbandstermine, ein eng getakteter Spiel-terminplan mit meist stundenlangen Fahrten zu den Auswärtsspielen und natürlich eine Vielzahl an internen Abstimmungsgespräche halten mich immer auf Trapp. Mitte Februar habe ich zudem interimsweise den Trainerposten beim TVB übernommen. Jetzt heißt es außerdem, die Trainingseinheiten mit meinem Co-Trainer zu planen und durchzuführen und unsere Mannschaft auf den jeweils nächsten Gegner einzustellen."

Was tun Sie dagegen?

J.S.: "Meine Tätigkeit ist sicherlich kein gewöhnlicher Job, sondern eine Aufgabe, die ich mit viel Herzblut ausübe. Dennoch kann ich mich nicht verreißen und auch mein Tag hat nur 24 Stunden. Ich versuche, locker zu bleiben und die richtigen Prioritäten zu setzen. Dazu gehört auch, dass ich Aufgaben an meine Mitarbeiter weitergebe und mich auf mein Team um mich herum verlasse. Mir hilft es, wenn ich immer wieder bewusst auf die bereits erreichten Zwischenziele zurückblicke. Zwischendurch werde ich auch regelmäßig selbst sportlich aktiv und freue mich, bei meiner Familie und Freunden zu sein, um so dem Kopf auch mal eine Auszeit zu gönnen."

Welche Auswirkungen hat Stress auf Ihr Privatleben?

J.S.: "Handball ist mein Leben und der TVB mein Heimatverein. Sicherlich kommt es mir sehr entgegen, das mein Beruf gleichzeitig mein Hobby ist. Das hilft schon mal sehr. Dennoch müssen in der aktuellen Situation andere Themen etwas zurückgefahren oder zurückgestellt werden. Wichtig ist, dass ich aber immer weiß, was mir persönlich guttut und diese Dinge nicht vernachlässige. Dazu zählt neben meiner Familie, eine gesunde Ernährung, aktiver Sport, ausreichend Schlaf und das bewusste Leben im Hier und Jetzt."

Wie sind Sie zu Ihren Stressbewältigungsstrategien gekommen?

J.S.: "Da ich seit einiger Zeit im Sport tätig bin und früher selbst in der 2. Bundesliga gespielt habe, bin ich es seit vielen Jahren gewohnt, quasi ständig unter besonderem Erfolgsdruck zu stehen. Im Laufe der Zeit wird man von verschiedenen Seiten immer mehr dafür sensibilisiert, was Körper, Geist und Seele benötigen, um leistungsfähig zu sein. Darin liegt aber auch eine gewisse Gefahr, dass sich manches unbewusst verselbständigt. Ich reflektiere mich deswegen immer wieder und frage mich, ob ich noch in der richtigen Spur bin."


Jürgen Schweikardt ist Geschäftsführer beim Handball-Bundesligisten TVB 1898 Stuttgart. Seit Mitte Februar betreut er zudem die Mannschaft als Interimstrainer.

 

Über die Anzeichen von Stress und wie man den Auswirkungen auf die Gesundheit präventiv entgegenwirken kann, dazu findet ein anregender Talk im Theaterhaus Stuttgart statt. Die beiden Musiker Judith Holofernes und Heinz Rudolf Kunze sowie der wissenschaftliche Experte Professor Martin Bohus diskutieren gemeinsam über Methoden zum Abschalten. Ein Abend der durch die Live-Auftritte der beiden Songwriter alles andere als stressig wird, sondern viele Anregungen zum Umdenken liefert und zugleich einen spannenden Einblick in das Künstlerleben von Holofernes und Kunze gibt.

Termin: 17. April 2018 um 19.30 Uhr im Theaterhaus Stuttgart, Siemensstraße 11, Stuttgart

Weitere Informationen und Tickets unter: www.Sprechstunde-im-Theaterhaus.de

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news-2154 Wed, 21 Mar 2018 11:43:10 +0100 Serie Stress: Was ist eigentlich Stress im Körper – physikalisch betrachtet? „Stress entsteht, wenn wir Reizen ausgesetzt sind, die der Körper als unangenehm empfindet, beispielsweise Lärm, Hitze, Kälte, einer Verletzung oder auch Ängsten. Wir fühlen uns meist in Situationen gestresst, in denen wir am liebsten davonlaufen oder in denen wir gerne „in den Angriff“ übergehen würden. Dabei unterscheidet der Körper nicht zwischen positivem und negativem Stress“, erklärt PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg. „Er schüttet Stresshormone aus, die zu folgenden körperlichen Reaktionen führen: der Herzschlag beschleunigt sich, der Blutdruck steigt, die Atmung wird schneller, die Muskeln spannen sich an, die Pupillen weiten sich“, so Knapstein. Herabgesetzt würden hingegen die Verdauungstätigkeit, die Immunabwehr und die Tätigkeit der Geschlechtsorgane, was zu Erkrankungen führen könne.

„Dieses ‚Stress-Programm‘ im Körper läuft automatisch ab und hat das Überleben der Menschen über Generationen seit der Urzeit gesichert. Denn so kann der Körper höchst effizient und in kürzester Zeit ein hohes Maß an Energie zur Verfügung stellen – wir werden wacher, aufmerksamer und unsere Reaktionsgeschwindigkeit ist deutlich erhöht. Das war lange Zeit entscheidend für den Erfolg bei einer Flucht oder einem Kampf“, erklärt Knapstein.

Stress sei daher eine ganz natürliche – und im Grunde auch sinnvolle – Reaktion. Früher wurde die Anspannung durch Bewegung (Flucht oder Kampf) abgebaut. Auch heute sei Stress nicht per se schlecht. „Wenn aber die Stresssituation dauerhaft besteht, der gesunde Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung ausbleibt, dann bleibt der Körper dauerhaft in Alarmbereitschaft – damit wird Stress dann zum Risikofaktor beispielsweise für Herz-Kreislauferkrankungen“, führt Knapstein aus. Dauerstress könne daher beispielsweise folgende Erkrankungen auslösen: Rückenschmerzen und andere muskuläre Verspannungen; häufige Erkältungen durch eine Schwächung des Immunsystems; Kopfschmerzen, Migräne und Tinnitus; Magen- und Darmgeschwüre, gestörte Fortpflanzung und sexuelle Unlust; Alkohol-und Drogenmissbrauch bis hin zu psychische Erkrankungen wie Panikattacken und Depressionen.
„Ob Stress als positiv oder negativ erlebt wird und ob überhaupt Stress erlebt wird, hängt von unseren subjektiven Einschätzungen ab. Eine positive Grundeinstellung kann helfen, Fehlbelastungen vorzubeugen oder sie zu mindern“, erklärt Knapstein.

Über die Anzeichen von Stress und wie man den Auswirkungen auf die Gesundheit präventiv entgegenwirken kann, dazu findet ein anregender Talk im Theaterhaus Stuttgart statt. Die beiden Musiker Judith Holofernes und Heinz Rudolf Kunze sowie der wissenschaftliche Experte Professor Martin Bohus diskutieren gemeinsam über Methoden zum Abschalten. Ein Abend der durch die Live-Auftritte der beiden Songwriter alles andere als stressig wird, sondern viele Anregungen zum Umdenken liefert und zugleich einen spannenden Einblick in das Künstlerleben von Holofernes und Kunze gibt.

Termin: 17. April 2018 um 19.30 Uhr im Theaterhaus Stuttgart, Siemensstraße 11, Stuttgart

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news-2152 Mon, 19 Mar 2018 14:20:25 +0100 Mehr Orientierung an gelungener Krankenhausplanung Nicht jedes Krankenhaus hat die Qualität, die möglich ist und benötigt wird Bei der Vorstellung des „Krankenhaus Report 2018“ der AOK (am 19. März 2018) wurde deutlich: Bei der Krankenhausplanung in Deutschland ist es schon heute möglich die Klinikstrukturen qualitätsorientiert zu zentralisieren und zu spezialisieren. Der Vorstands-Chef der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann, fordert mehr Orientierung an bisher gut gelungener Krankenhausplanung im Land:

„In Baden-Württemberg hat nicht jedes Krankenhaus die Qualität, die möglich ist und benötigt wird. Die Schlaganfall-Konzeption Baden-Württemberg, die wir gemeinsam mit dem Sozialministerium entwickelt haben, zeigt, dass über die Krankenhausplanung eine qualitätsgesteuerte Strukturierung stationärer Versorgung erfolgreich umgesetzt werden kann. Den gleichen Mut wünscht sich die AOK Baden-Württemberg auch bei anderen schwerwiegenden und schwierigen Eingriffen aber auch in der Frühchen-Versorgung.

Beispiel Frühchen-Versorgung: Wissenschaftliche Studien belegen in mittlerweile erdrückender Zahl und Übereinstimmung, dass die Säuglingssterblichkeit in Perinatalzentren Level 1, also Krankenhäusern, die auf die Versorgung der besonders kleinen Frühchen unter 1250g besonders spezialisiert sind, deutlich geringer ist als in anderen. Die Mortalität von sehr unreifen Frühgeborenen in Krankenhäusern mit geringer Spezialisierung und niedriger Fallzahl beträgt bis zu 272 % der Mortalität in großen Perinatalzentren mit hoher Spezialisierung. In Baden-Württemberg versorgen 20 Perinatalzentren die „kleinsten“ der Frühchen (unter 1250g Geburtsgewicht). Aber nur neun Perinatalzentren versorgen pro Jahr mehr als 50 dieser kleinen Frühchen. Die vorgeschriebene Mindestmenge liegt bei lediglich 14 solcher Geburten pro Jahr.

Auch das Beispiel Darmkrebs zeigt, dass immer noch zu viele Menschen – nämlich je nach Art des Eingriffs zwischen 21 Prozent und 65 Prozent – ein verkürztes Leben haben, weil Kliniken ‚Gelegenheitschirurgie‘ betreiben. Aktuelle Zahlen belegen: Setzt man strikt auf Qualität, würden nur noch rund 50 Krankenhäuser in Baden-Württemberg Darmkrebsoperationen durchführen. Heute sind es noch doppelt so viele.“

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news-2149 Fri, 16 Mar 2018 14:14:08 +0100 "Was stresst, ist immer abhängig davon, in welcher Gesellschaft man lebt." Stressige Situationen kennen alle. Doch wie entsteht Stress im Körper, wie reagiert er darauf und welche Stressfaktoren gibt es? Antworten gibt PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg.

Wie und wo entsteht denn im Körper Stress?

Dr. Sabine Knapstein: "Wir hören, sehen, riechen, fühlen oder schmecken ständig etwas. Unser Nervensystem nimmt diese Reize aus der Umwelt auf, leitet die Signale weiter an das Gehirn, das diese Reize verarbeitet. Je nachdem, welche Erfahrungen wir gemacht haben, empfinden wir bestimmte Reize als angenehm, andere hingegen als unangenehm. Reize, die als unangenehm empfunden werden, sind Stressfaktoren. Fluglärm oder auch ein Presslufthammer wird als Störung empfunden, der Körper stuft diesen Reiz daher als Stressfaktor ein. Ganz anders Vogelgezwitscher oder Meeresrauschen, das die meisten Menschen als angenehm empfinden – sie entspannen sich, wenn sie diese Geräusche hören.“

Und die Reaktionen darauf?

S.K.: "Bei Stressreaktionen lassen sich drei Ebenen unterscheiden:

1. Die mentale Reaktionsebene – dabei geht es um Gedanken und Gefühle. Man steckt beispielsweise im Stau fest auf dem Weg zu einem Termin und fragt sich „warum ausgerechnet jetzt, warum immer ich?“ Es entwickelt sich Frust und Ärger.

2. Die Reaktion im Verhalten: um beim Beispiel Stau zu blieben - man gerät in Hektik, sucht nach Möglichkeiten aus dem Stau zu „entkommen“, betätigt die Lichthupe, schimpft vor sich hin.

3. Die Reaktionen im Körper: Er schüttet Stresshormone aus, die zu folgenden körperlichen Reaktionen führen: der Herzschlag beschleunigt sich, der Blutdruck steigt, die Atmung wird schneller, die Muskeln spannen sich an, die Pupillen weiten sich."

Woran kann man Stress bei anderen erkennen?

S.K.: "Das ist höchst unterschiedlich. Manche Leute wirken auch unter hoher Anspannung ganz ruhig und hoch konzentriert, andere werden hektisch, wieder andere geraten buchstäblich ins Schwitzen.

Was sich bei manchen Menschen in Stresssituationen beobachten lässt, sind verschiedene Formen von Berührungen: Sie berühren sich selbst, z.B. indem sie sich über die Lippen lecken, sich im Gesicht kratzen, sich an die Nase, in den Nacken oder unterhalb des Halses fassen, mit den Händen spielen oder mit den Handflächen über die Oberschenkel streichen. Sie berühren Objekte, z.B. spielen sie mit einem Kugelschreiber, mit der Brille, mit einer Halskette, greifen häufiger zum Glas, um etwas zu trinken. Sie berühren eine andere Person, z.B. wenn sie nach der Hand eines anderen greifen.

Häufig empfinden wir gestresste Menschen auch als gereizt, hektisch und nervös - das kann aber auch ganz andere Ursachen haben."
 
Welche Situationen sind landläufig „stressig“ und warum?

S.K.: "Was den Menschen stresst, ist immer abhängig davon, in welcher Gesellschaft er lebt. Früher waren die wesentlichen Stressfaktoren Kälte, Hitze, Hunger oder Verletzungen. Heute sind es überwiegend psychosoziale Faktoren, die Menschen gereizt, hektisch und nervös machen. Typische Beispiele dafür sind Leistungsdruck und Termindruck, Konflikte in der Schule, am Arbeitsplatz oder in der Familie, Dauererreichbarkeit, ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, ein Mangel an Entspannung, überzogene Ansprüche an sich selbst, Unzufriedenheit, Sorgen, Zukunftsängste aber auch schwere Krankheit oder Tod eines geliebten Menschen. Weitere Stressfaktoren können Umwelteinflüsse wie zum Beispiel Lärm und chemische Gifte sein, aber auch Erinnerungen an negative Erlebnisse  empfinden wir als stressig."

Ist Stressempfinden rein subjektiv?


S.K.: "Worauf der Einzelne gestresst reagiert und wie er dann reagiert, ist individuell sehr verschieden. Der eine wirkt trotz einer herausfordernden Situation gelassen und ruhig, ein anderer braucht diesen berühmten „Kick“ und läuft dadurch zur Hochform auf, wieder ein anderer wirkt wie gelähmt und reagiert völlig frustriert. Abhängig ist Stress auch von der konkreten Situation – stehe ich beispielsweise bei schönem Wetter im Stau, es läuft gute Musik im Radio und ich habe keinerlei Termindruck, kann ich die Situation eher gelassen nehmen und belächle womöglich sogar die offenbar gestressten Dauerhuper und Drängler. In der gleichen Situation reagiere ich aber gestresst, wenn ich zum Beispiel dringend die Fähre erreichen muss, die mich auf meine Urlaubsinsel bringt, oder wenn ich zu einem wichtigen Meeting im Büro erwartet werde."


Über die Anzeichen von Stress und wie man den Auswirkungen auf die Gesundheit präventiv entgegenwirken kann, dazu findet ein anregender Talk im Theaterhaus Stuttgart statt. Die beiden Musiker Judith Holofernes und Heinz Rudolf Kunze sowie der wissenschaftliche Experte Professor Martin Bohus diskutieren gemeinsam über Methoden zum Abschalten. Ein Abend der durch die Live-Auftritte der beiden Songwriter alles andere als stressig wird, sondern viele Anregungen zum Umdenken liefert und zugleich einen spannenden Einblick in das Künstlerleben von Holofernes und Kunze gibt.


Termin: 17. April 2018 um 19.30 Uhr im Theaterhaus Stuttgart, Siemensstraße 11, Stuttgart

Weitere Informationen und Tickets unter: www.Sprechstunde-im-Theaterhaus.de.



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news-2145 Fri, 16 Mar 2018 11:11:00 +0100 Heuschnupfen: Wenn der Frühling schon im Winter anklopft Nach aktuellen Untersuchungen hat in Deutschland jeder vierte eine Heuschnupfen-Allergie Kribbeln in der Nase, Augenjucken und ständiges Niesen – viele Allergiker haben die Heuschnupfen-Symptome bereits in den ersten Wochen des Jahres. Die Allergie gegen den Blütenstaub von Bäumen, Kräutern und Gräsern tritt besonders im Frühling und im Sommer auf. Da aber die Pollen der Frühblüher Birke, Erle oder Hasel immer früher im Jahr zu fliegen beginnen, kämpfen manche Betroffene bereits zum Jahresanfang mit den lästigen Beschwerden.

Für die Erkennung einer Pollenallergie erfragt der Arzt zunächst die Beschwerden, die Lebensumstände und die Krankengeschichte. Dann kann mit dem Prick-Test festgestellt werden, ob man auf bestimmte Stoffe allergisch reagiert. Dabei werden Extrakte der möglichen Allergene auf die Haut am Unterarm aufgetragen und die Haut wird an diesen Stellen leicht eingeritzt. Mögliche Reaktionen sind Hinweise für Allergien auf spezifische Stoffe. Zusätzliche Tests können zusätzliche Klarheit bringen. Diese Tests werden in der Regel von Fachärzten für Allergologie angeboten, wozu insbesondere Haut-, HNO-, Lungen- und Kinderärzte gehören. Wer unter einer Pollenallergie leidet, kann möglicherweise auch auf bestimmte Nahrungsmittel allergisch reagieren, denn das körpereigene Abwehrsystem reagiert in beiden Fällen auf im Grunde harmlose Eiweiße wie auf einen Krankheitserreger. Eine typische Kreuzallergie liegt zum Beispiel bei Birkenpollenallergikern vor, die beim Biss in einen frischen Apfel ein Kribbeln und Schwellungen im Mund- sowie Rachenraum spüren.

Nach der Diagnose durch den Facharzt ist eine konsequente Behandlung der Pollenallergie wichtig, denn aus Heuschnupfen kann sich im Laufe der Zeit ein allergisches Asthma entwickeln. Mehr als jedes dritte Kind mit Heuschnupfen ist von diesem sogenannten Etagenwechsel betroffen. Der Arzt berät den Patienten darum zu möglichen Therapien. Neben der Behandlung der Symptome durch Tabletten, Nasenspray und Augentropfen kann die Bekämpfung der Ursachen durch eine Hyposensibilisierung hilfreich sein. Dabei bekommt der Patient die jeweiligen Pollenallergene in allmählich steigender Dosierung über einen längeren Zeitraum zugeführt, um ihn so gegen den Allergieauslöser unempfindlich zu machen. „Bei 80 bis 90 Prozent der Patienten ist diese Therapie wirksam, sofern sie abgeschlossen wird. Die Wirkung hält danach mehrere Jahre an. Wird bei Kindern mit Pollenallergie früh genug mit der Hyposensibilisierung begonnen, sinkt das Risiko der Entstehung von Asthma“, sagt PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg.

Aktuelle Untersuchungen gehen davon aus, dass in Deutschland jeder vierte eine Heuschnupfen-Allergie hat. Zur Vorbeugung ist es wichtig, die bekannten Allergene weitgehend zu meiden, soweit dies möglich ist. Bei der Behandlung der Beschwerden kommen Medikamente wie Antihistaminika oder kortisonhaltige Mittel zum Einsatz. Durch eine Hyposensibilisierung kann bei vielen Betroffenen über einen längeren Zeitraum Beschwerdefreiheit oder zumindest eine Linderung der Beschwerden erreicht werden.

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news-2142 Thu, 15 Mar 2018 11:27:26 +0100 Volkskrankheit Nummer eins Jeder vierte Versicherte der AOK Baden-Württemberg begab sich 2016 aufgrund eines Rückenleidens in ärztliche Behandlung. Laut Robert Koch-Institut haben rund 85 von 100 Menschen mindestens einmal im Verlauf ihres Lebens Rückenschmerzen. Es gibt zwei Lebensabschnitte, in denen besonders viele Menschen über Rückenschmerzen klagen – das sind zum einen die Mitte 50 bis Mitte 60-Jährigen und zum anderen die Altersgruppe kurz vor dem 80. Geburtstag. Aber die Ergebnisse des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys des Robert Koch-Instituts zeigen, dass auch knapp jedes zweite Mädchen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren von Rückenschmerzen berichtet. Jungen sind etwas seltener betroffen. Bei 8 von 10 Patienten mit Rückenschmerzen lässt sich keine eindeutige Ursache für die Schmerzen finden. Mediziner sprechen dann von unspezifischem Rückenschmerz.

Rückenschmerzen sind also weiterhin die Volkskrankheit Nummer eins – auch in Baden-Württemberg. Laut einer Auswertung unter den bei der AOK Baden-Württemberg Versicherten steigt die Zahl der Betroffen seit 2012 jedes Jahr um 1,7 Prozent. Jeder Vierte (25,56 Prozent) begab sich 2016 aufgrund eines Rückenleidens in ärztliche Behandlung. „Für diese Patienten ist mehr Bewegung und Entspannung meist die beste Medizin. Muskeln und Bandscheiben werden durch Bewegung gestärkt, die Durchblutung angekurbelt. Entspannung wirkt sich positiv auf muskuläre Verspannungen aus“, sagt PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg.

„Bandscheiben funktionieren wie ein Schwamm. Im Liegen und bei rhythmischen Bewegungen wie zum Beispiel Laufen oder Gehen saugt sich ihr Kern mit Nährflüssigkeit voll. Im Stehen oder Sitzen werden die Bandscheiben hingegen förmlich ausgetrocknet“, so die AOK-Expertin. Ist der Rückenschmerz akut, hilft Wärme. Wichtig ist, dass der Patient schnell wieder in Bewegung kommt, um so an der Ursache des Schmerzes ansetzen zu können. Daher kann es sinnvoll sein, für maximal zwei Wochen ein entzündungshemmendes Schmerzmittel einzunehmen, um den Teufelskreis aus Schmerzen und Schonung zu durchbrechen.

Um die Volkskrankheit Nummer eins, Rückenschmerzen, und andere orthopädische Probleme patientenfreundlich behandeln zu können, gibt es das orthopädische FacharztProgramm von AOK Baden-Württemberg, Bosch BKK, MEDI Baden-Württemberg und den Berufsverbänden BVOU und BNC. Es garantiert eine schnelle Terminvergabe und ausreichend Zeit für Beratung. Statt voreiliger Apparatemedizin ermöglicht das Programm eine ursachenorientierte Behandlung von orthopädischen Krankheiten und – im Zusammenspiel von Haus- und Facharzt – eine ganzheitliche medizinische Betreuung.

Das Vergütungssystem für die Ärzte ist in diesem Programm so gestaltet, dass sich der teilnehmende Facharzt ausreichend Zeit für das intensive Gespräch und die sorgfältige körperliche Untersuchung nehmen kann. Anstatt wie in der Regelversorgung oft bis zu drei Monate auf ein Erstgespräch warten zu müssen, bekommen Patienten nach der Überweisung durch den Hausarzt innerhalb von maximal 14 Tagen einen Termin beim Orthopäden oder Chirurgen, im Notfall sogar am selben Tag. Denn die teilnehmenden Fachärzte haben sich vertraglich zur zügigen Terminvergabe und auch zu Abendsprechstunden für berufstätige Patienten verpflichtet.

Patienten, die im AOK-FacharztProgramm Orthopädie eingeschrieben sind, werden bei Bedarf vom AOK-Präventionsberater individuell zu den AOK-Gesundheitsangeboten beraten. Speziell auf Rückenschmerz-Patienten zugeschnitten ist das „AOK-RückenKonzept“, ein wissenschaftlich validiertes Rückentraining an Geräten.

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news-2135 Wed, 14 Mar 2018 10:03:00 +0100 Stress ist nicht gleich Stress Stress scheint in der Gesellschaft allgegenwärtig. Die Mehrheit klagt über einen mehr oder weniger stressigen Alltag. Doch Stress ist nicht gleich Stress und jeder nimmt belastende Situationen unterschiedlich wahr. So läuft der eine unter gelegentlichem Termindruck zu Höchstformen auf, während der nächste sich die Nacht um die Ohren schlägt und unausgeschlafen nur einen Bruchteil seines normalen Pensums erfüllt. „Positiver Stress motiviert und treibt uns an. Aus den Fugen gerät unser System dagegen, wenn wir längere Zeit über unsere Verhältnisse leben, d.h. unsere psychischen Ressourcen erschöpft sind“, erklärt Prof. Martin Bohus vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim. „Wenn uns der Alltag über den Kopf wächst und wir uns erschöpft, kraft- und mutlos fühlen, wenn der negativ erlebte Stress überhandnimmt. Wenn wir aus den Augen verloren haben, was unserem Leben Sinn und Bedeutung verleiht. Dann kommen wir aus dem Gleichgewicht. Die Folgen dieser Dis-Balance sind vielschichtig: das Spektrum reicht von körperlichen Symptomen wie Schlafstörungen, Verspannungen oder Verdauungsstörungen über unterschiedlich ausgeprägte Erschöpfungszustände bis hin zu behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankungen,“ so Bohus.

Von Risikofaktoren zu Schutzfaktoren

Was aber macht gesunde und stabile Menschen aus? Warum verkraften manche das Auf und Ab ihres Lebens besser als andere, gehen vielleicht sogar gestärkt aus Krisen und Rückschlägen hervor? „Die Menschen unterscheiden sich erheblich in ihrer Widerstandsfähigkeit. Die gute Nachricht ist, dass man viel dazu beitragen kann, diese zu erhöhen, indem man sich selbst und dem eigenen Leben achtsamer begegnet “, so Bohus. Es gehe außerdem darum, die psychosozialen Schutzfaktoren zu stärken: Unangenehme Emotionen und Ereignisse akzeptieren zu lernen, sich von negativen Gedankenmustern zu distanzieren („megakognitive Kompetenz“), die Selbstachtung zu stärken, Problemlösekompetenz zu erwerben und die soziale Einbindung zu verbessern. Unterstützen können dabei zum Beispiel autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder Yoga.

 

 

Über die Anzeichen von Stress und wie man den Auswirkungen auf die Gesundheit präventiv entgegenwirken kann, dazu findet ein anregender Talk im Theaterhaus Stuttgart statt. Die beiden Musiker Judith Holofernes und Heinz Rudolf Kunze sowie der wissenschaftliche Experte Professor Martin Bohus diskutieren gemeinsam über Methoden zum Abschalten. Ein Abend der durch die Live-Auftritte der beiden Songwriter alles andere als stressig wird, sondern viele Anregungen zum Umdenken liefert und zugleich einen spannenden Einblick in das Künstlerleben von Holofernes und Kunze gibt.

 

Termin: 17. April 2018 um 19.30 Uhr im Theaterhaus Stuttgart, Siemensstraße 11, Stuttgart

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news-2119 Fri, 02 Mar 2018 14:23:13 +0100 Koalitionsvertrag ist kein großer Wurf Für die AOK Baden-Württemberg steht fest: Der Koalitionsvertrag ist kein großer Wurf. Gestaltungsspielräume für mehr Wettbewerb werden kaum genutzt. Gesundheitspolitik

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news-2110 Wed, 21 Feb 2018 16:10:55 +0100 Grippeerkrankungen nehmen zu Die AOK Baden-Württemberg empfiehlt eine Grippeimpfung Die Zahl der Grippeerkrankungen in Baden-Württemberg ist in den vergangenen Wochen sprunghaft angestiegen. Meldeten sich im Dezember 2017 noch insgesamt 2412 bei der AOK Baden-Württemberg versicherte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aufgrund einer Grippe krank, waren es im Januar 2018 mit 6195 mehr als doppelt so viele, die aufgrund einer Grippeerkrankung eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bei ihrem Arbeitgeber einreichen mussten.


Eine Grippe wird durch Influenzavieren verursacht, geht mit einem plötzlichen Erkrankungsbeginn mit Fieber oder deutlichem Krankheitsgefühl, verbunden mit Allgemeinsymptomen wie Muskel- und/oder Kopfschmerzen und Reizhusten einher und hält länger an als ein grippaler Infekt.


Vor allem Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr sollten sich durch eine Impfung vor Grippe schützen. Dazu zählen neben Senioren ab 60 Jahren und chronisch kranken Menschen aller Altersgruppen auch Säuglinge und Kleinkinder, deren Immunsystem noch nicht ausgereift ist. Auch Schwangeren wird ab Beginn des zweiten Schwangerschaftsdrittels zur Impfung geraten.


Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut empfiehlt insbesondere Menschen ab 60 Jahren eine Grippeimpfung. In diesem Alter besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe. „Bei Menschen, deren Abwehrsystem bereits durch eine Grippeinfektion geschwächt ist, kann zusätzlich eine bakterielle Infektion der Atemwege eine lebensbedrohliche Lungenentzündung auslösen“, sagt PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg. „90 von 100 Grippetoten sind älter als 60 Jahre.” Die Grippeschutzimpfung könne bei diesem Personenkreis die Erkrankungsraten auf die Hälfte verringern, so Knapstein.


Die Kosten der Grippeschutzimpfung übernehmen die AOK Baden-Württemberg und andere gesetzliche Krankenkassen für ihre Versicherten.

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news-2100 Wed, 14 Feb 2018 14:00:00 +0100 Frühjahrsputz für den Körper Richtig fasten - der Gesundheit zuliebe asdaölsddö 

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news-2092 Wed, 07 Feb 2018 14:38:03 +0100 Auch online stark AOK Baden-Württemberg punktet in großem Kassenvergleich mit digitaler Nähe Im Gesundheitsbereich stoßen digitale Angebote auf wachsende Nachfrage. Im Herbst 2017 konnte eine vom AOK-Bundesverband in Auftrag gegebene YouGov-Umfrage belegen, dass sich eine deutliche Mehrheit der damals befragten knapp 1.800 Studienteilnehmer eine digitale Gesundheitsakte im Angebot ihrer Krankenkasse wünscht und diese auch gerne nutzen würde. Zu diesem Befund passt, dass die Beurteilung der Qualität einer Krankenkasse heute viel mit deren Engagement auf dem digitalen Sektor zu tun hat. Repräsentative Kassenvergleiche fragen inzwischen auch elektronische Angebote mit ab. So bewertet Focus Money in seinem im Februar 2018 erschienenen Kassenvergleichstest erstmals auch die Kategorie „Digitale Leistungen“.

Online-Angebote übertragen das Prinzip der Versichertennähe in die digitale Welt. Bescheren im echten Leben in Baden-Württemberg 230 Kundencenter den Versicherten der AOK Baden-Württemberg kurze Wege zur persönlichen Betreuung, so übernehmen im Internet anwenderfreundlich konzipierte Web-Plattformen diese Aufgabe. „Meine AOK“, das Online-Kundencenter der AOK Baden-Württemberg, gibt den Versicherten jederzeit gesicherten Zugriff auf persönliche Daten sowie auf wichtige Formulare und Leistungsanträge. Wertvolle Gesundheitstipps finden sich im Gesundheitsmanager sowie im in einem den Versicherten vorbehaltenen, exklusiven Bereich der Internetseiten. Mehrere Smartphone-Apps runden das digitale Angebot ab.

Gymnastik für die Seele

Eines der jüngsten Online-Projekte der AOK ist Moodgym, ein digitales Selbsthilfeprogramm zur Vorbeugung gegen Depressionen. Das von australischen Wissenschaftlern entwickelte Programm ist weltweit im Einsatz und wurde von der AOK auf die Gegebenheiten des deutschen Gesundheitswesens zugeschnitten. In dieser Version besteht es aus fünf Bausteinen: Einem interaktiven Spiel, Fragebogen zu Depression und Angst, Audio-Dateien mit Entspannungsübungen zum Herunterladen, einem Arbeitsbuch und kontinuierlichem Feedback zum persönlichen Fortschritt der Nutzer.

Sehr gut bis hervorragend

Die AOK Baden-Württemberg geht aus dem aktuellen Kassenvergleich von Focus Money mit dem für sie besten Ergebnis seit Einführung dieses Vergleichstests hervor: In den Kategorien „Gesundheitsförderung“, „Besondere Versorgung“, „Service“ und „Transparenz“ schneidet die AOK mit der Bewertung „hervorragend“ ab, ein „sehr gut“ bekam sie jeweils in den Kategorien „Zusatzleistungen“ und „Digitale Leistungen“. Zudem gab es die Auszeichnung „Von Ärzten empfohlen“ in der Sonderkategorie „Doktors Liebling“.

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news-2082 Thu, 01 Feb 2018 17:28:00 +0100 Deutlich mehr Geld für Kliniken im Land Die Finanzmittel für die Krankenhäuser erhöhen sich um 3,1 Prozent auf über 9 Milliarden Euro. Die AOK Baden-Württemberg trägt mit 144 Millionen Euro den Löwenanteil der Erhöhung. Krankhaus

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news-2031 Tue, 09 Jan 2018 14:04:29 +0100 Apothekenmarkt: Umstrukturierung geht vor Konzentration AOK Baden-Württemberg empfiehlt Höchstpreissystem Die Zahl der deutschen Apotheken nehme weiterhin ab, noch aber sei „eine gute, flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln nicht gefährdet“, zitiert die dpa heute (09.01.2018) die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ABDA. Von einem Höchststand von 21.602 Apotheken zu Beginn des Jahres 2009 sei die Zahl der Apotheken bundesweit auf 20.023 bis Ende 2016 zurückgegangen.

Absolute Zahlen sagen wenig aus

Definitiv hat die Versorgungssicherheit der Bevölkerung höchste Priorität. Angaben über die absolute Zahl der Apotheken sagen über die Qualität der Versorgungssicherheit jedoch wenig aus. Konkurrieren in den Fußgängerzonen mancher Großstädte mitunter zwei oder drei Apotheken auf Sichtweite miteinander, stehen dieser Überversorgung ländliche Regionen gegenüber, in denen ganzen Ortschaften keine einzige Apotheke mehr zur Verfügung steht. Aus Sicht der AOK Baden-Württemberg sollte die Politik über ein verändertes Preisbildungssystem einen strukturellen Ausgleich begünstigen.

Das Problem: Auch Apotheken müssen rentabel wirtschaften. Anders als ein Handwerksbetrieb, die Gastronomie oder der Handel unterliegt die Offizin einer speziellen Form der Preisbildung. Die Arzneimittelpreisverordnung regelt die Abgabe verschreibungspflichtiger Fertigarzneimittel an Endverbraucher dergestalt, dass sie den Abgabepreis dieser Medikamente packungsbezogen vorgibt. Der Preis berechnet sich aus der Summe einer Pauschale von derzeit 8,35 Euro pro Packung, der um einen variablen Anteil von drei Prozent des Herstellerabgabepreises erhöht wird.

Stadtflucht begünstigen

Die Folge dieser Form der Preisbildung ist, dass sich Apotheken dort rechnen, wo sie besonders viele Einzelpackungen verkaufen können. Und das ist vor allem in der Nachbarschaft niedergelassener Ärzte in den Innenstädten der Fall. Für den Umzug aufs Land spricht aus Sicht der Apotheker momentan nicht viel.

Das zeigen auch Zahlen der AOK Baden-Württemberg, die sich mit der regionalen Verteilung der Apotheken und der Versicherten beschäftigt. So müssen sich in den Innenstädten von Freiburg und von Stuttgart lediglich 150 AOK-Versicherte eine Apotheke „teilen“, in Teilen des Kreises Heidenheim hingegen sind es schon rund 10.000. Je ländlicher die Region, desto dünner meist also die Versorgung mit Apotheken.

Der Apothekenversandhandel kann dazu beitragen, weniger gut mit Apotheken abgedeckte Regionen besser zu versorgen. Langfristig wirkt aber vor allem eine veränderte Preisbildung belebend auf die Versorgungsstruktur. Die AOK Baden-Württemberg spricht sich deshalb für ein flexibles Höchstpreissystem aus, das eine wünschenswerte Stadtflucht begünstigen müsste. Würden die derzeit bestehenden Festpreise in ein solches System überführt, stünde es Apothekern frei, von den Höchstpreisen unter marktwirtschaftlichen Kriterien nach unten abzuweichen. Der sich dann entwickelnde gesunde Wettbewerb würde zwangsläufig dazu führen, dass einige Apotheken aus den Ballungsräumen in ländliche Regionen abwandern müssten. Profitieren würde davon die Bevölkerung: Echte Versorgungssicherheit träte anstelle einer nur quantitativ behaupteten.

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news-2019 Wed, 27 Dec 2017 11:31:33 +0100 10.000 Lux bekämpfen Winter-Depression Die Tage werden kürzer, der Himmel ist meist grau und die Stimmung ist im Keller: Das muss nicht zu einer depressiven Störung führen. Einige Menschen sind jedoch in dieser Zeit anfälliger für depressive Erkrankungen. Eine saisonal bedingte Depression liegt dann vor, wenn in drei oder mehr aufeinander folgenden Jahren die depressiven Episoden immer zur gleichen Jahreszeit auftreten, meist im Herbst und Winter. In der Regel verschwinden die Anzeichen einer saisonal bedingten Depression nach drei bis vier Monaten wieder. Die Häufigkeit der Winter-Depression ist abhängig vom Breitengrad. In den deutschsprachigen Ländern sind etwa 2,5 % der Menschen betroffen. Jüngere haben ein erhöhtes Risiko, Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Sie macht sich vor allem durch ausgeprägte Antriebslosigkeit, ein gesteigertes Schlafbedürfnis und vermehrten Appetit, Gewichtszunahme und einen Heißhunger nach Süßigkeiten bemerkbar.

Im Falle einer Winter-Depression wird die psychische Verfassung vermutlich durch den Mangel an hellem Tageslicht getrübt. „Körperliche Bewegung im Freien hebt bei vielen Menschen die Stimmung und kann depressiven Episoden vorbeugen sowie die Symptome einer Depression lindern“, erläutert PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin und Psychotherapeutin von der AOK Baden-Württemberg. Empfohlen werden häufig Walking, Joggen und Radfahren. Zudem kann der Einsatz von sehr hellem Kunstlicht die Symptome der saisonalen Depression lindern“, ergänzt PD Dr. Sabine Knapstein. Die Behandlung mit dem Lichttherapiegerät erfolgt an mehreren Tagen und dauert jeweils rund 30 Minuten. Die Lichtstärke beträgt dabei zwischen 2.500 und 10.000 Lux.


Aktivitäten und Kurse, ergänzend zu einer Lichttherapie, bietet die AOK Baden-Württemberg für Ihre Mitglieder vor Ort. Mehr Informationen finden Sie hier.

 

 

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news-2002 Thu, 07 Dec 2017 09:18:34 +0100 Gesicherte Qualität im Krankenhaus G-BA beseitigt rechtliche Unschärfen Im kommenden Jahr könnte weitere Bewegung in die Qualitätssicherung bei stationären Eingriffen kommen. Denn der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat das Verfahren, mit dem Krankenhäuser darlegen sollen, dass sie die erforderliche Mindestmenge im folgenden Kalenderjahr voraussichtlich erreichen, überarbeitet. Die Neufassung soll im Jahr 2018 in Kraft treten. Es wurden Fristen für die Kliniken zur Darlegung der Prognose und die Landesverbände der Krankenkassen zur Bewertung der Prognose festgelegt. „Damit sind verfahrensrechtliche Unsicherheiten, die bislang bestanden, zumindest angegangen“, so Nadia Mussa, Fachbereichsleiterin Krankenhausversorgung bei der AOK Baden-Württemberg. Ob der G-BA die bislang bestehenden Lücken bei der inhaltlichen Bewertung damit erfolgreich schließen konnte, müsse die Praxis zeigen. „Das wünschen wir uns natürlich. Denn Mindestmengen sind ein wichtiges Instrument, die Qualität von Operationen im Interesse der Patienten sicherzustellen.“

Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) sieht das ähnlich. Auf ihrer Jahrespressekonferenz (05.12.2017) strich sie ihre besonderen Qualitätskriterien im Bereich der Allgemein- und Viszeralchirurgie heraus, die, ebenso wie die gesetzlichen Mindestmengen, einen direkten Zusammenhang zwischen Erfahrung und Erfolg attestieren. Die liegen deutlich über den Mindestmengen-Vorgaben des G-BA.

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news-2000 Wed, 06 Dec 2017 15:10:10 +0100 Gesundheit für die Hosentasche Apps der AOK Baden-Württemberg bieten Hilfe und wertvolle Informationen für einen gesunden Alltag Das veränderte Medienverhalten und die wachsende Nutzung von Social Media spiegeln sich auch im Gesundheitswesen wider. Die Apps der größten Krankenkasse im Südwesten bieten wertvolle Informationen zum Thema Gesundheit. Die Informationen können von allen Interessierten genutzt werden. Für AOK-Versicherte gibt es zusätzliche Serviceleistungen wie zum Beispiel die GPS-gestützte Suche nach AOK-KundenCentern oder die Navigation zu Partnern im AOK-Hausarzt-Program

Die Service-App „AOK Gut versorgt“ bietet zum Beispiel Unterstützung bei der Suche nach Apotheken und Ärzten, hilft bei der Suche nach einer ärztlichen Zweitmeinung und unterstützt bei der Planung von Vorsorgeuntersuchungen für die ganze Familie. Die AOK-App „Schwangerschaft“ gibt Schwangeren eine breite Palette von Informationen – von Vorsorgeuntersuchungen über Anträge zum Mutterschaftsgeld bis zu Tipps für eine gesunde Schwangerschaft. Weitere mobile Anwendungen der AOK Baden-Württemberg sind die App „Lebe Balance“, die dabei hilft Stress zu vermeiden und ausgeglichen zu leben, sowie die App „AOK Lexikon“, die Unternehmen zu wichtigen Themen der Sozialversicherung informiert.

Die direkten Links zu den Apps im App Store sowie Google Play finden Sie unter www.aok-bw.de/apps 

Aktuelle Informationen zum Gesundheitswesen und News zur AOK Baden-Württemberg finden Sie auch auf Twitter unter www.twitter.com/AOKBWPresse

 

 

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news-1995 Thu, 30 Nov 2017 10:52:57 +0100 Alkoholmissbrauch Auch die Versicherten der AOK Baden-Württemberg haben 2016 wieder etwas häufiger zur Flasche gegriffen. Jugendliche sind häufig betroffen, aber die reiferen Jahrgänge haben ihren Alkoholkonsum noch viel weniger im Griff. Trinken, bis nichts mehr geht?

 

Alkoholmissbrauch bleibt leider ein Thema - auch in Südwesten, und auch unter den Versicherten der AOK Baden-Württemberg. Über die Jahre 2011 bis 2016 haben sich die Fallzahlen der Versicherten, auf die die Hauptdiagnose "Komatrinken" anwendbar war, zwar tendenziell rückläufig entwickelt, im Jahr 2016 war jedoch wieder ein leichter Fallzahlenanstieg wahrnehmbar. Von 6.564 auf 6.645 Betroffenen stiegen im vergangenen Jahr die belegten Fälle an.

weitere Informationen

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news-1980 Wed, 22 Nov 2017 17:09:16 +0100 Quo vadis Gesundheitswesen? AOK Dialog bringt in Stuttgart Gesundheitsexperten zusammen In der Veranstaltungsreihe AOK Dialog trafen sich gestern in Stuttgart Experten aus dem Gesundheitswesen, um über die Zukunft der Branche zu diskutieren. Die AOK Baden-Württemberg hatte in der brisanten politischen Situation – zwischen Wahlen, Sondierungsgesprächen und einer neuen Regierungsbildung – Experten aus dem Gesundheitswesen und Diskussionsteilnehmer in die Staatsgalerie Stuttgart eingeladen. Unter dem Motto „Nach der Wahl verordnet: Die Hallo-Wach-Spritze für das Gesundheitssystem“ diskutierten Dr. Christopher Hermann, Vorsitzender des Vorstandes AOK Baden-Württemberg, Dr. Bernadette Klapper, Bereichsleiterin Themenbereich Gesundheit Robert Bosch Stiftung GmbH, Anette Dowideit, Reporterin Investigativteam Die Welt, Anno Fricke, Redakteur Hauptstadtbüro Ärzte Zeitung und Norbert Wallet, Hauptstadtkorrespondent Stuttgarter Nachrichten / Stuttgarter Zeitung.

Unter der Moderation von Wolfgang Molitor, stellvertretender Chefredakteur Stuttgarter Nachrichten, beleuchteten die Diskussionsteilnehmer Themen aus dem Gesundheitswesen, die nach den geplatzten Sondierungsgesprächen in Berlin weiter im Vakuum sind oder bereits seit längerem auf neue Impulse der Politik warten.

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion waren sich einig, dass das Gesundheitswesen mehr Reformationsbereitschaft benötigt, um die richtigen Anreize für Innovationen und nachhaltige Verbesserungen in Versorgung und Pflege zu setzen. Digitalisierung, die Vernetzung von stationärer und ambulanter Versorgung, die Kostenentwicklung bei Medikamenten, Restrukturierung in der Notfallversorgung sowie der Personalmangel in der Pflege waren einige der Brennpunkte, die vor den über 400 Gästen engagiert diskutiert wurden.

Unter www.twitter.com/AOKBWPresse finden Sie ausgewählte Zitate des AOK Dialogs und aktuelles rund um Gesundheitspolitik und Gesundheitswesen.

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news-1977 Tue, 21 Nov 2017 13:45:38 +0100 Sondierungsgespräche gescheitert Video: Jamaika ist raus – ist jetzt mehr Gesundheit drin? Die Berliner Sondierungsgespräche sind gescheitert, aus der Jamaika-Koalition an der Spree wird vorerst nichts. Was das für die Zukunft der Gesundheitspolitik bedeutet, wollten wir von namhaften Politikern wissen. Gesundheitspolitik

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news-1971 Mon, 20 Nov 2017 14:37:00 +0100 Pflegeheime deutlich besser als ihr Ruf Bis 2030 steigt die Anzahl der Menschen, die Pflege benötigten, um ein Drittel an „Zu lange und zu Unrecht wurde ‚ambulant vor stationär‘ postuliert und die Pflege im Heim damit diskreditiert“, sagt Britta March, verantwortlich für den Bereich Pflege bei der AOK Baden-Württemberg, vor dem Hintergrund der jüngsten Medienberichterstattung über die schlechten Zustände in deutschen Pflegeheimen. „Damit muss Schluss sein. Erstens, weil das Leben im Pflegeheim hierzulande deutlich besser ist als sein Ruf. Zweitens, weil die Gesellschaft des langen Lebens ambulant und stationär braucht.“ Denn bis 2030 werde die Zahl der Menschen, die Pflege benötigten, um ein Drittel steigen, so March weiter.

Nach aktuellem Kenntnisstand könnte die Anzahl der Pflegebedürftigen in Baden-Württemberg allein aus demografischen Gründen von 298.769 im Jahr 2013 um 103.000 zunehmen und im Jahr 2030 auf rund 402.000 steigen (Quelle: Statistisches Landesamt). Dies wäre ein Anstieg um 35 Prozent. Bis zum Jahr 2050 könnte die Anzahl pflegebedürftiger Menschen sogar um 93 Prozent zunehmen und damit um 279.000 Personen auf dann rund 578.000 Pflegebedürftige steigen.

„In der Gesellschaft des langen Lebens können und wollen die Menschen alt werden. Das bedeutet für viele Menschen Beeinträchtigungen, Hilfe- und Pflegebedarf im Alltag. Wo aber ein Mensch wohnt und Unterstützung und Pflege erhält, soll jeder für sich entscheiden können“, sagt March. Umso wichtiger ist die Erkenntnis, dass Lebensqualität auch im Pflegeheim möglich ist. „Es ist dringend notwendig, dass die Menschen die Vorurteile gegen die Pflege im Heim abbauen“, fordert March und ergänzt, dass schlechter Pflege immer konsequent begegnet werden müsse. „Heime generell an den Pranger zu stellen ist unfair, undifferenziert und falsch“, so March.

Bestätigt wird die AOK-Expertin auch eine aktuelle Forsa-Studie, die von der AOK Baden-Württemberg in Auftrag gegeben wurde. Die Befragten, die durch einen zu pflegenden Angehörigen eigene Erfahrungen mit Pflegeheimen gemacht haben, bewerten die Situation der Bewohnerinnen und Bewohner überwiegend positiv. Zwei Drittel von ihnen (67 Prozent) empfinden, dass sie sich dort wohlfühlen können. Ebenso viele (63 Prozent) sind überzeugt, dass man sich liebevoll um sie kümmert. Mehr als ein Drittel dieser Befragten (34 Prozent) würde das Wohnen im Alter im Pflegeheim der Pflege in den eigenen vier Wänden sogar vorziehen.

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news-1967 Fri, 17 Nov 2017 09:34:44 +0100 Vorlesetag Lesen ist wichtiger Baustein für emotionale Gesundheit Gesundheit misst sich nicht allein daran, ob der Körper funktioniert, sondern auch, wie wohl sich der Mensch im Körper fühlt. Auch deshalb unterstützt die AOK Baden-Württemberg seit Jahren den Bundesweiten Vorlesetag. Eine Studie der Stiftung Lesen belegt: 93 Prozent der Kinder, denen täglich vorgelesen wird, besitzen eine hohe Empathie und können so anderen helfen, denen es gerade einmal nicht so gut geht. Dagegen trifft dies nur auf 59 Prozent derjenigen zu, denen selten oder nie vorgelesen wird.

In diesem Jahr beteiligen sich erneut mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AOK Baden-Württemberg aktiv am Vorlesetag. Bei über 100 Veranstaltungen lesen sie mehr als 1.800 Kindern vor. Auf dem Programm stehen unter anderem Klassiker wie „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ von Andreas Steinhöfel und neuere Werke wie „Die Schule der Magischen Tiere“ von Margit Auer.

Mehr zum Bundesweiten Vorlesetag

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news-1958 Tue, 14 Nov 2017 16:14:17 +0100 COPD-Tag Frühzeitige Diagnose kann Lebensqualität retten Allein unter den Versicherten der AOK Baden-Württemberg leiden mehr als 160.000 Menschen an einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Die Dunkelziffer könnte deutlich höher sein. Denn die Krankheit entsteht schleichend. Oft vergehen zwischen den ersten Symptomen und der Diagnose Jahre. „Beschwerden wie hartnäckiger Husten werden anfangs oft für ,normalen, Raucherhusten, eine Bronchitis oder Asthma gehalten. Dass eine fortschreitende Erkrankung dahinter steckt, wird häufig erst erkannt, wenn bereits stärkere Beschwerden spürbar sind“, erklärt PD Dr. Sabine Knapstein, Fachärztin bei der AOK Baden-Württemberg. Viele Betroffene seien dann schon älter als 60 Jahre.

Frau Dr. Knapstein, COPD steht in Deutschland an Platz 6 der krankheitsbedingten Todesursachen. Dennoch ist die Krankheit immer noch relativ unbekannt. Was versteht man unter einer COPD?

„Bei der sogenannten chronisch obstruktiven Lungenerkrankung – kurz COPD – ist die Lunge dauerhaft geschädigt und die Bronchien sind verengt. Dadurch bekommt man bei fortgeschrittener COPD nur schwer genügend Luft. Schon Alltagstätigkeiten können dann ausreichen, um außer Atem zu geraten – wie Treppensteigen, Gartenarbeit oder ein Spaziergang.“

Was kann man gegen COPD tun?

„COPD ist derzeit nicht heilbar. Die Behandlung zielt deshalb darauf ab, das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten oder zumindest zu bremsen. Wichtig ist dann vor allem, aufs Rauchen zu verzichten. Körperliche Bewegung und Atemgymnastik sind wichtig, um die Lebensqualität zu erhalten und die Muskeln, insbesondere auch die Atemmuskulatur, zu stärken. Auch Medikamente können die Beschwerden lindern und Atemnot-Anfällen vorbeugen.“

Das heißt, eine frühzeitige Diagnose ist besonders wichtig. Wenn Menschen den Verdacht haben, an COPD erkrankt zu sein, was sind Warnsignale?

„Typische Symptome einer COPD sind Atemnot bei körperlicher Belastung – bei fortgeschrittener COPD bereits in Ruhe –, täglicher Husten über eine längere Zeit, Auswurf, Geräusche beim Atmen wie Pfeifen und Brummen und verstärkte Beschwerden bei Erkältungen oder Grippeerkrankungen.“

Lässt sich einer COPD vorbeugen?

„Es gibt einen starken Zusammenhang zwischen Rauchen und chronisch obstruktiver Lungenerkrankung: Es erkrankt zwar nicht jeder Raucher, aber fast 90 von 100 Menschen mit COPD rauchen oder haben früher geraucht. Auch Passivrauchen ist ein wichtiger Risikofaktor.“

Vielen Dank, Frau Dr. Knapstein.


Für Erkrankte bietet die AOK Baden-Württemberg besondere Information und Unterstützung. Mehr zu AOK-Curaplan COPD

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news-1954 Mon, 13 Nov 2017 15:03:41 +0100 Rund 1,1 Millionen Impfdosen ausgeliefert Die Versorgung mit Grippeimpfungen in Baden-Württemberg ist gesichert Die Grippesaison hat bereits begonnen, wie die Zahlen des Landesgesundheitsamts in Stuttgart zeigen: Im Oktober wurden in Baden-Württemberg 20 Influenza-Erkrankungen gemeldet. In den nächsten Wochen ist mit einem deutlichen Anstieg zu rechnen. Als wichtigster Schutz gegen eine Grippeerkrankung gilt die Grippeimpfung. vor allem Senioren, Schwangere, Menschen mit geschwächtem Immunsystem und Kleinkinder gelten als Risikogruppen. „Eine echte Grippe kommt dagegen im Kindes- und Jugendalter kaum vor“, weiß Dr. Hans-Peter Zipp, Kinder- und Jugendarzt bei der AOK Baden-Württemberg.

Generell ist eine Kostenübernahme für die Grippeimpfungen in Baden-Württemberg aufgrund einer Impfempfehlung des Ministeriums für Soziales und Integration für alle Bürgerinnen und Bürger möglich. Die Verfügbarkeit ausreichender Impfdosen konnten die gesetzlichen  Krankenkassen in Baden-Württemberg mit dem Anbieter Mylan vertraglich absichern. So konnten bis Anfang November ca. 1,1 Mio. Impfdosen ausgeliefert werden.

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news-1947 Thu, 09 Nov 2017 13:25:54 +0100 Gastbeitrag: Annelina Waller Fit Food Trends die glücklich machen? Genial und auch einfach geht es aber trotzdem, mit den aktuellen Fit Food Trends, die geschickt in die Mood Food Theorie und zuckerarme Ernährung passen. Dem negativen Beigeschmack von Trend möchte ich an dieser Stelle auch gleich mal entgegen wirken. Gesundheit

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news-1937 Mon, 06 Nov 2017 13:23:30 +0100 Überdurchschnittlich gut 211 Kliniken in Baden-Württemberg sind überdurchschnittlich gut Wer zu einer Behandlung ins Krankenhaus muss, möchte vorher wissen, welches Krankenhaus das richtige ist und ob er dort gut versorgt wird. Dabei hilft der Krankenhausnavigator. Unter www.aok-krankenhausnavigator.de gibt es umfassende und leicht verständlich aufbereitete Informationen über geeignete Kliniken in der Nähe des eigenen Wohnortes. Auch die Behandlungsqualität bei bestimmten Operationen und Eingriffen wird abgebildet.

Jetzt ist die Übersicht aktualisiert worden. Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) hat dazu die Behandlungen von mehr als 780.000 Patienten aus den Jahren 2013 bis 2015 ausgewertet. Ein wesentlicher Bestandteil der Auswertung ist die Qualitätssicherung der stationären Versorgung mit Routinedaten (QSR). In Baden-Württemberg haben 211 Kliniken überdurchschnittlich gut abgeschnitten. Darunter befinden sich auch mehrere Häuser, die in mehr als einem Krankheitsbild beste Resultate erzielen konnten. „Wir wollen unseren Versicherten mit leicht verständlichen Informationen helfen, das richtige Krankenhaus für sich auszuwählen. Die vor einer Operation zur Verfügung stehende Zeit soll genutzt werden, um sich über die Qualität von Kliniken bei einer Operation zu informieren“, sagt Jana Linsky, Referatsleiterin Krankenhaus Struktur, Qualität bei der AOK Baden-Württemberg.
Die Qualität der Behandlung wird zum Beispiel anhand von Komplikationsereignissen während und nach dem stationären Aufenthalt gemessen. Durch die bundesweite Erhebung stehen Versicherten umfangreiche Informationen zur Verfügung, um die Qualität von Krankenhäusern anhand objektiver Kriterien vergleichen zu können.

Das QSR-Verfahren wird von den AOKs bundesweit durchgeführt. Grundlage dafür bilden die Abrechnungsdaten, welche die Kliniken an die Krankenkassen liefern. Diese werden in anonymisierter Form durch das WIdO ausgewertet. Insgesamt acht Krankheitsbilder werden bei den veröffentlichten Bewertungen der Behandlungsqualität berücksichtigt.

Diese reichen vom Einsetzen künstlicher Knie- und Hüftgelenke über die Entfernung des Blinddarms oder der Gallenblase bis hin zu Eingriffen an der Prostata. Die Ergebnisse werden auf der Webseite des AOK-Krankenhausnavigators für den bundesweiten Vergleich für alle Patientinnen und Patienten zur Verfügung gestellt. Überdurchschnittlich gute Kliniken erhalten dabei drei Lebensbäume, durchschnittliche zwei und unterdurchschnittliche Krankenhäuser werden mit einem Lebensbaum gekennzeichnet.

In Baden-Württemberg ist der Anteil der Kliniken mit einer Bewertung von drei Bäumchen für die acht Indikationen höher als der Bundesdurchschnitt. Während der Bundesdurchschnitt bei einem Anteil von 20 Prozent der Kliniken mit drei Bäumchen liegt, erhielten im Südwesten zwischen 17 Prozent bei der Behandlung des Beninges Prostatasynsroms (BPS) und 43 Prozent bei der Behandlung von Oberschenkelbrüchen der Kliniken drei Bäumchen.

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news-1907 Wed, 25 Oct 2017 13:03:47 +0200 AOK Baden-Württemberg begrüßt die 1,5-Millionste Teilnehmerin ihres Hausarztprogramms Stefanie Herzog aus Schramberg ist die 1,5-Millionste Teilnehmerin des AOK-Hausarztprogramms in Baden-Württemberg. Sie hat sich in der Gemeinschaftspraxis von Dr. Susanne Andreae und Dr. Ralph Jäger und weiteren Ärzten in Schramberg-Sulgen eingeschrieben. Ihre Vorteile: Kürzere Wartezeiten, schnellere Facharzttermine, Abendsprechstunden bis 20 Uhr und keine Zuzahlungen bei vielen Medikamenten.

Pressemeldung und Grafiken

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news-1905 Tue, 24 Oct 2017 14:04:23 +0200 AOK Baden-Württemberg zählt in vier großen Städten des Landes zu den „Service-Königen“ Was haben Freiburg, Karlsruhe, Mannheim und Stuttgart gemein? Richtig – alle vier liegen in Baden-Württemberg. Da ist aber noch was: In allen vier Städten hat die Bevölkerung die AOK Baden-Württemberg zum „Service-König“ unter den Krankenkassen gewählt. In den 40 größten deutschen Städten sowie auf Bundesebene ermittelt FOCUS Money seit drei Jahren unter der Marke "DEUTSCHLAND TEST" aus 34 Branchen diejenigen Dienstleister, die dem individuellen Serviceempfinden der dort lebenden Verbraucher am weitesten entgegenkommen. In die Umfrage des Jahres 2017 flossen 300.000 Meinungsurteile ein.

Seine bewusst subjektiv angelegte Untersuchung führte DEUTSCHLAND TEST im Juli und August 2017 über ein Online-Panel bundesweit durch. Teilnehmer der Umfrage mussten dabei die Frage beantworten "Welcher Anbieter in (Branche) bietet in (Stadt) aus Ihrer Sicht den besten Kundenservice?" Für die Befragten gab es keine vorgegebenen Antworten. Sie trugen die Unternehmen und Marken ihrer Favoriten einfach in ein Freitextfeld ein.

Die Erstplatzierten jeder Stadt und jeder Branche erhalten von DEUTSCHLAND TEST den Titel „Service-König“. Ebenso verfährt die Jury in der Bundesentscheidung. In letzterer kann die AOK Baden-Württemberg als regional agierende Krankenkasse nicht auftauchen. Im Städteentscheid holte sie sich die Königskrone aber in vier der größten Städte des Landes: In Freiburg, Karlsruhe, Mannheim und Stuttgart vertraten die Teilnehmer der Untersuchung die Ansicht, dass sich die Südwest-AOK in Sachen Servicequalität von ihren Mitbewerbern absetzt.

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news-1942 Tue, 24 Oct 2017 11:06:00 +0200 AOK Baden-Württemberg begrüßt die 1,5-Millionste Teilnehmerin ihres Hausarztprogramms Stefanie Herzog aus Schramberg ist die 1,5-Millionste Teilnehmerin des AOK-Hausarztprogramms in Baden-Württemberg. Stefanie Herzog aus Schramberg ist die 1,5-Millionste Teilnehmerin des AOK-Hausarztprogramms in Baden-Württemberg. Sie hat sich in der Gemeinschaftspraxis von Dr. Susanne Andreae und Dr. Ralph Jäger und weiteren Ärzten in Schramberg-Sulgen eingeschrieben. Ihre Vorteile: Kürzere Wartezeiten, schnellere Facharzttermine, Abendsprechstunden bis 20 Uhr und keine Zuzahlungen bei vielen Medikamenten.

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news-1899 Thu, 19 Oct 2017 13:07:38 +0200 AOK Baden-Württemberg behauptet sich im Wettbewerb der Krankenkassen Die Bonusprogramme der AOK Baden-Württemberg sowie deren Kundenorientierung erhielten in diesem Monat gleich in drei namhaften Publikationen gute Noten. Kassentests

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