Krankenhaus-Qualität

Patientensicherheit durch verbindliche Indikatoren stärken

Datum: 17.10.2017

Die Qualität der Kliniken in Baden-Württemberg ist gut. Doch sie könnte noch besser sein, ist Nadia Mussa, Fachbereichsleiterin Krankenhausversorgung bei der AOK Baden-Württemberg sicher. „Für bestimmte Eingriffe gibt es hierzulande mehr Abteilungen als notwendig, so dass an manchen Orten Geld und Routine fehlen, um immer optimale Ergebnisse zu erzielen“, so Mussa. „Im Interesse der Patienten halten wir es für richtig, qualitativ gute Abteilungen anderen vorzuziehen.“

Zu diesem Zweck führte der Gesetzgeber für bestimmte Eingriffe im gynäkologischen Bereich sowie bei der Versorgung von Frühgeborenen Qualitätsindikatoren ein, die bei der zukünftigen Krankenhausplanung berücksichtigt werden sollen. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) als oberstes Gremium der Selbstverwaltung in der gesetzlichen Krankenversicherung empfiehlt den Bundesländern, Abteilungen, die diese Qualitätsindikatoren nicht erfüllen, zu schließen. Einige Bundesländer, so auch Baden-Württemberg, haben bereits angekündigt, dieser Empfehlung nicht zu folgen.

„Qualität muss stärker als bislang als ein zentrales Instrument der Krankenhausplanung berücksichtigt werden“, so Mussa. „Die Menschen im Südwesten haben es verdient, im besten statt im nächstbesten Krankenhaus behandelt zu werden.“ Natürlich, räumt Mussa ein, müsse sich das vom G-BA eingeführte Verfahren zunächst einmal einspielen. „Nur wenn Qualitätsstandards von allen Beteiligten gemeinsam getragen und akzeptiert werden, können sie ihre Wirkung entfalten.“ Im Interesse des Patientenschutzes müsse dies allerdings besser heute als morgen geschehen.

 

Die wichtigsten Antworten rund um die planungsrelevanten Qualitätsindikatoren.