65 Prozent der Baden-Württemberger bevorzugen das Leben im Alter daheim

Stationäre Pflege besser als ihr Ruf

Datum: 16.11.2017 / Kategorie: Pflege und Rehabilitation

Stuttgart

Nur jeder vierte Baden-Württemberger (27 Prozent) kann sich vorstellen, im Alter in ein Pflegeheim zu ziehen – oft aus Unwissenheit über die dortige Realität, wie eine repräsentative Befragung des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag der AOK Baden-Württemberg zeigt. Denn: Wer über zu pflegende Angehörige bereits Erfahrungen mit dem Leben im Heim gemacht hat, beurteilt es viel positiver. So würde mehr als ein Drittel dieser Befragten (34 Prozent) das Wohnen im Alter im Pflegeheim der Pflege in den eigenen vier Wänden vorziehen. „Zu lange und zu Unrecht wurde ‚ambulant vor stationär‘ postuliert und die Pflege im Heim damit diskreditiert“, so Britta March, verantwortlich für den Bereich Pflege bei der AOK Baden-Württemberg. „Damit muss Schluss sein. Erstens, weil das Leben im Pflegeheim hierzulande deutlich besser ist als sein Ruf. Zweitens, weil die Gesellschaft des langen Lebens ambulant und stationär braucht.“ Denn bis 2030 werde die Zahl der Menschen, die Pflege benötigten, um ein Drittel steigen, so March weiter. Es sei bedeutsam, den Menschen die freie Wahl zu lassen. Eine Wohnform auszuschließen, ohne nach dem individuellen Bedürfnis zu fragen, sei falsch.

 

In der Gesellschaft des langen Lebens könnten und wollten die Menschen alt werden. Das bedeute für viele Menschen Beeinträchtigungen, Hilfe- und Pflegebedarf im Alltag, so March weiter. Wo aber ein Mensch wohne und Unterstützung und Pflege erhalte, solle jeder für sich entscheiden können. „Es ist unsere Verantwortung, den Menschen mit Hilfe- und Pflegebedarf das ‚passende Zuhause‘ anbieten zu können – das Zuhause soll da erlebbar sein, wo der Hilfe- oder Pflegebedürftige wohnt. Und es längst erwiesen: Lebensqualität ist auch im Pflegeheim möglich. Es ist dringend notwendig, dass die Menschen die Vorurteile gegen die Pflege im Heim abbauen“, fordert March und ergänzt, dass schlechter Pflege immer konsequent begegnet werden müsse. Heime generell an den Pranger zu stellen sei unfair, undifferenziert und falsch.

 

Die Vorurteile sind gewaltig, wie die aktuelle forsa-Befragung im Auftrag der AOK Baden-Württemberg zeigt. Nur jeder zweite Baden-Württemberger (54 Prozent) glaubt, dass sich die Bewohnerinnen und Bewohner in einem Pflegeheim wohlfühlen können. Nicht einmal die Hälfte (42 Prozent) meint, man kümmere sich liebevoll um sie. Deutlich positiver bewerten diejenigen, die durch einen zu pflegenden Angehörigen eigene Erfahrungen mit Pflegeheimen gemacht haben, die Situation der Bewohnerinnen und Bewohner. Zwei Drittel von ihnen (67 Prozent) empfinden, dass sie sich dort wohlfühlen können. Ebenso viele (63 Prozent) sind überzeugt, dass man sich liebevoll um sie kümmert.

 

 

 

 

Hinweis an die Redaktionen:

Die repräsentative Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag der AOK Baden-Württemberg durchgeführt. Insgesamt 512 Personen ab 18 Jahren in Baden-Württemberg beantworteten dafür zwischen dem 8. und 18. August 2017 am TV-Bildschirm, PC, Laptop, Tablet oder Smartphone zu selbst gewählten Zeiten einen Fragebogen.

 

 

Kontakt zur Pressestelle

AOK Baden-Württemberg Pressestelle

Kontaktdaten der AOK Baden-Württemberg Pressestelle

E-Mail: presse@bw.aok.de
Telefon: 0711 2593-229
Telefax: 0711 2593-100

Presselstraße 19
70191 Stuttgart