Ärzteverbände und AOK:

Hickhack um Ärztehonorare im Südwesten kein Thema - die AOK-Haus- und Facharztverträge sorgen für Sicherheit

Datum: 04.09.2012 / Kategorie: Gesundheitspolitik

Stuttgart

Stuttgart, 04.09.2012 – Während der Honorarstreit auf Bundesebene zwischen GKV-Spitzenverband und Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) erneut Fahrt aufgenommen hat, sind sich der Hausärzteverband, MEDI und die AOK Baden-Württemberg einig: „Unsere Vertragspartnerschaft funktioniert. Mit dem Hausarztvertrag (HZV) haben wir uns vor über vier Jahren gemeinsam und bewusst für diese Alternative entschieden. Dank des Hausarztvertrages und der Facharztverträge gibt es im Land ein festes Fundament. Der aktuelle Konflikt auf Bundesebene ist deshalb für die an der HZV teilnehmenden Praxen kein Thema mehr von Bedeutung“, so der Landeschef des Hausärzteverbandes, Dr. Berthold Dietsche, am Dienstag (04.09.2012) in Stuttgart.

Durch die besonderen Honorarvereinbarungen in den sogenannten Selektivverträgen (Haus- und Fachärzteverträge) nimmt der Südwesten eine positive Sonderrolle ein: „Ärzte in den Verträgen erhalten von der AOK Baden-Württemberg Honorare, die im Schnitt gute 20 Prozent über den Einheitshonoraren liegen. Diese höhere Vergütung ist Ergebnis unseres gemeinsamen Verständnisses einer sinnvollen Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen in regionaler Verantwortung. Dafür übernehmen die beteiligten Ärzte auch zusätzliche Aufgaben wie die erweiterten Präventionsleistungen beim HZV-Arzt oder verbindliche Teilnahmen an qualifizierten Fortbildungsmaßnahmen“, so der Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann.

Dass die Uhren in Baden-Württemberg anders laufen bestätigen jüngste wissenschaftliche Gutachten: „Mit der Teilnahme am HZV-Vertrag steigt auch die Arbeitszufriedenheit der Hausärzte. Das ergibt sich nicht zuletzt aus dem höheren Einkommen. Die Forschungsergebnisse zeigen aber auch, dass die Ärzte im Hausarztvertrag die bessere Versorgungsform sehen. Ergo gibt es für Ärzte im Land nur gute Gründe, an den AOK-Verträgen teilzunehmen“, empfiehlt MEDI-Chef Dr. Werner Baumgärtner.

Insgesamt sehen sich die Vertragspartner in Baden-Württemberg durch die aktuellen Streitigkeiten in Berlin wiederholt bestätigt, dass zentralistische Vorgaben von nicht unmittelbar Verantwortung tragenden Akteuren keine sinnvollen Bedingungen für die regionale Versorgung der Versicherten schaffen. In den „verrosteten“ Berliner Verhandlungstraditionen gehe es immer nur um Geld, während die dringend notwendige Verknüpfung mit Strukturveränderungen unterbleibe.

AOK-Selektivverträge in Baden-Württemberg

  • Es nehmen über 1,1 Millionen der fast 3,9 Millionen Versicherten der AOK am HZV-Vertrag, über 100.000 AOK-Versicherte an den Facharztverträgen Kardiologie, Gastroenterologie sowie Psychotherapie teil.
  • Die AOK hat 2011 insgesamt 250 Millionen Euro in den HZV-Vertrag investiert; das sind rund 30 Prozent der Gesamtausgaben für hausärztliche Versorgung.

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