Ärztliche Kodierung von Diagnosen

SWR-Fernsehbeitrag in der Kritik - AOK Baden-Württemberg wehrt sich gegen Manipulationsvorwürfe

Datum: 18.10.2016 / Kategorie: Unternehmen AOK Baden-Württemberg

Stuttgart

Der SWR-Beitrag zum Thema ärztliche Kodierung von Diagnosen in der Landesschau des SWR-Fernsehens am vergangenen Mittwoch (12.10.2016) hat ein rechtliches Nachspiel. Die AOK Baden-Württemberg hat den Sender wegen mehrerer unwahrer Tatsachenbehauptungen und Behauptungen Dritter abgemahnt und zur Unterlassung aufgefordert sowie eine Gegendarstellung verlangt, was der Sender jedoch heute (18.10.2016) abgelehnt hat. „Es ist für mich in keiner Weise nachvollziehbar, dass sich eine Anstalt des öffentlichen Rechts wie der SWR nicht in der Lage sieht, offensichtlich belegbare Fehler und unwahre Behauptungen einzugestehen. Das ist für ein Leitmedium sehr enttäuschend“, stellt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, heute (18.10.2016) in Stuttgart fest. Die AOK Baden-Württemberg habe eine einvernehmliche, außergerichtliche Lösung versucht. Nachdem der SWR wohl auf eine gerichtliche Auseinandersetzung beharre, werde die AOK jetzt unmittelbar alle weiteren zu Gebote stehenden rechtlichen Schritte ergreifen.

Im besagten TV-Beitrag hatte der SWR gegenüber der AOK Baden-Württemberg einen unbegründeten Manipulationsvorwurf erhoben und versucht, diesen durch einen Arzt vor der Kamera bestätigen zu lassen. Dessen Behauptung, dass eine Aufforderung seitens der AOK erfolgt sei, bei einem Patienten eine bestimmte Krankheit zu diagnostizieren, ist nach AOK-Angaben falsch und entbehrt jeder Grundlage. Die AOK Baden-Württemberg setzt keine Manipulationsanreize für Ärzte, damit sie Patientinnen und Patienten auf dem Papier angeblich kränker machen als sie sind.

Die AOK Baden-Württemberg stellt zudem fest, seit Jahren überhaupt kein Gespräch mit dem betreffenden Arzt geführt zu haben. Ebenso weist sie den Vorwurf, angeblich Druck auf den Arzt zu einer bestimmten Diagnoseerstellung ausgeübt zu haben, entschieden zurück. Richtig ist dagegen, dass aus den Abrechnungsdaten über längere Zeit keine Diagnose ersichtlich ist, die medizinisch auf Grund des Zulassungsstatus der verordneten Medikamente plausibel wäre.

Ein weiterer Stein des Anstoßes in der besagten SWR-Landesschausendung ist laut AOK die dort getroffene Behauptung, die AOK Baden-Württemberg habe bestritten, in Arztpraxen mit Ärzten auch über das Thema Kodierung überhaupt zu reden. Laut AOK Baden-Württemberg ist auch dies eine Falschbehauptung, denn sie habe darüber bereits wiederholte Male und begründet öffentlich über ihren Arztpartner-Service (APS) informiert. Bei den 14 AOK-Bezirksdirektionen in Baden-Württemberg sind seit fast 10 Jahren jeweils 5 - 6 geschulte APS-Experten tätig und informieren im Turnus von zwei bis drei Mal pro Jahr Arztpraxen persönlich. Dazu gehört vor allem die Beratung über Entwicklungen in den bestehenden und in neuen Arztverträgen, wie aktuell zu dem am 1. Oktober 2016 gestarteten Facharztvertrag „Urologie“ sowie über die DMP-Programme und in den Bereichen der rationalen Arznei- und Heilmitteltherapie. Die Kodierqualität ist in diesem Zusammenhang zukunftsgerichtet insbesondere dann Thema, wenn es etwa um versorgungsrelevante systematische Fehlkodierungen geht.

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