AOK: 3,6 Millionen Euro für die Behandlung psychisch bedingter Essstörungen

Eltern sollen Essverhalten ihrer Kinder genau beobachten

Datum: 15.02.2010 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Stuttgart

Die stationäre Behandlung von Patienten mit psychisch bedingten Essstörungen hat 2009 Kosten in Höhe von rund 3,6 Millionen Euro verursacht. Das ergab eine Auswertung der AOK Baden-Württemberg. Insgesamt mussten 332 Patienten behandelt werden. Mit rund 41 Prozent litt fast die Hälfte an Magersucht (Anorexia Nervosa). Auf Platz zwei folgt mit rund 25 Prozent die Bulimie (Bulimia Nervosa). Im Schnitt kostete eine Behandlung 11.000 Euro.

"Nicht nur junge und heranwachsende Frauen sind von psychisch bedingten Essstörungen betroffen", sagt Dr. Rolf Hoberg, Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg. "In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass auch immer mehr Jungen und heranwachsende Männer an Essstörungen leiden."

Als Ursache sieht der AOK-Chef unter anderem die durch die Medien vermittelten Schönheitsideale, die oft nichts mehr mit einem gesunden Körpergewicht zu tun haben. "In dem Eifer, ihren Idolen nachzustreben oder Schönheitsideale zu erfüllen, rutschen einige Jugendliche in die lebensgefährliche Magersucht ab," so Hoberg weiter.

Besser als die Behandlungskosten zu übernehmen sei aber die Vermeidung der Krankheit, die oft ganz harmlos beginne. Hier seien auch die Eltern gefragt, beim Essverhalten ihrer Kinder nicht weg-, sondern hinzuschauen. Wer Auffälligkeiten bemerke, wie beispielsweise wenn Kinder bewusst wichtige Mahlzeiten immer wieder ausfallen lassen, sollte professionelle Hilfe suchen. "Plötzlicher Gewichtsverlust oder auch eine starke Gewichtszunahme können auf Essstörungen hindeuten. Ab einem Body Mass Index von unter 18 bzw. über 30 sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden", sagt Hoberg weiter.

Die zahlreichen AOK-Kundencenter im Land helfen vor Ort bei der Suche nach einem geeigneten Ansprechpartner. Allgemeine Fragen beantwortet auch das AOK-Care-Telefon unter der Nummer 0180-10 50 500 (0,039 Euro/min aus dem deutschen Festnetz, aus dem Mobilfunknetz höchstens 0,42 Euro/min).

Hinweis für die Redaktion:

Der Body Mass Index berechnet sich nach folgender Formel:

Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße in Metern zum Quadrat

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