AOK: Angebot zur Pflegepause wird kaum genutzt

Pflegende Angehörige sollen sich umfangreich informieren

Datum: 14.07.2011 / Kategorie: Pflege und Rehabilitation

Stuttgart

Über 250.000 Baden-Württemberger pflegen ihre Angehörigen selbst. Aber nur ein Bruchteil davon nimmt Leistungen in Anspruch, um sich von ihrer Aufgabe zu erholen. Darauf macht die AOK Baden-Württemberg aufmerksam. So haben 2010 nach Schätzungen der AOK nur rund 18.000 AOK-Versicherte die Verhinderungspflege genutzt. Bei dieser wird die Pflege einmal jährlich für bis zu vier Wochen von einer Ersatzpflegekraft übernommen, damit die Angehörigen sich erholen können. Pflegende Angehörige sollten sich deshalb umfassend über die Leistungen informieren, die ihnen zustehen.

„Pflegende Angehörige setzen sich enormen körperlichen, psychischen und zeitlichen Belastungen aus. Oft bleibt dabei keine Zeit, sich über von der Pflegekasse geförderte Erholungsmöglichkeiten zu informieren“, sagt Dr. Rolf Hoberg, Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg. Doch diese Zeit sollte man sich laut AOK unbedingt nehmen, denn es sei unverzichtbar, öfters auch einmal „abzuschalten“. „Der Druck, der mit der Pflege eines Angehörigen verbunden ist, kann schnell zu ernsten gesundheitlichen Schäden führen. Am Ende ist damit weder dem Pflegebedürftigen noch dem Angehörigen geholfen“, sagt Hoberg.

Angebote der Pflegekasse gebe es genügend. Bei der sogenannten Verhinderungspflege beispielsweise erhält jeder Pflegedürftige, der in eine Pflegestufe eingestuft ist, pro Jahr bis zu 1.510 Euro. Damit kann ein Ersatz für die Dauer von bis zu vier Wochen organisiert werden, beispielsweise ein Pflegedienst oder durch Privatpersonen.

„Offensichtlich wissen das immer noch zu wenige Menschen“, sagt Hoberg. „Die AOK steht ihren Versicherten deshalb als einzige Krankenkasse in Baden-Württemberg mit einem Sozialen Dienst mit landesweit über 140 qualifizierten Mitarbeitern zur Seite. Rund 50 davon kümmern sich um die Bedürfnisse Pflegebedürftiger und deren Angehöriger.“ Dank der Arbeit dieser Mitarbeiter sei auch im Bereich der Verhinderungspflege bereits ein Aufwärtstrend zu erkennen. Nach eigenen Angaben gab die AOK im Jahr 2010 rund 28 Millionen Euro für die Verhinderungspflege aus – das sind 23 Prozent mehr als im Vorjahr.

Bei Fragen zum Thema Pflege können sich AOK-Versicherte jederzeit an eines von landesweit über 250 AOK-Kundencenter wenden. Rund um die Uhr steht die Pflegeberatung am AOK-Care-Telefon unter der Nummer 0180 10 50 500 zur Verfügung (0,039 Euro/min aus dem deutschen Festnetz, aus dem Mobilfunknetz höchstens 0,42 Euro/min).

Hinweis für die Redaktionen:

Die AOK biete auch schon seit Jahren das umfassende Service-Paket „Hilfen für Pflegende“ an, das Pflegepersonen sicher durch den Alltag begleitet. Dazu gehören ambulante Gesundheitsangebote der AOK, wie Rückentraining und Entspannungskurse, Vorsorgekuren in den AOK-Kliniken, Beratung durch AOK-Fachkräfte und psychosoziale Unterstützung zum Beispiel in den „Gesprächskreisen für Pflegende“.

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