AOK: Aufwärtstrend zum „Komasaufen“ bei Jugendlichen schwächt ab

Zahl der stationären Fälle im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2009 nur minimal gestiegen

Datum: 02.09.2010 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Stuttgart

Im ersten Halbjahr 2010 waren 835 Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren wegen Alkoholmissbrauch im Krankenhaus. Das ergab eine aktuelle Auswertung der AOK Baden-Württemberg. Das sind nur vier Fälle mehr als im zweiten Halbjahr 2009. Die AOK hofft, dass sich damit eine Trendwende im Kampf gegen das „Komasaufen“ ankündigt.

„835 Jugendliche sind immer noch 835 zu viel“, sagt Dr. Rolf Hoberg, Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg. „Der Anstieg um nur 0,5 Prozent ist im Vergleich zu den letzten Zuwachsraten von bis zu 20 Prozent pro Jahr aber auf jeden Fall ein Hoffnungsschimmer.“ Allerdings habe sich die Verweildauer im Krankenhaus um 0,09 Tage auf durchschnittlich 1,59 Tage erhöht. Auch die Behandlungskosten seien weiter gestiegen. „Rund 514.000 Euro hat die AOK Baden-Württemberg für die Behandlung dieser Fälle ausgegeben – das sind rund 30.000 Euro mehr als im zweiten Halbjahr 2009.“ Grund dafür sind laut Hoberg die höheren Fallpauschalen, die Anfang des Jahres mit den Krankenhäusern vereinbart wurden: „2009 kostete eine solche Behandlung im Schnitt noch 584 Euro, 2010 sind es rund 615 Euro.“

Trotz der höheren Ausgaben ist der AOK-Chef mit dem Trend grundsätzlich zufrieden. „Das zeigt, dass die vielfältigen Maßnahmen zur Suchtprophylaxe der letzten Jahre endlich Früchte tragen.“ So fördert die AOK Baden-Württemberg nach eigenen Angaben seit Jahren die Beauftragten für Suchtprophylaxe der Stadt- und Landkreise – aktuell mit über 300.000 Euro pro Jahr.

Einen Schwerpunkt setzt die AOK dabei auf die Förderung von Programmen gegen den Missbrauch von Alkohol bei Jugendlichen. Einige Maßnahmen seien dabei etwas unkonventionell, aber effektiv. Hoberg: „Wir möchten das Übel an der Wurzel packen und die Jugendlichen da abholen, wo es für sie peinlich wird – noch im Krankenhaus, während sie ihren Rausch ausschlafen.“ Ist ein Jugendlicher wegen Alkoholmissbrauch im Krankenhaus gelandet, wird laut AOK, wenn möglich noch während des Krankenhausaufenthaltes, ein Suchtbeauftragter informiert, der direkt mit dem Jugendlichen Kontakt aufnimmt und so frühzeitig geeignete Maßnahmen zur Suchtprävention in die Wege leiten kann.

Hoberg: „Damit sind wir in Baden-Württemberg auf einem guten Weg, das sogenannte „Komasaufen“ effektiv in den Griff zu bekommen.“ Das Grundlagenpapier des Landes zur Suchtprävention sei ein Schritt in die richtige Richtung.

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