AOK: Aufwand für die Pflege wird durch demographische Entwicklung weiter steigen

Pflegefälle durch innovative Projekte rechtzeitig vermeiden

Datum: 19.02.2010 / Kategorie: Pflege und Rehabilitation

Stuttgart

Pflege boomt, doch damit steigen auch die Belastungen: Seit Jahren steigt der Aufwand im Bereich Pflegeversicherung. Im Jahr 2008 hat die AOK in Baden-Württemberg fast 1,2 Milliarden Euro für Pflegeleistungen aufgewendet. Gegen diese Entwicklung hilft nach Ansicht von Dr. Rolf Hoberg, Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg, nur eines: „Wir müssen unsere Versicherten im Alter möglichst lange fit halten und vor Bettlägerigkeit schützen.“

Jeder neunte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte arbeitet in Baden-Württemberg in einem Gesundheits- oder Pflegeberuf. In den letzten zehn Jahren stieg die Zahl landesweit um über 23 Prozent (oder 78.200) auf 415.000 an, meldet das Statistische Landesamt. Von diesem Zuwachs entfallen allein auf die Altenpflege 22.000 zusätzliche Beschäftigte (plus 57 Prozent). Dr. Rolf Hoberg sieht diesen Boom mit gemischten Gefühlen: „Dies hat auch Auswirkungen auf die Pflegekosten.“

Die bessere Alternative sieht die AOK darin, die Versicherten im Alter möglichst lange fit zu halten und die Pflegebedürftigkeit so lange als möglich zu vermeiden. Entsprechend richte die AOK Baden-Württemberg inzwischen auch ihre Angebote aus. Ein Beispiel: „AOK-proReha“, ein Programm der AOK Baden-Württemberg speziell für Hüft- und Kniegelenks-Patienten. Dabei geht es darum, die Rehabilitation nach der Operation so zu gestalten, dass sie optimal auf die Altersklasse abgestimmt ist und schnellstmögliche Heilung fördert. 12.089 AOK-Versicherte haben 2009 nach Einsatz eines neuen Knie- oder Hüftgelenks eine entsprechende Rehabilitation erhalten, jeder dritte dieser Patienten war über 75 Jahre alt.

„Eine solche Operation bringt nicht nur neue Beweglichkeit im Alter, sie erhält auch die Selbständigkeit und Alltagskompetenz“, sagt Dr. Rolf Hoberg, Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg.

Das Programm läuft seit Mitte 2008. Mit den Zahlen von 2009 liegt jetzt erstmals eine Gesamtbilanz vor und die belegt, so Dr. Rolf Hoberg, „den vollen Erfolg“. „AOK-proReha“ wurde zusammen mit der Uni-Klinik Freiburg entwickelt. Seit Beginn im Mai 2008 wuchs die Zahl der Kliniken, die AOK-proReha anbieten, bereits auf 53 im ganzen Land. Dr. Rolf Hoberg: „Unsere Versicherten gewinnen damit neue Lebensqualität und wir ersparen uns die Kosten für bettlägerige Pflegefälle.“

Damit es gar nicht erst zu einer Knie- oder Hüftgelenks-OP kommt, führt die AOK Baden-Württemberg gemeinsam mit Pflegeinrichtungen das Programm „Sturzprävention in Pflegeheimen“ durch. Hoberg: „Pro Jahr geschehen in baden-württembergischen Pflegeheimen mehr als 140.000 Stürze. Die meisten davon ziehen komplizierte und langwierige Brüche nach sich.“

Laut Hoberg können solche Stürze bereits durch einfache Maßnahmen verhindert werden. Wesentliche Inhalte der AOK-Sturz-prävention sind deshalb die Qualifizierung des Pflegepersonals, eine Analyse des Sturzgeschehens, die Umgebungsgestaltung, die Pflegeorganisation sowie das Bewegungstraining. Die Sicherheit der älteren Menschen im Alltag wird gestärkt und dadurch auch die Angst reduziert. Oberschenkelbrüche und Krankenhauseinweisungen werden vermieden.

Laut AOK-Angaben wurden bereits über 770 Einrichtungen im Lande geschult, bis Ende 2010 sollen insgesamt 850 Einrichtungen die Sturzprävention umsetzen.

Mehr Informationen über die Pflegeleistungen der AOK Baden-Württemberg gibt es auf der Messe „Pflege und Reha“ in Stuttgart vom 23. bis 25.02.2010 am Messestand in Halle 4 / Stand E 51.

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