AOK Baden-Württemberg fordert mehr politischen Mut in Berlin

Hermann: „Chance für Neuanfang in der Gesundheitspolitik nutzen“

Datum: 22.11.2017 / Kategorie: Gesundheitspolitik

Stuttgart

„Nachdem sich die Parteien im Wahlkampf und in den nun gescheiterten Jamaika-Sondierungsgesprächen nicht gerade mit Feuereifer um das Thema Gesundheitspolitik gekümmert haben, bietet sich einer wie auch immer gearteten neuen Bundesregierung nun die Chance eines echten Neuanfangs“, sagt Dr. Christopher Hermann. Der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg fordert weiterhin, den Krankenkassen endlich mehr Gestaltungsspielräume zu eröffnen, um den Versorgungswettbewerb zugunsten der Versicherten zu befördern: „Wir brauchen kassenspezifische, dezentrale Lösungen sowohl in der ambulanten und stationären als auch in der sektorenübergreifenden Versorgung. Für die Politik kann die Losung jetzt nur heißen: echter Neustart statt fortgesetzter Reformeritis!“

In der Bevölkerung erkennt der AOK-Chef hohe Unterstützung für seine Forderung. Das Meinungsforschungsinstitut Kantar hatte im Vorfeld der Bundestagswahl in einer repräsentativen Umfrage ermittelt, dass sich 60 Prozent der Befragten wünschen, von ihrer Krankenkasse mehr Möglichkeiten zu erhalten, um die gesundheitliche Versorgung zu gestalten. „Immer noch“, so Hermann weiter, „diktieren zwanghafte Kollektivverträge zwischen Krankenkassenverbänden und Kliniken die stationäre Versorgung. Der überkommene ordnungspolitische Rahmen ist nicht darauf ausgelegt, dort eine sektorenübergreifende und wettbewerbsorientierte Qualitätsversorgung zu ermöglichen.“ In der ambulant-ärztlichen Versorgung habe die AOK Baden-Württemberg mit ihren Direktverträgen gemeinsam mit ihren Arztpartnern im Land für mittlerweile über 1,5 Millionen Versicherte eine erfolgreiche Alternative geschaffen, die der klinischen Versorgung als Vorbild dienen könne.

„Wir sind überall dort besonders erfolgreich, wo wir direkt für unsere Versicherten verhandeln können“, unterstreicht Hermann. Die AOK beweise das seit nunmehr zehn Jahren in der Arzneimittelversorgung: „Mit den Arzneimittelrabattverträgen konnte die AOK Baden-Württemberg bei gleichbleibender Qualität der Arzneimittel allein 2016 rund 213 Millionen Euro einsparen, die unserer Versichertengemeinschaft durch Investitionen in verbesserte Versorgungsstrukturen zugutekommen.“

Versorgungssicherheit ist für den AOK-Chef auch bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens ein Kernthema. Für eine verlässliche Versorgung gerade im ländlichen Raum sieht Hermann in der Telemedizin eine zukunftsweisende Option. „Natürlich setzt das eine weitere Lockerung des Fernbehandlungsverbots voraus. Zudem brauchen wir auch hier einen klaren Ordnungsrahmen, der Interoperabilität sicherstellt und Vernetzung fördert. Ich setze auf die Lernfähigkeit der Politik, aus Fehlern wie bei der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte die notwendigen Schlüsse zu ziehen.“

„Nach der Wahl verordnet: die ‚Hallo-Wach-Spritze‘ für das Gesundheitssystem“ hieß am 21.11.2017 das Thema der Veranstaltung „AOK Baden-Württemberg im Dialog“ in der Stuttgarter Staatsgalerie.

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