AOK Baden-Württemberg im Dialog:

Hochwertige Gesundheitsversorgung braucht zukunftsfähige Strukturen

Datum: 02.04.2014 / Kategorie: Gesundheitspolitik

Stuttgart

Gesundheit ist eine wichtige Voraussetzung sowohl dafür, dass sich individuelle Lebenspläne erfüllen können als auch dafür, dass die Wirtschaft funktioniert. Die AOK Baden-Württemberg hat als bedeutender Akteur des Gesundheitswesens im Südwesten beides im Blick. Anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens hat sich die größte Krankenkasse im Land erneut zu ihrer sozialen und wirtschaftlichen Verantwortung bekannt. „Wir werden uns weiterhin für eine hochwertige Gesundheitsversorgung stark machen und für zukunftsfähige Strukturen im Gesundheitswesen einsetzen“, versprach Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg.

Bei der Veranstaltung „AOK Baden-Württemberg im Dialog“ in der Stuttgarter Liederhalle am Dienstagabend (1. April) wurde der Gestaltungswille spürbar. Die für Multiplikatoren des Gesundheitswesens konzipierte Reihe widmete sich ganz der Frage nach der Bedeutung des Gesundheitswesens als Sozial- und Wirtschaftsfaktor in Baden-Württemberg. Im Land ist die Gesundheitsbranche der mit Abstand beschäftigungsstärkste Wirtschaftssektor. Fast 614.000 Menschen (11,9 Prozent aller Beschäftigten) arbeiteten 2011 im Gesundheitsbereich. Von 2000 bis 2011 stieg die Zahl der Arbeitsplätze laut Angaben des Statistischen Landesamtes um 15 Prozent.

Hermann machte deutlich, dass die AOK Baden-Württemberg bei der Gestaltung der Gesundheitsversorgung für ihre mehr als 3,9 Millionen Versicherten und für 225.000 Arbeitgeber sowohl den Sozial- als auch den Wirtschaftsfaktor im Blick habe. Er unterstrich die herausragende soziale Verantwortung für die Gesundheit der Menschen im Land mit Fakten: „Wir haben 2013 mehr als 13 Milliarden Euro für Gesundheitsleistungen und Pflege ausgegeben, davon allein 3,6 Milliarden für den Krankenhausbereich, fast 1,8 Milliarden für die ambulante Versorgung und über 1,7 Milliarden für Arzneimittel und Impfstoffe.“ In die Gesundheitsprävention seien 19 Millionen Euro investiert worden. Mehr als 6.200 Kurse würden jährlich von 62.000 Menschen genutzt. Mit 1.400 Betrieben im Land gäbe es Kooperationen im Betrieblichen Gesundheitsmanagement.

Als Wünsche für eine zukunftsfähige Entwicklung im Gesundheitswesen nannte der AOK-Chef vor allem einen echten Qualitätswettbewerb um den größtmöglichen Patientennutzen, klare und planbare finanzielle Rahmenbedingungen für die Krankenversicherung sowie Fortschritte bei der Pflege und der konsequenten Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs. Da es darauf ankomme, das Gesundheitssystem nachhaltig zu entwickeln, müssten die verschiedenen Partner umso mehr an einem Strang ziehen.

Peer-Michael Dick, alternierender Vorsitzender des Verwaltungsrats, wies darauf hin, dass das Gesundheitswesen in den letzten 25 Jahren über 30 Reformgesetze durchlaufen habe und heute in seiner Komplexität von Patienten und Versicherten häufig wie ein Dschungel wahrgenommen werde. Bei der Zukunftsgestaltung komme es daher darauf an, mehr Transparenz in das System zu bringen. „Mit unseren rund 250 Kundencentern im Land, die nah bei den Versicherten sind, können wir unseren Teil dazu beitragen, indem wir unseren Kunden orientiert an ihren Bedürfnissen im Gesundheitswesen konkret weiterhelfen.“

Prof. Dr. Eberhard Wille, Gesundheitsökonom und Mitglied im Sachverständigenrat für das Gesundheitswesen, sensibilisierte dafür, dass der strukturelle Rahmen der Gesetzlichen Krankenversicherung an absehbare Entwicklungen im Gesundheitswesen angepasst werden müsse. Angesichts des wachsenden Versorgungsbedarfs infolge des demographischen Wandels und der steigenden Nachfrage nach ärztlichen Leistungen sollten bereits bestehende Optionen für mehr Wettbewerb an der Schnittstelle zwischen ambulanter und stationärer Versorgung besser genutzt werden.Wille: „Das Versorgungsstrukturgesetz hat mit der neu konzipierten ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung einen einheitlichen Rechtsrahmen geschaffen. Bislang umfasst dieser Versorgungsbereich aber nur ein schmales Leistungsspektrum.“ Außerdem sollten Krankenkassen in Zukunft Verträge mit einzelnen Krankenhäusern für ein definiertes Spektrum ausgewählter Leistungen, zum Beispiel für ambulante Operationen, schließen können, empfahl Wille.

In einer prominent besetzten Talkrunde diskutierte AOK-Chef Hermann unter anderem mit Katrin Altpeter, Ministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familien, Frauen und Senioren des Landes Baden-Württemberg über die Frage, ob sich mit Blick auf die Entwicklung des Gesundheitswesens Sozial- und Wirtschaftsfaktor ergänzen oder eher im Widerspruch zueinander stehen. Zu einem differenzierten Blick auf unterschiedliche Facetten des Themas trugen auch Gesundheitsökonom Wille, Irmtraut Gürkan, Kaufmännische Direktorin des Universitätsklinikums Heidelberg, sowie Dr. Michael Zeiß, Chefredakteur SWR Fernsehen Baden-Württemberg, bei.

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