AOK Baden-Württemberg: Krankenstand im ersten Halbjahr 2012 auf Vorjahresniveau

Chronische Erkrankungen als häufigste Ursache für längere Fehlzeiten. Anteil psychischer Erkrankungen nimmt drastisch zu.

Datum: 18.09.2012 / Kategorie: Krankenstand

Stuttgart

Stuttgart, 17.09.2012 – Der Krankenstand in Baden-Württemberg ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nicht gestiegen. Die Auswertung der Fehlzeiten der pflicht- und freiwillig Versicherten ergab für das erste Halbjahr 2012 einen Krankenstand von 4,9 Prozent (Erstes Halbjahr 2011: ebenfalls 4,9 Prozent). Pro Jahr waren die bei der AOK Baden-Württemberg versicherten Arbeitnehmer im Schnitt 7,9 Tage krank geschrieben. 38 Prozent aller krankheitsbedingten Fehlzeiten gingen auf chronische Langzeiterkrankungen von mehr als sechs Wochen zurück. (Erstes Halbjahr 2011: knapp 38 Prozent). Der Anteil psychischer Erkrankungen ist um 0,6 Prozentpunkte auf 10,2 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage gestiegen. (Vorjahreszeitraum: 9,6 Prozent). Darauf hat die AOK Baden-Württemberg mit einem Facharztvertrag für Psychotherapie bereits reagiert.

Junge Arbeitnehmer in der Altersgruppe zwischen 20 und 29 Jahren haben mit 3,5 Prozent einen vergleichsweise niedrigeren Krankenstand als etwa Arbeitnehmer über 60 Jahren, bei denen ein Krankenstand von 7,8 Prozent zu verzeichnen ist. Bei den Männern betrug der Krankenstand 5,0 Prozent (im ersten Halbjahr 2011: 5,0 Prozent), bei den Frauen 4,7 Prozent (im ersten Halbjahr 2011: 4,7 Prozent).

Besonders häufig waren bei den Krankheitsursachen die Krankheitsgruppen Muskel- und Skeletterkrankungen, Krankheiten des Atmungssystems, Verletzungen und Vergiftungen sowie psychische Störungen vertreten. Knapp 64 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage gingen auf sie zurück. 22,2 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage entfallen dabei auf Muskel- und Skeletterkrankungen, insbesondere auf Rückenerkrankungen.

Der Anteil psychischer Erkrankungen ist um 0,6 Prozentpunkte auf 10,2 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage gestiegen (erstes Halbjahr 2011: 9,6 Prozent). Auf diesen Trend hat die AOK Baden-Württemberg bereits reagiert: „Der deutliche Anstieg der psychischen Erkrankungen gibt Anlass zur Sorge. Wir liegen aktuell bei zehn Prozent. Vor zehn Jahren war es noch nicht einmal die Hälfte. Entsprechend sind auch die Kosten für Medikamente gestiegen. Vorsorgemöglichkeiten und Behandlungsstrukturen müssen dringend verändert werden, damit diese Entwicklung gestoppt werden kann, so der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann, in Stuttgart. „Zusammen mit unseren ärztlichen und psychotherapeutischen Vertragspartnern haben wir in sehr intensiven und konstruktiven Verhandlungen ein innovatives Konzept entwickelt, das passgenau auf unsere regionalen Versorgungsbedürfnisse zugeschnitten ist“, so Hermann weiter.

Das neue Versorgungsangebot für Psychotherapie ermöglicht kürzere Wartezeiten, eine genauere Diagnostik und mehr Therapieangebote für eine individuellere Behandlung.

Relativ hohe Krankenstände sind wegen der eher körperlich belastenden Tätigkeiten bei Montierern (6,6 Prozent), Lager- und Transportarbeitern (6,4 Prozent) sowie Raumpflegern (6,2 Prozent) aufgetreten. Eher niedrige Krankenstände gab es bei Sprechstundenhilfen (2,7 Prozent), Bankfachangestellten (3,1 Prozent) sowie Bürofachkräften, Kellnern und Groß- und Einzelhandelskaufleuten (jeweils 3,3 Prozent).

Auf die Branchen übertragen ist der Krankenstand bei den Pflegeberufen (6,2 Prozent), in der Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren (5,9 Prozent), der Kraftfahrzeugherstellung sowie den Verkehrsdienstleistungen (jeweils 5,7 Prozent) relativ hoch, während das Kreditgewerbe (3,3 Prozent), das Gastgewerbe (3,6 Prozent), die Interessenvertretungen sowie kirchliche und sonstige religiöse Gemeinschaften (4,0 Prozent) eher niedrige Krankenstände verzeichneten.

Als weitere Gegenmaßnahme hält die AOK Baden-Württemberg die Vorsorge am Arbeitsplatz für einen der wichtigsten Ansatzpunkte. Firmen, die sich hier engagieren wollen, stellt die AOK spezielle Instrumente der Krankenstandsanalyse zur Verfügung: Mit deren Hilfe können mögliche Krankheits- und Belastungsschwerpunkte ermittelt und schließlich entsprechende Gesundheitsmaßnahmen entwickelt werden. Landesweit machten im ersten Halbjahr 2012 davon rund 800 Unternehmen Gebrauch.

Anmerkung für die Redaktionen:

Weitere ausgewählte Statistikergebnisse sind als Anlage beigefügt. Informationen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung der AOK Baden-Württemberg im Internet unter www.aok-business.de/baw unter der Rubrik „Gesunde Unternehmen“.

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