AOK Baden-Württemberg: Leichter Abwärtstrend beim "Komasaufen"

Alkoholbedingte Krankenhauseinweisungen bei Jugendlichen im Vergleich zu 2010 zurückgegangen

Datum: 04.06.2012 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Stuttgart

Stuttgart, 02.06.2012. In Baden-Württemberg wurden im Jahr 2011 nach Auswertungen der AOK Baden-Württemberg 1.619 Jugendliche unter 20 Jahren wegen einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. Damit sind im Vergleich zu 2010 die alkoholbedingten Krankenhauseinweisungen bei Jugendlichen um 2,3% zurückgegangen. Im Vorjahr betrug die Anzahl der Einweisungen noch 1.657.

"Wir freuen uns über den Rückgang an sogenannten Komatrinkern", sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg. "Gleichzeitig hoffen wir, dass sich dieser Trend auch weiterhin fortsetzt und wir für das Jahr 2012 ebenfalls rückläufige Zahlen feststellen können." Alkoholkonsum bei Jugendlichen ist besonders schädlich, da die körperliche Entwicklung in diesem Alter noch nicht abgeschlossen ist. "Der Alkohol kann in jungen Jahren nur sehr langsam abgebaut werden, daher führen bereits geringe Mengen zu schweren Schädigungen und Vergiftungen", erläutert Hermann. Am stärksten gefährdet sei das Gehirn, dessen Reifung meist erst mit dem 17. Lebensjahr abgeschlossen ist.

Insgesamt haben die Kosten für die stationäre Behandlung der jugendlichen Komatrinker 2011 mit rund 1 Millionen Euro zu Buche geschlagen. Durchschnittlich sind das etwa 621 Euro pro Patient. Darüber hinaus stellt AOK-Vorstandschef Hermann fest: "Im Durchschnitt sind die eingelieferten Jugendlichen 17,16 Jahre. Es ist eine weitere positive Nachricht, dass das Durchschnittsalter der Komatrinker in den vergangenen Jahren nicht mehr zurückgegangen ist."

Auffällig ist hingegen das geschlechterspezifische Konsumverhalten: Der Alkoholmissbrauch ist bei Jungen stärker verbreitet als bei Mädchen. Rund 61 Prozent der stationär zu behandelnden Jugendlichen im Jahr 2011 waren männliche Versicherte. "Die unterschiedlichen Zielgruppen müssen bei den Präventionsmaßnahmen noch stärker berücksichtigt werden", so Hermann. Gleichzeitig sei davon auszugehen, dass bereits ergriffene Maßnahmen zur Suchtprophylaxe erste Wirkungen zeigen. "Wir nehmen an, dass beispielsweise aufgrund breit angelegter Aufklärungskampagnen sowie infolge des Alkoholverbots nach 22 Uhr an Tankstellen, Kiosken und Supermärkten die gesellschaftliche Sensibilität für das Thema Alkoholkonsum bei Jugendlichen geschärft wurde", so Hermann weiter.

Die AOK Baden-Württemberg fördert darüber hinaus seit Jahren die suchtpräventiven Projekte der kommunalen Suchtbeauftragten in den Stadt- und Landkreisen mit über 300.000 Euro pro Jahr. Wird ein Jugendlicher mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert, wird nach Möglichkeit noch während des Krankenhausaufenthalts ein Suchbeauftragter informiert. "Dieser kontaktiert die betroffenen Jugendlichen, um frühzeitig geeignete und individuelle Suchtpräventionsmaßnahmen einzuleiten", erläutert Hermann.

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