AOK Baden-Württemberg: Rettungsdienstreform sollte Polizeireform folgen

Nicht nur bei der Polizei auch beim Rettungsdienst und der Feuerwehr unterstützt die AOK Baden-Württemberg eine Bündelung der Leitstellen.

Datum: 02.02.2012 / Kategorie: Gesundheitspolitik

Stuttgart

"Eine Reform zur Bündelung der Leitstellen, wie sie jetzt für die Polizei vorliegt, fordern wir seit Jahren auch für die Organisation des Rettungsdienstes und der Feuerwehr", so Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg am Donnerstag (02.02.2012) aus Anlass des 8. Stuttgarter Intensivkongresses. Innenminister Reinhold Gall (SPD) hatte am 25. Januar 2012 in Stuttgart die Eckpunkte der Polizeireform vorgestellt, wonach es in Baden-Württemberg künftig nur noch 12 regionale anstatt 41 Leitstellen geben soll.

"Bei der Rettung von Menschenleben zählt jede Sekunde. Deshalb ist es wichtig, dass wir möglichst viele Ressourcen in eine leistungsstarke und qualitative Versorgung der Menschen und nicht in einen ineffektiven Verwaltungsapparat stecken. Acht integrierte Leitstellen wären für die Organisation des Rettungsdienstes landesweit die richtige Größenordnung", betont Hermann.

Laut AOK Baden-Württemberg bestehen in Baden-Württemberg derzeit 34 Rettungsleitstellen ohne gegenseitige Vernetzung. Durch eine Bündelung und Verknüpfung von Leitstellen könnte das Personal effektiver eingesetzt werden und die neuen Leitstellen wären ökonomischer. "Allein die Kosten für die geplante Einführung des Digitalfunks würden sich auf rund 30 Mio. Euro belaufen, wenn wir die aktuellen Strukturen beibehalten. Dieser Investitionsaufwand könnte gedrittelt und besser in die Versorgung investiert werden. Wir müssen uns also wirklich fragen, ob wir solche Summen in eine Struktur investieren, die absolut nicht zukunftsfähig ist", so Hermann.

Eine Bündelung der Leitstellen würde laut AOK Baden-Württemberg aber auch deutliche Vorteile in den Notfall-Situationen bringen. Durch mehr Personal in der anrufaufnehmenden Leitstelle könnten die Einsätze auch bei stärkerem Einsatzaufkommen schneller vermittelt und dadurch die Eintreffzeiten verkürzt werden. Hinzu komme, dass die Disponenten landesweiten Zugriff auf alle freien Kapazitäten hätten und so weitere Zeit für Anfahrtswege und Wartezeiten eingespart werden könne. Durch die Vernetzung der Leitstellen untereinander wäre weiterhin ein geordneter Ablauf im unwahrscheinlichen Fall eines technischen Ausfalls einer Leitstelle besser als heute gesichert.

"Ich appelliere an die Landesregierung, die Erkenntnisse aus der Polizeireform auch auf den Rettungsdienst zu übertragen und die Ergebnisse der von uns bereits 2006 vorgelegten Studie zur Leitstellenstruktur in Baden-Württemberg unmittelbar aufzunehmen", so Hermann.

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