AOK Baden-Württemberg stellt „Agenda Gesundheit“ zur Bundestagswahl vor

Mit der „Agenda Gesundheit: An morgen denken – heute handeln“ stellt die AOK Baden-Württemberg ihre gesundheitspolitischen Forderungen an die neue Bundesregierung vor. Die „Agenda Gesundheit“ befasst sich dabei mit der zentralen Frage, wie das Gesundheitssystem heute gestaltet werden muss, um künftige Herausforderungen zu meistern. „Auf unserer Agenda steht das Stichwort ‚Qualität‘ ganz oben. Denn nur mit diesem Anspruch können wir überhaupt eine qualitativ hochwertige Versorgung sichern, die dazu auf einer soliden und nachhaltigen Finanzierung basiert“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, anlässlich der Veröffentlichung.

Datum: 19.09.2013 / Kategorie: Gesundheitspolitik

Stuttgart

„Wir haben uns als AOK Baden-Württemberg schon lange dem Ziel einer qualitativ hochwertigen Versorgung verschrieben, gleichzeitig fordern wir aber auch die Politik dazu auf, das Thema Qualität ganz weit oben auf die politische Agenda zu setzen“, erklärt Hermann. Qualität erreiche man etwa durch innovative und leitlinienorientierte Versorgungsformen: Dies stellt die AOK Baden-Württemberg mit den Hausarzt- und Facharztverträgen bereits seit Jahren unter Beweis. „Zukunftsorientierte Krankenkassen brauchen hier aber deutlich mehr Handlungsspielräume. Denn obwohl wir klar belegen können, dass die hausarztzentrierte Versorgung zu mehr Qualität in der Versorgung führt, sperrt sich die Politik dagegen, bestehende Hürden endlich zu beseitigen“, so Hermann weiter. Konkret bedeute dies die Streichung des 2011 eingeführten Finanzierungsvorbehalts bei Hausarztverträgen.

Eine mindestens ebenso große Reformbaustelle bilde die stationäre Versorgung. Hier bestehe bislang überhaupt keine Möglichkeit direkte Verträge mit einzelnen Krankenhäusern abzuschließen – im Gegenteil: die Krankenkassen unterliegen nach wie vor einem nivellierenden Kontrahierungszwang, d.h. sie müssen Behandlungskosten in allen Krankenhäusern erstatten. Insbesondere bei planbaren Operationen, wie zum Beispiel an Knie, Hüfte oder Schulter könne aber gerade über selektive Vereinbarungen ein deutlich höheres Maß an Qualität sichergestellt werden. Direktverträge würden zudem zur Lösung eines weiteren, lange bestehenden Problems beitragen: „Die Versorgungsstrukturen im stationären Bereich werden effizienter, da Selektivverträge dazu führen, dass nicht mehr jedes Krankenhaus meint alles anbieten zu müssen. Denn nur wer in der Lage ist, die notwendige Qualität zu leisten, wird auf dem Markt auch bestehen können“, schlussfolgert Hermann.

Um eine qualitativ hochwertige Versorgung zu sichern, fordert die AOK Baden-Württemberg mehr Wettbewerb – in zweierlei Hinsicht: Zum einen verhindern zentralistische Strukturen, wie etwa der Zwang zu einheitlichem und gemeinsamen Handeln, dass es einen tatsächlichen Vertrags- und Qualitätswettbewerb vielfach gar nicht gibt. Könnten Krankenkassen eigenverantwortlich im Sinne ihrer Versicherten handeln, würde dies den Systemwettbewerb um die beste Versorgung befördern. Denn derzeit steht nicht der Qualitätswettbewerb im Vordergrund, sondern es geht vor allem darum, wie eine Krankenkasse einen Zusatzbeitrag verhindert. Deshalb brauchen Krankenkassen Vertrags- und Beitragssatzautonomie.

Zum anderen fehlt es an nachvollziehbaren Rahmenbedingungen zwischen den Systemen GKV und PKV, weshalb auch hier nicht von wirklichem Wettbewerb gesprochen werden kann. So hat heute in Wahrheit nur eine ganz kleine Minderheit der Bevölkerung überhaupt eine Wahlmöglichkeit zwischen den beiden Versicherungssystemen. Von Wettbewerb kann nur die Rede sein, wenn es um junge Gutverdiener geht. „Wir brauchen endlich einen einheitlichen Versicherungsmarkt mit gleichen und fairen Wettbewerbsbedingungen für alle. Dazu gehören gleiche Wahlfreiheiten für alle Versicherten, eine solidarische Finanzierung und ein umfassender Leistungskatalog", fordert Hermann.

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