AOK Baden-Württemberg stellt leicht gestiegenen Krankenstand fest

Anteil psychischer Erkrankungen weiterhin auf hohem Niveau

Datum: 19.08.2013 / Kategorie: Krankenstand

Stuttgart

Der Krankenstand in Baden-Württemberg lag im 1. Halbjahr 2013 bei 5,1 Prozent und ist damit gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Dies ergab eine Auswertung der krankheitsbedingten Fehlzeiten der pflicht- und freiwillig Versicherten der AOK Baden-Württemberg. Das Halbjahresergebnis der Jahre 2012 und 2011 hatte jeweils 4,9 Prozent betragen. Ursächlich für diese Entwicklung ist die Zunahme von Erkrankungen des Atmungssystems. Rückenleiden und Erkrankungen aufgrund psychischer Belastungen bleiben unverändert auf einem hohen Niveau.

Der Anteil der Erkrankungen des Atmungssystems, also vor allem Erkältungskrankheiten, lag mit 17,6 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage) deutlich über dem des ersten Halbjahrs 2012 (14,0 Prozent) und 2011 (13,8 Prozent). Besonders häufig wurden dabei „Akute Infektionen der oberen Atemwege“ und „Akute Bronchitis“ diagnostiziert. In absoluten Zahlen, die man anhand der AU-Tage je 100 Versicherungsjahre misst, liegt der Wert der Atemwegserkrankungen bei 437,0. Dies bedeutet gegenüber dem ersten Halbjahr 2012 (314,0) einen Anstieg um 39,2 Prozent.

„Der lange, relativ kalte und feuchte Winter hat vielen Menschen zweifelsohne zugesetzt“, sagt die Ärztin und Psychotherapeutin bei der AOK, PD Dr. Sabine Knapstein. Unabhängig, wie der Winter ausfalle – gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung helfen dem Körper, eine Infektion abzuwehren: „Egal ob Laufen, Walken, Fahrradfahren oder regelmäßige Spaziergänge – Bewegung an der frischen Luft stärkt die Abwehrkräfte“, so Knapstein. Darüber hinaus rät die AOK besonders älteren Menschen zur jährlichen Grippeschutzimpfung.

Die Erkältungskrankheiten liegen als Ursache für eine Arbeitsunfähigkeit an zweiter Stelle hinter den „Muskel- und Skeletterkrankungen sowie Erkrankungen des Bindegewebes“, worunter insbesondere Rückenerkrankungen zu verstehen sind. Diese schlagen bei den AOK-Versicherten mit 20,6 Prozent aller AU-Tage zu Buche. „Auch hier gilt: Durch geeigneten Sport lassen sich bis zu 80 Prozent aller Rückenschmerzen kurieren“, betont die AOK-Ärztin.

Mit 9,2 Prozent liegt der Anteil der psychischen Erkrankungen weiterhin besorgniserregend hoch. Die Tatsache, dass ihr prozentualer Anteil leicht unter dem von 2012 (10,2 Prozent) und 2011 (9,6 Prozent) liegt, bedeute dabei keineswegs eine Trendwende, sondern sei vielmehr auf den im ersten Halbjahr 2013 überdurchschnittlichen Anteil der Erkältungskrankheiten zurückzuführen, so Christian Konrad, bei der AOK Baden-Württemberg für betriebliches Gesundheitsmanagement verantwortlich. Dies belegen die absoluten Zahlen: „Sie liegen 2013 mit einem Wert von 229,7 sogar noch über denen von 2012 (228,1) und 2011 (220,2)“, so Konrad. Unter den psychischen Erkrankungen war laut AOK eine „depressive Episode“ mit 26,0 Prozent die mit Abstand häufigste Diagnose, gefolgt von „Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen“ (19,3 Prozent).

„Nicht nur bei Erkältung, sondern auch bei depressiven Episoden sind Laufen und Walken ein wirksames Mittel, der Erkrankung vorzubeugen oder sie zu lindern“, erläutert PD Dr. Sabine Knapstein. „Darüber hinaus helfen Entspannungsübungen und positive Gemeinschaftserlebnisse in der Gruppe über die Beschwerden hinweg.“ Erholungspausen während der Arbeit seien ebenfalls ein wirksames Mittel, Stress als häufiger Ursache von depressiven Erkrankungen vorzubeugen. „Bei wiederholten oder länger andauernden depressiven Beschwerden oder schweren Belastungsstörungen sollten Betroffene allerdings professionelle Hilfe durch einen Psychotherapeuten in Anspruch nehmen“, so Knapstein.

Insgesamt waren im ersten Halbjahr 2013 48,9 Prozent der Beschäftigten mindestens einmal krankgeschrieben, dabei etwas mehr Frauen (49,7 Prozent) als Männer (48,2 Prozent). Bezogen auf das Alter ist der Krankenstand mit 3,7 Prozent bei den 30- bis 39-Jährigen am niedrigsten. Anders herum bei Beschäftigten, die über 50 Jahre alt sind: Hier lag der Krankenstand bei 6,7 Prozent und bei den über 60-Jährigen sogar bei 7,9 Prozent.

Anmerkung für die Redaktionen:

Weitere ausgewählte Statistikergebnisse sind als Anlage beigefügt.

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