AOK Baden-Württemberg: Zahl der Krebspatienten weiterhin sehr hoch

Besorgniserregender Anstieg der Neuerkrankungen von Lungenkrebs bei Frauen

Datum: 22.10.2013 / Kategorie: Sonstiges

Stuttgart

Trotz verbesserter Behandlungsmethoden und Fortschritten in der Wissenschaft ist Krebs nach wie vor eine sehr häufige Erkrankung und die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. „Das frühzeitige Erkennen verbessert die Erfolgsaussichten beziehungsweise die Möglichkeiten der Behandlung vieler Tumore“, sagt der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann. „Die AOK bietet ihren Mitgliedern daher bereits ab dem Alter von 20 Jahren kostenlose Krebsfrüherkennungsuntersuchungen an. Ich rate allen, dieses Angebot auch tatsächlich wahrzunehmen.“

Im vergangenen Jahr mussten sich insgesamt rund 179.000 Versicherte der AOK Baden-Württemberg einer Krebsbehandlung in ambulanter oder stationärer Form unterziehen, dies entspricht einem Anteil von etwa 4,6 Prozent. Der Anteil bei Frauen (4,5 Prozent) liegt dabei etwas unter dem der männlichen Patienten (4,7 Prozent). Frauen sind im mittleren Alter häufiger als Männer von Krebs betroffen, Männer eher im höheren Alter: Bei den über 85- Jährigen leiden knapp 13 Prozent der Frauen, aber mehr als 25 Prozent der männlichen Versicherten an Krebs.

Zu den häufigsten Krebsformen zählen der Brustkrebs mit rund 34.000 Betroffenen (dies entspricht knapp 1,7 Prozent der weiblichen Versicherten), gefolgt von Hautkrebs (bösartiges Melanom und sonstige bösartige Neubildungen der Haut, rund 33.600 oder 0,9 Prozent aller Versicherten). An dritter Stelle folgen Krebs-Erkrankungen der männlichen Genitalorgane (zumeist Prostatakrebs) mit rund 31.300 Fällen, dies entspricht etwas mehr als 1,7 Prozent der männlichen Versicherten. An vierter Stelle liegt Krebs der Verdauungsorgane (zumeist Darmkrebs) mit rund 27.700 Fällen (0,7 Prozent).

Starker Anstieg der Neuerkrankungsrate von Lungenkrebs bei Frauen

Rund 33.000 AOK-Versicherte im Land, zirka 17.000 Frauen und zirka 16.000 Männer, sind im vergangenen Jahr neu an Krebs erkrankt. Die Neuerkrankungsrate nimmt mit dem Alter stark zu. Während bei 60- bis 64-jährigen Versicherten rund 1.500 Neuerkrankungen auf 100.000 Versicherte zu verzeichnen sind, steigt die Neuerkrankungsrate bei Versicherten ab einem Alter von 85 Jahren auf zirka 2.900 Neuerkrankungen auf 100.000 Versicherte und damit fast auf das Doppelte.

Die mit Abstand meisten Neuerkrankungen während des vergangenen Jahres (Inzidenz) verzeichnet die AOK Baden-Württemberg bei Hautkrebs. Die altersstandardisierte Inzidenzrate, welche die Neuerkrankungshäufigkeit am durchschnittlichen Alter der Bevölkerung misst, lag hier bei zirka 159 Neuerkrankungen auf 100.000 Versicherte. Ebenfalls häufig sind Neuerkrankungen bei Brustkrebs (zirka 143 Neuerkrankungen auf 100.000 Versicherte), Prostatakrebs (zirka 123) und Darmkrebs (zirka 56).

„Beunruhigend ist die Neuerkrankungsrate von Lungen- beziehungsweise Luftröhrenkrebs bei Frauen, die seit dem Jahr 2009 um zirka drei Prozent gestiegen ist“, sagt Priv.-Doz. Dr. Sabine Knapstein, Ärztin und Psychotherapeutin bei der AOK, „der Trend, dass immer mehr Frauen rauchen, schlägt sich hier sichtbar negativ nieder.“ Die Neuerkrankungsrate ist im selben Zeitraum weiterhin bei Blutkrebs (Lymphome oder Leukämien, zirka 1,1 Prozent) sowie Darm- und Hautkrebs (jeweils zirka 0,5 Prozent) überdurchschnittlich stark angestiegen.

Die AOK Baden-Württemberg hat im vergangenen Jahr mehr als 360 Millionen Euro für die Behandlung von Krebspatienten im Krankenhaus ausgegeben.

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