AOK fordert bessere Behandlungsstrukturen bei Krebserkrankungen

Selbstverantwortung für Krebsvorsorge stärken

Datum: 25.08.2015 / Kategorie: AOK-Angebote und Leistungen

Stuttgart

Die AOK Baden-Württemberg spricht sich für eine insgesamt bessere Verzahnung der Behandlungsstrukturen bei Krebserkrankungen aus. Begründet sei dies allein schon durch die steigende Zahl an Neuerkrankungen. Nach Expertenmeinungen werden Krebserkrankungen in ihren vielfältigen Formen in der Gesellschaft des langen Lebens als „Alterskrankheit“ weiter deutlich zunehmen. Schon heute erkranken in Deutschland jährlich rund eine halbe Millionen Menschen neu an Krebs. Gesundheitsexperten wie jüngst Prof. Karl Lauterbach gehen davon aus, dass bereits bis zum Jahr 2030 weltweit mit sechzig Prozent mehr Neuerkrankungen zu rechnen ist.

In Baden-Württemberg ist laut AOK die Zahl der Krebserkrankungen unter den AOK-Versicherten von 2008 auf 2014 jährlich um über zwei Prozent auf mehr als 200.000 gestiegen. Besonders betroffen sei die Altersgruppe der 70- bis 84-Jährigen, was die „Alterskrankheit Krebs“ mehr als deutlich bestätige. „Diese Zahlen führen schon für sich genommen zu Herausforderungen für das Gesundheitswesen. Neue, genotypspezifische und extrem teure Arzneimittel werden verstärkt auf den Markt kommen. Neben Wirksamkeits- und Finanzierungsfragen wird der angemessene Einsatz dieser Mittel auch eine hohe Spezialisierung unter den Ärzten notwendig machen“, so der Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann, am Dienstag (25.08.2015) in Stuttgart. Die AOK sieht hier die Notwendigkeit, die Diagnostik und Behandlungsplanung in spezialisierten

Zentren weiter zu konzentrieren und gleichzeitig eine flächendeckende Vernetzung mit Ärzten und Krankenhäusern auszubauen. Hermann: „Ziel muss es sein, den medizinisch notwendigen Zugang zu spezialisierten Therapien für alle Patientinnen und Patienten dauerhaft sicherzustellen.“

Früherkennung und Vorsorge sind für die AOK aber ebenso entscheidende Faktoren: „Mehr Aufklärung und Information tun not. Eine Kampagne pro Jahr und viele bunte Broschüren können nicht genügen. Wir brauchen auch hier eine Vernetzung, damit die Information konstant und über möglichst viele Kanäle, auch Arztpraxen, laufen kann“, so Hermann weiter. Moderne diagnostische und therapeutische Verfahren ermöglichten es, Tumore möglichst früh zu diagnostizieren – mit deutlich besseren Heilungschancen. Als Behandlungsmethoden stünden in erster Linie Operationen, Strahlen- und Chemotherapie zur Verfügung. Insgesamt lägen die Heilungschancen mittels dieser Methoden bei knapp 50 Prozent.

Hinzu kommen die immer wieder zu nennenden positiven Einflüsse einer gesunden Lebensführung. Vor allem durch den Verzicht auf das Rauchen, eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, die Vermeidung von Übergewicht sowie sportliche Betätigung und ausreichend Bewegung kann laut AOK jeder Einzelne die eigenen Abwehrkräfte gegen Krebsgefahren stärken.

Zusatzinformationen

- Sollte auf Grund einer Tumorerkrankung ein schwerwiegender operativer Eingriff nötig sein, können sich Patientinnen und Patienten auch eine ärztliche Zweitmeinung einholen. Experten, die die AOK Baden-Württemberg vermittelt, stehen mit Rat und Tat zur Seite. 2014 waren von 1.400 individuellen Zweitmeinungsanfragen 22 Prozent aus dem Bereich der Onkologie.

- Menschen sind in sehr unterschiedlichem Maße anfällig für Krebs. Diejenigen, deren Eltern bestimmte Gene weitergaben, haben ein viel höheres Risiko. Das sind aber nur fünf Prozent aller Krebspatienten. 95 Prozent aller Fälle sind das Ergebnis von vermeidbaren Risikofaktoren oder purem Zufall (Quelle: Karl Lauterbach: „Die Krebsindustrie – Wie eine Krankheit Deutschland erobert“, Rowohlt Verlag Berlin, 2015).

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