AOK: Herzerkrankungen bei Frauen oft spät erkannt

Diagnostik und Beratung müssen verbessert werden
Kardiologievertrag der AOK soll auch diesbezüglich Abhilfe schaffen

Datum: 19.04.2010 / Kategorie: AOK-Facharztprogramm

Stuttgart

Herzerkrankungen von Frauen werden laut AOK noch zu selten rechtzeitig bei der Kardiologin oder beim Kardiologen behandelt. „Wir gehen davon aus, dass rund ein Drittel der geschätzten 300.000 von Herzinsuffizienz und koronarer Herzerkrankung jährlich betroffenen Frauen in Baden-Württemberg später als notwendig in die Kardiologiepraxis kommen“, so der Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg, Dr. Rolf Hoberg, am Montag (19.04.2010) in Stuttgart.

Die Gründe liegen für die Herzspezialistin Dr. Irmtraud Kruck aus Ludwigsburg auf der Hand: „Frauen erkranken anders als Männer und das gilt vor allem auch bei Herzerkrankungen. Es besteht zwar wissenschaftlich kein Zweifel daran, dass Frauen andere Beschwerden oder erste Anzeichen entwickeln, die auf eine Herzerkrankung schließen lassen, als Männer. Doch zu oft verstreicht wertvolle Zeit, bis die Herz-/Kreislauf-Erkrankung endlich festgestellt ist.“

Die AOK will das jetzt ändern und setzt bei der Diagnostik an: „Mit unserem Kardiologievertrag sorgen wir gemeinsam mit der Ärzteseite für einen schnelleren Austausch aller wichtigen Informationen zwischen dem Hausarzt/der Hausärztin und dem Kardiologen/der Kardiologin. Für die Diagnostik von Herz-/Kreislaufbeschwerden von Frauen gilt das besonders. Gleich beim ersten Hausarztbesuch sollen Symptome richtig zugeordnet werden und gegebenenfalls eine schnelle Weiterbehandlung in der Kardiologiepraxis erfolgen. Dieses ärztliche Zusammenspiel ist das A und O einer wirkungsvollen Versorgung, die unser Vertrag jetzt in den Feldern Medikamente, Lebensstil- und Risikoberatung klar regelt“, so AOK-Chef Hoberg. Die Kardiologin Kruck freut sich über das rege Interesse ihrer Patienten: „In unserer Praxis konnten wir bereits viele AOK-Versicherte von den Vorteilen der koordinierten Versorgung überzeugen.“

Mittlerweile haben landesweit laut AOK-Angaben weit mehr als die Hälfte der niedergelassenen Kardiologinnen/Kardiologen und kardiologisch tätigen Internistinnen/Internisten ihre Teilnahme am AOK-Vertrag erklärt. Jeder der teilnehmenden Ärzte muss auch eine moderne und hochwertige technische Ausstattung seiner Praxis gerade für diagnostische Zwecke vorhalten: „Bei der Herzinsuffizienz führt erst der genaue Ultraschall des Herzens zu einer richtigen Einschätzung des Krankheitsbildes“, bestätigt Dr. Norbert Smetak, 1. Vorsitzender des Bundesverbandes Niedergelassener Kardiologen (BNK).

Aus seiner Praxis in Kirchheim kann der Kardiologe wichtige frauenspezifische Symptome beschreiben, die auf Herzerkrankungen hindeuten könnten. Smetak: „Frauen geben häufiger als Männer Atemnot und Schmerzen im Oberbauch als Beschwerden an. Zusätzlich wird oft über starke Übelkeit geklagt. Nicht selten lenken die genannten Symptome bei Frauen häufiger als bei Männern von der Diagnose Herzinfarkt ab, so dass die notfallmedizinische Hilfe zu spät oder gar nicht gerufen wird.“

Weitere Informationen

und eine aktuelle Übersicht über die Kardiologen, die am AOK-Vertrag teilnehmen, ist im Internet unter

www.aok-bw.de/facharztprogramm abrufbar.

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