AOK: Neuordnung der medizinischen Versorgung dringend nötig

Mehr Qualität und Effizienz sind erreichbar

Datum: 02.05.2013 / Kategorie: Gesundheitspolitik

Stuttgart

Verkrustete Strukturen zu identifizieren und aufzulösen, darin sieht der Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann, die vordringlichste Aufgabe der Politik und die Grundvoraussetzung für mehr Qualität und Effizienz im bundesdeutschen Gesundheitswesen. „Anpacken heißt die Devise nach der Wahl im September – aber an den richtigen Stellen: Wenn Versicherte und Patienten als Akteure wirklich in den Mittelpunkt des Geschehens gerückt werden, kommen wir ganz schnell zu anderen Versorgungsstrukturen. Zum Beispiel zu solchen, wie wir sie in Baden-Württemberg zusammen mit den Ärztepartnern für rund 1,1 Millionen Versicherte und fast 3.500 Hausärzte erfolgreich organisiert haben“, so Hermann am Donnerstag (02.05.2013) in Berlin aus Anlass des von der Friedrich-Ebert-Stiftung vorgestellten Grundlagenpapiers zur Neuordnung der Versorgung, bei dem der AOK-Chef einer der Autoren ist.

Die Direktverträge der AOK mit Arztverbänden im Südwesten gehen nachweislich mit einem Qualitätswettbewerb einher, der am Ende den Patienten zugute komme. Nur werde dieses Vorgehen bis heute aufgrund unzureichender gesetzlicher Rahmenbedingungen insgesamt strukturell behindert. Hermann: „Was uns vor fünf Jahren möglich war, braucht heute den Gesetzgeber, der den Weg breiter freimachen sollte. Er muss für Krankenkassen, die ein Interesse daran haben, für ihre Versicherten eine qualitativ bessere Versorgung zu organisieren, neue Möglichkeiten eröffnen. Im Übrigen darf der Wettbewerb unter den Kassen sich nicht nur in grünen, blauen oder weißen Buttons ausdrücken. Über die Qualität und den Zuschnitt ihrer Angebote in Prävention und Versorgung müssen sich die Kassen untereinander messen.“

Mehr Wettbewerbselemente gehören nach den Worten des AOK-Chefs auch unter die Leistungsanbieter. Die Zukunftsfähigkeit kleiner Praxiseinheiten stehe heute schon, nicht zuletzt wegen der Landarztprobleme, stark auf dem Prüfstand. Hermann: „Auch dies wird ein langfristiger Prozess. Der Sachverständigenrat im Gesundheitswesen hat dazu immer wieder ausgeführt, dass die ambulante Versorgung mit den heutigen kleinen Praxiseinheiten auf Dauer nicht mehr sichergestellt werden könne. Politik wie alle anderen Akteure im Gesundheitswesen sollten gemeinsam an intelligenten Systemen und Prozessen arbeiten, damit durch investive, finanzielle Anreize beispielsweise Ärztehäuser aufgebaut werden.“

Anmerkung für die Redaktionen:

Das Positionspapier der Friedrich-Ebert-Stiftung ist abrufbar unter: library.fes.de/pdf-files/wiso/09893.pdf

Ein ausführliches Interview mit dem Vorstandchef der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann, mit dem Berliner Magazin HIGHLIGHTS unter:

www.letv-verlag-gesundheitspolitik.de/letv/highlights_radio

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