AOK: Schlaganfallpatienten möchten zu Hause betreut werden

Forschungsprojekt soll bessere Versorgung in häuslicher Umgebung ermöglichen

Datum: 09.05.2012 / Kategorie: Versorgung in Baden-Württemberg

Stuttgart

Gerade wenn Menschen in hohem Alter einen Schlaganfall erleiden, ist die richtige Versorgung nach der Krankenhausbehandlung von immenser Bedeutung. Untersuchungen zeigen, dass die meisten Schlaganfallpatienten zu Hause betreut werden möchten. Doch 60 Prozent von ihnen haben bleibende gesundheitliche Schäden oder Beeinträchtigungen, sodass oft eine kontinuierliche Nachbetreuung nötig ist. Damit die Patienten so lange wie möglich zu Hause bleiben können und der Weg ins Pflegeheim vermieden wird, haben die AOK Baden-Württemberg und das Institut für angewandte Sozialwissenschaften (IfaS) das Forschungsprojekt „Versorgungsgestaltung durch Soziale Arbeit“ (VerSA) ins Leben gerufen. Mitarbeiter des Sozialen Dienstes der AOK beraten dabei intensiv Patienten und ihre Angehörigen, wie eine Versorgung in der häuslicher Umgebung erfolgreich organisiert werden kann.

„Wir möchten auch für geriatrische Schlaganfallpatienten mit der Entlassung aus der Akutklinik eine stabile Gesamtversorgung in ihrem häuslichen Umfeld sicherstellen“, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg. Befragungen von Betroffenen-Organisationen hätten ergeben, dass bei der Nachbetreuung die Auswirkungen eines Schlaganfalls auf die Lebensgestaltung der Betroffenen und deren Angehörigen bisher zu wenig berücksichtigt werden. Zudem werde oft ein Mangel an konstanten Ansprechpartnern, fehlende Information über Hilfe und Unterstützung sowie unzureichende Kooperation und Koordination beklagt.

Das möchten AOK und IfaS mit dem Forschungsprojekt „VerSA“ ändern. Hermann: „Speziell ausgebildete Mitarbeiter des Sozialen Dienstes der AOK beraten Schlaganfallpatienten und deren Angehörige. Sie sind fester Ansprechpartner für die Betroffenen, führen regelmäßige Hausbesuche durch und fungieren dabei als Lotse bei allen wichtigen Fragestellungen.“ So nehmen die Sozialarbeiterinnen laut AOK-Chef mit dem Hausarzt Kontakt auf, wenn es um die weitere Behandlung oder Verordnung von Hilfsmitteln geht. Oder sie helfen beim Organisieren des Pflege- und Hauswirtschaftsdienstes und stellen Anträge beim richtigen Kostenträger.

Dass sich die Arbeit der AOK-Sozialpädagoginnen lohnt, bestätigt auch Prof. Dr. Susanne Schäfer-Walkmann, Wissenschaftlerin am Institut für angewandte Sozialwissenschaften an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart, Fakultät Sozialwesen. „Unsere Untersuchungen zeigen deutlich, dass ein großer Bedarf nach dieser modernen Form Sozialer Arbeit im Gesundheitswesen vorhanden ist. Die meisten geriatrischen Schlaganfallpatienten möchten zu Hause versorgt werden. Eine rein medizinische Versorgung allein reicht dabei aber nicht aus. Ebenso notwendig ist eine koordinierende und unterstützende Funktion durch Soziale Arbeit. Mit dem gemeinsamen Projekt mit der AOK leisten wir deshalb einen entscheidenden Beitrag zu einer humanen Versorgung in der eigenen Häuslichkeit.“ Mit einer ersten umfangreichen Ergebnisevaluation des Forschungsprojektes rechnet Schäfer-Walkmann im Jahr 2013.

Hinweis für die Redaktionen:

„VerSA“ startete am 01.01.2011 und läuft bis zum 31.12.2013. Getestet wird in den Modellregionen Rhein-Neckar-Odenwald und Mittlerer Oberrhein. Zielgruppe des Forschungsprojektes sind 65-79-Jährige mit der Entlassdiagnose Schlaganfall und altersspezifischer Multimorbidität sowie ab 80-Jährige mit der Entlassdiagnose Schlaganfall. Bisher nehmen bereits über 50 Patientinnen und Patienten an dem Projekt teil. Vor Ort ist jeweils eine Mitarbeiterin aus dem Sozialen Dienst der AOK Baden-Württemberg für die Betreuung zuständig.

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