AOK und Partner starten Direktvertrag für Neurologie und Psychiatrie in Baden-Württemberg

Jetzt schnellere Termine für Patienten – Verband empfiehlt Neurologen die Teilnahme am Vertrag

Datum: 15.01.2013 / Kategorie: AOK-Facharztprogramm

Stuttgart

In Baden-Württemberg sind jetzt auch die Module Neurologie und Psychiatrie des sogenannten PNP-Vertrags gestartet. Seit Jahresbeginn ist somit der Facharztvertrag, der die Bereiche Psychotherapie, Neurologie und Psychiatrie (PNP) umfasst, komplett. Das erste Modul, Psychotherapie, läuft für Versicherte der AOK Baden-Württemberg bereits erfolgreich seit 1. Juli 2012, für Versicherte der Bosch BKK seit 1. Oktober 2012. Neben den beteiligten Krankenkassen und MEDI Baden-Württemberg sind auch die ärztlichen und psychotherapeutischen Berufsverbände von den Vorteilen des Vertrags überzeugt.

„Durch den Start der beiden weiteren Vertragsmodule können nun auch Versicherte mit neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose, Demenz oder Parkinson von den Vorteilen des PNP-Vertrages profitieren“, betont Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. „Für Patienten besonders wichtig: Sie erhalten schneller als bisher einen Termin beim Neurologen oder Psychiater, in der Regel innerhalb von zwei Wochen, bei Not- bzw. Akutfällen noch am selben Tag. Dadurch werden unnötige und für den Patienten belastende Krankenhausaufenthalte vermieden“, so Hermann. Weitere Vorteile des Vertrags seien eine deutliche Verbesserung der Behandlungsqualität, der intensivere Austausch zwischen Haus- und Fachärzten und die enge Anbindung von Hilfsangeboten wie Sozialdiensten und häuslicher Pflege an die ambulante ärztliche Versorgung.

Bernhard Mohr, Vorstand der Bosch BKK, ist ebenso vom Vertrag überzeugt: „Steigende Belastungen und der damit einhergehende Anstieg psychischer Erkrankungen sind leider nicht von der Hand zu weisen. Der Vertrag trägt dieser Entwicklung Rechnung und garantiert Betroffenen eine schnelle und umfassende Behandlung.“

Dr. Werner Baumgärtner, Vorsitzender von MEDI Baden-Württemberg, stellt die Vorteile für die Ärzte heraus: „Der Vertrag setzt die richtigen Versorgungsimpulse und ermöglicht einen deutlichen Honorarzuwachs gegenüber der KV-Regelversorgung. Besonders Versorgerpraxen mit vielen Patienten profitieren vom Wegfall von Fallzahl- und Budgetbegrenzungen. Jede erbrachte Leistung wird auch bezahlt. Eine attraktive und planbare Vergütungsstruktur sorgt bei den ärztlichen Vertragspartnern für finanzielle Sicherheit. Zudem wird im PNP-Vertrag, anders als im KV-System, das Morbiditätsrisiko vollständig von der Krankenkasse übernommen.“

Die Vertragspartner haben den Start der Module Neurologie und Psychiatrie gemeinsam beschlossen, auch wenn in wenigen Regionen die angestrebte Flächendeckung noch nicht vollständig erreicht wurde. In solchen Regionen können sich am Facharztprogramm teilnehmende Versicherte, die einen Neurologen oder Psychiater konsultieren möchten, auch an einen Arzt wenden, der nicht in den PNP-Vertrag eingeschrieben ist. „Wir gehen davon aus, dass sich in den nächsten Wochen und Monaten kontinuierlich weitere Neurologen und Psychiater einschreiben und dass wir bald überall eine flächendeckende Versorgung anbieten können“, sagt Baumgärtner.

Birgit Imdahl, Vorsitzende des Neurologenverbandes (BVDN Baden-Württemberg), ergänzt: „Die Besonderheit des Vertrages besteht für uns vor allem darin, dass Patienten individuell nach Schweregrad ihrer Erkrankung behandelt werden können und innerhalb dieser Therapiepfade die geltenden fachspezifischen Leitlinien konsequente Anwendung finden. Hinzu kommt, dass der Vertrag nach den Nachverhandlungen für teilnehmende Ärzte noch attraktiver ist. Wir legen unseren Verbandsmitgliedern den Beitritt deshalb sehr ans Herz.“

Nach dem Start des Facharztvertrags für Kardiologie und Gastroenterologie 2010 ist die erfolgreiche Implementierung der beiden letzten Module des PNP-Vertrags ein weiterer großer Schritt in Richtung ambulante Vollversorgung im Jahre 2015. An den bereits laufenden Facharztverträgen nehmen inzwischen rund 140.000 Versicherte der AOK Baden-Württemberg und der Bosch BKK sowie rund 700 Fachärzte und Psychotherapeuten teil. Mit dem angestrebten Orthopädievertrag in diesem Jahr soll dem erklärten Ziel der ambulanten Vollversorgung ein weiterer Meilenstein hinzugefügt werden.

Eine grafische Übersicht über die Selektivverträge der AOK Baden-Württemberg und deren geplante Weiterentwicklung finden Sie im Anhang.

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