AOK unterstützt Pilotprojekt zum verbesserten Schutz vor gefährlichen Krankenhauskeimen

Viele Infektionen durch frühzeitige Kontrolle vermeidbar

Datum: 21.05.2010 / Kategorie: Krankenhäuser

Stuttgart

Durch eine verbesserte Krankenhaushygiene könnten bundesweit bis zu 500.000 Infektionen und 20.000 Todesfälle durch multiresistente Erreger vermieden werden. So lautet eine Aussage der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene. „Dabei könnten viele Infektionen bereits dadurch vermieden werden, dass man die Patienten noch vor der Krankenhausaufnahme entsprechend testet“, sagt Dr. Rolf Hoberg, Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg. Das geschehe bisher nicht konsequent genug. Deshalb sollen nun in einem beispielhaften Pilotprojekt der stationären Qualitätssicherung in Baden-Württemberg (GeQiK) mit Unterstützung der AOK Baden-Württemberg Testkliniken im Land für ein halbes Jahr alle Neuaufnahmen auf entsprechende Erkrankungen überprüfen. Auf dieser Grundlage könnten dann neue Qualitätssicherungsverfahren entwickelt werden.

„Eine symptomlose Besiedlung mit methicillin-resistentem Staphylokokkus aureus (MRSA) in der Nasenschleimhaut kann bei Patienten bereits vor der Krankenhausaufnahme bestehen und dort auf andere Patienten verbreitet werden. Bei immungeschwächten Patienten können dadurch schwere Infektionen entstehen“, sagt Hoberg. Deshalb seien neben der von Landesgesundheitsministerin Stolz angekündigten Krankenhaushygieneverordnung und den vom Landesgesundheitsamt unterstützten MRE-Netzwerken in fünf Pilotkreisen zusätzliche verbindliche Maßnahmen zur Qualitätssicherung notwendig, die sich auf das Screeningverhalten und die Infektionshäufigkeit der einzelnen Krankenhäuser beziehen.

Als erster Schritt soll deshalb nun im Rahmen eines Pilotprojektes in Testkliniken die Realitätstauglichkeit des Konzepts erprobt werden. Laut AOK-Chef sollen dabei alle MRSA-positiven Erstnachweise erfasst werden, die innerhalb eines Halbjahres in der jeweiligen Testklinik ermittelt wurden. Hoberg: „So erhält man Anhaltspunkte über das Screeningverhalten der Kliniken, die Auftretenshäufigkeit von MRSA-Erstnachweisen sowie den Anteil der nosokomialen Besiedlungen bzw. Infektionen.“

Das Verfahren werde dabei ständig kritisch überprüft und schrittweise modifiziert. Hoberg: „Nach Auswertung des Pilotverfahrens soll ein entsprechendes Qualitätssicherungsverfahren in Baden-Württemberg flächendeckend und sektorenübergreifend etabliert werden.“

Laut AOK sollen die Kliniken zudem die Möglichkeit erhalten, ihre Ergebnisse anonym miteinander zu vergleichen. „Für eine Qualitätsdarstellung gegenüber der Öffentlichkeit ist das Konzept bisher noch nicht geeignet“, so Hoberg, „aber es ist ein erster wichtiger Schritt, damit die Kliniken in Baden-Württemberg ihre Patienten besser vor Infektionen schützen.“

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