AOK: Vorsorgeprogramme helfen

Krankenstand in Baden-Württemberg stabil, Krankheit kostet aber trotzdem über 22 Millionen Arbeitstage
Jeder zweite Beschäftigte wird mindestens einmal im Jahr krankgeschrieben

Datum: 10.02.2010 / Kategorie: Krankenstand

Stuttgart

Mehr als jedes zweite AOK-Mitglied musste 2009 mindestens einmal krankgeschrieben werden. Im Jahr summierte sich das auf mehr als 22 Millionen Arbeitstage, die für die Firmen ausfielen, und einen durchschnittlichen Krankenstand von 4,6 Prozent aller Beschäftigten. Damit blieb der Krankenstand 2009 laut AOK Baden-Württemberg verglichen mit 2008 stabil. Knapp ein Viertel aller Arbeitsunfähigkeitstage waren dabei auf Muskel- und Skeletterkrankungen, insbesondere Rückenerkrankungen, zurückzuführen. Dem sehen nicht alle Chefs tatenlos zu: Über 1.000 Firmen haben laut AOK 2009 von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, mittels Krankenstandsanalysen Schwachpunkte im Betrieb aufzudecken, die zu Krankheiten führen können, und über geeignete Präventionsmaßnahmen ihren Krankenstand zu senken.

„Unsere Vorsorgeprogramme trugen zur Stabilisierung der Zahlen bei“, ist sich der Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg, Dr. Rolf Hoberg, sicher. Im Schnitt 2009 gingen den Firmen pro Arbeitnehmer 16,7 Arbeitstage durch Krankheit verloren, wie die Auswertung der AOK Baden-Württemberg zu den Fehlzeiten ihrer pflicht- und freiwillig versicherten Mitglieder ergab. 56 Prozent aller Beschäftigten wurden danach mindestens einmal von ihrem Arzt krankgeschrieben.

Bei rund 1,7 Millionen Arbeitnehmern unter den mehr als 3,7 Millionen bei der AOK Versicherten ist Krankheit ein wesentlicher Faktor für den Erfolg oder Misserfolg einer Firma, sagt Dr. Rolf Hoberg: „Bei insgesamt mehr als 22 Millionen Arbeitstagen, die ausgefallen sind, muss sich jede Firma Gedanken machen, wie sie den Gesundheitszustand ihrer Beschäftigten verbessern kann“. Immerhin werden rund 60 Prozent aller Fehlzeiten nicht durch chronisch bedingte Langzeiterkrankungen verursacht, sondern durch kürzer verlaufende Krankheiten.

Männer (Krankenstand 4,7%) werden etwas häufiger krank als Frauen (4,4%). Das hängt aber auch mit den Tätigkeiten zusammen. Rund zwei Drittel aller versäumten Arbeitstage gingen dabei auf die „Top 5“ der Krankheitsursachen zurück: Muskel- und Skeletterkrankungen, Krankheiten des Atmungssystems, Verletzungen und Vergiftungen, psychische und Verhaltensstörungen und Krankheiten des Kreislaufsystems. Mit knapp einem Viertel aller Arbeitsunfähigkeitstage spielten die Muskel- und Skeletterkrankungen, und hier insbesondere Rückenerkrankungen, wieder eine herausragende Rolle. Auf Krankheiten des Atmungssystems entfielen knapp 15 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage.

Als Gegenmaßnahmen hält die AOK die Vorsorge am Arbeitsplatz für einen der wichtigsten Ansatzpunkte. Firmen, die sich hierbei engagieren wollten, stelle die AOK Baden-Württemberg zum Beispiel spezielle Instrumente der Krankenstandsanalyse zur Verfügung. Mit deren Hilfe können mögliche Krankheits- und Belastungsschwerpunkte ermittelt und, darauf aufbauend, am Bedarf und den Möglichkeiten des Unternehmens orientierte Gesundheitsmaßnahmen entwickelt werden. Landesweit machten 2009 laut AOK wieder über 1.000 Unternehmen im Lande von dieser Möglichkeit Gebrauch. 2010 sollen es noch mehr werden. Das Jahressteuergesetz 2009 hat die sogenannten BGM-Maßnahmen für Firmen finanziell noch attraktiver gemacht: „Aufwendungen des Arbeitgebers zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands und der betrieblichen Gesundheitsförderung sind steuer- und sozialabgabenfrei, soweit sie den Betrag von 500 Euro pro Mitarbeiter und Kalenderjahr nicht übersteigen“, so Dr. Hoberg. „Das ist also doppelt gut angelegtes Geld.“

Zusatz-Informationen finden Sie hier.

Anmerkung für die Redaktionen:

Weitere ausgewählte Statistikergebnisse sind als Anlage beigefügt.

Informationen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung der AOK im Internet unter www.aok-business.de/baw/ - Rubrik "Gesunde Unternehmen".

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