AOK zu den Koalitionsverhandlungen:

Neuausrichtung bei den Krankenhausstrukturen überfällig – Direktverträge der Krankenkassen nicht nur als Modellversuch vorsehen

Datum: 21.11.2013 / Kategorie: Gesundheitspolitik

Stuttgart

Was die Reform der Krankenhausstrukturen betrifft, springen für die größte Krankenkasse im Land die Vorstellungen der Arbeitsgruppe „Gesundheit und Pflege“ deutlich zu kurz. „Wir suchen ja nicht nach Haaren in der Suppe. Nur, wenn die große Koalition künftig wirklich nur modellhaft wenige Direktverträge mit Krankenhäusern bei ausgewählten Operationen ermöglichen will, dann ist das absolut unbefriedigend. Denn das hilft allenfalls vom Ansatz her. Gegen die hier drängenden Struktur- und Mengenprobleme können Modelle nichts ausrichten. Wir brauchen, wie im ambulanten Bereich, die Option für Direktverträge zwischen Krankenhäusern und Krankenkassen ohne große Einschränkungen“, so der Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann, am Mittwochabend (20.11.2013) in Stuttgart, im Rahmen der gesundheitspolitischen Veranstaltung „AOK im Dialog“.

An anderer Stelle seien in den bisher verlauteten Ergebnissen der Arbeitsgruppe „Gesundheit und Pflege“ auch wichtige Schritte in die richtige Richtung enthalten. Hermann: „Wenn die geplante qualitätsabhängige Vergütung von Krankenhausleistungen kommt, würden Krankenhäuser zurecht belohnt, bei denen die Behandlungsqualität an erster Stelle steht und Patienten mit möglichst wenigen Komplikationen rechnen müssen.“

Klare Vorstellungen brachte auch Gesundheitsexperte Professor Bert Rürup zur AOK-Veranstaltung mit: „Der Ansatz, den Kassenwettbewerb nicht nur auf die Beitragshöhe zu beschränken, sondern ihn vor allem auf das Versorgungsmanagement auszudehnen, macht Sinn und hat Potential, die Effizienz des Systems zu erhöhen.“ So bräuchten Krankenhäuser künftig eine viel stärkere Spezialisierung und Arbeitsteilung, wenn sie erfolgreich Qualität liefern sollen. „Damit könnte auch die Versorgung in ländlichen Räumen sichergestellt werden“, so Rürup weiter.

Bestätigt sieht sich die AOK durch die AG-Ergebnisse bezüglich der ambulanten Haus- und Facharztversorgung und hofft auf mehr Nachahmer: „Unsere Direktverträge sind nachweislich erfolgreich zum Vorteil der Patienten und einzigartiges Rezept gegen die künftigen Herausforderungen einer Gesellschaft des langen Lebens. Wenn künftig die Wirtschaftlichkeit von solchen Direktverträgen erst nach vier Jahren nachgewiesen werden muss, werden die Möglichkeiten solche Verträge erfolgreich umzusetzen, deutlich breiter“, so Hermann. Die von der bisherigen Bundesregierung geschaffene sogenannte „Refinanzierungsklausel“ habe die weitere Verbreitung von Hausarztverträgen wesentlich blockiert, weil jede Investition mit dem Makel der Unwirtschaftlichkeit rechnen muss.

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