Arbeitsbedingungen in der Pflege: Radikales Umdenken gefordert

Bauernfeind: „Geld ist nicht alles“

Datum: 16.01.2020 / Kategorie: Pflege und Rehabilitation

Stuttgart

Laut aktuellem Care Klima-Index des Deutschen Pflegerats bewerten 56 Prozent der befragten Pflegekräfte ihre Arbeitsbedingungen als schlecht – und das, obwohl bereits jeder vierte (24 Prozent) nach eigenen Angaben übertarifliche Zusatzleistungen erhält. „Dies zeigt erneut: Geld ist eine wichtige Anerkennung der in der Pflege geleisteten Arbeit, aber es ist eben nicht alles“, so Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, der hier ein radikales Umdenken fordert. „Wenn wir wollen, dass die Menschen auch morgen noch gute Pflege erfahren, muss es gelingen, das Alltagserleben in den Pflegeeinrichtungen insgesamt für alle spürbar zu verbessern. Das Pflegeheim muss ein neues Zuhause werden, in dem Wohlbefinden garantiert ist.“ Dieser Anspruch werde in der aktuellen Diskussion bislang viel zu wenig beachtet. „Wie riesig der Bedarf ist, zeigt die große Nachfrage unseres gerade gestarteten Konzepts ‚Prävention in der Pflege‘ (PiP),“ so Bauernfeind weiter. Schon jetzt nähmen über 65 Pflegeeinrichtungen im ganzen Land an dem neuartigen Programm teil, das die AOK Baden-Württemberg mit der Wissenschaft entwickelt hat.

 

Ziel von PiP ist es, in Pflegeeinrichtungen eine echte Gesundheitskultur zu verankern, die im Ergebnis das Wohlbefinden von Bewohnern und Personal dauerhaft verbessert. Dazu bildet die AOK Baden-Württemberg Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Pflegeheimen zu Gesundheitsmanagerinnen und -managern weiter, die in ihrem jeweiligen Arbeitsumfeld passende Organisationsstrukturen und Angebote schaffen. Die AOK Baden-Württemberg unterstützt damit einen Organisationsentwicklungsprozess, der den Teams in den Pflegeeinrichtungen dauerhaft ermöglichen wird, konkrete Prävention systematisch und nachhaltig sowohl für die Kolleginnen und Kollegen als auch für die Bewohnerinnen und Bewohner zu etablieren. Dabei werden die Gesundheitsmanager zunächst über zwei Jahre von Experten der AOK Baden-Württemberg dauerhaft begleitet. „Die genaue Analyse und Planung, die Einbeziehung der Pflegebedürftigen und der Pflegekräfte in die konkrete Entwicklung von Maßnahmen und die systematische Integration in die Prozesse der Pflegeeinrichtung bereiten den Boden für die Pflege der Zukunft“, so Bauernfeind.

 


Information für die Redaktionen:

Mit 27,7 krankheitsbedingten Fehltagen im Jahr 2018 sind Pflegekräfte deutlich stärker belastet als andere Berufsgruppen (Durchschnitt: 19,9 AU-Tage), so der aktuelle Fehlzeitenreport des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Allein sechs dieser Fehltage lagen psychische Erkrankungen zugrunde.

 

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