Baden-Württemberg Vorreiter bei der Darmkrebsvorsorge

Schonend, schnell und sicher: Frühzeitige Vorsorgeuntersuchung in Form der Darmspiegelung erhöht die Chancen der Entdeckung und Heilung von Darmkrebs maßgeblich.

Datum: 29.04.2014 / Kategorie: AOK-Facharztprogramm

Stuttgart

Die Aktion „Darm-Check 2014“ von AOK Baden-Württemberg und Bosch BKK ermöglicht diese kostenfreie Früherkennung jetzt für Versicherte schon ab 50 Jahren. Denn bei keiner anderen Krebsart ist die Früherkennung so erfolgreich. Der „Darm-Check 2014“ im Rahmen des baden-württembergischen FacharztProgramms will noch mehr Patienten zur Vorsorgeuntersuchung motivieren und Vorurteile abbauen. Besonders Männer zeigen sich scheu, wenn es um die Darmkrebsvorsorge geht. Dabei dauert die Untersuchung meist nicht mal so lange wie eine Halbzeit in einem Fußballspiel.

EineDarmspiegelung eignet sich wohl kaum für den Smalltalk beim Friseur oder Bäcker. Das Thema scheint nicht nur peinlich, sondern ist auch mit vielen Ängsten behaftet. Doch entgegen weit verbreiteter Vorurteile ist die Untersuchung dank schonender Durchführung und bedarfsweiser Anwendung von Beruhigungsmitteln oder Kurznarkose schmerzfrei und hygienisch. Vor allem ist sie auch der zuverlässigste Weg, Darmkrebs oder dessen Vorstufen in einem frühen, heilbaren Stadium zu entdecken. Im Jahr 2012 starben rund 26.000 Menschen in Deutschland an Darmkrebs, die Krankheit ist damit die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache im Land[i]. Um diese Zahl zu reduzieren, ermöglichen AOK Baden-Württemberg, Bosch BKK, der Ärzteverband MEDI Baden-Württemberg, der Hausärzteverband Baden-Württemberg, der Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng) und der Bundesverband niedergelassener fachärztlich tätiger Internisten (BNFI) in diesem Jahr erstmals bereits Versicherten ab 50 Jahren – und damit fünf Jahre früher als gewöhnlich – die effektivste Früherkennungsmaßnahme gegen Darmkrebs.

Koloskopie macht’s möglich: Vorsorge und Therapie in einem

Mit dem 50. Geburtstag steigt das Darmkrebsrisiko deutlich. „Um die Versorgung für unsere Versicherten noch weiter zu verbessern, haben wir das Alter für eine Darmspiegelung deshalb auf 50 Jahre herabgesetzt“ betont Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. „Die Untersuchung kann schmerzfrei und schonend durchgeführt werden.“ Das bestätigt auch Prof. Leopold Ludwig, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologe aus Ulm. Viele seiner Patienten seien überrascht, wie wenig belastend die Untersuchung ist. „Ihre Ängste stellen sich als völlig unbegründet heraus, sie merken von der Darmspiegelung gar nichts“, so Ludwig. Bei der etwa 30-minütigen endoskopischen Untersuchung kann der Arzt auf Darmkrebs verdächtiges Gewebe und potenzielle Vorstufen erkennen und gleichzeitig entfernen.

Sicherheit durch Früherkennung mit Darm-Check

Mittels Früherkennung konnten seit 2003 nachweislich mehr als 100.000 Krebsfälle verhindert und weitere 50.000 in einem frühen, heilbaren Stadium entdeckt werden. Unter dem Motto ‚Jetzt mit 50 Jahren schon zum Darm-Check‘ bieten die AOK Baden-Württemberg und die Bosch BKK ihren Versicherten den kostenfreien Darm-Check schon ab 50 Jahren an. Teilnehmen können Versicherte beider Krankenkassen ab diesem Lebensjahr, die ins FacharztProgramm eingeschrieben sind. In der Regelversorgung hingegen ist eine entsprechende Vorsorge erst ab 55 Jahren möglich. Anlaufstelle für Patienten ist ihr Hausarzt, der alles weitere einleitet. Die Hauptrisikofaktoren für Darmkrebs liegen im persönlichen Lebensstil. Wer sich wenig bewegt, ungesund ernährt, raucht und viel Alkohol konsumiert, steigert das Risiko an Darmkrebs zu erkranken deutlich. „Mit einem aktiven Lebensstil, gesunder Ernährung und der Teilnahme an der Früherkennung kann jeder selbst am besten vorbeugen“, empfiehlt Dr. Gertrud Prinzing, Vorständin der Bosch BKK. „Darum setzen wir mit dem FacharztProgramm konsequent auf Prävention und ausführliche Beratung.“ Weitere Informationen zur Aktion „Darm-Check 2014“ finden Sie unter www.darmcheck2014.de.

Zu den FacharztProgrammen

Als bundesweit erste Krankenkasse hat die AOK Baden-Württemberg zusammen mit dem Ärzteverbund MEDI Baden-Württemberg und Hausärzteverband vor fast sechs Jahren den Vertrag zur Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) ins Leben gerufen. Daraufhin folgte das FacharztProgramm, heute bestehend aus den Facharztverträgen Kardiologie (2010), Gastroenterologie (2011), Psychotherapie (2012), Psychiatrie und Neurologie (2013) sowie seit Jahresbeginn Orthopädie. Ziel ist es, die Qualität der gesundheitlichen Versorgung zu verbessern und den Patientennutzen zu erhöhen. Das FacharztProgramm fördert die Zusammenarbeit von Haus- und Fachärzten und es stärkt die Rolle des Hausarztes als ersten Ansprechpartner für Patienten. Inzwischen nehmen rund 3.800 Hausärzte, Kinder- und Jugendärzte und mehr als 1.200 Fachärzte an ihm teil. 1,2 Millionen Versicherte bei der AOK Baden-Württemberg und der Bosch BKK, die im jeweiligen Hausarztprogramm der beiden Kassen eingeschrieben sind, können sich zusätzlich in den Facharztvertrag einschreiben. Rund 280.000 Versicherte haben von dieser Gelegenheit bereits Gebrauch gemacht. Nähere Informationen erhalten Interessierte bei den Vertragspartnern und bei teilnehmenden Ärzten sowie auf den Seiten www.aok-bw.de/programme, www.bosch-bkk.de/facharztprogramm und www.medi-verbund.de/38.html. Der teilnehmende Facharzt in der Nähe lässt sich unter www.aok-bw.de/facharztsuche finden.

[i] Robert-Koch-Institut - Zentrum für Krebsregisterdaten - „Darmkrebs“ www.rki.de

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