Baden-Württembergs Krankenkassen optimieren Impfstoffversorgung im Land

Einsparungen in Millionenhöhe erwartet – Qualität bleibt auf hohem Niveau

Datum: 05.06.2012 / Kategorie: Versorgung in Baden-Württemberg

Stuttgart

Die gesetzlichen Krankenkassen in Baden-Württemberg möchten die Versorgung ihrer Versicherten bei Schutzimpfungen effizienter und wirtschaftlicher gestalten. Dafür soll zukünftig die Versorgung mit Impfstoffen regelmäßig auf einen leistungsstarken Hersteller konzentriert werden. Nach einer im April 2012 gestarteten gemeinsamen Ausschreibung haben die Krankenkassen jetzt erste Verträge geschlossen. Für vier Impfstoffe gingen die Zuschläge an GlaxoSmithKline, für einen weiteren an Novartis. Alle gesetzlich Versicherten in Baden-Württemberg werden bei Schutzimpfungen gegen Krankheiten wie beispielsweise Masern oder Tetanus künftig mit Impfstoffen dieser Hersteller versorgt. Die Verträge gelten von Anfang Januar 2013 bis Ende Dezember 2014.

Der Gesetzgeber hatte nach Kassenangaben 2011 die Möglichkeit der exklusiven Versorgung bei Impfstoffen geschaffen, um insbesondere die hohen Ausgabenzuwächse der letzten Jahre in diesem Versorgungsbereich zu begrenzen. Insgesamt haben die Kassen sieben Impfstoffe für Schutzimpfungen (Fachlose) ausgeschrieben: „Wir konnten bisher fünf der sieben ausgeschriebenen Impfstoffe bezuschlagen. Vier Zuschläge gehen an den bekannten Hersteller GlaxoSmithKline. Ein Zuschlag geht an Novartis“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg, die federführend für alle gesetzlichen Krankenkassen in Baden-Württemberg die Ausschreibung durchführt.

"Mit dieser gemeinsamen Vorgehensweise aller Krankenkassenarten im Land können wir die Impfstoffversorgung für unsere Versicherten sowohl qualitativ als auch ökonomisch verbessern, weil wir uns auf leistungsstarke und hochqualifizierte Hersteller fixieren", so Walter Scheller, Ersatzkassenverbandschef in Baden-Württemberg. Die Krankenkassen sind zuversichtlich, in Kürze auch die zwei weiteren Impfstoffe vergeben zu können.

Ziel der Zusammenarbeit seien Effizienzgewinne gleichermaßen für Ärzte, Krankenkassen und Beitragszahler bei Schutzimpfungen: „Die Versicherten erhalten wie bisher einheitlich in den Arztpraxen kostenlos alle von der ständigen Impfkommission empfohlenen Schutzimpfungen“, so Hermann. Vorteil der nun abgeschlossenen Verträge sei, dass die Ärzte jetzt nur noch Impfstoffe weniger Hersteller lagern müssten. „Das gibt Planungssicherheit und ist eine erhebliche Arbeitserleichterung für die Praxis“, sagt Hermann.

Die Krankenkassen profitierten im Gegenzug von Rabatten, die sie auf diese Impfstoffe erhielten. Hermann: „Zuletzt haben die Krankenkassen in Baden-Württemberg bereits rund 150 Millionen Euro pro Jahr für Impfstoffe ausgegeben. Durch den Vertrag erwarten wir Einsparungen in zweistelliger Millionenhöhe.“

Hermann betont, dass die Versorgungsqualität der Versicherten unverändert hoch bleibt: „Alle Impfstoffe durchlaufen vor ihrer Zulassung strenge Kontrollen; es gibt keine Qualitätsunterschiede zwischen den Herstellern. Die Einsparungen aus den nun vereinbarten Rabattverträgen werden die Krankenkassen dafür nutzen, die Versorgung ihrer Versicherten weiter zu verbessern.“

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