Bundesweite Lieferausfälle bei Grippeimpfstoffen

Gesetzliche Krankenkassen in Baden-Württemberg fordern ausreichende Versorgung aller GKV-Versicherten mit Impfstoffen in Arztpraxen. Gemeinsame Pressemitteilung der gesetzlichen Krankenkassen in Baden-Württemberg.

Datum: 26.10.2012 / Kategorie: Versorgung in Baden-Württemberg

Stuttgart

  • AOK Baden-Württemberg
  • Verband der Ersatzkassen (vdek) – Landesvertretung Baden-Württemberg
  • BKK Landesverband Baden-Württemberg
  • IKK classic
  • Landwirtschaftliche Krankenkasse Baden-Württemberg
  • Knappschaft, Regionaldirektion München

Stuttgart. Die bundesweiten Lieferausfälle bei Grippeimpfstoffen sind auch auf den erhöhten Bedarf an Einzelpackungen zurückzuführen. Denn auf Betreiben der Impfstoffhersteller mussten Impfungen, die die gesetzlichen Krankenkassen über den gesetzlich vorgeschriebenen Rahmen hinaus als Satzungsleistungen anbieten, aus dem bewährten Versorgungsweg über Großpackungen in der Arztpraxis ausgeschlossen werden. Darauf haben die gesetzlichen Krankenkassen in Baden-Württemberg heute gemeinsam in Stuttgart hingewiesen. Da diese freiwilligen Leistungen in der Folge für jeden GKV-Versicherten neuerdings gesondert verordnet werden müssen, hat sich der Bedarf an Einzelpackungen bei Grippeimpfstoffen 2012 um bis zu 100.000 Packungen erhöht.

Wie sich zeigt, haben sich insbesondere die Impfstoffhersteller, die den erhöhten Bedarf an Einzelpackungen zu vertreten haben, nicht darauf eingestellt. Dies führt nun zu Lieferengpässen.

Zu der offensichtlich mangelhaften Produktionsplanung kommen Qualitätsprobleme bei Grippeimpfstoffen des Herstellers Novartis in der Schweiz, die dort zu einem Verkaufsstopp von bis zu 160.000 Impfdosen führten. Auch in Italien kam es zu einem generellen Verkaufsstopp der betreffenden Impfstoffe, in Deutschland wurden mehrere Chargen der Impfstoffe ebenfalls ganz aktuell vom zuständigen Paul-Ehrlich-Institut (PEI) zurückgerufen. Die Folge ist ein entsprechender Mehrbedarf vergleichbarer Impfstoffe bei ohnehin zu geringen Produktionskapazitäten der betreffenden internationalen Hersteller.

Es wird, so die gesetzlichen Krankenkassen im Südwesten weiter, bei alledem sehr deutlich, dass das Vertrauen des Gesetzgebers in die Fähigkeiten weltweit operierender Impfstoffhersteller ungerechtfertigt ist. Die unterschiedliche Handhabung gesetzlich vorgeschriebener und freiwilliger Impfleistungen der GKV gilt es zu vereinheitlichen und freiwillige Leistungen im Hinblick auf gesetzliche Herstellerabschläge den Pflichtleistungen gleich zu stellen. Hier ist der Gesetzgeber zu schnellem Handeln aufgerufen.

Die gesetzlichen Krankenkassen Baden-Württembergs verurteilen den – zumindest – fahrlässigen Umgang der verantwortlichen Impfstoffhersteller mit ihrer Aufgabe für das Gemeinwohl. Sie sehen im Interesse ihrer Versicherten die Rückkehr zu einer unbürokratischen und für die Versicherten unkomplizierten generellen Impfstoffversorgung aus Großpackungen in der Arztpraxis für Baden-Württemberg als zwingend erforderlich an und haben die betreffenden Konzerne aktuell entsprechend informiert. Die Auftrennung zwischen Satzungs- und Pflichtleistungen, die derzeit für die Berechnung gesetzlicher Herstellerabschläge zwingend erforderlich ist, nehmen die Krankenkassen im Nachgang vor, so dass den Herstellern hierbei keinerlei Nachteil entstehen kann.

Kontakt zur Pressestelle

AOK Baden-Württemberg Pressestelle

Kontaktdaten der AOK Baden-Württemberg Pressestelle

E-Mail: presse@bw.aok.de
Telefon: 0711 2593-229
Telefax: 0711 2593-100

Presselstraße 19
70191 Stuttgart