Darmkrebs-Vorsorge geht in die zweite Runde

Ärzte und AOK setzen erfolgreiche „Darm-Check“-Kampagne auch 2012 fort

Datum: 29.03.2012 / Kategorie: AOK-Hausarztprogramm

Stuttgart

Stuttgart, 29.03.2012 – Jährlich sterben in Baden-Württemberg nach wie vor rund 3.000 Menschen an Darmkrebs, der zweithäufigsten Krebserkrankung in Deutschland. Doch nur rund 17,7 Prozent der gesetzlich Versicherten in Baden-Württemberg nehmen an den Vorsorgeuntersuchungen teil (Bundesdurchschnitt: 18 Prozent). Mit dem Ziel, die Vorsorgequote nachhaltig zu erhöhen, starten deshalb die AOK Baden-Württemberg und die am AOK-Hausarzt- und FacharztProgramm teilnehmenden Ärztverbände Ende März die Kampagne „Darm-Check 2012“. Versicherte werden durch Erinnerungsschreiben und Faltblätter auf diese wichtige Vorsorgemaßnahme aufmerksam gemacht, Haus- und Fachärzte klären ihre Patienten intensiv zum Thema auf. An vielen Orten wird es zusätzlich Informationsveranstaltungen geben. Eine Internetseite zur Aktion rundet das Programm ab. Zielgruppe der Kampagne sind AOK-Versicherten zwischen 55 und 59 Jahren, die am AOK-HausarztProgramm teilnehmen. Die Aktion wurde erstmalig im Jahr 2011 durchgeführt und zeigt bereits erste Erfolge.

„Darmkrebs entwickelt sich meistens sehr langsam in Jahren bis Jahrzehnten. Bereits die Vorstufen können mit einer Darmspiegelung erkannt und entfernt werden, so dass die überwiegende Mehrheit aller Darmkrebserkrankungen vermeidbar wäre“, erläutert Prof. Dr. Leopold Ludwig, Vorsitzender des Berufsverbands der niedergelassenen Gastroenterologen (BNG) in Baden-Württemberg. Diese Früherkennungsuntersuchung, die gesetzlich Versicherte ab 55 Jahren zweimal innerhalb von zehn Jahren nutzen können, ist mit Abstand die sicherste und effektivste Früherkennungsmaßnahme. Angst vor Schmerzen während der Untersuchung sowie Unbehagen bezüglich der Einnahme von Abführmitteln hält jedoch viele Menschen von dem Vorsorgetermin ab. Dabei verläuft die Untersuchung heutzutage mittels einer schonenden Betäubung nahezu schmerzfrei und die früher als unangenehm empfundene Untersuchungsvorbereitung ist durch verbesserte und schmackhaftere Abführmittel deutlich weniger belastend.

„Obwohl für das Jahr 2011 noch keine exakten Zahlen vorliegen, ist nach ersten Analysen in Baden-Württemberg erstmals seit Jahren wieder eine Zunahme der durchgeführten Vorsorgekoloskopien feststellbar“, so Prof. Ludwig weiter. Diese Einschätzung wird gestützt durch eine Umfrage unter mehreren Hundert der insgesamt fast 50.000 AOK-Patienten, die im Rahmen des Darm-Checks 2011 angeschrieben wurden. Die schriftliche Erinnerung wurde von der großen Mehrheit als sehr sinnvoll bewertet und hat zu einer stärkeren Sensibilisierung für das Thema Darmkrebs beigetragen.

„Gute Gründe, die Kampagne auch im Jahr 2012 fortzuführen“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. „Die Sensibilisierung für effektive Präventionsmaßnahmen wird auch in Zukunft zentraler Bestandteil unseres AOK-Hausarzt- und FacharztProgramms sein“, so Hermann weiter.

„Wir Hausärzte sind bei dem sehr intimen Thema der Darmspiegelung oft die erste Anlaufstelle für unsere Patienten. Gerade weil immer noch Vorbehalte bestehen, ist es wichtig, dass unsere Aufklärungsarbeit fortgeführt wird. Beratungsgespräche nehmen die Ängste und motivieren, an der Untersuchung teilzunehmen“, so Dr. Berthold Dietsche, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg.

Der Darm-Check 2012 bietet spezielle Vorteile für die Versicherten im AOK-HausarztProgramm: Sie erhalten bei allen am AOK-FacharztProgramm teilnehmenden Gastroenterologen und Facharztinternisten innerhalb von zwei Wochen einen Untersuchungstermin. Für Versicherte, die bereits am AOK-FacharztProgramm oder am Integrierten Versorgungsvertrag Gastroenterologie teilnehmen, sind zusätzlich die zur Vorbereitung notwendigen Abführmittel zuzahlungsfrei.

„Wichtig für unsere Patienten ist zudem, dass das AOK-FacharztProgramm hohe Qualitätsanforderungen an teilnehmende Ärzte stellt. Die Gastroenterologen und Facharztinternisten müssen unter anderem regelmäßige Fortbildungen, eine Mindestanzahl von Koloskopien und eine entsprechende Geräteausstattung in ihrer Praxis nachweisen“, erklärt Dr. Werner Baumgärtner, Vorsitzender von MEDI Baden-Württemberg.

„Wer also an dem Darm-Check 2012 teilnimmt und sich zu einer Vorsorgekoloskopie in die Hände eines Gastroenterologen oder Facharztinternisten im AOK-FacharztProgramm begibt, kann sicher sein, von einem ausgewiesenen und erfahrenen Spezialisten nach aktuellen Standards untersucht zu werden“, so Baumgärtner weiter.

Hinweis an die Redaktionen:

Vertiefende Informationen zur Aktion gibt es auf der Internetseite www.darmcheck2012.de.

Ansprechpartner:

AOK Baden-Württemberg

Kurt Wesselsky (Pressesprecher)

Tel.: 0711 2593-231

Deutscher Hausärzteverband

Manfred King (Leiter Vertragskommunikation)

Tel.: 02203 57561041

MEDI Baden-Württemberg

Angelina Schütz (Pressesprecherin)

Tel.: 0711 806079-73

Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen (BNG)

Prof. Dr. med. Leopold Ludwig (Landesvorsitzender Baden-Württemberg)

Tel.: 07345 6555

Berufsverband Niedergelassener Fachärztlich Tätiger Internisten e.V. (BNFI)

Dr. med. Seyfferth (Landesvorsitzender Baden-Württemberg und stellvertr. Bundesvorsitzender)

Tel.: 07121 55580

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