Den Darmkrebs aufspüren, bevor er zuschlägt

Ärzte und AOK starten Vorsorge-Kampagne

Datum: 16.02.2011 / Kategorie: AOK-Aktionen

Stuttgart

STUTTGART, 16.02.2011 – Jährlich sterben in Baden-Württemberg rund 3000 Menschen an Darmkrebs, der zweithäufigsten Krebserkrankung in Deutschland. Alarmierend ist die nachlassende Bereitschaft zur Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen, insbesondere an der Darmspiegelung als effektivster Methode. Mehr Versicherte zur Teilnahme an Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchungen zu motivieren – das ist das Ziel der Kampagne Darm-Check 2011, die heute in Baden-Württemberg startet. Initiator sind die Vertragspartner des AOK Hausarzt- und FacharztProgrammes. Durch Erinnerungsschreiben, intensive Aufklärung bei Ärzten und flächendeckende Informationsveranstaltungen soll die jährliche Quote von derzeit rund 2,5 Prozent der Anspruchsberechtigten nachhaltig gesteigert werden.

„Darmkrebs entwickelt sich meistens sehr langsam in Jahren bis Jahrzehnten. Bereits die Vorstufen können mit einer Darmspiegelung erkannt und entfernt werden, so dass mehr als 80 Prozent aller Darmkrebserkrankungen vermeidbar sind“, erläutert Prof. Dr. Andreas Sieg, Vorsitzender der Bundesverbandes der niedergelassenen Gastroenterologen in Baden-Württemberg.

Diese Früherkennungsuntersuchung, die gesetzlich Versicherte ab 55 Jahren zweimal im Abstand von zehn Jahren nutzen können, ist mit Abstand die sicherste und effektivste Früherkennungsmaßnahme. Eine aktuelle Bevölkerungsumfrage in Baden-Württemberg an 250 Personen im Alter von 55-65 Jahren hat bestätigt, dass dies auch von der Mehrheit der Versicherten gesehen wird (53 Prozent). Dennoch gibt es nach wie vor Vorbehalte gegenüber der Darmspiegelung. Bei den Vorbehalten dominieren mit fast 80 Prozent die Angst vor Schmerzen während der Untersuchung sowie mit 53 Prozent ein Unbehagen bezüglich der Einnahme von Abführmitteln. „Heutzutage verläuft die Untersuchung mittels Betäubung nahezu schmerzfrei und die früher zu Recht als unangenehm empfundene Untersuchungsvorbereitung ist durch verbesserte und schmackhaftere Abführmittel viel weniger belastend“, so Prof. Sieg weiter. Dennoch ist in Baden-Württemberg die Zahl anspruchsberechtigter Versicherter, die zur Vorsorgekoloskopie gingen, seit 2006 kontinuierlich gesunken (2006: rund 66 Tsd. 2009: rund 58 Tsd.). Zudem liegt die Teilnahmequote für Vorsorgekoloskopien in Baden-Württemberg laut Prof. Sieg deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt: „Nach neuesten Zahlen des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung in Deutschland liegt die Teilnahmequote für Vorsorgekoloskopien in der Altersgruppe der 55- bis 74-Jährigen in Deutschland im Jahr 2009 bei 18 Prozent. In Baden-Württemberg liegt sie bei 17,7 Prozent. Hier muss schnellstens etwas passieren, um die Menschen über den Nutzen einer Vorsorgekoloskopie aufzuklären! Ziel ist, dass Baden-Württemberg Vorsorge-Spitzenreiter wird.”

Grund für die AOK Baden-Württemberg und ihre ärztlichen Vertragspartner im AOK Hausarzt- und FacharztProgramm, dem Hausärzteverband, MEDI Baden-Württemberg, dem Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (BNG) und dem Bundesverband niedergelassener fachärztlicher tätiger Internisten (BNFI), mit einer gemeinsam initiierten Kampagne die Teilnahmequote zu verbessern.

Unter dem Titel „Darm-Check 2011 fällig.“ setzen die Vertragspartner auf ein vernetztes Maßnahmenbündel. „Versicherte über 55 werden von uns angeschrieben und an diese wichtige Möglichkeit der Früherkennung erinnert“, beschreibt AOK-Vize Dr. Christopher Hermann das Prozedere. Außerdem würden bis Jahresende im ganzen Land Informationsveranstaltungen der AOK zusammen mit Gastroenterologen durchgeführt. Vertiefende Informationen gebe es außerdem auf einer speziellen Internetseite (www.darmcheck2011.de)

„Wir Hausärzte sind bei dem sehr intimen Thema der Darmspiegelung die erste Anlaufstelle für unsere Patienten. Gerade weil immer noch Vorbehalte bestehen, ist es wichtig, dass unsere Aufklärungsarbeit durch andere verlässliche Informationen flankiert wird“, sind Dr. Berthold Dietsche, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg, und Dr. Werner Baumgärtner, Vorsitzender von MEDI Baden-Württemberg, überzeugt.

„Wenn die Patienten bereits im Vorfeld durch ihre Krankenkasse an die anstehende Vorsorgekoloskopie erinnert und vorinformiert werden, können sie sich mit dem Thema auseinandersetzen. So können dann im Beratungsgespräch noch offene Fragen gezielt geklärt werden. Das nimmt Ängste und motiviert, an der Untersuchung teilzunehmen“, so Dietsche weiter.

Weitere Vorteile für Versicherte am AOK-HausarztProgramm: Sie erhalten bei allen am AOK-FacharztProgramm teilnehmenden Gastroenterologen innerhalb von zwei Wochen einen Termin. Für Versicherte, die bereits am AOK-FacharztProgramm oder am Integrierten Versorgungsvertrag Gastroenterologie teilnehmen, sind zusätzlich die zur Vorbereitung notwendigen Abführmittel zuzahlungsfrei. „Wichtig ist zudem, dass das AOK-FacharztProgramm hohe Qualitätsanforderungen an teilnehmende Ärzte stellt. Die Gastroenterologen müssen beispielsweise regelmäßige Fortbildungen, eine Mindestanzahl von Koloskopien und eine entsprechende Geräteausstattung in ihrer Praxis nachweisen“, erklärt Prof. Sieg. „Wer sich also zu einer Vorsorgekoloskopie in die Hände eines Gastroenterologen im AOK-FacharztProgramm begibt, kann sicher sein, von einem ausgewiesenen und erfahrenen Spezialisten nach aktuellen Standards untersucht zu werden“, fügt er hinzu. Auf einen weiteren Vorteil des FacharztProgramms weist Werner Baumgärtner hin: „Wird eine Weiterbehandlung notwendig, erfolgt diese leitlinienkonform und in enger Abstimmung mit dem Hausarzt. Notwendige kurative Koloskopien werden uneingeschränkt erstattet und unterliegen nicht wie im Kollektivvertrag einer mengenmäßigen Budgetierung.“

Ansprechpartner:

AOK Baden-Württemberg

Kurt Wesselsky (Pressesprecher)

Tel.: 0711 / 25 93-231

Deutscher Hausärzteverband

Manfred King (Leiter Vertragskommunikation)

Tel.: 02203 / 57561041

MEDI Baden-Württemberg

Angelina Schütz (Pressesprecherin)

Tel.: 0711 / 80 60 79-73

Bundesverband Niedergelassener Gastroenterologen (BNG)

Prof. Dr. med. Andreas Sieg (Landesvorsitzender Baden-Württemberg)

Tel.: 06221 / 65 99 931

Berufsverband Niedergelassener Fachärztlich Tätiger Internisten e.V. (BNFI)

Dr. med. Seyfferth (Landesvorsitzender Baden-Württemberg und stellvertr. Bundesvorsitzender)

Tel.: 07121 / 55580

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