Digitalisierung in der hausärztlichen Versorgung

Zwei Drittel der Baden-Württemberger wünschen eine stärkere digitale Vernetzung im Gesundheitswesen

Datum: 15.11.2017 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Stuttgart

Rund zwei Drittel (65 Prozent) der Baden-Württemberger würden den elektronischen Austausch von Patientendaten zur stärkeren Vernetzung der Akteure im Gesundheitswesen begrüßen. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der AOK Baden-Württemberg in Auftrag gegebene repräsentative Forsa-Umfrage. Mit ihrem Projekt TeleDerm sind die größte Südwestkasse, das Universitätsklinikum Tübingen, der Hausärzteverband Baden-Württemberg und weitere Projektpartner auf dem richtigen Weg. In den Landkreisen Calw, Rottweil, Zollernalb und Böblingen können 50 Hausarztpraxen Fotos von auffälligen Hautpartien ihrer Patientinnen und Patienten über eine geschützte Onlineplattform einem Dermatologen zur Befundung zur Verfügung stellen. Innerhalb von zwei Tagen kann der Hausarzt dessen Fachdiagnose an die Patienten weitergeben.

 

„Das Projekt TeleDerm verbindet die hausärztliche Versorgung mit einem telemedizinischen Ansatz. Durch die telemedizinisch konsiliarische Einbindung von Dermatologen können zeitliche und räumliche Engpässe überbrückt sowie die hausärztliche Versorgung insgesamt gestärkt werden“, sagt Jürgen Graf, Fachbereichsleiter „Integriertes Leistungsmanagement“ der AOK Baden-Württemberg anlässlich einer Informationsveranstaltung für die am Projekt teilnehmenden Hausärzte, die heute (15.11.2017) in Tübingen stattfindet.

 

Der Wunsch nach digitaler Kommunikation und Vernetzung ist unter den Baden-Württembergern fast genauso groß wie die Forderung nach einer stärkeren elektronischen Vernetzung der Akteure untereinander. Laut Forsa-Studie würde es die Mehrheit (60 Prozent) begrüßen, wenn ihr Arzt die Möglichkeit hätte, Rezepte und Überweisungen auf elektronischem Wege zu übermitteln. Im Rahmen ihres Hausarzt- und Facharztprogramms arbeitet die größte Südwestkasse mit ihren Partnern Hausärzteverband und MEDI Baden-Württemberg genau daran. „Das Einschreibeprinzip ins Hausarztprogramm und das enge Zusammenspiel mit den AOK-Facharztverträgen sind eine hervorragende Basis, um auch digitale Innovationen für eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung voran zu treiben“, sagt Jürgen Graf.

 

Während der Wunsch nach elektronischer Vernetzung, digitaler Datenübertragung und einer moderneren Infrastruktur im Gesundheitswesen hierzulande groß ist, möchte nur ein Viertel der Baden-Württemberger (27 Prozent) eine Video-Sprechstunde mit ihrem Arzt nutzen. Ebenfalls gering ist die Anzahl derer im Land, die eine Gesundheitsapp installiert haben. Nur 9 Prozent der Baden-Württemberger verwenden eine App zur Unterstützung ihrer Gesundheit.

 

Quelle: Die repräsentative Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der AOK Baden-Württemberg durchgeführt. Befragt wurden zwischen dem 10. bis 23. August 2017 insgesamt 507 nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählte Personen ab 18 Jahren in Baden-Württemberg.

 

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