Endlich wieder selbstständiger atmen:

AOK Baden-Württemberg schließt landesweit ersten speziellen Versorgungsvertrag für beatmungspflichtige Patienten

Datum: 25.08.2010 / Kategorie: Versorgung in Baden-Württemberg

Stuttgart

Eine Reihe von Versicherten der AOK Baden-Württemberg müssen nach ihrer Entlassung aus der Intensivstation künstlich beatmet werden. Viele von ihnen sind ihr gesamtes Leben auf Fremdbeatmung angewiesen und somit abhängig von Spezialisten, die sie rund um die Uhr betreuen. Um die Betroffenen auch nach ihrem Krankenhausaufenthalt fachlich optimal weiter zu versorgen und um ihnen wieder ein selbstständigeres Atmen zu ermöglichen, hat die AOK Baden-Württemberg einen speziellen Versorgungsvertrag für beatmungspflichtige Patienten abgeschlossen. Partner des landesweit ersten Vertrages dieser Art ist die Eibl Homecare GmbH, eine Tochterfirma der Linde Gas Therapeutics GmbH mit ihrem Therapiecenter REMEO in Bruchsal.

„Es ist unser Ziel, dass die Betroffenen nicht von Pflegeheimen oder ambulanten Pflegediensten rund um die Uhr betreut werden müssen. Die Patienten sollen durch gezielte Maßnahmen im REMEO Center wieder ein Mehr an Lebensqualität gewinnen. Im besten Fall werden sie in die Lage kommen, selbstständiger atmen und Zuhause leben zu können“, sagt Dr. Rolf Hoberg, Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg.

Die aktuelle Situation in Baden-Württemberg zeigt laut Hoberg deutlich, dass ein solches Angebot dringend nötig war. Bisher gebe es für die nachstationäre Behandlung im Land nur einzelne Betten in Pflegeheimen, in denen Beatmungspatienten versorgt werden können. Für Kinder existiere lediglich eine einzige spezialisierte Einrichtung. „Die Zahl der AOK-Versicherten, die laufend besonders betreut werden, ist in den letzten vier Jahren fast um das Doppelte gestiegen“, sagt Hoberg. „Waren es 2006 noch 125, sind es 2010 bereits 230. Auch bundesweit sieht der Trend nicht anders aus.“ Die pflegerischen Versorgungskosten betragen nach AOK-Angaben pro Patient rund 22.000 Euro monatlich.

„Das REMEO-Konzept, das wir mit diesem speziellen Vertrag finanzieren, trägt dazu bei, diese Kosten zu senken. Gleichzeitig wird die Lebensqualität der Patienten positiv beeinflusst, da die strukturierte Überleitung vom Krankenhaus in das eigene Zuhause erheblich verbessert wird“, betont Hoberg. Für den AOK-Chef ist dieses Versorgungsprogramm nicht nur für die AOK-Versicherten in Baden-Württemberg wegweisend, sondern auch ein Vorbild für die Versorgung beatmungspflichtiger Patienten in anderen Bundesländern. Die AOK bestätige damit erneut ihre Vorreiterrolle, wenn es darum geht, innovative Versorgungsprozesse aktiv mitzugestalten. Mehr Qualität mit Wirtschaftlichkeit zu verbinden heißt das Ziel.

Auch Kliniken profitieren von diesem Versorgungsprogramm. Dr. Florian Bornitz, Oberarzt an der Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg: „Da die Patienten im REMEO Center gut betreut werden, können wir unsere Patienten früher entlassen und neue aufnehmen.“ Zudem gebe es vielfältige Verbindungen zwischen der Thoraxklinik und dem REMEO Center. So bietet die Thoraxklinik neben ihrer fachlichen Begleitung dem Zentrum zum Beispiel auch rund um die Uhr eine telefonische Beratung.

„Wir bieten für die Heimtherapie ein Betreuungskonzept, welches die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen berücksichtigt“, ergänzt Dr. Peter Kalin, Marketing Manager bei Linde Gas Therapeutics. „Wir sind sehr froh darüber mit REMEO ein umfängliches Konzept für beatmungspflichtige Patienten anzubieten und so den Patienten eine echte Perspektive geben zu können.“

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