Fehlzeiten wegen Überlastung und depressiver Verstimmung im Land steigen - Sport hilft gegen Stress

Immer mehr Baden-Württemberger leiden an depressiven Verstimmungen und Überlastung.

Datum: 15.02.2013 / Kategorie: Krankenstand

Stuttgart

Immer mehr Baden-Württemberger leiden an depressiven Verstimmungen und Überlastung. Häufig fallen sie deswegen im Berufsleben aus. Dies zeigt eine Auswertung der AOK Baden-Württemberg zu den Fehlzeiten ihrer Mitglieder im Jahr 2012. Mit 45,5 Prozent ging 2012 fast die Hälfte aller psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeitstage auf depressive Episoden (über eine Dauer von mehreren Wochen anhaltende Symptome einer Depression) und Belastungsstörungen zurück. Damit entfiel der größte Teil des Anstiegs gegenüber dem Vorjahr (44,3 Prozent) auf diese beiden Erkrankungen. Die AOK setzt hier auf ein zweigleisiges Vorgehen: „Einerseits steht die Prävention im Vordergrund. Sport und Bewegung können, das ist wissenschaftlich festgestellt, viel zu einem positiven Verlauf beitragen. Andererseits muss die therapeutische Versorgung von Erkrankten zeitnah sichergestellt werden. Wir sichern das mit unserem neuen Facharztprogramm für Psychotherapie“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, am Freitag (15. Februar) in Stuttgart.

„Vor allem, wenn es gelingt, das Leben aktiver zu gestalten, können die Beschwerden bei depressiven Episoden auch nach zwei bis drei Monaten wieder abklingen“, erklärt PD Dr. Sabine Knapstein, Psychotherapeutin und Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg.

Geeignet sind laut Knapstein vor allem Sport wie Laufen, Walken oder Yoga und Aktivitäten in der Gruppe. Die positiven Erfahrungen wirkten sich günstig auf die Befindlichkeit und damit auch auf die Stimmung aus. Bei wiederholten depressiven Beschwerden oder schweren Belastungsstörungen sei professionelle Hilfe wichtig, wie sie im AOK-Facharztprogramm für Psychotherapie breit angeboten werde. Hierzu sollte der am Hausarztprogramm teilnehmende Hausarzt kontaktiert werden, der auch weiterhelfe, ob und ab wann Medikamente oder Psychotherapie individuell helfen könnten.

„Es gibt meistens nicht nur einen isolierten Auslöser für diese Krankheitsbilder, sondern oft kommen mehrere Umstände zusammen“, erklärt Knapstein. „Stressreiche Lebensumstände können dazu zählen, wie Liebeskummer beim jungen Menschen, berufliche Belastungen oder eine chronische Erkrankung bei Älteren. Die Betroffenen haben zum Beispiel das Gefühl, selber über ihren Alltag keine Kontrolle mehr zu haben. Hinzu kommt manchmal auch noch unsere ungünstige Lebensweise mit viel sitzender Tätigkeit und zu wenig Stressabbau durch Bewegung und zu wenige Erholungspausen“, so Knapstein weiter.

Der Krankenstand insgesamt ist nach AOK-Angaben gegenüber dem Vorjahr nicht gestiegen: Die Auswertung ergab für das Jahr 2012 erneut einen Krankenstand von 4,7 Prozent. Eine Zunahme gab es bei psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen, auf die 10,3 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage zurückgehen (2011: 9,9 Prozent).

Im Schnitt waren bei der AOK Baden-Württemberg versicherte Arbeitnehmer 2012 17,3 Tage arbeitsunfähig. Rund 55 Prozent aller Beschäftigten sind mindestens ein Mal krankgeschrieben worden.

Die Vorsorge am Arbeitsplatz hält die AOK Baden-Württemberg für einen der wichtigsten Ansatzpunkte. Firmen, die sich hier engagieren wollen, stellt die AOK spezielle Instrumente der Krankenstandsanalyse zur Verfügung: Mit deren Hilfe können mögliche Krankheits- und Belastungsschwerpunkte ermittelt und schließlich entsprechende Gesundheitsmaßnahmen entwickelt werden. Landesweit machten 2012 laut AOK 1.299 Unternehmen von dieser Möglichkeit Gebrauch. Das weiterhin geltende Jahressteuergesetz 2009 verringert nach wie vor den finanziellen Aufwand der Betriebe bei der Durchführung von Maßnahmen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung.

Anmerkung für die Redaktionen:

Weitere ausgewählte Statistikergebnisse sind als Anlage beigefügt.

Informationen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung der AOK im Internet unter www.aok-business.de/baw - Rubrik "Gesunde Unter-nehmen".

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