Gefahr von Hautkrebs wird unterschätzt – Sonnenschutz auch im Winter wichtig

AOK rät zur Hautkrebsvorsorge bereits in jungen Jahren

Datum: 06.12.2012 / Kategorie: AOK-Angebote und Leistungen

Stuttgart

Fast 12.000 Patientinnen und Patienten müssen jährlich in Krankenhäusern im Land wegen Hautkrebs behandelt werden – ein Viertel davon wegen des sogenannten malignen Melanoms (schwarzer Hautkrebs), welches als besonders ernst zu nehmende Form des Hautkrebses bekannt ist. Diese Zahlen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg müssten nicht so ausfallen: Denn laut AOK Baden-Württemberg könnten durch gezieltere Vorsorge und damit frühzeitiges Erkennen viele schwierige Krankheitsverläufe vermieden werden. Die Zahlen der AOK-Statistik zeigten allerdings, dass nur jeder Dritte die Hautkrebsvorsorge überhaupt in Anspruch nehme und das bei jährlich 224.000 Neuerkrankungen an Hautkrebs in Deutschland.

Versicherte der AOK Baden-Württemberg können jetzt bereits ab 20 Jahren alle zwei Jahre ihre Haut im Rahmen eines sogenannten Hautkrebsscreenings kostenlos untersuchen lassen. Diese Krebsfrüherkennungsuntersuchung der gesamten Hautoberfläche erfolgt durch den Arzt, teilweise unter Verwendung eines Auflichtmikroskops und ist völlig schmerzfrei. „Vorsorge hilft Hautkrebs frühzeitig zu erkennen“, sagt Dr. med. Gudula Kirtschig, Fachärztin für Dermatologie bei der AOK Baden-Württemberg. „Wenn er früh erkannt wird, ist Hautkrebs in der Regel heilbar“, so Kirtschig. Oft sei Hautkrebs die Folge von zu intensiver UV-Strahlung. Die Erkrankung selbst zeige sich jedoch erst viele Jahre später, „die Haut hat ein gutes Gedächtnis“, betont Dr. Kirtschig. „Wer sich schon in jungen Jahren beim Hautkrebsscreening mit seinem eigenen Hautkrebsrisiko auseinandersetzt, wird achtsamer mit seiner Haut umgehen und mehr Gesundheitsbewusstsein für sich und später auch für seine Kinder entwickeln“, hofft die Dermatologin. Generell gelte, die Haut vor Verbrennung zu schützen, ein Sonnenbrand mit Blasenbildung sei unbedingt zu vermeiden. Hierbei helfe, Sonnencreme mit einem ausreichenden Lichtschutzfaktor, mindestens Faktor 30, zu verwenden, der gegen UVA- und UVB-Strahlen schützt. Sie betont, wie wichtig es sei, sich auch im Winter möglichst umsichtig der Sonne auszusetzen, z. B. sollte auch beim Skifahren auf ausreichenden Sonnenschutz geachtet werden, denn gerade in den Bergen würde die UV-Strahlung häufig unterschätzt – mit verheerenden Folgen für die Haut. Auf Solarienbesuche sollte ganzjährig verzichtet werden.

Bisher wurde die Möglichkeit der Hautkrebsvorsorge zu selten in Anspruch genommen. Laut AOK Baden-Württemberg haben in den Jahren 2010/2011 33,8 Prozent der Versicherten ein Hautkrebsscreening vornehmen lassen, mit leicht steigender Tendenz. Frauen nahmen mit 34,6 Prozent im Vergleich zu den Männern (32,7 Prozent) etwas häufiger teil, sie erkrankten seltener an Hautkrebs als Männer. Seit Herbst 2012 wird das Hautkrebsscreening als Versicherungsleistung bereits für 20-Jährige angeboten, zuvor war dies erst ab 35 Jahren möglich.

Die Zunahme der Hautkrebserkrankungen spiegelt sich möglicherweise auch in der Anzahl der stationären Eingriffe wieder. Waren es 2008 noch rund 2.700, mussten sich 2011 schon gut 3.100 Patienten wegen der Diagnose Hautkrebs in der Klinik operieren lassen. Rund 1.500 davon waren weiblich und 1.600 männlich. Im Jahr 2011 hat die AOK Baden-Württemberg nach eigenen Angaben 8,7 Millionen Euro in das Hautkrebsscreening investiert. Zum Vergleich: Die stationären Operationen für Hautkrebs kosteten ca. 10,3 Millionen Euro.

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