Gesellschaft des langen Lebens:

AOK Baden-Württemberg fordert mehr Vernetzung in der Versorgung

Datum: 10.11.2016 / Kategorie: Gesundheitspolitik

Stuttgart

Mehr Vernetzung zwischen den Versorgungsbereichen ist für die AOK Baden-Württemberg ein Schlüssel zur Bewältigung der Herausforderungen in der „Gesellschaft des langen Lebens“. Denn zentrale Bausteine dafür, um im Alter möglichst lange möglichst gesund zu bleiben, sind heute und zukünftig die bessere Durchlässigkeit der Versorgungsstrukturen und die Optimierung der Versorgungsqualität. „Die immer älter werdende Gesellschaft ist nicht automatisch die immer kränker werdende“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, im Rahmen der Veranstaltung „AOK im Dialog“ am Mittwochabend (09.11.2016) in Stuttgart.

Studien zeigen, dass statistisch bereits ab dem Alter von 50 Jahren das Risiko stetig ansteigt, chronisch zu erkranken. Für AOK-Chef Hermann kommt deshalb zu den notwendigen vernetzten Strukturen auch die Selbstverantwortung jedes Einzelnen für seine Gesundheit hinzu. Dieser weitere wesentliche Faktor ist für Prof. Dr. Andreas Kruse, Leiter des Instituts für Gerontologie an der Universität Heidelberg (IfG), unbestritten: „Wer frühzeitig einen gesunden Lebensstil pflegt, körperlich, kognitiv und sozial aktiv ist, sorgt für eine nachhaltige Gesundheit bis ins Alter vor“. Um Lebensqualität und Gesundheit im Alter zu erhalten, spielten eigene Kompetenzen, Ressourcen, gesellschaftliche, ​strukturelle und politische Faktoren eine wichtige Rolle. Kruse: „Wir müssen uns kritisch fragen, ob wir intensiv genug ​an der Schaffung von Versorgungsstrukturen arbeiten, die Lebensqualität und Gesundheit fördern und zwar in allen sozialen Schichten“. Ein sehr positives Beispiel für geglückte Vernetzung sei das Projekt ORBIT des IfG mit der AOK Baden-Württemberg. Hier werde die Verknüpfung rehabilitativer Elemente mit pflegerischen Interventionen in der stationären Pflege beispielgebend umgesetzt.

Zur Vermeidung von Pflegebedürftigkeit ist vor allem auch die geriatrische Rehabilitation eine zielführende Maßnahme. Diese sollte am besten mit einer systematischen Unterstützung pflegender Angehöriger einhergehen, denn knapp 70 Prozent der Pflegebedürftigen werden zu Hause von Angehörigen versorgt. Zur Unterstützung der Angehörigen bietet die AOK Beratungen, umfassende Unterstützung bei der Pflegeplanung und Pflegeschulungen an. „Die Beispiele für vernetzte Strukturen und vernetztes Denken sind sehr ermutigend und die AOK Baden-Württemberg wird diesen Weg konsequent weiter verfolgen“, bestätigt der Chef der Südwest-AOK. Prognosen des Statistischen Landesamtes zeigen, dass im Jahr 2030 über 400.000 Pflegebedürftige in Baden-Württemberg leben werden. Bereits in den letzten sechs Jahren nahmen die Leistungsausgaben der AOK Baden-Württemberg in der Pflegeversicherung um rund 45 % auf über 1,7 Milliarden Euro im Jahr 2015 zu.

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