Grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung in der Region Straßburg - Ortenau

Jetzt internationale Spezialisten in der Epilepsie-Versorgung im Einsatz

Datum: 14.11.2014 / Kategorie: Versorgung in Baden-Württemberg

Stuttgart

Das Epilepsiezentrum in Kehl-Kork und die Agence Régionale de Santé d´Alsace, Straßburg, organisieren jetzt zusammen mit der AOK Baden-Württemberg eine grenzüberschreitende Versorgung von Epilepsie-Patienten in der Region. Grundlage für diese Zusammenarbeit ist ein Vertrag, der am Freitag (14.11.2014) in Offenburg unterzeichnet wurde. Er regelt die Arbeit des neuen Netzwerkes links und rechts des Rheins.

„Die Partnerschaft im Sozialraum Europa wird jetzt einen weiteren Schritt konkreter. Im Elsass und in Baden-Württemberg sind zusammen mehr als 100.000 Menschen an Epilepsie erkrankt und oft reicht beispielsweise eine medikamentöse Therapie alleine nicht mehr aus. Dafür stehen den AOK-Versicherten jetzt ausgesuchte Spezialisten und Spezialmethoden in den Zentren in Kork und Straßburg zur Verfügung“, so der Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann. Möglich wird diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit durch die Vergütung der AOK Baden-Württemberg, die in Form einer Direktabrechnung an das Universitätsklinikum Straßburg geht. Hermann: „Damit wird die Behandlung für die Patienten so einfach zugänglich, wie in Deutschland. Durch die Kooperation kommen jetzt den Patienten auch neueste Forschungserkenntnisse bezüglich epileptischer Leiden zugute. In die Behandlung werden körperliche Beeinträchtigungen einbezogen, von der die Krankheit begleitet wird“. Die Vereinbarung sorgt dafür, dass für französische und deutsche Epilepsie-Patienten eine zeitnahe und bedarfsgerechte Behandlung und Pflege gewährleistet wird. Auch sogenannte Fallkonferenzen zwischen den beteiligten Spezialisten sind vorgesehen und Teil der Vereinbarung“.

Konkret bedeutet die Zusammenarbeit, dass französische Patienten im Epilepsiezentrum Kork stationär aufgenommen werden können. Deutschen Patienten steht auf Straßburger Seite ein Verfahren zur Verfügung, mit dem epilepsieauslösende Herde genau lokalisiert werden können. „Voraussetzung für die grenzüberschreitende Weiterbehandlung im Epilepsiezentrum beziehungsweise im Universitätsklinikum ist eine zuvor erfolgte Behandlung in der jeweiligen Partnereinrichtung“ ergänzt Petra Spitzmüller, stv. Geschäftsführerin der AOK Bezirksdirektion Südlicher Oberrhein. Für Patientinnen und Patienten sei es ein unschätzbarer Vorteil, wenn die weiterführende Behandlung direkt in der Nachbarschaft erfolgen könne und sie von ihren vertrauten Betreuern begleitet würden“.

Hintergrund:

Unter Epilepsie, versteht die Medizin ein Krankheitsbild mit mindestens einem spontan auftretenden Krampfanfall, der keine erkennbare Ursache hat. Ein solcher Krampfanfall führt zu unwillkürlichen Verhaltens- oder Befindlichkeitsstörungen. Zur Behandlung werden in erster Linie krampfunterdrückende Medikamente gegeben. Auch ein chirurgischer Eingriff kann in Erwägung gezogen werden. Ursachen für Epilepsien können u.a. Hirnschädigungen infolge von Sauerstoffmangel bei der Geburt, Fehlbildungen des Hirngewebes, Schädelhirnverletzungen oder Tumoren sein.

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