Immer weniger Pflegepersonal in Krankenhäusern

AOK investiert 93 Millionen Euro in Heilberufe-Nachwuchs

Datum: 13.12.2011 / Kategorie: Pflege und Rehabilitation

Stuttgart

In den Krankenhäusern in Baden-Württemberg ist immer weniger Pflegepersonal beschäftigt. Nach Zahlen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg ist die Zahl in den Jahren 2000 bis 2010 um zehn Prozent auf rund 35.000 Fachkräfte zurückgegangen. Die AOK Baden-Württemberg investiert deshalb im nächsten Jahr den Rekordwert von 93 Millionen Euro in die Ausbildung neuer Fachkräfte in Krankenhäusern.

"Der steigende Pflegebedarf stellt die Pflegebereiche vor große Herausforderungen. In den nächsten 20 Jahren werden laut Statistischem Landesamt landesweit mehr als 60.000 neue Pflegekräfte benötigt", sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. "Deshalb beobachten wir den Rückgang des Pflegepersonals an Krankenhäusern mit großer Sorge. Wenn nicht frühzeitig in den Nachwuchs investiert wird, drohen hier ernste Engpässe."

Die AOK Baden-Württemberg investiert deshalb im nächsten Jahr 93 Millionen Euro in den Ausbildungsfonds für nichtärztliche Heilberufe. Mit dem Geld können Krankenhäuser die Ausbildung ihres Pflegepersonal finanzieren, aber auch von Hebammen, Logopäden und vielen anderen Heilberufen. Mehr als 10.900 Ausbildungsplätze werden so landesweit gesichert.

"Wir appellieren an die Krankenhäuser, mit dem zur Verfügung stehenden Geld wieder mehr Pflegepersonal auszubilden. Die Krankenkassen finanzieren diese Ausbildung zu hundert Prozent. Somit kann jedes Krankenhaus, das ausbilden möchte, dies auch tun", sagt Hermann.

Der Ausbildungsfonds wird von der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft verwaltet und von allen Krankenkassen in Baden-Württemberg finanziert. Insgesamt befinden sich im Fonds im nächsten Jahr 195 Millionen Euro. Den größten Anteil erbringt mit 93 Millionen Euro die AOK Baden-Württemberg. Pro Patient rechnet jedes Krankenhaus bei den Krankenkassen einen Ausbildungszuschlag von 87,70 Euro ab, unabhängig davon, ob es ausbildet oder nicht. Dieser Zuschlag wird an den Fonds weitergeleitet und von dort an die tatsächlich ausbildenden Krankenhäuser verteilt.

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